Was sind die größten Fehler als Selbstfahrer?

32 Antworten · 5'489 Aufrufe · gestartet 25. Okt. 2013 von juergensreisen
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Themenstarter30 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 · #1
Ich werde immer wieder auf meinem Namibia-Blog gefragt, was die größten Fehler sind, die man als Selbstfahrer machen kann. Vor allem Neulinge fragen immer wieder.

Ich habe schon so viele Fehler gemacht, dass ich nicht weiß, was für einen Interessenten wirklich hilfreich ist.
Im Forum sind so viele Profis, dass ich hoffe, auf diese Fragen eine Antwort zu bekommen, wenn mir auch klar ist, dass es kaum Pauschalantworten geben kann.

Hoffe sehr auf Hilfe. Verweise auch gerne darauf, dass mir hier im Forum geholfen wurde.
34 Beiträge · seit 201225. Okt. 2013 · #2
Meiner Meinung nach zu schnelles fahren, denn den Fehler macht man wenn es doof läuft nur einmal.
41 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 · #3
Hallo Jürgensreisen,
die größten Fehler sind m.E.:
- sich nicht vorher mit seinem Reiseland umgehend auseinander gesetzt zu haben!
- nicht genau zu wissen, was man wo und wie will
- keine Route und ggf. Ausweichroute zu haben
- keine Karten, Kompass (muß man auch lesen können!), kein GPS
- das falsch Fahrzeug zu mieten ( z.B. 2WD Pkw und dann ab in die Kalahari o.ä.)
- die Fahrstrecken und sich selbst zu überschätzen (Zeit und ggf. Schwierigkeit! Steht z.B. gut in den T4A-Karten!)
- seine Einkäufe und ggf. Tankstellen vorher nicht recherchiert und erledigt zu haben
- den Wasservorrat nicht richtig berechnet zu haben ( gilt auch für den Spritverbrauch)
- falsche Schuhwerk und Kleidung
- und ca. Hundertausend persönliche Kleinigkeiten!!!

Ich hoffe, ich habe nichts wesentliches vergessen
Viel Spass
Ranger Tom
33,1k Beiträge · seit 200625. Okt. 2013 · #4
Hallo Jürgensreisen,

ich denke die zwei häufigsten Fehler sind:
- Falsche Routenwahl (zu viel in zu kurzer Zeit)
- Überhöhte Geschwindigkeit v.a auf unbefestigten Straßen

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
4'451 Beiträge · seit 200825. Okt. 2013 · #5
Hi Ranger Tom,
ich kann zu Deiner gute Liste noch hinzufügen:

Reifendruck ablassen , wenn Tiefsand in den Parks. 😁

Lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
191 Beiträge · seit 200725. Okt. 2013 · #6
Hallo Juergen Reisen

Wo willst Du hinfahren? Namibia und Südafrika sind in vielen Gagenden problemlos und die Strassen ziemlich gut. Botswana, Zambia .... ist es etwas anders. Falls Du so etwas planst und in einsame Gegenden fährst, dann scheint mir das Wichtigste, dass Du

1. gute Autos hast, bei viel Sand auch eine Untersetzung.
2. Zwei Reservepneus, v.a. bei Gebieten mit Dornen und Steinen
3. nicht alleine fahren, schau, dass Ihr zwei Autos seid

Zum ersten Punkt: Zelte bei Uebernahme auch auf Dichtigkeit gegen Mücken kontrollieren, auf jeden Fall Tesaband mitnehmen um in Riskogebieten die Netze zu kleben (Regenzeit im Norden von Namibia, Botswana und den nördlicheren Staaten).

Zum dritten Punkt: ich weiss, dass im Form viele das Alleinfahren als unproblematisch erachten. Trotzdem, falls Du eine Panne hast, dann kommt Dich allen Beteuerungen der Mietautoverleiher zum Trotz, nicht so schnell einer entpannen -> genügend Wasser mitnehmen. Es gibt aber auch Situationen, bei denen Du mit einem zweiten Auto ein Problem einfach lösen kannst. Wir kamen vor einer Woche aus Zambia zurück. Dort fuhren wie auf Pisten, welche nur alle paar Tage befahren werden und hatten einen Plattfuss. Der Schlauch zum Kompressor war im Auto vorhanden, stellte sich aber als defekt heraus (ich hatte nicht daran gedacht, bei der Uebernahme der Autos den Schlauch auf Funktionstätigkeit zu kontrollieren). Das zweite Auto hatte einen funktionierenden Schlauch und wir konnten die Fahrt fortsetzen.

Dann spielt auch eine Rolle ob Du in der Regen- oder Trockenzeit unterwegs bist, ob Du allenfalls zum Waten gezwungen bist. Kinder dabei hast ....

Und falls Du campierst solltest Du die wichtigsten Regeln im Umgang mit Tieren kennen, aber das hat ja wenig mit dem Auto zu tun. Manchmal ist man, was ja wunderbar ist, in Botswana auf den schönsten Plätzen alleine, wir z.B. 2 Tage in Linyanti - es war wunderschön!

LG
Marc
Zambiareise 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/280642-sambiareise-oktober-13.html
1'933 Beiträge · seit 200725. Okt. 2013 · #7
My ‘Safety First’ rules for Self Drivers

#1 Safety First Rule
Always stay with your vehicle in case of a breakdown. It will provide you with shelter
and is far easier to spot from the air by your rescue party...

#2 Safety First Rule
When going off the beaten track: Take at least a 3-day supply of drinking-water (15
liter for 2 will do) on hand and fill your water tanks to the max...

#3 Safety First Rule
Always make sure to inform your relatives or friends back home (or your Travel Agency) about your itinerary. Best is to contact them every 3 to 4 days when going into desolated areas...

#4 Safety First Rule
Always take a GPS with you. Preferably a Garmin one loaded with the software of
Tracks4Africa. Use it with the proper paper maps...

#5 Safety First Rule
Speed kills! Excessive speed is the main cause of accidents. It is highly advisable to keep to a speed limit of 60 - 80 km/h. on gravel roads and 100 km/h. on tar. Please note that most 4x4's are supplied with a tracker. These can be checked whenever the vehicle is involved in an accident...

#6 Safety First Rule
Avoid driving in the dark! Local cattle, wildlife and pedestrians can be found wandering on
the roads at night. Make sure to arrive at your destination at least 2 hours before sunset...

#7 Safety First Rule
A Sat-phone isn't common equipment on our itineraries because you will most likely meet other people everyday. However if going into really desolated places and especially off- season a sat-phone might be what you want to stay 100% connected with the outside World...

#8 Safety First Rule
Protect yourself against malaria particular in the 'wet months' (Nov. to May)! Long sleeves, trousers, socks en spraying yourself with an anti-mosquito repellent is advisable. Contact your physician before departure...

Mit freundlichen Grüßen,
Hans Schoelink
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
1'455 Beiträge · seit 200625. Okt. 2013 · #8
marc21 schrieb:Hallo Juergen Reisen

Wo willst Du hinfahren? Namibia und Südafrika sind in vielen Gagenden problemlos und die Strassen ziemlich gut. ...

LG
Marc
Tja, warum sind die Versicherungen fuer die Mietwagen in Namibia so teuer? Weil die Meisten nicht alt werden.
Und warum?
Weil die "ziemlich guten Strassen" tueckischer sind, als sie aussehen
- Man faehrt zu schnell
- Hat kein Auge fuer das Wild
- Faehrt in der Daemmerung
- Ist den Federweg und die Masse bei den SUVs/4x4s nicht gewohnt (zu schnell ueber eine Kuppe und Du hebst ab)
.....
Hier ueberschaetzen sich auch genuegend Einheimische. Alleine auf den etwa 15km C-Gravelpad entlang der Farm hat es dieses Jahr
- Einen Bakkie mit Viehanhaenger auf die Seite gedreht, der Haenger flog von der Strasse
- 2 PKWs sind aus der Kurve geflogen
- Landcruiser hat eine Kudukuh "erlegt"
- Ein Viehtransporter hat einen jungen Oryx niedergewalzt (ich hab die traurigen Reste von der Strasse geholt, kein Knochen war mehr heil)
Das haben wir mitbekommen, Dunkelziffer unbekannt.
Und ich trauere um jedes Tier, was unnoetig sterben muss, weil die Leute nicht angepasst fahren.

In Deutschland eben mal von IN nach WOB (etwa 530)km in unter 4 Stunden zu fahren, ist kein Problem, hier braucht man halt laenger...dementsprechend sollte man seine Tagesetappen planen. Aber viele Urlauber scheinen mehr auf der Flucht, als im Urlaub zu sein.

LG aus Windhoek
Jens
Gast25. Okt. 2013 · #9
es gibt VERKEHRSREGELN !
3'080 Beiträge · seit 200925. Okt. 2013 · #10
Zu schnelles Fahren, egal auf welcher Straße ist sicher einer der Hauptgründe, es ist ja schon geschrieben worden das oft versucht wird zu viel in zu kurzer Zeit erleben zu wollen. Daraus folgt als weiterer Grund das Fahren in der Dunkelheit.

lg sasowewi
5'538 Beiträge · seit 200825. Okt. 2013 · #11
Hallo Zusammen,

m. E. ist der größte Fehler die Selbstüberschätzung, da man sich auch bei intensiver Vorbereitung als Mitteleuropäer kaum in die Straßenverhältnisse hinversetzen kann.

Dass Autos auf Gravel anders reagieren als auf Teer/Asphalt, haben viele zwar gelesen, aber noch nicht er"fahren". Deshalb

- werden insbesondere beim Erstbesuch Streckenpläne aufgestellt, die viel zu lange Fahrstrecken beinhalten. Argumentiert wird dann oft damit, dass "wir gerne Auto fahren" und der Weg das Ziel ist.

- mieten sich viele Leute ohne jegliche Vorkenntnisse einen 4x4 und meinen jetzt kann nichts mehr passieren

- fahren viele Touris mit viel zu hohem Luftdruck in den Reifen, weil man dann ja die Reifen schont.

- vergessen die Leute, dass man auf Gravel einen viel längeren Bremsweg hat und fahren deshalb viel zu schnell.

Dazu kommen noch Fahren in der Dämmerung/Dunkelheit und die damit verbundene Wildgefahr.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
2'346 Beiträge · seit 200625. Okt. 2013 · #12
Hallo "Jürgensreisen",

die größten Fehler beim Fahren auf namibischen Straßen sind m. E.:

- zu hohe Geschwindigkeit (>Unkontrollierbarkeit des Wagens)
- zu heftige Lenkbewegungen auf Schotterpisten (>Ausbrechen, Überschlagen)
- zu abruptes Bremsen auf Schotterpisten (>Wegrutschen)
- zu weites Linksfahren auf Schotterpisten (>"Hineinziehen" in Schotterhaufen)
- zu weites Rechtsfahren gerade bei Anfängern (>Kontakt mit Gegenverkehr)

Gruß
Armin
Themenstarter30 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 · #13
Für die vielen guten Tipps ganz herzlichen Dank. Ich bin ja selber auch kein Anfänger mehr bei mehr als zwanzig Reisen nach Namibia, habe aber einige Haarsträubende Dinge gemacht, die nicht zu empfehlen sind.
Bin, als der Swakop bis zur Küste lief, quer durch die Namib und entsprechend oft hängen geblieben. Habe nach 14 Stunden mit Ach und Krach Walvisbay erreichen können. Solche dummen Fehler macht aber ansonsten keiner?
Zu Anfang habe ich öfters versucht, laufende Reviere zu früh zu durchfahren. Kenn aber Einheimische, denen das Auto weggeschwommen ist.
Wenn noch jemand Fehler weiß, die Kopf und Kragen kosten können, dann bitte posten.
Nochmals allen ganz herzlichen Dank bis hierher. Ich werde die guten Ratschläge in meinem Blog veröffentlichen.
Danke.
1'667 Beiträge · seit 200925. Okt. 2013 · #14
Das Auto kann nicht nur wegschwimmen, es kann bei zu tiefen Wasserdurchquerungen auch absaufen.
Deshalb das Wasser vorher durchwaten, und die Tiefe prüfen.

LG
Birgitt

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zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2013
Themenstarter30 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 · #15
Ihr habe alle so Recht. Gerade den Punkt der Selbstüberschätzung kann ich gut beurteilen. Hatte in meiner Anfangszeit immer Glück. Das kann aber auch mal schief gehen. Heute bin ich gesetzter und erfahrener, was kein Fehler ist.

Nochmals vielen Dank. All die Tipps sind Gold wert, und nicht nur für Anfänger.
Ich hoffe, dass ich die guten Ratschläge weitergeben darf.

Birgit noch Danke für das Bild. Da ich fast immer nach Weihnachten nach Namibia komme, kenne ich diese Bilder zur Genüge!

Herzliche Grüße
Hans-Jürgen Röttger
Themenstarter30 Beiträge · seit 201325. Okt. 2013 · #16
Ja, aber in Namibia glaubt man, es geht manchmal auch ohne Regeln. Es sieht mich ja keiner!
2'844 Beiträge · seit 201125. Okt. 2013 · #17
Hallo Jürgen,

mir fällt noch ein - vielleicht- unumkehrbarer Fehler ein:
Anhalten bei einem fingierten Unfall!
Ich habe es selbst erlebt, in Südafrika, dass ein jugendlicher Schwarzer sich mittig auf die Straße gelegt hat, seine Freunde warteten abseits im Gebüsch.
Hätte uns unser Guide bei unserer ersten Tour nicht darauf hingewiesen, hätte ich garantiert angehalten, weil ich glaubte, es benötigt jemand Hilfe.
So habe ich beschleunigt und den jungen Mann umfahren - der dann fluchtend aufstand!

Viele Grüše
Strelitzie
49 Beiträge · seit 201225. Okt. 2013 · #18
Hallöchen,

ein ganz großer Fehler ist, aus Angst gar nicht erst in Namibia unterwegs zu sein.
7'296 Beiträge · seit 200626. Okt. 2013 · #19
... ein sehr großer Fehler ist Zeitdruck. Dabei ist es egal, ob man sich selbst durch zu lange Fahrtstrecken in diese bringt oder durch eine Panne aufgehalten wird. Zeitdruck sorgt dann nämlich gerne für Stress und ist gleichzeitig Auslöser für zu hohe Geschwindigkeit oder Fahrten bei Dunkelheit, am besten noch in Kombination wie ich es mal gemacht habe.

Ich fuhr bei Dunkelheit mit 100 km/h über eine unbekannte Piste. Ewig lange ging es gerade, aber plötzlich kam eine Kurve. Ich ging vom Gas (ohne zu bremsen!) und das Heck kam raus. Ich hatte 'nen Fronttriebler und konnte mit dem Gaspedal das Auto durch die Kurve bringen. Am Kurvenausgang hatte ich wohl noch so 80 km/h. Danach war direkt eine Senke zu einem Trockenfluss. Das Auto hob komplett ab und bekam auch auf dem Gefälle keinen Kontakt mehr zum Boden, sondern erst unten in der Senke. Das Geräusch und das Gefühl beim Aufschlag war sehr unschön.
Wie schlecht die Piste eigentlich war, hatte ich im Dunkeln gar nicht bemerkt. Ich bin sie ein paar Tage später bei Tageslicht mit 40 bis max. 60 km/h gefahren. Im Dunkeln bei 100 km/h war absoluter Wahnsinn ...

Deshalb fahre ich lieber mit dem Rad. Das ist ungefährlicher. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'664 Beiträge · seit 201226. Okt. 2013 · #20
Nachtfahrten:
Wer kein geschultes Auge für Wild hat, sollte nachts nicht fahren.
Wildschweine sieht man im hohen Gras neben der Straße nicht, sie kreuzen unberechenbar. Das aber auch tagsüber.
Ein Volltreffer mit Wildschwein ist wie ein Fels, und endet normalerweise als Totalschaden, genauso, wenn ein Kudu auf der Haube landet kann so ein Unfall für Fahrer und Beifahrer tödlich enden.
Kudus drehen oftmals im letzten Moment zurück und landen vor dem Auto. Man kann sich nicht darauf verlassen, daß sie die Fluchtrichtung beibehalten.
Oryx rennen plötzlich los in Richtung Straße, hier kann man wenigstens berechnen so sie weit genug von der Straße stehen.
Was die meisten nicht beachten oder wissen:
Besonders wenn es im Lande trocken ist, gibt es entlang der Straßen häufig noch Gras, daher konzentriert das Wild sich nachts hier.
zuletzt bearbeitet 26. Okt. 2013