Afrika-Souvenire die keiner will

30 Antworten · 7'407 Aufrufe · gestartet 18. Juli 2013 von Guido.
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ThemenstarterGast18. Juli 2013 · #1
Hallo,

ich hatte dieses Jahr bei der Auswahl eines geeignetes Afrika-Souvenirs wohl im Regal daneben gegriffen und mir etwas Spezielles mitgebracht: Fieber, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen - alles ein paar Tage nach der Heimreise bekommen. Eigentlich war ich überzeugt, nun auch mal eine ordinäre Malaria abgefasst zu haben. Ich habe dann nach 4 Tagen im örtlichen Krankenhaus angerufen und gefragt, ob die auch einen Malariatest machen können. Man klang recht überfordert am Telefon und ich bin dann lieber gleich zum Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg gefahren (ist nicht weit von hier). Neben den genannten Symptomen hatte ich noch eine unschön aussehende Biss-/Stichstelle in er linken Kniekehle und in der unteren Leiste auf der Seite heftig geschwollene Lymphknoten. Dem habe ich aber irgendwie keine Bedeutung beigemessen und war auf Malaria fixiert. Beim Bernhard-Nocht-Institut hat man noch ein leichtes Exanthem am Rücken festgestellt. Es haben sich dann mehrere Ärzte damit befasst und Zeckenrückfallfieber als Diagnose ausgewürfelt.

Die Zecken sind wohl winzig und pumpen sich nicht so mit Blut auf, wie das heimische Zecken machen. Daher bekommt man vom Zeckenbiss häufig nichts mit. Laut Wikipedia hat Zeckenrückfallfieber unbehandelt 20% Todesquote. Ich habe keine Ahnung, würde da aber 3 Fragezeichen hinter setzen.

Wie auch immer: Das wurde 14 Tage lang mit 200mg Doxycyclin täglich beworfen und dann war es gut. In der Summe alles völlig undramatisch abgelaufen.

Woran ich damit auch im Kontext einiger anderer Threads nur noch mal erinnern will: Man kann sich im Vorfeld über viele Krankheitsrisiken und Vorbeugungsmaßnahmen den Kopf zerbrechen. Alles kann man nicht ausschließen und so einiges wird man gar nicht auf dem Radar haben. Von Zeckenrückfallfieber hatte zumindest ich noch nie etwas gehört. Am wichtigsten ist meines Erachtens im Nachhinein bei Symptomen möglichst schnell die richtige Diagnose zu bekommen. Vieles wie Zeckenrückfallfieber aber auch eine Malaria ist heute - sofern rechtzeitig erkannt - in der Regel gut behandelbar und heilbar. Leider sind die Symptome meistens nicht so eindeutig und hässlich wird es immer dann, wenn man wochenlang die falsche Diagnose und somit die falsche Behandlung hat (universell und gern genommen: Grippe).

Ich habe mal schnell gegoogelt, ob ich noch irgendwelche weitere Informationen und insbesondere eine Verbreitungskarte finde. Aber der einzige Treffer war auf die Schnelle eine Karte aus einem WHO-Report von 1989. Ist also steinalt und von daher nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Das Verbreitungsgebiet könnte heute völlig anders aussehen.
http://www.ciesin.org/docs/001-613/map23.gif

Nur zur richtigen Einordnung: Ich bin kein Hypochonder. Abgesehen vom Hautarzt, der mich wegen Hautkrebsneigung sukzessive zu einem löchrigen Edamer umbaut, gehe ich sonst vielleicht alle 5 Jahre mal zum Arzt. Untersuchung und die Laboranalysen im Bernhard-Nocht-Institut haben übrigens rund 250 EUR gekostet.

Beste Grüße

Guido
1'271 Beiträge · seit 200718. Juli 2013 · #2
Hallo Guido,

danke für die Information. Ist das im Englischen unter "Tick-Bite-Fever" bekannte?

Das hat sich meine Mama bei unserer letzten Reise nach Südafrika eingefangen und es ging ihr schon in unserem Urlaub (beim Flug von Durban nach Kapstadt) sehr schlecht. Wir sind dann in Kapstadt in eine Klinik und sie ist mit Antibiotika behandelt worden (weiß aber nicht mehr, welches Antibiotikum).
Es ging ihr zum Glück dann recht schnell wieder besser, so dass sie den Kapstadtaufenthalt noch genießen konnte. Aber der Stich, den sie auch gar nicht bemerkt oder eine Zecke gefunden hatte, war noch Wochen danach sehr sichtbar.

Wie Du schon sagst, ist es wichtig, nach dem Urlaub sehr vorsichtig zu sein, wenn irgendwelche Krankheitssymptome auftreten und immer noch an den Urlaub zu denken. Denn manchmal bringt man sich halt eine blödes Souvenir mit und es ist nicht aus Holz.

Schöne Grüße aus dem Frankenland,

Nicole
Reisebericht Tansania 2010 Reisebericht Südafrika 2011 Reisebericht Uganda 2012 Reisebericht Kenia 2013
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
ThemenstarterGast18. Juli 2013 · #4
Hallo,
AfricaDirect schrieb:danke für die Information. Ist das im Englischen unter "Tick-Bite-Fever" bekannte?
Die korrekte Übersetzung scheint "Tick-borne relapsing fever" zu sein. Ob "Tick-Bite-Fever" eine umgangssprachliche Kurzform ist, weiß ich nicht - bin kein Arzt. Es gibt auf jeden Fall noch ein paar andere "Fieberkrankheiten", die durch Zeckenbisse übertragen werden können und ähnliche Symptome auslösen können (eben primär erst einmal Fieber)

Beste Grüße

Guido
7'296 Beiträge · seit 200618. Juli 2013 · #5
Guido. schrieb:Man kann sich im Vorfeld über viele Krankheitsrisiken und Vorbeugungsmaßnahmen den Kopf zerbrechen. Alles kann man nicht ausschließen und so einiges wird man gar nicht auf dem Radar haben. Von Zeckenrückfallfieber hatte zumindest ich noch nie etwas gehört. Am wichtigsten ist meines Erachtens im Nachhinein bei Symptomen möglichst schnell die richtige Diagnose zu bekommen.
... und die kann man von einem Hausarzt oder der nächstbesten Klinik nicht erwarten. Da ist es schon sinnvoll, sich zu Fachleuten zu begeben, wie Du es getan hast.

Ich habe mir vor Jahren mal ein kleines Buch über Gesundheitsgefahren in Afrika gekauft. Nicht, weil ich Angst hatte, sondern, weil ich neugierig war, was es so alles gibt und wie sich manche Dinge evtl. ganz einfach vermeiden lassen.
Wenn sich irgendwelche Unregelmäßigkeiten einstellen, kann ich evtl. die Ursache erkennen und besser einschätzen, ob das jetzt noch etwas Zeit hat oder ich sehr schnell zum nächsten Arzt muss und vielleicht komme ich auch mal auf die Idee, auf einen bestimmten Test zu bestehen.
Ich muss dazusagen, dass mich das Buch im Verhalten nicht verändert hat. Ich kenne jetzt jede Menge Krankheiten, die sich z.B. durch Stechmücken u.ä. übertragen und ich bin genauso leichtsinnig wie vorher. Keine langen Klamotten, keine Mückenmittel.
Man wird durch das Lesen eines solchen Buches also nicht zwangsläufig zu einem Angsthasen, der sich nun gegen alles schützen will, was es irgendwo gibt. Ich kenne nun aber ansatzweise das Risiko, dem ich mich aussetze ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
3'700 Beiträge · seit 200918. Juli 2013 · #6
Hallo Guido,

vielen Dank für diese Info. Das ist genau der Grund, warum ich (vertrage Doxy sehr gut) 1. Doxy immer mitführe und 2. es auch als Malariaprophylaxe einsetze - nach Rücksprache mit meinen Ärzten!

In Bots hat mich dieses Jahr auch eine Zecke erwischt und ich habe Doxy als Notfallmedikation eingesetzt. Die Einstichstelle hat mehrere Tage sehr weh getan und war druckempfindlich.

Zecken können u. a. auch Rickettsien übertragen. Diese Bakterien lösen das Fleckfieber aus. Ein mir bekanntes Fomi ist nach Zeckenbiss mehrere Jahre unerkannt damit infiziert gewesen.

Auch Tsetse-Fliegen-Stiche können sich durch Bakterien auf das Übelste infizieren. Dem beuge ich in tropischen Gebieten vor, in dem ich niedrig dosiert Doxy (weil eh eine Malariaprophylaxe empfohlen ist) einnehme. Bin unter Doxy nicht lichtempfindlich!

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
277 Beiträge · seit 201318. Juli 2013 · #7
Butterblume schrieb:Hallo Guido,

vielen Dank für diese Info. Das ist genau der Grund, warum ich (vertrage Doxy sehr gut) 1. Doxy immer mitführe und 2. es auch als Malariaprophylaxe einsetze - nach Rücksprache mit meinen Ärzten!
Hatte das auch mal als Malaria-Prophylaxe und würde es nie wieder nehmen.
Bei mir hat es ziemlich auf den Magen geschlagen und ich hatte die von Dir beschriebene Photosensibilität, sodass ich beim Mopedfahren mit Kissenüberzügen um den Armen fahren musste. 😉


Da lobe ich mir Malarone, da hatte ich noch nie irgendwelche Probleme.
Aber Doxy habe ich trotzdem auch immer in der Reiseapotheke. 🙂
3'700 Beiträge · seit 200918. Juli 2013 · #8
Hallo Fittken,
Hatte das auch mal als Malaria-Prophylaxe und würde es nie wieder nehmen.
Deshalb schrieb ich ja fett, dass ich es gut vertrage. Und ich bin froh drum! Auch mein Mann verträgt Doxy gut.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
7'296 Beiträge · seit 200618. Juli 2013 · #9
fittken schrieb:
Bei mir hat es ziemlich auf den Magen geschlagen und ich hatte die von Dir beschriebene Photosensibilität, sodass ich beim Mopedfahren mit Kissenüberzügen um den Armen fahren musste. 😉
... man sollte ja wegen der Folgen evtl. Stürze ohnehin nicht kurzärmelig auf motorisierten Zweirädern (außer Mofas mit 25 km/h) sitzen.
Aber mit Kissenüberzügen ... da hast Du bestimmt 'nen Designerpreis gewonnen. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
277 Beiträge · seit 201318. Juli 2013 · #10
Butterblume schrieb:Hallo Fittken,
Hatte das auch mal als Malaria-Prophylaxe und würde es nie wieder nehmen.
Deshalb schrieb ich ja fett, dass ich es gut vertrage. Und ich bin froh drum! Auch mein Mann verträgt Doxy gut.

Herzliche Grüße
Marina
Ja klar, wenn man es gut verträgt, spricht nix dagegen. Außer Resistenzentwicklung. 😉
BikeAfrica schrieb:
... man sollte ja wegen der Folgen evtl. Stürze ohnehin nicht kurzärmelig auf motorisierten Zweirädern (außer Mofas mit 25 km/h) sitzen.
Aber mit Kissenüberzügen ... da hast Du bestimmt 'nen Designerpreis gewonnen. 😉

Ich war jung und hatte als langärmelige Variante nur einen Pullover im Gepäck. 😉
Gast18. Juli 2013 · #11
Hallo, ich nehme an, dass das, was vulgo tick bite fever genannt wird, das hier beschriebene Zeckenrückfallfieber ist. Nach dem beschrieben Verlauf hört es sich so an.

Wir haben uns das alle ca. 1975 an der Küste in Mozambique eingefangen, an einem Platz an dem wir schon öfters waren. Zecken waren dort und anderswo immer präsent, aber in diesem Jahr offensichtlich befallen. Bei mir ist es Gott sei Dank etwas verzögert ausgebrochen, so dass ich noch halbwegs fahrfähig war und uns in einer Gewalttour heim nach Pretoria bringen konnte. Unser Arzt hat wegen der entzündeten Zeckenbisse tick bite fever konstatiert, vorsorglich auf Malaria kontrolliert und das war‘s. Behandelt wurde nicht, wohl beobachtet ob und wie wir das Fieber verkraften. Der Arzt sagte, dass man so auch eine gewisse Resistenz aufbaut.
Vermutlich ist das in manchen (Küsten?)-Regionen eher häufig. Dort Lebende haben wahrscheinlich schon damit Bekanntschaft gemacht und könnten mehr dazu sagen (Maddy?)
Grüße Werner
PS. In meiner Region sind die Zecken ungleich häufiger mit Borrelien befallen als mit dem FSME-Erreger, „Schwammerlsuchen“ kann gefährlich werden.
2'167 Beiträge · seit 200918. Juli 2013 · #12
Hallo Guido und alle anderen interessierten,

Also von 'Tick-borne relapsing Fever' hab ich noch nie gehoert. Ein bisschen googlen sagt mir, dass das auch nicht dasselbe ist wie 'Tick-bite fever'. Das relapsing fever wird ausgeloest von der Bakterie Borrelia, und kommt und geht - ist eben 'relapsing'. Das 'normale' und in Suedafrika haefige tick-bite fever kommt von der Bakterie Rickettsia.

Werner, ich denke mit den Kuestengegenden hat das weniger zu tun als mit Wildgebieten, Grassland mit Rinderherden etc.
Ich hatte das Zeckenfieber schon oefters, zweimal in Johannesburg eingefangen, ein paarmal im Bushveld (Hoedspruit gegend), und noch nie von hier, aber Colin hats letztes Jahr mal erwischt. Mittlerweile kenne ich meinen Koerper und erkenne die Symptome so gut, dass man schnellstens was dagegen tun kann. Die Diagnose ist natuerlich noch einfacher, wenn man den Zeck gesehen oder den Biss gefunden hat. Je frueher die Behandlung mit Doxycycline anfaengt, desto schneller und milder verlaeuft die Krankheit.

Wer viel wandert oder botanisiert ist natuerlich besonders anfaellig. Man kann sich aber ein bisschen davor schuetzen, wenn man die Beine, Hals und Schultern und die Guertellinie mit Peaceful Sleep einsprueht bevor man ins Veld geht, das moegen die naemlich ueberhaupt nicht!.

Bei Fieber und Kopfschmerzen ist erster Gedanke immer an Tick-bite Fever, der zweite an GRippe, und erst der dritte an Malaria, obwohl wir in einer angeblichen low-risk area leben.

Gruss aus dem sehr nassen Sodwana Bay
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
1'674 Beiträge · seit 201218. Juli 2013 · #13
Hallo,

Ich weiß nicht, ob es zwischen einer Borreliose, die man sich in unseren Gebieten durch Zeckenbisse zuziehen kann und dem hier beschriebenen Tick-bite-Fever einen Unterschied gibt.
Falls nicht sollte man Doxy (natürlich nach vorheriger ärztlicher Verordnung) für mind. 3 Wochen nehmen.
Ich musste es sogar über 9,5 Wochen nehmen und bin noch immer nicht komplett beschwerdefrei. (Hatte mir in Deutschland eine Boreliose eingefangen). Also nicht auf die leichte Schulter nehmen, die Borelien sind die reinsten Untergrundkämpfer.

Liebe Grüße
Dagmar
Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Zu den Reiseberichten: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/292334-take-off-unterwegs-in-afrika.html#471572
136 Beiträge · seit 201119. Juli 2013 · #14
Hi.
Ein sehr interessantes Thema für uns. Hier einmal unsere Erfahrungen dazu.
Wir waren im Mai im KNP und haben dort ua wilderness trails gemacht.
Zufälligerweise sind meine Frau und ich dann am gleichen Morgen mit gleichen Symptomen aufgewacht.
Geschwollener Leistenlymphknoten (wir beide je 1 Seite) und etwas "schlapp".
Wir fanden auch bei jedem eine kleine Stelle(Wahrscheinlich Bissstelle ) im Hüftbereich , die sich dann auch entzündete.
Abends dann müde und früher als sonst ins Bett.
Der Ranger meinte tick bite fever. Nach 2-3 Tagen wurde es besser, allerdings blieb die Lymphknotenschwellung.
Da wir dann leider auch schon nach Hause flogen, gingen wir hier zum Hausarzt.
Da "Tropenkrankheiten" aber etwas speziell sind, war eine Diagnose nicht einfach. Unser HA nahm Blut ab und untersucht auf ihm bekannte Werte, auch Hlife anderer Ärzte wurde beansprucht.
Allerdings gab es kein Ergebnis und wollten uns ans Tropeninstitut Hamburg wenden.
Ein Anruf dort hatte auch wenig Erfolg, da man uns als Privatperson keine Auskunft geben wollte.
Also musste jeder weitere Kontakt über unseren HA erfolgen und wir erhielten die abschliessende Diagnose:
Rickettsiose.
Uns wurde ein Antibiotikum verschrieben und jetzt würde ich sagen, daß alles wieder ok ist.
Allerdings haben wir beide noch die "Bissstelle" , welche auch wirklich behandelt werden musste und nun vernarbt ist.
Wünsche allen Weiter schöne Reisen ohne solche Souvenire.
Schönen Tag
Seber
http://www.flugstatistik.de
2'167 Beiträge · seit 200919. Juli 2013 · #15
Hallo Seber,
Seber schrieb:
Also musste jeder weitere Kontakt über unseren HA erfolgen und wir erhielten die abschliessende Diagnose:
Rickettsiose.
...und das hatte dir der Ranger ja schon gesagt. 😉
Ja, wenn diese Krankheiten dann mal in Europa sind wirds ganz schoen kompliziert! Hier ist das alles viel einfacher!
Wenn solch recht eindeutige Symptome wie Lymphknotenschwellung und eine sichtbare Bisstelle schon in Suedafrika erkannt werden, waere es einfacher mal schnell hier zu einem Arzt zu gehen. Je schneller die Behandlung anfaengt, desto schneller ist das alles wieder vorbei.

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
2'048 Beiträge · seit 200719. Juli 2013 · #16
Hallo Guido,
die Erreger der Zeckenrückfallfieber sind verschiedene Borrelienarten. Regional ganz unterschiedlich und regional auch mit teilweise unterschiedlichen Namen. Ich glaube, weltweit gibt es da mehr als ein Dutzend verschiedene Arten, die beim Menschen Probleme machen. Überträger können teilweise auch andere blutsaugende Parasiten sein.
Das ist die gleiche Familie aber sie haben alle nichts mit unserer Borrelia Burgdorferi zu tun, die bei uns die Borreliose überträgt (die in USA Lyme-Krankheit heißt).

Im südlichen Afrika ist das vor allem eine Zeckenart, die dies überträgt. Doxycyclin hilft, darf aber nur Erwachsenen und nicht schwangeren gegeben werden. Tetracycline helfen auch.Manche andere Antibiotika beseitigen die Erreger nicht vollständig.

Die von Seber beschriebene Rickettsiose ist auch so eine ganze Familie von Erregern. Rickettsia afrika ist in Südafrika sehr weit verbreitet und wird auch als "tick bite fever" bezeichnet. Auch hier ist wieder die Antibiotikatherapie mit Tetracyclinen oder Doxycyclin richtig. Die Unterscheidung erfolgt im Bluttest oder aus Erfahrung, welche Zecken / Erreger wo vorkommen

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
2'048 Beiträge · seit 200719. Juli 2013 · #17
Hallo Maddy,
HA hier wie dort arbeiten nach dem Prinzip: häufiges ist häufig. Und dafür wird getestet.
Reckettsien können auch von den heimischen Zecken übertragen werden, aber es fehlt der Spenderpool bei dem die Zecken infiziert werden können.
Für Fachleute interessant ist, dass eine afrikanische Borrelieninfektion, obwohl mit unserer Borreliose gar nicht zu tun, den Borrelientest hier falsch positiv ausfallen lassen kann.
Da die Therapie erstmal die gleiche ist, ist das für den Patienten nicht so schwierig. Aber an Rickettsien denkt hier sicher kein normaler Hausarzt.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Gast19. Juli 2013 · #18
Danke Jaw, das ist sehr interessant. Kann ein lange zurückliegendes (nicht mit AB behandeltes) tick bite fever auch noch 35 Jahre später ein falsch positives Borreliosetestergebnis verursachen?
Grüße Werner
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
277 Beiträge · seit 201319. Juli 2013 · #19
wernerbauer schrieb: Kann ein lange zurückliegendes (nicht mit AB behandeltes) tick bite fever auch noch 35 Jahre später ein falsch positives Borreliosetestergebnis verursachen?
Ja, die sogenannten ,,Seronarben", also Antikörper können durchaus lebenslang bleiben, was oftmals die Interpretation solcher Laborwerte erschwert.
Gast19. Juli 2013 · #20
Danke Fittken, würde das dann IGM positiv verursachen oder IGG?
Grüße Werner