Windhoek: Raubüberfälle

44 Antworten · 8'895 Aufrufe · gestartet 27. Juni 2013 von Leon
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Themenstarter23 Beiträge · seit 201327. Juni 2013 · #1
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Hallo Forums-Mitglieder,

vorab vielen Dank für Eure wertvollen Forumsbeiträge, die ich vor meiner 1. Namibia-Reise lesen durfte.

Hier eine kurze Schilderung eines Vorfalls in Windhoek, der aber nicht überwertet werden sollte ... und mich nicht abhalten wird, zukünftig wieder nach Namibia zu reisen:

Meine Freundin und ich waren 16 - wundervolle - Tage auf der "Standardroute" in Namibia unterwegs.

Am letzten Tag (= So, 16.06.2013) vor dem Rückflug nach FRA bin ich gegen 14:30 Uhr zu unserem letzten Hotel in Klein-Windhoek gefahren. Das Tor stand nur zu 1/5 offen. Ich bin deshalb ausgestiegen ... Motor läuft ... ich habe - routinemäßig wie es mir meine brasilianischen Freunde in Rio/Sao Paulo beigebracht haben - alle Türen verriegelt ... allerdings waren beide Fenster der vorderen Türen ca. 10 cm wegen der großen Hitze geöffnet (= mein Fehler Nr. 1) ... meine Freundin wartete auf dem Beifahrersitz (= mein Fehler Nr. 2) ... und bin zur Rezeption reingegangen, statt anzurufen (= mein Fehler Nr. 3) ... das Gespräch mit der Rezeption dauerte ca. 2 Minuten.
Während dieser Zeit sind 2 Typen aus einem Auto gesprungen (ein Dritter wartete im Auto der Marke Corolla, weiß) und haben versucht, meiner Freundin auf der Beifahrerseite durch das Fenster ihre Handtasche wegzureissen (das ist nicht gelungen: welche Frau gibt schon freiwillig ihre Handtasche auf ... sie war völlig geschockt ... hatte die Handtasche umgehängt ... hätte böse enden können) ... und haben - erfolgreich - auf der Fahrertüre eine kleine Tasche entwendet (incl. meinem Pass, Personalausweis, Führerschein, Kreditkarten, Handy) ... ich hab sonst immer 2 Brust- bzw. Gürteltaschen dabei, also nie alle Dokumente in einer Tasche "gebündelt"; nur für ca. 30 min hatte ich alles in eine Tasche gesteckt (= mein Fehler Nr. 4). Die Tasche hatte ich blöderweise zwischen der Lehnen der Vordersitze abgelegt und wegen der Toröffnungsaktion nicht mitgenommen (= mein Fehler Nr. 5) ... alles weg.

Die Sperrung der Kreditkarten (ich hatte die Sperr-Telefonnummern schlauerweise auf meinem - geklauten - Handy vermerkt (= mein Fehler Nr. 6 ... zum Glück hatten die drei netten Burschen kein Interesse an meinem iPAD, das ich als NAVI unter die Windschutzscheibe geklemmt hatte und mit dem iPhone synchronisiert war), die Kommunikation mit den Police-Officers, das (handschriftliche) Protokoll in der Polizeistation, die Ersatzbeschaffung meines Passes bei der - sehr hilfreichen - Botschaft, neues Passbild, usw. hat von 14:50 Uhr am Sonntag bis zum nächsten Vormittag 10:30 Uhr gedauert ... eine logistische Herausforderung, da der Rückflug über Joburg um 11 Uhr startete.


Warum schreibe ich das hier im Forum?

Vielleicht könnt Ihr einige meiner Fehler vermeiden.

1. "Notfalltaschen" auf jeden Koffer verteilen (mit allen Daten, Heimatadressen, Sperrnummern, Ersatzdokumenten in Papierform, Ersatzschlüsseln, Passfotos; € 200 und $ 200 cash). Unten findet Ihr eine Checkliste

2. Nicht an den Tankstellen in Windhoek anhalten: Die 2 - sehr netten, aber genauso hilflosen - Police-Officers meinten, dass sich die Täter darauf spezialisiert haben - vorwiegend am Wochenende - Touri-Fahrzeuge an Tankstellen abzupassen und bis zum Hotel oder Supermarkt zu verfolgen und dann auszurauben. Das nächste Mal gebe ich das Auto mit halbleeren Tank an der Mietstation ab.

3. Für Namibia-Anfänger: Windhoek kann man - optisch betrachtet - "in der Pfeife rauchen" ... deshalb Gas geben und durch fahren ... und das Land genießen.

4. Von der Aussage "Das Land A ist ziemlich sicher ... viel sicherer als das Land B" kann man sich gar nichts kaufen, wenn es einen persönlich erwischt hat ... also besser nicht subjektiv gefärbte Sicherheitswarnungen "posten". Ich hatte den Corolla vermutlich 2-mal im Augenwinkel gesehen .. und bin dann nicht - wie ich es in Brasilien getan hätte - sofort bei roten Ampeln zur nächst Polizeistation gefahren ... "Namibia ist ja soooooo sicher" ...


Wir reisen sicher wieder nach Namibia ... uns haben eigentlich am besten die ... sympathischen, offenen ... Menschen gefallen, mit denen man richtig Gaudi haben kann ... klasse Humor ... naja bis auf so 3 Typen ... aber die gibt es auch bei mir vor der Haustüre hier in Schwabing.

So ... jetzt steht erst mal Shanghai und nächstes Jahr Myanmar an ...

Euer Leon

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Notfallliste (Bearbeitungsstand: 30.06.2013)

Diese Liste/Dokumente sollte in einer – wasserfesten - Tasche/Beutel in jedem Koffer/Tasche (z.B. hinter dem Innenfutter mit Tape an der Kofferschale befestigt) verwahrt werden.
Zusätzlich sollte diese Liste (mit allen Dokumenten) gescannt, in einer „Cloud“ und/oder auf USB-Stick und/oder Server (Zuhause) gespeichert sowie bei einer Vertrauensperson (die man im Notfall um Hilfe/Sperrung bitten kann) hinterlegt werden.


Von allen Kreditkarten und EC-Karten notieren:
  • Kartennummer (bei LH-Karten auch die LH-Mitgliedsnummer); Gültigkeitsdauer
  • Sperrtelefonnummer (aus In- und Ausland; mit internationaler Vorwahl): oft sind die Nummern nicht mehr aktuell; besser vorher testen; nur bei AE erreicht man einen realen Sachbearbeiter, ansonsten muss man die Daten über ein EDV-System durch die Telefontasten eingeben. Manche Sperrnummern musste ich über 30 mal anrufen, bis eine Leitung frei war (das kann Stunden dauern und den Mißbrauch der Karten erleichtern).
  • Mail-Adresse der Kartenanbieter: bei einigen KK-Anbietern hat es bis zu 6 Stunden gedauert, bis die Telefonleitung frei war; ich hab dann die Sperrung per Mail mitgeteilt.
  • Bank, BLZ, Kontonummer der Hausbank, von der abgebucht wird: Telefonnummer, Faxnummer, E-Mail-Adresse des Sachbearbeiters der Hausbank notieren, da die Sperrung über die Hausbank u.U. schneller geht als über die Telefonautomaten der KK-Anbieter
  • Sperrnummer für SIM-Karte des Mobilphones und eigene Handynummer notieren

    Kopien anfertigen von:
      • Pass
      • Personalausweis
      • Führerschein (national und international)
      • Impfausweis
      • Reisevoucher
      • Flugticket
      • Kontaktdaten der deutschen Auslandsvertretung im jeweiligen Reiseland
        • Krankenversicherung im Ausland mit Mitgliedsnummer
        • eventuelle Vorerkrankungen und Medikationen
        • Medikamentenunverträglichkeiten / Allergien
        • Name & Kontaktdaten des Hausarztes
        • Notbedarf für lebenswichtige Medikamente
        • Anschrift (incl. Mailadresse) und Versicherungsnummer der Reisegepäckversicherung, Hausratversicherung, Handy-Versicherung, Teilkaskoversicherung: Als Geschädigter muss man den eingetretenen Schaden oft innerhalb von 2-3 Tagen der Versicherung melden. Bei längeren Reisen würde ich das nicht erst nach Rückkehr vom Urlaub, sondern noch während der Reise tun.
        • 2 Passbilder für Ersatzpass
        • Visitenkarten
        • Kontaktadressen und Telefonnummern von Ansprechpartnern Zuhause
        • $ 200 + € 200 „cash“ Die Geldbeschaffung im Ausland ist schwierig und erfordert immer eine Legitimation (schwierig, wenn der Pass erst neu beschafft werden muss).
            • Falls vorhanden, kann mein ein altes Handy als Ersatzgerät einpacken. Dazu eine SIM-Zweit-Karte mitnehmen.
            • Ersatzschlüssel für die Wohnung Zuhause.
            • Zweitschlüssel für den Pkw
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2013
98 Beiträge · seit 201327. Juni 2013 · #2
Hallo Leon,

wieso postest du deinen Beitrag noch einmal?

Sabine
7'296 Beiträge · seit 200627. Juni 2013 · #3
Hallo Leon,

vielen Dank für das Berichten Deiner Erfahrungen und der Einsicht, durch eigene Fehler die Möglichkeit geschaffen zu haben. Das mag andere Reisende vielleicht genauer hinschauen lassen.

Nur die Überschrift "Raubüberfälle" passt nicht so ganz. Für mich war das "nur" ein Diebstahl.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter23 Beiträge · seit 201327. Juni 2013 · #4
Hi Wolfgang,

mir ging es nicht darum, präzise einestrafrechtliche Würdigung vorzunehmen. Die beiden Officers haben berichtet, dass in Windhoek zwischenzeitlich massive Gewalt unter Einsatz von Waffen angewandt wird ... bei 50% Arbeitslosigkeit kein Wunder.

Bei meiner Freundin wurde mit körperlicher Gewalt versucht ... gefühlte 2 Minuten ... die Handtasche wegzureissen ... die Burschen haben nicht locker gelassen ... Waffen hat sie nicht gesehen ... ihr Hals war schon an der Fensterkante eingeklemmt. Nenn es, wie Du willst. Egal ... ich wollte eigentlich nur auf die Sicherheitslage hinweisen. Im Hotel waren sie total "platt" und blass im Gesicht: "Ach mein Gott ... jetzt passiert das auch schon hier bei uns oben".

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Hi Sabine,

ich kenn mich mit den Forum-Kategorien nicht aus ... deshalb hab ich auch unter "Routen" gepostet

Leon
167 Beiträge · seit 200928. Juni 2013 · #5
Hallo Leon,

tut mir echt leid für Euch! Hoffentlich hat Deine Freundin alles einigermaßen gut verarbeitet. Das muss ganz schön fies gewesen sein, so ganz allein im verriegelten Auto. Und die Jungs müssen es ja mit (fast) allen Mitteln probiert haben an etwas dran zu kommen.

Danke für das Posten und Deine Sicherheitstips.

VG
Ruaha
Themenstarter23 Beiträge · seit 201328. Juni 2013 · #6
Hi Ruaha,

eines ist sicher: Ich werde keine Frau mehr in einem Auto ... bei der Tanke oder Pinkeln oder Parken vor der Bank ... zurücklassen ... das war ein großer Denkfehler ... und eigentlicher Grund für mein Posting.

Meiner Freundin geht es gut ... naja ... träumt von Namibia ... und einer schwarzen Hand, die durchs Fenster greift ... Wir planen schon wieder eine Reise nach Namibia ... ich konnte den Schmarrn mit dem Namibia-Fieber erst nicht verstehen ... und schon hat es uns erwischt.

Glück auf Deinen Wegen.

Leon
7'296 Beiträge · seit 200628. Juni 2013 · #7
Leon schrieb:
Meiner Freundin geht es gut ... naja ... träumt von Namibia ... und einer schwarzen Hand, die durchs Fenster greift ...
... fürs Selbstbewusstsein war es sicherlich sehr gut, dass sie ihre Handtasche behaupten konnte.

Ich kenne die Situation. In Zambia habe ich mir mal mein bereits geklautes Portemonnaie zurückgeholt. Da waren umgerechnet nur 20 Euro und weder Karten noch Papiere drin, aber mir ging es ums Prinzip.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter23 Beiträge · seit 201328. Juni 2013 · #8
Servus Wolfgang,

scheinbar bist Du - wie ich - auch von Geburt an Neandertaler 🙂

Wenn ich die Typen noch erwischt hätte, wären bei mir wahrscheinlich auch die Sicherungen durchgebrannt ... mit vermutlich negativen Konsequenzen
... aber wenn der Neandertaler im "Beschützer"-Modus mal ganz "prinzipiell" tacktet ... ja dann ... schaltet die Ratio - leider - komplett aus.

Schau auf Dich ... und bleib cool.

Leon
7'296 Beiträge · seit 200628. Juni 2013 · #9
Leon schrieb:Wenn ich die Typen noch erwischt hätte, wären bei mir wahrscheinlich auch die Sicherungen durchgebrannt ... mit vermutlich negativen Konsequenzen
... das hätte auch bei mir gut passieren können. Das waren 5-6 Typen und der größte von denen war 'nen Kopf größer als ich und auch ziemlich massiv. Gegen den alleine hätte ich normalerweise schon keine Chance gehabt.

In der Situation gab es einen bislang nicht gekannten Adrenalinausstoß und die waren davon offenbar so überrascht, dass ich das Portemonnaie wieder zurück bekam. Eine einheimische Frau hat sich dann wie 'ne gute Bekannte bei mir eingehakt, mich wegbugsiert und mir erzählt, was ich da eigentlich gerade getan hatte. Manchmal tut man Dinge, die man unter normalen Umständen oder als Unbeteiligter mit Abstand als völlig verrückt bezeichnen würde.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
4'140 Beiträge · seit 200928. Juni 2013 · #10
Hallo Leon,,
bei meinem ersten Besuch 1998 in Namibia wurden uns aus dem Auto zwei Taschen geklaut. Da waren ausgerechnet die Filme drin! (Digital-Fotos gab es noch nicht.) Es war ebenfalls mein Fehler: Auto in der Independence-Avenue nach 18.00 Uhr abgestellt, während wir zum Essen gingen. Trotzdem oder gerade deswegen, weil ich nur wenig Bilder mit nach Hause brachte, bin ich seit dieser Zeit jedes Jahr in Namibia gewesen.
Aber vielen Dank für deinen Post, er hilft sicher vielen Namibiafahrern, Ähnliches zu vermeiden, zumal die Kriminalität in den letzten 10 Jahren leider sehr zugenommen hat.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
306 Beiträge · seit 201028. Juni 2013 · #11
Schade, aber leider kann dass uberal in die Welt passieren!

TIP alle documenten in dein Email!!!! Hast von alles ein kopie.
Schöne Grüssen aus Kyalami Annemieke
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2013
425 Beiträge · seit 200728. Juni 2013 · #12
Hallo,

so etwas ist natürlich ärgerlich un hinterlässt ein ungutes Gefühl. 🤨
Ich bin zwar auch der Meinung, dass es überall auf der Welt passieren kann, bin aber ebenso beunruhigt, da ich erkenne, dass sich solche Fälle häufen.
Wenn ich bedenke, wie naiv ich mich vor Jahren noch in Namibia verhalten habe. 😕
Übernachten auf einem Picknickplatz auf der B1 oder auf dem Weg zum Flughafen ist nur ein Beispiel, was ich nun nicht mehr wagen würde.

In diesem Zusammenhang gleich mal noch zwei Fragen.

Ist das Parken z.B. im Parkhaus bei Wernhill als sicher zu bezeichnen?
Wo kann ich in Swakopmund (keine Übernachtung) sicher parken? Gibt's da was bewachtes? Ich gehe jetzt mal davonaus, dass die "Parkwächter" am Straßenrand nicht unbedingt ne Garantie sind. 😉

Danke
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch
709 Beiträge · seit 201128. Juni 2013 · #13
Hi,

totale Sicherheit gibt es nicht.

Was ich nicht verstehe, wie jemand durch einen 10cm Fensterspalt mit einer Hand bzw Arm soweit in ein KFZ fassen kann um z.B. die Tasche zwischen den Lehnen der Vordersitze zu erreichen. Ich habs mal ebend bei unserem Frontera ausprobiert, meine Arme sind wohl zu dick und zu kurz. Und war die Klima defekt?

Und warum soll man als Reisender WDH meiden? Kulturhistorisch gibt's doch einiges zu sehen.

Es hängt evtl oft etwas vom eigenem Verhalten ab, ob man als potentielles Opfer wahrgenommen wird.

Meine Frau hat keine Handtasche im Urlaub mit, sondern Gürteltasche, Safariweste und Tagesrucksack.

Auf unseren vielen Reisen hatten wir noch keine Probleme dieser Art. Vereinsmitglieder sind jedoch schon in Marseille und an der franz. Autobahntankstelle beraubt worden.
In unserem Heimatort (>500T Einwohner) sind uns schon unser damaliger Trabant nach der Wende zigmal aufgebrochen wurden um Sprit zu stehlen oder das kpl. Fahrzeug (klappte nicht, hatte einen Zusatzhauptschalter), ein Subaru war 6 Wochen weg, der Jeep XJ, 4x4-Iveco und der Tucson4WD wurden aufgebrochen. Unsere Verwandten sind mal mit Wowa nach PL gefahren, alle haben gewarnt vor PL. In PL war alles bestens. Als sie in D zurückwaren, war hier versucht worden in ihr Haus einzubrechen...

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 28. Juni 2013
Gast28. Juni 2013 · #14
Hallo,
Stephan M schrieb:Ich gehe jetzt mal davonaus, dass die "Parkwächter" am Straßenrand nicht unbedingt ne Garantie sind. 😉
Es gab Einzelfälle, in denen offenbar die (falschen) Parkwächter die Diebe waren, aber das ist wohl die absolute Ausnahme und Parkwächter sind mit Abstand die beste Option. Was wir in Städten (auch an "Brennpunkten" in Südeuropa) immer machen: Wir lassen beim Aussteigen das (leere) Handschuhfach und ggf. das Fach unter der Mittelarmlehne demonstrativ offen stehen. Wie alles andere auch ist das natürlich auch kein 100%-Schutz, aber es kommuniziert potentiellen Dieben, dass man sich der Gefahr von Einbrüchen bewusst ist, dass das Auto leer ist, dass sie nicht auf Schätze im Handschuhfach usw. zu spekulieren brauchen und sich ein Einbruch deshalb nicht lohnt.

Beste Grüße

Guido
425 Beiträge · seit 200728. Juni 2013 · #15
Hallo Guido,

ja, das mit der Demonstration des leeren Autos ist so ne Sache. Was mache ich, wenn ich mit einem vollgepackten Camper unterwegs bin? 🙄
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch
649 Beiträge · seit 200728. Juni 2013 · #16
Ja, es stimmt leider - ich habe auch den Eindruck, daß Windhoek unsicherer geworden ist.

Wir haben bei unserem letzten Aufenthalt in der Innenstadt Geld bei einem ATM abgehoben. Ich habe aus dem Augenwinkel regitriert, daß da jemande direkt am ATM auf dem Geländer hockt und Laufschuhe trägt - habe es aber direkt wieder verdrängt. Erst als uns eine Dame vorsichtig ansprach um uns darauf aufmerksam zu machen, daß wir verfolgt werden, kam diese Erinnerung wieder hoch.
Es stimmte - wir hatten 2 Schatten, die uns zu Fuß wohl bis zum Auto verfolgen wollten. Was haben wir gemacht? Fotoapparat gezückt, uns rum gedreht und die beiden demonstrativ fotografiert. Darauf hin sind sie laut meckernd an uns vorbei gegangen und in der nächsten Passage verschwunden. Da wir nicht sicher waren, ob es sich nur um die beiden handelte oder nur unsere "Bewacher" gewechslet haben, haben wir den nächsten Polizisten angesprochen, die Situation geschildert - und er hat uns dann bis zum Auto begleitet.

Wir konnten ihm die beiden noch zeigen - sowohl auf einer Strasse als auch durch die Fotos. Scheinbar sind sie bekannt - aber die Polizie kann wenig unternehmen. Zum einen hatten die zwei uns nichts getan - und zum anderen, stehen die Touristen, die beklaut weden, bei einm irgendwann folgenden Prozess zumeist nicht als Zeugen zur Verfügung....

Uns ist nichts passiert - aber erschrocken war ich trotzdem. Deine Freundin hat mein Mitgefühl... ich mag mir nicht vorstellen, wie beängstigend es ist, wenn zwei Kerle minutenlang an einem rumzerren.....
2'060 Beiträge · seit 201328. Juni 2013 · #17
Ich glaube nicht, dass Windhoek unsicherer ist als andere Städte. Vor 15 Jahren wurden wir in Rom von der (einheimischen) Reiseleiterin gewarnt vor stehlenden Zigeunern - am nächsten Tag war sie selbst zum Opfer geworden: Rucksack mit Laptop, und allen Dokumenten weg.

Bestimmt könnten nun einige auch Erfahrungen aus Rom oder jeder anderen europäischen Großstadt beisteuern. Aber es muss nicht einmal eine Metropole sein: Vor einigen Monaten wurde uns in der kleinen Heimatstadt auf mysteriöse, nicht nachzuvollziehende Art und Weise in einem Parkhaus der Geldbeutel aus dem Handschuhfach geklaut.

Fazit ist doch im Allgemeinen, dass man leichtsinnig war, gewisse Verhaltensmaßregeln nicht beachtet hat. Ich finde: Vorsicht ist immer gut, aber man sollte nicht eine ganze Stadt oder ein ganzes Land nun als unsicheres Reiseziel verteufeln.

Vielleicht sollte man einmal einen Gegenthread aufmachen, wo man besondere Ehrlichkeit auflistet! 😉 Uns ist nämlich in Windhoek genau diese begegnet. Wir hatten eine Tüte mit den gesamten Souvenir-Einkäufen des Craft Centre in einer Eisdiele unter dem Tisch stehen lassen. Bemerkt hatten wir es erst im Hotel. Als wir nach mindestens einer Stunde in der Eisdiele nachfragen wollten, kam uns die Bedienung schon freudestrahlend entgegen und schwenkte die Tüte. Hätten wir sie nicht wiederbekommen, so wäre doch wohl in erster Linie unsere Schusseligkeit daran schuld gewesen.

Es gibt über all solche und solche Menschen - das sollte man nicht vergessen.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
131 Beiträge · seit 201328. Juni 2013 · #18
Hallo Leon,

es tut mir leid, dass Euch so etwas passiert ist. Deine "Fehler" werde ich im Hinterkopf behalten und hoffe, dass ich an alles denke, wenn wir im September/Oktober in Namibia sind, allerdings sind wir = 2 Frauen. Die Reisepässe werden bei uns definitiv im Koffer bleiben und nur Kopien kommen in das Portemonnaie.

Trotzdem glaube ich, dass einem das überall auf der Welt passieren kann. Ich bin z.B. in Barcelona bestohlen worden, gerechnet hätte ich damit eher in Mexcio-City als ich dort U-Bahn gefahren bin, was bekannterweise eigentlich kein Weißer macht.

Bin ich schon auf Deine Checkliste gespannt.

Viele Grüße
Sabine
Gast28. Juni 2013 · #19
Hallo, noch ein Vorschlag zur "Checkliste", falls nicht sowieso schon drauf:
Alle wichtigen Dokumente auch als pdf "elektronisch" hinterlegen!
Grüße, Werner
306 Beiträge · seit 201028. Juni 2013 · #20
Parkwächter sind NIE ein garantie. Die schauen immer die andere seite!!!!
Schöne Grüssen aus Kyalami Annemieke