Duerre in Namibia 2013

30 Antworten · 10,7k Aufrufe · gestartet 04. Mai 2013 von Joerg
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5'479 Beiträge · seit 200907. Aug. 2013 · #21
Um große Diskussionen zu verhindern, möchte ich vorausschicken, dass ich jetzt mal rein aus meiner Sicht als Tourist schreibe. Das die Lage für die einheimische Bevölkerung dramatisch ist, ist mir bewußt.

Jetzt zum Thema: Da ich großer Wüstenfan bin, stört mich das verschwinden der Grasflächen nicht im geringsten. Durfte das vor einigen Jahren schon einmal erleben. Noch nie waren Damaraland und Kaokovelt so beeindruckend. Besonders der Kontrast zu den grünen Trockenflüssen. Und hier kommt jetzt meine Frage: Wie ist die Situation in den Trockenflüssen? Ist dort auch alles verdorrt oder noch grün? Hat sich die Tierwelt in die Trockenflüsse zurückgezogen oder ist sie in andere Gebiete abgewandert?
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33,1k Beiträge · seit 200607. Aug. 2013 · #22
Hallo Topobär,
Frage: Wie ist die Situation in den Trockenflüssen? Ist dort auch alles verdorrt oder noch grün? Hat sich die Tierwelt in die Trockenflüsse zurückgezogen oder ist sie in andere Gebiete abgewandert?
Schwierig zu sagen. aber die Tatsache das "Wüsten"elefanten bei Otjiwarongo auftauchen spricht dafür, dass die Tiere auch die Trockenflüsse verlassen und nach Süden ziehen.

Viele GrüßeChristian
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2'048 Beiträge · seit 200707. Aug. 2013 · #23
Hallo Christian,
was ist eigentlich aus den geplanten Bestandsreduzierungen in den NP's Etosha und Kaudom geworden. Wurde dort tatsächlich Fleisch gewonnen und an Bedürftige verteilt? Irgenwer hat mir was von "bis zu 30%" des Bestandes der Antilopen geschrieben.

Viele Grüße
jaw
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348 Beiträge · seit 200808. Aug. 2013 · #24
Ist es wirklich sooo schlimm mit der Düre?
Oder war man nur von den letzten Jahren zu verwöhnt?
Die letzten Jahre hatte ja Namibia viel mehr wasser (Regen) als sonst.
Hat man sich nur zu sehr daran gewöhnt?
0
2'844 Beiträge · seit 201108. Aug. 2013 · #25
musher schrieb:Ist es wirklich sooo schlimm mit der Dürre?....
Habe dazu gerade dieses gelesen.

Gruß
Strelitzie
33,1k Beiträge · seit 200608. Aug. 2013 · #26
Hi Jaw,
was ist eigentlich aus den geplanten Bestandsreduzierungen in den NP's Etosha und Kaudom geworden. Wurde dort tatsächlich Fleisch gewonnen und an Bedürftige verteilt?
Der aktuelle Status ist "geplant", aber die Regierung wird erst nach der Winterpause darüber entscheiden...

Hi Musher,

der Beitrag von Strelitzie sagt alles. Bisher sind 38 Menschen in Namibia am Hungertot gestorben... das gab es seit 1967 nicht mehr. Vor allem ist die Region Kunene, d.h. das Kaokoveld betroffen. Denn dort gab es seit 2 Saisons keinen ordentlichen Regen mehr.

Viele Grüße
Christian
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1'324 Beiträge · seit 201308. Aug. 2013 · #27
Ich denke solche Wetterphänomene muss man immer von 2 Seiten sehen.

Da ist einmal die Natur selbst. Extreme gehören dazu so lange es die Erde gibt. Diesen Planeten selbst juckt das alles nicht. Lanschaften haben sich verändert, Tiere sind ausgestorben oder haben sich angepasst. Das alles ist für diesen Planeten nicht neu und wird es immer geben.

Die andere Seite ist die menschliche.
In wie weit sind wir verantwortlich für solche Katastrophen?
Bewegen wir uns in Räumen, die eigentlich nicht dafür gemacht sind vom Menschen besiedelt zu werden? Sind es zu viele von uns? Überweiden wir viele Gebiete?
Aber auch: Seit wann erfahren wir von solchen menschlichen Katastrophen? Seit wann interessiert uns das überhaupt?
Sind wir als Menschen nicht genauso permanent gezwungen uns zu verändern wie alles was es auf diesem Planeten gibt?


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
277 Beiträge · seit 201309. Aug. 2013 · #28
lilytrotter schrieb:

Kein Wunder dass alle Himba aus der Gegend weggezogen sind, nicht einmal ihre Ziegen finden hier noch etwas zu fressen, geschweige denn Rinder.
Mich würde mal interessieren wohin die Himba denn ziehen?

War jemand in den letzten Monaten im Kaokoveld und hat vielleicht aktuelle Infos?
33,1k Beiträge · seit 200610. Aug. 2013 · #29
Hi Fittken,
Mich würde mal interessieren wohin die Himba denn ziehen?
ursprünglich ja ein Halbnomaden-Volk, das eben dahin zog wo es Nahrung und Wasser gab. Das verkauft man den Touristen gerne noch, aber die wenigsten Himba ziehen noch umher. Wenn überhaupt in die Stadt, z.B. Opuwo.

Sonnige Grüß aus dem kalten Windhoek
Christian
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4'129 Beiträge · seit 200810. Aug. 2013 · #30
fittken schrieb:
Mich würde mal interessieren wohin die Himba denn ziehen?
Vermutungen dazu hatte ich schon an anderer Stelle geäußert: allgemein gehen Hirten mit ihren Tieren der Weide hinterher, so denn welche da ist. So genau kennen wir uns da oben nun auch nicht aus, aber in Richtung Westen haben wir im Mai niemanden gesehen und auch keine Spuren – und auch keine Nahrung für Grasfresser...
Wir haben auch mit einigen Leuten gesprochen und das ergibt für uns das, was ich hier äußere.
Letztendlich sind die Menschen dort, wo sie aufgrund eines Food-Programms Nahrung erhalten.

@travelNAMIBIA: Ich bezog mich oben ausschließlich auf die Himba, die wir Jahre zuvor in den Tälern angetroffen haben, also den „halb-nomadisierenden“. Aussagen über DIE Ovahimba hatte ich nicht gemacht.


Topobär, auf deine Fragen weiß ich leider keine anderen Antworten, als die schon gemachten Aussagen und Vermutungen.
Du fragst:
„Wie ist die Situation in den Trockenflüssen? Ist dort auch alles verdorrt oder noch grün?“
Vorhandene Büsche und Bäume in den Trockenflüssen waren im Mai grün (wenn es denn nicht grad Laub-abwerfende Arten waren). Das zeigen die Fotos auch deutlich.
Bis du dort oben reist, ist es ein halbes Jahr später, also rechne noch was von dem ab, was wir sahen.
„Hat sich die Tierwelt in die Trockenflüsse zurückgezogen oder ist sie in andere Gebiete abgewandert?“
Das weiß ich nicht. Es war im Hoanib definitiv nicht tierreicher als die letzten Male, - es war eigentlich deutlich leerer. Kann sein, dass das Wild grad in irgendwelchen Flussbiegungen im Gebüsch stand, als wir vorbeifuhren, die Tiere sind dann ja wie verschluckt. Aber es gab auch wenig Spuren. Selten ein Schakal, Springbock, Oryx, Giraffe. Es sind schon alle echte Überlebenskünstler.
Es kann aber ebenso sein, dass Tiere abgewandert sind – und dann müssen sie schon weit wandern, bis sie bessere Bedingungen finden... (s. Christians Post).

Allgemein kann ich nur sagen: Keine Grasflächen, keine Tiere.
Die Grasfresser können nun mal nicht ohne, also nützt es ihnen nix in die Trockenflüsse zu ziehen, da ist kein Grasland und auch dort wird die Nahrung für die ortsansässigen Tiere knapp.

Alles, was man von seinen kurzen Reisen berichten kann, sind immer nur Momentaufnahmen und jeder muss für sich interpretieren und schau’n, was er damit anfangen will.
Allgemein fanden wir es dort oben im Kaokoveld jetzt im Mai recht tierarm und „Sturm-reich“, 10 Tage lang. Fotografieren ging z.T. nur mit eingepackter Kamera und im Windschatten des Autos.

Topobär schrieb:
„Da ich großer Wüstenfan bin, stört mich das verschwinden der Grasflächen nicht im geringsten. Durfte das vor einigen Jahren schon einmal erleben. Noch nie waren Damaraland und Kaokovelt so beeindruckend.“
Du kennst die Gegend bei großer Trockenheit, - es kann also sein, dass sich die jetzige Situation für dich so darstellt, wie du es von damals erinnerst. Wenn du nur das „Erlebnis Wüste“ suchst, kann ich dir sagen: Die Täler und Berge im Kaokoveld sind alle noch genauso beeindruckend wie eh und je.


Gruß lilytrotter


Nachsatz: Die Dürre trifft nicht nur die Himba, das ganze Land Namibia und seine Farmer sind betroffen.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2013
99 Beiträge · seit 201211. Aug. 2013 · #31
travelNAMIBIA schrieb: Die Getreideernte liegt bei 20-80 % des Jahresdurchschnitts.

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, in welchen Gebieten in Namibia Getreide angebaut wird. Überwiegend wird doch Viehwirtschaft betrieben, oder?

Auch würde mich interessieren, warum es so schwierig ist, die Menschen im Norden mit Lebensmitteln zu versorgen. Gibt es logistische Probleme, weil die Menchen so verstreut leben, keine Straßen etc oder gibt es einfach nicht genügend Lebensmittel zum Verteilen?

Vielleicht weiß jemand von euch Näheres.

Einen schönen Sonntag wünscht

die Gnukuh