fittken schrieb:
Mich würde mal interessieren wohin die Himba denn ziehen?
Vermutungen dazu hatte ich schon an anderer Stelle geäußert: allgemein gehen Hirten mit ihren Tieren der Weide hinterher, so denn welche da ist. So genau kennen wir uns da oben nun auch nicht aus, aber in Richtung Westen haben wir im Mai niemanden gesehen und auch keine Spuren – und auch keine Nahrung für Grasfresser...
Wir haben auch mit einigen Leuten gesprochen und das ergibt für uns das, was ich hier äußere.
Letztendlich sind die Menschen dort, wo sie aufgrund eines Food-Programms Nahrung erhalten.
@travelNAMIBIA: Ich bezog mich oben ausschließlich auf die Himba, die wir Jahre zuvor in den Tälern angetroffen haben, also den „halb-nomadisierenden“. Aussagen über DIE Ovahimba hatte ich nicht gemacht.
Topobär, auf deine Fragen weiß ich leider keine anderen Antworten, als die schon gemachten Aussagen und Vermutungen.
Du fragst:
„Wie ist die Situation in den Trockenflüssen? Ist dort auch alles verdorrt oder noch grün?“
Vorhandene Büsche und Bäume in den Trockenflüssen waren im Mai grün (wenn es denn nicht grad Laub-abwerfende Arten waren). Das zeigen die Fotos auch deutlich.
Bis du dort oben reist, ist es ein halbes Jahr später, also rechne noch was von dem ab, was wir sahen.
„Hat sich die Tierwelt in die Trockenflüsse zurückgezogen oder ist sie in andere Gebiete abgewandert?“
Das weiß ich nicht. Es war im Hoanib definitiv nicht tierreicher als die letzten Male, - es war eigentlich deutlich leerer. Kann sein, dass das Wild grad in irgendwelchen Flussbiegungen im Gebüsch stand, als wir vorbeifuhren, die Tiere sind dann ja wie verschluckt. Aber es gab auch wenig Spuren. Selten ein Schakal, Springbock, Oryx, Giraffe. Es sind schon alle echte Überlebenskünstler.
Es kann aber ebenso sein, dass Tiere abgewandert sind – und dann müssen sie schon weit wandern, bis sie bessere Bedingungen finden... (s. Christians Post).
Allgemein kann ich nur sagen: Keine Grasflächen, keine Tiere.
Die Grasfresser können nun mal nicht ohne, also nützt es ihnen nix in die Trockenflüsse zu ziehen, da ist kein Grasland und auch dort wird die Nahrung für die ortsansässigen Tiere knapp.
Alles, was man von seinen kurzen Reisen berichten kann, sind immer nur Momentaufnahmen und jeder muss für sich interpretieren und schau’n, was er damit anfangen will.
Allgemein fanden wir es dort oben im Kaokoveld jetzt im Mai recht tierarm und „Sturm-reich“, 10 Tage lang. Fotografieren ging z.T. nur mit eingepackter Kamera und im Windschatten des Autos.
Topobär schrieb:
„Da ich großer Wüstenfan bin, stört mich das verschwinden der Grasflächen nicht im geringsten. Durfte das vor einigen Jahren schon einmal erleben. Noch nie waren Damaraland und Kaokovelt so beeindruckend.“
Du kennst die Gegend bei großer Trockenheit, - es kann also sein, dass sich die jetzige Situation für dich so darstellt, wie du es von damals erinnerst. Wenn du nur das „Erlebnis Wüste“ suchst, kann ich dir sagen: Die Täler und Berge im Kaokoveld sind alle noch genauso beeindruckend wie eh und je.
Gruß lilytrotter
Nachsatz: Die Dürre trifft nicht nur die Himba, das ganze Land Namibia und seine Farmer sind betroffen.
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt