SVSvetlana123Themenstarter2 Beiträge · seit 201303. März 2013 · #1Hallo zusammen,
ich fliege in etwas mehr als 1 Woche nach Namibia, wo ich eine geführte Camping-Tour mache, mit knapp 3 Tagen im Etosha-Nationalpark. Dies ist mein allererster Afrika-Urlaub, daher habe ich keine Vorstellung, womit ich alles zu rechnen habe. Nun habe ich in meinem Reiseführer gelesen, dass man sich im Etosha auf Campingplätzen vor Schakalen und Erdmännchen in acht nehmen sollte, die können Tollwut übertragen. Und natürlich habe ich bei meinen vielen Impfterminen gegen alle möglichen und unmöglichen Krankheiten Tollwut vergessen... und jetzt ist es wohl schon zu spät, da man ja mehrere Impfungen in bestimmten Zeitabständen braucht.
Kann mir bitte jemand, der selbst in der Gegend war, schreiben, wie wahrscheinlich eine solche Ansteckung ist (selbstverständlich habe ich nicht vor, wilde Tiere zu streichen o.ä... aber greifen infizierte Tiere nicht von selbst an, ohne provoziert zu werden?) Oder mache ich mir nur unnötig Panik und es ist alles nicht so wild?
Und 2. Frage: Falls man gebissen werden sollte, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es noch rechtzeitig in ein Krankenhaus schafft, um eine Impfung zu bekommen? Ich habe gelesen, dass die Impfung innerhalb von 24 Stunden erfolgen muss. D.h. man muss es in dieser Zeit in ein Krankenhaus/zum Arzt schaffen und dieser muss dann den Impfstoff vorrätig haben... realistisch? Schließlich ist Windhoek ca. 450 km weg und Dorfärzte werden wohl keinen Tollwut-Impfstoff haben, oder?
Für Antworten und Erfahrungsberichte bedanke ich mich im Voraus
Svetlana
Siby68 Beiträge · seit 201103. März 2013 · #2Hallo Svetlana
Wir fahren jedes Jahr in den Maiferien mit unseren drei Kindern nach Etoscha und verbringen dort ca. eine Woche.
An eine Impfung gegen Tollwut habe ich dabei noch nicht einmal im Traum gedacht 🙂.
Lieber Gruss
Sibylle
rebecca935 Beiträge · seit 200603. März 2013 · #3Hallo Svetlana,
ich bin nun auch schon einige Male im südlichen Afrika unterwegs gewesen und habe mich nie gegen Tollwut impfen lassen. Mein Hausarzt hatte mich nicht einmal darauf hingewiesen.
Ich denke, wenn du dich nicht zum Streicheln der Erdhörnchen, Erdmännchen hinreisen lässt und in Okaukuejo die Schakale auf Distanz hältst, dann geht alles gut.
Beim Campen solltest du darauf achten, dass keine Essensreste in der Mülltonne landen. Das lockt die Schakale nachts an und sie versuchen diese aus der Tonne zu holen. Meist mit Erfolg. Wir verbrennen die Reste im Feuer, selbst Dosen werden ausgebrannt.
Gute Reise und bleib gesund - Rebecca
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200803. März 2013 · #4Hallo Svetlana,
und ...... die Schakale auf Distanz hältst, dann geht alles gut.
Den Satz kann ich nur unterstreichen und ergänzen um
1. Halte Dir auch die Erdhörnchen vom Halse
2. Füttere nirgendwo Tiere, auch wenn sie noch so niedlich sein sollten.
Wenn Du diese Regeln einhältst, halte ich die Tollwutgefahr für minimal gering.
Liebe Grüße
Gerd
SVSvetlana123Themenstarter2 Beiträge · seit 201303. März 2013 · #5Vielen Dank für die vielen beruhigenden Antworten.
Rebecca und Gerd: Ihr meint, dass man sich Schakale vom Hals halten sollte. Reicht es, wenn man sich ihnen nicht von sich aus nähert, sie nicht füttert und nichts essbares in Zeltnähe liegen lässt?
wüstenfee749 Beiträge · seit 200603. März 2013 · #6hallo svetlana,
es wurde schon mal ein deutscher Tourist am Wasserloch von Okaukuejo vom Löwen gefressen, ob
der eine Tollwutimpfung hatte ist nicht bekannt. Aber genützt hätte es ihm wohl auch nichts.
Aber Spass beiseite, Du solltest auf keinen Fall irgendwelche Tiere streicheln oder füttern und
ein gesundes Mass an Vorsicht walten lassen. Aber übertreiben muss man es auch nicht.
viel Spass bei Deinem ersten Afrikaurlaub ........
lg wüstenfee
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200803. März 2013 · #7Hallo Svetlana,
ein Tier, das Tollwut hat, nähert sich Dir, weil es keine Scheu mehr vor Dir hat. Und wenn Du das siehst - ich habe es noch nie erlebt - dann solltest Du Dich halt zurückziehen. Aber mach Dir nicht zu viele Sorgen - es ist sehr unwahrscheinlich.
Liebe Grüße
Gerd
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200603. März 2013 · #8Svetlana123 schrieb:Und 2. Frage: Falls man gebissen werden sollte, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es noch rechtzeitig in ein Krankenhaus schafft, um eine Impfung zu bekommen? Ich habe gelesen, dass die Impfung innerhalb von 24 Stunden erfolgen muss. D.h. man muss es in dieser Zeit in ein Krankenhaus/zum Arzt schaffen und dieser muss dann den Impfstoff vorrätig haben... realistisch? Schließlich ist Windhoek ca. 450 km weg und Dorfärzte werden wohl keinen Tollwut-Impfstoff haben, oder?
Hallo Svetlana,
als Radfahrer, der schon häufiger von Hunden angegriffen wurde, habe ich mich mit Tollwut auch befasst und habe auch entsprechende Impfungen, da diese im Notfall nicht in allen Ländern verfügbar sind. In Namibia ist das aber wohl kein Problem.
Im Falle eines Bisses (es muss nicht einmal ein Biss sein - das Lecken eines Tieres über einen Kratzer in der Haut kann reichen) sollte eine Impfung zwar so schnell wie möglich erfolgen, aber das heißt nicht, dass es nach 24 Stunden zu spät ist.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
JAJansenbusch47 Beiträge · seit 201307. Jan. 2014 · #9Ist zwar schon älter dieser Fred, aber mit Tollwut hatte ich beim ersten Trip nach Namibia tatsächlich meine Erfahrung: Ich wurde von einem Schakal gebissen, ohne Vorwarnung und ohne eigenem Bestreben nach Füttern oder Streicheln etc.
Das gefährliche an Tollwut ist (neben der Tatsache, dass sie tödlich für den Infizierten ist), dass die Tiere sich absonderlich verhalten. Dieser Schakal schlich um unser Camp herum, natürlich hat man ihn fotografiert, und während ich ihn gefilmt habe, kam er in meine Nähe, friedlich und ohne offensichtliches Interesse an mir, bis er sich plötzlich umdrehte und unglaublich schnell auf mich zukam und mir ins Bein biss und sich regelrecht festgebissen hatte. Ihn wieder loszuwerden war nicht ganz einfach (gut, er hat ein bisschen gelitten).
Unser Tourguide war selbst beeindruckt von dem Verhalten des Tieres und vermutete sofort, dass das Tier "nicht ganz lecker" ist, und eben Verdacht auf Tollwut. Wir waren leider etwas außerhalb der Zivilisation (Namib Wüste), und erst zwei Tage später konnte ich zum Arzt gehen. Es gibt ein Gegenmittel, das allerdings seit einiger Zeit "ausverkauft" ist, und dann gibt es nur die Impfung. Diese streckt sich über eine Zeit, ich musste innerhalb von 4 Wochen insgesamt 5 Spritzen in genau festgelegten Abständen nehmen. Der erste Arzt konnte mir keinen Vorrat geben, für die zweite Spritze habe ich eine Apotheke aufgesucht, die letzte vorhandene Spritze war abgelaufen, und die nette Apothekerin in Swakopmund ist noch in der Nacht nach Walfish Bay losgefahren und hat mir drei weitere Spritzen mitgebracht und nachts um zehn hat sie mir die fällige Spritze gegeben.
Die anderen beiden Spritzen hatte ich in der Kühlbox transportiert und mich dann zur gegebener Zeit vor Ort eine passende medizinische Hilfskraft gesucht, was mich in Rundu auch mal in das "State Hospital" geführt hat. Jede Spritze hat rund 45 € gekostet....
Die letzte Spritze war in Deutschland fällig, und hier hatte ich großes Glück einen Arzt zu finden, der noch welche hatte, über die Apotheke hätte die Bestellung zwei Monate gedauert.
Die Spritzen hatte ich also überall bekommen, wenngleich doch auch Glück dabei war.
Also meine Moral von der Geschichte ist:
- Wenn es passiert, und es kann auch ohne übertrieben große Dummheit passieren, dann ist der Ärger und der Stress recht groß,
- Tollwut klingt harmloser als es ist, es verursacht "eine fast immer tödliche Hirnentzündung" (Wikipedia)
- Also entweder mit wirklich gehörigem Respekt auch vor noch so lieblichen (Erdhörnchen, Zebramanguste) oder scheinbar zutraulichen (Schakale, Marder etc.) Tieren reisen, oder eben doch impfen. (Eine solche zutrauliche Zebramanguste hatten wir an einem Campingplatz, und die war so schnell im Auto und am Schuh wie man kaum schauen kann)
- Hätte ich meine festen Wanderschuhe, die weit über den Knöchel gehen, angehabt, wäre der Biss nicht durchgegangen. Also immer und überall keine dünnen Turnschuhe, sondern feste hohe Schuhe.
Soviel von einem, dem es passiert ist.
Judela127 Beiträge · seit 201107. Jan. 2014 · #10Auch ich kann hier meinen Senf dazu geben. 😛
Mich hatte letztes Jahr im ollifants Camp ein Affe gebissen.nicht sehr dramatisch,aber eben gebissen. 😕
Wir sollten im Skukuzza anrufen und uns informieren ob bekannte tollwutfälle im Park aufgetreten sind. 🙄
Da dies verneint wurde beließ ich es dabei.im Nachhinein völlig bescheuert von mir.
Nach einer Woche Rückreise nach Deutschland.hohes Fieber,Schüttelfrost...ich dacht ich muss sterben.bin daraufhin sofort vom Flieger in die notaufnahme.meine erste Vermutung war malaria!,,
Den Biss hatte ich vergessen zu erwähnen.als alle Untersuchungen abgeschlossen waren erwähnte ich es dann doch. 🤩 die Ärzte sprangen im dreieck und hielten mich für verrückt vor Ort mich nicht notfallmä.ig auf Tollwut impfen zu lassen.
Nunja: ich wurde aktiv und passiv über mehrere Wochen geimpft.
Fazit: ich hatte eine nicht definierbare viruserkrankung.
Jedenfalls sollte man Tollwut nicht ganz abtun.....aber ich glaub ich würde mich jetzt auch prophylaktisch impfen lassen.denn tollwutfälle sind laut deutscher Ärzte dort DOCH bekannt.
Schönen Abend noch
Gruß judith
Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Judela127 Beiträge · seit 201107. Jan. 2014 · #11Sorry,Thema war zwar etosha....aber der Krüger IST ja nicht weit entfernt 😛
Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Joerg3'175 Beiträge · seit 200607. Jan. 2014 · #12Wie Bike Africa schon andeutete sind die Hunde , vorallem im Kommunalgebiet , die groesste Gefahrenquelle fuer Tollwut.
Hier kommen dauernd Tollwutfaelle vor. Solche Ereignisse wie der oben geschilderte Schakal- und Pavian biss sind doch mehr die Ausnahme.
Also wenn man nach Namibia fahert u8nd sich irgendwelche Impfungen verpassen laesst, dann Taetatnus u8nd Tollwut , evebtuell Hapatitis
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
maddy2'167 Beiträge · seit 200908. Jan. 2014 · #13Hallo Fomis,
Da wir in einem Tollwutgebiet leben, haben wir dieses Thema auch mit unserem Arzt diskutiert.
Das Problem bei der Sache ist, dass auch mit vorheriger Impfung bei eventueller Ansteckung die ersten 3 der Impfungen widerholt werden muessen, also ins Krankenhaus / zum Arzt muss man so oder so! Da kann man dann auf Nummer Sicher gehen und sich die letzten zwei auch noch geben lassen.
Daher haben wir uns gegen eine Impfung entschieden.
http://www.health24.com/Medical/Diseases/Rabies-20120721Gruss aus Sodwana
Maddy