franzicke2'085 Beiträge · seit 201217. Jan. 2013 · #21
Ach Helgi, da weckst du ja gleich mal die schönsten Erinerungen - nach einer Übernachtung in Windhoek war die Red Dunes Lodge im letzten Jahr auch das Ziel unserer ersten Strecke - das war mein 50. Geburtstag und es hätte schöner nicht sein können ... Zebras zur Begrüßung, Sundowner auf der Düne, 50 rote Rosen im Häuschen und unglaublich nette Menschen (die durch das Rosen-Organisieren natürlich alle Bescheid wussten). So - jetzt bin ich ja mal echt abgeschweift, will sagen: ich bin super-gespannt, wie's weiter geht, lass dich also von den Mandanten nicht allzu sehr aufhalten 😉 Entzückte Grüße Franzicke
CyberMicha167 Beiträge · seit 201217. Jan. 2013 · #22
Na endlich weiss ich wie das Männchen ( oder ist es ein Weibchen ) in der Red Dunes heisst!!!! Ich habe es letztes Jahr immer nur am Rande wahrgenommen, da es sich irgendwie immer unter den Holzwegen versteckt hat.
Danke dafür!! und natürlich auch für den bisher sehr schönen Bericht.
Champagner8'684 Beiträge · seit 201017. Jan. 2013 · #23
Juhu, nun geht es also richtig los! 🙂 Wahhh, so ein Erdmännchen hätte ich schon auch mal gerne im Arm 😘 !
Ich hoffe mal, dass du in diesem Tempo weitermachst - dein Bericht fängt auf jeden Fall schonmal klasse an. Versuch also nur nicht, mit irgendwelchen Ausreden von wegen gesetzten Maßstäben und anderem Blabla zu kommen - das zieht bei uns nicht 😛
heuchefThemenstarter911 Beiträge · seit 200717. Jan. 2013 · #24
Hallo Bele,
Nach 4 Stunden Diskussion mit störrischen Bankern und ebenso störrischen Betriebsräten ist der Akku einfach leer. Das reicht gerade noch, das iPad einzuschalten und im Forum zu lesen. Aber weiterschreiben ist heute nicht mehr.
Versprochen: ich bleibe dran ohne Ausreden Und die netten Reaktionen von Euch allen motivieren schon 🙂 danke!
heuchefThemenstarter911 Beiträge · seit 200719. Jan. 2013 · #25
Dann heute mal eine Station weiter :
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20.09.2012 Kalahari Red Dunes Lodge – Terra Rouge Guest Farm (325 km)
Die Fahrt zur Terra Rouge Guest Farm verläuft ohne Berichtenswertes.
Die Farm liegt schön am Rande der Kalahari, die Farmerin ist sehr nett.
Wir beziehen einen kleinen Bungalow, der einfach aber sauber ausgestattet ist.
Man gibt sich viel Mühe, den Baumbestand um die Hütte zu erhalten 😉 😉
Schnell noch allen Fomis zugeprostet
und zum Sonnenuntergang geht es auf die nahgelegene Düne
Zum Abendessen den ersten Braai – leckere Schweinekoteletts, Salat, Brot und ein schöner Shiraz – so kommt man langsam zur Ruhe und in Urlaubsstimmung.
Nebenbei noch den neuen Potje gut eingeölt und auf dem Herd in unserem Bungalow eingebrannt. Jetzt kann er seine Pflicht tun.
Am nächsten Morgen bekommen wir aus dem Farmhaus ein reichhaltiges leckeres Frühstück gebracht
heuchefThemenstarter911 Beiträge · seit 200720. Jan. 2013 · #26
Ab jetzt gibt es auch Tiere 😊
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21.09.2012 Terra Rouge Guest Farm – Rooiputs (186 km)
Jetzt geht es Richtung Grenzübergang nach Botswana in Mata Mata.
Da wir aus dem Forum wissen, dass Brennholz nicht eingeführt werden darf, haben wir auch keines dabei.
Was die Veterinärkontrolle angeht, hatten wir verschiedene Rückmeldungen bekommen. Vorsichtshalber richten wir es so ein, dass jedenfalls im Kühlschrank nur Windhoek Lager, Savannah, Cola sowie Butter und Käse sind.
Vom Grenz-Officer kommt dann nur die kurze Frage "Any firewood?“ und „Any animals?“. Und da wir keine Tiere dabei haben, können wir beides besten Gewissens verneinen 😗 😗 .
Der Papierkram ist schnell erledigt, so dass wir Richtung Tweerivieren weiterfahren können. Auf der Strecke ist die Landschaft recht schön,
An Tieren sehen wir die üblichen Verdächtigen, die wir auch später immer wieder treffen:
Gnus
Springböcke
Oryx und Strauß
einen Sekretär
Giraffe
Erdhörnchen
Webervogelnest
und Elands
Löwen gibt es hier offensichtlich
In Tweerivieren erledigen wir die Grenzformalitäten. Der Officer ist sehr genau und beanstandet, dass an einer Camp-Reservierung von der zweiten Seite nur die obersten 4 cm angetackert und der Rest abgeschnitten ist 😮 . Er diskutiert einige Zeit mit uns mit dem Ergebnis, dass er Manuela bei Bwana Tucke Tucke anrufen und sie auf diesen „Fehler“ hinweisen wird. Mit unserem „She will be happy to be adviced !“ 😵 haben wir ihn dann doch gnädig gestimmt.
Das Camp Tweerivieren gefällt uns nicht besonders gut. Es erscheint groß und unpersönlich, die Campsite ist bis zum Anschlag dicht belegt.
Wir kaufen noch fünf 5-l-Flaschen Trinkwasser und sechs Beutel Feuerholz für zusammen umgerechnet 40 € - nicht gerade ein Schnäppchen. Aber die Regel, dass in der Kalahari kein Brennholz gesammelt wird, wollen wir schon berücksichtigen.
Nach relativ kurzer Weiterfahrt erreichen wir das Rooiputs Rest Camp und beziehen den reservierten Platz drei, den vorletzten in östlicher Richtung. Platz vier, der ganz am Rand liegt, wäre noch etwas einsamer und mit Sicht über die Ebene schöner gewesen. Aber da alle Plätze weit auseinander liegen, kann man die Ruhe gut genießen. Außer unserem ist auch nur ein weit entfernt liegender weiterer Platz belegt.
Wir richten uns erst mal bequem ein
und wollen das erste Mal im Potje Brot backen. Birgit legt sich alles zurecht, unter anderem die im Super Spar gekaufte Trockenhefe. Doch was sehen wir da? Beim Einkaufen daneben gegriffen und Bier-Hefe erwischt statt Back-Hefe 😐 😊 . Bierbrauen im Potje geht nun mal nicht. Was tun?
Nach Tweerivieren ist es glücklicherweise nicht sehr weit (25 km) und dort gibt es im Shop auch Backhefe. Alles wieder gut!
Der Teig macht einen guten Eindruck
und das Ergebnis ist zwar noch nicht perfekt, aber wir sind sehr zufrieden
und lassen den Abend ausklingen.
Auch der Tip von Chrigu für nächtliche Bedürfnisse ist umgesetzt:
nice_197984 Beiträge · seit 201120. Jan. 2013 · #28
Hallo Helgi, Auch ich oute mich als blinder Passagier und bis jetzt stille Mitleserin. Dann mal herzlichen Dank, dass du deine Erlebnisse hier einstellst. So verkürzt du meine Warterei, bis es für uns im Oktober wieder heisst, KTP wir kommen 😁
Wir kaufen noch fünf 5-l-Flaschen Trinkwasser und sechs Beutel Feuerholz für zusammen umgerechnet 40 € - nicht gerade ein Schnäppchen.
In der Tat, kein Schnäppchen, aber was willst Du machen?
Die einzige Alternative wäre noch einen großen Sack Holzkohle in einem Supermarkt auf dem Weg zu kaufen. Aber das ist vielleicht nicht soooo prickelnd.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201220. Jan. 2013 · #31
Hallo Helgi, mit euch auf Tour - das ist genau das richtige Programm für diesen grauen Sonntag! Danke dafür und auch schon mal für baldige Fortsetzung ... da hat Bele ja schon einen recht guten Vorschlag gemacht 😉 Grüße Franzicke
heuchefThemenstarter911 Beiträge · seit 200720. Jan. 2013 · #32
Champagner schrieb: Schönen Sonntag (an dem man locker noch ein/zwei Kapitel schreiben kann
Hallo Bele,
Du hats mich überredet 😘 - aber bei einem so kalten diesigen Sonntag ist das auch nicht ganz so schwer.
Also dann mal zu den "richtigen" Tieren:
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22.09.2012 Rooiputs
Die Nacht ist ruhig. Zumindest schlafen wir wohl so tief, dass wir keine Katzen rufen hören.
Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Norden, d.h. Richtung Kij Kij waterhole. Tisch, Stühle usw. bleiben stehen, denn am Nachmittag kommen wir zurück.
Wir fahren ganz gemütlich auf der sandigen Pad, schauen links und rechts in und lassen auf uns zukommen, was da kommt.
Und da kommt bzw. geht er schon – Pascha persönlich.
ich bekomme gar nicht so schnell die Kamera in Stellung und schaffe nur noch zwei Fotos
bevor er davon geht.
Die weitere Fahrt verläuft bis zum Wasserloch mit diversen Sichtungen, aber ohne große Ereignisse –
mal ein Oryx
Kudus
Springbock
ein Schakal
und Gnus
Am Wasserloch selbst ist tote Hose – wir warten eine Stunde, ohne dass sich außer ein paar Vögeln irgendein Tier sehen ließ. Also geht es langsam auf den Rückweg.
Nicht weit vor der Abzweigung nach Rooiputs rechts direkt neben der Pad eine junge Löwin
die, als wir anhalten, aufsteht und mir aus nächster Nähe direkt ins Gesicht sieht – da bleibt man nicht ganz gleichgültig 🤩 . Trotzdem das Foto nicht verwackelt …
Und dann geht Sie über die Pad nach links auf eine kleine Anhöhe, wo wir die ganze Gruppe von 6 Löwen sehen, d.h. 2 Löwinnen und vier Jungtiere.
Sie beschäftigen sich ausdauernd mit einem Riss – ehemals vermutlich ein Gnu.
Zwei sind wohl bald satt und beobachten uns.
In den Bäumen drum rum warten die Geier auf das, was übrig bleiben wird.
Er will aber vorher sicher auch noch dran kommen.
Wir beobachten dass über ein Stunde und fahren dann zufrieden zurück zum Camp, genießen den Sonnenuntergang, den Braai und den Merlot.
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Mal sehen, vielleicht schaffe ich heute noch das nächste Kapitel mit einem richtigen Höhepunkt (aber noch nicht versprochen ..😜
Champagner8'684 Beiträge · seit 201020. Jan. 2013 · #33
Helgi, deine Gnus sind Kudus 🙂 (Du hast da irgendwie zweimal das selbe Bild drin)
Wow, der Blick ins Löwengesicht ist klasse - mach ruhig weiter (auch wenn ich jetzt erstmal den Kirchheimer Zweit-Bundesliga-Basketballern zuschaue, wie sie vermutlich ihr nächstes Spiel auch verlieren...😗 )!
heuchefThemenstarter911 Beiträge · seit 200720. Jan. 2013 · #36
Soodele (mal kurz heimatliches badisch...);) :
Die "Titelstory" kommt jetzt 😎 .
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23.09.2012 Rooiputs – Nossob (139 km)
Kurz nach den Aufstehen besucht uns ein Strauß, der nur wenig Scheu zeigt.
Nach dem Zusammenpacken starten wir Richtung Nossob. Nahe der Stelle, an der gestern die Löwen waren, sehen wir vor uns die ganze Gruppe im Gras liegen. Drei Fahrzeuge stehen schon da und beobachten.
und was beobachten die Löwen? Ein Oryx, welches nahezu unbeweglich vor ihnen steht.
das Oryx war schon im Kampf, hat viele Striemen und blutet aus der Nase.
Wir zählen: es sind zwei erwachsene Löwinnen, vier männliche Jungtiere und zwei weibliche Jungtiere also:
Acht Löwen und ein Oryx
Wir beobachten das Geschehen über insgesamt mehr als 4 Stunden.
Es ist hoch interessant, wie die Jungtiere immer wieder das Oryx umkreisen, sich wieder hinlegen und beobachten und dann wieder eine andere Position einnehmen, aber nicht wirklich angreifen.
Das Oryx dreht sich immer mit dem Kopf zu dem am nächsten befindlichen Löwen, bleibt aber sonst, mit dem Schwanz schlagend, ruhig stehen.
Das lässt sich alles gar nicht erzählen, aber (viele) Fotos sprechen für sich:
Die beiden beobachten auch
Zwischendurch mal ein Scheinangriff, aber man sieht, dass die Löwen auch großen Respekt vor dem Oryx haben.
Zwei Löwinnen ziehen sich erst mal etwas zurück
Zwei Jungpaschas folgen
Aber kaum bewegt sich das Oryx etwas zu viel geht die Chefin zurück und passt auf.
Der Jugend wird das Spiel scheinbar etwas zu mühsam. Man begibt sich in aller Ruhe zu einem Baum auf einer Anhöhe und macht es sich dort gemütlich, beobachtet aber aufmerksam weiter das Oryx.
jenes beobachtet genauso aufmerksam zurück.
und erst nach langen Minuten, als alle Löwen den Kopf abgelegt haben, entschließt sie das Oryx, zunächst ganz langsam und dann galoppierend davon zu laufen. Aber das blieb nicht unbemerkt. Die Löwen folgen, alle geraten außer unserer Sicht.
Einige Tage später treffen wir ein Ehepaar, mit dem wir uns über dieses Ereignis unterhalten. Sie berichten, dass sie am Nachmittag das Oryx liegend gesehen haben, umringt von den Löwen. Irgendwann hat das Stalking dann wohl – aus Sicht der Löwen – Erfolg gehabt.
Ich versuche, hier noch einen Link zu einem kurzes Video einzufügen (habe ich noch nie gemacht – mal sehen ob es klappt 😐 ), welches noch einen lebendigeren Eindruck von diesem großartigen Erlebnis bietet.
Die anschließende Fahrt nach Nossob verläuft – kein Wunder – vergleichsweise erlebnislos. Nach dem langen Beobachtungs-Aufenthalt kommen wir ziemlich spät an und müssen zunächst feststellen, dass für uns kein Bungalow reserviert ist, sondern nur ein Stellplatz, den wir aussuchen können.
Die Campsite hat wenig Schatten, ist mit vielen Gästen ziemlich voll und nicht besonders gemütlich.
Wir lassen – sollte man nicht vergessen – den amtlichen Eintrag in unser Südafrika-Permit machen.
Der Shop ist eher etwas eklig und bietet nicht viel. Brot bestellen, wie es in einigen Beiträgen empfohlen wurde, geht auch nicht.
Was soll's, wir finden einen etwas abgelegenen Stellplatz, bauen unser Dachzelt auf und schwelgen den ganzen Abend in Erinnerungen an diesem Vormittag.
Nachdem wir dem Südafrikaner auf dem Nachbarplatz klar gemacht haben, dass man nach 21 Uhr nicht mehr den Motor ständig laufen lassen muss 😈 , um die Festbeleuchtung (gefühlte 500 W) auf seiner Campsite zu betreiben – sein Argument „Batterie ist doch alle…“ – gehen wir schlafen.
In der Nacht hören wir um das Camp die Löwen brüllen….
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Jetzt wird es ein paar Tage dauern, bis es weitergeht. Aber es gibt noch ein paar aufregende Erlebnisse ....
Wow, was für ein tolles Erlebnis, aber auch ein bisschen traurig , oder?
Wir haben das fast identisch vor vielen Jahren mal im Timbavati erlebt. Bei uns war es eine verletzte Giraffe die ständig von dre Löwinnen umkreist wurde. Die Katzen waren sich Ihrer Beute so sicher und das ließen sie die Giraffe auch spüren. Das war damals mein erster Afrikaurlaub und ich hatte solch ein Mitleid...., der Guide sagte dazu nur "that's nature" und das stimmt ja auch.
Übrigens, besorgt Euch doch beim nächsten Mal im Supermarkt self-rising flour, dann taucht das Hefe Problem gar nicht erst auf.
LG Lisolu
Nane421'362 Beiträge · seit 201120. Jan. 2013 · #40
Wow, das ist ein wirklich beeindruckendes Video !! Richtig beklemmend, das arme Oryx 🙄 😮 Da haben sich die Löwen aber wirklich viel Zeit gelassen ... LG, Nane42