„…dass Südafrika für die Angestellten dieser großen, internationalen Firma als das gefährlichste Land für die "Außendienstler" eingestuft ist“…neben anderen Ländern, für die es auch entsprechende Firmen-Warnungen gibt, bekam mein Mann, als er nur beruflich nach SA/Joburg reiste, auch immer entsprechende Verhaltensregeln seiner Firma mit auf den Weg! Das waren so Sachen, wie immer Knöpfe im Auto runter, erst in der Hotelgarage das Fahrzeug verlassen, nachts nie an roten Ampeln anhalten usw. usf.
Naja, aus der Sicht der Firma meines Mannes, ist das auch nachvollziehbar, zum einen möchten sie natürlich, dass ihre MA so sicher wie möglich reisen und auch wieder gesund zurück kommen, nicht dass im Nachhinein jemand kommt und sagt, er hätte nichts über die Gefahren gewusst, zum anderen zahlt die Firma eine ordentliche LV, sollte einer ihrer MA auf einer Reise sein Leben lassen müssen. Ergo: geht man halt auf Nummer sicher und gibt das Maximum an, was man für seine Sicherheit tun kann.
Natürlich trägt dies den tatsächlichen Gegebenheiten nicht wirklich Rechnung und ist (meist) zuviel des Guten, aber besser einmal mehr vorsichtig als einmal zu wenig. Nichtsdestotrotz ist das meist natürlich oft übertrieben, aber da man nicht weiß, wann man Opfer einer Gewalttat werden kann, ist es natürlich schwierig, hier wirklich das richtige Maß zu finden.
Nun ja, seit über 1,5 Jahren leben wir nun schon in SA/Joburg und fühlen uns eigentlich (subjektiv) sicher, uns ist auch noch nie etwas passiert, obwohl wir uns hier für hiesige Gegebenheit normal bewegen und hoffen natürlich, dass es so bleibt – Garantie dafür gibt es aber keine!
Sicherheit war natürlich, bevor wir uns entschieden hatten, hierher zu kommen, ein großes Thema (vor allem in Joburg und für mich auch als Frau!). Deshalb habe ich mich vor Übersiedelung hierher auch sehr mit diesem Thema auseinander gesetzt, man möchte natürlich erfahren, wie es um gewisse Wahrscheinlichkeiten, Opfer werden zu können, steht.
Dabei habe ich für mich herausgefunden, dass es einerseits Statistik ist, die mit horrenden Zahlen aufwartet, was die Kriminalität anbelangt, andererseits muss man diese Zahlen aber auch stark differenzieren und zwar dahingehend, wo denn zu der Statistik am meisten beigetragen wird und dann stellt sich die Sicherheitsfrage nämlich nochmals ganz anders dar. Viele der Straftaten finden innerhalb der sehr dicht besiedelten (Mega-)Township-Gebiete statt, wo man sich normalerweise gar nicht aufhält - nicht jede Straftat richtet sich gegen Weiße/Touristen bzw. ist allgegenwärtig, sondern auch von den Örtlichkeiten abhängig.
Generell ist seit Jahren ein signifikanter Rückgang der Kriminalität auf allen Gebieten und in fast(!) allen Regionen festzustellen. Erwähnenswert (und überraschend für viele) ist hier sicherlich, dass das ach so kriminelle und gefährliche Johannesburg bzw. die Provinz Gauteng, in Summe sicherer ist als das Touristenparadies Western Cape, wo sich die Leute komischerweise subjektiv von vorne herein schon mal sicherer fühlen, obwohl in vielen Bereichen dort – im Gegensatz zu Joburg – die Zahlen nach oben zeigen bzw. langsamer zurück gehen!
http://www.saps.gov.za/statistics/reports/crimestats/2012/crime_stats.htmhttps://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:tuoHdrDQ0TIJ:www.issafrica.org/crimehub/uploads/3_crime_situation.pdf+crime+report+south+africa+2010+area&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESjSi-xniusHyboXUQL4ThbTuxzkt8MB2vCGIJPYDvt3j4It3zeZONjmZX1o48yVoY_3WN4Y2Via03aqSQ1LKZ750cyJRJwQV6QCOwwdsIxmYFYHIkZZXuHaRL5evIY4k4x093Pb&sig=AHIEtbR-iP1ZDZJD0jnZFugzGxzP6rSf3Ahttp://news.bbc.co.uk/2/hi/8668615.stmErgo: Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, sondern muss sich die Zusammensetzung der Kriminalstatistik anschauen, dann erkennt man auch, wer wie gefährdet ist und wo sich die evtl. Hotspots befinden, das gibt einem zumindest mal die Möglichkeit, das Risiko für sich selbst mit entsprechendem Wissen und Verhalten zu minimieren – so war/ist meine Argumentation, wenn dieses pauschale „so gefährlich“ kommt! Meist werden die Leute dann wieder leiser, da sich die wenigstens natürlich so dediziert mit dem Thema befasst haben und oft nur irgendwelche Horrorstories, meist aus dritter, vierter Hand gehört haben.
Gute Reise!
Gruß
JozInja