Immer diese Bedenken...

27 Antworten · 4'971 Aufrufe · gestartet 16. Okt. 2012 von Nadja+Marco
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174 Beiträge · seit 201216. Okt. 2012 · #21
Hallöchen Ihr 2...ich muss echt schmunzeln gerade...ich dachte es geht nur uns so...wir waren schon 3 Mal für ein paar Tage in Kapstadt und wollen jetzt mal richtig nach Afrika..Namibia...in 12 Tagen geht es endlich los. Unsere Freunde und Eltern und Kids haben schon gefragt ob wir ein Testament gemacht haben..*LACH* und wenn dann kommt...
"Was machst denn wenn du vom Löwen gefressen wirst" Antworte ich "Nix, und Manfred kann ein schönes Foto machen" 🙂 in diesem Sinne ... euch weiterhin vieeeeeel Vorfreude...LG Manuela
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub :-)
1'117 Beiträge · seit 201016. Okt. 2012 · #22
… und wenn man nach Südafrika auswandern will, dann wird man für total bekloppt erklärt… 😮

Liebe Nadja, lieber Marco,

so erging es uns vor einigen Jahren, als wir diesen Wunsch Freunden und Familien vortrugen. Manche haben es bis heute nicht verstanden, was uns hierher zieht. Manche können es mittlerweile gut nachvollziehen - nachdem sie hier waren... 😉
Wir haben die ganz Bandbreite gehört und irgendwann die "Todschlagsargumente der Unwissenheit" ignoriert. Und wir argumentieren nicht, denn das ist nur anstrengend.

Es ist wie überall auf der Welt: Eine gesunde Vorsicht ist angesagt, achtet auf euer Bauchgefühl, fragt bei euren Gastgebern nach Gegenden, die ihr meiden solltet.

Und dann: Freut euch auf die Reise und genießt ein wunderschönes Land mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen 😁 (aber wie überall - nicht am Geldautomaten!)

Wir fühlen uns hier nach wie vor sauwohl, haben den Schritt nicht einen Tag bereut und auch noch keine gefährliche Situation erlebt.

Ich hätte heute wohl mehr Herzklopfen, wenn ich nachts in einer deutschen U-Bahnstation warten müsste, als hier im Ort nachts auf dem Nachhauseweg.

Wir haben heute einen Vater und seinen 18jährigen Sohn nach 2 Wochen SA-Urlaub verabschiedet. Die beiden hatten eine tolle Zeit, mit vielen intensiven Kontakten und Erlebnissen. Ihre Erzählungen und die strahlenden Augen waren ein schönes Geschenk für uns 🙂

Ich wünsche euch einen erlebnisreichen Urlaub
Liebe Grüße
Beate
7'296 Beiträge · seit 200616. Okt. 2012 · #23
Nadja+Marco schrieb:
Dann erzählte ein anderer Bekannter für Südafrika werde, egal wie "krisenhaft" gerade die Lage ist, generell keine Reisewarnung ausgegeben.
... das halte ich für ausgemachten Unsinn. Das Auswärtige Amt warnt vor jedem "Mist", um nicht selbst belangt werden zu können. Die warnen eher zu viel als zu wenig.

Hier noch mal eigene Erfahrungen mit solchen Angsteinredern:

Vor meiner zweiten Radtour durch Alaska und Nordcanada wurde ich mal wieder auf die Gefahr durch Bären und Wölfe angesprochen und ob das nicht zu gefährlich sei. Ich habe dann gesagt, dass im Vorjahr alleine in Frankfurt sechs Menschen durch Hunde totgebissen wurden und in Alaska nur zwei durch Bären und Wölfe zusammen. Das hat die Bedenken zerstreut.

Wenn irgendwie die Sprache auf meine Radreisen in Afrika (inzwischen 12 Länder) kommt, dann ist das Thema "Sicherheit" auch immer am Start. Auf die Frage, ob das zu zweit nicht ein bisschen sicherer wäre als alleine, sage ich dann gerne mal: "Klar, dann müsste ich nicht schneller sein als der Löwe, sondern nur schneller als mein Reisepartner".

Und hier noch 'ne schöne Anekdote von vor einigen Jahren. Ein in Johannesburg lebender afrikanischer Musiker wurde zum Afrikafestival nach Würzburg eingeladen und sagte zu. Als seine Freunde in Johannesburg davon hörten, erklärten sie in für verrückt, weil es in Deutschland doch viel zu gefährlich sei.

Fazit: Das Unbekannte scheint immer viel gefährlicher als das Vertraute.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
75 Beiträge · seit 201116. Okt. 2012 · #24
Hallo,

vielleicht gehöre ich zu den wenigen, die
a) in ZA -Johannesburg- überfallen wurden,
b) sich gewehrt haben (sollte man nicht tun)
c) einen Glückwunsch vom Polizisten erhalten haben, dass wir noch leben

u n d
d) wieder nach ZA gefahren bin (fünfmal danach)

Die Sicherheitshinweise sind leider ernst zu nehmen, die Kriminalität in ZA und Nam ist sehr hoch, auch wenn das einige aufregen wird, es ist so.

Dennoch kann ich meinen Urlaub in ZA mit entsprechender Vorsicht geniesen.

Ich wünsche Dir das Gleiche
Tsumeb
Themenstarter336 Beiträge · seit 201217. Okt. 2012 · #25
Hallo Zusammen,

@Tsumeb: Natürlich nehme ich die Sicherheitshinweise ernst. Ich weiß, dass man aufpassen sollte und kenne die Warnungen. Natürlich ist an vielen Dingen auch was dran. Aber die Warnungen sollten halt von der richtigen Seite kommen. Wenn mir mein Reisebüro des Vertrauens sagt "Gehe nicht nachts allein durch Joburg" dann kann ich das akzeptieren. Wenn mir eine Bekannte sagt "Da kann man niemandem trauen, wenn man an einer roten Ampel stehen bleibt wird man geklaut" da halte ich es für gefährlicher, über jede rote Ampel zu fahren und auf der Kreuzung einen Unfall zu verursachen.

Da wir uns dazu entschieden haben, für unseren ersten Selbstfahrer-Aufenthalt die großen Städte zu meiden, fliegen wir z.b. von Joburg direkt weiter nach Mpumalanga. Wir halten uns größtenteils in Parks auf wie Kruger, Tembe, Ithala. Und das schon, um auch unsere Verwandten zu beruhigen und sagen zu können "Wir sind nicht in der Großstadt (oder speziell nicht in Joburg, Kapstadt)".

@Sasowewi: Danke für diesen tollen Film! WOW! Da steigt Vorfreude auf... 🤩


Auf welche Dinge achtet ihr denn genau?
Also z.b. nicht nachts allein durch die Stadt? Kein Taxifahren? Was ist mit Parkplatzwächtern? Kann man dort ohne Misstrauen sein Auto stehen lassen? Was sind typische Situationen für Touristen-Nepp? Was ist dran an dieser Ampel-Geschichte? Und wenn man eine Pannensituation am Straßenrand sieht, weiterfahren? (ich komme so konkret darauf, weil ich sowas in einem Reiseführer gelesen habe. Angeblich wird sowas gestellt und wenn man stehen bleibt wird man ausgeraubt...)

Welche Regeln für das Verhalten kennt und meint ihr, wenn ihr von der gesunden Vorsicht sprecht?


Ich habe es in der Vergangenheit so erlebt: In Sri Lanka und auf Mauritius habe ich so unglaublich offene, hilfsbereite Menschen getroffen. Die Menschen freuten sich, sprachen uns an, halfen wenn wir hilflos auf eine Straßenkarte guckten. Natürlich gibt es dort auch eine hohe Kriminalität.
Letztes Wochenende haben wir in Franken verbracht und wurden sowohl von der Hotelleitung im Regen stehen gelassen, als auch von jeglichem Ansprechpartner doof angeguckt, wenn wir um Hilfe baten. Jeder Gast oder Tourist wurde eher als Last angesehen...

Und wie ihr auch schon gesagt habt, überall kann was passieren. Man kann nicht ganz Südafrika pauschalisieren.
Last Minute in den Süden Namibias und KTP: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286740-last-minute-in-den-sueden-namibias-in-den-ktp.html Der Reisebericht zweier Schildkröten: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/278604-die-hochzeitsreise-zweier-schildkroeten.html Reisebericht Namibia: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/284269-ohrnyx-und-elend-oder-welches-tier-ist-das.html
3'080 Beiträge · seit 200917. Okt. 2012 · #26
Das kannst du so pauschal für das grosse Land nicht sagen, gesunder Menschenverstand wie in Deutschland auch. Es gibt Ecken in deutschen Großstädten da würde ich abends auch nicht rumlaufen, das gleiche gilt für New York oder sonstwo. In Kapstadt kannst du dich sehr wohl abends auf der Strasse bewegen, der Tipp mit vorher beim Hotel oder in der Unterkunft fragen ist immer gut.

Taxifahren, warum nicht, wenn es registrierte Taxen sind. Wenn die Taxe vom Hotel gerufen wurde und der Fahrer ok ist lass ich mir auch schonmal die Handynummer geben um ihn für den Rückweg direkt zu bestellen.

Parkplatzwächter sind so eine Sache, ob die wirklich was tun wenn dir einer die Scheibe einschlägt, ich glaube es nicht, in meinem Auto sind aber auch keine Wertsachen, ein leeres offenes Handschuhfach soll vom Versuch abhalten mal reinzuschauen....

Pannensituation am Strassenrand, auch da gilt, kommt drauf an wo. In der Kalahari auf dem Weg von Twee Rivieren nach Upington halte ich an, wir haben da letztens erstaunte Gesichter gehabt, zwei farbige Arbeiter mit Schafen auf der Ladefläche ihres Pickups waren wegen Kühlwassermangel liegengeblieben und waren erst erstaunt und dann sehr dankbar als wir zusammen aus unserem Vorrat ihren Wagen wieder flottgemacht haben, das hatten sie von weissen Touristen nicht erwartet.

Ich persönlich habe schon so viele positive Erlebnisse gehabt das ich gerne helfe, auf dem Land ist es eh deutlich entspannter als in den Großstädten.

Die Ampelgeschichte ist eher was für Joburg, in Kapstadt hab ich das noch nie gemacht.

Nepp findest du eigentlich recht häufig, aber beim ersten Besuch kannst du noch nicht wissen das du z.B. die angebotenen Souvenirs in Kapstadts Waterfront woanders für die Hälfte bekommst, auch hier wie überall auf der Welt zahlst du die Lage mit.

Wenn ihr in den Parks unterwegs seid ist das ganze Problem eh nur theoretischer Natur, die Brennpunkte liegen eigentlich in den Randgebieten der Großstädte, aus meinen Erfahrungen kann ich sagen das auf dem Land die Welt fast noch in Ordnung ist, ich zitiere gern eine Besitzerin eines Guesthouses die auf unsere Frage bei unserem ersten Besuch vor einigen Jahren nach der Sicherheit erzählte das sie nicht mal nachts die Haustür abschliesst und das selbst wenn sie allein zu hause ist.

Ich denke ihr werdet die gleichen Erfahrungen machen und auf viele hilfsbereite und freundliche Menschen treffen, geniesst es.

lg sasowewi
297 Beiträge · seit 200717. Okt. 2012 · #27
ich war mehrmals wochenlang alleine in Südafrika und Namibia unterwegs und wurde ständig gewarnt... vor allem von Einheimischen. Man muß da einen Mittelweg finden, man kann und darf nicht vor allem Angst haben. Dann ist man da ja irgendwie falsch...

Bei Pannen war ich froh wenn mir geholfen wurde. Und ich habe anderen geholfen.

Wenn man Angst hat oder die Situation als unsicher empfindet kann man trotzdem helfen. Fragen ob Hilfe gebraucht wird (Scheibe einen Zentimeter geöffnet) und dann Hilfe holen/anrufen etc. Wurde mir auch so empfohlen... (die Situation kam bei mir nicht vor)

Das mit der roten Ampel wurde mir immer nahegelegt. Nachts kurz anhalten und dann weiterfahren, wie bei uns an einem Stop-Schild. Kommt aber im Leben nie vor, da man nachts normalerweise nicht Auot fährt...

Viel Vorfreude und schöne Reise
wünscht Heike
*noch 51 Tage bis Kenya und Uganda* 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂
zuletzt bearbeitet 17. Okt. 2012
10 Beiträge · seit 201217. Okt. 2012 · #28
„…dass Südafrika für die Angestellten dieser großen, internationalen Firma als das gefährlichste Land für die "Außendienstler" eingestuft ist“…neben anderen Ländern, für die es auch entsprechende Firmen-Warnungen gibt, bekam mein Mann, als er nur beruflich nach SA/Joburg reiste, auch immer entsprechende Verhaltensregeln seiner Firma mit auf den Weg! Das waren so Sachen, wie immer Knöpfe im Auto runter, erst in der Hotelgarage das Fahrzeug verlassen, nachts nie an roten Ampeln anhalten usw. usf.

Naja, aus der Sicht der Firma meines Mannes, ist das auch nachvollziehbar, zum einen möchten sie natürlich, dass ihre MA so sicher wie möglich reisen und auch wieder gesund zurück kommen, nicht dass im Nachhinein jemand kommt und sagt, er hätte nichts über die Gefahren gewusst, zum anderen zahlt die Firma eine ordentliche LV, sollte einer ihrer MA auf einer Reise sein Leben lassen müssen. Ergo: geht man halt auf Nummer sicher und gibt das Maximum an, was man für seine Sicherheit tun kann.

Natürlich trägt dies den tatsächlichen Gegebenheiten nicht wirklich Rechnung und ist (meist) zuviel des Guten, aber besser einmal mehr vorsichtig als einmal zu wenig. Nichtsdestotrotz ist das meist natürlich oft übertrieben, aber da man nicht weiß, wann man Opfer einer Gewalttat werden kann, ist es natürlich schwierig, hier wirklich das richtige Maß zu finden.

Nun ja, seit über 1,5 Jahren leben wir nun schon in SA/Joburg und fühlen uns eigentlich (subjektiv) sicher, uns ist auch noch nie etwas passiert, obwohl wir uns hier für hiesige Gegebenheit normal bewegen und hoffen natürlich, dass es so bleibt – Garantie dafür gibt es aber keine!

Sicherheit war natürlich, bevor wir uns entschieden hatten, hierher zu kommen, ein großes Thema (vor allem in Joburg und für mich auch als Frau!). Deshalb habe ich mich vor Übersiedelung hierher auch sehr mit diesem Thema auseinander gesetzt, man möchte natürlich erfahren, wie es um gewisse Wahrscheinlichkeiten, Opfer werden zu können, steht.

Dabei habe ich für mich herausgefunden, dass es einerseits Statistik ist, die mit horrenden Zahlen aufwartet, was die Kriminalität anbelangt, andererseits muss man diese Zahlen aber auch stark differenzieren und zwar dahingehend, wo denn zu der Statistik am meisten beigetragen wird und dann stellt sich die Sicherheitsfrage nämlich nochmals ganz anders dar. Viele der Straftaten finden innerhalb der sehr dicht besiedelten (Mega-)Township-Gebiete statt, wo man sich normalerweise gar nicht aufhält - nicht jede Straftat richtet sich gegen Weiße/Touristen bzw. ist allgegenwärtig, sondern auch von den Örtlichkeiten abhängig.

Generell ist seit Jahren ein signifikanter Rückgang der Kriminalität auf allen Gebieten und in fast(!) allen Regionen festzustellen. Erwähnenswert (und überraschend für viele) ist hier sicherlich, dass das ach so kriminelle und gefährliche Johannesburg bzw. die Provinz Gauteng, in Summe sicherer ist als das Touristenparadies Western Cape, wo sich die Leute komischerweise subjektiv von vorne herein schon mal sicherer fühlen, obwohl in vielen Bereichen dort – im Gegensatz zu Joburg – die Zahlen nach oben zeigen bzw. langsamer zurück gehen!

http://www.saps.gov.za/statistics/reports/crimestats/2012/crime_stats.htm

https://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:tuoHdrDQ0TIJ:www.issafrica.org/crimehub/uploads/3_crime_situation.pdf+crime+report+south+africa+2010+area&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESjSi-xniusHyboXUQL4ThbTuxzkt8MB2vCGIJPYDvt3j4It3zeZONjmZX1o48yVoY_3WN4Y2Via03aqSQ1LKZ750cyJRJwQV6QCOwwdsIxmYFYHIkZZXuHaRL5evIY4k4x093Pb&sig=AHIEtbR-iP1ZDZJD0jnZFugzGxzP6rSf3A

http://news.bbc.co.uk/2/hi/8668615.stm


Ergo: Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, sondern muss sich die Zusammensetzung der Kriminalstatistik anschauen, dann erkennt man auch, wer wie gefährdet ist und wo sich die evtl. Hotspots befinden, das gibt einem zumindest mal die Möglichkeit, das Risiko für sich selbst mit entsprechendem Wissen und Verhalten zu minimieren – so war/ist meine Argumentation, wenn dieses pauschale „so gefährlich“ kommt! Meist werden die Leute dann wieder leiser, da sich die wenigstens natürlich so dediziert mit dem Thema befasst haben und oft nur irgendwelche Horrorstories, meist aus dritter, vierter Hand gehört haben.

Gute Reise!

Gruß
JozInja