Erstes Mal Namibia / Botswana 1 Monat (Mai)

11 Antworten · 2'528 Aufrufe · gestartet 11. Aug. 2012 von Markus_aus_wien
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Themenstarter12 Beiträge · seit 201211. Aug. 2012 · #1
Hallo!

Ich bin neu hier, und weiß auch nicht so recht ob der Thread im richtigen Unterforum ist (Namibia oder doch Botswana?)

Ich bin 29 Jahre alt, Rollstuhlfahrer (kann aber in Autos ein-/aussteigen) und hab schon einige Selbstfahrerrundreisen hinter mir, allerdings eher USA (unter anderem Südwesten, Yellowstone-Gegend, Alaska/Yukon, Texas/New Mexico).

Alles selbstgeplant etc.

Meine Reisepartnerin ist meine Mutter.

soviel dazu.

In den USA war es ja leicht, da hab ich schon Erfahrung und es gibt genügend Routensoftware um Distanzen zu berechnen. Für Afrika bin ich bis jetzt nur auf Tracks4Africa gestoßen (welches ich noch nicht habe). Google Maps etc sind da alle sehr schwach.

Nach vielen Reiseberichten hier im Forum hab ich mal eine Grobroute zusammengewürfelt und würde gerne eure Einschätzung wissen bezüglich Zeit.

Übernachtet werden soll in Lodges

Ich erwarte mir gar keine Detailausarbeitung, sondern mich interessiert viel mehr. Ist dieses Vorhaben viel zu ambitioniert und ich sollte die Hälfte gleich wieder streichen (wir möchten nicht nur durchhetzen) oder ist es realistisch? Die Distanzen hab ich mit Hilfe von Google Maps geschätzt.

Wüstengebiet hab ich absichtlich keins eingeplant, kennen wir schon aus einigen anderen Ländern und ist mit dem Rollstuhl nicht wirklich toll zu fahren.

Angedacht wäre Reisezentraum Mai.

Wäre nett wenn ihr mal drüberschauen könntet!

Tag km
1 50 Ankunft Windhoek und weiterfahrt
2 450 weiterfahrt richtung KTP
3 250 ankunft KTP
4 50 KTP
5 100 KTP
6 50 KTP
7 100 KTP
8 100 KTP
9 350 Fahrt 1 Richtung CKGR
10 350 Fahrt 2 Richtung CKGR
11 100 CKGR
12 100 CKGR
13 100 CKGR
14 250 Fahrt Richtung Nxai Pan NP
15 50 Nxai Pan NP
16 50 Nxai Pan NP
17 250 Fahrt Chobe NP
18 50 Chobe NP
19 100 Victoria Fälle oder Chobe NP
20 50 Chobe NP
21 50 Mudumu Game Park
22 50 Mudumu Game Park
23 350 Fahrt Richtung Etosha
24 350 Fahrt Richtung Etosha
25 100 Etosha
26 100 Etosha
27 100 Etosha
28 100 Etosha
29 100 Etosha
30 425 Fahrt Windhoek
31 10 Abflug
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2012
4'129 Beiträge · seit 200811. Aug. 2012 · #2
Hallo, markus_aus_Wien!
Willkommen im Forum!

Ich finde deine Unternehmungslust toll!
Reisezeit Mai ist gut gewählt.

du schreibst:
Wüstengebiet hab ich absichtlich keins eingeplant, kennen wir schon aus einigen anderen Ländern und ist mit dem Rollstuhl nicht wirklich toll zu fahren.
... doch, doch, hast du, und zwar hast du dir so richtig sandige Sachen ausgesucht!


KTP geht, solange du auf der SA Seite bleibst.
Wenn du in die großen Camps gehst, denke ich wirst du zurechtkommen.

Wenn du vom KTP zum CKGR willst musst du durch viel Sand. Wer gräbt, wer reduziert den Druck, im Sand? Wer pumpt wieder auf?
Es ist nicht grad eine befahrenen Strecke, du kannst nicht unbedingt mit fremder Hilfe rechnen. Ebenso im CKGR. Das kann schon mal einen Tag dauern.
Das halte ich für keine gute Idee, im tiefen Sand kannst du ja dich nicht bewegen, im Rollstuhl.
Überprüfe dich, welche Fähigkeiten du im Geländefahren hast, im Tiefsand, - wenn "nein", dann... denke ich, dass du besser einiges in deiner Planung veränderst oder hier erst mal einen Off-Road Kursus machst.
Alle drei Zufahrt zum CKGR sind ziemlich tiefsandig, die heftigste Strecke ist die nach Xade.
Ebenso die Strecke in den Chobe und wieder hinaus. Es sind alles keine Straßen, es sind nur Spuren im Sand.

Nxai Pan, Anfahrt – hab ich vergessen, ist zu lange her.
Chobe River Front geht, hat nur wenig Sand und viel andre Fahrzeuge, die helfen könnten. VicFalls geht natürlich.
.
Mudumu kenn ich nicht.
Etosha ist eine sehr gute Idee. Ein schöner Park und auch mit Rollstuhl zu machen. Wir haben beide Male dort Rollstuhlfahrer dort gesehen.

Tut mir leid, dass ich dir mit meinen Infos nicht die Machbarkeit deiner Strecken bestätigen kann.

Aber du hast so viele Möglichkeiten.
Z.B. könntest du für schwierige Strecken eine Safari buchen.
Am Chobe diese wunderbaren Bootstouren auf dem Chobe River.

Allerdings schreibst du nix von deinen Unterkünften. Was hattest du da gedacht?

Hier noch ein paar Unterkunfts-Tipps, zwischen den anderen Posts.
http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/151253-neue-unterkunft-kalahari.html?limit=6&start=6#155534
http://www.namibia-forum.ch/forum/28-camping/145686-zelten-im-kgalagadi.html#145715
http://www.namibia-forum.ch/forum/11-diverses/85186-namibia-mit-gehbehinderung.html?limit=6&start=6


Gruß lilytrotter

PS:
Vielleicht wendest du dich an einen der bekannten Reiseveranstalter für Selbstfahrertouren, die können dir was richtig nettes zusammenstellen, ohne Krampf und das bisschen, was das mehr kostet, wäre es mir wert.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2012
3'491 Beiträge · seit 200611. Aug. 2012 · #3
Hallo Markus,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum. Ich bewundere Deinen Unternehmungsgeist - glaube aber in Übereinstimmung mit Lillitrotter, dass Du Dir zuviel zumutest. Ich habe nur eine nebulöse Vorstellung davon, wie Ihr Eure Tour konkret gestalten wollt, aber vom Prinzip her habt Ihr Euch Zielgebiete ausgesucht, die ganz sicher nicht zu den klassischen Einsteiger-Zielen gehören.Diese Reise würde ich mir als Nichtbehinderter und langjähriger Kenner der Region allein nicht unbedingt zutrauen. Wenn Ihr da irgendwo hängen bleibt - und das kann eine ganz blöde Sandwanne sein - dann habt Ihr vermutlich ein ernstes Problem. Ich bezweifele, ob Ihr Euch allein werdet helfen können und auf fremde Hilfe könnt Ihr in sehr vielen Gebieten nicht hoffen oder auch per Handy nicht herbeirufen. Chobe, Kasane, VicFalls, Caprivi, Etosha - das sind gut erschlossene und gut frequentierte Gebiete. Aber alles andere sehe ich eher als "Expeditionsziele", denn als Reiseziele - zumindest für einen Rollstuhlfahrer. Bei allem Mut - Deine Route hat schon etwas mit Leichtsinn zu tun.
Gruß Joli
730 Beiträge · seit 200611. Aug. 2012 · #4
Hallo Markus,

Mai finde ich auch eine gute Reisezeit. Wir waren in diesem Jahr im April/Mai unterwegs und fanden die Zeit angenehm.

Zum Kgalagadi Transfrontier Park (KTP):
Es gibt einige Unterkünfte speziell für Rollstuhlfahrer. Schau mal hier:
Wheelchair Access
Sogar bei den Wilderness Camps gibt es ein paar komfortablere Hütten, wie z.B. im Kieliekrankie-Camp (DSZ). Sandpassagen gilt es aber trotzdem oft zu überwinden. Die Ranger/Mitarbeiter im KTP haben wir durchweg als sehr hilfsbereit kennengelernt und sie sind sicherlich zur Stelle, falls Du Hilfe benötigst.
Problematischer als die Unterkünfte stelle ich mir die Nutzung der Picknickplätze/WC vor. Die Entfernungen zwischen den Camps sind doch recht weit ... Bei einigen WCs sind Gitterschiebetüren davor. Aber man ist ja auch da fast nie alleine.
Hier findest Du viele Fotos der Unterkünfte und kannst Dir ein Bild machen, wie es dort aussieht:
Fotos KTP-Unterkünfte
Weitere Infos

Ich würde mich auf den KTP und Namibia beschränken. Die Probleme im CKGR hat lilytrotter ja schon gut beschrieben. Auch ein platter Reifen ist nicht gerade selten.


Viel Spaß noch bei der Planung.
Schöne Grüße
Ina
Unsere Website - Reisen ins südliche Afrika: www.inado.de => SCHWERPUNKT KGALAGADI
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2012
Themenstarter12 Beiträge · seit 201211. Aug. 2012 · #5
Ich bedanke mich bei euren Antworten, auch wenn ich sie in der Art ehrlicherweise gar nicht so erwartet hätte. Danke auch für die Links zu Unterkünften und ältere Beiträge betreffend Rollstuhl.

@lilytrotter
Bezüglich Sand: Ich bin davon ausgegangen, dass man abgesehen von den Aufenthalten in den Lodges/Camps und Toilettengängen sowieso im Auto/Boot/Flugzeug sitzt? Ist das nicht so?

Bezüglich Übernachtungen dachte ich an Tents/Cabins/Lodges. Unterkünfte hab ich mir schon einige angesehen, das dürfte mehr oder weniger passen.

Zum Autohandling: Ich bin nicht der Fahrer, das wäre meine Mutter. Reifen aufpumpen/ablassen: Das funktioniert ja mit Kompressor, sollte also ohne Probleme.

Nicht bös' gemeint: Aber inwiefern wären wir schlechter dran in der Wildnis (autofahren), als jemand ohne Rollstuhl? Übersehe ich etwas? Meine Mutter könnte dann ja graben falls notwendig.

In den USA sind wir auch den ein oder anderen Trail gefahren der nur 1-2 mal am Tag befahren wird. War sicher auch nicht so ohne Risiko.

Die ganzen genannten Ziele habe ich mir nach wochenlangem Reiseberichte lesen hier rausgesucht und hatte nicht wirklich den Eindruck (außer beim KTP), dass es so abgelegen wäre im Vergleich zum Rest. Da hab ich mich wohl grob verschätzt.

Gut, CKGR muss nicht sein und den KTP werde ich entsprechend eurer Antworten wohl etwas verändern.

Aber wenn ihr meint es wäre keine gute Idee, dann werde ich mir das natürlich überlegen. Ich kenn ja die Gegebenheiten dort nicht. Wenn ich allerdings immer nur das gemacht hätte, was man mir zutraut, wäre ich an vielen Orten noch nicht gewesen.

Mit Wüste meinte ich in meinem ersten Beitrag eigentlich Sanddünen. Nach Mudumu werden game drives vom Kwando Camp aus gemacht. Von Reiseveranstaltern halte ich nicht soviel, weil sie ersten selbst kaum Erfahrung haben bezüglich Rollstühle und ich die Reisen bis ins kleinste Detail lieber selbst plane.

Wir lieben halt die abgelegenen Gegenden, also möglichst wenige Menschen, dafür Ruhe und Einsamkeit. 🙂
Ina schrieb:
Problematischer als die Unterkünfte stelle ich mir die Nutzung der Picknickplätze/WC vor. Die Entfernungen zwischen den Camps sind doch recht weit ... Bei einigen WCs sind Gitterschiebetüren davor. Aber man ist ja auch da fast nie alleine.
Hier findest Du viele Fotos der Unterkünfte und kannst Dir ein Bild machen, wie es dort aussieht:
Danke für die Links!

Gitterschiebetüren sind kein Problem, aber kannst du mir bitte genauer erläutern wie du den Satz mit den Picknickplätzen meinst? Ich kann mir gerade nicht vorstellen wovon du sprichst weil du gleich im Anschluss von Camps redest.

Wie sieht so ein Picknickplatz aus. Nicht aus einem "Parkplatz", ein paar Sitzgelegenheiten und Toiletten?



P.S.: Ich hoffe meine Antworten sind nicht zu schroff rübergekommen, so sind sie nicht gemeint. Es ist halt schwierig für außenstehende zu beurteilen, was geht und was nicht geht. Ich freu mich auf jeden Fall, dieses Forum gefunden zu haben!
2'610 Beiträge · seit 200711. Aug. 2012 · #6
Hallo Markus (aus Wien 😉 )

willkommen im Forum. Ich sehe es wie du - wenn man immer auf andere hört, kommt man - auch als Nichtrollstuhlfahrer - nirgendwo hin.

Aber, man muss auch seine Grenzen erkennen. So werde ich es nie mehr schaffen, mit dem Fahrrad durch Kamerun zu fahren (das war einmal mein Traum) oder mit dem Segelboot um die Welt zu segeln. Für den 1. Traum bin ich zu alt und zu unsportlich 😄 und für den 2. Traum: es stellte sich heraus, dass ich nicht seefest bin 🤪

So wirst auch du ein paar Abstriche machen müssen: zum KTP kann ich dir nichts raten, aber schon zum CKGR. Hier gibt es nur 1 Lodge (an der Tau Pan) und um die zu erreichen musst du schon einige sehr einsame Ecken durchfahren. Es gäbe auch die Möglichkeit dich einfliegen zu lassen, da sind die Kosten natürlich zu beachten. Du schreibst, dass wenn ihr euch im Sand festfahrt, ja deine Mutter buddeln kann- glaube mir, wenn du richtig tief festsitzt, dann sind dir als Frau Grenzen gesetzt. Ich habe auch schon einmal meinen Mund weit aufgerissen und behauptet, dass ich genau so gut buddeln könne, wie mein Mann. Mensch, war ich froh, als ich die Schaufel wieder an meinen Mann weitergeben konnte. Seitdem bin ich vorsichtiger mit meiner Einschätzung.

Ansonsten finde ich, dass du deine/eure Tour gut geplant hast- nur lass das CKGR aus.

Liebe Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
2'610 Beiträge · seit 200711. Aug. 2012 · #7
Hi nochmals,

auch Nxai Pan hat eine super sandige Anfahrt- hier würde ich mich am Gate abholen lassen. Das Auto kann man sicher seher gut bei den Rangern parken.

Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
730 Beiträge · seit 200611. Aug. 2012 · #8
Hallo Markus,
Die Entfernungen zwischen den Camps sind doch recht weit ...
war nun eher mit einem Augenzwinkern gemeint. Teils liegen die Camps im Kgalagadi Transfrontier Park über 100 km auseinander und bei unserem Fahrtempo sind wir da "einige" Stunden unterwegs. Da kommen die wenigen WCs dann wie gerufen, weil man ja ansonsten nicht aussteigen darf.
Selbst auf den Picknickplätzen sollte man die Augen offen halten, siehe:
Löwe beim "Picknick"
Und ja, die Picknickplätze sind so wie Du es dir vorstellst mit Tischen, Bänken u. WCs - sogar für Rollstuhlfahrer ausgewiesen.

Sand gibts aber auch und die Gitterschiebetüren (zum Schutz vor Tieren 😉 - trotzdem suchen sie dort gerne Schatten ) mal mehr oder weniger leichtgängig. "Sollten" eigentlich automatisch zu fallen und so muss man oft dagegenhalten.

Im Vergleich zum Botswanateil sollte der südafrikanische kein Problem sein. Allerdings musst Du dort auch mit mehr Leuten rechnen.

Falls Du im Mai 2013 reisen willst; da ist schon viel ausgebucht im KTP. Die Verfügbarkeit kannst Du bei SanParks sehen.

Viele Grüße
Ina
Unsere Website - Reisen ins südliche Afrika: www.inado.de => SCHWERPUNKT KGALAGADI
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2012
2'346 Beiträge · seit 200611. Aug. 2012 · #9
Hallo "Markus_aus_wien",

mich würde mal interessieren, wie deine Mutter das "Abenteuer" sieht. Wir waren schon acht Mal in Namibia/Botswana/Südafrika und haben uns (ebenfalls als Nicht-Camper) in einige der von dir geplanten Regionen noch nicht gewagt.

Trotzdem ein gutes Gelingen
Armin
4'129 Beiträge · seit 200811. Aug. 2012 · #10
Hallo, markus_aus_wien!


Ja, solche Reiseberichte lesen sich immer sehr nett, - es steckt aber eine Menge Vorbereitung und Erfahrung dahinter. Das betont allerdings keiner, bescheiden, wie sie sind.

Ich hatte nicht geschrieben, dass man im Rollstuhl als Autofahrer schlechter dran ist, sondern beim Aussteigen bei den Sandpassagen, wenn man denn steckengeblieben ist.
Du schreibst:
„Meine Mutter könnte dann ja graben falls notwendig.“
Naja, wie schon angedeutet, es geht in solchen Gegenden nicht darum, mal eben zu graben und es ist auch völlig schnuppe, wer fährt. Der Fahrer muss nur sein Fahrzeug beherrschen und das Fahren im Sand. Es geht um Fahrfähigkeiten in extremen Gelände und darum, in der Lage zu sein, zu beurteilen, wann man was macht, um gar nicht erst einzusanden.
Du hast dich noch nicht dazu geäußert, ob der Fahrer/deine Mutter Off-Road-Erfahrung im Tiefsand hat. Das wäre schon eine Grundvoraussetzung für einen entspannten Urlaub (neben der entsprechenden Ausrüstung für Reisen in der wasserlosen Kalahari-Wüste).

Bezüglich der sandigen Strecken:
Vielleicht geben dir die kleinen Videos einen Eindruck, wovon ich spreche.
http://www.youtube.com/watch?v=b0K7UT8a7II&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=l-kx0XPU8Eg&feature=related

Beachte die Ausrüstung der Fahrzeuge, auch daran kannst du ablesen, wie man sich für eine Kalaharitour vorbereitet. Das macht keiner, weil es so „schick expeditionsmäßig“ aussieht.

Wirklich genaues kann man dir ansonsten leider nicht antworten, da deine Angaben zu deinen Strecken doch ziemlich allgemeiner Natur sind. Dass du z.T. Fly-In-Safaris planst, hattest du z.B. nicht erwähnt.
Und damit man sich hier nicht weiter über gefahrene oder geflogene Strecken rumraten muss und dir zu einer Strecke etwas erzählt, die du dann sowieso nicht fährst sondern fliegst, wäre es nett und sinnvoll, wenn du deine Route detailliert als Ganzes einstellen würdest.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
115 Beiträge · seit 201212. Aug. 2012 · #11
Hallo Markus

Schön, dass Du Namibia als Reiseland entdeckt hast! So wie Du schreibst hast Du ein Faible für grosse Landschaften und unendliche Weiten. Da bist Du in Namibia goldrichtig und wirst Dir eine wunderschöne, unvergessliche neue Welt erschliessen.

Wohl kaum woanders in Afrika wird das Reisen mit Rollstuhl besser organisierbar sein, als in Namibia und Südafrika. Ich kenne das Thema nur aus der Rolle des Rollstuhlfahrer/-innen-Begleiters und kann die Situation folglich nur sehr lückenhaft und oberflächlich einschätzen. Umso mehr, weil ich einige Deiner Ziele in Namibia selbst noch gar nicht gut kenne. Du wählst Dir da ja nicht gerade die typische "Namibia-zum-ersten-Mal-kennenlernen-Route" aus:-).

Grundsätzlich schätze ich ein, dass Du die beste Infrastruktur bei den HAUPTsehenswürdigkeiten Namibias (Sossusvlei, Fish River, Swakopmund, Etosha etc.) antreffen wirst. "Behindertengerechtes" Bauen wird wohl auch dort eher die Ausnahme als die Regel sein. Aber einzelne Barrieren werden sich mit Improvisation und ev. Beiziehen von Personal aus Hotels und Dritten bestimmt irgendwie organisieren lassen.

Mein Vorschlag: Ihr beide könntet in Namibia die grossen Distanzen grundsätzlich autonom bewältigen und - das Schönste in diesem Teil der Erde - die Weite und Stille im wahrsten Sinne des Worts selber "erfahren". Bei etlichen Hautsehenswürdigkeiten könntet Ihr Euch vereinzelt organisierten Tagestouren anschliessen. Damit meine ich jetzt NICHT diese grauenvollen Massenveranstaltungen mit Mikrophonansage und so. In Namibia organisieren zuweilen Hotels oder Anbieterinnen vor Ort Ausflüge in kleinen Bussen, in denen Privatsphäre und individuelle Wünsche und Anliegen durchaus Platz haben. Im Kollektiv so einer Kleingruppe könntet Ihr ev. Ziele erreichen, die zu zweit nur äusserst beschwerlich sind. So könntest Du Dir beispielsweise überlegen, ob Du mit dem Sossousvlei nicht doch auch ein Wüstengebiet in Deine Reisepläne aufnehmen willst. Mit Tagestouren oder dem lokalen Pendelbus vor Ort erreichst Du das Vlei, ohne dass Ihr Sandpisten fahren müsst. Unten im Sossusvlei ist der Lehm an etlichen Stellen so fest, dass ein Aussteigen und Fortbewegen mit Rollstuhl vorstellbar ist. Natürlich wirst Du, da gibt es nichts schön zu reden, vor Ort dann auf enge Fortbewegungsradien und Grenzen stossen. Aber das Sossusvlei ist auch so wuuuuuuuuuunderschön anzusehen. Bei vielen anderen Hauptsehenswürdigkeiten Namibias verhält es sich ähnlich

Langer Rede kurzer Sinn: an Deiner Stelle würde ich ungebremst weiterplanen und allenfalls aber die Route auf Hauptsehenswürdigkeiten mit guter Infrastruktur verlegen und die punktuelle Hilfe von Tagestouranbieter/-innen nutzen. Es MUSS funktionieren, denn Namibia ist wunderschön!!

Lieber Gruss und viel Schwung beim Weiterplanen

Stefan
482 Beiträge · seit 201214. Aug. 2012 · #12
Hallo Markus,

ergänzend zu dem Foto von Ina mit der Picnic-Platz Toilette möchte ich sagen, das genau diese Toilette eine kurze Rampe hat, die weil der Sand weggetreten ist, eher eine Stufe hat. Der Gang zwischen Gittertür und Toilettentür ist sehr schmal, also nur mit einem Sport-Rolli zu befahren. Dies nur als Beispiel dafür, dass unsere deutschen DIN-Normen dort keine Anwendung finden und dass, wo ein Rolli-Schild ist, nicht unbedingt Rolli-geeignete Einrichtungen (Rampen, Türbreite, WC-Sitz, haltegriffe, usw) sind.

Als ehemaliger SBV-Vertreter und Schiebemaxe schaue ich ein bißchen genauer hin. Was ich nicht einschätzen kann ist, ob ein normalbereifter Rolli den Schotterpisten Stand hält und ob ein Sport-Rolli der Beanspruchung durch die schlechten Wege genügt. Ich denke, das Du gut trainiert und nicht all zu schwer bist.

Meine persönliche Einschätzung, ohne das ich Dich kennenlernen konnte: Namibia JA ! - auf der Einsteiger-Touristen-Route mit den betonierten Wegen und breiten Türen. Alternativ im Camping-Wohnmobil wo Du im Wagen bleiben kannst. Und mir wäre eine männliche Begleitung zusätzlich sicherer (es macht keinen Spaß in der Mittagshitze 4 Räder jeweils ein Meter weit freizuschaufeln ).

Viel Spaß bei der weiteren Planung und alles Gute!
Wolfgang
zuletzt bearbeitet 15. Aug. 2012