VIvitchicaroThemenstarter11 Beiträge · seit 201225. Juli 2012 · #1Hallo,
weiß jemand ob man jetzt im August in Etosha (nördlicher wollen wir nicht) ein
Malariaprofilaxe nötig wäre?
Danke schon mal
Vitchicaro
jaw2'048 Beiträge · seit 200726. Juli 2012 · #2Hallo vitchicaro,
du bist noch recht neu hier im Forum und solltest lieber mal öfter die Suchfunktion benutzen. Dann würdest du bei diesem Thema finden, dass dies ein Reiz- und Streitthema hier ist.
Ich versuche es mal mit Fakten:
Du fährst an die Grenze des Malaria-risikogebietes. Allerdings mitten im dortigen Winter (=Trockenzeit) und damit in einer Zeit geringstem Risikos. Allerdings kommt die Anophelex-Mücke dort vor. Und da durch die Siedlungspolitik jetzt viel mehr Menschen im Park leben und diese meist aus dem Norden stammen und ständig Besuch von Verwandten bekommen hast du auch infizierte Menschen im Umkreis, an denen sich die Mücken vorher infiziert haben können. Also ist das Risiko dort nicht bei Null, aber eben viel niedriger als in "richtigen" Risikogebieten.
Du musst daher an Hand deines bisherigen Gesundheitszustandes, deines Sicherheitsbedürfnisses und deiner Erfahrung mit der Verträglichkeit der möglichen Mittel mit dem Arzt deines Vertrauens dies besprechen und dann entscheiden.
Aus einem anderen Post von dir habe ich entnommen, dass Etoscha am Ende deiner Reise stattfinden wird. Damit steigt dein Risiko, da die Erkrankung dann nicht mehr in Namibia auftreten könnte sondern erst nach Rückkehr in Deutschland. Hier denken Ärzte aber nicht an Malaria, weshalb die richtige Diagnose oft unnötig spät gestellt wird. Auch mit der Einnahme eines Medikamentes kannst du nicht verhindern, dass die Erreger in deinen Körper kommen. Du verhinderst nur, dass sie sich dort wirklich vermehren können. Dazu musst du das Medikament aber lange genug nachher einnehmen. Viele kürzen hier ab, verschleihern dadurch nur die Symptome und verzögern den wirklichen Ausbruch, was die richtige Diagnose noch unwahrscheinlicher macht.
Soweit die Theorie. Ich selbst werde auch Ende August in Etoscha sein, bin aber auch viel weiter nördlich unterwegs. Ich kann Krankheitszeichen selbst beurteilen und habe die entsprechenden Medikamente (nicht unsere sondern aus Südafrika) nur als Stand-by dabei. Ansonsten sorge ich durch schützende Kleidung und Anwendung von Repellants (peaceful sleep, erwerbbar in jedem Supermarkt vor Ort), dass ich möglichst nicht gestochen werde.
Aber wie gesagt - es ist ein Streitthema.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
DieWiesbadener482 Beiträge · seit 201226. Juli 2012 · #3Hallo Vitchicaro,
Willkommen im Forum und viel Geduld beim Lesen der vielen Beiträge zu diesem Thema.
Freunde von uns hatten ihre Malariaprofilaxe unterwegs verloren und sich vor Ort neu eingedeckt. Sie waren überrascht, das es in Namibia viel billiger war als in ihrer Apotheke in D.
Wir selber machen es wie jaw und haben bis jetzt Glück gehabt. toi toi toi ich klopf auf Holz.
Viele Grüße aus dem heissen Wiesbaden
Wolfgang
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201126. Juli 2012 · #4DieWiesbadener schrieb:
....
Sie waren überrascht, das es in Namibia viel billiger war als in ihrer Apotheke in D.
...
Mal die Krankenkasse in D fragen! Oft werden die Kosten für Beratung und Prophylaxe übernommen!
piscator1'483 Beiträge · seit 200926. Juli 2012 · #5Hallo Vitchicaro,
Jaw hat alles vollständig dargelegt. Eine kleine Ergänzung:
Unser Arzt, der uns das NAM-Virus beschert hat, war mehr als 10X in NAM. Er war überall und reist mit dem Medikament stand-by. Sein Hauptargument sind die möglichen Nebenwirkungen und das Verschleiern eines echten Anfalls. Er ist Internist und hat in der Praxis noch einen Reisemediziner.Wir haben zuletzt noch mit einem Farmer gesprochen, der auch als guide arbeitet ( bzw. hat) und auch aus denselben Gründen abrät.
Gruß Piscator
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200626. Juli 2012 · #6Hallo Vitchicaro,
Jaw hat es sehr treffen beschrieben.
Wenn Du nur eine Mücke im August in Etosha siehst hast Du serh viel Glück oder Pech gehabt. Es ist die Zeit der geringsten Möglichkeit sich anstecken zu lassen. Restrisiko bleibt natürlich immer, aber ich persönlich würde für Etosha keine Prophylaxe nehmen (bin kein Arzt!).
Hallo Wolfgang,
Sie waren überrascht, das es in Namibia viel billiger war als in ihrer Apotheke in D.
also Malarone hat letzte Woche hier etwa genauso viel gekostet wie in D. Es tut sich also was dieses Medikament angeht nicht viel wo man es kauft (außer bei den Billi-Internet"apotheken").
Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Namibia07373 Beiträge · seit 200726. Juli 2012 · #7Hallo Vitchicaro
Wir waren im September im Etosha. Da wir uns auch nicht sicher waren wegen der Malaria Problematik waren wir im Tropeninstitut in Zürich und die haben uns gesagt es eine Prophilaxe sei nicht nötig und wir sollen einfach das standby Medikament mitnehmen. Was wir dann auch gemacht haben. Mücken habe ich aber keine gesehen und bin ohne Stich wieder nach Hause gereist.
Schöne Reise schon heute
Namibia07
DieWiesbadener482 Beiträge · seit 201226. Juli 2012 · #8Hallo Christian,
vielen Dank für das update! ich möchte ja keine falschen Irrtümer in die Welt senden 😄
Als wir vor vielen Jahren unser NAM-Fieber bekamen, war alles noch billiger und der Umrechnungskurs war auch günstiger für uns als jetzt. 🙁
viele Grüße
Wolfgang
Reinhard1951723 Beiträge · seit 201126. Juli 2012 · #9Namibia07 schrieb:
....
Mücken habe ich aber keine gesehen und bin ohne Stich wieder nach Hause gereist.
...
Wirklich starkes Argument!! 🤢
Ich empfehle dir dringend das Posting von jaw zu beachten!!
TRtraumtesterGast26. Juli 2012 · #10Jeder erwachsene Mensch sollte wissen wem er am meisten vertraut,
sich selbst, dem Forum oder einem Arzt. Wobei der Tierarzt von der Nachbarschaft
sicher nicht der richtige Ansprechpartner ist. Sicher haben viele hier im Forum
viel Erfahrung, aber es sind nun mal meist keine Fachmediziner.
Deshalb war ich auch bei uns im Tropeninstitut, dort hat man mir ein Rezept
für Malarone mit genauer Einnahme-Anweisung gegeben. ( Sept. Etoscha und Krüger )
Mich persönlich beruhigt dies und ich bin wesentlich entspannter, als wenn ich immer denken muß, ob ich alles richtig mache. Auch diesen psychologischen Faktor sollte man
nicht unterschätzen. Entscheiden muß jeder für sich selbst.
RARandfichte48 Beiträge · seit 201205. Okt. 2012 · #11Hallo zusammen,
kurzes Update zu dem beliebten Thema. Wir sind vorgestern wieder aus Namibia angekommen und haben die letzten 4 Urlaubstage im Etosha Gebiet verbracht. Wir sind mit eigenem Moskitonetz, No Bite Repellents für die Haut & extra für die Kleidung gereist und hatten immer körperbedeckende Kleidung / Hüte an.
In den gesamten südlichen Landesteilen gab es in unserer Reisezeit keine Stechmücken. Es war unglaublich trocken und nachts teilweise sehr kalt.
In Etosha, Camp Okaukuejo - wir waren dort besonders vorsichtig - keine Mücken.
Die Situation änderte sich schlagartig mit der Fahrt Richtung Ost - Etosha. Im Camp Halali sind wir erstmals auf Mücken getroffen, dort gleich recht zahlreich vorhanden.
An unserem letzten Urlaubstag auf der Gästefarm Sachenheim in den Duschräumen, Waschhäusern und in der Nähe der Sprenkelanlagen für den Rasen dann der Hammer - alles voller Moskitos. Temperatur 36 Grad noch bei Dämmerung, als ich kurz aus dem Auto ausstieg um in der Farm einzuchecken mit noch hochgekrempelten Ärmeln hat eine Mücke zugestochen, am aller- allerletzten Abend unserer Reise. Kein schöner Abschluß.
Ich würde mich deshalb bei der nächsten Reise wohl für eine Malariaprohylaxe für den nördlichen Landesteil entscheiden. Es gibt dort defintiv Mücken, auch in der aller- allertrockensten Zeit des Jahres. Die Angst gestochen zu werden / gestochen worden zu sein macht jegliches schöne Urlaubsgefühl zunichte.
Die sehr netten Gastgeber auf der Farm haben beruhigend auf mich eingewirkt und mir versichert, daß es sich nicht um die Anopheles-Mücke handelt und noch keine Malariafälle gemeldet wurden. Trotzdem, ein Mückenstich in dieser Gegend ist einer zuviel. Ich kann nur hoffen, daß "meine" Mücke eine gute war.
Viele Grüße,
Sindy
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200605. Okt. 2012 · #12Hallo Sindy,
vielen Dank für diesen Beitrag. Das zeigt wieder mal, wie wichtig eine Malaria-Prophylaxe wirklich ist. Und mit Malarone ist es doch wirklich kein Problem mehr, da keine Nebenwirkungen. Bei Lariam hätte ich ja noch Verständnis, da dort doch die Nebenwirkungen nicht so ohne waren.
Aber irgendwie habe ich bei solchen Diskussionen immer den Eindruck, es ist einfach "in" oder "cool", keine Prophylaxe zu nehmen. Denn "mich sticht doch nichts". Leider gibt es hier im Forum kein feedback, wen es dann doch erwischt hat.
Und noch ein paar Gedanken zu "stand by", das immer wieder als Alternative empfohlen wird:
stellt Euch vor, Ihr seid unterwegs, evtl, noch in einer Reisegruppe. Natürlich seid Ihr gestochen worden. Und eines Tages habt Ihr Kopfweh, fühlt Euch schlecht. Jetzt ist die Frage: ist es eine beginnende Grippe, bin ich einfach nur überlastet, oder ist es wirklich Malaria. Was tun? Soll man das stand-by-Medikament nehmen? Dann sollte man ja auch schnellstens zum nächsten Arzt. Also die gesamte Rundreise ändern, gegebenenfalls die Reisegruppe nerven.
Also wird man doch optimistisch sein und annehmen, man hätte vielleicht doch nur eine Erklältung. Und damit dann wertvolle Zeit verlieren.
Denn wer als Laie kann schon wirklich beurteilen, ob jetzt das stand-by-Medikament angebracht wäre oder nicht.
Deshalb immer wieder mein Ratschlag: lieber mal "umsonst" Malarone nehmen, als dann vielleicht jahrelang mit Malaria zu tun haben.
Gruss Beate
Birgitt1'667 Beiträge · seit 200905. Okt. 2012 · #13Hallo,Sindy
Kann ich voll nachvollziehen,..den einen Stich....der war definitiv zuviel...hoffentlich hattest du Glück....
LG
Birgitt
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200605. Okt. 2012 · #14beate schrieb:
Und noch ein paar Gedanken zu "stand by", das immer wieder als Alternative empfohlen wird:
stellt Euch vor, Ihr seid unterwegs, evtl, noch in einer Reisegruppe. Natürlich seid Ihr gestochen worden. Und eines Tages habt Ihr Kopfweh, fühlt Euch schlecht. Jetzt ist die Frage: ist es eine beginnende Grippe, bin ich einfach nur überlastet, oder ist es wirklich Malaria.
... oder je nach Region Dengue, Chikungunya, Rift Valley Fever, West Nile Fever oder was auch immer. Dagegen hilft das Stand-By-Medikament gegen Malaria nämlich garantiert nicht.
Deshalb immer wieder mein Ratschlag: lieber mal "umsonst" Malarone nehmen, als dann vielleicht jahrelang mit Malaria zu tun haben.
... mit Malaria hat man zu 99% nur dann "jahrelang" zu tun, wenn man die falschen Ärzte besucht. Plasmodien durchleben im Körper verschiedene Entwicklungsstadien. Wenn die Erreger zu einer bestimmten Zahl ins Blut wandern, kommt es zu den bekannten Malariaschüben, gegen die die üblichen Medikamente verwendet werden. Ein Teil der Plasmodien "überwintert" in der Leber oder anderswo. Dort können ihnen Malarone, Lariam und Co. nichts anhaben und irgendwann gelangt wieder einer genügend große Anzahl von ihnen ins Blut und die Sache beginnt von vorne. Es gibt aber auch Medikamente, die die Plasmodien dort bekämpfen und dann ist Schluss für immer mit Malaria.
Deshalb ... erfahrenen Reisemediziner und nicht nur den Hausarzt aufsuchen ...
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
BEbeate1'450 Beiträge · seit 200605. Okt. 2012 · #15BikeAfrica schrieb:beate schrieb:
... mit Malaria hat man zu 99% nur dann "jahrelang" zu tun, wenn man die falschen Ärzte besucht.
Oder diesen zu spät aufsucht. Denn wenn Du nach einer Infektion irgendwann im Urlaub erst nach der Rückkehr, also evlt. nach 2 oder 3 Wochen, einen kompetenten Arzt aufsuchst (wie gesagt, während der Reise hofft man ja immer noch, dass es nur eine Grippe etc.wäre), dann ist es halt schon verdammt spät.
Aber dein Fazit kann ich nur voll und ganz unterstreichen:
Einen erfahrenen Reisemediziner, und nicht den Hausarzt, aufsuchen.
(Wir hier in München tun uns da leicht, wir haben ein gutes Tropeninstitut).
Gruss Beate
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200605. Okt. 2012 · #16beate schrieb:BikeAfrica schrieb:beate schrieb:
... mit Malaria hat man zu 99% nur dann "jahrelang" zu tun, wenn man die falschen Ärzte besucht.
Oder diesen zu spät aufsucht. Denn wenn Du nach einer Infektion irgendwann im Urlaub erst nach der Rückkehr, also evlt. nach 2 oder 3 Wochen, einen kompetenten Arzt aufsuchst (wie gesagt, während der Reise hofft man ja immer noch, dass es nur eine Grippe etc.wäre), dann ist es halt schon verdammt spät.
... wenn man akute Beschwerden zu lange verschleppt, kann es natürlich knapp werden.
Die immer wiederkehrenden Probleme lassen sich später jederzeit ausräumen.
Gruß
Wolfgang
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TRtraumtesterGast06. Okt. 2012 · #17Wer solche panische Angst hat vor Mückenstiche und sich bei jedem Stich ins Hemd macht, sollte zu Hause bleiben. Auch in Afrika gibt es genug Stechmücken, die keine Malaria übertragen. Woher will Sindy wissen ob es wirklich ein gefährliches Moskito war? Auch der Gastgeber hat die Mücke nicht gesehen, woher will er wissen, das es kein gefährliches Moskito war? Er hat aber das Richtige getan, beruhigend eingewirkt. Wenn wir in unserer Gruppe solche hysterische Mitreisende gehabt hätten, hätten wir die Rundreise abbrechen können. Nach ca. einer Woche fing die erste an zu schnupfen und husten, Halsweh. Nach wenigen Tagen war der halbe Bus betroffen, inklusive einige Durchfall-Fälle. Alle blieben ruhig und gelassen und nach wenigen Tagen später war dann wieder alles im Lot. Sicher sollte man nicht leichtsinnig sein, aber solch ein hyterisches Getue wie von Sindy und wie es hier im Forum öfters bei diesem Thema abgeht, hilft keinem und ist lächerlich.
Dass soll aber nicht heißen, dass ich die Einnahme von Malarone ablehne, vorbeugen ist klar besser als heilen, aber nicht unbedingt immer erfolgreich. Auch mir wurde Malarone im Tropeninstitut ( Nicht nur München hat eines) dringend empfohlen und ich habe es genommen. Aber das Malarone keine Nebenwirkungen hat ist Quatsch. Wir hatten Fälle, denen es nicht so gut ging, trotz abendlicher Einnahme. Nach dem Absetzen von Malarone ging es ihnen sofort besser. Bei mir hatte Malarone nur einen sehr trockenen Mund verursacht und ich mußte nachts etwas trinken. Nach Beendigung der vorgeschriebenen Einnahme war diese Nebenwirkung, mit der ich gut leben konnte, schnell vorbei.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200606. Okt. 2012 · #18Randfichte schrieb:Die Angst gestochen zu werden / gestochen worden zu sein macht jegliches schöne Urlaubsgefühl zunichte.
... das ist wirklich eine sehr extreme Sichtweise.
Ich war schon in Ländern wie Kamerun, Ghana oder Malawi unterwegs, wo Malaria z.T. Todesursache Nr. 1 ist und man jeden Tag gestochen wird. Davon lasse ich mir doch nicht den Urlaub verderben.
Gruß
Wolfgang
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BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200606. Okt. 2012 · #19piscator schrieb:Unser Arzt, der uns das NAM-Virus beschert hat, war mehr als 10X in NAM. Er war überall und reist mit dem Medikament stand-by. Sein Hauptargument sind die möglichen Nebenwirkungen und das Verschleiern eines echten Anfalls. Er ist Internist und hat in der Praxis noch einen Reisemediziner.Wir haben zuletzt noch mit einem Farmer gesprochen, der auch als guide arbeitet ( bzw. hat) und auch aus denselben Gründen abrät.
... der Farmer, der ganzjährig im Land lebt, kann ja auch nicht ständig Prophylaxe betreiben. Wenn er krank wird, lebt er aber dort, wo man an Malaria denkt. Wenn der Tourist zuhause in Europa krank wird (un das kann im Extremfall erst Monate später passieren), denkt kein Mensch an Malaria und die Behandlung wird evtl. gefährlich verzögert.
Ein Arzt, der Stand-By-Medikament mitnimmt, weiß (hoffentlich), was er tut. Er wird im Falle eines Falles einen Bluttest machen, um zu sehen, ob er überhaupt Malaria hat. Ein gewöhnlicher Tourist wirft dann auf Verdacht die höhere Dosis des Medikaments für Notfälle ein (soviel zu Nebenwirkungen) und hat evtl. etwas ganz anderes als Malaria. Dazu kommt, dass nicht jedes Medikament zur Behandlung jeder Malaria geeignet ist. Selbst wenn man also Malaria hat, ist das mitgeführte Medikament noch längst nicht wirksam.
Wer Verdacht auf Malaria hat (ob mit oder ohne Prophylaxe), sollte unbedingt zum Arzt gehen. Wenn keiner innerhalb von 24 Stunden erreichbar ist, kann man auf Verdacht ein Stand-By-Medikament nehmen.
Gruß
Wolfgang
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GUGuido.Gast06. Okt. 2012 · #20Hallo,
beate schrieb:vielen Dank für diesen Beitrag. Das zeigt wieder mal, wie wichtig eine Malaria-Prophylaxe wirklich ist. Und mit Malarone ist es doch wirklich kein Problem mehr, da keine Nebenwirkungen. Bei Lariam hätte ich ja noch Verständnis, da dort doch die Nebenwirkungen nicht so ohne waren.
Lariam gilt als Teufelszeug und Malarone als super verträglich. Laut Beipackzettel bekommen auch bei Malarone bis zu 10% eine Depression.
beate schrieb:Aber irgendwie habe ich bei solchen Diskussionen immer den Eindruck, es ist einfach "in" oder "cool", keine Prophylaxe zu nehmen. Denn "mich sticht doch nichts". Leider gibt es hier im Forum kein feedback, wen es dann doch erwischt hat.
Das hat meines Erachtens nichts mit cool zu tun. Gestehe doch bitte anderen das Recht zu, bei einer rationalen Abwägung zu einem anderen Ergebnis als Du zu kommen. Im Übrigen ist nicht jedes stechende Insekt eine Anopheles-Mücke und bei weitem nicht jede Anopheles-Mücke in Namibia trägt Plasmodien.
beate schrieb:Denn wer als Laie kann schon wirklich beurteilen, ob jetzt das stand-by-Medikament angebracht wäre oder nicht.
Deshalb immer wieder mein Ratschlag: lieber mal "umsonst" Malarone nehmen, als dann vielleicht jahrelang mit Malaria zu tun haben.
Das Motto ist also: Lieber ein paar Pillen zu viel als zu wenig einwerfen und dann kann mir nichts passieren? Auch eine Prophylaxe schützt nicht zu 100%. Bekommst Du trotzdem eine Malaria, so kann es dann besonders gefährlich werden. Denn die Prophylaxe unterdrückt Symptome und macht die Diagnose schwer. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit Prophylaxe trotzdem eine Malaria bekommst, ist natürlich deutlich verringert.
Im Übrigen gilt eine rechtzeitig erkannte Malaria als gut zu behandeln. Ich bin kein Arzt, aber das Wichtigste ist in meinen Augen, beim leisesten Verdacht auf Malaria diese professionell abklären zu lassen - egal ob Prophylaxe oder nicht.
Namibia hat auch riesige Fortschritte bei der Malariabekämpfung gemacht. Die Zahl der Todesfälle ist innerhalb von 10 Jahren um 98 Prozent gesunken. Die Wahrscheinlichkeit sich eine Malaria einzufangen, ist in den letzten Jahren stark gesunken.
Noch ein kleiner Exkurs: Ich halte es für richtig, das Thema mit einem Arzt zu besprechen. Der Arzt wird in der Regel viel qualifizierter sein als man selbst. Aber auch wenn der Arzt umfassend informiert ist und einen nach bestem Wissen und Gewissen berät, kann er völlig falsch liegen, weil er selbst keine Chance hat, einen objektiven Wissenstand zu erlangen. In Zeiten einer durch und durch kommerzialisierten Pharmaindustrie ist eine Menge an Falschwissen anerkannter Stand der Medizin. Das ist keine Verschwörungstheorie sondern ein Fakt. TED dürfte vielen hier ein Begriff sein. Schau Dir mal folgenden Vortrag an, der das Problem treffend erklärt:
http://www.ted.com/talks/ben_goldacre_what_doctors_don_t_know_about_the_drugs_they_prescribe.htmlDarauf nun mit kompletter Impf- und Medikamentenverweigerung zu reagieren, ist sicher völlig falsch. Aber man sollte eben auch nicht naiv an alle Heilsversprechen aller möglichen Pillen glauben.
Um das noch mal ganz klar zu sagen: Ich möchte mich hier weder pauschal für noch pauschal gegen eine Malaria-Prohylaxe aussprechen. Das muss jeder je nach besuchter Region, Jahreszeit und individueller Vorgeschichte am besten mit ärztlichem Rat selbst abwägen. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es nicht nur Argumente gibt, die für eine Prophylaxe sprechen.
Beste Grüße
Guido