Dialyse und Namibia

12 Antworten · 7'823 Aufrufe · gestartet 20. Juni 2012 von Birke
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Themenstarter3 Beiträge · seit 201120. Juni 2012 · #1
Nach 3 Wochen sind wir aus Namibia zurückgekehrt. Die anfallende Kritik von vielen Seiten, dass man mit einem solchen Handicap wie Dialyse nicht nach Afrika fährt, ist völlig überflüssig.
Die Dialysestationen in Windhoek und Swakopmund entsprechen durchaus unserem Status hier in Deutschland. Ich war so überwältigt von diesem Land, diesen Menschen, dieser Freundlichkeit, dass mir noch ziemlich die Worte fehlen um meine Eindrücke zu beschreiben. Erst war ich ziemlich traurig, dass die Mehrzahl doch mit Allrad und 3000 km unterwegs sind und sicherlich viel mehr vom wilden Afrika sehen als wir. Aber man kann auch stationär Urlaub machen und sehr viele tolle Ausflüge unternehmen rings um die 2 Städtchen. Dafür waren wir auch auf der z.B. Face to Face-Tour und ich muss sagen, wenn auch natürlich etwas bedrückend, hat mich die Offenheit und die Freundlichkeit sehr berührt. Wir bekamen durch unsere längeren Aufenthalte auch sehr nette Kontakte und sogar ziemlichen Abschiedsschmerz im Swakopmund. Sehr zu empfehlen ist hier die Sandwich-Habour-Tour mit Ernst Ritter. Solch einen beeindruckenden Tag habe ich (bis auf meine Hochzeit:-) ) noch nicht erlebt. Ernst so ruhig und besonnen merkt man sofort, dass er seine Heimat sehr liebt - ein wirklicher Genuss! Aber nur 1 Tag von vielen Erlebnissen und ich lege jedem Menschen ans Herz: Tue es einfach wenn Du spürst Du schaffst das! Ich glaube ich fahre auch nochmal in den Norden. Es gibt noch eine Dialyse an der sambischen Grenze und auch in Botswana. An alle die mir hier im Forum Tipps gaben vielen Dank Edel Birkmann
222 Beiträge · seit 200620. Juni 2012 · #2
Hallo Edel,

vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag zu einem ernsten Thema, der doch so ermutigend ist und ich hoffe auch, für die Betroffenen sein wird.
Ich habe das meiner Mutter seinerzeit auch gesagt, dass sie ihr Leben weiter leben kann mit Dialyse - nur eben anders. Leider hat sie es nicht geschafft.

Ich freue mich sehr für Dich, dass Du Namibia erleben und geniessen konntest und trotz der Dialyse mit so vielen positiven Gefühlen zurück kommst.

Hut ab und Respekt!

Liebe Grüsse
Sandra
Naturfotografie Fotoblog Reisebericht Namibia 2011 Reisebericht Namibia 2012
Gast20. Juni 2012 · #3
Hallo,

ich freue mich sehr dass du deinen Aufenthalt hier so genossen hast - und den Ausflug mit Ernst. Ich kenne ihn, und finde es klasse dass er hier so ein nettes Feedback bekommt!

Ich hoffe fuer dich dass du wiederkommen kannst um noch mehr von diesem wunderbaren Land zu erleben.

Alles Gute
WoMa
10 Beiträge · seit 201221. Juni 2012 · #4
Hallo zusammen,

vielleicht berichten noch einmal andere Forumsmitglieder über Ihre Dialyse-Erfahrungen auf Reisen in Namibia oder Botswana, RSA

Obwohl weder beruflich noch privat direkt betroffen hatten wir uns die Dialyse-Möglichkeiten in Windhoek und Swakopmund auch vor Ort 2009 für ein befreundetes Ehepaar angeschaut. Eine deutsche Urlaubs-Patientin war gleichfalls sehr angetan und hielt den Standard durchaus mit dem deutschen Standard vergleichbar. Die Dialysemaschinen waren damals sehr neu und vernünftig gewartet, so wurde uns berichtet.

Die Patientin wurde 3 x die Woche dialysiert, so dass auch weitere Ausflüge mit Übernachtung möglich waren. Sicherlich muss man dies aber alles en detail dann vorab klären.

Ich kenne einige Dialyse-Patienten, die gerne einmal auch nach Namibia verreisen würden. Vielleicht entsteht ja hier eine neue aktuelle Entscheidungshilfe.
557 Beiträge · seit 200921. Juni 2012 · #5
Hallo und guten Tag,

auch für meine Frau und mich war die Sandwich-Harbour-Tour mit Ernst Ritter im Juni 2008 ein besonders beeindruckendes und erfreuliches Erlebnis, da wir am Ziel an diesem Tag die einzigen Besucher waren.


Freundliche Grüße

Eto
Reisebericht: Nördliches Tansania u. Sansibar 2010 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/153776-reisebericht-noerdltansania-usansibar-febr-2010.html
33,1k Beiträge · seit 200621. Juni 2012 · #6
Hi Bernd,
hielt den Standard durchaus mit dem deutschen Standard vergleichbar.
wäre auch erstaunlich wenn nicht, denn die Maschinen kommen aus Deutschland (Fresenius Medical Care) und werden auch von diesen gewartet (bezieht sich nur auf die im privaten "Windhoek Kidney & Dialysis Centre", nicht im Staatskrankenhaus).

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
649 Beiträge · seit 200721. Juni 2012 · #7
Hallo Birke,

schön, dass Du Dir Dein orhaben niht hast ausreden lassen. Es gehört Mut dazu, den Bedenkenträgern nicht zuzuhören!
10 Beiträge · seit 201221. Juni 2012 · #8
@travel Namibia:

Stimmt mit Service und Maschinen (Fresenius und co); aufgefallen war aber, dass es nicht die gleiche Einteilung (wie in Dtschl.)mit den Patientengruppen gibt (hier u.a. Pat. mit verschiedenen Infektionskrankheiten in verschiedenen "Klassen", meist farbig markiert). Dadurch werden in Namibia dann Dialysemaschinen "eingespart"; vielleicht ist das aber auch inzwischen besser geworden. Ich bin nicht vom Fach, habe es mir aber so erklären lassen.

Ergebnis (wie ansich auch normal): jede(r) PatientIn sollte im Vorfeld alle persönlichen Risiken, Bedenken, Sonderregelungen (z.B. single-needle-system etc.) mit der entsprechenden Dialysestation direkt abklären - und sich schriftlich bestätigen lassen. Man ist in Windhoek und Swakopmund sehr darum bemüht auch alle Fragen zu klären. Und das zählt schließlich für einen möglichst sorgenfreien Urlaub.
zuletzt bearbeitet 21. Juni 2012
105 Beiträge · seit 200821. Juni 2012 · #9
Hallo Edel,

ich find's toll, dass du hier im Namibia-Forum deine Reiseeindrücke von deiner Namibia-Reise mit (!) Dialyse berichtest. Wer jemals an der Dialyse war, kann das nachempfinden, wieviel Mut erfordeerlich ist, einen solchen Schritt ins Ungewisse zu tun.

Ich hoffe, dass deine Erlebnisse in Afrika auch anderen Mut machen und sie es dir gleichtun.

Ich war muittlerweile wohl schon fünfmal in diesem fantastischen Land, das auch heute noch meine persönliche "Number One" im südlichen Afrika ist. Vor 20 Jahren wollte ich das erste Mal hierher; alles war schon geplant und gebucht. Drei Monate bevor es losging, kam ich ganz unerwartet ins Krankenhaus (und gleich in die Notaufnahme) und 2 Tage später lag ich schon an der Dialyse-Maschine: Terminales Nierenversagen... Drei Jahre war ich dialysepflichtig, bis "der" Anruf kam: Eine Transplantations-Niere für mich...

17 Jahre bin ich mitttlerweile transplantiert und habe meine Zeit genutzt - neben einem Dutzend Reisen ins südliche Afrika bestimmt mehr als 50 weitere Übersee-Reisen in alle Kontinente... Aber Afrika bleibt - neben den USA - meine "Große Liebe".

Dir alles Gute und nochmals vielen Dank für deinen Bericht! Er macht Mut. Respekt für den Mut, den du hatttest.

Viele Grüße Gerd (Gero)

(hier im Forum bin ich als Gero angemeldet, weil ich hier schon Fragen zu einzelnen Ländern in Afrika hatte; Gero ist die Kombination aus Gerd und Roswitha - meine Frau).
96 Beiträge · seit 201221. Juni 2012 · #10
Hallo Edel-Birke,
toll, dass Du dieses Thema aufgreifst.
Ich war vor Beginn meiner Dialyse 3x in Namibia mit schon sehr schlechten Blutwerten, dann 4,4 Jahre an der Dialyse und schon 6 Wochen nach der Transplantation habe ich wieder einen Namibiaurlaub gebucht.(allerdings für 8 Monate später)Jetzt bin ich 5 Jahre transplantiert und war schon 3x in Südafrika und 2x in Namibia. Ich habe wohl keine Dialyseerfahrungen vom Land, weil ich meiner Familie, 3 Kinder, das relative Eingeschränktsein ersparen wollte.
Es ist gut und wichtig zu wissen,dass auch in Namibia Urlaub mit Dialysepflicht machbar ist. Und ich kann als Transplantierte auch Mut machen: wir campen immer, kochen selber, leben ganz ungezwungen wie "Gesunde" und ich war noch nie krank im Urlaub.
Gruß Almut
63 Beiträge · seit 201908. Juni 2023 · #11
Hallo, da die Erfahrungsberichte hier ja doch schon etwas zurück liegen wollte ich mal fragen ob jemand aktuellere Infos bzw. Erfahrungen zum Thema Dialyse in Namibia aber auch in Südafrika gemacht hat und erzählen möchte?!
In Südafrika gibt es inzwischen ja auch in Nelspruit und Hoedspruit ein Dialyse Zentrum, war da jemand schon mal?
Besten Dank vorab 😉
409 Beiträge · seit 202208. Juni 2023 · #12
Links:

https://www.nephrocare.com/clinic/windhoek/?tx_clinicfinder_detail%5Blang%5D=23&cHash=b494dcda61d4b98e02a9b88edc4cdafe
https://www.medpages.info/sf/index.php?page=organisation&orgcode=268448

https://www.dialyse-online.de/index.php/forum/urlaub-reisen/508597-namibia-mit-dialyse

https://www.hdpev.de/urlaub/urlaub-mit-haemodialyse/68-fernreisen/169-namibia

Nur mal ein kleiner Hinweis, den ich von einem Verwandten bekam:
Da Namibia nicht in der EU ist, stellen sich die Krankenkassen nunehmend bockig an, die Kosten zu zahlen. Für die Dialyse mußte er monatelang dem Geld hinterher laufen. Also wäre es vor Abreise wichtig, sich vorab die Kostenübernahme und die Beträge von der Krankenkasse bestätigen zu lassen.

Im Übrigen gilt das auch für Medikamente chronisch Kranker, wo sich die Krankenkassen (Gesetzliche) nicht (mehr) überzeugen lassen, daß sie die Medikamente für den Zeitraum auch z.B. in D hätten zahlen müssen. So z.B. bei Zuckerkrankheit.
zuletzt bearbeitet 08. Juni 2023
63 Beiträge · seit 201908. Juni 2023 · #13
Super, vielen Dank Hajo!!! 🙂