chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200618. Apr. 2012 · #41
Hallo bayern schorsch, ich nehme es dir doch nicht übel, ich wusste halt einfach nicht, ob ein bisschen Ironie mitklingt bei der Viertelstunde. Und ich kann dir versichern, dass ich handwerklich total unbegabt bin, und selbst mit mir als "Hilfe" hat das Dachzelt aufbauen nach ein paar Tagen nur noch knapp 5 Minuten gedauert - ohne das wir dabei versucht haben, irgendwelche Rekorde zu brechen.
Hallo Uli, eure Tour wird euch sicher gefallen. 17 Tage sind zwar recht kurz, aber für die Tour durchaus machbar. Außer mir würden sich bestimmt noch weitere FoMis freuen, wenn du einen Reisebericht schreiben würdest.
Hallo Lil, danke für dein dickes Lob. Die Burger können es bei mir definitiv nicht gewesen sein, ich habe nur einmal davon abgebissen und mein Mann hat den empfindlicheren Magen von uns.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200618. Apr. 2012 · #42
Donnerstag, 15.03. Sesriem Die erste Nacht im Dachzelt war angenehm. Es war auch nicht zu heiß, wie das Pärchen, was Christian in Swakopmund getroffen hatte, erzählt hatte. Im Gegenteil, gegen morgen war es recht frisch. Etwas nervig war der Generator, der die ganze Nacht lief, und die Grillen, die recht laut waren. Vielleicht kommen wir deshalb nur schwer in die Gänge. Ich habe die Augen wohl noch nicht ganz auf, als ich Christian vor den Waschräumen das Haarspray statt den Rasierschaum aus der Kulturtasche fische.😜 Da es schon 08:00 h ist, verzichten wir sowohl auf Kaffee und Frühstück und fahren – nachdem das Dachzelt ordnungsgemäß zurückgebaut ist und zweimaligem Vergewissern, dass wir das Kabel vom Kühlschrank zur Powerstation wieder getrennt haben- los. 2005 war die Straße zum Sossusvlei zwar auch schon geteert, aber hatte so viele Schlaglöcher, dass wir eine gute Schotterpiste vorgezogen hätten. Dieses Mal jedoch ist sie fast tadellos. Eineinviertel Stunden benötigen wir bis zum 2x4 Parkplatz. Wir reduzieren den Reifendruck und wechseln in den H4-Modus (4x4-Antrieb). Wir haben damit bisher noch keine praktische Erfahrung, hatten uns nur ein wenig vorm Urlaub belesen, um nicht ganz ahnungslos zu sein. Im Hinterkopf haben wir, dass die Freilaufnaben beim Wechsel zum Allradbetrieb festgestellt werden müssen. Also an den Vorderrädern nachgeschaut – oops, da ist ja nichts – also vielleicht gibt es einen Schalter am Armaturenbrett- auch nicht. Aber sollte das an den Vorderreifen so versteckt sein, dass man es nicht auf Anhieb findet? 😕 😕 Bei der kurzen Einweisung wurde nichts davon erwähnt. Es ist auch leider niemand am Parkplatz, den man fragen kann. Ich erinnere mich, dass ich gelesen habe, dass es „nicht so schlimm sei“, wenn man im H4-Modus vergisst, die Freilaufnaben festzustellen, aber im L4-Modus hätte das gravierende Folgen. Also beschließen wir, loszufahren. Christian meistert seine erste 4x4 Passage gut. Vom zweiten Parkplatz am Dead Vlei (der mit den Sitzbänken, Tipp aus dem Forum –ich glaube von Gerd1942- danke) laufen wir in ca. 20 Minuten zum Vlei. Die Sonne brennt ganz schön auf uns herab, und Schatten gibt es so gut wie gar nicht. Nichtsdestotrotz lasse ich den Auslöser glühen.
Bei diesem Bild muss ich immer schmunzeln: Christian mahnte mich, weiter zu gehen, aber da noch eine Frau aus einer anderen Perspektive fotografiert wurde, antwortete ich ihm, dass ich noch warte, bis sie weg aus "meinem Motiv" sei. Sie hat uns leider verstanden, und erwiderte: Ich bin ja gleich weg Falls sich jemand aus dem Forum wiedererkennt, es war nicht böse gemeint 🙂
Der Rückweg dauert etwas länger, wahrscheinlich weil wir schon etwas ko sind.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200618. Apr. 2012 · #43
Kurz vor 12:00 h nehmen wir uns endlich Zeit für ein spätes Frühstück. Viele Spatzen kommen an, um auf eventuell herunterfallende Brötchenkrümel zu lauern. Auch nicht vergebens!
Ich war zu hungrig, um uns beim Essen zu fotografieren 😄
Als wir dann wieder zurückfahren wollen, muss Christian aber schon beim Anfahren ein paar Mal zurücksetzen, um voranzukommen. Dann geht es zuerst relativ gut, aber in der Tiefsandpassage wählt Christian leider die falsche Spur, so dass wir – auch nach Zurücksetzen und Einsatz des Spatens - nicht mehr vorwärts kommen. Wir zögern, den L 4 – Modus einzusetzen, weil wir eben nicht sicher sind, dass wir definitiv keine Freilaufnaben haben. Leider konnten wir weder beim Parkplatz jemanden ansprechen noch ist jetzt jemand da. Aus dem Motorraum kommt ein Gestank wie verbrannter Gummi, was uns zusätzlich Unwohlsein einjagt. 😮 Nachdem wir jedoch eine Weile unter der sengenden Sonne vergeblich gewartet haben, entscheiden wir –wenn auch mit einem mulmigen Bauchgefühl -, dass der Hilux wohl keine Freilaufnaben hat, die man fest stellen muss und wechseln auf L4. Etwas mühselig wühlt sich der Hilux aus dem Sand, aber wir kommen vorwärts. Ohne uns noch mal festzufahren, erreichen wir den 2x4-Parkplatz. Hier schnappen wir uns einen der Shuttleservice-Fahrer und uns fällt ein Stein von Herzen, als er uns nach kurzer Inspektion des Fahrzeugs bestätigt, dass wir nichts manuell einstellen müssen. Auf dem Rückweg halten wir an der Düne 45 für ein paar Aufnahmen, zum Besteigen fehlt uns die Energie.
Vielleicht auch ganz gut so, denn es türmen sich langsam Regenwolken auf. Regen im Sossusvlei? Tatsächlich, wir sind noch nicht am Gate und es beginnt zu tröpfeln, was sich sehr bald zu einem stärkeren Regen entwickelt. Unser Plan, uns im Pool abzukühlen, ist nun hinfällig. So entschließen wir uns zum Sesriem Canyon zu fahren, in der Hoffnung, dass der Regen bald aufhört. Ca 1 h warten wir, dann lässt der Regen nach bis er sogar ganz aufhört und wir „steigen“ in den Canyon ab. Sicherlich nicht ganz so beeindruckend und anders wie die Dünenlandschaft, aber dafür, dass er nur 5 km vom Campingplatz entfernt liegt, wäre es schade, ihn völlig unberücksichtigt zu lassen, wenn man die Zeit dazu hat.
Uns gefällt er, sicher spielt auch das Wasser eine Rolle. Völlig begeistert sind wir, als Christian auf einem Felsvorsprung ein dösendes Stachelschwein entdecken. Um es fotografieren zu können, nimmt mich Christian auf seine Schultern – ihr seht, wir scheuen keine Mühen.
Am Canyonrand laufen wir auch noch ein wenig entlang, bevor wir zurückfahren.
Wir tanken, überprüfen den Reifendruck, bauen in Ruhe unser Zelt auf und Christian grillt unser Abendessen. Wir genießen den Regenbogen und den anschließenden Sonnenuntergang, bevor wir uns ins Dachzelt zurückziehen.
JUKoehler415 Beiträge · seit 201018. Apr. 2012 · #44
Uhhh.... ich habe jetzt ganz vergessen, dass ich ja an meinem Arbeitsplatz bin 🤩 Lieben Dank für diese gelungene Entführung. Phantastische Fotos, interessante Perspektiven und gekonnte Bildgestaltung - großes Kompliment! In knapp 3 Wochen darf ich auch wieder - was für eine großartige Einstimmung mit Deinem Bericht - VIELEN DANK !!!
sehr schöner Bericht, sehr schöne Bilder und informativ, nicht nur was die Freilaufnaben des Hilux angehen, ist er auch. Da wir auf unserer Tour (September / Oktober) auch einen Hilux 4x4 haben, dazu bisher keine 4x4 Erfahrung, hätten wir sicher auch vor dem Problem gestanden.
Danke für die Info!;)
Konntet Ihr unten im Sesriem Canyon laufen oder war es wegen des Wassers nicht möglich?
Hallo bayern schorsch, ich nehme es dir doch nicht übel, ich wusste halt einfach nicht, ob ein bisschen Ironie mitklingt bei der Viertelstunde
Na, da hab ich ja nochmal "Glück" gehabt und ich bin da auch froh.:) Meine bessere Hälfte sagt immer, ich soll mich halt ein wenig "zurücknehmen". Also - ich gelob Besserung. Versprochen.;)
Sossusvlei: wie sich das Alles so schön gleicht. Düne 45, der Canyon, das Todestal ..... Ja ja, das ist schon alles grandios. Wir haben uns in 2010 von einer Shuttle-Frau hinter fahren lassen. Die Frau war klasse (also ich meine natürlich was die Fahrerei betrifft), denn mit unserem Normal-Auto wär´n wir da nie angekommen.
Hi Chrissie, jetz muss ich mich aber auch mal für Deinen sehr schönen Bericht bedanken.
Absolut begeistert bin ich vom Stachelschein. Wahnsinn solch ein schönes Foto dieser scheuen Tiere!!! Wir haben erst einmal eines gesehen. Aber es war so schnell und scheu im Gebüsch, daß es nicht mal zu einem Foto gereicht hat.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200618. Apr. 2012 · #51
Ich freue mich wie ein Honigkuchenpferd über euer supernettes Feedback auch oder gerade bezüglich meiner Fotos, denn ich bin eigentlich nur eine „Knipserin“. 😁 Angeregt von den klasse Fotos im Forum habe ich mir vor dem Urlaub einen Polfilter zugelegt und mich ein wenig mit Fotografieren (so nach dem Motto: Fotografieren für Dummies ) beschäftigt. Euren Kommentaren zufolge scheint es nicht ganz vergebens gewesen zu sein. Allerdings bietet das Deadvlei auch super Motive. Schön, dass sich auch weitere stille Mitleser geoutet haben.
roca schrieb:echt tolle Bilder 🙂 Bin gespannt wie es weiter geht. Ich will auch endlich nach Namibia. Leider muss ich noch 4 Monate aushalten 😐
Der nächste Tag hat uns die Schweißperlen ins Gesicht getrieben –aber nicht die Sonne war schuld. 🤩 4 Monate ist ja nicht mehr lang – Vorfreude ist die schönste Freude. Ich wünsche dir dennoch, dass die Zeit bis dahin schnell vergeht und vor allen eine schöne Reise.
jaffles schrieb:Hallo Chrissie, klasse Bericht und noch schönere Bilder. Das Stachelschwein ist ja sensationell!!!! Freue mich schon auf den KTP Teil. Ihr wart ja kurz nach uns dort. LG Claudia
Von wann bis wann wart ihr im KTP? Hatten wir sonst noch Routenüberschneidungen?
etosha-micha schrieb:Hallo Chrissie, sehr schöner Bericht, sehr schöne Bilder und informativ, nicht nur was die Freilaufnaben des Hilux angehen, ist er auch. Da wir auf unserer Tour (September / Oktober) auch einen Hilux 4x4 haben, dazu bisher keine 4x4 Erfahrung, hätten wir sicher auch vor dem Problem gestanden. Danke für die Info!;) Konntet Ihr unten im Sesriem Canyon laufen oder war es wegen des Wassers nicht möglich? LG Micha
Nur die neueren Modelle (ich weiß nicht, ab welchem BJ) haben keine manuellen Freilaufnaben mehr. Am besten bei der Mietwagenübergabe nachfragen. Wir konnten im Canyon ein Stück laufen, dann stand erst das Wasser.
Uli.S schrieb:Hallo Chrissie,
ganz tolle Fotos. Als Hobbyfotographin freue ich mich auch schon auf die vielen schönen Motive.
Ich hoffe mein Mann und ich können auch Fliegen, da gerade gesundheitliche Probleme in der Familie aufgetreten sind. Drückt uns die Daumen.
Viele Grüße Uli
Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass die gesundheitlichen Probleme schnell behoben werden. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, so etwas kann die Vorfreude leider erheblich schmälern.
Seber schrieb:Hi Chrissie, jetz muss ich mich aber auch mal für Deinen sehr schönen Bericht bedanken.
Absolut begeistert bin ich vom Stachelschein. Wahnsinn solch ein schönes Foto dieser scheuen Tiere!!! Wir haben erst einmal eines gesehen. Aber es war so schnell und scheu im Gebüsch, daß es nicht mal zu einem Foto gereicht hat.
Viele Grüsse. Seber
Wir waren auch super beeindruckt von dieser Begegnung und sind glücklich, auch noch die Gelegenheit gehabt zu haben, ein Foto zu schießen.
auch von mir ein grosses Lob für die tolle Aufnahme vom Stachelschwein. Mein Mann und ich hatten in der Erongo Wilderness Lodge vor 2 Jahren ebenfalls das Glück eins im Dunkeln zu beobachten. Ein Foto existiert aber leider nicht.
Auch deine Aufnahmen vom Deadvlei (ohne deutschsprechende Touristin) sind traumhaft.
ganz tolle Fotos. Als Hobbyfotographin freue ich mich auch schon auf die vielen schönen Motive.
Ich hoffe mein Mann und ich können auch Fliegen, da gerade gesundheitliche Probleme in der Familie aufgetreten sind. Drückt uns die Daumen.
Viele Grüße Uli
Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass die gesundheitlichen Probleme schnell behoben werden. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, so etwas kann die Vorfreude leider erheblich schmälern.
Hallo Chrissie, mein Mann und ich sind gesund, aber die ältere Generation schwächelt etwas ...
Gruß Uli
Big 5 Africa Tours
Reiseberichte:
Namibia's Süden 2017, Uganda's Norden 2016 , Uganda Juli 2015 , Namibia Mai 2013 ,Namibia Mai 2012
Hallo Chrissie, nachdem wir ja ungefähr zur gleichen Zeit unterwegs waren und wie ich gerade gelesen habe, jeder so seine eigenen Startschwierigkeiten hatte, bin ich froh dass Du Dich so schnell von den "Pommes" erholt hast udn die Tour weiter genießen konntest. Ich bin ja mal auf Euren Teil im KTP gespannt. Soweit ein toller Bericht mit echt schönen Bildern. Eure Tour haben wir auch schon öfters gemacht - die Namib ist immer wieder faszinierend für uns und letztes Jahr hatten wir auch Wasser an Sossusvlei! Viele Grüße Bärbel
jaffles1'312 Beiträge · seit 200619. Apr. 2012 · #56
Hallo Chrissie,
wir waren vom 06.02 bis einschließlich 22.02 im KTP. Danach waren wir nur noch eine Nacht in der Kalahari Anib Lodge und eine Nacht in Windhoek. Freue mich auf die Fortsetzung Deines Berichts. Bei Euch müsste es ja noch grüner gewesen sein nach dem vielen Regen.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200619. Apr. 2012 · #57
Ich danke euch für die netten Kommentare, habe mich dafür auch angestrengt, heute den nächsten Tag reinzustellen 😉 Freitag, 16.03. Sesriem – Tirasberge Schon in aller Frühe bekommen wir mit, wie sich die ersten auf dem Weg ins Sossusvlei machen. Wir haben es nicht eilig, frühstücken in Ruhe und beobachten dabei die Siedelweber, die natürlich auch versuchen, ihren Anteil zu ergattern.
Meine anfängliche Skepsis, es könnte uns zu hektisch auf dem Campingplatz sein, war unbegründet. Uns hat es hier sehr gut gefallen und wir würden hier bei Gelegenheit sofort wieder übernachten, auch wenn wir den Vorteil der längeren Gateöffnungszeiten nicht genutzt haben. Der Generator ist zwar zur Nachtzeit (tagsüber haben wir ihn nicht wahrgenommen) etwas nervig, aber vielleicht hört man ihn von anderen Campsites weniger.
Hier noch ein paar Fotos vom Eingangsbereich zum Sossusvlei:
Wir fahren noch mal zum Sesriem Canyon, hoffen wir doch, noch einmal das Glück zu haben, das Stachelschwein zu sehen oder wenigsten einen Stachel zu finden, aber leider beides Fehlanzeige. Dennoch genießen wir unseren Spaziergang.
Die Fahrt zur Namtib Gästefarm ist kurzweilig, landschaftlich ist besonders die D 707 eine Augenweide.
Leider spiegeln die Bilder die Realität nicht wieder, das mag u.a. daran liegen, dass die Fotos um die Mittagszeit aufgenommen wurden.
Zebras, Springböcke, Oryx, Strauße und unzählige Weißbürzelsinghabichte runden das Bild ab. Als wir Geier kreisen sehen, fährt Christian langsamer. Da muss doch irgendetwas sein – richtig eine Schakalfamilie läuft am Zaun entlang und in der Nähe wird sicherlich ein Kadaver liegen.
Leider sind die Kleinen ganz schnell weg, als wir anhalten und auch die Alttiere verschwinden umgehend im tiefen Gras. Unweit steht ein Baum mit einem üppigen Webervogelnest, der Halt lohnt sich also dennoch.
Je näher wir zum Baum kommen, umso mehr stinkt es und Fliegen schwirren umher. Schnell haben wir die Ursache ausgemacht: ein Springbockkadaver.
Zur Kaffeezeit erreichen wir die Farm.
Am Haupthaus werden wir von Linn empfangen. Sie erklärt uns, wie wir zum drei Kilometer entfernten Campingplatz Little Hunters Rest kommen. Das von uns im Voraus bestellte Abendessen soll gegen 19:30 h eingenommen werden. Das heißt, wir werden heute das Dachzelt im Dunkeln aufstellen müssen. 😕 Wir können uns aussuchen, welche Campsite wir nehmen und entscheiden uns für die, die den Sanitäranlagen am nächsten ist. Gebucht wurde noch ein weiterer Stellplatz, aber die Gäste sind nicht mehr gekommen. Wir faulenzen und da Christian noch Magenprobleme hat (nicht von Wimpy, vermutlich durch den Arbeitsstress bedingt), will er sich einen Tee machen. Plötzlich höre ich ein panisches „Sabine, Sabine“. Ich brauche einen Moment, um zu realisieren, was los ist: die Gasflasche brennt lichterloh! Christians Versuche, die Flammen mit einem Handtuch zu ersticken, bleiben erfolglos. Zum Glück hat Christian die Gasflasche geistesgegenwärtig auf ein kleines Stückchen Sand geworfen. Dennoch bangen wir eine geschlagene Viertelstunde, bis das ganze Gas ausgeströmt und verbrannt ist, ob die Flammen nicht durch den Wind auf das Gras bzw. die Bäume übergreifen.
Ein lauter Knall lässt uns eine Explosion befürchten, ist jedoch folgenlos. Obwohl wir nervlich fix und fertig sind, reißen wir blöde Sprüche – wahrscheinlich der Galgenhumor bzw. eine Art, um den Adrenalinspiegel wieder runterzufahren.
Wie es dazu kommen konnte? Christian nimmt an, dass er den Kochaufsatz nicht bis zum Anschlag geschlossen hat.
Wir haben darüber diskutiert, ob wir dieses Erlebnis im Forum schildern und uns eventuellen Kommentaren aussetzen sollen, wie man so „blöd“ sein kann. Den Ausschlag zum Veröffentlichen gab, andere Neulinge durch unser Erlebnis mit der Gasflasche zu sensibilisieren, damit es ihnen nicht genauso oder schlimmer ergeht. Wir werden beim nächsten Mal zusätzlich feuerfeste Handschuhe mitnehmen, dann hat man mehr Chancen, das Gas abzudrehen, falls doch etwas schief läuft.
Wir sind reif für eine Dusche, die wir in dem picobello-sauberen Sanitärblock nehmen. Zeitig fahren wir zum Haupthaus hinüber. Zum Dinner nimmt neben uns noch ein sympathisches Pärchen aus Berlin, Linn und ihr Mann Thorsten, seine Eltern Renate und Walter Theile sowie ein Freund der Familie teil. Auf dem Tisch stehen viele Kerzen, da der Generator sowenig wie möglich genutzt wird (im Sanitärblock gibt es keinen Strom, für die Dunkelheit stehen Kerzen zur Verfügung). Das Essen (Erbsensuppe, Lammpotje, Nachspeise mit Obst) schmeckt gut. Leider kann Christian aufgrund seiner Magenprobleme nur eine kleine Portion essen. Er verzichtet sogar auf das Fleisch, was für ihn absolut ungewöhnlich ist. Sein Magen wird es ihm danken. Als gegen 21:00 h die bereits erwartete Familie aus Windhoek eintrifft, nehmen wir die Gelegenheit wahr und wünschen „gute Nacht“. Das Aufbauen des Zeltes gelingt wider Erwarten ohne Schwierigkeiten und schnell entschwinden wir ins Reich der Träume.
JUKoehler415 Beiträge · seit 201019. Apr. 2012 · #58
Du liebe Güte!
Das sprengt jetzt aber die Grenze eines Reiseberichtes... es wird ein Aktionkrimi.... Ich verdränge den Gedanken, was so eine explodierende Gasflasche mit den herumschießenden Metallteilen alles anrichten kann. Abgesehen davon sehe ich wieder viele schöne Landschaften. Danke!
Was hat der Vermieter als Ursache für den Flaschenbrand diagnostiziert? Kann mir kaum vorstellen, dass das nicht ganz feste Aufdrehen die Ursache war, da ja die Gummidichtungen schon vorher schließen müssten. Ich selber hatte etwas ähnliches (weit harmloser) erlebt, weil die Gummidichtung verdreht und ziemlich gequetscht im Stutzen lag und nicht sicher abgedichtet hat...
LG Jens
(Du musst uns aber jetzt versichern, dass das das letzte Problem war... 🙄 )
Alexa1'249 Beiträge · seit 201219. Apr. 2012 · #59
Ja, das ist wirklich Action! Und dass Ihr dann auch noch den Nerv hattet, Fotos zu machen, nicht schlecht! Zum Glück ist Euch nichts passiert! Weiterhin ein toller Bericht und super Bilder! LG Alexa
casimodo4'529 Beiträge · seit 200720. Apr. 2012 · #60
Hallo Chrissie,
eieiei, daß Euch da der Adrenalinspiegel in die Höhe geschnellt ist, kann ich schon nachvollziehen 😕
Tolle Bilder hast Du da eingestellt, in die Tirasberge möchten wir auch unbedingt noch einmal. Leider ist Namibia zu groß und es wird nicht in unsere geplante Tour 2013 passen. Umso lieber reiseich aber weiter mit Euch mit.