chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200612. Apr. 2012 · #1
Nach drei Besuchen im Kruger Nationalpark wollten wir den Kgalagadi Transfrontier Park (KTP) kennenlernen, im Forum gibt es ja viele begeisterte Besucher. Start und Ziel war Windhoek, weil es von dort am kürzesten (im Vergleich zu Johannesburg und Kapstadt) zum KTP ist. Nur KTP sollte es nicht sein, schließlich standen uns drei Wochen zur Verfügung. Wir entschlossen uns für eine Route entgegen dem Uhrzeigersinn durch das südliche Namibia (Swakopmund, Sossusvlei, Tirasberge, Fish River Canyon) zum Augrabies NP und als –hoffentlich- krönenden Abschluss zum KTP.
Samstag, 10.03./ Sonntag, 11.03. Bahnfahrt und Flug nach Windhoek Knapp 3,5 Monate sind vergangen, seitdem wir unseren Flug und ein Teil der Unterkünfte gebucht haben, nun ist es wieder soweit: es geht ins südliche Afrika. Dabei haben wir diesmal nicht lange warten müssen, kamen wir doch erst Anfang Oktober aus Südafrika zurück. Diese Reise ist für uns gleich mehrfach eine Premiere: das erste Mal - Rail & Fly - Air Namibia - Per Allrad und Dachzelt unterwegs - In der Regenzeit
Nachdem wir am Vortag schon das meiste gepackt hatten, können wir den Tag gemütlich angehen. Unser Flieger hebt um 20:00 h ab, so nehmen wir den Zug, mit dem wir um 15:45 h am Hauptbahnhof in Frankfurt ankommen. Von dort ist es nicht mehr weit mit der S-Bahn bis zum Flughafen. Die Bahnfahrt ist angenehm, aber es dauert doch wesentlich länger, als wir für einen Zubringerflug hätten einplanen müssen. Ich habe nicht damit gerechnet, aber wir können unser Gepäck schon gut 3,5 h vor Abflug aufgeben. Die restliche Zeit verbringen wir mit schlendern, in den Läden stöbern und als Christian der kleine Hunger quält, gehen wir zu Mac Donalds. Ich muss grinsen, als ich höre, wie Christian seine Bestellung in Englisch aufgibt. Wahrscheinlich weil der Angestellte ein Schwarzer ist, fühlt er sich schon nach Afrika versetzt. Von den Sitzplätzen hat man eigentlich einen relativ guten Blick auf das Flugfeld, aber da es langsam dunkel wird, haben wir nicht mehr groß etwas davon.
Nach dem pünktlichen Boarding ist Christian enttäuscht: er hat keinen eigenen Bildschirm und somit kein Unterhaltungsprogramm, mit dem er sich von seiner sporadisch auftretenden Flugangst (Angst ist zu hoch gegriffen, er ist eher nervös) ablenken kann, später bin ich traurig, dass es an Bord keinen Amarula gibt, der mir immer zur Urlaubseinstimmung dient. Air Namibia wird definitiv nicht zu unseren Lieblingsairlines gehören. 🙁 Neben den beschriebenen Enttäuschungen ist auch der Service nicht besonders (kein Lächeln, nachts nicht mit Wasser rumgekommen und hinten stand nur eine Flasche stilles Wasser zur Selbstbedienung zur Verfügung, O-Saft bekam ich auf Nachfrage). Das Abendessen ist akzeptabel (Beef, Brokkoli und Nudeln oder Chicken, Kartoffelbrei und Spinat sowie Schokokuchen, Kartoffelsalat, Cracker, Käse, Brötchen), das Frühstück (Joghurt und ein abgepacktes Gouda-Sonnenblumenbrötchen sowie Saft) macht erst mal satt, aber im Vergleich mit KLM oder SAA kein Rührei. Die Toilette habe ich bald nach dem Take-off aufgesucht, ich habe jedoch den Eindruck, als ob sie nach dem letzten Flug nicht gereinigt wurde. Bestuhlung kommt uns zumindest enger als bei den anderen Fluggesellschaften vor. Christian und ich können dennoch halbwegs dösen, um 05:00 h werden wir geweckt, es wird kein feuchtes Tuch zur Erfrischung gereicht. Die Landung ist um 06:45 h, eine Viertelstunde früher als geplant. Der Abholservice des Autoverleihs steht schon da. Während wir warten, bis alle Geld abgehoben haben, fällt mir eine Reisegruppe von Chamäleon Reisen auf und Erinnerungen an Hummeldumm werden wach. Obwohl die Teilnehmer auf den ersten Blick nicht unsympathisch sind, hätte ich keine Lust auf eine Gruppenreise und bin heilfroh, dass wir individuell unterwegs sind. Mit zur Mietwagenfirma kommen noch vier weitere Pärchen, zwei davon werden zur Unterkunft weitergefahren, die anderen beiden sind bei der Autoübernahme vor uns dran. Gegen 11:00 h hätten endlich vom Hof fahren können, aber mein Labello liegt dummerweise im Kofferraum, da muss ich noch mal ran. Im ersten Moment ärgerlich, aber im zweiten zum Glück, denn das Schloss ist kaputt und uns wird ein Neues eingebaut. Bei Spar decken wir uns mit dem Notwendigsten für den heutigen Tag ein und erreichen dann ohne Orientierungsprobleme unsere Unterkunft.
Wir machen uns frisch, ruhen uns ein wenig aus und trinken dann einen Kaffee auf der Terrasse. Gegen 14:30 h fahren wir zum Biergarten am Avisdamm, wo wir etwas essen.
Anschließend sehen wir uns dort um, da es eine reiche Vogelwelt geben soll. Wir werden nicht enttäuscht: wir sehen einen wunderschönen auffälligen orangeleuchtenden Oryxweber (im Vogelbuch mehr rötlich).
Leider habe ich kein besseres Bild, der Vogel war einfach zu weit weg.
Dann fahren wir zum Staudamm selbst, hatten uns zuerst wegen einer großen Pfütze abschrecken lassen, aber nun wagen wir unsere erste „Wasserdurchfahrt“. Leider zieht ein Gewitter auf, so dass wir ca. 20 Min im Auto abwarten, dass es aufhört. Wir haben Glück, können uns noch eine halbe Stunde umschauen, bevor es wieder anfängt. So fahren wir zur Pension Uhland und lassen den ersten Tag ausklingen.
wir machen fast die gleiche Tour im August (allerdings im Uhrzeigersinn!), daher freue ich mich ganz besonders auf deinen Reisebericht! Vielleicht kann ich mir noch den ein oder anderen Tipp holen! Danke schon mal im Voraus!
uns freut das sehr, dass Du einen Reisebericht hier ins Forum reinstellst. Auf Grund Deiner vergangenen Berichte wissen wir, dass wir uns zu Recht freuen dürfen. Das wird bestimmt wieder eine tolle Reise mit Dir.
hcandersen167 Beiträge · seit 201112. Apr. 2012 · #8
Hallo Chrissie,
hier ist der Nächste, der Deinen Reisebericht voller Vorfreude und Spannung verfolgen wird, da wir unseren diesjährigen Trip Ende Mai in ziemlich ähnlicher Reihenfolge beginnen werden😁 😁 . Weiter gehts dann noch durch Botswana und den Caprivi zurück nach Windhoek.
Vielen Dank vorab, ich bin gespannt wie's (bald!?) weiter geht!
Liebe Grüße
Klaus
uschisiggi160 Beiträge · seit 200912. Apr. 2012 · #9
Hallo Chrissie, habe in Erwartung spannender Reiseschilderungen Deinen thread ebenfalls abonniert. Da fällt es leichter, die Wartezeit bis September 2012 zu überbrücken. Dann geht es für uns wieder einmal individuell auf die klassische Namibiatour als Wiederholungstäter nach 10 Jahren.
Übrigens: 2009 und 2010 waren wir mit Chamäleon-Reisen in Namibia / Botswana und Südafrika in jeweils einer Kleingruppe (6 Personen ) unterwegs und können dies durchaus empfehlen. Hat halt jede Reiseart seine Vor- und Nachteile. Hummeldumm 😎 habe ich erst später gelesen, aber keinerlei Erfahrungen dieser Art gemacht. Gruß uschisiggi
Mein Motto: Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. (Hermann Hesse)
super, Euer Bericht geht schon los. So bekomme ich auch noch ein wenig mit, bevor wir am Sonntag starten 🙂 😉 🙂 Deine Reiseberichte sind ja immer super und auch dieser verspricht wieder viel.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200612. Apr. 2012 · #11
Vielen Dank für eure Vorschußlorbeeren 🙂, ich hoffe, dass ich eure Erwartungen erfüllen kann.
@uschisiggi Wir waren auch schon mit einer Kleingruppenreise unterwegs in Botswana, so schön wie es auch war, aber für uns ist die schönste Art des Reisens immer noch die Reise auf eigene Faust
eure Reiseberichte habe ich auch total gerne gelesen und finde eure Website echt super! Gehts mal wieder in den KTP? Ich wünsche eine gute Reise und viele schöne Eindrücke! Tanja
Hallo Tanja, vielen Dank für Deine Wünsche. Ja, wie kann es bei uns anders sein, es geht am Sonntag wieder los in den Kgalagadi Transfrontier Park. Von mal zu mal länger - diesmal sind wir 15 Nächte dort.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200613. Apr. 2012 · #16
@ casimodo Ich lese deinen Reisebericht auch fleißig mit und bin perplex gewesen, welches Tempo du beim Schreiben am Anfang vorgelegt hast. Aber deine zweitägige Pause beruhigt mich, denn ich weiß, wie zeitintensiv das Berichtschreiben und Fotos raussuchen ist -aber eben auch reichlich Spaß macht 🙂 Marakele hat uns gut gefallen, bin gespannt, wie eurer Fazit dazu ausfällt
@ all Da euer Interesse so groß ist, bin ich sehr motiviert, zügig weiterzuschreiben und deshalb geht es gleich mit dem zweiten Tag weiter.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200613. Apr. 2012 · #17
Montag, 12.03. Windhoek - Swakopmund Als wir gegen 07:15 h zum Frühstück erscheinen, ist es schon recht voll. Das Frühstück ist ansprechend (dunkles Brot, Toast, aufgebackene Chiabattabrötchen, Obstsalat, Joghurt, diverse selbst gemachte Marmeladen, zwei Säfte, Käse, Camembert, Gurke, Salami, Schinken, gekochte Eier, Müsli, Cornflakes). Bevor es nach Swakopmund geht, stellen wir unser Auto im Parkhaus vom Wernhill Center ab und schlendern durch die unmittelbare Umgebung (Meteoritenbrunen, Clock Tower, Zoopark).
Bei Pick& Pay holen wir noch ein paar Getränke sowie Pizzabrot für unterwegs und beim ATM der Netbank heben wir jeder den Höchstbetrag (4000 Namibiadollar) ab. Um 10:30 h verlassen wir Windhoek über die C 28. Die schnellere Alternative um nach Swakopmund zu kommen, wäre über die B 1 / B 2, aber unser Motto ist : Der Weg ist das Ziel. Nach kurzer Zeit haben wir das erste Mal dieses Jahr Schotter unter den Reifen.
Einen kurzen Halt legen wir beim als Geisterhaus bekannten Liebighaus (man kann nur von der Straße hinsehen) ein.
Die ersten Tiere, die wir sehen, sind Kühe. Aber danach zeigt sich mehr, als wir erwartet hatten: Paviane, Warzenschweine, Klippspringer auf einem Steinplateau, eine Gruppe von 20 erwachsenen Oryx und vier Jungtiere und Springböcke.
Bei den Vögel hätten wir vermutet, Raubvögel zu sehen, aber erst hinter dem Bosua Pass sieht Christian einen auf einem Baum sitzen, der leider zu schnell das Weite suchte. Als wir zum Fahrerwechsel anhalten, scheuchen wir einen Geier unweit des Weges hoch.
Kurz vor 18:00 h erreichen wir das Veronika B&B, wo mir ein Riesenschreck in die Glieder fährt, als ich auf meiner Reservierungsbestätigung lese, dass man kurz anrufen soll, wenn man später als 17:00 h ankommt. Aber glücklicherweise ist es kein Problem, Hans-Jürgen nimmt uns herzlich in Empfang. Unser Nashornzimmer ist geräumig mit einer kleinen Sitzecke und einem großen Bad (Dusche und Badewanne). Leider gibt es keinen Minikühlschrank und keinen Wasserkocher für Tee/Kaffee, auch auf einen Fernseher muss man verzichten. Dennoch fühlen wir uns sofort wohl. Hans-Jürgen gibt uns Hinweise, wo man essen gehen kann. Christian und ich entscheiden uns erstmal für einen kurzen Spaziergang am Meer, dann essen wir das übriggebliebene Pizzabrot auf dem Zimmer, da wir keine Lust mehr haben, noch mal rauszugehen. Wir schauen uns die gemachten Fotos an und schlafen voller Vorfreude auf die morgige Living Desert Tour ein.
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200613. Apr. 2012 · #18
Weiß jemand, woran es liegt, dass einige Fotos gleich im Beitrag sichtbar sind (und nicht unten als Anhang, während ich für die anderen Fotos noch mal die Nummer nachtragen muss - ich hoffe, ihr wisst, was ich meine. 😕
Es sind diesmal ganz schön viele Fotos, verspreche, die nächsten Tage werde ich etwas kürzer treten
Es sind diesmal ganz schön viele Fotos, verspreche, die nächsten Tage werde ich etwas kürzer treten
Hör mal, das ist aber keine gute Idee von Dir. Deine Fotos sind wunderbar und Dein Bericht sowieso. Also tu Dir´s lieber nicht mit uns "verscherzen". 😉
Sag mal, ist es das erste mal, dass Ihr nach Swakopmund kommt?
Freue mich schon auf die Fortsetzung, vor Allem aber auch auf die Wüstentour. Das war eines unserer highlights in 2010. Oh Mann - war das eine tolle Sache. Unvergesslich!!!
chrissieThemenstarter2'460 Beiträge · seit 200613. Apr. 2012 · #20
bayern schorsch schrieb:Hallo Chrissie, Du schreibst:
Es sind diesmal ganz schön viele Fotos, verspreche, die nächsten Tage werde ich etwas kürzer treten
Hör mal, das ist aber keine gute Idee von Dir. Deine Fotos sind wunderbar und Dein Bericht sowieso. Also tu Dir´s lieber nicht mit uns "verscherzen". 😉
Vielen Dank für das Kompliment 😁 Wenn es keine Einzelmeinung ist, werde ich mich nicht zu sehr bei der Fotoauswahl beschränken
bayern schorsch schrieb: Sag mal, ist es das erste mal, dass Ihr nach Swakopmund kommt?
Ich wollte schon monieren, dass du meinen Bericht nicht genau gelesen hast, weil ich doch geschrieben habe, dass wir 2005 schon in Swakop waren, aber damals nicht von der Wüstentour wusten - aber das habe ich erst in den nächsten Tagesbericht erwähnt 😗 Soviel kann ich jedoch schon vorweg nehmen, die Tour war klasse, es hat sich gelohnt, deshalb extra noch mal nach Swakopmund zu fahren, aber was danach kam...- mehr wird noch nicht verraten 😛