CorinaThemenstarter16 Beiträge · seit 201212. Feb. 2012 · #1Hallo an die Namibia - Erfahrenen,
in der "Suche" konnte ich nichts zu dem og. Thema finden, daher "wage" ich als Greenhorn eine Frage 😉 - auch wenns kein wirklich wichtiges Thema ist.
Jedoch interessieren mich in einem Land natürlich auch immer die Umgangsformen - damit ich mich nicht komplett verkehrt benehme und auch natürlich auch aus reiner Neugier an anderen Gewohnheiten.
Aus den englisch sprachigen Ländern - so auch Südafrika- kenn ich es jetzt so, dass im Email Verkehr -sobald man einen personal contact hat- den "Gesprächspartner" nur noch mit Vornamen anspricht ("Dear xyz") und auch selbst nur noch so unterschreibt.
Nun schreibe ich gerade für meinen 5 wöchigen Namib-Urlaub die ein oder andere Unterkunft an oder habe eine Rückfrage. Und es geht mir jetzt so, dass ich oft nur mit meinem Nachnamen angeschrieben werde. Auch dann wenn ich schon eine Email mit "Dear xy-Vorname " begonnen habe.
Bei der nächsten Rückfrage überlege ich jetzt jedes Mal, ob ich wieder formell werde oder einfach das "Siezen" ignoriere
Was ist jetzt üblich? Oder habe ich es gerade mit einem Gegenüber zu tun, der denkt aufgrund meiner deutschen Herkunft lege ich Wert auf so was?
Zu später Stunde und einen Gläschen 🙄 also keine hochgeistige Frage mehr, aber vielleicht hat doch jemand Lust und Zeit zu antworten 🙂
LG
Greenhorn Corina
Burschi4'140 Beiträge · seit 200912. Feb. 2012 · #2Hallo Corina,
es ist schön, dass es noch Leute wie dich gibt, die sich um Umgangsformen überhaupt Gedanken machen. Du hast völlig Recht, es wird hier im Forum wie auch beim email-Verkehr recht unterschiedlich gehandhabt. Ich würde es bei den Korrespondenzen so halten, dass ich als Beginner einer Korrenspondenz zunächst immer mit der Höflichkeitsform starte. Wird diese in der Antwort beibehalten, belässt man es so. Ist die Antwort in einer vertraulicheren Ebene - z.B. Grußformel nur mit Vornamen, dann kann man die übernehmen und ebenfalls so antworten, wenn man möchte. Gleiches gilt meiner Meinung nach im persönlichen Umgang dann vor Ort in Namibia. Meist klärt sich die Ansprache und das gegenseitige "Höflichkeitsniveau" bereits bei der Begrüßung. Übrigens im Gegensatz zum Englischen unterscheidet das Afrikaans sehr wohl zwischen "Du" (jei) und "Sie" (ü). Wenn du - hier im Forum ist das "Du" üblich - in der Korrespondenz mit Nachnamen angesprochen wirst, dann verwendet dein Gegenüber einen Höflichkeitsgrad, den ich dann auch beibehalten würde. Vor Ort kannst du dann ja "vertraulicher" mit ihm werden 🙂
Viuele Grüße:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
GKgkGast12. Feb. 2012 · #3Hallo,
ich halte zumindest beim Erstkontakt - egal wo ich auf der Welt hinschreibe - die deutsche Fausformel "Sehr geehrte/r Frau/ Herr bzw. Dear Mr./Mrs....ein.
So liegt man immer richtig...
Sollte dann die Antwort mit Vornamenanrede kommen, benutze ich diese Form dann auch.
Gruß
gk
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200812. Feb. 2012 · #4Hallo Corina,
Beim ersten Mail Kontakt schreibe ich immer Dear Mr. oder Mrs. so und so
Dann kommt meistens die Antwort mit einem Vornamen.
Ich mache dann mit dem Vornamen weiter!
Es grüsst
Annick
myrio962 Beiträge · seit 200712. Feb. 2012 · #5Hallo, Corinna,
wie von Annick schon richtig beschrieben, wird man von den Buchungsstellen oder auch von Farmern (Ausnahmen bestätigen die Regel)
im südl. Afrika fast immer mit dem Vornamen gegrüsst bzw. angesprochen.
Für mich ist bzw. war dies nie ein Problem, beim Direktkontakt dann vor Ort empfand ich das als ein recht freundliches und höfliches Miteinander.
HG von Frank
marimari2'240 Beiträge · seit 201112. Feb. 2012 · #6Hallo zusammen,
ist die Umgangssprache Englisch, dann ist das Mr/Ms etc. praktisch nicht existent - zumindest nicht so in der Art, wie Du es von der deutschen Sprache her kennst.
Erstkontakt schriftlich, falls Du niemanden kennst: Dear Sirs (dann musst Du Dir auch ums Geschlecht keine Gedanken machen), dann wenn Du mal eine Email gekriegt hast nur noch Vornamen des Senders.
Alles andere ist eher die deutschsprachige Übersetzung der eigenen Gewohnheiten, aber nicht englischer Sprachgebrauch.
Aber aus Nam bekommst Du eh von fast jedem eine in Deutsch geschriebene Email zurück..😄 - vorallem wenn die Email von einem deutschen Provider geschickt wurde 😉
Gruss M.
CorinaThemenstarter16 Beiträge · seit 201212. Feb. 2012 · #7wow! so viele Antworten in kurzer Zeit!
Danke an euch alle!
Für mich nehme ich dann mit, dass auch in Namibia der Kontakt "normalerweise" so abläuft wie ich ihn aus anderen engl. sprachigen ländern auch kenne und man doch schnell vom förmlichen abkommt, dabei aber natürlich die höflichkeit und den respekt beibehält.
Dann sind die beiden Fälle, bei denen ich konsequent mit Ms angeschrieben werde, also nicht die Regel.
Gut so 🙂 ich fühle mich dazu dann nämlich auch immer so alt 😉
Interessant finde ich Burschis Hinweis auf die Feinheiten des Afrikaans. In welchen Teilen des Landes wird den Afrikaans verstärkt gesprochen? Das konnte ich meinem momentan einzigen Reiseführer nicht entnehmen.
Und bevorzugen afrikaans sprechende Namibiar auf deutsch angesprochen zu werden oder ist es egal.
Ich tue mich sowieso immer schwer damit, im Ausland - auch wenn ich weiß, dass Deutschkenntnisse vorhanden - deutsch zu sprechen.
Okay, die große Ausnahme ist Österreich *gg*
Einen Gruß in die Nacht und einen guten Wochenstart
Corina
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200813. Feb. 2012 · #8Hallo Corina,
Afrikaans wird bei den Menschen über 40 noch im ganzen Land gesprochen - egal, ob schwarz oder weiß, denn das war bis 1989 Landessprache. Bei den Jüngeren ändert sich das langsam, denn jetzt ist englisch die Amtssprache und die Unterrichtssprache in den Schulen. Die in Namibia lebenden älteren Buren - und davon gibt es ungefähr genau so viele wie Deutsche - sprechen natürlich immer noch in erster Linie Afrikaans und die lieben es überhaupt nicht, englisch angesprochen zu werden. Ein Phänomen für mich ist immer wieder folgendes: Es sitzen 10 Deutschsprachige in einem Raum und unterhalten sich. Da kommt ein Afrikaanssprechender rein, von dem man weiß, dass er deutsch nicht nur versteht, sondern auch spricht. Aber plötzlich sprich alles Afrikaans.
Liebe Grüße
Gerd
CorinaThemenstarter16 Beiträge · seit 201213. Feb. 2012 · #9Hallo Gerd, das war interessant! Danke!
Ich glaube "die Deutschen" (mich eingeschlossen) haben oft mit ihrem nationalen Selbstbewußtsein noch ein Problemm, das sich auch im Einsatz der Sprache ausdrückt.
Ich erlebe es ganz oft, dass Engländer oder Amerikaner, selbst wenn Sie deutsch reden, ihren Namen weiterhin englisch aussprechen, ein englischer "MIchael" bleibt ein englischer "Michael" Was ja auch total in Ordnung ist.
Ein Deutscher der englisch spricht, wird aber zu 90% auch seinen Namen versuchen englisch auszusprechen. Aus dem deutschen "Michael" wird der englische "Michael"
Ich denke das geht in die selbe Richtung.
Lieber Gruss
Corina
Max Power570 Beiträge · seit 201113. Feb. 2012 · #10Für mich ist es nicht nur eine Frage der Höflichkeit, dass ich ein Gespräch in der Landessprache eröffne. Ich versuche das in jedem Land zu machen - im Flieger hat man immer noch Zeit eine kurze Grußformel zu lernen 😉
Und dabei spreche ich meinen Vornahmen Französisch, Englisch oder sonst wie aus, wenn es hilft.
Ich habe (vor allem im arabischen Raum) immer das Gefühl, dass Gesprächspartner (privat, beruflich) immer freundlicher gestimmt sind und es als etwas positives empfinden, dass ich mir die Mühe mache sie in Ihrer Sprache zu begrüßen. Jedem ist nach meinem "olla" klar das ich kein Spanisch kann, aber meist wird es freundlich erwiedert.
Nun bleibt aber die Frage für mich... englisch? afrikaans?
Ich hätte es jetzt vom Gefühl her mit englisch probiert, auch wenn ich weiß das mein Gegenüber deutsch spricht (Autovermietung o.ä.)
Liebe Grüße
Amos
P.s. der Name lässt sich fast in jeder Sprache leicht abwandeln (v.a. en + fr + sp ^^)
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200613. Feb. 2012 · #11Hallo Amos,
Nun bleibt aber die Frage für mich... englisch? afrikaans?
Kurz zum Sprachhintergrund in Namibia. Seit UNabhängigkeit 1990 ist Englisch einzige Amtssprache. Hinzu kommen sogenannte Nationalsprachen, die in den ersten 4 Schuljahren (in Zukunft wohl die ersten 7 Jahre) Unterrichtssprache in den Schulen sein können.
Lingua Franca ist weiterhin Afrikaans, das außer im Caprivi von gut 80-90 % der Bevölkerung gesprochen wird. Englisch ist aber in jedem Fall, v.a. im Geschäftsbereich auf dem Vormarsch. V.a. im Tourismus/Gastgewerbe ist Deutsch jedoch noch eine gängige Verkehrssprache und ist auch was die Schulbildung in einer "Fremdsprache" angeht in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch.
Zum Hintergrund sind vielleicht folgende Links ganz interessant:
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Amtssprache_%28Namibia%29-
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Sprachen_in_Namibia-
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Sprache_in_NamibiaSonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
oribi818 Beiträge · seit 200713. Feb. 2012 · #12Während meiner Arbeitszeit in einem Hotel Kapstadts habe ich gelernt, dass man in Geschäftsbriefen niemals (wie bei uns) "Sehr geehrte Damen und Herren!" schreibt, sondern ausschließlich: "To whom it may concern:" (was übersetzt ungefähr heißt: an den, den es etwas angeht und tatsächlich die Anrede bedeutet.) Es sei denn, man weiß, wen man konkret anschreibt. Dann wird dieser jene welche aber auch konkret bei seinem Namen genannt.
So hantiere ich es seitdem auch.
Die E-Mail-Antwort von dort lautet dann eigentlich immer "Dear Enrico!" und man belässt es seitdem beim Du und Vornamen.
Anders bei offiziellen Briefen. Da bleibt man bei "Dear Mr. ...!"
Soweit zum englischen Schriftverkehr.
Abkürzungen in mails wie "how r u" sind und waren nur unter Freunden/ Familie gewünscht, dort sollten sie aber angewendet werden, denn emails sind ursprünglich entwickelt worden, um kurze Nachrichten zu verschicken und keine ellenlangen Briefe.
Aber wer hält sich da schon dran? 🙂 Das Telefon war auch mal dafür da kurze Informationen von A nach B zu liefern (woran sich mein Opa mit seinen 30sec. Gesprächsdauer auch noch stets hält) und nicht zu stundenlangen Telefonaten. 😉
Im Deutschen war es ursprünglich ähnlich. Da war "Sehr geehrte Damen und Herren," als Begrüßung in einer Emailanrede verpönt und man war schnell abgestempelt als einer der neu im Internet ist.
Stattdessen sollte man bei deutschen (förmlicheren) Emails lieber "Guten Tag" als Anrede verwenden.
Der neue deutsche Internet-Knigge (entwickelt von Sprachforschungs-Studenten) sieht das mittlerweile wohl schon tlw. anders.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200613. Feb. 2012 · #13Hi Oribi,
Während meiner Arbeitszeit in einem Hotel Kapstadts habe ich gelernt, dass man in Geschäftsbriefen niemals (wie bei uns) "Sehr geehrte Damen und Herren!" schreibt, sondern ausschließlich: "To whom it may concern:" (was übersetzt ungefähr heißt: an den, den es etwas angeht und tatsächlich die Anrede bedeutet.)
So gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander, aber es ist auch schlichtweg von Land zu Land sehr unterschiedlich.
Die Amis lieben immer noch das ursprüngliche "Dear Sirs", in Großbritannien wird man schief angeschaut wenn man nicht wenigsten "Dear Sir or Madam" schreibt, mittlerweile sogar noch besser "Dear Madam or Sir" (wegen der umgekehrten Gleichberechtigung). Aus Südafrika und Namibia (Schule, Studium etc.) kann ich sagen, dass "Dear Sir or Madam" die gängige Anrede ist. "Two Whom It May Concern" findet hier nur z.B. bei Vollmachten, Bestätigungen (z.B. wenn man gar nicht weiß wofür der Nutzer dieses verwendet) etc. Anwendung, niemals aber in Briefen. Im Zusammenhang mit "Two Whom It May Concern" wird das Datum auch nicht oben sondern stets unten unterhalb der Unterschrift gesetzt.
Es verhält sich ja auch ähnlich mit dem Abschluss... Yours Sincerely, Sincerely Yours, Kind Regards, Kindest Regards usw. Andere Länder, andere Sitten!
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
oribi818 Beiträge · seit 200713. Feb. 2012 · #14So gehen die Meinungen und Erfahrungen auseinander, aber es ist auch schlichtweg von Land zu Land sehr unterschiedlich.
absolut wahr, auch dass mit den letzten Worten am Ende der Briefe
🙂