HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201104. Dez. 2011 · #41
29.8 Bambatsi – Etosha Teil 3
Wir wollten gerade, noch immer hellauf begeistert von unserer Sichtung, auf die Straße fahren als ein Auto vor uns abrupt stoppte. Ein mächtiger Elefant kam aus dem Gebüsch und ging vor dem Auto über die Straße Richtung Wasserloch.
Alle den Retourgang hinein und zurück auf den Parkplatz. Der graue Riese sah alt aus.
Er stand am Wasser und wippte mit den Füßen. So nach 10 bis 15 Minuten drehte er sich zu uns um, lässig den Rüssel über den abgebrochenen Stoßzahn liegend. Er sah uns an als wollte er sagen: „Schön ruhig bleiben, dann bekommt ihr etwas zu sehen“.
Dietmar und Margit war das etwas zu unangenehm. Sie fuhren vom Parkplatz auf die Straße. Was sie aber nicht gesehen hatten war, dass im Gestrüpp vor der Straße bereits weitere Elefanten aufgetaucht waren. Ein Junges war bereits aufgeschreckt. Als Dietmar sie aus den Augenwinkeln doch noch bemerkte, gab er nur noch Gas und fuhr weiter.
Wir blieben am Parkplatz, da immer mehr Elefanten kamen und wir ihn sowieso nicht mehr verlassen konnten. Gemächlich ging ein Teil der Herde ohne einen Laut über die Straße, quer über den Parkplatz, an den Autos vorbei zum Wasserloch.
Nur das Knacken der Äste war zu hören. Sie vordersten Tiere waren keine 5 m von uns entfernt. Heike bekam sie nicht einmal mehr richtig aufs Bild.
Die anderen rissen noch mehr Äste von den Bäumen.
Wir waren nun von Elefanten umringt und saßen sehr angespannt im Auto. Im Kopf die Warnung des Hausherrn der Bambatsi Lodge und andere Geschichten, die wir vorab so gehört und gesehen haben. Sogar unser Jüngster war so beeindruckt, dass der das ständige Dauerplappern vollkommen vergaß. Die Elefanten hatten Zeit. Uns kam es vor als ob der Strom aus dem Gebüsch nicht enden wollte. Vor uns, hinter uns, links und rechts Elefanten in allen Größen. Sie beobachteten uns zwar sehr aufmerksam, vor allem die Mütter mit den Jungtieren, wirkten aber nicht aggressiv. Als fast alle am Wasserloch waren und nur noch 3 hinter uns und die Straße wieder frei war, fuhren wir vorsichtig weg. Ein paar Kilometer weiter warteten Dietmar und Margit. Sie waren ziemlich in Sorge, da wir so lange nicht aufgetaucht waren. Dieses wunderbare Erlebnis mit diesen imposanten Tieren wird uns wohl auf ewig in Erinnerung bleiben.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201104. Dez. 2011 · #42
Nach dieser Feuertaufe fuhren wir Richtung Salzpfanne zum Wasserloch Kapupuhedi. Hier waren zwar keine Tiere aber es gab einen schönen Blick auf die Pfanne.
Mit der tief stehenden Sonne ergab das, vom Salz weiße Gras, eine eigene Lichtstimmung.
Auf dem Rückweg zum Restcamp sahen wir am Wasserloch Nebrownii an einem Ende einen Elefanten und am anderen eine Giraffe.
Gleich nach dem Wasserloch tauchte link und rechts von der Straße je ein riesiger Elefant auf, die das Gestrüpp überragend und in der Abendsonne weißgrau glänzend, dahin marschierten.
Gut einen Kilometer weiter eine PKW-Ansammlung. Wir schauten auch angestrengt und konnten einen Löwen entdecken, der im Gras stand.
Bevor die Tore geschlossen wurden erreichten wir das Restcamp. Beim Aufstellen der Zelte gab es plötzlich Aufregung. Eine Elefantenherde soll draußen vorbei ziehen. Wir liefen zum Zaun und beobachteten sie bei Ihrem Vorbeimarsch.
Die Jungbullen rangelten miteinander. Ein beeindruckendes Schauspiel.
Als es immer dunkler wurde, tauchten immer mehr Schakale um die Zelte auf. Einer war sogar so frech und schlich sich in das Bodenzelt unseres Nachbarn, der ihn daraufhin lautstark vertreiben musste. Sie hatten überhaupt keine Scheu.
Heute hatten wir keine Lust mehr zu kochen. Wir gingen zum Restaurant und bedienten uns vom Buffet. Die Schakale kamen sogar hierher und tranken aus dem nahen Pool.
Nach dem Essen gingen wir noch zum beleuchteten Wasserloch. Hier zeigte uns die Natur ein Stück in drei Akten. Hauptdarsteller im ersten Akt war ein Elefant, der genüsslich Wasser trank. Umrahmt wurde das ganze vom alles beherrschenden Löwengebrüll. Die Löwen mussten etwas seitlich vom Wasserloch im dunklen sein. Nach einiger Zeit hatte er genug und marschierte an der Publikumsfront entlang in die Dunkelheit.
Es ist verblüffend, dass diese Tiere sich quasi lautlos bewegen können. Wir Tarzan geschädigten hatten hier etwas anderes im Kopf.
Kaum war der Elefant verschwunden, standen im zweiten Akt, die auch schon im ersten Akt anwesenden Giraffen im Mittelpunkt.
Sie versuchten zu trinken. Es sah so aus, als würden auf beiden Seiten und dahinter Wächter Giraffen standen. Die drei in der Mitte tranken nach vielen Anläufen, Kopf rauf Kopf runter ein paar Schluck. Sie schienen sich nicht sicher zu fühlen und blickten immer in die Richtung des Löwengebrülls. Als später auch eine der Wächtergiraffen nach einigen Täuschungsversuchen zu trinken versuchte, schlugen die Löwen zu. Nun ging alles blitzschnell. Die Giraffe konnte Ihren Kopf noch in die Höhe reisen und der Attacke ausweichen. Nun wurde die junge Giraffe in der Mitte angegriffen. Die Löwen versuchten sie zu separieren. Was weiter genau geschah konnten wir nicht mehr sehen, da die Giraffe ins Dunkle getrieben wurde. Ein Raunen ging durch die Menge. Szenenapplaus hätte noch gefehlt. Die kleine Giraffe tauchte bald wieder auf. Die Löwen hatten aber noch immer nicht genug und griffen erneut an, diesmal aber von der anderen Seite. Aber auch diese Attacke schien keinen Erfolg zu haben.
Aus der Richtung, in die die Löwen mit den Giraffen verschwunden waren, kam zeitgleich zum dritten Akt, ein Nashorn völlig lautlos aus der Dunkelheit zum Wasserloch. Es blieb nicht lange und verschwand bald wieder. Nun war das Loch leer und wir gingen, den Kopf voller abenteuerlicher Bilder, zu Bett.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201107. Dez. 2011 · #43
30.8 Etosha
Die Nacht war alles andere als ruhig. Die Schakale machten immer wieder Lärm. Einmal heulten sie herum, dann wieder machten sie auf der Suche nach etwas Essbarem Lärm. Dann war da noch immer wieder mal Löwengebrüll, ganz schön beunruhigend. Als dann auch noch Affen auftauchten und es zu einer Rauferei vor unseren Dachzelten kam, hatte Heike genug und schrie aus dem Zelt, dass sie verschwinden sollen. Tatsächlich stoben sie sofort auseinander - Autorität in jeder Lebenslage.
Nach dem Frühstück gingen wir zum Wasserloch. Hier war was los.
Natürlich durfte Namibias Nationaltier, die Oryx-Antilope auch nicht fehlen.
Vogelschwärme ergänzten das Bild. Die Zeit verging im Flug. Der Vormittag war schon weit fortgeschritten, als wir Okaukuejo verließen. Wir fuhren auf der Hauptstraße die Etosha-Pfanne entlang. Ob wir heute auch wieder so viele Elefanten sehen werden? Ich hatte noch nicht zu Ende gesprochen, als Florian rief: „Da geht schon wieder einer“. In einiger Entfernung zur Straße marschierten zwei silbrig glänzende Elefanten durch das Dickicht.
Gleich darauf an derselben Stelle wie gestern ein PKW Stau. 2 Löwen lagen unweit der Straße im hohen Gras.
Nach einiger Zeit fuhren wir weiter zum Nebrownii Wasserloch. Da soll sich eine große Herde Elefanten aufhalten.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201107. Dez. 2011 · #44
30.08 Etosha 2. Teil
Der Tierstau beim Wasserloch: Zebras, Springböcke, Strauße usw. reichte schon fast bis zu Straße.
Die Zebras scheinen schon müde vom Warten zu sein.
Die Tiere trauten sich nicht zum Wasserloch hinter dem Hügel. Am Loch war eine Elefantenherde und eine zweite Herde war etwas abseits im Gestrüpp.
Diese bewarf sich mit Sand. Nach einer viertel Stunde kam auch die zweite Herde zum Wasserloch.
Als die Gruppen aufeinander trafen, war das einzige Mal während unseres Aufenthaltes im Etosha ein lautes Tröten zu hören.
Die Tierdichte war hier wieder phänomenal
Bald hatten wir genug von den Elefanten und fuhren weiter.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201107. Dez. 2011 · #45
30.08 Etosha 3. Teil
Beim Wasserloch Homob stand einsam und verlassen eine Giraffe. Das Wasserloch Sueda liegt in der Salzpfanne.
Hier war nichts los, außer zwei Großtrappen bei der Zufahrt. Beim Wasserloch Salvadora war wieder angestrengtes Schauen angesagt. Zuerst wussten wir nicht wonach wir suchen sollten. Ein Mann deutete uns, dass 3 Löwen im Gras beim Loch seinen. Tatsächlich tauchte nach einiger Zeit ein Kopf auf.
Auch wenn die Gegend nicht uninteressant war, war uns das Warten dann doch zu lange bis wieder etwas zu sehen war.
Vor Rietfontein stand neben der Straße eine Elefantenherde im Schatten eines Baumes.
Mit den Ohren fächerten sie sich Luft zu. Beim Wasserloch von Rietfontein war das allgegenwärtige Steppenvieh zu sehen.
Bevor wir das Restcamp Halali erreichten rollten wir noch leise in eine Ansammlung von Giraffen die links, rechts und vor uns die Blüten von den Dornensträuchern zupften. Das war einmalig schön, so mitten zwischen den Tieren die sich von uns nicht stören ließen.
In Halali füllten wir wieder die üblichen Listen bei der Anmeldung aus und bezogen danach unseren Stellplatz. Jonas baute wieder voller Elan die elektrischen Anschlüsse auf. Am Wasserloch von Halali, das etwas abseits liegt, war nichts los nur ein paar Impalas.
Nach dem Abendessen gingen die Kinder schon voraus zum Wasserloch, kaum waren sie dort, begann auch schon die „Tiershow“. Ein einzelnes Nashorn, danach Nashorn mit seinm Jungen. Als ich endlich auch beim Loch war kamen gerade Hyänen zum Trinken.
Als die wieder weg waren, kam ein Nashorn auf leisen Sohlen. So massig diese Tiere auch sind, man hört kaum einen Zweig kacken – sie „erscheinen“ sozusagen.
Als es fertig getrunken hatte kam es vor die Zuschauertribüne und posierte für die Kameras.
Leider haben zwei Zuschauer wieder nicht begriffen, dass man den Blitz auch ausschalten kann. Dem Nashorn gefiel die nervige Blitzerei nicht besonders und es verschwand genauso lautlos im Gestrüpp wie es gekommen war.
Danach schlichen zwar noch Hyänen im Gestrüpp um das Wasserloch, sonst war aber nichts mehr los.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201110. Dez. 2011 · #46
A-Wolf schrieb:
Ja Glück muss man(Frau) eben haben, natürlich könnten es auch Warzenschweine gewesen sein. Man sollte da aber nicht so kleinlich (überheblich?) sein.
Gruß Heimo
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201113. Dez. 2011 · #47
31.08 Etosha
Die Nacht war ruhig. Keine Schakale oder anderes Getier.
Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf den Weg. Unser erstes Ziel war das Wasserloch Goas. Hier waren die üblichen Steppentiere: Zebras, Impalas, Springböcke usw.
Auf den Weg nach Nuamses kreuzten einige Giraffen unseren Weg, die Farbenpracht war einfach unglaublich.
In Nuamses selber gab es nicht viel zu sehen. Als wir das Wasserloch wieder verließen und Richtung Etosha Lockout fuhren wurde es gleich interessanter. Ein Nashorn fraß unweit der Straße im Gebüsch.
Wir beobachteten es, bis es im Gestrüpp verschwand. Gleich danach saßen zwei große Geier auf einem Baum. Die Zufahrt zum Lockout war durch schlammige Wasserpfützen behindert. Die erste Pfütze durchfuhren wir noch.
Die zweite Pfütze schien uns dann doch etwas zu ungewiss.
Wir legten hier eine Pause ein, denn hier konnten wir ohne Bedenken aussteigen. Zwei Australierinnen hatten mehr Mumm als wir. Sie zischten auch durch die zweite Wasserpfütze, die an einigen Stellen doch etwas tief war. Die Pfanne, um diese Jahreszeit normalerweise trocken, war immer noch großteils mit Wasser gefüllt. Es reichte bis an die Zufahrtstraße heran.
Weiter fuhren wir auf der Hauptstraße der Pfanne entlang Richtung Namutoni. Oft waren die Spuren der Elefanten zu sehen.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201113. Dez. 2011 · #48
31.08 Etosha Teil 2
Immer wieder gab es Tierbeobachtungen. Eine Elefantenherde, zwei Nashörner und eine Giraffenherde beim Essen und wir wieder mittendrin.
Wo man auch hinsah, schaute ein Giraffenkopf hervor.
Wie sie die Blüten von den Ästen mit den langen, dicken Dornen holten.
Die Straße führt hier oft sehr nahe an die Pfanne und man sah in der Ferne große Mengen Flamingos.
Die Flächen waren oft rosarot bis zum Horizont. Tiere und Salzpfanne ergaben wunderbare Eindrücke.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201113. Dez. 2011 · #49
31.08 Etosha Teil 3
Kurz vor der Abzweigung zum Wasserloch Batia standen zwei Bullen neben der Straße bei einem Schlammloch. Sie bewarfen sich mit dem Schlamm und glitzerten silbern in der Sonne.
Beim Saugen des Schlammgemisches wurden sie immer ganz schief. Hier der linke.
Mit dem blauen Himmel im Hintergrund ein wirklich toller Anblick. Nach einiger Zeit hatte einer genug und machte Anstalten in Richtung Straße zu gehen. Wir fuhren etwas nach vor um besser beobachten zu können. Gemächlich schlenderte der Elefant über die Straße.
Vorbei an unseren Fahrzeugen auf eine kleine Anhöhe.
Hier posierte er für uns, als würde er absichtlich eine Show abziehen.
Eindeutig ein Bulle, selbst wir Laien erkannten das.
Es hatte fast den Anschein, als würde er uns mit seinem Rüssel grüßen. Zum Schluss ging er in Richtung einer Gnu-Herde. Als er sie erreichte begann er zu laufen und scheuchte sie mit seinem Rüssel vor sich her und zur Seite.
Ist gar nicht zu glauben, wie schnell Elefanten sein können.
Beim Wasserloch Kalkheuwel waren eine Giraffe und mehrere Impalas zu sehen.
P8211810
Auf dem Rückweg zur Hauptstraße ein kleiner PWK-Stau. Ein gutes Zeichen, hier muss es etwas zu sehen geben. Neben der Straße im Gebüsch war ein Leopard mit dem Zerlegen und Fressen eines Wildes beschäftigt. Wir konnten es kaum glauben – welch ein Glück.
Zwischenablage16
Die Schnauze voller Blut zog und zerrte er am Kadaver.
Zwischenablage18
Zwischenablage19
Das ging eine viertel Stunde so dahin, dann verzog er sich langsam im Gestrüpp.
Kurz vor Namutoni mussten wir wieder anhalten. Ein großes Nashorn lag im Gras unter einem Strauch und schlief.
Zwischenablage23
Nur die Ohren bewegten sich um lästige Fliegen zu vertreiben. Die Pfanne sieht hier schon eher wie ein See aus.
Pfanne4
Es war nun schon später Nachmittag. Wir verließen daher den Park. Am Gate gab es noch ein kleines Problem. Wir hatten nur für 48 Stunden bezahlt. Die Rangerin wollte uns wieder zurück in den Park schicken. Zum Namutoni Restcamp um noch einen Tageseintritt nachzubezahlen. Die Eintrittskarten werden immer für genau 24 Stunden vergeben. Wir hatten die Zeit aber schon mehr als überzogen. Als ich ihr erklärte, dass wir morgen wieder kämen, erklärte sie sich bereit, den Betrag einzuheben. Sie sei morgen wieder da und wir können dann die Quittung abholen. Für die nächsten beiden Nächte habe ich beim Onguma Bush Camp Campingplätze reserviert. Beim Gate neben der Hauptstraße natürlich wieder Liste. Auch beim Anmelden im rund 10 km entfernten Camp. Wir meldeten uns auch noch zweimal fürs Abendessen an. Die Campingplätze haben zwar jeder ein eigenes WC und Dusche, die waren aber schon etwas heruntergekommen.
Das Abendessen fand auf einer Terrasse direkt am Wasserloch statt. Das Wasserloch war zwar sehr schön angelegt, es waren aber außer gewaltigen Mengen an Salzmücken nichts zu sehen. Zum Essen gab es als Hauptgericht Kudu Steak oder Hühnchen. Alles war zwar sehr schmackhaft, allerdings sehr scharf zubereitet. Für unsere Kids nicht gerade ideal. Zum Gewöhnen ist auch, dass alles in Namiba relativ kalt serviert wird.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201113. Dez. 2011 · #50
31.08 Etosha Teil 4
Beim Wasserloch Kalkheuwel waren eine Giraffe und mehrere Impalas zu sehen.
Auf dem Rückweg zur Hauptstraße ein kleiner PWK-Stau. Ein gutes Zeichen, hier muss es etwas zu sehen geben. Neben der Straße im Gebüsch war ein Leopard mit dem Zerlegen und Fressen eines Wildes beschäftigt. Wir konnten es kaum glauben – welch ein Glück.
Die Schnauze voller Blut zog und zerrte er am Kadaver.
Das ging eine viertel Stunde so dahin, dann verzog er sich langsam im Gestrüpp.
Kurz vor Namutoni mussten wir wieder anhalten. Ein großes Nashorn lag im Gras unter einem Strauch und schlief.
Nur die Ohren bewegten sich um lästige Fliegen zu vertreiben. Die Pfanne sieht hier schon eher wie ein See aus.
Es war nun schon später Nachmittag. Wir verließen daher den Park. Am Gate gab es noch ein kleines Problem. Wir hatten nur für 48 Stunden bezahlt. Die Rangerin wollte uns wieder zurück in den Park schicken. Zum Namutoni Restcamp um noch einen Tageseintritt nachzubezahlen. Die Eintrittskarten werden immer für genau 24 Stunden vergeben. Wir hatten die Zeit aber schon mehr als überzogen. Als ich ihr erklärte, dass wir morgen wieder kämen, erklärte sie sich bereit, den Betrag einzuheben. Sie sei morgen wieder da und wir können dann die Quittung abholen. Für die nächsten beiden Nächte habe ich beim Onguma Bush Camp Campingplätze reserviert. Beim Gate neben der Hauptstraße natürlich wieder Liste. Auch beim Anmelden im rund 10 km entfernten Camp. Wir meldeten uns auch noch zweimal fürs Abendessen an. Die Campingplätze haben zwar jeder ein eigenes WC und Dusche, die waren aber schon etwas heruntergekommen.
Das Abendessen fand auf einer Terrasse direkt am Wasserloch statt. Das Wasserloch war zwar sehr schön angelegt, es waren aber außer gewaltigen Mengen an Salzmücken nichts zu sehen. Zum Essen gab es als Hauptgericht Kudu Steak oder Hühnchen. Alles war zwar sehr schmackhaft, allerdings sehr scharf zubereitet. Für unsere Kids nicht gerade ideal. Zum Gewöhnen ist auch, dass alles in Namiba relativ kalt serviert wird.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #51
01.09 Etosha
Als die Sonne aufging, machte ich bereits einen Rundgang im Camp. Am Wasserloch tauchen hier wahrscheinlich sehr selten Tiere auf.
Bevor wir wieder in den Park fuhren, bestellte ich noch das Abendessen für die Kinder ab. Für sie war das einfach zu scharf. Unser Standplatz am Campingplatz:
Am Gate war unsere Rangerin wieder da und gab uns die Quittung und eine Zettel zum Bezahlen des Eintritts in Namutoni. Als wir das Einfahrtstor von Namutoni schon sahen, rief Heike plötzlich stopp. Ein Nashorn fraß genüsslich neben der Straße.
Einige Tourfahrzeuge gesellten sich zu uns und verstellten einfach rücksichtslos die Sicht – nicht, dass vor oder hinter uns nicht noch genügend Platz gewesen wäre. Ich ließ mich aber nicht unterkriegen und „erkämpfte“ uns unsere Aussicht zurück. Schließlich wanderte das Nashorn über die offene Fläche Richtung Restcamp.
Ein Fahrzeug in unserem Pulk, wir vermuteten es dürften Italiener gewesen sein, hetzten auf der Straße hinterher und schnitten ihm fast den Weg ab. Das Nashorn begann in seiner Panik zu laufen, und zwar gar nicht langsam. Wären wir in dem Verfolgerfahrzeug gesessen, wir hätten Angst gehabt. Das Tier wich dem Fahrzeug aber aus und trottete dann gemächlich weiter. Vermutlich sind die Tiere im Park solche „Attacken“ gewohnt.
In Namutoni bezahlten wir den Eintritt und kauften ein paar Leibchen als Andenken.
Ein paar Zebramangusten liefen durch die Gegend.
Als nächstes fuhren wir den Pan Edge Drive. Der führt entlang des Strandes der Salzpfanne, die hier viel Wasser führt. Ein einsamer Termitenbau steht vor dem Strand.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #52
01.09 Etosha Teil 2
Zurück auf der Hauptstraße Richtung Norden fuhren wir bis Tsumcor. Bei diesem Wasserloch war, neben vielen Vögeln, eine Giraffe, die trinken wollte.
Bis es endlich soweit war, dauerte es mindestens 15 Minuten. Immer wieder konzentrierte Blicke in alle Richtungen. Dann antäuschen, dass sie trinken würde, aber sofort wird der Kopf wieder hoch gerissen usw. Schließlich traute sie sich doch.
Wir beobachteten sie gut eine halbe Stunde bis wir weiter fuhren.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #53
01.09 Etosha Teil 3
Wir fuhren zurück Richtung Namutoni. Der erste Abstecher führte uns zu Groot Okevi. Hier waren eine Giraffe und ein Kudubock. Der zweite Abstecher führte uns zu Klein Okevi. Wieder Kudus.
Nach kurzer Zeit landete ein großer Raubvogel, um zu trinken.
Auch er war äußerst vorsichtig, mit gleicher Zeremonie wie bei der Giraffe. Es dauerte mehr als 10 Minuten bis er den ersten Schluck nahm.
Bald darauf erschienen zwei Warzenschweine, die auch trinken wollten.
Die waren nicht so vorsichtig und vertrieben gleich einmal den Vogel. Auf dem Rückweg zur Hauptstraße liefen die beiden durch das hohe Gras. Das sah lustig aus, da man nur die Ohren und das aufgestellte Schwänzchen sah.
Bei Namutoni stand wieder ein Elefant im Wasserloch und fraß im Schilf. Dort nahmen wir unsere Mittagsjause ein. Wir fuhren danach zum Wasserloch Klein Namutoni. Hier waren sehr viele Geier.
Eine große Giraffenherde war auch zu sehen.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #54
01.09 Etosha Teil 4
Plötzlich und ohne ersichtlichen Grund stoben sie auseinander. Die meisten gingen Richtung Dik Dik Drive. Da wollten wir auch hin. Wir rollten an der Giraffen Kolonne vorbei.
Sie ließen sich von uns nicht sonderlich stören.
Zwischen den Giraffen standen viele Zebras.
Wir hofften am Drive die kleinen Zwergantilopen zu sehen. Tatsächlich konnten wir zwei im Gestrüpp entdecken.
Nach dem Abfahren des Dik Dik Drive fuhren wir an Namutoni vorbei Richtung Westen. Beim Wasserloch Koinachas waren wieder 2 Elefanten.
Da zogen eher die bunten Vögel unsere Aufmerksamkeit an.
Unser nächstes Ziel war das Wasserloch Chudop. Als wir zum Parkplatz kamen dachten wir alle zugleich: nicht schon wieder Elefanten. Als wir dann direkt am Loch waren, war es erst wieder etwas besonderes. Hier ging es ziemlich rund. Eine Elefantenherde nahm ein Bad.
Pfanne6
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201116. Dez. 2011 · #55
01.09 Etosha Teil 5
Besonders begeistert waren wir von den Babyelefanten, von ihnen war oft nur mehr der Rüssel zu sehen.
Nach einiger Zeit gingen, ohne dass ein Laut zu hören oder ein Zeichen zu sehen gewesen wäre, alle zugleich weg vom Wasserloch.
Schon nach ein paar Minuten waren sie im Busch verschwunden.
Auf dem Weg zu Kalkheuwel wieder Elefanten und Vögel.
Die Zufahrtsstraße zu Kalkheuwel fuhren wir sehr langsam. Vielleicht konnten wir wieder einen Leoparden beobachten. Leider nichts. Dafür konnten wir beim Wasserloch das Werben einer Giraffe um die Gunst zweier Damen beobachten.
Leider war er weder bei der einen noch bei der anderen erfolgreich.
Es war nun schon spät und wir fuhren zurück zu Klein Namutoni. Hier war nicht viel los.
Wir beschlossen aber den Rest unserer Zeit hier zu verbringen. Als wir schon fahren wollten, tauchte am Rand der entfernten Büsche eine Elefantenherde auf. Sie stand dort eine Zeitlang und warteten ab. Plötzlich setzten sie sich in Bewegung und rannten hurtig zum Wasserloch.
Als sie es erreichten, begannen alle sofort zu trinken.
Wir mussten sie aber verlassen, um noch rechtzeitig den Park zu verlassen, bevor die Tore geschlossen werden.
Zum Abendessen im Bush-Camp gab es heute Steak. Alles war bei weitem nicht so scharf wie gestern.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201119. Dez. 2011 · #56
2.9 Etosha – Düsternbrook
Zum Abschied wurden wir noch standesgemäß von entferntem Löwengebrüll geweckt. Wir bezahlten noch schnell und machten uns auf den langen Weg Richtung Süden. Auffällig war, dass die Rastplätze an den Straßen hier mit besonders hohen Zäunen und Stacheldraht gesichert waren. In Tsumeb hielten wir noch beim Superspar. Unser nächstes Ziel war der Hoba Meteorit, der größte der bisher auf dieser Erde gefunden wurde.
Florian auf der Flucht.
Auch interessantes Getier gab es hier zu sehen.
Hier hinterließ Heike ihren Travel Bug, den sie von zu Hause mitgenommen hatte.
Bis zur Asphaltstraße ging es für unsere Begleiter wieder staubig zu.
Bis Okahandja ging es eintönig bei zunehmenden Verkehr Richtung Windhoek. In Okahandja besuchten wir, besser gesagt unsere Frauen, den nördlichen Schnitzmarkt. Wir parkten bei einem Cafe gegenüber. Ein Mann, so etwas wie in Parkplatzwächter des Cafes, hielt uns alle Personen vom Leibe, die etwas von uns wollten.
Als die Damen nicht erscheinen wollten, musste ich in die Verhandlungen eingreifen, da wir noch vor der Finsternis in Düsternbrook ankommen wollten. Kurz nach Okahandja reichte ein Buschfeuer bis an die Straße. Bei der Einfahrt zur Zufahrtsstraße mussten wir einige Zeit warten. Der Gegenverkehr aus Windhoek war sehr stark. Die Zufahrtsstraße hatte 3 Flussfurten. Durch die tief stehende Sonne konnten wir nicht sehen, wo die günstigsten Stellen sind.
Wir schafften aber alle ohne Probleme. Bei der letzten stand ein PKW, der hier scheinbar nicht durch konnte. Auf Düsternbrook suchten wir uns Plätze am Fluss. Es gab auch eingezäunte. Durch den Zaun wären sogar Elefanten gekommen ohne ihn zu beschädigen.
Zum Abendessen saßen wir am Haupttisch. Dietmar mit Familie direkt beim Hausherrn, wir am anderen Ende. Jonas wollte ständig wissen, für was ein Copilot notwendig ist. Die Frau uns gegenüber sagte zum Mann neben Ihr: „Da könntest du etwas dazu sagen“. Es stellte sich heraus, dass der Kapitän unseres Rückfluges und eine Flugbegleiterin, seine Frau, neben mir saßen. Ihnen gehörte das Auto bei der letzten Furt. Sie fahren heute noch zurück nach Windhoek. Es entwickelte sich ein angenehmes Gespräch und er lud die Kinder zu sich ins Cokpit ein. Als ich fragte ob auch der kleine Heimo kommen darf, wurde auch das gewährt. Der Hausherr war ein redseliger Typ. Er erzählte viel in einer freundlichen Allerweltsmanier. Zum Essen gab es wieder das unvermeidliche Gulasch.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201124. Dez. 2011 · #57
3.9 Düsternbrook
In der Nacht galoppierte ein Pferd am Zelt vorbei und auch Warzenschweine suchten nach essbarem. Das Frühstück nahmen wir auf der Terrasse des Haupthauses ein. Hier hat man einen schönen Ausblick auf das Flusstal.
Nach dem Frühstück unternahmen Margit, Dietmar, Magdalena und ich eine Wanderung zum Andreas Dam. Ich ging etwas voraus, da es mir zu langsam voran ging. Beim See angekommen, genoss ich die Aussicht.
Hippos, die hier wohnen sollten, konnte ich keine entdecken. Ich wartete auf die andern drei.
Nach einiger Zeit konnte ich sie am Beginn des Sees entdecken. Ich ging weiter zu einem Aussichtsturm, um auf sie zu warten. Von hieraus konnte ich auch die Hippos sehen.
Drei Erwachsene Tiere und ein Junges. Sie wurden vor gut einem Jahr hier freigelassen. Das Junge ist bereits hier auf die Welt gekommen.
Nach einiger Zeit tauchten die drei anderen Wanderer auf der anderen Seite des Sees auf. Wie weit es noch um den See bis zu mir ist, war schwer abzuschätzen. Sie drehten daher um. Ich beobachtete noch einige Zeit die Hippos und die Hippos beobachteten mich.
Ein Vogel, der seine Flügel in die Sonne hielt, saß auf einem Ast im See.
Auf dem Rückweg wartete ich noch am Fuß des Damms, ob die drei noch auftauchen würden. Ich beobachtete dabei Affen, die im Gras nach essbaren suchten.
Sie kommunizierten in dumpfen Brummgeräuschen. Nach einer halben Stunde machte ich mich auf den Rückweg auf der Straße, die an den Geparden- und Leopardengehegen vorbei führt. Unter einem Baum lagen 2 Geparden und beobachteten mich.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201124. Dez. 2011 · #58
3.9 Düsternbrook Teil 2
Es war schon ziemlich heiß und der Weg zog sich. Als ich beim Campingplatz ankam, waren alle bereits zurückgekommen. Die Kinder spielten am Fluss. Zwei Warzenschweine ließen sich davon nicht stören.
Pünktlich um 14 Uhr 30 begann die Leoparden und Gepardenfütterung. Zuerst fuhren wir ins Leopardengehege. Das Gehege war gesichert wie bei Jurassic Park.
Ein Guide legte vorsichtig Fleischstücke auf einen Baum.
Der Leopard kam gleich darauf. Kein Wunder, sie kommen jeden Tag zur selben Zeit.
Ein prächtiges Tier. Die Guides waren sehr konzentriert. Jede schnelle Bewegung im Fahrzeug, oder wenn jemand aufstehen oder sich seitlich hinaus lehnen wollte, wurde sofort unterbunden. Zuerst holte der Leopard sich die Fleischstücke auf dem Baum.
Danach bossierte er wie einstudiert.
Zurück am Boden wurden ihm Fleischstücke vorgeworfen.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201124. Dez. 2011 · #59
3.9 Düsternbrook Teil 3
Immer wenn er zu nahe an die Fahrzeuge kam, wurde dem Leoparden Fleisch zu geworfen. Das hat er natürlich genau gewusst. Er zeigte immer wieder schöne böse Anblicke.
Imposant war das Knurren des Tieres, das ging durch Mark und Bein. Als ihm der Guide ein großes Knochenstück zuwarf, schnappte er es und verschwand mit angelegten Ohren im Gebüsch.
Wir verließen das Gehege und fuhren zu den Geparden. Sie erwarteten uns schon am Tor. Bis zum Futterplatz liefen sie uns hinterher.
Hier ging es wesentlich entspannter zu. Sie wirkten fast wir Hauskatzen, so verspielt waren die.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201124. Dez. 2011 · #60
3.9 Düsternbrook Teil 4
Zurück am Haupthaus machten wir eine kleine Pause, bevor es mit dem Game-Drive weiter ging. Auf diesem Drive sahen wir einige Tiere, aber die meisten auf der Flucht. Wie konnten sie auch wissen, dass wir keine Jäger waren.
Unserer Fahrer erzählte uns einiges über die Farm, die Tiere und die Bäume. Dieser Baum z.B. speichert Wasser und kann als Wasserspender herangezogen werden.
Durch die immer tiefer stehende Sonne wurde die Umgebung immer farbenprächtiger. Ein Giraffenkopf tauchte in der Landschaft auf.
Der letzte Punkt war der Andreas Damm mit den Hippos. Sie kamen sofort neugierig näher, als wir stehen blieben.
Sie beobachteten uns und wir sie. Als der zweite Jeep kam, drehten alle Hypos zugleich den Kopf, um sehen, was es neues gab. Der Schrei eines Hippos hört sich an wie kräftiges dumpfes Schnarchen. Nur sehr laut.
Am Campingplatz sammelten die Kinder noch Holz für ein Lagerfeuer nach dem Abendessen. Zum Abendessen gab es heute Oryx gekocht mit einigen Beilagen. Der Hausherr erzählte wieder seine Geschichten. Nach dem Abendessen zündeten wir noch ein Feuer mit dem Holz der Kinder an. Ein letztes Mal genossen wir noch den fulminanten Sternenhimmel.