HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201131. Okt. 2011 · #1
Nun wagten wir uns das erste Mal nach Afrika. Namibia? Zu den Wilden! Mit den Kindern? Gibt’s da überhaupt schon Strom? Fürchtet ihr euch da nicht um Leib und Leben? Und so weiter und so fort. So waren die meisten Reaktion. Zumeist gab es zweifelnde Blicke. Wir wollten schon mehrere Jahre nach Namibia. Konkret wurde es dann im Sommer 2010. Die Flüge wurden im Oktober und das Fahrzeug im November gebucht. Die Buchung der wichtigsten Übernachtungen war bis zum Jahreswechsel abgeschlossen. Unsere Route ist die klassische Einsteigertour Windhoek, Sesriem, Swakopmund, Twyfelfontein, Etosha, Windhoek mit ein paar Abstechern. Zum Abschluss des Berichtes wird es noch eine Unterkunftsbewertung geben.
Wir das sind meine Frau Heike und ich (Heimo), unsere beiden Kinder Florian (10) und Jonas (7), sowie meine Schwester Margit, ihr Mann Dietmar und meine Nichte Magdalena (9).
Eine interessante, vielerorts auch atemberaubende Landschaft und viele, viele Tiere im Etosha werden uns auf dieser Reise begleiten. Zur Begrüßung eine Blume (Blüte).
So richtig los mit Bildern und Videos geht’s ab dem zweiten Tag.
So richtig los mit Bildern und Videos geht’s ab dem zweiten Tag.
Viel Spaß beim Mitfahren.
Danke das Du mich noch mitnimmst, klasse den ersten Auftritt von euch. 🤩 🤩 Danke für die "Blüte" 😄 😄
Liebe grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201101. Nov. 2011 · #3
17./18.08.2011
Wien – Windhoek – Hakos Gästefarm
Am frühen Nachmittag brachte uns Heikes Papa nach Wien zum Flughafen. Der Flug nach München mit Niki war kurz und unspektakulär. Die Wartezeit in München verging relativ schnell. Kurz bevor wir einsteigen sollten, rannte ein Frau im Terminal nervös auf und ab. Sie wollte noch in den Flieger der Tunis Air. Sie bekniete im wahrsten Sinne des Wortes das Personal am Gate. Das Tor war aber bereits geschlossen. Unter Tränen flehte sie „Please, please, please“. Nach einiger Zeit kam eine Frau vom Flughafen. Die Tür ging auf und die Frau lief zum Flieger. Wie sich herausstellte, war sie eine Flugbegleiterin, die vom vielen Shoppen in den Duty-Free-Shops die Zeit übersehen hatte. Am Gate hat sie aber niemanden gesagt, dass die zum Flugzeug gehört. Nach ein paar weiteren Minuten kam auch noch der Kapitän der Maschine, denn ohne ihm wollten sie dann auch nicht fliegen.
Unser Flug mit Air Berlin hob pünktlich ab. Es war zu sehen, das Namibia ein Familienreiseland ist. Das Flugzeug war voll mit Familien mit Kindern. Der Rest waren Pensionisten für die Busrundreisen. Venedig und Rom leuchteten in der Nacht zu uns herauf.
Nach 9 Stunden drehten wir auf den Hosea Kutako Flughafen von Windhoek ein. Genau um 5 Uhr landeten wir. Die Beleuchtung der Landebahn sah aus, als ob sie Fackeln am Rande der Piste aufgestellt hätten. Nachdem wir das Flugzeug verlassen hatten, war am Eingang zum Flughafengebäude Endstation.
Unser Flieger sollte laut Flugplan erst um 5 Uhr 15 landen. Niemand öffnete uns. So standen über 200, in der kalten Luft zitternde Passagiere am Rollfeld und warteten. Pünktlich wurde aufgesperrt. Zwei Schalter für die mehr als 200 Ausländer. 4 Schalter für die rund 10 Einheimischen. Nach einiger Zeit durften dann doch auch die anderen Schalter benutzt werden. Unsere Beamtin ließ sich Zeit. Fast 5 Minuten pro Pass. Ja, wir sind in Afrika, da geht halt alles ein wenig langsamer. Wir waren die zweiten in der Reihe und daher bald durch. Das gesamte Gepäck ist mitgekommen und auch unsere Abhohler von African Tracks, dem Fahrzeugvermieter, warteten schon. Wir wollten noch Geld abheben, das war aber mit unseren Maestro Karten am Flughafen nicht möglich, da der Bankomat nur VISA akzeptiert. Dietmar wechselte daher noch ein paar Euro in Namibische Dollar um.
Als wir das Flughafengebäude verließen, begrüßte uns der Sonnenaufgang. Auf der fast halbstündigen Fahrt nach Windhoek sahen wir einen Affen auf dem Zaun sitzen. Unser Fahrer zeigte uns auf dem Weg zur Station von African Tracks wo wir unsere Einkäufe tätigen können. Bei der Station, sie ist in der Nähe vom Zentrum der Stadt, wartet bereits Valerie auf uns. Der Papierkram und eine gründliche Einschulung auf das Fahrzeug waren schnell erledigt. Unsere beiden Fahrzeuge wurden noch genau auf Dellen untersucht. Lackschäden waren kein Thema. Unser Toyota Hilux 4x4 Doppelkabiner mit 2 Dachzelten war noch neu und hatte 10840 km am Tacho. Die Reifen links waren schon ziemlich abgefahren. Valerie lies sich aber nicht zu einem Reifenwechsel überreden. Dietmars Fahrzeug war schon wesentlich älter mit über 100000 km. Bevor wir abfuhren bekamen wir noch eine genaue Landkarte, darin wurde uns der Weg zur nächsten Tankstelle, zum Einkaufszentrum und der Weg aus der Stadt zur C26 eingezeichnet.
Bei der Tankstelle ums Eck war ein Bankomat, bei dem wir endlich Geld abheben konnten. Das Tanken wurde natürlich von den schon wartenden Einheimischenb erledigt. Das Einkaufszentrum Wernhill war nur zwei Straßen entfernt. Hier gab es alles was wir benötigten. Der Lebensmittelmarkt war bestens ausgestattet. Die Preise nur wenig günstiger als in Europa.
Die Fahrt aus der Stadt war auf Grund des ungewohnten Linksverkehrs anspruchsvoll. Meist wurde die Scheibe gewischt, statt geblinkt. Unser Ziel war die C26 Richtung Gamsberpass. Nach ein paar Kilometern kamen wir zur Polizeikontrollstation, die bei allen Einfallsstraßen angelegt sind. Der Polizist lief zu uns herüber. Die Papiere interessierten ihn nicht sonderlich. Er fragte nur sehr höflich woher wir kämen und was wir ihm aus Österreich mitgebracht haben. Wir drückten ihm ein paar Münzen in die Hand und er wünschte uns eine Gute Reise. Dietmar und Margit verstanden nicht was er von ihnen wollte. Die ließ er auch so durch.
Nach wenigen Kilomertern endete die Asphaltstraße.
Die C26 führte über Hügelketten Richtung Hakos Gästefarm.
Noch relativ langsam, da wir die Fahrzeuge auf der ansprechenden Schotterstraße erst gewohnt werden mussten, ging es voran. Wir bekamen einen ersten Eindruck von der Weite des Landes.
Auch ein paar Tiere, Affen, Antilopen, Warzenschweine etc., konnten gesichtet werden. Natürlich auch Bäume mit Nestern der nicht sozialen Webervögel.
Bald tauchte der Gamsberg aus unverkennbare Wegmarke vor uns auf.
Gegen 14 Uhr erreichten die Gästefarm.
Waltraud, die Besitzerin, begrüßte uns sehr freundlich. Wir bezogen unsere Zimmer und packten unser Gepäck für die weitere Reise staubsicher um und schufen im Fahrzeug eine brauchbare Ordnung. Probleme gab es mit Magdalena, ihr war schlecht und sie hatte Bauchschmerzen. Um 15 Uhr gabs Kaffee mit Kuchen. Neben uns war noch der ehemalige Obmann des Vereins der Internationalen Amateur-Sternwarte, sie betreibt das Observatorium neben Hakos, in der Gästefarm. Hier gibt’s perfekte Bedingungen Sterne zu beobachten. Nur war gerade Vollmond, daher ist es nicht optimal. Die Farm lebt von den Hobbyastronomen, die um Neumond kommen.
Am Abend machten wir einen kleinen Rundgang um die Umgebung zu erkunden.
Wir genossen unseren ersten Sonnenuntergang. Magdalenas Zustand verschlechterte sich weiter und mit ihr Margits Nerven. Die Bauchschmerzen wurden immer stärker. Wahrscheinlich ließ die Nervosität nach der langen Anreise jetzt nach. Falls sich der Zustand noch weiter verschlechtert wollten Margit und Dietmar morgen zurück nach Windhoek. Wir würden uns dann wieder in Swakopmund treffen. Mit einem Trick (spezielle Medizin vom Kinderarzt von zuhause) bekamen wir die Kleine dazu, etwas Tee zu trinken und Zwieback zu essen. Daraufhin erholte sie sich zusehends.
Das Abendessen, Oryx-Schnitzel und Oryx-Gulasch mit diversen Beilagen schmeckte uns sehr gut.
Am späten Abend bei sehr kühlen Temperaturen, nahm ich noch an einer Sternenführung teil, die von Friedhelm, dem Hausherrn, durchgeführt wurde. Er zeigte uns einige Sternbilder, natürlich das Kreuz des Südens und Alpha und Beta Centauri, die hellsten Sterne am Abendhimmel. Wir sahen Sternhaufen, Doppelsterne, Saturn mit seinem Ring, das südliche Flair usw. Der Sternenhimmel insgesamt war gewaltig. Die Milchstraße leuchtete in weißen Wolken. Ein Anblick den ich ansatzweise nur aus meiner Kindheit kannte.
Nach einem 40 Stunden Tag schliefen wir alle tief und fest.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201102. Nov. 2011 · #6
Hallo Annick
Leider habe ich nur zwei brauchbare Fotos.
Die Anlage ist sehr sauber. Die Zimmer im guten Zustand. Nur die Sanitäreneinrichtungen würden eine Erneuerung brauchen. Das soll nicht heißen, dass sie desolat wären. Sie sind halt schon etwas alt.
Vom Essraum, eine Art Wintergarten mit einer großen Glasfront, hat man beim Abendessen einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang und auf die Hakosberge.
Wenn ihr um den Neumond kommen wollt, müsst ihr früh buchen, da sie hier meist von den Sternguckern sehr gut gebucht sind. Um den Vollmond werdet ihr immer, auch ohne Vorbuchung, ein Zimmer bekommen.
Hallo Annick
Wenn ihr campen wollt, es gibt 5 Plätze abseits der Farm, auf einer Anhöhe mit super Gamsbergpanorama.
Das Video zeigt einen Rundblick zu den Hakosbergen. Zum Schluss ist die Sternwarte des Vereins zu sehen. Diesen Blick hat man auch aus dem Essbereich.:
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201103. Nov. 2011 · #8
19.08 Hakos – Sesriem
Nach einer erholsamen Nacht, gingen wir zum Frühstück. Magdalena hatte sich wieder erholt und war mit den Jungs bereits auf Affenjagd, da diese frech um das Gelände hüpften.
Friedhelm und Waltraud warteten bereits auf uns. Wir frühstückten ausgiebig und unterhielten uns über alle möglichen Dinge. Die Atmosphäre war so angenehm, dass wir erst um 10 Uhr weg kamen. Die Kinder vergnügten sich inzwischen mit dem Haushund.
Die Frau am Bild ist Waltraud, die Farmbesitzerin.
Wir entschlossen uns, nicht über den Gamsberg sondern über den Spreetshoogte Pass zu fahren. Zuerst ging es ein Stück zurück zur Abzweigung auf die D1265. Wir waren schon länger auf der C26 unterwegs als von hinten ein Fahrzeug kam, das uns mit seiner Lichthupe ständig anblinkte. Überholen wollte er nicht. Nach ein paar 100m langsamer Fahrt, fuhr ich links ran, dass er vorbei konnte. Fahrer und Beifahrer blickten zu uns herüber, als wenn sie es mit Verrückten zu tun hätten. Erst jetzt dämmerte uns, dass wir die längste Zeit auf der falschen Straßenseite unterwegs waren. Wie in England, wenn man sich wohl fühlt ist man sicher auf der falschen Seite. Nach einem kurzen Stopp bei der Abzweigung, erster Geocache in Namibia, gings auf der D1265 weiter Richtung Nauchas.
Die Straßen sind im guten Zustand. Erst vor Nauchas gibt es zwei kleine Furten zu meistern.
Es eröffneten sich uns wieder unendliche Weiten.
Am Wegesrand tauchten immer wieder Bäume mit den Nestern der sozialen Webervögel auf.
Am Aussichspunkt des Spreetshoogte Pass öffnet sich die ganze weite Ebene bis zum Namib-Naukluft-Park.
Hier legten wir eine Rast ein, um ordentlich zu jausnen. Nach der kurzen Strecke legte sich schon einiges an Staub im Fahrzeug ab.
Nach dieser Stärkung, bei fulminantem Panorama, fuhren wir den Pass hinunter.
Dies soll der steilste Pass Namibias sein, der noch ohne 4x4 befahrbar ist. Die steilsten Stücke wurden befestigt.
So ein Bergerl kann aber einen echten Österreicher nicht erschüttern. Unten im Tal trottete vor uns langsam ein Leguan über die Straße. Zumindert versuchte er es.
Als er uns kommen sah, drehte er sich blitzschnell um und verschwand im hohen Gras. Etwas später war noch eine Kudu-Herde zu sehen.
In Solitär machten wir eine Kaffeepause und aßen den berüchtigten Apfelkuchen. Am Parkplatz spielten sich die Erdmänchen.
Ups, hatten wir schon einen Unfall?
Über die C19 fuhren wir nach Sesriem. Immer wieder gab es schöne landschaftliche Einblicke.
Entgegenkommende Fahrzeuge warfen mächtige Staubwolken auf.
Hier hatten wir für zwei Nächte auf dem NWR Campingplatz vorgebucht. Wir wollten morgen natürlich eine der Ersten sein, die in den Park fuhren. Uns wurde der Stellplatz C16 zugewiesen. Der liegt sehr schön am Rand des Campingplatzes.
Nachdem wir unsere Fahrzeuge abgestellt hatten, war Dietmar der Meinung, dass sein linker Hinterreifen Luft verliere. Ich glaubte das zwar nicht, aber er wollte zur Sicherheit zur Werkstatt bei der Tankstelle fahren. Heike und ich stellten währenddessen erstmals unsere Dachzelte auf.
Die Angelegenheit war in weniger als 10 Minuten erledigt. Heike begann ein Abendessen zuzubereiten.
Bei Sonnenuntergang kamen Dietmar und Margit zurück. Tatsächlich hatten sie ein kleines Loch im Reifen, das schnell für 50 N$ (ca. 5€) repariert wurde. Das Dachzelt war schnell aufgestellt und mit Margits Unterstützung konnten wir bei toller Kulisse bald unser Abendessen einnehmen. Das Gras leuchtete goldgelb in der untergehenden Sonne.
Die Berge begannen im untergehenden Sonnenlicht zu leuchten
Kurz nach 18 Uhr war es finster und langsam kam der fantastische Sternenhimmel zum Vorschein. Koyoten heulten im hohen Gras und wagten sich oft nahe an die Steinmauer heran. Wenn man mit der Taschenlampe ins Gras leuchtet funkelten uns immer wieder mal ihre Augen entgegen. Als die Sonne weg war, wurde es gleich empfindlich kühler.
Wir tranken noch ein paar Windhoek Lager und bewunderten einige Sternschnuppen, die über den Himmel zogen.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201105. Nov. 2011 · #9
20.08 Sossusvlei, Sesriem Canyon
Die Nacht war kalt. Dietmar weckte uns um 4 Uhr 45. Es dürfte nur knapp über 0 °C gehabt haben. Stirnlampe auf den Kopf und raus in die morgendliche Kälte. Die Kinder setzten wir samt Pyjama und Schlafsäcken ins Auto. Das erstmalige Zusammenlegen der Zelte in der Finsternis war nur eine kleine Herausforderung. Auch bei den meisten Nachbarn waren Aktivitäten zu sehen. Pünktlich um 5:30 waren wir am Gate. Die ersten Frühaufsteher waren bereits eingelassen worden. Alles wurde genau notiert: Kennzeichen, Name, Personenanzahl, Permit. Irgendwelche Listen, die sie ausfüllen können, haben sie generell gerne in diesem Land. Es war immer noch stockdunkel. Die ersten Kilometer tasteten wir uns mit 60 km/h voran, um keine Gazellen zu überfahren. Tatsächlich lief, nein ging, kurz nach dem Gate eine kleine Herde vor dem Auto über die Straße. Als es heller wurde, fuhren wir schneller. Zuletzt schon mit über 100, um noch vor Sonnenaufgang bei den Dünen zu sein. Mächtige Dünen tauchten im morgendlichen Licht auf.
Wir schafften es gerade noch zur Düne 45. Hier war schon einiges los. Eine Menschenkarawane erklomm bereits den Dnnenkamm. Raus aus dem Auto, die Kinder noch rasch warm angezogen und hinterher.
Auf halber Höhe kam die Sonne hervor. Die geht hier nicht einfach gemütlich auf, nein sie schießt nahezu senkrecht vom Horizont in den blauen Himmel. Der Dünensand beginnt aufzuflammen.
Die Kämme werfen scharfe Schatten. Die älteste Wüste der Welt erwacht.
Als wir oben ankamen, begann die Menschkarawane schon wieder den Rückweg. Wir gingen den Kamm entlang. Der Wind wehte den Sand über den Kamm wie Pulverschnee.
Die Kinder liefen den Hang hinunter, kletterten wieder herauf und wieder von vorn.
Unglaublich welche Energie die haben. Als unten der nächste Schub von Besuchern, alle jene die vor den Toren des Parks übernachten mußten, ankam, machten wir uns auf den Rückweg. Ein Teil von uns lief den steilen Dünenhang zum Fuß der Düne 45 hinunter – welch ein Spaß.
Jetzt waren wir alle hungrig. Das Frühstück bei der Kulisse war ein besonderer Genuss.
Jonas und Magdalena, die beiden am Fuß der Düne, spielten beim größten Sandhaufen der Welt.
Die Straße führte weiter entlang der Dünen bis zum 2x4 Parkplatz.
Nach kurzem Überlegen nahmen wir den 4 km langen Weg durch den Wüstensand in Angriff. Der Wagen grub sich durch den Sand. Die Fahrspuren der anderen Autos zogen das Auto immer wieder in ihre Spur.
Es fühlte sich an, als ob man durch hohen Schneematsch fährt. Bald erreichten wir den Parkplatz zum Dead Vlei. Vom Parkplatz ging es zu Fuß weiter zum Vlei. Es war mittlerweile schon ziemlich warm. So um die 30 °C. Es ging zäh voran, vor allem weil Jonas schon ein bisschen müde vom Dünenlaufen war.
Vom letzen Sandrücken aus, bot sich ein wunderschöner Ausblick ins Vlei.
Die Bäume auf der weißen Fläche ragten wie Kunstwerke vor dem roten Sand in die Höhe. Umrahmt wurde das ganze noch von einem schon fast kitschigen tiefblauen Himmel. Wir durchstreiften das Vlei und machten viele Fotos.
Florian war nicht zu halten, er musste eine der Düne erklimmen, um wieder herunter zu tollen. Nach einiger Zeit wurde es uns zu heiß und wir wanderten zurück zum Parkplatz. Unser Fahrzeug kämpfte sich wieder durch den Sand zurück zur Teerstraße. Wieder umrahmt von der spektakulären Dünenlandschaft.
Die Bäume waren saftgrün vom vielen Regen im namibischen Sommer.
Nach einem kleinen Imbiss fuhren wir zurück Richtung NWR Campingplatz. Feenkreise und Luftspiegelungen begleiteten uns.
Das Gras leuchtet in der Sonne. Vereinzelt waren Springböcke zu sehen. Sie zeigten aber keine Angst, da sie im Park nicht gejagt werden dürfen.
Vor dem Parkeingang erledigten wir noch schnell ein paar Einkäufe in dem kleinen Laden bei der Tankstelle. Wir würden auch wieder Bargeld benötigen. Aber hier gab es nur wieder den Bankomat der Bank of Windhoek derleider nur die Visacard akzeptiert. Na gut, bis Swakopmund wird es schon noch reichen. Es war nun früher Nachmittag. Wir beschlossen zum Sesriem Canyon zu fahren. Hier hat sich der Tsauchab einen Slot-Canyon gegraben. Über einen einfachen Einstieg gelangt man zum Grund des Canyons, der in Richtung Sossusvlei immer breiter wird. Die Sonne färbt diesen Sandstein mit Schottereinschlüssen gold-gelb.
In der anderen Richtung verengt er sich zusehends.
Hier unten ist es angenehm kühl und man riecht die Feuchtigkeit. Nach 100 bis 200m kommt ein Wasserloch über die ganze Breite. Dahinter ist der Canyon durch einen Steinschlag verlegt.
Schon beim Eingang in den Canyon wurden wir von anderen Besuchern gewarnt, dass sich Schlangen beim Wasserloch befinden. Tatsächlich lag eine am Rand Pfütze.
Wir spazierten wieder langsam zurück zum Parkplatz und fuhren dann zum Campingplatz.
Die Zelte standen wieder schnell und ein Abendessen wurde zubereitet.
Ein Windhoek Lager durfte natürlich nicht fehlen.
Bei Sonnenuntergang trat unsere Fotografin in Aktion.
Ihr gelangen auch ein paar brauchbare Fotos.
Als es finster wurde zündeten wir noch ein Lagerfeuer an,beobachtet von den Schakalen im hohen Gras.
Hallo Heimo, danke für Euren interessant geschriebenen Bericht und die schönen Bilder. Wir fahren mit unseren Kindern, 11&13 nächstes Jahr eine ähnliche Strecke. Auch zum ersten mal Afrika mit Dachzelt. Bin schon gespannt wie es weitergeht! Man liest immer so viel negatives über die Campsite in Sesriem aber die Bilder sehen eigentlich immer traumhaft schön aus. Die Gegenschüsse bekommt man allerdings auch nie zu sehen. Liebe Grüße Philipp
P.S. Zu Eurem Leguan am Spreetshoogte muss ich noch mal was klugsch...: Leguane gibt es in ganz Afrika nicht, die kommen nur in der neuen Welt vor. Das altweltliche Gegenstück zu den Leguanen sind die Agamen. Was Euch da über die Pad gelaufen ist war aber ein Wüstenwaran.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201106. Nov. 2011 · #12
Hallo Flip,
du hast natürlich recht. Da bin ich einer Falschmeldung eines Namibiers aus Swakopmund aufgesessen, der meinte, in Namibia gibt es nur Leguane keine Warane. Ich muss mich auch bei meinem Sohn Florian entschuldigen, dass ich ihm nicht geglaubt habe. Der war sofort der Meinung es ist ein Waran. Das ist zufällig in dem kurzen Video im Hintergrund zu hören, das eigentlich ein Foto hätte werden sollen.
Die Stellplätze im NWR Campingplatz sind nicht alle gleich. Die außen liegenden haben fast alle einen schönen Platz. Es gibt aber auch Plätze im Nahbereich der Sanitäranlagen, bzw. unmittelbar vor deren Eingängen. Hier gibt es natürlich keine Ruhe und auch Frischluft wird man sich dort herbei sehnen. Diese Plätze dürften der Beschilderung nach, aber nur bei Überfüllung belegt werden. In den zwei Nächten, die wir dort waren, waren auch diese Plätze, zumeist mit Zelten, immer voll belegt.
Schöne Grüße aus der schon fast sommerlichen Steiermark Heimo
Hallo Florian der Punkt geht aber eindeutig an Dich!:P Cool wie schnell und sicher Du den Waran erkannt hast. In Deinem Alter hab ich mich sehr für Reptilien interessiert und habe bis heute vieles behalten. Die größten Warane leben übrigens in Indonesien und können 3 Meter!!! lang werden. Bin schon gespannt, was Ihr noch so erlebt habt.
Tja Heimo, daran müssen wir uns wohl gewöhnen, dass man den Kids immer seltener ein L für ein W vormachen kann. Soweit ich weiss kann man die einzelnen Stellplätze in Sesriem nicht reservieren oder hattet Ihr einen Einfluss bei der Wahl des Platzes? Wir werden vom Tsauchab River Camp nur eine kurze Anfahrt haben und daher relativ früh eintrudeln.
Liebe Grüße aus dem heute eher novemberlichen Hamburg
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201107. Nov. 2011 · #14
Ja so laufen die Kinder den Altvorderen schön langsam den Rang ab.
Die Einteilung könnte bestenfalls bei der Buchung beeinflußt werden. Bei der Ankunft ist alles fix eingeteilt. Unser Platz war der C16. Der lag sehr günstig.
Schöne Grüße aus der Nebelsuppe Heimo
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201108. Nov. 2011 · #15
21.08 Sesriem – Swakopmund
Spätestens um 6:30 waren wir alle munter, als die Kolonne der Parkbesucher die außerhalb wohnten, in den Park durften. Die Sonne küsste die Landschaft wieder wach.
Es war wieder sehr frisch. Das Frühstück war schnell zubereitet. Obwohl alle gewusst haben, dass der heutige Tag ein langer Fahrtag werden wird, ließen sie sich Zeit. Wenn es finster ist, wollte ich nicht erst in Swakopmund ankommen. Gegen 10 Uhr kamen wir endlich vom Platz.
In Solitär legten wir wieder einen Zwischenstopp ein. Unzählige Vögel gierten sich nach den Bröseln um unsere Füße. Der Begriff Kaktus bekommt hier wieder eine andere Bedeutung.
Imposant, für einen Wüstenort, auch die Niederschlagsaufzeichnungen in Solitär
Auf der C14 fuhren wir weiter Richtung Gaub Pass. Nach einer Baustelle, kurz nach der Kreuzung zum Spreetshoogte Pass, bremste ein Fahrzeug vor uns abrupt ab. Ein schwarzes Stück lag seitlich auf der Straße. Wir dachten an einen Reifenschaden. Als wir daran vorbei fuhren, sahen wir, dass es eine schwarze Kobra in Kampfstellung war. Sofort angehalten und raus mit dem Fotoapparat. Dietmar hinter uns fuhr so knapp an die Schlange, dass ich schon dachte er fährt darüber, weil er glaubte, dass es sich um ein Reifenstück handeln würde. Als wir soweit waren, ging der Kopf gerade wieder zu Boden.
Schnell verschwand sie im nahen Gras. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass es sich hier angeblich um eine Speikopra gehandelt haben soll. Da waren wir wieder froh nicht so nahe heran gekommen zu sein.
Nach dem Gaub Pass tat sich eine abwechslungsreiche Landschaft auf. Beim südlichen Wendekreis hielten wir kurz an.
Durch den trockenen Gaub Fluss ginge es kurz hinauf zum Kuiseb Pass. Die Straßen wurden vor allem auf den Steigungsstecken immer schlechter. Teilweise ordentliches Wellblech, aber in beeindruckender Landschaft.
Der Kuiseb führte immer noch Wasser und ließ das Ufer erblühen.
Heike hatte wieder ein Erfolgserlebnis.
Unser nächstes Ziel war der Aussichtpunkt am Kuiseb Canyon. Von hier aus hatte man einen wunderbaren Überblick auf die wellige Landschaft, die irgendwie sanft und zerbrechlich wirkte.
Der Kuiseb lag uns zu Füßen.
Das dürre Gras rauschte im Wind. Ein schöner Platz für eine Jause. Es dürfte nun an die 30°C haben.
Unweit von hier ist der Henno Martin Shelter. Wir hatten das Buch gelesen und wollten da natürlich unbedingt hin. Ein kurzer Fußweg führt zum Unterstand, eine Aushöhlung im Sandstein, in der sich die zwei deutschen Geologen am Beginn des 2. Weltkrieges versteckten.
Ob die Mauern, die auf diesem Bild zu sehen sind, echt sind bezweifle ich.
Hier gibt es auch ein kleines Sandsteintor
Endlose Grasflächen begleiten uns auf unserem weiteren Weg.
Unvermutet taucht ein glatt geschliffener Felsen in der Landschaft auf, als würde er hier nicht hergehören.
Vor Walvis Bay wird die Gegend sandiger und die Straßen besser. Kurz vor Beginn der Asphaltstraße kommen die hellbraunen Dünen der nördlichen Namib zum Vorschein.
In der Abendsonne begannen auch sie in einem orangen Farbton zu leuchten.
Die Außentemperatur ging schlagartig nach unten, so zwischen 15 und 20 °C. Nach Walvis Bay ging es auf der Küstenstraße entlang, auf einer Seite das Meer mit der tief stehenden Sonne, auf der anderen Seite eine sehenswerte Dünenlandschaft.
Wir mussten immer wieder warten, da Dietmar nur 80 km/h fahren durfte. Bei Sonnenuntergang suchten wir unseren Weg zur Atlantic Villa, die am nördlichen Ende der Stadt liegt. Das Hotel liegt unweit vom Strand. Die Häusersiedlungen, die meisten Ferienwohnungen, erinnerten an Caorle oder Jesolo. Wir bezogen unsere Zimmer. Es gab aber keinen Strom. Der Hoteleigentümer versuchte das Problem zu lösen. Nach einiger Zeit musste er, es ist Sonntag, einen Elektriker organisieren. Als der kam, war der Fehler bald gefunden. Uns dauerte das zu lange, wir bestellt mit Hilfe der Rezeptionistin eine Pizza. Das funktionierte ganz gut, die Pizza war sogar noch warm.
Bernd1'182 Beiträge · seit 200609. Nov. 2011 · #16
Flip schrieb:Hallo Florian der Punkt geht aber eindeutig an Dich!:P Cool wie schnell und sicher Du den Waran erkannt hast. In Deinem Alter hab ich mich sehr für Reptilien interessiert und habe bis heute vieles behalten. Die größten Warane leben übrigens in Indonesien und können 3 Meter!!! lang werden. Bin schon gespannt, was Ihr noch so erlebt habt.
Das ist der Komodowaran.
Tja Heimo, daran müssen wir uns wohl gewöhnen, dass man den Kids immer seltener ein L für ein W vormachen kann. Soweit ich weiss kann man die einzelnen Stellplätze in Sesriem nicht reservieren oder hattet Ihr einen Einfluss bei der Wahl des Platzes? Wir werden vom Tsauchab River Camp nur eine kurze Anfahrt haben und daher relativ früh eintrudeln.
Liebe Grüße aus dem heute eher novemberlichen Hamburg
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Topobär5'479 Beiträge · seit 200909. Nov. 2011 · #17
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201112. Nov. 2011 · #18
Topobär schrieb:Warum durfte das eine Auto nur 80km/h fahren?
Drücken wir es einmal so aus:
Es konnte in diesem Auto kein Konsens über die Fahrsicherheit auf Schotterstraßen erreicht werden. Der Fahrer beugte sich der Sicherheitsfraktion und blieb den Anweisungen auch auf der Asphaltstraße treu.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201112. Nov. 2011 · #19
Für alle Leser aus unserem Bekanntenkreis, die uns in diesem Forum begleiten und die Gegebenheiten noch nicht kennen. Leider ist es nicht mehr möglich die Fotos als Großbilder in den Bericht zu stellen. Mehr als 9 Bilder pro Bericht können nicht verarbeitet werden. Wenn ihr die kleinen Bilder anklickt werden sie Groß.
An dieser Stelle möchte ich mich noch beim Moderator bedanken, dass er bei den vorangegangenen Berichten die restlichen Bilder eingestellt hat und das in kürzester Zeit. Wir wollen ihm aber nicht ständig zur Last fallen und haben beschlossen die Fotos auf diesem Weg einzustellen.
22.08 Desert Extravaganca Tour
Pünktlich um 7 Uhr waren wir beim Frühstück. Hier waren fast mehr Leute im Service als Gäste, obwohl wir das Meiste erst selbst holen mussten. Wir hatten es etwas eilig, da uns Douglas von Living Desert Adventures, Chris hatte heute frei, bereits um 7 Uhr 45 zu einer Tages-Tour abholte. Bevor er los fuhr, fragte er noch, ob alle schön warm angezogen sind. Gut, dass ich dann noch sicherheitshalber eine Jacke holen ging.
Bei der längsten Brücke Namibias, fuhren wir in den Swakop River und hielten gleich an. Douglas, Doug oder Dougi wie wir auch immer sagen wollten, ist ein Südafrikaner der vor Jahren nach Namibia gezogen ist. Er zeigte uns einige Pflanzen die teilweise schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden.
Eine, ich habe den Namen leider vergessen, schon seit 80 Jahren nicht mehr. Der Grund dafür liegt in den ergiebigen Niederschlägen im letzten namibischen Sommer. Der Swakop führte zu dieser Zeit extrem viel Wasser. Jetzt war er trocken, nur einige Tümpel waren noch zu sehen. Wir fuhren weiter am Ufer des Swakop entlang. Plötzlich blieb er stehen. Er zeichnete einen Halbkreis, hier sollten wir stehen bleiben. Er begann zu graben.
Bald kam eine junge Spinne, die „White Dancing Lady“, zum Vorschein. Er hatte Respekt vor ihren Beißwerkzeugen.
Anschließend erklärte er uns den Lebenskreislauf in der Wüste. Auf der Wind abgewandten Seite der Dünen, sammelt sich das Müsli (Definition Doug) an. Das Müsli (Samen, Pflanzenreste etc.) wird von weither aus dem Inneren des Kontinents herangeweht. Die kleineren Tiere, wie beispielsweise der Silberfisch, ernähren sich davon. Diese Tiere werden von größeren Tieren wie Eidechsen, Blindschleichen, Geckos usw. gejagt. Diese wiederum von noch größeren, bis zum Raubvogel und dem Menschen. Eine kleine Zeichnung im Wüstensand sagt mehr als alle Worte.
Das Streu stellt das Müsli dar. Auf der Wind zugewanden Seite hat eine Düne einen Winkel bis 25° und der Sand ist hart. Auf der abgewanden Seite hat sie immer einen Winkel von 35° und der Sand ist weich. Hier leben die kleinen Tiere. Er schimpfte über die Quad-Fahrer und jene die ohne Erlaubnis in den Dünen umherfahren, da sie natürlich immer die steilen 35° Flanken suchen und daher alles zerstören. Die Spuren sind in gewissen Bereichen ewig zu sehen.
Doug beim Erklären des Wüstenkosmoses.
Die Dollarbüsche sind die sogenannten Hotels (Definition Doug). Hier leben Schlangen, Chamäleons usw. Der Busch zeigte auch schöne Blüten
Dann begann er weitere kleine Lebewesen in den Dünen zu suchen. Er erklärte uns auch, nach welchen Spuren wir Ausschau halten sollten. Er stöberte eine Eidechse, die dann mit unglaublicher Geschwindigkeit über den Sand flitzte, auf.
Der Nordwind legte ständig zu und erschwerte die Spurensuche, da er den Sand verwehte. Unsere Fahrt führte am Rande der Dünen entlang. Es ergaben sich immer wieder tolle Stimmungsbilder.
In der Ebene entdeckte er noch ein Chamäleon, das alle Farben spielte, je nach Hintergrund.
Der Wind machte mittlerweile die Geckosuche unmöglich. Wir fuhren tief in die Dünenlandschaft, vorbei am Snowboard-Hang, hinein. Es zeigten sich wieder bunte Pflanzen.
Er kontrollierte nochmals den Reifendruck. Die Kinder durften hier auf den Dünen spielen.
Dann ging die Achterbahnfahrt los. Durch eine atemberaubende Landschaft fuhren wir steile Dünen hinauf und wieder herunter, das kann nur genossen werden.
Bei einer kleinen Pause entstand dieses Gruppenfoto. Als wäre der Hintergrund nicht echt.
Bis zur Küstenstraße ging es so dahin.
Unser Mittagessen nahmen wir in Deutschen Hof in Swakopmund ein. Das Essen war hervorragend.
Am Nachmittag war uns Ziel die Steinwüste, die sogenannte Mondlandschaft. Wir fuhren in einen Bereich der nur mit einem speziellen Permit befahren werden darf. Doug brachte uns zu einem Punkt mit schöner Aussicht auf einen Teil der Mondlandschaft.
Die schwarzen Steine, die die Berggrate bilden, ist Magma, das durch Spalten aufgestiegen ist. Bevor es an die Oberfläche kam erstarrte es. Jeder Stein hatte einen anderen klaren schönen metallischen Klang.
Die hätten ohne weiteres als Musikinstrument verwendet werden können.
Wir fuhren tiefer in die Canyons hinein, die sehr farbenprächtig waren.
Leider verschlechterte sich das Wetter zusehends. Es kam sogar leichter Regen auf. So kommen die Farben auf den Bildern nicht so richtig rüber.
Er zeigte uns das „Schwarze Kreuz des Südens“ (meine Wortkreation).
Die vertikale Linie zeigt genau nach Süden. Die schwarzen Linien verfolgten uns im ganzen Park.
Auch seltene Blumen durften nicht fehlen. Der sogenannte Wüstenedelweiß
Ein Liliengewächs
Nach vielen schönen Punkten, zeigte er uns noch eine Welwitschia-Kolonie.
Diese Pflanzen beginnen mit 2 Blättern die sich immer wieder aufspalten. Sie leben fast unendlich lange.
Es begann nun immer stärker zu regnen. Doug konnte sich gar nicht genug wundern über das Wetter. Regen zu dieser Zeit darf es nicht geben und hat es auch noch nie gegeben. Nebel ja, Regen nein. Nur Nebel gibt es zur Zeit auch selten. In einer Kolonne von Rössing-Minen-Busen fuhren wir bei immer stärker werdendem Regen zurück nach Swakopmund. In der Stadt brachte er uns noch zu einer Bank mit Bankomat der auch Maestro akzeptiert. Nur bares ist wahres. Nach diesem ereignisreichen Tag gingen wir, bei leise rauschendem Regen, bald müde zu Bett.
HeikeHeimoThemenstarter60 Beiträge · seit 201115. Nov. 2011 · #20
23.08 Cape Cross
Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf den Weg Richtung Cape Cross. Der Himmel war wieder blau und die Sonne scheint. Nur der Wind war noch kalt und stark. Die Straße wurde zur Sand-Salz-Piste. Sie war noch feucht und schlammig vom gestrigen Regen. Der Schlamm hinterließ am Auto eine braune Kruste, die sich auch mit Wasser nicht ohne weiteres entfernen lässt. Nach einigen Meilen tauchte ein Wrack in der Meeresdünung auf. Wir blieben stehen um es zu besichtigen. Kaum ausgestiegen kamen auch schon Straßenverkäufer auf uns zugelaufen. Ich verwies sie gleich auf die Damen, da nur sie für das Kaufen zuständig sind. Wir gingen zum Strand, vorn Dietmar und ich, dahinter Margit und Heike mit einem ganzen Rattenschwanz Verkäufer.
Das Wrack wurde von den hohen Wellen umspült. Die Verkäufer erzählten uns, dass das Wrack ein Fischfänger aus Angola sei, der hier illegal gefischt habe. Die Besatzung wurde von der namibischen Polizei verhaftet.
Sie seien aus dem Damara-Land hinter den Bergen und müssen ihre Kinder ernähren und so weiter und so fort. Nach langem hin und her kauften wir ihnen eine Sandrose ab. Andere Verkäufer, die sich einmischen wollte,n wurden gleich lautstark vertrieben. Hungrig seien sie auch, ob wir nicht zu essen hätten. Ein paar Dinge gaben wir ihnen. Dann schauten wir, dass wir weiter kommen, schön langsam wurde das ganze ungemütlich.
Die Straße führte entlang der Küste am endlosen Sandstrand entlang, vorbei an Henties Bay nach Cape Cross. Die Wüstenpflanzen leuchteten neben der Straße. Vor allem der rote Feuerfinger.
In einer kleinen Hütte bezahlten wir den Parkeintritt. Wieder mit der unvermeidlichen Liste. Auch mit den Rechnungen wird es hier sehr genau genommen. Alles wird peinlichst genau ausgefüllt. Da könnten die Griechen in Namibia in die Lehre gehen, wie eine funktionierende Umsatzsteuereinhebung aufgezogen wird. Kein Wunder wenn die namibischen Finanzbeamten, wie uns erzählt wurde, nach Deutschland zur Ausbildung geschickt werden.
Beim Aussteigen am Parkplatz fällt einem natürlich der strenge Geruch auf, aber so schlimm wie oft geschrieben wird, ist er auch nicht. Am Strand lagen nicht sehr viele Robben.
Die tummeln sich alle im Wasser.
Die Robben fangen angeblich 90.000t Fisch/Jahr. Die namibischen Fischfänger 60.000t. Das Meer warf mächtige Wellen, das zum Sinnieren einlädt.
Am Parkplatz stehen zwei Kreuze zum Gedenken an die portugisischen Eroberer und die deutschen Kolonialherren. Die Inschrift am portugisischen Kreuz ist eine der besten die je gesehen habe.
Die Rechnung möchten wir sehen, wie sie auf die Jahreszahl der Entstehung der Welt gekommen sind.
Nach dem ausgiebigen Robbenbeobachten fuhren wir zu einem Piknickplatz unweit des Cap´s.
Hier war von den Robben nichts zu riechen. Da schmeckt die Jause gleich viel besser.
Nur der Wind pfiff und die Wellen rauschten an den Strand.
Die Kinder genossen das Wellenspiel, obwohl das Wasser weit unter 20 °C hatte.
Auch eine Sandburg durfte nicht fehlen.
Als wir abfahren wollten kamen frech 2 Koyoten den Strand entlang.
Die ließen sich von uns nicht stören.
Zurück nach Swakopmund ging es den gleichen Weg. Die Straße war jetzt schon fast durchgehend trocken. Die blühende Wüste leuchtet wieder.
In Swakopmund fuhren wir zuerst zu einer Tankstelle. Boxenstopp bei der Formel 1 nichts dagegen, so viele Leute waren am Fahrzeug beschäftigt. Luftdruckprüfung, Fensterputzen, Tanken, dass ging alles zugleich. Das Trinkgeld kassierte der Mann der getankt hatte. Das schien von allen akzeptiert zu werden, da es keine Streitereien gab. Gleich daneben gab es einen Supermarkt, in dem wir wieder alle Vorräte für die nächsten Tage auffüllen konnten.
Heute Abend wollten wir essen gehen. Wir reservierten einen Tisch bei The Wreak, dem Restaurant bei der Beach Lodge, das unserem Hotel gegenüber lag. Vorher gingen wir noch zum Strand und sahen uns den Sonnenuntergang an.
Langgezogene Wellen wollten herein.
Pünktlich um 6 waren wir da und wurden freundlich empfangen. Ich aß neben einer Suppe einen vorzüglichen Kingklib (Fisch) auf Schoko-Limetten-Sauce Das Essen in einem Lokal ist in Namibia sehr günstig. Für das, was wir 7 Personen alles gegessen und getrunken haben, haben wir etwas mehr als 100 € inklusive Trinkgeld bezahlt. Bei uns müsste man mindestens mit dem Doppelten rechnen. Gesättigt gingen wir zu Bett.