wichtige Impfungen für Namibia

12 Antworten · 4'238 Aufrufe · gestartet 15. Okt. 2011 von Lumi
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201115. Okt. 2011 · #1
Hallo,

ich werde voraussichtlich im Januar 2012 nach Namibia (Swakopmund) fliegen, um für ca. 6 Monate Freiwilligenarbeit zu leisten. Dafür sind einige Impfungen notwendig. Der Arzt hat mir Tollwut, Typhus, Meningtis, Hep. A und B und Cholera empfohlen. Hep. A und B. habe ich bereits. Da es soviele Impfungen sind, wollte ich fragen, ob man die denn auch alle unbedingt braucht???

Danke für eure Antworten!!

Lumi
237 Beiträge · seit 201015. Okt. 2011 · #2
Das sind fast schon Standart Impfungen die man auch für das Südl. Europa haben sollte.

Mach mal lieber und dann gesunden Aufenthalt.
Cruiserland
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Ovambo)
74 Beiträge · seit 201015. Okt. 2011 · #3
Polio nicht vergessen!

Eine schöne Zeit wünscht
Henning
237 Beiträge · seit 201015. Okt. 2011 · #4
Difteri( keine Ahnung wie man das schreibt) und Wundstarrkramp sollte auch nicht fehlen.
In Asien und Afrika gibt es jede Menge Krankheiten die bei uns als ausgerottet gelten, und gegen die wir überhaupt keine Abwehrkräfte mehr haben, darunter sind auch einige Kinderkrankheiten , die sich bei Erwachsenen extrem auswirken. Frag mal einen guten Tropenmediziner. Wenn Du solange da unten bleibst würde ich etwas vorsichtiger sein, vor allem wenn Du viel Kontakt zu den Einheimischen hast. Du sollst ja arbeiten können und nicht krank werden.
gruß aus Bayern
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Ovambo)
Themenstarter4 Beiträge · seit 201115. Okt. 2011 · #5
danke für eure Antworten! Dann werd ich die empfohlenen Impfungen mal machen 🙂

Viele Grüße
7'296 Beiträge · seit 200616. Okt. 2011 · #6
Hallo Lumi,
Lumi schrieb:Der Arzt hat mir Tollwut, Typhus, Meningtis, Hep. A und B und Cholera empfohlen. Hep. A und B. habe ich bereits. Da es soviele Impfungen sind, wollte ich fragen, ob man die denn auch alle unbedingt braucht???
ich weiß ja nicht, welche Art Arbeit Du dort verrichtest, aber Swakopmund und die Umgegebung sind nun nicht besonders kritisch und es gibt dort auch eine medizinische Versorgung, die sich nicht verstecken muss. Zudem wärst Du in wenigen Stunden in Windhoek und dort findest Du eine medizinische Versorgung wie in Deutschland.

- Die Choleraimpfung ist eine Impfung, die meines Wissens nicht besonders wirksam ist und häufig von Nebenwirkungen begleitet wird. Zudem lässt sich Cholera gut behandeln, wenn medizinische Versorgung gewährleistet ist. Dazu würde ich eine zweite Meinung eines Arztes einholen, der sich mit Reisemedizin auskennt und nicht nur aus Büchern abliest. Meine erste Beratung bei einem solchen Arzt hat über 90min gedauert und ich habe bis heute keine Choleraimpfung machen lassen, obwohl ich in ungleich problematischern Gebieten unterwegs war.

Eine Typhusimpfung habe ich, hätte ich persönlich wegen Namibibia aber nicht machen lassen. Aber ok, die gilt als unproblematisch und wenns beruhigt, ist es ok.

Eine Impfung gegen Tollwut könnte sinnvoll sein, wenn Du mit Tieren arbeitest. Ansonsten hier mal folgende vereinfachte Info:
Wenn man sich mit Tollwut infiziert und die ersten Symptome auftreten, gilt die Krankheit als 100% tödlich. Bis zum Auftreten der Symptome vergehen aber mindestens mehrere Tage.
Du kannst Dir eine Schutzimpfung vorab verpassen lassen, die aus mehreren Impfterminen besteht. Wirst Du danach gebissen, wird dennoch vorsichtshalber eine weitere Impfung vorgenommen.
Du kannst auch auf die Schutzimpfung verzichten, musst dann aber ein größeres Impfprogramm über Dich ergehen lassen, falls es passiert.
Der Grund, warum man eine Schutzimpfung machen lässt, ist, dass die Medikamente für die "Notfallimpfung" (sowie für die Schutzimpfung vorab) eine Kühlkette benötigen und nicht in jedem Land verfügbar sind. Namibia ist diesbezüglich sicherlich kein Problemland. Die Impfstoffe für die sicherheitshalber durchgeführte Impfung nach einem Biss trotz vorheriger Schutzimpfung sind jedoch fast überall verfügbar.

Eine weitere Info zu Tollwut ist, dass Du nicht gebissen werden musst, um Dich zu infizieren. Es reicht aus, wenn der Speichel infizierter Tiere mit verletzter Haut in Kontakt kommt (Kratzer) oder Dich z.B. ein infiziertes Tier an der Hand leckt und Du Dir später die Augen reibst. Die Erreger werden auch über die Schleimhäute aufgenommen.

Ich bin kein Arzt, aber ich habe mich über viele Dinge informiert, weil ich dort unterwegs war, wo es keinen Arzt gibt und mir die Infos von Allgemeinärzten diesbezüglich nicht ausreichten. Mein Rat daher, evtl. zu den genannten Punkten eine zweite Meinung einholen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'419 Beiträge · seit 200916. Okt. 2011 · #7
Huhu!

Die Choleraimpfung ist heutzutage eine recht unproblematische Schluckimpfung die man bequem daheim macht (vorher Rezept besorgen und Impfstoff in der Apteek holen). Sie ist recht wirksam und hat den Vorteil, dass man darüberhinaus gegen viele andere Bakterien immun wird, die Durchfall auslösen, was ja leider gerne mal im Ausland passiert.

Fürs südliche Afrika hab ich das aber nie gemacht, im letzten Urlaub auf Sao Tomé hingegen schon, allerdings sind die hygienischen Verhältnisse da schon anders. Nebenwirkungen hatten wir keine, zusätzlich hatten wir Absolut Vodka zum Magen desinfizieren dabei und hatten keine grösseren Probleme. 😛

Für Namibia halte ich das aber nicht für notwendig.
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
7'296 Beiträge · seit 200616. Okt. 2011 · #8
janet schrieb:Nebenwirkungen hatten wir keine, zusätzlich hatten wir Absolut Vodka zum Magen desinfizieren dabei und hatten keine grösseren Probleme. 😛
... das erinnert irgendwie an die Tipps mit Gin Tonic gegen Malaria. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
727 Beiträge · seit 200817. Okt. 2011 · #9
Ob man eine dieser Impfung unbedingt braucht? Klare Antwort: Jein!

Neben den globalen Empfehlunge hängt das natürlich stark von der Umgebung und den Verhältnissen ab, in denen Du Dich bewegst. Dazu hast Du leider wenig Informationen gegeben.

Am Besten verlässt man sich auf den Rat eins Fachmanns, mit dem man die Umstände des geplanten Aufenthaltes bespricht. Wenn Du der Qualifikation Deines Arztes nicht traust (weil Hausärzte ja nicht unbedingt über jedes Land 100% informiert sein können), frag doch mal die Reisestelle Deines örtlichen Gesundheitsamtes.

Als ersten Anhalt kann man schon mal das AA bemühen. Zusätzlich zu den Standard-Impfungen steht dort: Als "Reiseimpfungen werden Hepatitis A und bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut empfohlen."

Cholera ist im Moment in Westafrika ein Problem. Von Namibia steht da nichts. Aber wie das in 6 Monaten aussieht weiss man nicht.

Am kompliziertesten ist die Aufwand-Nutzen-Abwängung wohl bei Tollwut:

Auf der einen Seite ist das Risiko normalerweise sehr gering, wenn man nicht direkt mit Tieren arbeitet oder sich dort aufhält, wo die Begegnung mit infizierten Tieren möglich ist (Zitat meines Arztes: "Wenn Sie in die Slums von Neu Dehli* wollen, dann würde ich zur Impfung raten. Bei einem Safari-Urlaub halte ich das nicht für nötig"). Andererseits ist diese Krankheit zu 100% tödlich.

Auch liefert die Impfung keinen 100% Schutz und man muss bei Verdacht einer Infektion auf jeden Fall zum Arzt. Wenn man rechtzeitig zum Arzt kommt, können auch ungeimpfte Personen erfolgreich behandelt werden. Andereseits ist die Behandlung von ungeimpften Personen viel Aufwändiger als die von geimpften. Auch kann man sich "mehr Zeit lassen", wenn man geimpft ist.

Wie immer: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Gruß

Dino

*weil es dort sehr viele streunende Hunde gibt.
521 Beiträge · seit 201117. Okt. 2011 · #10
Mir ist nicht ganz klar, warum Du nicht einfach Deinem Arzt vertraust oder noch einen anderen Arzt aufsuchst. Mir wäre es schon etwas komisch zu Mute bei meiner Gesundeit auf Meinungen aus einem Forum zu hören. So viele gute Ratschläge, Anregungen und Infos man hier auch bekommt, das ist doch immer noch was anderes als Impfungen. Vielleicht sehe ich das auch nur zu eng.

Gruß,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
415 Beiträge · seit 201017. Okt. 2011 · #11
Ich kann Nunanani voll zustimmen.

Schutz- / Reiseimpfungen sind immer sehr individuell - genauso wie die Diagnostik, Therapie immer nur individuell funktioniert, wenn es professionell gemacht werden soll. Das hat auch immer etwas mit Vertrauen zu tun.

Also Lumi, frage doch bitte nochmal Deinen Hausarzt oder lasse Dich zu einem Arzt schicken, der auf diesem Gebiet fit ist...

Ich wünsche Dir eine tolle Zeit und würde mich sehr freuen, wenn Du dann einmal ein bisschen berichten würdest.

Grüße
Jens-Uwe
Meine letzten Reisen
105 Beiträge · seit 201117. Okt. 2011 · #12
Dino schrieb:
Als ersten Anhalt kann man schon mal das AA bemühen. Zusätzlich zu den Standard-Impfungen steht dort: Als "Reiseimpfungen werden Hepatitis A und bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut empfohlen."
nur kurz zur Ergänzung (Quelle ebenfalls AA):
Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes siehe http://www.rki.de
(Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza)

AA:
Im Land gibt es weitere Erkrankungen wie: Hepatitis A und B, Typhus, Brucellose, Leishmaniasis, Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber, Schlafkrankheit, Pest, Tuberkulose, Bilharziose, Tollwut und venerische Erkrankungen.
Eine mögliche Gefährdung kann ich nicht beurteilen. Mir wurde allerdings z. B. eine Tuberkulose-Impfung empfohlen. Ist eben sicher stark vom Arbeitsfeld abhängig.

lG
Afrika Sonne
Draai jou gesig na die son en die skaduwees agter jou val.
273 Beiträge · seit 200917. Okt. 2011 · #13
Die Cholearschluckimpfung hält nur für 3 Monate vor, also erst kurz vor Schluss machen lassen, falls nötig.
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.