SchelmThemenstarter133 Beiträge · seit 200912. Okt. 2011 · #7
Liebe ForMi´s, vielen Dank für Eure Anteilnahme. Das tut gut! Mir geht es ganz gut und ich feiere meinen Geburtstag nun eben am 8.10.!
Bin dankbar, meine Familie wieder um mich zu haben und kann Dinge verzeihen, die mich vorher bestimmt aufgeregt hätten. Das Leben hat sich ein bisschen verändert jetzt.
Macht Euch nicht zu viele Sorgen und seid bloß vorsichtig, wenn ihr auf Gras unterwegs seid (und auch sonst) in Namibia!
Euer Schelm
Schmettau265 Beiträge · seit 201012. Okt. 2011 · #8
Hallo Ute,
dank deines umsichtigen Verhaltens ist zum Glück nicht mehr passiert!
Gute Besserung und herzliche Grüße Konny
Namibia Aktiv organisiert und vermittelt Aktivitäten an der Küste und in der Wüste OHNE AUFPREIS. Wir helfen mit jeder Buchung namibischen Familien in Not.
freshy3'883 Beiträge · seit 201112. Okt. 2011 · #9
Liebe Ute, ich bekomme soeben beim Lesen eine Gänsehaut! Herzlichen Glückwunsch, dass es dir besser geht. Wann war denn das? War Konny auch dabei? Wir denken gerne an den gemeinsamen Abend auf Palmwag und hoffen, deine Begeisterung für Namibia bleibt trotzdem erhalten. Wenn du das Unglück verarbeitet hast, dürfen wir dann mehr erfahren?
Unser Autovermieter in Australien warnt in seinen Hinweisen für 4WD-Fahren auf Offroad-Strecken übrigens extra vor dem Entzünden von trockenem Gras, weil das Auto unten sehr heiß wird.
Wir haben jetzt etwas gemeinsam: Ich habe ebenfalls am 8.10. Geburtstag.:)
Schmettau265 Beiträge · seit 201012. Okt. 2011 · #10
Hallo Freshy,
Utes Unglück passierte im Süden, als sie mit jemand anderem unterwegs war. Sie erzählte mir nach ihrer Rückkehr davon und ich bin echt geschockt.
Wir beide haben vorher gemeinsam das Kaokoveld und Damaraland erkundet und ja – unser gemeinsamer Abend in Palmwag war echt klasse! Wie klein die Welt doch ist.
Herzliche Grüße Konny
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hab das gerade gelesen und bin froh, dass es wohl "glimpflich" abgegangen ist. Wünsche Dir alles Gute.
Lg lisolu
SchelmThemenstarter133 Beiträge · seit 200912. Okt. 2011 · #12
@ freshy
erstmal alles gute nachträglich zum Geburtstag! Unser Abend hat mir auch sehr gefallen - wie das Leben so spielt. Keine Sorge, wenn die Wunden verheilt sind, wird die nächste Namibiareise geplant, sowas schmeißt mich nicht um.
@ Konny danke, dass du die Erklärung übernommen hast. Bin noch ziemlich mit Arztterminen und Behördengängen beschäftigt.
@ lisolu danke dir, wir sehen uns ja vielleicht bald - ein Forums-Treffen kann ja nicht schaden...
Erdmanneki94 Beiträge · seit 200913. Okt. 2011 · #13
🙁 Hallo Ute, tut mir sehr leid, dass Du einen so schweren Unfall hattest. Wir hoffen beide, dass es Dir bald wieder besser geht! LG von den Erdmännern
Schmettau265 Beiträge · seit 201015. Okt. 2011 · #14
Hallo Ute,
du regtest an, dass ich einen Bericht in der AZ bzw. deren Tourismus-Magazin über die Gefahren durch Grasentzündung verfassen solle, so dass die Leser erfahren, wie man sich verhalten sollte, um schlimme Erlebnisse wie deines zu vermeiden. Das werde ich umgehend tun und nach Veröffentlichung einen Link hier einstellen. Vorab führe ich noch einige Interviews mit Farmern, die aus ihrer eigenen Erfahrung Tipps geben können. Gerne nehme ich auch Tipps und Informationen hier aus dem Forum entgegen. Vielen Dank, dass du mir dafür deine Fotos zur Verfügung stellst! Meine Güte, das sieht wirklich sehr schlimm aus und ich bin froh, dass dir nicht mehr passiert ist!!
Herzliche Grüße aus Swakop und gute Besserung! Konny
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SchelmThemenstarter133 Beiträge · seit 200916. Okt. 2011 · #15
Liebe FoMi´s ich danke Euch allen für die Anteilnahme, obwohl das hier eigentlich nur eine Danksagung an unsere Helfer sein sollte. Darum werde ich Euch berichten, was am 8.10.11 im Tirasgebirge AUS MEINER SICHT (!) passiert ist.
Ich war mit einem gemieteten Guide und seinem Fahrzeug unterwegs. Wir besuchten einige Farmen, daher fuhren wir auf den Farmpads. Er schien sich sehr gut auszukennen. Landschaftlich war es herrlich. Das Gras stand sehr hoch, auch auf dem Mittelstreifen. Irgendwann machte ich ihn auf Brandgeruch aufmerksam, er fuhr weiter. Ich sah im Rückspiegel den Mittelstreifen brennen. Als er anhielt, schlugen schon hohe Flammen in den Radkasten, schnell brannte es neben mir, etwa bis zur Hälfte der Scheibe war Feuer.
Ich kletterte über die Mittelkonsole zur Fahrerseite, hier waren die Flammen niedriger und lief etwa zwei Meter durch das Feuer und dann weiter auf´s Feld. Es war mir klar, dass wir keineswegs in Sicherheit waren. Ich weiß, wie schnell der Wind sich drehen kann. Wir hatten nur, was wir am Leib trugen. Trotz leichter Verletzung merkte ich keine Schmerzen. Ich sah genau, wie das Feuer über einige Meter hinweg sprang und dort das Gras entzündete.
Dann lief der Guide wieder zum Auto, ich war wie gelähmt. Es brannte jetzt nicht mehr so stark am Auto sondern eher seitlich und ein Stück dahinter. Er schrie mich an, ich solle ja dableiben und fuhr mit dem Auto weg, steckte allerdings dadurch wieder hinter und neben sich noch mehr Gras in Brand. Ich lief auf die bereits abgebrannte Fläche, da war ich erstmal einigermaßen sicher. Dann hörte ich die Explosion des Doppeltanks und sah die meterhohe Rauchwolke aufsteigen.
Ob der Guide noch lebte, wusste ich nicht, ebenso war mir nicht klar, wo denn die nächste Farm war. Also lief ich jetzt auf der Pad Richtung Auto und war dankbar, als mir der Guide wankend entgegen kam. Er hatte Verbrennungen am Bein und einen Schock. Hinter uns kroch das Feuer übers Feld die Hügel hinauf.
Wir gingen langsam den Weg entlang, jetzt zwischen dem hohen Gras, um zu nächsten Farm zu kommen, ich versuchte, aus ihm den richtigen Weg rauszubekommen, was aber schwierig war, da er etwas wirr redete. Also peilte ich das Windrad an, dass ich in der Ferne ahnen konnte (richtig sehen konnte ich nicht mehr). Er wurde immer langsamer, also ging ich vor, (er blieb zurück) immer das Windrad angepeilt. Oft sah ich mich um, ob er noch in der Ferne hinter mir her wankte. Für ihn hätte ich gar nichts tun können ausser Hilfe holen. Dann kam ein Auto mit schwarzen Farmarbeitern, die ich gleich durch gewunken hab, denn er war inzwischen weit hinter mir umgefallen, ich sah ihn nicht mehr. Er brauchte ihre Hilfe dringend.
Über mir braute sich ein Gewitter zusammen, ich mitten im Feld, Blitzschlag und seine Folgen waren mir klar, ich hatte schon einen Feldbrand miterlebt. Dann gabelte sich der Weg, ich ging zum Windrad, dort war kein Haus, nur eine Viehtränke ohne Wasser. Meine Verzweiflung war groß. es begann zwar einige Tropfen zu regnen, aber die Blitze waren nicht weit entfernt. Zurück zur Abzweigung fiel mir ein, dass man mich sicher suchen würde, wenn ich nicht auf der Farm war. Also legte ich jetzt große Steine auf den Weg mit einem Pfeil, in welche Richtung ich gegangen war. Ich sah hinter den Hügeln wieder Rauch aufsteigen und wusste, dort ist der Blitz eingeschlagen und hat Brände verursacht. Eine Farm sah ich nicht, nur ein Rivier mit großen Bäumen, auf das ich jetzt zu ging. Ich legte noch einen Pfeil zur Sicherheit. Hinter mir in einiger Entfernung brannte es noch immer. Ich war nass geregnet, fror und es blitzte über mir.
Ungefähr 2 Stunden und 45 Minuten nach dem Brand nahm mich das Auto eines anderen Farmers, der zum Löschen raus gefahren war, dann auf und brachte mich auf die Farm, der Guide war schon hinten drauf mit den Arbeitern, er hatte noch beim löschen geholfen…
Auf der Farm erfuhren wir dann, dass es auf 4 Nachbarfarmen durch Blitzeinschlag gebrannt hatte. Die zufällig anwesende Ärztin versorgte unsere Wunden, wir konnten mit unseren Gastgebern telefonieren und wurden zurückgefahren.
Dann musste ich die Botschaft kontaktieren, da ich keinerlei Papiere, Geld oder so mehr hatte. Wieder eine Fügung war, dass unsere Gastgeber am nächsten Tag nach Windhoek fahren wollten und uns so mitnehmen konnten. Nach der Erledigung der Formalitäten auf Polizei und Botschaft landete ich dann auf der Farm, wo ich meine letzte Urlaubsnacht immer verbringe. Auch hier wurde mir unkompliziert Bett, Verpflegung und Fahrdienst angeboten.
Das Bein wird heilen, die versengten Haare nachwachsen, der Schock dauert sicher noch etwas, aber ich bin froh, am leben zu sein!
Fazit: Wir haben riesiges Glück gehabt, viele hilfsbereite, selbstlose Menschen getroffen. Ich werde wieder nach Namibia reisen!
Ich hoffe, ich konnte den anderen FoMi´s damit aufzeigen, dass Vorsicht gar nicht hoch genug angesetzt werden kann – bitte seid vorsichtig, wenn ihr unterwegs seid.
Mein Geburtstag ist jetzt der 8.10.:)
Alles Liebe, euer Schelm
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200616. Okt. 2011 · #16
das ist in der Tat keine schöne Geschichte! Warum hat sich denn er Guide wieder ins Fahrzeug gesetzt ? Um es in Sicherheit zu bringen? und er hat hinterher, obwohl er umgefallen ist, beim Löschen geholfen? oder meintest du den Farmer?
vielen Dank für die Schilderung. 🙂 Es ist wirklich ein Glück , das da nicht mehr passiert ist.;) Wir haben uns in der Rhino schon unterhalten, wir Fomies können Dir vielleicht helfen mit verlorengegangen Bildern.:) Nachdem ja Deine Camera auch mit verbrannt ist.😠 Sonst hast was ganz Wichtiges gesagt, Du wirdst wieder nach Namibia fahren und das ist richtig so. 🙂 ich wünsche Dir gute und schnelle Genesung.
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
SchelmThemenstarter133 Beiträge · seit 200916. Okt. 2011 · #18
Warum tut man was im Schock? Ich weiß das nicht! Er selbst hat nach eigenen Aussagen beim Löschen geholfen, nachdem die Schwarzen ihn versorgt hatten. Ich war nicht dabei - war ja allein auf Pad. Ich kann nur vermuten, dass es um die Rettung des Auto ging, aber ich möchte auch nichts unterstellen.
Schelm
heuchef911 Beiträge · seit 200716. Okt. 2011 · #19
Hallo Ute / Schelm,
zunächst meine besten Wünsche, dass es Euch gesundheitlich bald wieder richtig gut geht und Ihr dieses Erlebnis einigermaßen verdauen könnt.
Ich habe mir lange überlegt, was ich in einem solche Fall tun würde: Das Auto einfach stehen lassen im Vertrauen darauf, dass das Gras darunter für sich verbrennt und das Auto nicht explodiert? Oder möglichst weg fahren, um das Auto auf eine nicht brennende Fläche zu brinngen?
Ich befürchte, dass es da kein Patenrezept gibt und im kritischen Moment bleibt ja auch keine Zeit, lange zu überlegen. Im Nachhinein schlauer zu sein, passiert jedem immer mal wieder.
Ich habe vor 3 Tagen kurz mit Eurem Guide (R.) telefoniert. Er ist, obwohl sicher einer der sehr erfahrenen Guides, immer noch ganz baff, wie schnell so ein Auto innerhalb von 7 Minuten völlig ausbrennen kann und hat das Ereignis auch noch nicht verdaut. Gesundheitlich scheint er auf dem Weg der Besserung und wird ärztlich betreut, klingt auch nicht mutlos und erholt sich auf seiner Farm.
Dass das Dein Guide war, also dieser Unfall, habe ich erst heute früh gemerkt.
SchelmThemenstarter133 Beiträge · seit 200916. Okt. 2011 · #20
Danke an alle für die guten Wünsche! Mir geht es soweit ganz gut.
@heuchef
Ja, hinterher ist man immer schlauer... und was jeder macht, kann er vorher gar nicht wissen.
Erfahrener Guide? Entschuldige, dass ich da Zweifel habe, aber offensichtlich wurden von den Farmern Warnungen ausgesprochen (in aafrikaans, dessen ich noch nicht mächtig bin), ich habe nicht gesehen, dass er unterm Auto nach Gras geschaut hat (siehe Lilitrotters Bilder), was offensichtlich von allen so praktiziert wird.
Meine Wahrnehmung in der Zeit davor und bei dem Unglück ist da etwas anders - aber wie gesagt, im Nachhinein ist es leicht, darüber zu urteilen. Im Schock reagiert man nicht immer logisch. Ich wünsche ihm gute Genesung und alles Gute. Damit ist dieser Guide für mich abgehakt.