Namibia als Teil von Deutschland?

48 Antworten · 13,4k Aufrufe · gestartet 23. Sept. 2011 von Dune1970
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Gast24. Sept. 2011 · #21
wieso geologisch???????????
86 Beiträge · seit 201024. Sept. 2011 · #22
Sambezi, nix für ungut, das war einfach nur humoristisch gemeint 😉

Genauso gut könnte man ja spekulieren, ob in Europa der erste Weltkrieg ausgebrochen wäre, wenn es keine Kolonialreiche gegeben hätte. - Möglich aber irrelevant. 🙂

Aber wie gesagt, ich wollte das Thema auf ein humoristisches Niveau anheben, weil doch das Ursprungsposting, wie auch die neuerliche Einwendung des Threatstarters keinen Zweifel an der Schwachsinnigkeit seiner These gelassen haben.
359 Beiträge · seit 201024. Sept. 2011 · #23
Ach ja, lieber Dune denkst du nicht auch manchmal daran, wie schön es doch wäre hätten die Siegermächte des letzten Weltkrieges ihrer neue Kolonie, das ehemalige deutsche Reich nach ursprünglichen Vorstellungen so mancher gewandelt?

Wie schön es doch wäre wenn östlich der Elbe einzig Agraflächen die Nahrungsmittelvorräte für unsere Brüder in Amerika, Rußland, Großbritannien und Frankreich erwirtschaften würden. Es gäbe keine Ossi-Wessi Geplänkel, den Ossis gäb es ja gar nicht mehr. Die wären alle umgesiedelt worden.

Und im Westen würden alle“ Kisuhaeli“ äh entschuldige Englisch sprechen. Zweitsprache Französisch. Deutsch gäbe es nur noch als tote Sprache neben dem Latein (vielleicht noch von ein paar Bergvölkern im Süden gesprochen). Aber man sagt wir fänden es toll, denn es ist ja Weltsprache und so können wir auch unsere Nachbarn verstehen (ich persönlich würde ja auch nicht gefragt werden und würde die Sprache ja auch gar nicht kennen, weil ich doch viel später geboren bin).

Wir müssten nicht immer nur zu McDonalds und Burger King gehen, sondern es gäbe in jedem kleinen Kaff ein Taco Bell, KFC, Wimpy und Wendy. Aussteigen aus dem Auto müssten wir nicht mal beim Baumarkt. Es gäbe kein Euro Ärger denn wir hätten ja den olala Franc oder Dollar oder Pfund. Viel viel besser.

Solche blöden Filme wie hierzulande produziert werden, müssten wir auch nicht gucken. Der deutsche Oscar ginge jedes Jahr an die Fortsetzung der Verfilmung von: Was wäre wenn….

Und die aller aller beste Sache: Wir müssten ja nie nach Namibia fahren. Der einzige Grund für uns Männer dieses dreckige, staubige, verwahrloste Land zu besuchen stünde doch jetzt in der Garage unseres schönen Holzhauses direkt neben der Küche mit mindestens 6 Liter Hubraum. Der Pick-Up für die Tailgate-Party.

Aber leider ist dem nicht so. Deswegen laden wir (ich hoffe doch Eintracht und Gerd sind einverstanden) dich herzlich zu unserem Stammtisch im Goldenen Hirsch in Deutsch-Katutura ein. Wir treffen uns immer Samstags nach dem Germania Windhoek Fussballspiel.

Alle anderen Leser dieses schwachsinnigen Threads bitte ich doch um eifrige Antworten zum Ausgangsposting. Normalerweise sollte man ja auf so ein Schrott gar nicht antworten. Ich habe bloß den leisen Verdacht, das Stillschweigen (was ich eigentlich auch bevorzugen würde) als Zustimmung oder Gleichgültigkeit gewertet werden könnte. Wäre doch schade.

Gruß aus Katima (oder doch Groß Schuckmannsburg?)
Kowo
983 Beiträge · seit 201124. Sept. 2011 · #24
Nach dem 2. Beitrag von Dune70 gehe ich davon aus, dass es kein Fake ist, sondern einfach nur der wenig überlegte Beitrag eines Afrika-unerfahrenen und mit ein paar reaktionären Gedanken durchtränkten Reiseinteressierten. Du, Dune70, solltest Mal nach Afrika reisen. Das Geld wirst du schon irgendwie zusammenbekommen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Es lohnt sich!

Auch ich fand den Beitrag von Eintracht lustig, aber habe in meiner 1. Stellungnahme einen sachlichen Stil gewählt, da Ironie von einem, der keine Afrikaerfahrung hat, inhaltlich wohl nicht voll und ganz verstanden wird.

Am Rande: Auch ich sitze schon Mal nachts um 3 am Computer.

Viele Vereine (Fußballfans wissen was ich meine) und Foren werden von "unerwünschten Kräften" unterwandert. Ich habe vor Jahren ein Fußballspiel live gesehen: Die Hälfte der Mannschaft von Hoffenheim waren Schwarze (einige der besten Fußballer Afrikas). Und hunderte, wenn nicht sogar tausende "Fans" der anderen Mannschaft immitierten Affengeräusche (Huhuhu) und entsprechende Armbewegungen nach, wenn schwarze Spieler in ihre Nähe kamen.

Wehret den Anfängen! Ich finde in diesem Forum wertvolle Tipps und Anregungen und wünsche mir, dass hier entsprechende "Kräfte" keinen Raum finden.

Wenn ich das so sage, dann möchte ich nicht "nur spielen".

Schöne Grüße von der sonnigen Nordsee

Ralf
Beste Grüße rhh64
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2011
138 Beiträge · seit 200824. Sept. 2011 · #25
rhh64 schrieb:..... Du, Dune70, solltest Mal nach Afrika reisen. Das Geld wirst du schon irgendwie zusammenbekommen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
....

Schöne Grüße von der sonnigen Nordsee

Ralf
Hallo Ralf,

sorry da muss ich Dir widersprechen!!! Es gibt leider viele Menschen, die sich Namibia & Co. NICHT leisten können. Ein Highlight ist vielleicht mal eine Woche Ballermann, Mallorca, 3 Sterne Hotel!!!

Nichts für ungut!!!!
Viele Grüße
Swakop
Die sich zu den Glücklichen schätzen darf, Namibia und andere schöne Erdteile besuchen zu können. Die aber weiß, dass es durchaus Menschen gibt, die Urlaub auf Balkonie machen müssen.
Ich muss mich des öfters über Fomis wundern, die anscheinend weit weg von der Realität sind
http://www.TickerFactory.com/
86 Beiträge · seit 201024. Sept. 2011 · #26
Swakop schrieb:
Hallo Ralf,

sorry da muss ich Dir widersprechen!!! Es gibt leider viele Menschen, die sich Namibia & Co. NICHT leisten können.
(...)
Da hast Du natürlich völlig recht mit - und es ist sogar die Mehrheit der Europäer, die zu dieser Gruppe zählen. Und es ist auch richtig darauf ab und an mal hier hinzuweisen.

Gleichwohl berechtigt es nicht dazu kolonalistischen oder imperialistischen Unsinn von sich zu geben.
Gast24. Sept. 2011 · #27
Jan.ek schrieb:
Swakop schrieb:


Gleichwohl berechtigt es nicht dazu kolonalistischen oder imperialistischen Unsinn von sich zu geben.
Hi,

na dann hoffen wir mal, dass unsere Nachkommen in 100 Jahren nicht eine ähnliche Meinung über uns haben, die wir den Neokolonoalismus demokratisch mittragen....

Und nicht auch nach dem Motto verfahren "Ausblenden;Ausblenden;Ausblenden....)

Außerdem, wie war das mit der Meinungsfreiheit???? Aber der Umgang mit anders Denkenden gehört ja auch zu unserer Geschichte.....

Gruß
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2011
11 Beiträge · seit 201124. Sept. 2011 · #28
Ich kann nur sagen, lange vor 24:00 schlafengehen ist am gesündesten. Wer um 02:00 noch vorm Computer hängt dem ist nicht zu trauen, das Netz hat auch viele Schattenseiten.
Trotzdem mal ehrlich, das ganze war doch wohl als Scherz gemeint um das Forum ein wenig wach zu machen hmmm.. oder?
Wir können nur von Glück sagen das unsere Kolonialgeschichte sehr kurz war und nicht so weit verbreitet und so lang anhaltend wie die der Engländer und daher sind wir auch überall mehr als willkommen.
So heute Abend früh ins Bettchen gehen und schlaf recht gut, das Sandmännchen
Seit 2007 in Botswana-Lesotho
86 Beiträge · seit 201024. Sept. 2011 · #29
Hi Sambezi 🙂

Meinungsfreiheit ist absolut kein Problem: Ich hindere ja auch niemanden daran, Unsinn zu reden.

Ich bin nur genauso frei, zu schreiben, daß ich es eben für unsinnig halte. 🙂

Und zu Deinem ersten Punkt, hinsichtlich des Neokolonalismus: da blende ich doch gar nichts aus. Und hoffe mit Dir, daß unsere Nachkommen ein möglichst realistisches Bild unserer Fehler haben und auch dessen, was wir gut machen. Vielleicht hilft das dann in 100 Jahren.

Bis dahin allerdings, bin ich nicht davon abzubringen, daß wir heute für das verantwortlich sind, was wir sagen, machen, schreiben 🙂
Gast24. Sept. 2011 · #30
Jan.ek schrieb:Hi Sambezi 🙂

Meinungsfreiheit ist absolut kein Problem: Ich hindere ja auch niemanden daran, Unsinn zu reden.

Ich bin nur genauso frei, zu schreiben, daß ich es eben für unsinnig halte. 🙂

Und zu Deinem ersten Punkt, hinsichtlich des Neokolonalismus: da blende ich doch gar nichts aus. Und hoffe mit Dir, daß unsere Nachkommen ein möglichst realistisches Bild unserer Fehler haben und auch dessen, was wir gut machen. Vielleicht hilft das dann in 100 Jahren.

Bis dahin allerdings, bin ich nicht davon abzubringen, daß wir heute für das verantwortlich sind, was wir sagen, machen, schreiben 🙂
Jetzt "wandeln" wir auf gleichen Pfaden 🙂

Auch wenn es nach 22 Uhr ist....:)
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2011
Themenstarter4 Beiträge · seit 201124. Sept. 2011 · #31
Hallo nochmal!

Ich habe damit gerechnet, das viele dieses Thema als reine Provokation ansehen aber so war es wirklich nicht gemeint. Vielmehr ist es tatsächlich Unerfahrenheit und Neugier. Es interessiert mich außerdem, wie es nach 100 Jahren Kolonialzeit dort zugeht und nicht nur das, was man bei Wikipedia nachlesen kann. Mich interessiert, ob es noch viele deutsche Familien gibt und auch die Namibier unsere Sprache beherrschen. Vielleicht habe ich ein wenig zu sehr ausgeholt und selbstverständlich liegt es an Jedem selbst das Thema ernst zu nehmen oder nicht.

Zum Rest: Ich bin ein Nachtmensch und arbeite meist von zu Hause in Abständen und zu Zeiten, die ich mir selbst aussuchen kann. Da sind auch schonmal Nachtprojekte dabei, die im IT-Bereich vollbracht werden müssen und da hängt man dann auch schonmal was länger von der Kiste.

Ein Afrikaurlaub wird definitiv nicht drin sein. Das Günstigste, was ich in der Region gefunden hat, die mich interessieren würde läge bei ca. 5000€ für 2 Wochen. Da wäre nichtmal die Hälfte drin. Vielleicht wäre noch Ägypten drin aber so wirklich interessiert bin ich nicht an solchen Besuchermetropolen. Bisher bin ich nur auf Kreta gewesen (Südwesten, nicht in der Metropole). Überhaupt bin ich auch ein großer Fan der griechischen Kultur. Das ist mit 1000-1500€ p.P. auch noch bezahlbar. Aber Mallorca und Ballungsgebiete deutscher Touristen, die sich nur zusaufen wäre nix für mich.
983 Beiträge · seit 201124. Sept. 2011 · #32
Hallo Dune1970,
das mit der Uhrzeit war nur Spass.
Das mit der Kritik an so manchen deiner Gedankenspiele war ernst gemeint.
Sicher weiß ich, dass nicht jeder Fernreisen bezahlen kann. Aber 5000 Euro, wie du schreibst, brauchst du nicht unbedingt. Ein günstiger Flug ins südliche Afrika ist für ca. 700 Euro zu haben. Und wenn du als Camper unterwegs bist, ist es nicht teuer.
So, das war nun mein letzter Beitrag zum Thema.
Jetzt ist es schon spät und ich gehe ins Bettchen und warte aufs Sandmännchen.
Gruß von der nächtlichen Nordsee
Ralf
Beste Grüße rhh64
zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2011
Gast25. Sept. 2011 · #33
Hallo Dune,

ja hier ist es schwierig, Fragen zu stellen und Antworten zu geben, die außerhalb von sehr engen Rahmen liegen......

Also grob gesagt, in Namibia gibt es noch sehr viele deutschstämmige Einwohner und diese sprechen auch unsere Sprache. Deutsch wird auch in entsprechenden Kindergärten und Schulen gesprochen und gelehrt. Viele Firmen sind unter Leitung von Namibianern mit deutschem Ursprung Auch Gästelodges und Campsites sind dabei. Es gibt auch ein reges Vereinsleben wie Reitclubs, Schützenvereine, Karneval. Unter der farbigen Bevölkerung ist deutsch nicht sehr verbreitet, es gibt aber dennoch viele, die Deutsch sprchen oder aber zumindest verstehen. Auf Farmen dominiert afrikaans als übliche Sprache.
Deutsche findet man eigentlich in jeder mittleren und größeren Stadt, wobei Grootfontein so die letzte Hochburg Richtung Norden ist.
In Behörden, Banken und Institutionen werden mehr und mehr schwarze Mitarbeiter beschäftigt und die Amtssprache englisch gesprochen.
Die deutscheste Stadt in Namibia ist Swakopmund - dies kann auch als Ferienhauptziel der deutschstämmigen Einwohner gesehen werden und ist bevorzugter Altersruhesitz vieler.

Und wenn Du teil haben möchtest am Leben in Namibia dann bestell Dir die Newsletter von der AZ: http://www.az.com.na/index.php

Und wenn Du Dich mal über Preise informieren willst, dann tu es z.B. mal hier:http://www.buschmann-safaris.de/kleingruppensafaris.html
es gibt aber noch viele andere Tourveranstalter
Natürlich wird das "Selber-Fahren" noch um einen Tick billiger.
Gruß
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2011
2'612 Beiträge · seit 200725. Sept. 2011 · #34
Hallo Dune,

vielen Dank, dass Du Dich weiter zu den von Dir aufgeworfenen Punkten äußerst. Mit Deinen zusätzlichen Infos über Dich lernen wir Dich nun ein wenig besser "kennen" und können mit Deinen Worten etwas mehr anfangen.

Ich persönlich bin sehr stark an Deutscher Geschichte interessiert, weniger aber an der Kolonialgeschichte, obwohl diese auch sehr viele interessante Facetten beinhaltet - und das, obwohl diese Epoche eine sehr kurze war.

Sambezi hat Dir schon einige Dinge sehr hilfreiche Infos gegeben, auf der Basis können wir hier gerne weiter miteinander reden.

Lass Dir hier nicht von Leuten vorschreiben, wann Du zu schlafen und zu posten hast, dazu sage ich jetzt mal nichts weiter, was ich von solchen Belehrungen halte.

Ich möchte aber noch zu dem Punkt kommen, was Deine verworfenen Afrika-Reiseabsichten betrifft. Lass Dich tatsächlich nicht von den EUR 5.000 abschrecken, das ist für 2 Wochen definitiv ein weit überdurchschnittlicher Preis, der da aufgerufen wird. Es geht auch wesentlich preiswerter, mittlerweile gibt es schon Billigangebote vom Discounter, da kommst Du für unter 2.000 EUR in einer Reisegruppe durch Namibia - und kannst ein wenig "Hummeldumm"-Atmosphäre schnuppern 😉 Diese Art des Reisens dürfte für Dich nach Deinen Ausführungen auch nicht die richtige sein. Es geht aber auch anders: Suche Dir einen preiswerten Flug (um die 700 EUR), miete Dir einen preiswerten Mietwagen in der alten Golfklasse (heißt dort Chico), leie Dir preiswert eine Campinggrundausstattung und fahre auf eigene Faust durchs Land. MAch Station auf Farmen, unterhalte Dich mit den Leuten abends am Tisch über deren Leben, suche in den Städten nach verbliebenen Spuren, besuche Veranstaltungen Deutscher Vereine, schaue Dir die alte Diamantenstadt Kolmanskoop an - Du wirst einen tollen Urlaub haben.

Wenn Du einen Aufenthalt in Namibia nicht verworfen hast, stehen wir Dir hier gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
17 Beiträge · seit 201125. Sept. 2011 · #35
@dune1970
wenn du dich doch so sehr für das Land interessierst und IT-technisch gut unterwegs bist, wundert es mich, wie du auf 5000 Euro für 2 Wochen kommst. Bei entsprechender Recherche und guter Planung (wobei dir das forum helfen kann) wird es deutlich billiger (s. erste Vorschläge von Volker).

@Volker
weiss nicht, wieso du auf die Uhrzeit so fixiert bist - wenn man die Anmerkungen genau liest, kann man doch wohl erkennen, dass (dieser Teil) von rhh64 ironisch gemeint ist, oder wenn du willst, auch als Erklärungsversuch dafür dient, wie die Gedankenspiele zu bewerten sind (nämlich als nicht ganz "in time" ).

mit gruss!
2'612 Beiträge · seit 200725. Sept. 2011 · #36
Bush-Baby schrieb:
@Volker
weiss nicht, wieso du auf die Uhrzeit so fixiert bist - wenn man die Anmerkungen genau liest, kann man doch wohl erkennen, dass (dieser Teil) von rhh64 ironisch gemeint ist, oder wenn du willst, auch als Erklärungsversuch dafür dient, wie die Gedankenspiele zu bewerten sind (nämlich als nicht ganz "in time" ).

mit gruss!
meine Bemerkung bezieht sich nicht allein auf Ralfs Posting...
Bye bye Forum
7'296 Beiträge · seit 200625. Sept. 2011 · #37
Dune1970 schrieb:Ich habe damit gerechnet, das viele dieses Thema als reine Provokation ansehen aber so war es wirklich nicht gemeint. Vielmehr ist es tatsächlich Unerfahrenheit und Neugier. Es interessiert mich außerdem, wie es nach 100 Jahren Kolonialzeit dort zugeht und nicht nur das, was man bei Wikipedia nachlesen kann. Mich interessiert, ob es noch viele deutsche Familien gibt und auch die Namibier unsere Sprache beherrschen.
Hallo Dune1970,
in gewisser Weise ist Namibia ja fast noch deutsche "Kolonie". Bei der Anzahl deutschstämmiger Familien und der Masse deutscher Touristen bleiben die deutschen Spuren sicherlich noch lange erhalten.
Als ich 1998 erstmals ein afrikanisches Land zwischen die Pedale nahm, hatte ich am meisten Bammel vor dem Essen, und dann ... Kulturschock der anderen Art!
Es gab überall Schnitzel Wiener Art mit Pommes. Auf der Independence Ave gar ein Klappständer mit der Aufschrift "Rippchen mit Sauerkraut". In fast jeder kleinen "Stadt" sind die Unterkünfte in der Hand Deutschstämmiger und die Speisekarte ist auf die Touristen ausgelegt. Auf Gästefarmen und in den Restaurants kommt dann auch viel Wild auf den Teller. Es hat relativ lange gedauert, bis ich mal sowas wie Maisbrei oder Squash (Kürbisart) bekommen habe.
Swakopmund wird scherzhaft auch als südlichstes deutsches Ostseebad bezeichnet und man findet sogar Fachwerkhäuser dort.
Gerade in Swakopmund habe ich auch zwei Kneipen kennengelernt, in der sehr radikale Meinungen vertreten wurden. In einer davon soll auch der Geburtstag eines gebürtigen Österreichers gefeiert werden, dessen Vorname mit "A" beginnt.

Wenn man sich entlang touristisch frequentierter Routen bewegt, wird man häufig auf Namibier treffen, die Deutsch sprechen. Es gibt deutsche Touristen, die ohne Englischkenntnisse durchs Land reisen. Werden die Routen etwas ungewöhnlicher, wird die hauptsächlich benutzte Sprache (des Touristen) Englisch, irgendwann gesellt sich evtl. Afrikaans dazu und gelegentlich kommt man irgendwo hin, wo eben nur noch Oshivambo oder Otjiherero oder eine der anderen Sprachen gesprochen wird.

Verglichen mit anderen früheren deutschen Kolonien ist Namibia in einigen Teilen sehr "Deutsch" geblieben. Ich war auch in den früheren Kolonien Tanzania und Kamerun auf gleiche Art unterwegs und dort merkt man von der Kolonialzeit nur noch relativ wenig. Die Vergangenheit ist dennoch gegenwärtig und in Kamerun lernen beispielsweise mehr Schüler Deutsch als in Namibia. Aber während man in Namibia immer ein Stück "Zuhause" vorzufinden glaubt, ist man in Kamerun irgendwie wirklich "mitten in Afrika".

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
409 Beiträge · seit 200925. Sept. 2011 · #38
Wertes Forum!
Ich habe (mal wieder) den Fehler gemacht und einen vermeintlich interessanten Thread von hinten angefangen zu lesen. Je naeher ich dem Anfangsposting kam, desto gespannter war ich und musste dann feststellen, dass der gute late night nerd dune1970 nun ueberhaupt nicht in die Kategorie passte, die all die verurteilenden Reaktionen vermuten liessen. Kein rechtsradikales Gedankengut, kein offener Rassismus, kein garnichts. Die AZ haette den Beitrag als Leserbrief wahrscheinlich ueberhaupt nicht gedruckt, weil zu harmlos.

dune1970 hat in seiner selbst so bezeichneten Unkenntnis ein Thema angeschnitten, mit dem er, so er sich denn irgendwann einmal eine Reise nach Namibia leisten kann oder will, mit 95prozentiger Sicherheit an einem Abendbrottisch auf irgend einer Gaestefarm mit Familienanschluss konfrontiert worden waere.
Zur Erinnerung:
Dune1970 schrieb:Hallo miteinander!
(...)
Geht es euch manchmal auch so, das ihr darüber nachdenkt, wie es wäre, wenn Namibia heute noch deutschem Staatsgebiet zählen würde und wenn es damals keine Kriege gegeben hätte? (...)
Interessanterweise hat niemand mit einem simplen "Nein" geantwortet.

Statt dessen wird der Fragesteller mit einer Kanonade reflexartiger Empoerungen und ideologischen Mutmassungen belegt, die in ihrer Wucht der "Schutztruppe" zur Ehre gereicht haetten...
All das hat der Forumsneuling nicht gewollt und schon garnicht verdient.

In einem Forum fundamentalistischer Christen die simple Frage zu stellen, ob denn jemand schon mal mit dem Gedanken gespielt haette, seinen Ehepartner zu betruegen, haette wahrscheinlich eine aehnlich niederschmetternde Empoerung garantiert.

Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
Gast26. Sept. 2011 · #39
Hallo camelthorn,

genauso reagieren wir hier in unserer Gesellschaft - wie ein Ameisenhaufen, in dem man mit einem Stöckchen (Fremdkörper) drin herumstochert......
(Deswegen klappt das ja auch mit der Verdummung im TV so gut-eine Meldung und alle haben über Wochen Angst und jeder palavert in die "Hauptfließrichtung" und jeder der sich daran hält passt ins "Bild"....)

Man darf sich keine Gedanken machen in die Richtung - w ä r e es so gbleiben, hätten dann die aber Millionen Hilfsgelder eine andere Wirkung gezeigt; hätte es all die Millionen von Toten durch Kriege, Feden und Gemetzel nach den Unabhängigkeiten gegeben, würde es dann nicht so viele superreiche afrikanische Diktatoren geben, hätte die Masse der Menschen vielleicht ein anderes Lebensniveau usw.usf.

Lieber nicht denken - ist einfacher...

Grüße nach Malawi
zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2011
727 Beiträge · seit 200826. Sept. 2011 · #40
camelthorn schrieb:Die AZ haette den Beitrag als Leserbrief wahrscheinlich ueberhaupt nicht gedruckt, weil zu harmlos.
Hallo Camelthorn,

habe mich wirklich lange zurückgehalten und versucht nichts auf diesen Beitrag zu antworten. Jetzt tue ich es doch, und zwar um Dir für diesen treffenden und konstruktiven Beitrag zu danken.

Obwohl ich die Verschwörungstheorie, wonach sich hier ein alteingesessenes Bordmitglied unter falschem Namen angemeldet hat um subversives Gedankengut zu streuen, auch sehr erheiternd fand. 😄

Gruß

Dino
zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2011