Khaudum September 2011

6 Antworten · 2'664 Aufrufe · gestartet 11. Sept. 2011 von Riedfrosch
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Themenstarter1'335 Beiträge · seit 200611. Sept. 2011 · #1
Liebe Fomis,

vor ein paar Tagen waren wir noch im Khaudom.
Da wir vor 2 Jahren uns dort schon mal rumgetrieben hatten, kennen wir den Park ein bisschen.

Jetzt aber war er nicht mehr wieder zu erkennen:
Meine Assoziation war:
Khaudom = Deutschland um 1945

Verheerende Brände (nach dem Khaudomcampwächter im Juli 2011) haben weite Teile des Parks zerstört. Vor allem die Büsche sind dem Brand zum Opfer gefallen, so dass für Tiere kein Sichtschutz mehr da ist. Auch größere Bäume sind abgestorben, einzelne schlagen aus oder konnten überleben.

Es ist zwar ein faszinierendes Wunder, dass aus der verbrannnten Erde das grüne Gras sprießt, aber das wächst nur millimeterweise und bietet größeren Herbivoren einfach nicht genug Nahrung.
Fakt ist, dass sehr sehr viele Tiere abgewandert sind!!!

Wir haben noch 3 Pferdeantilopen in großer Entfernung gesehen, zwei Kudus, 5 Steinböckchen und zwei Elefantenherden (einmal mit 15 Tieren, einmal mit über 30 Tieren).
Die Elefanten halten sich dort auf, wo noch halbwegs intakte Bäume anzutreffen sind, man kann sie lediglich aus großer Entfernung innerhalb der Vegetation beobachten. An den Wasserlöchern waren nur Warzenschweine.

Gert und ich haben beschlossen, den Khaudom erst mal in Ruhe wieder aufwachsen zu lassen. Vielleicht schauen wir in drei bis fünf Jahren noch einmal rein.
Im Moment muss man gegenüber verbrannten Savannenlandschaften visuell tolerant sein. Ich finde, dass es schrecklich aussieht.

Anbei ein Bild, das den Ausblick vom Camp Khaudom über die Ebene zeigt. Wer den Vergleich kennt, wird schockiert sein!
Vor zwei Jahren noch war das Gebüsch um die Campsite rum so dicht, dass sich dort allerhand Getier (auch Hyäne) verstecken konnte. Jetzt hätte man jede Maus gesehen!
Vogelgezwitscher am Morgen war unseres Erachtens auch sehr reduziert.

Die Hyänen, die wir dort im Familienverband angetroffen haben, sind verschwunden, es sei wohl schon im letzten Jahr eine Hyäne im Erdloch verbrannt (hat uns Matto Barfuss erzählt, der auf der Suche nach den Löwen dort war. Die Suche hat er wohl aufgegeben, weil die auch abgewandert sind! Klar, war ja auch nix zu fressen da!)



Woher ist das böse Feuer wohl gekommen?? Klar, aus Botswana!
Ich frage mich, warum so wenig eingedämmt wurde oder warum es keine Feuer-Prävention gibt.

Da der Khaudom ja zunehmend erschlossen werden soll, wäre es wichtig, ihn auch attraktiv zu halten. So verbrannt und tierarm ist er das nicht!

Es grüßt
Cora
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zuletzt bearbeitet 11. Sept. 2011
97 Beiträge · seit 200811. Sept. 2011 · #2
Hallo Cora,
danke für deinen Bericht. Ich hatte schon von den Buschfeuern gelesen. Wir sind Mitte November dort - mal sehen. Bin gespannt....
Gabs mit Campen Probleme? Wir sind absolut autark mit 2 Pick ups und benötigen eigentlich keine Einrichtungen, hab auch eine "Buchung" über Country Lodges für die Camps - bin gespannt ob schon was gebaut ist - wenn nicht ist mir sogar lieber wenn urig zu geht. Wir waren vor einigen Jahren dort da war ja auch nichts außer dem Rangerhäuschen.... Den Blick vom Kaudom-Camp kennen wir - sieht jetzt wirklich gespenstisch aus.
Ich habe mal einen Buschbrand im Krüger 1998 gesehen und war ähnlich entsetzt - als ich dann 3/4 Jahr später da war - war alles wieder herrlich grün und erhohlt. Ich hab mich immer gewundert wie die verkohlten Bäume wieder ausschlagen - ich bin guter Hoffnung, dass es nicht Jahre dauert ...

Martina

Blick vom Kaudom-Camp Nov. 2006
http://www.ticker.7910.org/deu
zuletzt bearbeitet 11. Sept. 2011
14 Beiträge · seit 201113. Sept. 2011 · #3
Hallo Martina,
wir waren Anfang August im Khaudum.
Der Ranger in Sikereti hat nur die Entrittsgebüren für den Park kassiert. Für das Camp hat er nichts berechnet (wahrscheinlich weil die Camps zur Zeit offiziell nicht nutzbar sind). Um ihn nicht in Verlegenheit zu bringen, haben wir allerdings auch nicht gefragt, ob das Übernachten im Camp gestattet ist. Später hat er dann unsrere aufgebauten Zelte ignoriert. Die Toiletten konnte man nutzen, die Duschen besser nicht.
Im Khaudum Camp waren wir (6 Personen mit 2 Fahrzeugen) die einzigen Gäste. Es wurden ebenfalls keine Übernachtungsgebühren berechnet. Trotzdem wurde warmes Wasser für die Duschen bereitet.
Die Pisten im Park sowie die Zufahrt von Tsumkwe ließen sich völlig problemlos fahren (Tsumkwe-Sikereti 2 Stunden). Die Strecke Khaudum Camp - Katere (3 Stunden Fahrzeit) war etwas anspruchsvoller, aber nicht so schwer wie befürchtet.
Tiere waren besonders im südlichen Teil des Parks zu sehen. In Sikereti gab es Elefanten im Camp, nachts waren Löwen, Hyänen und Schakale zu hören.
Uns hat es trotz der Brandspuren gut im Khaudum gefallen.
Ich wünsche Euch spannende Erlebnisse ohne Pannen.
Uli
97 Beiträge · seit 200813. Sept. 2011 · #4
Hallo Uli,
danke für die Infos. Wir freuen uns schon riesig auf die Tour!
Nette Grüße von Martina
http://www.ticker.7910.org/deu
68 Beiträge · seit 201017. März 2012 · #5
Hallo Martina,
kannst Du mir Info geben über den Park und wie bist Du geafhren? Freue mich über Antowrt uns sage schon mal Danke.
Gruss Ducky
97 Beiträge · seit 200817. März 2012 · #6
Hallo Ducky,
wir sind von Süden reingefahren und haben am Sikereti 1 Nacht gecampt. Preise: 40 N$ pro Person und 10 N$ fürs Fahrzeug pro Tag bezahlt. Der Ranger war sehr aufmerksam und nett. Die Bauarbeiten waren im Gang - zumindest standen an mehreren Plätzen Holzgestelle die aussahen als sollten es mal die landestypischen Sanitärhäuschen werden (ähnlich wie im Nambwa 4x4 Bushcamping. Es gab keinen Baulärm, denn gearbeitet wurde nicht 😉 , Die alten Sanitäranlagen fielen in sich zusammen und die Toiletten ganz vorn wo auch noch die überdachte Camperstelle war war aus hygienischen Gründen nicht benutzbar, was uns aber nicht gestört hat da es ja genug Busch gibt und da wurde halt gegraben mit gebührlichen Abstand zum Camp. Hyänen in der Nacht am Campingplatzeingang. Abends Sundowner am Soranga-Wasserloch - haben noch nie soviele Elefanten gesehen wir letztes Jahr im Khaudom (vergleiche vor einigen Jahren waren es nur insgesamt 2 ...). Sind dann am nächsten Morgen wieder über Soranga, Omuramba, Dussi , Raikora, Leupan und Doringstraat nach Norden zum Khaudom-Camp, ich glaube es gab nur ein Wasserloch wo keine Elefanten waren, sonst überall auch im Busch und riesige Herden. Wie das die Vegetation verkraftet ist fraglich. Für uns war es natürlich wunderbar. Nur wenige Antilopen.
Am Khaudom-Camp waren die Sanitärhäuschen schon fertig, aber es gab mal wieder kein Wasser, also wieder "buschen" 🙂
Die Fahrt nach Norden am nächsten Tag dann zur Hauptstrasse ca. 3 Stunden tiefsandig aber ohne Probleme ...
Khaudom-Fazit: immer wieder gern, kaum Touris, landschaftlich schön, von den Feuern im Sommer davor war so gut nichts mehr sichtbar. Elis, Elis, Elis ...
LG von Martina
http://www.ticker.7910.org/deu
68 Beiträge · seit 201017. März 2012 · #7
Hallo Martina,
ganz herzlichen Dank für die schnelle und ausführliche Info, werde alles mit verarbeiten. Wir waren im Sep 11 in der Etosha und haben vom Brand ähnl. Bilder wie auch im Forum sind, gesehen. Der Khaudum steht jetzt noch auf der Liste, hatte heute mal so überlegt, ob man nicht von Norden Rundu-Tamsu reinfährt. Es gibt auch herrliche Lodges am Wasser dort oben!!
Nochmals lieben Dank - bis bald mal,
Gruss Ducky