Wichtiger Sicherheitshinweis: Herausschleppen

18 Antworten · 7'180 Aufrufe · gestartet 29. Aug. 2011 von Swakop52
Bilder klein
Antworten
Themenstarter1'223 Beiträge · seit 201029. Aug. 2011 · #1
Ein häßlicher tödlicher Unfall in Südafrika weist auf das hohe Risiko hin, einen Gurt oder ein Seil über die Kugel die Anhängerhupplung zu stülpen, wenn man ein festgefahrenes Fahrzeug heraus zu schleppen versucht.

Reißt die Kugel ab, ist sie ein tödliches Geschoß. Nach Australien im Vorjahr gab es nun auch einen Fall in Südafrika, wo eine junge Mutter von 3 Kindern zu Tode kam als Beifahrerin:

http://www.4x4community.co.za/forum/showthread.php?t=92189
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
3'766 Beiträge · seit 200629. Aug. 2011 · #2
Hallo Swakop,

ein tragischer Unfall der hätte vermieden werden können.
Es gilt für uns die Lehren daraus zu ziehen und sich
der Gefahren bewusst zu sein.


Beim abschleppen mit der Longline oder auch mit der Seilwinde gibt es Spielregeln die man oft vernachlässigt.

Unbeteiligte Personen "grosszügig" aus der Gefahrenzone treten.
In der Mitte des Seils ein Tusch, Jacke o.Ä. am besten "nass" an das Seil knöpfen, dies begrenzt die Flugbahn wenn mal ein Schäkel/Karbiner oder ähnliches loslässt!

Kommt auch immer wieder vor das die Geschosse die Scheiben durchschlagen und das ist für den Fahrer nicht lustig.

Das wichtigste aber scheint mir nicht "hirnlos" und mit aller Gewalt das Pannenfahrzeug freizuschleppen zu wollen. Lieber etwas mehr Zeit in die Vorbereitung investieren und zb Sand wegschaufeln oder im Mud die Bahn mit Ästen oder anderem geeignetem Material auslegen.

Besten Dank Swakob für deinen Hinweis, Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2011
Gast29. Aug. 2011 · #3
Hallo,

ergänzender Hinweis dazu:

Immer, aber auch immer die vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Anlenkpunkte beim Abschleppen, Bergen etc. benutzen. Diese sind an den Stellen, wo die Fahrzeugstruktur die größten Kräfte aufnehmen kann und somit auch keine Schäden am Fahrzeug verursachen.

Gruß
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2011
Gast29. Aug. 2011 · #4
Hallo, ein Schlepphaken ist kein Bergehaken bzw. schwächer und auch schwächer befestigt. Bei Mietaustos wird man m. E. eher annehmen müssen, dass ein vorhandener Haken nur in Schlepphaken ist, also besondere Vorsicht, so wie schon oben beschrieben,
Grüße werner
499 Beiträge · seit 200629. Aug. 2011 · #5
Hallo,

leider sind bei den meisten Mietwagen eh nur Abschleppseile dabei, die maximal ein Abschleppen auf Teer erlauben. Als Newby oder einfach Laie denkt man wohl darüber nicht nach... Zur Not sollte man sich vor Ort ein vernünftiges Bergeseil kaufen, welches das Gesamtbudget nur unmerklich belastet.
Gruss
Tobias
Gast29. Aug. 2011 · #6
Tobias schrieb:Hallo,

leider sind bei den meisten Mietwagen eh nur Abschleppseile dabei, die maximal ein Abschleppen auf Teer erlauben. Als Newby oder einfach Laie denkt man wohl darüber nicht nach... Zur Not sollte man sich vor Ort ein vernünftiges Bergeseil kaufen, welches das Gesamtbudget nur unmerklich belastet.
Gruss
Tobias
...mit ca. 40,- bis 60,- Euros

Gruß
709 Beiträge · seit 201129. Aug. 2011 · #7
Hi,

so wie oben beschrieben, ist beim Bergen mittig über den Bergegurt (ausgelegt für ausreichende Zugkraft, nicht unter 9t) immer eine Decke oder dicke Jacke zu legen.
Übliche Abschleppseile sind ungeeignet fürs Bergen im Gelände.

Ich habe erlebt, wie ein Stahlseil einer Seilwind an einem Unimog beim Bergen gerissen ist. Eine ca. 20cm dicke Birke wurde von dem Stahlseil durchgetrennt und gefällt!

Eine AHK ist eigentlich wesentlich stabiler als die originalen Abschleppösen aus Blech oder/und ca.8...12mm Rundstahl der meisten KFZ.
Originale Abschleppösen sind für das Abschleppen auf befeistigten Straßen geeignet.

Die Abschleppöse unseres 4WD-Tucson ist aus ca.12mm Rundstahl und einer Blechplatte und lediglich mit 3 Schrauben am Fahrzeugboden befestigt, die AHK jedoch mit 8 Schrauben.

Bei unserem Frontera und 4x4-Iveco waren die originalen Abschleppösen lediglich an einer Rahmenseite befestigt, die AHK jedoch wesentlich stabiler ja an beiden Rahmenlängsträgern.

Meist muß zur Montage einer AHK oder Rammschutz (vorn) die originale Abschleppöse demontiert werden und entfällt dann.

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2011
Gast29. Aug. 2011 · #8
Hallo Rocky,

echt gute Beschreibung - das schwächste Glied der Kette bricht - und warum????

....damit Du nach deiner Bergeaktion nicht 4 Spuren im Sand hinterlässt oder nen Knick im Dach hast - aber Hauptsache die 8 x verbolzre Kupplung ist hinten noch dran.....

Gruß
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2011
709 Beiträge · seit 201130. Aug. 2011 · #9
Sambezi schrieb:Hallo Rocky,

echt gute Beschreibung - das schwächste Glied der Kette bricht - und warum????

....damit Du nach deiner Bergeaktion nicht 4 Spuren im Sand hinterlässt oder nen Knick im Dach hast - aber Hauptsache die 8 x verbolzre Kupplung ist hinten noch dran.....

Gruß
Hi Sambezi,

wie schon mal geschrieben: "Irgendeinen Tod mußt Du sterben..."
Wem das Risiko beim Offroad zu groß ist, bleibe auf der Straße. Der evtl. Totalverlust von KFZ sollte bedacht sein.
Wer nicht im Bergen und Sicheren geschult ist, sollte dies nachholen. Vereine und andere Anbieter geben dazu z.B. WE-Lehrgänge.

Ansonsten sh. A-Wolf.

Grüße

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
221 Beiträge · seit 200830. Aug. 2011 · #10
hallo,

ich wollte auch noch eine Info weitergeben: aus oben beschriebenen Gründen und der Gefahr bei Stahlseilen habe ich auf der Winde jetzt ein Dynatec Kunststoffseil.
Natürlich ist das nicht ganz billig, aber Sicherheit ist mehr wert.

liebe Grüße
Georg
325 Beiträge · seit 200631. Aug. 2011 · #11
Mal eine provokative Frage:
wer von den hier schreibenen Schreibern hat denn schonmal unter REALBEDINGUNGEN jemanden aus dem Matsch gezogen? Ich rede hier nicht von einfachem Abschleppen auf irgendeiner Art von Straße!
Bei manchen der Antworten hier bin ich ja zutiefst erschüttert, was das "Fachwissen" betrifft.

Frank
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
Gast31. Aug. 2011 · #12
Hi,

ich, sowohl selber jemanden raus als auch selber geborgen worden...

Gruß
325 Beiträge · seit 200631. Aug. 2011 · #13
Wie kannst Du denn nur sagen, dass eine durch den Hersteller vorgegebene Abschleppöse einer Hängervorrichtung der Vorzug zu geben ist?!

Dann laß ich hier was von "niemals Schwung holen" -> Stichwort "kinetische Seile"
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
zuletzt bearbeitet 31. Aug. 2011
Gast31. Aug. 2011 · #14
Hi:

weil mein Ursprungspost "ergänzend" war und eine Anhängerkupplung nicht zur Serienausstattung eines jeden Fahrzeuges gehört und auch ist an der Fahrzeugfront selten eine Anhängerkupplung vorhanden...
Ich hatte gedacht so in etwa wie: ich binde mein Abschleppseil an den Bullfang oder um die Hinterachse oder an die Stoßstange wie auch immer....

Und ich habe weiterhin so geschrieben, dass die Herstelleranlenkpunkte eine gewisse Sollbruchstelle darstellen um eine weitere Fahrzeugdeformation zu vermeiden.

Wenn Du bis zu den Schwellern im Lehm steckst und ein LKW macht einen ordenltichen Schrägzug, weil geländetechnisch nicht anders möglich, dann hält die hängerkupplung, es kann dann aber auch sein, dass Dein Fahrzeugheck verzogen wird.

Und wenn mir meine 12 mm Bergeöse abbricht, ist der Rahmen noch lange nicht verbogen.... Und wenn die bricht, dann habe ich bei der Bergevorbereitung was falsch gemacht...

Gruß
zuletzt bearbeitet 31. Aug. 2011
709 Beiträge · seit 201131. Aug. 2011 · #15
stobi_de schrieb:Mal eine provokative Frage:
wer von den hier schreibenen Schreibern hat denn schonmal unter REALBEDINGUNGEN jemanden aus dem Matsch gezogen? Ich rede hier nicht von einfachem Abschleppen auf irgendeiner Art von Straße!
Bei manchen der Antworten hier bin ich ja zutiefst erschüttert, was das "Fachwissen" betrifft.

Frank
Hab ich auch schon oft gemacht, wurde auch schon oft rausgezogen...
7b1.jpg

Mein XJ. Wir beim Überqueren eines größeren Dünenzuges im GrandErg 1999. Wir waren damals mit 4 4x4-KFZ in der Sahara unterwegs.


Ist aber eine berechtigte Frage!

Ansonsten machen wir sowas: http://www.4x4club-leipzig.de/wir.html
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 01. Sept. 2011
273 Beiträge · seit 200901. Sept. 2011 · #16
Was ich völlig vermisse ist, man sollte, wann immer möglich, die Motorhaube des herauszuziehenden Fahrzeugs öffnen als Schutz vor dem "Flugobjekt.

Das lehrt jeder vernüntige 4x4 Kursanbieter in Südafrika als ein Basic!


Gruss


Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
709 Beiträge · seit 201101. Sept. 2011 · #17
DummiYummi schrieb:Was ich völlig vermisse ist, man sollte, wann immer möglich, die Motorhaube des herauszuziehenden Fahrzeugs öffnen als Schutz vor dem "Flugobjekt.

Das lehrt jeder vernüntige 4x4 Kursanbieter in Südafrika als ein Basic!


Gruss


Hans
Häh?

So ein Quatsch! Oftmals hängt man bis 50...100m in unwegsamen Gelände am Seil, ehe man wieder auf festem Boden ist.
Wie will man mit offener Motorhaube lenken? Deshalb kommt ja eine Decke usw auf den Bergegurt!

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
4'129 Beiträge · seit 200801. Sept. 2011 · #18
@ Rocky1964
Ist dein Foto auf der Strecke Ksar-Douz entstanden?



Das was mir hier noch, bei den vielen guten Hinweisen fehlt, ist:
Der Faktor Zeit.

Alles muss immer zu schnell gehen, die Termine von Lodge zu Lodge/Campsite drängen...

Eigentlich sollte man sich vor einer Reise in abgelegene Gebiete mit allen Eventualitäten vertraut machen, also auch den Umgang mit Bergematerial.
Das kostet Zeit. Die sparen sich viele lieber. Also wird das Risiko größer.

Zudem ist es ein grober Fehler, sich in kritischen Situationen keine Zeit zum Nachdenken zu lassen.
Der „gesunde“ Menschenverstand reicht da nicht aus, der ist bei jedem, je nach Erfahrung, anders ausgebildet. Das berühmte „Bauchgefühl“ hilft hier auch nix...
Man muss schon nachdenken - und zwar bevor man etwas tut – und das macht man jedes Mal wieder neu, denn die Situation ist nie gleich. Wir besprechen jedes Mal die Lage, gehen Schritt für Schritt alles durch und die möglichen Folgen. Man kann zwar auf seinen Erfahrungen aufbauen, wird dadurch aber noch lange nicht fehlerfrei! (dafür passiert das zu selten, Routine kommt höchstens bei einem McKenzie auf...) Und jeder Fehler rächt sich!

Also: Zeit nehmen und nicht in blinden Aktionismus verfallen!

Gruß lilytrotter


Kleiner Nachweis für die Erfahrung: 😉
(man möge die unterirdische Qualität des abfotografierten Abzugs entschuldigen.)

Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2011
709 Beiträge · seit 201101. Sept. 2011 · #19
lilytrotter schrieb:@ Rocky1964
Ist dein Foto auf der Strecke Ksar-Douz entstanden?
Hi,

die Region stimmt. Das Foto ist südlich der heutigen Piste Djebel nach Ksar Ghilane entstanden.

Hier noch ein paar Bilder von Bergeaktionen:


Mit offener Motorhaube würde hier NICHTS gehen!!!




Vorbereitung vor dem Ziehen ist wichtig!


Gruß

Rocky


Quelle der Fotos: 4x4 Club Leipzig und Mitglieder
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 01. Sept. 2011