Malariaprophylaxe oder Stand By ?

16 Antworten · 6'841 Aufrufe · gestartet 04. Aug. 2011 von Nina25
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Themenstarter42 Beiträge · seit 201104. Aug. 2011 · #1
Hi,

es heisst, dass der Caprivi und Nordbotsvana ein Risikogebiet sind.
Ich weiss, ne schwierige Frage ob Prophylaxe oder nicht, aber mich würde interessieren wie ihr das handhabt.

Danke und Gruß
Nina
91 Beiträge · seit 200904. Aug. 2011 · #2
Hi Nina,

wir fahren einfach immer im Winter (Juli - September) und haben Stand-By dabei. Bisher hatten wir noch nie ein Problem. Muss aber dazu sagen wir sind so gut wie noch nie gestochen worden. Nur heuer als wir tief im Delta auf einer Insel im Wald gecampt haben...

Grüße Siggi
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2'612 Beiträge · seit 200704. Aug. 2011 · #3
Hallo Nina,

es ist überhaupt nicht böse von mir gemeint, wenn ich Dir zur Beantwortung Deiner Frage die Suchfunktion des Forums nahe lege. Wenn Du morgen abend mit dem Lesen fertig bist und noch mehr Meinungen brauchst - es wird Dir vermutlich auch nicht weiterhelfen.

Lass Dir unabhängig davon einen Termin bei einem Tropenmediziner geben, der mit Dir auch Deine persönliche gesundheitliche Verfassung und Deine "Risikoneigung" offen bespricht.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
2'462 Beiträge · seit 200604. Aug. 2011 · #4
Ich sehe das ähnlich wie Volker. Sprich Dich mit einem Tropenarzt ab und überlege, welche Risiken Du eingehen willst/ kannst. Wir reisen rum ums Jahr ins südliche Afrika und nehmen inzwischen nur noch Malarone als Stand-by mit. Allerdings haben wir uns vorher Gedanken gemacht, welches Risiko wir tragen wollen und ob unsere Risikoanalyse letztlich etwas ist, mit dem wir im Zweifel nachher auch leben können.

Wir haben Ärzte gesprochen, die grundsätzlich für Nord-Botswana empfohlen haben, Malariaprophylaxe zu nehmen und andere, die das weniger eng gesehen haben. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass man letztendlich selbst entscheiden muss, wie sicherheitsbewußt man sein will...

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
146 Beiträge · seit 200904. Aug. 2011 · #5
Für diese Frage hilft einem kein Arzt weiter, dass muss man selbst entscheiden und das Risiko abwägen. Ein Arzt ist immer an die gängigen medizinischen Regeln gebunden und das bedeutet "Malaria Prohylaxe dort wo ein Risiko zu erwarten ist". Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, weiss leider kein Mediziner. Faktum ist, dass es dort Malaria gibt.
Grundsätzlich herrscht halt in unserer Gesellschaft eine Art "Vollkasko Mentalität" und jeder möchte sich gegen alle möglichen Risiken absichern.
Grundsätzlich muss man wissen (was einem aber kein Mediziner sagt, weil viele es gar nicht wissen), dass es keine einzige Studie über die Wirksamkeit der Malaria Prophylaxe an nicht Semi Immunen Menschen = Weissen gibt. Das bedeutet, dass nur an Schwarz Afrikanern Studien z.B. in Gabun betrieben wurden. Und die sind mehr oder weniger "semi Immun" sonst würden sie nicht mehr leben.
Und eines ist auch klar. Jeder weiße der in Afrika lebt, muss dort ohne Prphylaxe leben.
Malaria Prohylaxe bedeutet nichts anderes als die Hoffnung mit einer niedrigen Dosis des Wirkstoffes der zur Behandlung auch verwendet wird, einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern.
Das ist wie Antibiotika vorbeugend mit geringer Dosis einnehmen - das empfehlt aber kein Arzt auf der Welt. Über das sollte jeder einmal nachdenken.

Ciao

Alfred
www.globenomaden.at
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2011
154 Beiträge · seit 201004. Aug. 2011 · #6
unser Arzt hat uns genau dies so vermittelt. er sagte uns, er habe mehr Angst vor dem Medikament also von der Krankheit selber. Wobei man natürlich immer vorsichtig sein muss, falls mal Malaria-Symptome auftreten
146 Beiträge · seit 200904. Aug. 2011 · #7
Guter Arzt 🙂 , aber die Ausnahme.

Wenn man sich für Stand by entscheidet muss man aber bei starkem Krankheitsgefühl sofort die Behandlung beginnen. Es gibt auch sehr gute Malaria Schnelltests mit einem Blutabstrich von der Finger Kuppe.
Dieser Test hat sich jedoch nicht durchgesetzt weil die Mediziner der Ansicht sind, der normale Patient ist grundsätzlich zu blöd, das Ergebnis des Tests richtig zu interpretieren bzw. den Test richtig anzuwenden.
Auf längeren Reisen fahre ich mit diesen Tests und stand by. Bei kürzeren Reisen von zwei bis drei Wochen und einer vernünftigen Expositionsprophylaxe ist die Wahrscheinlichkeit an Malaria zu erkranken sowie so sehr gering. Stand by natürlich trotzdem immer mitnehmen.
www.globenomaden.at
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2011
2'462 Beiträge · seit 200604. Aug. 2011 · #8
tiffernine schrieb:Dieser Test hat sich jedoch nicht durchgesetzt weil die Mediziner der Ansicht sind, der normale Patient ist grundsätzlich zu blöd, das Ergebnis des Tests richtig zu interpretieren bzw. den Test richtig anzuwenden.
Wir haben uns den Test immer in Apotheken usw. besorgt. Unser Arzt in Berlin ist offenbar überzeugt, dass wir nicht zu blöd sind, diesen anzuwenden - eigentlich ist er auch so einfach, dass jeder den durchführen kann. Natürlich ist es auch wirtschaftlich besser, alle mit Prophylaxe zu bedienen... Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Schnelltest ungefähr so anspruchsvoll wie ein Schwangerschaftstest ist - da guckt man ja auch nur, ob sich irgendein Balken bildet 😐

Die Menschen vor Ort können auch nicht rund ums Jahr Prophylaxe betreiben, das war für uns ein wichtiges Argument. Im Zweifel das Medikament (Malerone) für die Behandlung dabei zu haben, gab uns mehr Sicherheit.

Wir sind inzwischen der Meinung, dass man sich mehr mit den konkreten Symptomen (für den Arzt, der einen ggf. behandelt) beschäftigen sollte - aber das ist eine ganz subjektive Meinung, die ein Gespräch mit einem Arzt nicht ersetzen kann.

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
727 Beiträge · seit 200804. Aug. 2011 · #9
Sanne schrieb:Die Menschen vor Ort können auch nicht rund ums Jahr Prophylaxe betreiben, das war für uns ein wichtiges Argument.
Und was genau ist das für ein Argument? Findest Du nicht auch, dass Dein "Argument" die Tatsache vernachlässigt, dass von diesen Menschen pro Jahr ca. eine Million an Malaria sterben? 🤩

Dem geneigten Leser empfehlen ich diesen Erfahrungsbericht http://dt800.de/malaria_ernstfall.htm


Gruß

Dino
2'462 Beiträge · seit 200604. Aug. 2011 · #10
Hallo Dino,

in Afrika sind leider Millionen von Menschen nicht in der Lage, sich die Medikamente zu leisten, dennoch ist nicht jeder Malaria tödlich. Im Übrigen würde ich behaupten, dass in Nord-Botswana nicht 1 Mio. Menschen an Malaria sterben 😐

Ich habe - auch hier - immer wieder geschrieben, dass das jede für sich entscheiden muss. Dass wir uns dagegen entschieden haben, wirst Du mir ja wohl nicht zum Vorwurf machen, oder?
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
727 Beiträge · seit 200805. Aug. 2011 · #11
Sanne schrieb:in Afrika sind leider Millionen von Menschen nicht in der Lage, sich die Medikamente zu leisten,
Was aber kein Argument gegen eine Prophylaxe für Reisende ist, oder?
Sanne schrieb:
dennoch ist nicht jeder Malaria tödlich.
Das ist richtig. Richtig ist aber auch, dass die Menschen vor Ort durch dauernden Kontakt mit Malaria teilweise immunisiert sind. Den "ungewöhnten" Touristen aus Europa kann es da kalt erwischen. Zum Standby-Thema hatte ich ja oben schon was verlinkt.

Nebenbei kann ein Malariaanfall einem ziemlich den Urlaub versauen. Und ja, auch Nebenwirkungen von Medikamenten können das.
Sanne schrieb:
Im Übrigen würde ich behaupten, dass in Nord-Botswana nicht 1 Mio. Menschen an Malaria sterben 😐
Das ist richtig. Die Zahl 1 Mio. nennt Wikipedia für weltweite(!) Todesfälle.
Sanne schrieb:
Ich habe - auch hier - immer wieder geschrieben, dass das jede für sich entscheiden muss. Dass wir uns dagegen entschieden haben, wirst Du mir ja wohl nicht zum Vorwurf machen, oder?
Natürlich mache ich Dir nicht zum Vorwurf, dass Ihr für Euch entschieden habt keine Prophylaxe zu nehmen. Ich habe mich nur an dem "Argument" in dem Post gestossen, da mir das sehr verharmlosend vorkommt.

Gruß

Dino
2'048 Beiträge · seit 200705. Aug. 2011 · #12
Hallo Fomis,
es ist ein Reizthema und das merkt man auch hier im Thread,
Leider gehen aber ein paar Sachen heftig durcheinander:

1. Der Schnelltest:
Man muss wissen, was der kann und was nicht: Er kann Malaria nachweisen, d.h. wenn er positiv ist dann hast du dir eine eingefangen und solltest so schnell wie möglich und so optimal wie möglich behandelt werden.
was er nicht kann, ist eine Malaria ausschließen. Wenn er negativ ausfällt, heißt das nicht, dass du KEINE Malaria hast. Und da viele das nicht verstehen und sich auf eine falschen Sicherheit einstellen, die Diagnose mit besseren Methoden und damit die Behandlung verschleppen habe ich große Bedenken gegen eine unkritische Empfehlung dieser Teste.
Ich selbst verwende den Test nicht. Ich würde aber im Falle unklaren Fiebers umgehend meine Stand-by -Medikamente einnehmen und vor Ort bei einem Arzt (die afrikanischen Ärzte haben damit viel Erfahrung) eine Untersuchung machen lassen.

2. Es gibt sehr wohl Untersuchungen über die Wirksamkeit von Malariaprophylaxe, sogar an Normaltouristen. Die Mehrzahl aber an beruflich exponierten Menschen.

3. In Afrika sind die meisten Todesfälle an Malaria bei Kindern unter 5 Jahren zu beklagen. Die Krankheit ist häufig und viele erreichen eben diese Semi-Immunität, so lange das Immunsystem funktioniert.
Touristen haben diese Voraussetzungen nicht, sie sind genauso ungeschützt wie die Kinder. Einheimische können keine Prophylaxe einnehmen, aber nicht wegen der Kosten sondern weil es keine Langzeitprophylaxemöglichkeit gibt. Alle Medikamente sind nur für eine sehr überschaubare Zeit zu empfehlen.


Jeder Reisende muss sich eben bewußt machen, dass er ein Risiko eingeht. Die Höhe des Risikos kann jeder durch die Reiseplanung (Zeit, Orte) beeinflussen. Die beste Prophylaxe ist: nicht gestochen werden. Dass kann ich durch die Kleidung, Repellens und das Mosikitonetz mit beeinflussen. Ich sitze dann eben nicht in der Dämmerung mit kurzer Hose und Sandalen beim Sundowner als Moskitofutter. Und wenn ich in Feuchtgebiete reise oder zur Regenzeit in Hochrisikogebiete, dann kann ich mich mit den richtigen Medikament auch schützen. Die Malariaerreger sind aber keine Bakterien oder Viren sondern Parasiten, also eher mit einem Bandwurm vergleichbar. Ich verhindere mit den Medikamenten, dass die Plasmodien in meinem Körper einen, zur Vermehrung erforderlichen Entwicklungsschritt durchlaufen. Ich kann nie mit Medikamenten verhindern, dass sie überhaupt in meinen Körper kommen - aber davon alleine wäre ich noch nicht krank.

Das ist jetzt etwas länger geworden.

Viele Grüße aus Windhuk

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
359 Beiträge · seit 201005. Aug. 2011 · #14
Hallo Nina,

du merkst, da hast Du ein heißes und sehr oft diskutiertes Thema aufgegriffen.

Ich möchte keine Empfehlung geben. Die Entscheidung musst Du selber treffen. Aber ich kann dir einige Fakten aus meinem Leben hier im Malariagebiet geben.

Erstens: wir nehmen (2 Erwachsene und zwei kleine Kinder) keine Prophylaxe. Dies ist über ein längeren Zeitraum auch nicht zu empfehlen. Wir leben aber auch das typische Leben hier: das heisst sehr früh ins Bett, sehr früh aufstehen und ein Sundowner am Fluss auch seltenst. Außerdem haben wir keine Nachbarn, so dass ein infizierter Moskito hier nicht allzu oft vorbeikommen dürfte (es sei denn der fliegt mal ein paar Kilometer rum). Als Reisender wird man daher zwangsläufig eher von Moskitos gestochen, da man oft an Flüssen übernachtet und die Abende draußen geniesst. Aber nicht jeder Moskito übertragt auch gleich Malaria. Nur der bereits "infizierte".

Die Zahlen von Todesfällen spiegeln nicht die damit zusammenhängenden Umstände wieder. Das ist in meinen Augen Boulevardjournaille. Zahlen sieht der Mensch gerne. Es sterben viele Menschen an Malaria. Viel zu viele. Aber: die überwiegende Mehrzahl dieser Menschen kennt entweder die Symptome gar nicht oder hat kein Zugang zu schneller ärztlicher Versorgung geschweige denn, dass sie sich die Fahrt zum Arzt überhaupt leisten könnten.

Selbst der gebildete "Mittelstand" hier kennt sich mit der Malaria zum überwiegenden Teil nicht aus. Wenn jemand einen grippalen Infekt hat, hat er nach eigener Auskunft immer Malaria. Die armen Arbeiter die ich kenne haben damit so 4 bis 6 mal im Jahr Malaria, ohne damit jemals zum Arzt zu gehen.😮 . Dann möchte ich ohne die Statistiken zu kennen doch die Hypothese aufwerfen, dass die Millionen von Malariatoten Hochrechnungen sind und nicht alles Menschen die im Krankenhaus nach Test gestorben sind. Ich könnte mir daher schon vorstellen, dass viele Todesfälle (besonders HIV) der Malaria zugrechnet werden, ohne dies mit Fakten untermauern zu können. Denn gerade HIV/Aids ist ja immer noch Tabuthema. Ich kenne jedenfalls niemand der offen sagt, dass ein Verwandter an den Folgen von HIV/Aids gestorben ist.
Vielleicht liege ich damit aber auch völlig daneben und das ist den Statistikern bewusst und mit eingerechnet.

Wenn ich nur für ein paar Tage in ein Malariagebiet reisen würde, dann würde ich immer Prophylaxe nehmen. Ich weiss, das ich bisher nie Nebenwirkungen hatte und so wird ein Risiko einfach minimiert.

Aber bedenke das Tropenmediziner zwangsläufig das grosse ganze und nicht das kleinräumliche sehen, es sei denn die waren selber genau dort wo man hin will schon einmal.

Im Caprivi hat es übrigens in den 9 Monaten in denen wir hier sind an einer handvoll Tage geregnet, es gab Nachtfröste und die Brutstätten ausserhalb der Flüsse sind so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Von November bis März hatten wir schon mal einige Moskitos im Haus, seitdem habe ich keinen mehr gesehen.

Gruß aus Katima
Kowo
290 Beiträge · seit 200705. Aug. 2011 · #15
Wiedermal dieses schöne Thema...

Mein Tipp: Auf der Pad einfach 20 km/h weniger fahren, als das Touristen normalerweise tun. Ist kostenlos, nebenwirkungsfrei und erhöht die Wahrscheinlichkeit, nicht im Zinksarg zurückzufliegen, 100 Mal mehr als jede Malaria-Prophylaxe.

Phil
Meine Reiseberichte aus Afrika, Thailand, Kambodscha, den Philippinen und von Kreuzfahrten mit der AIDA: http://www.philippschaeufele.de
68 Beiträge · seit 201005. Aug. 2011 · #16
jaw schrieb:Hallo Fomis,
es ist ein Reizthema und das merkt man auch hier im Thread,
Leider gehen aber ein paar Sachen heftig durcheinander:

1. Der Schnelltest:
Man muss wissen, was der kann und was nicht: Er kann Malaria nachweisen, d.h. wenn er positiv ist dann hast du dir eine eingefangen und solltest so schnell wie möglich und so optimal wie möglich behandelt werden.
was er nicht kann, ist eine Malaria ausschließen. Wenn er negativ ausfällt, heißt das nicht, dass du KEINE Malaria hast. Und da viele das nicht verstehen und sich auf eine falschen Sicherheit einstellen, die Diagnose mit besseren Methoden und damit die Behandlung verschleppen habe ich große Bedenken gegen eine unkritische Empfehlung dieser Teste.
Ich selbst verwende den Test nicht. Ich würde aber im Falle unklaren Fiebers umgehend meine Stand-by -Medikamente einnehmen und vor Ort bei einem Arzt (die afrikanischen Ärzte haben damit viel Erfahrung) eine Untersuchung machen lassen.

2. Es gibt sehr wohl Untersuchungen über die Wirksamkeit von Malariaprophylaxe, sogar an Normaltouristen. Die Mehrzahl aber an beruflich exponierten Menschen.

3. In Afrika sind die meisten Todesfälle an Malaria bei Kindern unter 5 Jahren zu beklagen. Die Krankheit ist häufig und viele erreichen eben diese Semi-Immunität, so lange das Immunsystem funktioniert.
Touristen haben diese Voraussetzungen nicht, sie sind genauso ungeschützt wie die Kinder. Einheimische können keine Prophylaxe einnehmen, aber nicht wegen der Kosten sondern weil es keine Langzeitprophylaxemöglichkeit gibt. Alle Medikamente sind nur für eine sehr überschaubare Zeit zu empfehlen.


Jeder Reisende muss sich eben bewußt machen, dass er ein Risiko eingeht. Die Höhe des Risikos kann jeder durch die Reiseplanung (Zeit, Orte) beeinflussen. Die beste Prophylaxe ist: nicht gestochen werden. Dass kann ich durch die Kleidung, Repellens und das Mosikitonetz mit beeinflussen. Ich sitze dann eben nicht in der Dämmerung mit kurzer Hose und Sandalen beim Sundowner als Moskitofutter. Und wenn ich in Feuchtgebiete reise oder zur Regenzeit in Hochrisikogebiete, dann kann ich mich mit den richtigen Medikament auch schützen. Die Malariaerreger sind aber keine Bakterien oder Viren sondern Parasiten, also eher mit einem Bandwurm vergleichbar. Ich verhindere mit den Medikamenten, dass die Plasmodien in meinem Körper einen, zur Vermehrung erforderlichen Entwicklungsschritt durchlaufen. Ich kann nie mit Medikamenten verhindern, dass sie überhaupt in meinen Körper kommen - aber davon alleine wäre ich noch nicht krank.

Das ist jetzt etwas länger geworden.

Viele Grüße aus Windhuk

jaw
moin,
endlich mal ein vernünftiger Beitrag!!
Gruss Gernot
1'223 Beiträge · seit 201005. Aug. 2011 · #17
@ Kowo

Mit dem Unterschied, daß es zu jeder Jahreszeit und immer Moskitos, auch Anopheles, am Sambesi gibt. Du hast aber Recht, wer nur 4 Wochen pro Jahr in Malariagebiete reist sollte Prophylaxe nehmen; die Folgen einer Infektion je nach Art der Malaria können einen ganz schön heftig schlauchen, und das muß nicht sein.

Es ist wohl richtig, daß die Mehrzahl der Aidstoten der Malaria zugeschrieben wird, denn ist es eine Schande für die Familie. Im Ovamboland werden die Aidstoten z.T. von den Verwandten nicht einmal von den Leichenschauhäusern abgeholt; vor einigen wenigen Jahren mußte die Regierung deshalb zusätzlich Kühlcontainer aufstellen, bzw. die Toten im Freien mit Kalk abdecken. War ganz schön makaber.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)