Ersttäter: 3 Wochen im Dachzelt (Juni/Juli 2011)

47 Antworten · 18,6k Aufrufe · gestartet 19. Juli 2011 von yax
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709 Beiträge · seit 201124. Juli 2011 · #21
yax schrieb:
...
Sobald man in der Sonne stand war es ok (die scheint aber halt nur so kurz ...)
...
Die Schwankungen zwischen Sommer und Winter sind in NAM auf Grund der Nähe zum Äquator gar nicht so groß.
Bei uns in D sind auf Grund des weiteren Abstandes zum Äquator die Unterschiede viel größer. Auch haben wir in D eine längere Dämmerung. Je näher man am Äquator ist, je eher ist es als wnn man einen Lichtschalter betätigt.

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
Themenstarter47 Beiträge · seit 201124. Juli 2011 · #22
Naja, die zwei Stunden mehr Tageslicht hätten uns schon gut gefallen.

Als bekennende "Nichtfrühaufsteher" (also ich finde unsere Startzeit von 9 Uhr fürs Camping gut, aber das ist für Namibia halt spät) fehlte uns am Tag einfach Zeit. Wir haben dann unsere Etappen verkürzt und versucht um 15 Uhr, spätestens um 16 Uhr anzukommen, damit wir gefühlt noch etwas vom Tag hatten. Mathematisch betrachtet 😉 sind die 2 Stunden für uns also 30% mehr Reisezeit ..

Gut fanden wir, dass wir in den ganzen 3 Wochen nur 3 Mosquitos sahen und weder Skorpione noch Schlangen getroffen haben. Nächstes Mal nehmen wir halt Handschuhe und wärmere Jacken/Hosen mit - und ein längeres Kabel für die Leuchtstoffröhre vom Zigarettenanzünder!

Wolfgang
Themenstarter47 Beiträge · seit 201124. Juli 2011 · #23
@champagner

Das mit 'ner 13-jährigen ist gar nicht so ohne. Wir hatten in den Wochen vorher ganz schön Schiß bekommen (eigentlich sind das bei uns drei Mädels und dann sind wir Eltern nicht ganz so im Fokus. Die Anderen konnten bzw. wollten nicht mit und die "P-Phase" schlägt gerade so richtig zu!) und uns überlegt, ob sie zur Not auch ausgesetzt werden darf 😗 .

Es lief aber total prima. Im Hilux hatte sie die Rückbank fast komplett für sich (naja, mal abgesehen von etwas Bettwäsche, Andenken, Verpflegungstüten, Handtaschen ...) und auf dem mp3-Player zwei neuen Hörbücher (in diesem Zusammenhang vielen Dank an audible.de). Das mit dem Zelten findet sie total krass und die Tierbeobachtungen waren für sie der Hammer (wir hatten auch viel mehr Glück als Du).

Wolfgang
709 Beiträge · seit 201124. Juli 2011 · #24
yax schrieb:...
Als bekennende "Nichtfrühaufsteher" (also ich finde unsere Startzeit von 9 Uhr fürs Camping gut, aber das ist für Namibia halt spät) fehlte uns am Tag einfach Zeit. Wir haben dann unsere Etappen verkürzt und versucht um 15 Uhr, spätestens um 16 Uhr anzukommen, damit wir gefühlt noch etwas vom Tag hatten. ...
Hi,

ich habe auch 2 solche Fälle von "Nichtfrühaufsteher" in der Familie.

Als es erst nur ein "Nichtfrühaufsteher" war, sind wir auf unseren Fernreisen jeden Tag gegen 07:00h aufgestanden und am Tag so 5..7h gefahren.

Das geht heute nicht mehr. Meine beiden "Nichtfrühaufsteher" kommen so zwischen 09:00-10:00h nach 12h Schlaf aus dem Schlafsack. So kommen wir immer erst zwischen 10:30-11:30h los. Daher fahren wir seid Jahren nur noch allein in Familie und kalkulieren nur tgl. 2...3,5h Fahrzeit (mal bis auf wenige Ausnahmen, da sind sind es auch mal 5h für Überbrückungsfahrten).

Da Lesen eines meiner Hobbys ist, hab ich kein Problem damit. Ich lese dann halt früh.

Gruß

Rocky
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
zuletzt bearbeitet 24. Juli 2011
Themenstarter47 Beiträge · seit 201125. Juli 2011 · #26
4.7.11
Die Temperatur morgens ist über dem Gefrierpunkt! Das Duschwasser ist auch schon angeheizt, da kann der Tag ja gut starten – fast, denn die Sanitäranlagen auf Ameib haben die besten Tage klar hinter sich. Es gibt für Frauen und Männer nur jeweils eine Dusche und Toilette (wie ist das in der Hochsaison? es gibt geschätzt 12 Stellplätze, also ist das dann definitiv ein Engpass). Bei den Männern kommt auch kein warmes Wasser und bei der Frauendusche ist der Duschkopf halb verstopft. Ich demontiere den Duschkopf einfach und vergnüge mich unter dem Wasserstrahl.

Wir packen flott zusammen (es ist inzwischen Routine) und so kommen wir zügig los (bei uns heißt das ungefähr 8:30h) zum Parkplatz für die Philips Cave, einer Felsmalerei auf dem Farmgelände. Man kann mit dem Auto nur in die Nähe fahren und muss dann noch gut 40 Minuten pro Strecke durch Busch und Feld wandern. Kurz vor dem Parkplatz springe ich aus dem Auto: Es sind deutliche Leopardenspuren zu sehen, die noch von keiner Fahrspur verdeckt werden! Vertrauen wir mal darauf, das das Tier in der Nacht Jagderfolg hatte und keinen Appetit auf uns hat.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, mit dieser leichten Anspannung durch den Busch zu wandern, schließlich auf einen Felsen zu klettern und dann vor Felszeichnungen zu stehen, deren Bedeutung, Alter und Herkunft nicht genau erklärbar sind. Die Zeichnungen mögen nicht die Schönsten, Größten, Meisten oder Buntesten sein - für uns sind es die Ersten und in dieser Umgebung einfach magisch!
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Erst Mittags kommen wir dann endgültig von der Ameib Ranch los und stoppen in Omaruru, damit wir vor Etosha unsere Vorräte wieder aufgefüllt haben. Der Ort macht einen ausgesprochen netten Eindruck und schräg gegenüber von SPAR entdecken wir das Cafe „Sand Dragon“ mit seiner schattigen Terrasse. Da kann man doch gar nicht anders, als zum Lunch zu bleiben …

Zum „Sand Dragon“ sind bei uns ein paar Fragen offen geblieben:
- Warum sind auf der Herrentoilette eine Dusche und auf der Frauentoilette eine Badewanne eingebaut (beides übrigens sehr originell und gepflegt)? Nach dem was wir herausgefunden haben, kann man dort weder übernachten noch campen.
- Ist es ein soziales Projekt zur Wiedereingliederung oder Schulung? Schon die Bestellung war ein besonderes Vergnügen. Unsere Bedienung hat unsere Bestellung auf einem Zettel notiert, kam dann aber zur Rückversicherung (sie hatte doch alles notiert …) noch einmal zurück und als meine Frau zur Toilette ging wurde sie ein drittes Mal um die Bestätigung der Bestellung gebeten. Dass die Essen am Ende doch nicht stimmten versteht sich von selbst, aber da hat man ja als Europäer im Urlaub etwas afrikanische Gelassenheit.

Nun wird es aber wirklich Zeit, dass wir uns auf den Weg nach Norden machen (das Bezahlen im Sand Dragon nimmt auch Extrazeit in Anspruch. Unsere Bedienung hat die ganze Bestellung noch einmal ordentlich aufgelistet, eine zweite Kraft suchte dann aus der Speisekarte die Preise heraus und addierte das zwei Mal mit dem Taschenrechner. Dieses Ergebnis wurde dann von einer weiteren Kollegin erneut zusammen addiert und an den Kassierer weitergereicht. Erst nachdem dieser sich eigenhändig von der korrekten Addition der Rechnung überzeugt hatte wird mein Geld angenommen. Meine afrikanische Gelassenheit geht langsam flöten, denn wir haben noch gut 250km bis Etoscha vor uns …).

Nach den Erfahrungen mit dem KTP wollen wir Morgen rechtzeitig in den Etoscha-Park einreisen, damit für die 90km vom Anderson Gate nach Halali genügend Zeit zur Tierbeobachtung und den einen oder anderen Schlenker bleibt. Telefonisch haben wir uns schon am Vormittag beim Etoscha Safari Camp einen Platz reserviert, das wir nun aber zeitlich knapp. Tanken und Geld abheben verschieben wir aus Ungeduld auf Outjo, was sich später als Fehler herausstellt.

Bei der FNB-Filiale in Outjo (dort geht der ATM mit der Mastercard, Bank of Windhoek geht nur mit Visa und die Geheimzahl habe ich vergessen) ist der ATM von vielen Afrikanern umlagert und vor mir scheitert ein Urlauber ohne genaue Ursache. Mir wird es zu heikel und ich gehe fest davon aus, dass es in der touristischen Topdestination von Namibia einen sicheren ATM gibt (im KTP steht der in Twee Rivieren). Tanken lassen wir dann auch bleiben, denn ohne Bargeld geht nichts – wieso war das eigentlich in dem gottverlassenen Ort Gochas überhaupt kein Problem mit der Kreditkarte?

Wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit schauen wir uns kurz hinter Outjo dann bereits zwei Campingplätze an (die Namen habe ich vergessen), die uns aber nicht zusagen. Was soll’ s: „wenn schon, denn schon“ und so erreichen wir mit dem Sonnenuntergang Etosha Safari Camp. Schade, heute also kein Sundowner. Auf dem Campingplatz herrscht zu unserem Verdruss europäische Ferienstimmung. Wir haben 9 Italiener als Nachbarn (sie kamen mit uns an: Bei uns war alles aufgebaut und das Braai vorbereitet, als sie unter dauerhaftem Palaver begannen das erste Zelt aufzurichten) und etwas weiter stehen vier junge Deutsche, die mit Technosound aus dem Auto den Platz beschallen.

Klasse bei Etoscha Safari Camp ist die Bar (sehr kreativ gestaltet und witziges Personal) und der angrenzende Curio-Shop hat einige originelle Dinge (auch aus regionalen und sozialen Projekten) im Angebot. Als Ruth und ich von den Absackern (es zog uns nicht zum Stellplatz, also hatten wir ja Zeit) an der Bar zu unserem Platz zurückkehren, sind die Italiener endlich fertig (die Deutschen hatten auf unsere Bitte die Musik vorher schon heruntergedreht) und so haben wir letztendlich ein ruhige Nacht.

Im Fazit ist Etoscha Safari Camp unsere einzige „Panne“ bei den Campingplätzen. Die Sanitäranlagen sind knapp ausgelegt und nur mäßig gepflegt, es ist laut und eng, die vorhandenen Grills sind teilweise defekt und es sind auch nicht genügend Grills. Einzig die nette Bar und die Lage kurz vor dem Anderson Gate sprechen dafür, dass man dort übernachtet.


5.7.11
Ein Höhepunkt jeder Namibiareise steht bevor: Etoscha!

Wir schaffen es diesmal sogar etwas früher als sonst unseren Wagen startbereit zu haben (der morgendliche Palaver der Italiener hat uns aus dem Schlafsack getrieben) und um 9 Uhr stehen wir am Anderson Gate. Niemand kommt raus, also gehe ich in das Office hinein: die Dame ist mit ihrem Handy beschäftigt und raunzt mir nur ein “fill out the form“ zu. Das würde ich auch gerne machen, denn ich will in den Park – aber die vor mir liegende Schreiblade ist leer. Ich wage also eine Bemerkung und werde abermals ohne weitere Reaktion mit “fill out the form“ abspeist, der Ton ist allerdings noch etwas ungnädiger. Nun halte ich Ihr die leere Schreiblade hin und sie wird so weit abgelenkt, dass sie den Fehler bemerkt und mir kommentarlos das Formular dazu aushändigt. Ich trage alles in das Permit ein und ohne einen Blick vom Handy zu heben erhalte ich von der Parkwächterin die erforderliche Unterschrift. Na also, geht doch!

Schon nach wenigen Metern müssen wir wegen kreuzenden Zebras und Giraffen unseren ersten Stop einlegen. Das fängt ja gut an … unsere Erwartung für die Wasserlöcher steigt.

In Okaukejo versuche ich das Permit zu bezahlen, aber die Kartenlesegeräte gehen nicht und einen ATM gibt es nicht. Um die Bargeldbestände weiter zu schonen (getankt habe ich ja noch immer nicht) verabrede ich, dass wir am 7.7. auf der Fahrt von Halali zum Dolomite Camp noch einmal hereinschauen und das Permit dann bezahlen.

Gemütlich tuckern wir nun über OLIFANTSBAD (bei dem wir keine Elefanten sehen) in Richtung Halali.
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Die großen Herden an Springbock, Zebra und Gnu begeistern uns. Dazwischen gibt es Schakale, Warzenschweine, Giraffen und viiiiele Vögel,
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so wird es auch auf den Strecken zwischen den Wasserlöchern eigentlich nicht langweilig. Etwas erstaunt sind wir, dass zumindest in diesem Teil vom Park nur sehr wenige Besucher unterwegs sind – die von uns befürchteten Busse sehen wir gar nicht (ja, wir haben auch HUMMELDUMM gehört und die Reiseberichte im Forum gelesen).

Schon am frühen Nachmittag erreichen wir Halali, checken ein und suchen uns einen schönen Stellplatz aus (die meisten Besucher sind ja noch auf Pirsch). Während die Frauenfraktion beschließt nun doch einmal den Pool zu testen (es ist heute richtig warm!) schlendere ich mit meinem Buch zum campeigenen Wasserloch.

Im Forum hatte ich eigentlich immer nur Begeisterung über das Wasserloch von Okaukejo gelesen, während Halali eher schlecht weg kam. Von daher sind meine Erwartungen gering, aber die schöne Anordnung im Dolomitfelsen und der offene Blick nach Westen begeistern mich. Auch wenn kein Tier kommt, das ist ein toller Platz zum schmöckern oder einfach seinen afrikanischen Gedanken nachhängen. Herz was willst Du mehr?

Vielleicht doch mal das eine oder andere Tier? Bei Halali brauche ich dafür etwas Geduld (da der Platz an sich schön ist, ist das eigentlich kein Opfer) und – schwups taucht nach 40 Minuten ein Nashorn auf.

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Na, ist das ein Glück! Vielleicht auch nicht, denn nach dem Abendessen sitze ich (mit Frau im Arm und Rotwein im Becher, mir gefällt der Platz immer besser) eine knappe Stunde da und – es kommen drei Nashörner vorbei. Vor dem Schlafen gehen mache ich noch einen letzten Abstecher zum Wasserloch und diesmal steht ein Nashorn direkt vor den Felsterrassen.

Kein schlechter Start für Etoscha, mal sehen was die nächsten Tage bringen.

6.7.11

Noch vor dem Sonnenaufgang bin ich mit Malaika wieder am Wasserloch, es tut sich … nichts. Nach einer guten halben Stunde wird es uns zu kalt und der Magen knurrt - gehen wir also erst einmal frühstücken. Beim Weggehen bemerken wir eine Bewegung in den Büschen und entdecken eine Tüppfelhyäne, die auf dem Weg zur Tränke ist.

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Na, klappt doch mit den Tieren! Es zwar nicht viel los (es gibt keine Tierherden), aber dafür sind es besondere Besucher und man hat immer einen freien Blick.

Nach dem Frühstück ärgern wir uns mal wieder über die Dachzelte, denn vor dem Start in den Park müssen wir wieder fast alles zusammenräumen und verstauen. Wir haben zwar das Zelthandling inzwischen flott drauf (am Vorabend hatten wir die Aktion gefilmt und unsere Südafrikanischen Nachbarn waren baff: knapp 2 Minuten pro Zelt!), das Verstauen in den Taschen und hinterher im Canopy ist und bleibt aber immer eine zeitfressende Aufgabe.

Wir kommen also wieder als Nachzügler vom Platz und haben die ersten Wasserlöcher wie gewohnt für uns allein. So bummeln wir in Richtung Namutoni mit der Idee, dort eine Lunchpause zu machen. Doch schon bald ist klar, das wird Zeitstress und da wir ja unsere gesammelten Vorräte sowieso im Auto haben planen wir auf einen Picknick um. Das bringt uns endgültig die innere Ruhe, um die Tiere lange und ausgiebig zu beobachten, es ist einfach traumhaft!
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Als nicht so traumhaft stellen sich die Picknickareale und Toiletten in Etoscha heraus. Da hatten wir auf Grund der Erfahrungen im KTP etwas anderes erwartet, vielleicht sollte die Parkverwaltung mal mit ihren südafrikanischen Kollegen darüber sprechen. Die haben mit Sicherheit eine Menge Tipps …

Zum Sundowner sind wir zurück an „unserem“ Wasserloch in Halali. Anscheinend hat sich der gestrige Nashornbesuch herumgesprochen, denn es sind deutlich mehr Touristen da. Diesmal gehen wir aber alle leer aus, bis auf den tollen Sonnenuntergang. Mich stört es nicht, denn auch diesmal hatte ich meine liebsten Begleiter dabei (meine Frau, ein gutes Buch und Bier statt Rotwein). Später am Abend (nach unserem Braai) konnten wir dann noch eine Giraffe und einen Impalabock beobachten, was in der Stille schön war aber natürlich mit dem Vortag nicht zu vergleichen ist.
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2011
5'479 Beiträge · seit 200925. Juli 2011 · #27
yax schrieb: Es gibt für Frauen und Männer nur jeweils eine Dusche und Toilette (wie ist das in der Hochsaison? es gibt geschätzt 12 Stellplätze, also ist das dann definitiv ein Engpass).
Das ist doch super! Ein solch gutes Verhältnis zwischen Stellplätzen und Duschen/Toiletten wirst Du in Europa nirgends finden.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2011
3'080 Beiträge · seit 200925. Juli 2011 · #28
Hallo yax,

irgendwie hab ich deinen Bericht erst heute gefunden und lese ab jetzt gern mit.

Mir ging es ähnlich beim Anblick der High-Tech-Ausrüstung der Südafrikaner, das erste was wir anschaffen wenn wir denn irgendwann mal unserern Wohnsitz ans Kap verlegen ist ein Echo-Trailer, die Preisliste habe ich vorsichtshalber schonmal hier liegen....

Freue mich ebenfalls auf die Fortsetzung.

Sasowewi
Themenstarter47 Beiträge · seit 201126. Juli 2011 · #29
7.7.11
Heute steht eine lange Etappe durch den Park an und wir haben seit 900 km nicht mehr getankt. Ich wollte gestern zwar etwas von unserem Restbargeld in Diesel investieren, zu meinem Schreck ist die Tanke von Halali aber ausverkauft. Die Aussagen über sie Situation in Okaukejo sind unterschiedlich. Während das Office sagt „Diesel only at Namutoni“ erzählt mir mein Nachbar, dass er gestern in Okaukejo getankt hat. Leider hat er keinen Reservekanister …

Wegen der Fahrzeit nach Dolomite Camp im Westen des Parks (von Halali mindestens 240 km) ist für uns der Abstecher nach Namutoni (zusätzlich 140 km) nicht machbar. Wir müssen also hoffen, dass wir in Okaukejo tanken können, sonst bleibt uns nur der Umweg über Outjo und dann über das Galton Gate nach Dolomite Camp.

Es gibt Diesel in Okaukejo, doch leider kann man die Parkgebühr noch immer nicht mit der Karte bezahlen. Was hilft’s, wir handeln etwas an der Permitgebühr und können dann noch fast 60 Liter Sprit tanken. Das gibt uns wenigstens die Sicherheit, die von mir erhoffte Tour durch den eigentlich gesperrten Westteil des Parks machen zu können. Jetzt sind wir zwar blank, aber auf Dolomite Camp wollen wir erst mal alles aufs Zimmer schreiben lassen und uns dann dem Problem am Ende stellen. Ein Vorteil von Afrika ist ja: es gibt immer eine Lösung!

Etwas verwirrt bin ich von der Reaktion auf meine Frage, ob ich noch ein besonderes Papier für die Tour nach Westen brauche. Die drei Damen hinter dem Schalter von Okaukejo verneinen erst, diskutieren dann und eine kommt auf die Idee, dass man einen neuen Stempel hat. Nach der Suche in verschiedenen Schubladen kommt ein noch original verpackter TRODAT-Stempel zum Vorschein. Er wird allgemein inspiziert und hat anscheinend eine Datumsfunktion, an der Jede etwas rumstellen darf. Nun wird meine NWR-Buchungsbestätigung für Dolomite gestempelt, aber mit dem Ergebnis ist man nicht zufrieden (das Datum ist kompletter Nonsens). Also stempelt man noch ein paar Mal auf die Bestätigung – und was Wunder: das Ergebnis bleibt unbefriedigend (klar, man hat auch nichts mehr am Stempel verstellt …). Es gibt wieder allgemeine Diskussion und die Dame in Uniform beschließt, dass dieser Stempel auf mein Parkpermit muss und dort schreibt sie das Datum von Hand rein. Na also – geht doch!

Inzwischen haben wir unseren Startvorteil vom Morgen (wir sind in Halali um 7:36 h los!) aufgebraucht und es ist 10 Uhr, als wir durch das Tor von Okaukejo rollen und am Wegweiser zum neuen Dolomite Camp abbiegen. Uns reicht die Zeit, denn die 170 km sind noch immer bequem bis zum Sonnenuntergang zu schaffen.

Wir sehen auch hier nur wenige andere Autos (immerhin ist diesmal auch ein Bus dabei) und schon bei LEEUBRON treffen wir auf ein Rudel Löwen, das es sich im Schatten der Büsche bequem gemacht hat.
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So richtig Aktion bieten die Könige um diese Uhrzeit leider nicht, aber dafür können wir sie auf kurze Distanz beobachten. Bis zum letzten „regulären“ Wasserloch OZONJUITIJ M´MBARI brauchen wir gut 2 Stunden und sind gespannt, was uns danach erwartet.

Es geht eigentlich wie gewohnt weiter (an den Wasserlöchern ist das friedliche Zusammenleben der vielen verschiedenen Tierarten faszinierend), wobei wir einige Wasserlöcher nicht finden bzw. sie sind nur als leichte Senken im hohen Gras erkennbar.

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Auffallend ist, dass die Tiere scheu werden und ihre Aufmerksamkeit sowie Fluchtdistanz zunehmen. So wird das Fotografieren schwieriger, aber das Naturerlebnis entschädigt uns dafür vollkommen. Ab der Gabelung bei OLIFANTRUS ist dem Weg auch anzumerken, dass er wenig befahren wird. Die Pad ist leicht bewachsen und die Büsche wachsen hinein, so dass nur eine Fahrspur übrig bleibt. Das ist kein Problem, denn nur direkt im Bereich des neuen Dolomite Camp begegnen überhaupt anderen Autos.

Bei OLIFANTRUS haben wir das Glück, dass unmittelbar neben der Fahrspur ein Leopard im Gras liegt. Er muss anscheinend genauso wie wir erst überlegen, was diese Begegnung bedeutet und wie man sich nun am Besten verhält (wir denken zuerst an einen Gepard, da wir Leoparden um diese Uhrzeit auf den Bäumen vermuten und nicht im Gras). Das bringt uns ausreichend Zeit zum Gegencheck in unserer Bildmappe (sind Geparden so groß?) mit dem Ergebnis: Wir sehen einen Leopard!

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Und das wirklich lange, denn wir werden anscheinend nur als „lästig“ eingestuft und so geht man nach einiger Zeit langsam parallel zur Straße ins Gebüsch. Erst als wir dann noch immer nicht verschwinden zieht er weiter und wir verlieren ihn im hohen Gras.

Trotzdem wird NOMAB unser Lieblingswasserloch des Tages. Es liegt in einer offenen Grasebene und wirklich überall sind Herden von Tieren. Da die Strasse kaum benutzt ist, wird diese von den Tieren wie selbstverständlich mit einbezogen.

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Sobald man sich mit dem Auto nähert entsteht Aufmerksamkeit und bei langsamer Weiterfahrt kommt das ganze Bild in Bewegung. Man „taucht“ ein in diese Menge an Wildtieren, denn hinter dem Auto wird die Strasse wieder zum Lebensraum der Tiere. Es ist unbeschreibbar.

Entspannt und glücklich erwarten wir nun die neue Lodge des NWR, deren Gebäude oberhalb des Wasserloch DOLOMIETPOORT (das man übrigens nicht mehr anfahren darf) auf einem Felsrücken verteilt sind.

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Am Fuß des Felsen kommen wir an schattigen Autostellplätzen vorbei, aber wegen dem Gepäck fahren wir erst einmal den schmalen Zuweg zur Rezeption hinauf.

Es ist ein ausgesprochen freundlicher Empfang und man wartet geduldig, bis wir unsere Taschen sortiert und zusammengestellt haben. Diese werden zur „Lobby“ getragen (das ganze Camp besteht aus in den Berg integrierten Holzplattformen, die mit Zeltplanengebäuden bebaut sind) und während ich das Auto zum Parkplatz bringe (der Campjeep wartet dort bereits auf mich) checken Ruth und Malaika schon ein.

In der Lobby werden wir noch einmal begrüßt (diesmal mit Cocktail) und auf eine Besonderheiten hingewiesen. Dolomite Camp ist (noch) nicht eingezäunt und die 20 Chaletplattformen sind weitläufig über den Bergrücken verteilt Deshalb soll man nach Einbruch der Dunkelheit nur mit Begleitung des Personals unterwegs sein (der Nature Guide erzählt mir später, das bereits eine Löwin in der Rezeption war und auch die Bauleute Begegnungen mit einem Löwenrudel hatten. Er vermutet, dass durch die lange Abwesenheit von Menschen in diesem Parkteil besonders die Raubtiere derzeit neugierig auf diesen neuen „Bewohner“ sind).

Wir sind von dem Personal und dem Ambiente so hingerissen, dass wir direkt nach der Möglichkeit für eine Verlängerungsnacht fragen. Zu unserem Glück ist das Camp erst ab Mitte Juli voll gebucht und so freuen wir uns auf einen Entspannungstag im Luxuscamp.

8.7.2011
Schon der morgendliche Blick aus dem Bett überzeugt mich: Hier will ich heute nicht weg!

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Irgendwann kommt doch der Hunger und wir schlendern über den Felsenpfad zum Restaurantpavillion. Dort erwarten uns bereits die freundlichen Geister von gestern Abend (hatte ich schon erzählt, wie nett und lecker das Dinner war?) und vor lauter Fragen, wie wir geschlafen haben („very well“), ob uns das Frühstück schmeckt („delicious“), wir noch offene Wünsche haben („no“) oder uns sonst irgendetwas zu unserem Glück fehlt („no“) wird fast unsere Rührei kalt. Heute werden wir uns verwöhnen lassen und unser Auto bekommt frei!

Der Tag wird verbummelt, gelesen, Postkarten geschrieben, am Pool gelegen, mit den Angestellten gequatscht (am Tag sind wir die einzigen Gäste im Camp) und unsere Tochter macht einen Deutsch-Namibischen-Spontanworkshop zum Thema „Serviettenfalten“.

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Nach 12 Reisetagen tut ein solcher Pausentag der Seele gut und die Eindrücke der letzten Tage können etwas aufgearbeitet werden.

Ich nutze die Hilfsbereitschaft der Rezeptionistin Eileen und versuche unsere nächsten Reisetage zu klären. Ursprünglich hatte ich die Idee, aus dem Westtor des Etoscha über Opuwo bis zu den Epupa Falls zu fahren. Nun sind aber weder unser Tank noch unsere Kühlbox ordentlich gefüllt (der ist wegen der fehlenden zweiten Batterie der Tag in der Lodge nicht so gut bekommen, denn es gibt bei den Parkplätzen keinen Stromanschluss), unsere Bargeldbestände sind am Ende und das Wochenende steht vor der Tür. Wenn in Opuwo der Geldautomat streikt bzw. der Supermarkt oder die Tanke schon zu haben stecken wir dort erst einmal fest, denn für die Rückfahrt reicht es dann nicht mehr.

Ich entscheide mich für Alternativideen (was in Namibia nicht wirklich schwer ist, denn bisher war es überall schön). Damit brauchen wir uns auch auf keinen Fall mehr um Malaria Gedanken zu machen, denn bisher war es zu kalt und wir haben noch keinen Mosquito gesehen.

Eileen versucht bei der Palmwag Lodge für den Samstag einen Campsite zu reservieren, wir bekommen zum ersten Mal auf der Reise ein „sorry, fully booked“ zu hören. Wir können zwar in der Lodge unterkommen, aber campen ist nicht drin. Ein kurzer Check meiner Unterlagen bringt auch keine vernünftige Alternative, denn als Ersttäter in Namibia habe ich meiner Frau versprochen keine Wilderness Campsites anzufahren und auch das Team von Dolomite Camp hat nur noch einen Vorschlag aber der ist auch bis Montag ausgebucht. Ist das nun die Hochsaison?

Im Vertrauen auf Afrika („es gibt immer eine Lösung“) breche ich die Suche nach dem weiteren Reiseplan ab und wende mich wieder den schönen Seiten des Lebens zu

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(obwohl der Pool verdammt kalt ist – brrrrrrrrrrr). Der Tag klingt dann wieder ganz entspannt am gemeinschaftlichen Lagerfeuer aus, wir können uns da glatt dran gewöhnen.

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zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2011
139 Beiträge · seit 200926. Juli 2011 · #30
Hallo yax,

seit wann hat denn das neue Dolomite Camp geöffnet.
Letztes Jahr war am Wasserloch OZONJUITIJ M´BARI Schluß mit der Weiterfahrt.
Das klingt ja sehr verlockend. Das habe ich mir in meiner Map of Etosha gleich markiert.

Deine afrikanische Gelassenheit gefällt mir.
Bin gespannt, wie's weiter geht

Gruß
Micha
LG Micha
80 Beiträge · seit 201026. Juli 2011 · #31
Hi yax,
ganz toller Bericht, besonders der Teil im Etosha. In diesem Jahr haben wir ihn ganz weg gelassen, weil es aus unserer Sicht interessantere Plätze im südlichen Afrika (auch in NAM!) gibt. Dein Bericht vom Westteil macht aber wieder Lust ...!
Ist bei unserer nächsten Reise mit Sicherheit wieder dabei.

😁
Ralf
Themenstarter47 Beiträge · seit 201127. Juli 2011 · #32
@etoscha-micha:
Das Dolomite Camp ist seit Juni geöffnet. Wir mussten bei NWR gezielt nachfragen, da es noch nicht im Internetbuchungsformular auftauchte.

Wolfgang
Themenstarter47 Beiträge · seit 201127. Juli 2011 · #33
9.7.11
Es ist soweit, wir müssen uns verabschieden. Eileen hat mit der Kreditkarte keine Probleme (sie ist auch ausreichend gedeckt, ich hatte zum Glück vor der Abreise noch das Konto gefüllt) und wünscht uns viel Glück für die restlichen Tage in Namibia.

Wir wollen als erstes Kamanjab anfahren und dort versuchen unser Bargeld-Diesel-Lebensmittel-Problem zu lösen. Wenn es nicht klappt, können wir noch weiter nach Outjo oder Khorixas, von daher sind wir vollkommen entspannt.

Die Fahrt zum Galton Gate über das Wasserloch KLIPPAN geht schneller als erwartet, denn wenn wir auf ein Wasserloch zufahren sehen wir nur noch die Hinterhufe der Tiere (wird da etwa gewildert? Bisher wurde uns dazu immer gesagt, dass die Regierung inzwischen hart durchgreife, denn die Tiere seien ein wichtiger touristischer Faktor.). Es ist für uns nicht wirklich tragisch, denn inzwischen haben wir schon mehr Tiere gesehen als erhofft. Am Gate müssen wir nur kurz den Beleg für die zusätzliche Nacht heraussuchen und schon sind wir auf der C35 nach Süden.

In Kamanjab kommen wir gerade rechtzeitig in den Supermarkt, um am dort installierten Mini-ATM noch NAD 1.000 zu lösen und neue Bier-/Fleischvorräte kaufen zu können – die Weiterreise ist also gesichert! Beim anschließenden Lunch im Oppi-Koppi wird mal wieder die T4A-Karte, der IWANOWSKI und die Thomas-Richter-Liste ausgebreitet und ein Ziel des Tages herausgesucht.

Uns haben die Felszeichnungen auf der Ameib Ranch sehr gefallen, warum also nicht nach Twyfelfontain (war eigentlich für die Rückfahrt von den Epupa-Falls angedacht)? Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es knapp wird bis dahin und so wollen wir einen Schlenker über die Ugab-Terrassen machen und dort zelten. Leider erreichen wir die Lodge nicht (sie hat eine neue Telefonnummer: +264.81.1400179), aber mit vollem Tank und Biervorräten getrauen wir uns auf gut Glück dorthin zu fahren.

Am späten Nachmittag fahren wir über die spannende Zufahrt hoch zur Ugab Terrace Lodge. Die schweizer Besitzerin hat auch noch genau einen Stellplatz frei (es gibt insgesamt drei Plätze, beim Eintrag in das Gästebuch sehe ich, dass die letzten Tage alle frei waren. Ist jetzt Hochsaison?) und so fahren wir nach einem Drink auf der Aussichtsterrasse wieder hinunter und finden mal wieder einen originellen, liebevoll gestalteten und naturnahen Campingplatz vor. Danke Namibia, für diese schönen Abende!

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10.7.11
Der Toilettenbesuch am Morgen weckt alte Erinnerungen: kein Wasser! Schon wieder eingefroren? Das Gefühl sagt nein und auch das Thermometer zeigt +4 °C.

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Wir können das Rätsel nicht lösen und freuen uns, dass wir gestern Abend noch zum duschen kamen. Gegen 9 Uhr haben wir gepackt und machen uns auf den Weg nach Twyfelfontain. Da wir ab jetzt viel Zeit haben (der Verzicht auf den Abstecher nach Epupa hat uns eigentlich lauter „freie Tage“ geschenkt) biegen wir am Lodgeeingang rechts ab und zockeln erst mal über die D2743 durch viele kleine Farmen (mit Tor-auf-Tor-zu) nach Khorixas.

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Dort halten wir uns nicht lange auf (was einem aber auch nicht schwer fällt, denn schön ist es in Khorixas nicht). Wir wollen heute frühzeitig nach einem Campingplatz suchen, denn bisher haben wir nur Anabib-Camp erreicht und ein „sorry, fully booked“ zu unserer Anfrage für einen Stellplatz bekommen. Ist das nun Hochsaison?

Als ersten Campingplatz erreichen wir Xaragu bei dem Abzweig der D2612 von der C39. Das Camp ist schön gelegen und macht einen sauberen Eindruck. Nur die von manchen bemängelte Gedrängtheit der Stellplätze gefällt uns auch nicht. Die Rezeption prüft die Verfügbarkeit und … „yes, we can offer you a site for tonight“. Na also, geht doch! Wir lassen uns den Platz zeigen (huch, alles leer – vielleicht sind die noch alle unterwegs), diskutieren kurz über eine Alternative und stehen dann am unteren Ende direkt am Bach.

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Nach einer kurzen Pause werden Tisch, Stühle und unsere nasse Wäsche da gelassen. Wir machen uns auf den Weg zu den Felsgravuren, für die man sich laut IWANOWSKI gut zwei Stunden Zeit nehmen soll und am Nachmittag sei dafür das beste Licht. Es ist eine knappe halbe Stunde Fahrt (die Pad führt direkt am Abu Huab-Camp vorbei, dort ist schon richtig Betrieb) und kurz vor 15 Uhr sind wir am Office und bekommen unseren Guide zugewiesen.

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Es ist in der Tat so, wie oft beschrieben wird. Der Guide erklärt zwar die einzelnen Gravuren und Geschichte des Ortes, aber man merkt ihm die tägliche Routine deutlich an. Wir bremsen ihn etwas und versuchen uns die Zeit zu nehmen, die wir haben möchten – nur kommt dabei nicht der magische Zauber zu Stande, den wir auf der Ameib Ranch verspührt hatten (klar, dort sahen wir zum ersten Mal die alte Buschmannkunst und die Umgebung ist nicht professionell gestaltet.). Das Twyfelfontain mit dem Weltkulturerbestatus auch zum Pflichtprogramm der Namibiarundreise gehört bemerken wir kurze Zeit später, denn ab 15:30 füllt sich der Parkplatz schlagartig mit Bussen, Overlandern und Selbstfahrern (die haben wahrscheinlich auch alle gelesen, dass die Abendsonne die Gravuren am Besten zur Geltung kommen lässt). Jetzt sind immer mehr Besuchergruppen auf der Site unterwegs, die sich auch nicht durch leises Verhalten auszeichnen, damit wird es für uns Zeit den Besuch zu beenden.

Nach einer kurzen Plünderung des Curio-Shops durch die weibliche Reisefraktion sind wir zurück am Parkplatz und besprechen mit dem netten Carguard, ob es noch Sinn macht zu dem Versteinerten Wald aufzubrechen (nein, denn die machen im Winter um 17 Uhr Feierabend und der Guard befürchtet, dass sie das auch gerne etwas vorziehen …). Bleiben also die Orgelpfeifen (haben wir uns imposanter vorgestellt) und der Verbrannte Berg (der sich mit dem vielen Gras seiner Umgebung angeglichen hat, ohne die Infotafel von Coca-Cola hätten wir ihn fast nicht bemerkt).

So kommen wir bequem zum Sundowner zurück in unser Camp und stellen erfreut fest, dass bisher nur drei weitere Stellplätze belegt sind (es bleibt auch dabei, das Camp ist fast leer – also doch nicht Hochsaison?). Wir gammeln noch etwas herum, bereiten unser Braai vor und gehen später im romantischen Schein der Petroleumlampen noch Duschen (man weis in Namibia ja nie, ob morgens noch Wasser da ist …). Eigentlich freue ich mich noch auf ein oder zwei Absacker an der Bar (dort ist auch die Anmeldung und das wirkte sehr gemütlich), aber bei den wenigen Gästen wird diese schon bald nach Einbruch der Dunkelheit geschlossen – so kommt wenigstens der Generator zur Ruhe und wir haben ja noch unsere eigenen Vorräte.

Es ist zum ersten Mal so mild, dass ich ohne Lagerfeuer bis Mitternacht draußen sitze – das fühlt sich nun nach Sommerferien an 😎 .
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2011
Themenstarter47 Beiträge · seit 201127. Juli 2011 · #34
11.7.11
Gestern Abend haben wir schon Pläne für die Weiterreise geschmiedet. Am liebsten würde ich weiter ins Damaraland, aber wir haben noch immer Probleme dort einen Campingplatz zu reservieren. Es liegt jetzt auch in der falschen Richtung, denn am 14.7. wollen wir Abends wieder in Windhuk sein (Autoabgabe ist am Freitagmorgen).

Inzwischen ist uns aber klar, dass wir sowieso noch mehrere Male nach Namibia kommen müssen (also die Idee mit Epupa Falls habe ich ja noch immer und das Damaraland ist sehr reizvoll. Im KTP waren wir viel zu kurz, den Süden und den Namibrand haben wir gar nicht besucht, leider fehlte auch die Zeit für Naukluft und den Abstecher in die Namib beim Kuiseb-Canyon, die Living-Desert-Tour hat nicht geklappt und eigentlich wollte ich unbedingt mal in den Caprivizipfel …) und ein Reiz dieser Reise ist, dass es anscheinend überall schön ist.

Für uns in der richtigen Richtung liegt der Waterberg und schnell haben wir uns bei der Guestfarm Hamakari einen Stellplatz reserviert (bei Waterberg Wilderness meldet sich niemand und das NWR-Camp ist uns zu eng). Das Zusammenräumen ist Routine und wir kommen gut weg. Bis zum Versteinerten Wald ist es von Xaragu nur eine kurze Anfahrt, so sind wir bereits um kurz nach 9 Uhr im Office und bekommen Reimund als Guide (inzwischen ist auch der Versteinerte Wald genauso wie Twyfelfontain nur noch mit begleitendem Führer zu besichtigen).

Reimund ist gut drauf und wir erfahren nicht nur Wissenswertes zum Versteinerten Wald, sondern auch zur Lebenssituation als Guide, der Welwitschia, den Besonderheiten des Farmings im Damaraland und vielem mehr. Gegen 10 Uhr drängt er allerdings zurück, denn inzwischen ist der Parkplatz voll und mehrere Besuchergruppen warten bereits auf einen Guide, zum Glück waren wir heute früh dran!

Auf der Weiterfahrt machen wir im Farmhaus in Outjo eine kurze Pause (das mit dem Lunch strukturiert die Fahrttage so schön 😄 ), füllen in Otjiwarongo die Vorräte wieder auf und sind so rechtzeitig auf Hamakari, dass wir uns vor dem Sundowner am Damm noch auf dem großzügigen Stellplatz einrichten können.

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Außer uns ist nur eine weitere Gruppe da, das Feuerholz wird auf Hamakari zur Verfügung gestellt und direkt neben dem Campingareal ist ein Wasserloch für das Wild. Einfach wieder perfekt. Da keine Jäger auf der Farm sind dürfen wir uns mit dem eigenen Auto auf dem gesamten Farmgelände herumtreiben, aber wir wollen am nächsten Tag erst einmal auf den Waterberg.

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Im Reiseführer haben wir inzwischen gelesen, dass es auf dem Waterberg Plateau die einzige Büffelherde Namibias gibt. Das reizt uns nun doch, da wir bereits Elefant, Löwe, Leopard und Nashorn gesehen haben – es fehlt zu den „big five“ also nur noch der Büffel und wenn wir nun schon mal die Gelegenheit haben …

12.7.11
Bei NWR schaffen wir es nicht uns telefonisch für den Afternoon Drive auf das Plateau anzumelden (selbstfahren ist nicht gestattet). So sind wir schon früh im Waterberg Resort, damit wir auf jeden Fall einen Platz haben (vielleicht ist ja Hochsaison). Die nächsten Stunden verbummeln wir mit einer Wanderung zur Plateaukante,
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genießen von dort den unglaublichen Weitblick und finden auch den Lunch im Resort akzeptabel (allerdings sind die Preise zu hoch). Wir beobachten noch etwas die Paviane und Mangusten,
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ehe wir mit dem Guide Barrie und seinem alten Landrover aufbrechen. Wir sind das einzige Fahrzeug und mit uns sind nur noch drei Deutsche an Bord, die wir gestern bereits beim Sundowner kennengelernt haben (es sind Hausgäste auf Hamakari) – also doch keine Hochsaison?

Die Anfahrt vom Resort bis auf das Plateau zieht sich etwas (es sind gut 20 km), aber Barrie zeigt uns schon auf diesem Weg verschiedene Vögel und Baumarten. Oben angekommen geht es über sandige Pfade kreuz und quer durch den Park – aber außer einem Steinbock will sich kein Tier zeigen. Auch ein längerer Aufenthalt in dem Versteck an einem künstlichen Wasserloch ändert nichts. Inzwischen wirkt unser Guide etwas frustriert, doch plötzlich läuft uns in einer Senke eine Herde Rappenantilopen über den Weg – man sind die Tiere schön!

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Zum Sonnenuntergang möchte Barrie noch ein bestimmtes Wasserloch erreichen und „pusht“ seinen Landi durch den Sand. Diesmal haben wir Glück – und treffen die Büffelherde an der Tränke an.

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Ja, wir habe die Big Five! In dem Versteck sind wir auf Augenhöhe mit diesen gewaltigen Tieren und können sie aus nächster Nähe beobachten. Was für eine gewaltige Masse Tier, kein Wunder dass die Afrikaner besonderen Respekt davor haben.

Als mit zunehmender Dämmerung das Licht schwindet machen wir uns auf den Rückweg zum Auto und staunen nicht schlecht über Barries Verkleidung – klar, das Plateau liegt über 1.700 m hoch und die lange Rückfahrt in der hereinbrechenden Nacht wird frisch werden.

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Leicht durchgefroren (die Hausgäste von Hamakari: sehr durchgefroren. Als Camper waren wir besser vorbereitet ...) erreichen wir um 19 Uhr wieder das Resort. Nun sind es noch 45 km durch die Nacht zurück zur Farm, wo noch nichts vorbereitet ist (ich hatte wohl schon erwähnt, dass Dachzelte für solche Ausflüge echt blöd sind) und wir beschließen zum Abendessen noch einmal das Restaurant des Waterberg Resorts aufzusuchen.

Bei der späteren Rückfahrt wird mir auch noch einmal klar, weshalb man nachts in Afrika eigentlich nicht mehr unterwegs sein sollte. Es ist stockdunkel und manchmal sieht man seitlich im Licht der Scheinwerfer die Bewegung von Tieren. Leicht angespannt (ich habe ja noch die Begegnung mit dem Kudu in Erinnerung und unser ABS geht auch noch nicht wieder) fahre ich mit reduzierter Geschwindigkeit. Zum Glück hatte ich mir auf der Hinfahrt die Entfernung vom Farmtor zur Abzweigung D2512/C22 gemerkt, denn die unbeleuchteten Hinweisschilder sind leicht zu übersehen. Wir stellen flott unsere Dachzelte auf, legen die Schlafsäcke hinein und nehmen einem letzten Absacker am nahen Wasserloch.
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2011
50 Beiträge · seit 201027. Juli 2011 · #35
Hallo Yax

Danke für deinen tollen Reisebericht. Ich lese und lese und freu mich jedensmal wenn du einen weiteren Beitrag ins Froum gestellt hast. 😘

Danke,

Mada
1'117 Beiträge · seit 201028. Juli 2011 · #36
Hallo yax,

eigentlich sollte ich anderes tun, aber ich musste mal wieder kurz in deinen Bericht linsen...
Auch wir haben festgestellt, dass es in puncto duschen im Winter gut ist, es einfach zu tun. Egal wann... Gut wenn der Mensch flexibel ist 😉

Die ausführliche Lektüre hebe ich mir auf, aber einiges kommt mir schon sehr bekannt vor.

Danke und liebe Grüße
Beate
63 Beiträge · seit 201128. Juli 2011 · #37
Hallo yax,

Danke für den schönen Reisebericht. Wir waren bisher nur in Lodges in NAM unterwegs. Es ist sehr interessant, mehr über die Camperseite zu erfahren - auch wenn sie bei Euch doch teilweise ziemlich kalt war 😉

Viele Grüße
Bimi
Themenstarter47 Beiträge · seit 201129. Juli 2011 · #38
13.7.11
Heute Morgen ist Ruth nicht ganz wohl. Ob es am gestrigen Abend liegt wissen wir nicht, denn mir ist gut und wir hatten das gleiche Essen. Vielleicht ist es auch schon Abschiedsschmerz von Namibia, denn Übermorgen sollen wir wieder in Windhuk sein.

Wir verzichten deshalb auf weitere Aktivitäten und möchten nur wie gestern verabredet für unseren letzten Campingabend noch einmal ins Erongogebirge. Auf Grund der vielen begeisterten Kommentare haben wir bei der Gästefarm Eileen nachgefragt und uns einen Stellplatz auf dem Erongo Plateau Camp reserviert.

Während der Fahrt schläft Ruth viel, es wird ihr aber nicht wirklich besser. Von daher stoppen wir in Omaruru nur für einen leckeren Kaffee (Ruth: Tee) im Sand Dragon und sind früh am Campingplatz. Der Zustand ist hervorragend und von Site 2 haben wir einen weiten Blick in die Ebene und auf das tiefer liegende Wasserloch (nachts ist das sogar durch eine Solarlampe schwach beleuchtet).

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Von dem Campbetreuer Elias bekomme ich ein Infoblatt nach dem wir uns richten, denn wegen fehlenden Sprachkenntnissen (Elias kann kein Englisch) sind Rückfragen nicht möglich.

Man merkt bei dem Erongo Plateau Camp, dass es mit viel Hingabe und Sorgfalt aufgebaut wurde. Im Waschhaus findet man auch ein Fotoalbum von 1999, das dies dokumentiert. Aber bereits das dort ausliegende Gästebuch stört in diesem Eindruck, da es seit 2009(!) bis zur letzten Zeile gefüllt ist. Legt man jetzt keinen Wert mehr darauf oder hat man es in den letzten zwei Jahren nicht bemerkt (dies ist dann nicht Elias Fehler, da er weder lesen noch schreiben kann)? Dazu passt auch die klare Ansage bei der Zufahrt, dass Camper nicht zur Farm sondern direkt zur Campsite fahren sollen und auch im Infoblatt steht, dass wir als Camper keinen Grund haben zur Farm zu kommen.
Nachtrag: Inzwischen hat sich hier im Forum Conny ("peppy") gemeldet und die Situation erklärt. Der Campbetreuer heißt Israel (ich hatte den Namen falsch rekonstruiert) und anscheinend haben wir das aktuelle Gästebuch nicht gefunden. Da die Farm und das Camp unterschiedliche Eigentümer haben fährt man halt nicht zur Farm (und spart dabei noch Zeit, denn die Farm liegt ein paar Kilometer weg).

Uns ist es letztendlich egal, besonders Ruth, die sich in das Dachzelt zu einem weiteren Nachmittagsschlaf zurückzieht. Während Malaika sich mit einem spannenden Buch in den Schatten begibt nutze ich die Wanderkarte auf der Rückseite des Infoblatts und starte mit einer Wasserflasche bewaffnet ins Gebüsch. Die Wege sind gut zu erkennen und auf ca. 1m Breite frei von Gras und größeren Steinen. Das kommt mir mit meiner Unsicherheit bezüglich Schlangen sehr entgegen und ich bin fast 2 Stunden unterwegs. Es gibt schöne Aussichtspunkte und manchmal ist auch etwas Wild zu sehen. Als ich auf dem Weg einen Oryx aufscheuche wird mir erst bewusst, dass die Hörner doch verdammt lang und spitz sind … zum Glück einigen wir uns auf friedliche Koexistenz und gehen beide unserer Wege.

Zu unserem letzten Braai ist Ruth wieder etwas hergestellt, auch wenn sie sich noch nicht wieder getraut Boerewors zu essen und deshalb auf die Kartoffeln mit Gemüse konzentriert. Wir verfeuern unsere letzten Holzvorräte und blicken etwas wehmütig auf die vom Vollmond silbern beleuchtete Ebene. Das kann nicht unsere letzte Campingnacht in Namibia gewesen sein! Der Beschluss steht fest: wir kommen bald wieder, es sind ja auch ein paar Ecken von Namibia unbesucht geblieben …
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14.7.2011

Zum letzten Mal bauen wir unser Dachzelt ab und nach dem Frühstück fangen wir bereits an die Vorräte zu sichten. Es finden sich einige Sachen, die seit unserem Start in Windhuk vor fast drei Wochen eigentlich noch nicht gebraucht wurden (z.B. Alufolie, Zwiebeln, Essig, Dosenfisch …). Wir wussten, dass besonders im Süden das Nachkaufen wegen fehlenden Supermärkten schwierig ist und haben deshalb ohne Namibiaerfahrung versucht uns bestmöglich vorzubereiten. Grundsätzlich hat das auch gut funktioniert, denn gefehlt hat uns nichts Wichtiges, es sind halt nur einige Dinge zu viel gewesen.

Mit Gesten und einigen Englischbrocken bieten wir Elias die Dinge an, der gerne zwei Tüten übernimmt. Uns freut es, dass die Sachen nicht in den Müll wandern und praktisch ohne große Reste machen wir uns auf nach Windhuk.

Da Ruth sich wieder besser fühlt wollen wir vorher noch ein Living Museum der San besuchen, das an der Zufahrt zur Ai Aiba-Lodge liegt (wir haben das aus der Thomas-Richter-Liste. Bei Eileen gibt es zwar Infos zu Ausflugsmöglichkeiten, dieses Dorf wird aber nicht erwähnt). Wir verfahren uns einmal und stehen auf einem Campsite der Omandumba-Farm, müssen wir wirklich zurück? Es ist doch soooooooo schön hier …

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Wir wenden und nehmen an der letzten Kreuzung die andere Möglichkeit und sind bald bei den San. Die Verständigung klappt gut (einer kann passabel Englisch und es gibt einen „Menüzettel“ auf Deutsch, in dem die Besuchsprogramme und Preise aufgeführt sind) und verabreden eine zweistündige Wanderung mit der Demonstration von Jagdstrategien (Bogenschießen und Fallenstellen), Feuer machen und Pflanzen sammeln.

Unsere Tochter war schon auf dem Weg zum Dorf etwas unsicher, denn der Gedanke sich „Menschen anzuschauen“ ist Ihr unangenehm. Als jetzt noch drei weitere Krieger dazu kommen und jeder nur mit einem knappen Lendenschurz bekleidet ist schluckt sie gewaltig. Das ist für 13-jährige Europäerinnen doch etwas heftig und wir Eltern bekommen eigentlich zum ersten Mal auf der Reise ihren Unmut zu spüren. Trotzdem kommt sie mit und die Befangenheit legt sich schnell, denn die Erklärungen sind interessant und es gibt die Gelegenheit zum selbst probieren. Wir kommen auch an mehreren Felszeichnungen vorbei und neben der Erklärung der Darstellung gibt es Erläuterungen zur Technik. Wir vermissen nur den „Mitmach-Workshop: Buschmanpainting“, dass wäre für uns die Krönung.

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Die Zeit geht schnell vorbei und als wir zum „Living Museum“ zurückkommen treffen wir auch die Frauen und Kinder bei der Schmuckbearbeitung an. Aus Schalen von Straußeneiern werden die kleinen gelochten Scheiben gefertigt, die sich in vielen Ketten und Ohrringen wiederfinden. Selbstverständlich kann man das vor Ort auch direkt kaufen, genauso wie verschiedene von den Männern hergestellte Waffen und Alltagsgegenstände.

Für uns ist das eine Gelegenheit noch einige Andenken zu kaufen und diesmal bin auch ich dabei (jetzt ziert ein Buschman-Bogen mit Köcherset unsere Afrikaecke). Beim bezahlen tragen wir uns noch ins Gästebuch ein und bemerken dort, dass in den letzten drei Tagen keine Besucher da waren. Also entweder definitiv keine Hochsaison oder zu abgelegen, denn interessant ist dieser Besuch auf jeden Fall.

Auf der Weiterfahrt nach Windhuk diskutieren wir noch einmal mit unserer Tochter über den Besuch. Selbstverständlich ist der Besuch bei „Eingeborenen“ aus touristischer Neugierde ein soziokulturell sehr kritisches Verhalten. Bei diesem „Living Museum“ handelt es sich um eine speziell zu diesem Zweck geschaffene Einrichtung. Unser Führer hatte uns erzählt, dass sie eigentlich ungefähr 1.000km entfernt in der Kalahari leben und dort auch ihre alten Jagd- und Lebensformen verfolgen, was in den durch privaten Landbesitz geprägten Gebieten von Namibia nicht möglich ist (sie haben z. B. kein Jagdrecht, sondern erhalten frisches Wild von den Jagdfarmen). Der Aufenthalt ihrer Gruppe in dem Museumsdorf ist begrenzt auf drei Monate, dann werden sie abgelöst. In dieser Zeit haben sie die Gelegenheit den Besuchern etwas von ihren Traditionen zu zeigen und verdienen sich damit sowie mit dem Verkauf der Andenken etwas Geld. Durch diese räumliche Trennung von ihrer Heimat und das rotierende System beteiligten San halten wir es für einen guten Ansatz, dass durch die Begegnung mit ihnen Verständnis und Akzeptanz für ihre Lebensweise gefördert wird ohne in ihre Privatsphäre einzudringen. Gleichzeitig gibt ihnen das die Gelegenheit auch Geldmittel zu verdienen, die sie beispielsweise für Medizin, Werkzeug oder Nahrungsmittel benötigen. Dass dies Geld auch für Alkohol, Satellitenfernsehen und andere Dinge ausgegeben werden kann ist richtig, aber darüber müssen die San selber entscheiden.

Ehe wir bei Usakos auf die B2 kommen nutzen wir die Möglichkeit unseres Hilux und suchen uns in einem trockenem Rivier einen schattigen Picknickplatz, um die letzten Vorräte zu verzehren.

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zuletzt bearbeitet 03. Aug. 2011
Themenstarter47 Beiträge · seit 201129. Juli 2011 · #39
15.7.11
Gestern Abend haben wir noch kurz vor Sonnenuntergang die Immanuel Wilderness Lodge ungefähr 20 km nördlich von Windhuk erreicht.

Um nach einer solchen Reise nicht von der Hektik einer Großstadt erschlagen zu werden (ich kannte ja Windhuk noch nicht 😄 ), hatte ich mich bei der Reiseplanung für die etwas außerhalb liegende Lodge entschieden und mit Stephan und Sabine haben wir dort auch sehr engagierte und nette Gastgeber.

Unseren Hilux müssen wir heute leider schon abgeben, denn zumindest bei ASCO beginnt jetzt die Hochsaison und damit steigt die Tagesmiete von € 88 auf € 137 und das wird uns zu teuer. Air Namibia hat aber erst ab Sonntag wieder die günstigen Tickets (ehe jetzt jemand nachfragt: obwohl ich nur Hochdeutsch rede und im Moselland aufgewachsen bin, anscheinend hat meine Geburt in Schwaben mich doch etwas geprägt), weshalb wir nun noch zwei richtig faule Urlaubstage verbringen müssen / können / dürfen.

Wir hatten gestern Abend noch das Auto komplett ausgeräumt und dabei auch die in den letzten Wochen in den Tiefen des Canopy verschwundenen Besteckteile wiedergefunden (der Reisverschluss der Picknicktasche war defekt). Alles ist also vollständig und kurz vor 10 Uhr tanken wir den Wagen an der neben ASO liegenden Tankstelle noch einmal auf (dort akzeptiert man übrigens auch die Kreditkarte und Diesel ist einen halben NAD günstiger als bei ASCO – mein Schwabentum kommt halt manchmal durch). Schon wieder verschwinden 90 Liter im Tank und ich rechne kurz nach, dass wir seit Outjo gut 830 km gefahren sind und der Durchschnittsverbrauch von 11 Liter/100 km passt.

Der Rückgabecheck bei der Autovermietung wird schnell erledigt. Außen wird nur auf Beulen und große Schrammen überprüft, dann einmal der Tank aufgefüllt (sie bekommen zwar noch einen Liter hinein, das wird aber als ok angesehen), einmal kurz ein Blick in den Canopy geworfen und das war’s. Wir erhalten unsere Kaution zurück und werden von einem Fahrer an unserem Wunschziel in der Stadt abgesetzt (bis raus zur Immanuel Lodge wird nicht gefahren, das hatte ich aber schon vorher per Mail erfragt).

Nun sind wir also wieder da, wo vor drei Wochen alles angefangen hat. Es ist genauso viel (oder wenig) los wie damals, nur die Temperaturen sind etwas freundlicher. Gelöst und mit viel Lachen können wir bei den Straßenhändlern die obligatorischen Kleinmitbringsel (ja, wir haben ein paar Nüsse mit Namen, natürlich auch ein Salatbesteck und verschiedene Armreifen – aber keine Holzgiraffe!) erstehen. Auf der ruhigen Terrasse des BALALAIKA (im Park unterhalb der Christuskirche) gibt es mal wieder eine Lunchpause und später den Cappucino auf dem Balkon des CRAFT CAFE in der Old Brewery, dort ist das NAMIBIAN CRAFT CENTER. In dem Craft Center gibt es neben den von uns schon gekauften Mitbringseln (wer nicht handeln kann oder will ist hier gut bedient – auf der Strasse geht es mit Geschick oder Glück etwas günstiger) auch viele originelle Schmuck- und Modedesigns aus dem südlichen Afrika.

Um 15:30 reicht es uns aber, die Stadt hat uns geschafft. Wir rufen uns bei Dial-A-Cab ein Taxi und sind froh, dass wir uns am Morgen gegen ein Abendessen in der Stadt entschieden haben und Stephan für uns stattdessen eines seiner leckeren Abendmenüs zaubert.

16.7.2011

Diesen Samstag haben wir nichts, aber auch rein gar nichts vor. Unsere Koffer können wir locker am Sonntag packen, denn das Taxi zum Flughafen holt uns erst um 16 Uhr ab und mit Stephan haben wir einen late-check-out verabredet.

Wir liegen also am Pool (zum Schwimmen ist uns das Wasser zu kalt), lesen und kommen endlich mal zum spielen.


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Manchmal kitzelt die Unruhe, aber ohne Auto geht hier nichts und mit NAD 230 pro Strecke ist das Taxi nach Windhuk auch kein Schnäppchen. Der Tag geht gemächlich vorbei und nach dem Sundowner auf unserer Zimmerterrasse geht es wieder zum Abendmenü ins Hauptgebäude.

Es sind noch immer kaum andere Gäste da und wir sitzen noch länger mit unseren Gastgebern zum Plausch in der Lobby. So klingt eine sehr vielfältige, interessante und auch sehr erholsame Reise langsam bei leckerem Rotwein aus (in diesem Zusammenhang eine Anmerkung: die Weine in der Lodge sind wirklich gut, allerdings auch deutlich teurer als wir es bisher in Namibia erlebt hatten).

17.7.2011
Unter leichten Verlusten (die mit Payback-Punkten bezahlte neue Tasche wird wegen defekter Nähte mit unserem Panzertape umwickelt) bekommen wir unsere Sachen wieder zusammengepackt und bleiben innerhalb der Gewichtsbeschränkung.

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Der Transfer mit Dial-A-Cab geht wieder problemlos (besonders praktisch: die Abrechnung geht über die Lodge, d.h. ich bezahle das Taxi einfach mit der Hotelrechnung) und auch Air Namibia ist pünktlich. Der Flieger ist nur schwach gefüllt und so hat jeder von uns genügend Platz um sich die Nacht zumindest etwas bequem auszubreiten.

Es ist nun Zeit für ein kleines Fazit:
- es hat viel Spaß gemacht, besonders mit dem campen
- man verbringt viel Zeit im Auto (mp3-Hörbücher sind hilfreich!)
- man braucht eigentlich kein 4x4-Auto, aber auf diesen langen Wegen ist er einfach bequemer und man sieht besser (also eine absolute Empfehlung dafür)
- beim campen haben wir uns immer sicher gefühlt (im Dachzelt vor Tieren und auf den Farmen vor eventuellen Überfällen)
- es ist kein Billigreiseland, aber auch nicht überteuert
- man sieht auf einer Reise sowieso nicht alles, von daher sollte man direkt mit kurzen Etappen planen
- wir hatten Dinge dabei, die zu viel waren:
o Iso-Matte (Dachzeltmatrazen waren ok)
o Wassersack (Tank war ja im Auto)
o Micropur (Wasserqualität ist in Namibia gut)
o MALARONE (für Mosquitos war es zu kalt, stand-by reicht)
o kurze Hosen (für die war es auch fast immer zu kalt)
- wir hatten Dinge dabei, die besonders praktisch waren:
o zusätzlich eigene Schlafsäcke
o Fleecedecken (auch für Abends auf dem Campingstuhl)
o BUFF und Mützen
o Infomaterial T4A-Karte, Iwanowski-Reiseführer und Thomas-Richter-Campingliste
o Prepaidkarte fürs Handy (MTC-Tango)
o genügend Ferngläser und zu viele Taschenlampen
o große Müllsäcke und mehrer mittelgroße Taschen zum organisieren im Canopy
o ein „Verdoppler“ für den Zigarettenanzünder
o ein Spannungskonverter 12 V / 220 V für den Zigarettenanzünder (power2go von Ansmann)
o FM-Transmitter für USB und i-Pod (bei ASCO für NAD 150)
o 12 Volt Leuchtstab
- uns haben Dinge gefehlt, die wir nächstes Mal mitnehmen:
o Fingerhandschuhe!!!
o dickere Jeans und/oder lange Unterhosen bzw. Strumpfhosen
o mehr Klamotten für das Zwiebelprinzip (mindestens zwei Pullover für übereinander plus Windjacke)
o längeres Kabel an dem 12 V Leuchtstab
zuletzt bearbeitet 29. Juli 2011
8'672 Beiträge · seit 201029. Juli 2011 · #40
Haha, Wolfgang der Schwabe! 😄 So ganz bekommt man das nicht aus dem Blut, gell??

Schade, dass der Bericht schon zu Ende ist - hättet Ihr nicht noch ein paar Tage mehr machen können? 😉

Interessant war der Bericht über das Living Museum, bzw. vorallem über die Reaktion Eurer Tochter. Generell halte ich solche Museen, wo bewusst ein Abstand zum tatsächlichen Leben gehalten wird, angebrachter als das "Reinplatzen" in den privaten Lebensraum. Ich finde das ehrlicher (und auch angenehmer für den Besucher) als dieses Schwanken zwischen Show und Wirklichkeit.

Schönes Wochenende - und viel Spaß beim Planen der nächsten Namibia-Reise 😉
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute