Schlamm und Sand satt - Selbstfahren in Botswana

62 Antworten · 21,7k Aufrufe · gestartet 03. Juli 2011 von Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200603. Juli 2011 · #1
Ihr Lieben,

nun kommt auch der Anfang unserer diesjährigen Reise nach Botswana - ich hoffe, er gefällt Euch. Und los geht's:


Reisebericht Botswana 27.03. – 11.04.2011

Flug mit Air Namibia: Frankfurt – Windhoek – Maun und zurück
Selbstfahrer mit 4x4 Hilux SingleCab über Budget
Lodges/ Camps:
Thamalakane Lodge, Maun
Sango Camp, Khwai Concession
Camp Kalahari, Makgadikgadi Pan
Nxai Pan Camp (Kwando), Nxai Pan
Meno A Kwena, Makgadikgadi Pan


Knapp 12 Monate nach unserem letzten Besuch in Botswana, der seinerzeit aber aus einer reinen Fly-In-Safari bestand, kommen wir in dieses Land zurück. Selbst fahren wollen wir, all meinen Sorgen über schlechte Straßen, überschwemmte Wege und Sandpisten zum Trotz. Zu einem Satellitentelefon konnte ich im Vorfeld meinen Mann nicht bringen und unser Reiseberater tröstete mit den Worten: Innerhalb von 24 Stunden hole ich Sie überall heraus! Ende März ist die Regenzeit weitestgehend vorbei, außer im Moremi müssen Sie sich wenig Gedanken machen – Ihr Gatte fährt doch alles, was Reifen hat!! Na, wird schon schief gehen.😊

Nach Frankfurt fahren wir wie die letzten Jahre mit der Bahn. Wir haben es aufgegeben, einen Transferflug zu buchen. Die sind zwischen Berlin und Frankfurt eh sehr teuer, viel Zeitersparnis bringt es auch nicht und das Ein- und Auschecken der Koffer dauerte bei unseren zwei Versuchen ewig. Dieses Mal kommen wir nämlich mit Koffern, sonst haben wir bei 14 Tagen nur Handgepäck gehabt. Dank Businessclass kann man ja auch etwas mehr mitnehmen und Wäsche lassen wir vor Ort waschen. Wäschedienst in Afrika in Anspruch zu nehmen, wird oft kontrovers diskutiert, wir gehören zur Fraktion, die meint, dass man damit den Mitarbeitern ein zusätzliches Einkommen ermöglicht. Wir nehmen sonst nur für sechs, sieben Tage Kleidung mit, die dann regelmäßig gewaschen wird. Funktionierte bislang wunderbar, doch in diesem Jahr ist die Kleidung nicht der Grund für die mitgenommenen Koffer, sondern das technische Equipment – unser neues Stativ ist zwar zerlegbar, aber weiterhin bleischwer. Die Ladekabel fürs Auto und die Unterkünfte (Filmkamera, zwei Fotokameras, Handys, IPod usw.) müssen ebenso mit wie unzählige Bestimmungsbücher für Tiere, drei Reiseführer, zig Karten. Letztere könnten für Micha zuhause bleiben, er ist vollends zufrieden mit unserem Navi. Wir hatten unser Zeug schon in unsere Handgepäckstaschen verstaut, aber nicht einmal wir trauten uns, damit bei Air Namibia auf den Hof zu reiten. Wenn wir auf dem Rückweg aber immer andere Touristen mit gigantischen Trommeln, Giraffen und Keramikpötten sehen, frage ich mich im Nachhinein stets, wieso ich mir eigentlich einen Kopf gemacht habe… 😮

Der Service bei Air Namibia war gut, dass Essen kein Highlight, aber dafür sind wir ja auch nicht an Bord. Ich kämpfe mit meinem offensichtlich defekten Head-Set, leider gibt’s nur auf einer Seite etwas zu hören, Ersatzteile sind wohl nicht vorhanden. Egal, meinem Ritual Wein, Essen, Wein, erste 30 Minuten irgendeines besonders langweiligen Films angucken und dann schlafen…. Mein Mann schläft im Flieger fast nie und bekommt so wie immer den Auftrag, mich über Etosha zu wecken. Ich wache erst kurz vor der Landung auf, Etosha war aber auch nicht zu sehen, zu früh, zu dunkel – sehr schade.

Von Windhoek geht es weiter nach Maun. Der Flieger ist sehr pünktlich und wir landen wie geplant in Maun. Dort werden wir in Empfang genommen und das Auto übergeben. Während ich Geld hole, inspiziert Micha das Fahrzeug. Wie so oft bei Budget, hat die Bu-chung des zweiten Ersatzreifens nicht geklappt. Die Buchung haben sie zwar, einen zweiten Reifen aber nicht. 😗 Vom Profil der Reifen sind wir nicht überzeugt, die sind sehr stark runtergefahren, wenn auch 4x4 Reifen. Heute geht es nur noch rund 15 km in die Tha-malakane Lodge, wenn es gar nicht geht, kommen wir morgen früh halt weiter. Micha will die Sache zwar gleich klären, aber die Budget-Chefin ist zurzeit unterwegs. Also vereinbaren wir, dass wir uns am nächsten Morgen melden und Budget bis dahin klärt, was mit dem zweiten Ersatzreifen ist.
Wir werden im Verlauf der Reise noch feststellen, dass wir alle vier Reifen werden wechseln lassen müssen. Schon als wir das Auto besteigen, wissen wir, dass ein SingleCab keine besonders gute Wahl war. Hinter den Sitzen ist zwar etwas Platz, für Fotorucksack, Wasserkanister, Jacken usw. reicht es aber kaum. Daher kommt das meiste zu mir in den Fußraum. Dafür ist im Laderaum unendlich viel Platz für unseren Koffer und zwei Taschen. Später wird Micha immer eine Vollbremsung machen, wenn wir irgendwo ankom-men und an unser Gepäck ranmüssen. Anderenfalls krabbelt man nämlich ganz schön im Wagen rum, um überhaupt an die Taschen zu gelangen. 😉 Hier mal eine Impression unseres Fahrzeugs:



Maun ist ja sehr übersichtlich, auf dem Weg in die Thamalakane Lodge halten wir noch an einem Spar und decken uns mit 30 Litern Wasser, ein paar Keksen und Peaceful Sleep ein. Im Supermarkt ist wenig los und sehr schön klimatisiert. Micha ist beim Auto geblieben und ich beneide ihn nicht, dass er jetzt draußen in der Hitze sitzen muss. Wir verstauen die Einkäufe in dem winzigen Bereich hinter unseren Sitzen und stapeln die 5-Liter-Kanister Wasser. Bei der Hitze werden wir wohl bald wieder Wasser besorgen müssen. Wir sind überrascht, wie schwül es ist und freuen uns auf die Dusche in unserer ersten Unterkunft.

Thamalakane liegt wunderschön am gleichnamigen Fluss http://thamalakane.com/ . Die Steinchalets sind relativ nah beieinander, gehört haben wir die Nachbarn aber dennoch nicht. Die Einrichtung ist nicht so luxuriös, aber zweckmäßig. Wir hatten zum Anfang un-serer Reise hier eine Nacht gebucht, bevor es am nächsten Tag in die private Khwai-Konzession gehen sollte. Nach drei Tagen dort würden wir hier noch einmal für eine Nacht unterkommen.







Während wir duschten und uns auf einen schönen Begrüßungswein auf der Terrasse freuten, zog es zu und dann kam eines der schönsten Gewitter der Welt herunter.



"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
8'054 Beiträge · seit 200803. Juli 2011 · #2
Hallo Sanne,

Dein Bericht kommt gerade richtig!B)

Bin nämlich auch bald in Botswana. Die Thamalakane werde ich auch besuchen.:)

Freue mich schon auf die Fortsetzung. Hoffentlich habe ich Zeit alles zu lesen bevor ich abfliege.......😜

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200603. Juli 2011 · #3
Hallo Annick,

wann fliegt Ihr? Ich gebe mir alle Mühe, zeitig fertig zu werden! Thamalakane hat uns gut gefallen - die ungeraden Chaletnummern sind noch etwas näher am Wasser, die anderen etwas zurückgesetzt, da guckt man eben auch ein wenig auf die Nachbarhäuser - oder campt Ihr?

Dann muss ich gleich mal gucken, ob Ihr Eure Route eingestellt habt. Das Lesen ist ja immer ein bisschen wie selbst dort sein... 😉

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200603. Juli 2011 · #4
Fortsetzung:

Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei und ist war wieder heiß und schwül. Bewaffnet mit Wein von der Bar und viel Wasser genossen wir die Aussicht von unserem Chalet aus. Vögel zogen vorbei, es war unglaublich ruhig. Wir entscheiden, früh zu essen und dann noch etwas Sterne zu gucken – alt werden wir heute wohl nicht. Im Barbereich bestellen wir einen Sundowner und bestellen für das Dinner. Uns gefällt es gut, dass man zunächst bestellt, in Ruhe noch seinen Drink schlürft und Bescheid bekommt, wenn das Essen so-weit fertig ist. Auf der großen Terrasse der Lapa sind die Tische sehr hübsch eingedeckt und der Service ist unaufgeregt, gut geschult und sehr freundlich. Das Essen war ausgezeichnet und mehr als reichlich. Da ich Butternut-Suppe so gern esse, musste es diese Vorspeise sein, den Hauptgang hätte ich nicht mehr ordern müssen, ich war nach der Suppe schon pappsatt. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen, liefen zu unserem Chalet zurück und guckten noch etwas Sterne. Wir sind aber so müde, dass wir doch schnell in die Federn springen. Morgen geht es in den Moremi und das Abenteuer „Tiere gucken“ kann in die nächste Runde gehen.


3 Nächte Sango Camp/ Khwai Concession

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir doch länger geschlafen haben, als wir ge-plant hatten. Aber wir würden ja noch oft vor Sonnenaufgang aufstehen, da können wir heute ruhig faulenzen. Wir frühstücken schnell, packen unser Zeug und schicken noch schnell ein paar Emails an Freunde, Familie und Büro. Thamalakane verfügt über einen Internetzugang plus Computer, den die Gäste benutzen dürfen. Eigentlich ist dies wohl kostenpflichtig, auf unsere Nachfrage wurde aber nur lachend mit dem Kopf geschüttelt. So haben wir ein kleines Trinkgeld an der Rezeption hinterlassen. Ein paar Tage später würden wir für den Internetzugang noch sehr dankbar sein!

Anfangs ist die Straße in den Moremi noch asphaltiert. Nach nur wenigen Kilometern ist mein Mann ungehalten, das hatte er sich nun doch ganz anders vorgestellt. Was soll er bei solchen Straßen mit 4x4? Die Entscheidung, zunächst nichts mit den Reifen zu veran-lassen, erscheint uns gerade die richtige gewesen zu sein. Es wird sich später herausstel-len, dass dies ein Fehler war! Die Beschilderung erfordert kein Navi, Micha nutzt es daher, um zu schauen, ob der Tacho richtig anzeigt. Ich gucke begeistert aus dem Fenster, die Hinweise für Farmeinfahrten in Form von Plastikstühlen an Bäumen finde ich herrlich. In Maun und Umgebung scheint es von Eseln nur so zum Wimmeln. Leider sieht man viele mit zusammengebundenen Läufen, so dass die armen Tiere nur hüpfen können. Ich dachte immer, Esel würden nicht weglaufen. An den Straßenrändern sitzen überall Menschen und bieten Ware feil: Obst, Gemüse, Holz! Schade, dass wir davon so gar nichts brauen, wir werden ja nur in Camps und Lodges übernachten und uns nicht selbstversor-gen.

Und dann wird die tolle asphaltierte Straße doch endlich zur Piste! Eine fahrerische Her-ausforderung ist es noch nicht, aber Micha wird zunehmend guter Dinge, dass sich das noch entwickeln kann. Kurz vor dem Gate zum Moremi NP, den wir nur queren, um am anderen Gate ihn wieder zu verlassen und in die Khwai Konzession zu fahren, sehen wir die ersten Giraffen. Und in diesem Urlaub werden wir unglaublich viele Chamäleons sehen dürfen, was uns sehr freut, denn die hatten wir bislang nur ein einziges Mal in Südafrika. Also gibt’s hier nicht nur Esel.



"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2011
8'054 Beiträge · seit 200803. Juli 2011 · #5
Hallo Sanne,

Abflug ist am 26. Juli 2011!B)

Wenn Du so tüchtig wie bis jetzt bist, werde ich den Bericht fertig lesen können!😄

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200603. Juli 2011 · #6
Von Maun bis zum South Gate des Moremis brauchen wir bei gemächlicher Fahrt etwa 2 Stunden, dann sind es bis zum North Gate nur rund 30 km und noch einmal vielleicht 15 km bis zum Sango Camp. Insgesamt werden wir für die überschaubare Strecke über 5,5 Stunden reine Fahrzeit benötigen. Daran sind nicht nur die Wild Dogs auf der Strecke schuld, der Weg zwischen den Gates ist teilweise sehr sandig, aber vor allem dank der vielen Regenfälle der letzten Wochen völlig verschlammt. Über weite Ecken ist überhaupt nicht erkennbar, wie tief die teils mehrere Meter langen Wasser-/Schlammlöcher sind. Doch in der Regel sind diese auch weiträumig umfahrbar, viele Alternativstrecken sind von anderen Fahrern hier angelegt worden.
In Bezug auf „andere Fahrer“ stelle ich am Gate fest, dass die letzten „Einreisenden“ vor drei Tagen hier erschienen sind. 🤩 Der nette Mensch an der Rezeption warnt noch einmal, vorsichtig zu fahren, Moremi hätte zurzeit sehr viel Wasser. Wir nehmen uns das zu Herzen und fahren entsprechend vorsichtig. Doch die Fahrt geht gut und die Schaukelei, die vielen Wasserquerungen machen zunehmend richtig Spaß. 😉

Zu Beginn sehen wir nur sehr wenige Tiere, allerdings sind wir auch vor allem auf die Straße konzentriert. Ein Elefant quert zügig den Weg, zwischen den Büschen erahnen wir später Kudus. Nach einer ganzen Weile bemerke ich eine Bewegung auf meiner Autoseite, wir halten an und stellen fest, dass unser Fahrzeug einen enormen Bremsweg hat. Als Micha zurücksetzt, sehen wir sie: Wild Dogs. Nicht unsere ersten, aber die ersten, die wir sichten. Da kommt dann bei uns doch Stolz auf! Das Pack von sieben Tieren döst im Schatten, nur gelegentlich bewegt sich ein Ohr oder der Schwanz. Natürlich machen sie uns nicht die Freude, näher an uns heranzukommen, aber wir stehen ja auch voll in der Sonne. Wer will da freiwillig schon hin? Da wir so begeistert sind, diese seltenen und scheuen Tiere selbst erspäht zu haben, beobachten wir sie mehr als 1,5 Stunden, machen aber erstaunlich wenige Bilder. Ein paar sind es dann aber doch geworden. Was für ein wunderbarer Beginn unserer Reise!





Wir queren den Khwai River, um ins Khwai Village zu gelangen, die Brücke finde ich sehr abenteuerlich, aber sie fuhr sich erstaunlich gut. Die uns überlassene Anfahrtsbeschreibung des Sango Camps ist bestenfalls ungenau. Hinter einem Stuhl als Markierung auf der rechten Seite (es gibt unzählige) soll ein kleiner Nebenweg abgehen. Hinweisschilder suchen wir vergeblich, doch Michas Navi leistet uns gute Dienste. Wir orientieren uns also an einem kleinen roten blinkenden Punkt (wir), der sich in richtiger Himmelsrichtung wieder auf den Fluss zubewegt. Im schlimmsten Fall sollten wir jemanden im Dorf fragen, aber als wir dort ankamen, war wohl eher Siesta-Zeit. Aber wir haben es ja gefunden.



Die Lage des Sango Camps http://sangosafaricamp.com/ und die Zelte sind sehr schön. Der Blick auf den Fluss, der eher Ähnlichkeit mit einer schmalen Savanne hat, den Wasser kann man gar nicht sehen, ist wirklich zauberhaft. Die Zelte sind nicht allzu geräumig und leider recht nah beieinander. Wir haben uns sehr netten, französischen Nachbarn mehr als deutlich gehört. Und hört man erst die Toilettenspülung im Nebenzelt, bleibt wenig Raum für Spekulationen, wie es wohl umgekehrt wäre. 😗







Im Sango Camp gibt es Eimerduschen. Wir kannten das bislang nicht und sind gespannt, wie das wohl funktionieren wird. Kaltwasser ist aber permanent vorhanden, nur Heißwasser wird über Eimerduschen bereitgestellt. So ein 15 Liter Eimer ist schnell geleert, bei langen Haaren sowieso. Kurzhaarige sind hier eindeutig im Vorteil. Micha beim Duschen nach mir hatte stets kaltes Wasser. Das Prinzip der Eimerduschen sehen wir in diesem Urlaub häufiger – meiner Meinung nach etwas, auf das wir gern verzichten würden. Sango hatte hier den Vorteil, dass wenigstens kaltes Wasser immer vorhanden war. Das geht zur Not ja auch.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200603. Juli 2011 · #7
Beim späten Lunch lernen wir zwei weitere Touristen kennen, die hier schon seit zwei Nächten sind, bislang aber nur wenige Elefanten gesehen haben, Raubtiere leider keine. Aber die Vogelwelt sei hier wundervoll und darauf freuen wir uns auch schon. Das Essen im Sango Camp war die drei Tage und Nächte sehr gut, abwechslungsreich und lecker. Der Service war sehr nett. Vor allem Joseph war hinreißend, er strahlte immer über das ganze Gesicht, wenn wir in sein Blickfeld gerieten. Er ist offenbar überzeugt, dass wir unendlich viel essen können und noch mehr trinken wollen. Immer wenn wir bedauernd ablehnen, lächelt er hoffnungsvoll und fragt: „but tomorrow you are feeling better?“.;) Es gelingt uns nicht, ihn zu überzeugen, dass wir nicht krank sind, aber eben auch nicht nach Hause gerollt werden wollen. 😗

Der Game Drive findet später in der Khwai Konzession statt. Wir sehen wirklich sehr viele schöne Vögel, die Landschaft ist wunderbar. Es ist affig warm, aber der Fahrtwind macht die Hitze erträglich. Elefanten sehen wir auch, die können wir auch nicht oft genug sehen. Das Licht, die Farben, der Geruch der „Wildnis“ – all das umfängt uns und lässt uns nicht los. Wir sind endlich wieder in Afrika, endlich wieder auf einem offenen Fahrzeug und genießen es ungemein. Der Sundowner mit dieser Kulisse ist ein wirkliches Highlight. Unsere deutschen Mitfahrer sind unglaublich angenehme Begleiter. Beide haben sich eher den Vögeln verschrieben und helfen uns bei der Bestimmung. Den Rest der Fahrt sind sie ruhige Zeitgenossen, das werden wir später noch schmerzlich vermissen.

















Unser Guide wirkt angeschlagen, später wird er uns mitteilen, dass am nächsten Tag andere Guides von einem befreundeten Camp seinen Platz einnehmen werden, da seine Malaria ihn ins Bett zwinge. Ich bin entsetzt, dass der arme Kerl noch am Essen teilnimmt, obwohl er nichts zu sich nimmt. Er sitzt da nur, damit wir uns unterhalten fühlen. Wir bitten ihn eindringlich, sich auszuruhen. Da die anderen Deutschen am nächsten Tag eh früh abreisen und am Game Drive nicht teilnehmen werden, bitten wir an, diesen ganz ausfallen zu lassen. Diesbezüglich ist mit dem Guide aber nicht zu reden. Der Ersatz für ihn käme erst am Nachmittag, also würde er uns fahren. Außerdem ginge es am nächsten Tag in den Moremi.







Am nächsten Tag sieht Judge noch schlechter aus als am Vortag. Ich finde es unverantwortlich, dass er überhaupt aufgestanden ist. Micha gegenüber mokiere ich mich über das Ausnutzen von Arbeitskräften. Später lerne ich, dass Judge nicht nur Guide, sondern Mitinhaber ist. Mein schlechtes Gewissen sitzt dennoch tief.

Im Moremi sind die meisten Nebenwege geflutet, da es in der Nacht ausgiebig geregnet hat. Eigentlich macht es wenig Sinn, hier überhaupt herumzufahren. Es ist auch mit dem Geländewagen des Camps kaum vernünftig durchzukommen. Unserem Guide tut es leid, dass wir so wenige Tiere sehen. Dabei sehen wir meine Lieblingsantilope. Kudus kann es für mich gar nicht zu viel geben. Außerdem sehen wir viele schöne Vögel und sind vollauf mit der für uns sehr mühsamen Bestimmung beschäftigt. Ich hoffe inständig, dass das bald besser wird. Außerhalb der Greifvögel sind wir leider absolute Laien.

















Der Guide ist inzwischen so von der Malaria gepackt, dass ihm der Schweiß schon vom Gesicht läuft. Wir verlangen die Rückkehr. Wir sind beide nicht bereit, fröhlich Tiere zu gucken, während er sich so quält. Dieses Mal widerspricht er nicht. Wir kehren ins Camp zurück und genießen den Brunch. Danach haben wir eine Verabredung mit der Eimerdusche und Micha mit viel kaltem Wasser.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2011
754 Beiträge · seit 201004. Juli 2011 · #8
Hi Sanne,

und wieder einmal kommen mir die Bilder so vertraut vor 🙂

Die Thamalakane Lodge haben wir Im September 2008 kennen gelernt, damals
war sie gerade frisch renoviert.
Wir hatten spannende Augenblicke in der Dusche, denn als wir wieder
hinaus wollten, hatten wir große Schwierigkeiten die Tür zu öffnen.
Naja, irgendwie haben wir es doch geschafft.
Als wir dort waren fand ich es wirklich wunderschön auf der Bank vor
dem Chalet zu sitzen, die Fischer auf dem Fluss zu beobachten und die
herrliche Ruhe zu genießen. Ja, ja, lang ist es her

Sango haben wir vor 8 Wochen besucht. Natürlich haben wir auch Judge (den
Manager) und Face (seinen Bruder) kennen gelernt. Es tut mir leid für
Judge dass es ihn "erwischt" hat.
Uns hat Sango ebenfalls sehr gut gefallen. Wart ihr auch beim Hyänenbau ? Haben sich
die Kleinen gezeigt ? Und wie das ist wenn man die Wild Dogs sieht kann ich auch
sehr gut nachvollziehen. Ich habe letztes Jahr auch relativ wenige Fotos gemacht
weil ich den Hunden einfach nur zugesehen habe.
Camp Kalahari und Nxai Pan Camp kenne ich zwar (noch) nicht, aber ich bin gespannt
was Du über Meno a Kwena schreibst.
Danke erst einmal 😛
viele Grüße
Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
8'681 Beiträge · seit 201004. Juli 2011 · #9
Hallo Sanne, toller Bericht schon wieder! Wann schläfst/arbeitest/isst Du eigentlich? 😉

Ja, die Kudus - ich finde das Verhältnis "Ohren/Kopf" einfach sensationell - irgendwie hab ich immer ein Grinsen im Gesicht, wenn ich die sehe. Das eine Foto der Beiden im Halbschatten gefällt mir besonders gut....

Na, es wird ja bald weitergehen mit Deinem Bericht, ich werf mal ne Maschine Wäsche an und schau dann wieder hier rein 😗

Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
2'460 Beiträge · seit 200604. Juli 2011 · #10
Hallo Sanne,
bin gerade mit deinem anderen Bericht fertig geworden und schon geht es weiter- toll. 😁
Ich schließe mich Champagner an mit der Frage, wie du das alles zeitlich schaffst 🤩

Die Eimerdusche hat uns auf unserer mobilen Campingsafari damals sehr gut gefallen, das Wasser wurde während der Fahrt im Tank auf dem Dach durch die Sonne aufgeheizt und war dann angenehm warm. Darüber hinaus war ich erstaunt, mit wie wenig Wasser ich trotz Haare waschen und duschen ausgekommen bin, ich war sehr sparsam- hatte nämlich Angst, mit einshampoonierten Haaren dazu stehen und kein Wasser mehr zu haben 😄 So hat es sogar noch für Christian gereicht.

Freue mich schon auf die Fortsetzung.
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
8'681 Beiträge · seit 201004. Juli 2011 · #11
chrissie schrieb:
Ich schließe mich Champagner an mit der Frage, wie du das alles zeitlich schaffst 🤩
Genau - ich brauch nämlich alleine zum Hochladen der Fotos ca. 2 Stunden pro Tagesbericht (vom Tippen und Fotosaussuchen will ich mal gar nicht reden...). Was mach ich falsch??? 😵
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200605. Juli 2011 · #12
Ihr Lieben,

vielen Dank für Euren netten Kommentare. Manchmal arbeite ich auch, habe aber das Glück, dass meine Arbeitszeiten sehr flexibel sind 😉

Ich hatte gehofft, gestern und heute noch etwas mehr liefern zu können, aber dieses Mal musste ich dann doch dem Job den Vorrang geben.

Wir sind jetzt erst mal für ein paar Tage auf Städtetour in Budapest... Anfang nächster Woche gehts dann aber bestimmt weiter.

Mit dem Hochladen der Bilder geht das bei mir eigentlich ganz gut. Mein Weg ist vielleicht nicht der schnellste, aber supereinfach. Ich verkleinere unsere Riesen-Bilder mit tinypic und lade sie dann bei picr.de hoch. Links in den Text kopiert - fertig!


Viele Grüße
Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200611. Juli 2011 · #13
Der Kurztrip nach Budapest war superschön! Die Stadt empfehlen wir gern weiter! Da ich aber bis Ende der Woche mit meinem Bericht fertig werden will, gehts jetzt mit Botswana weiter! 😉

Um die Mittagszeit reist eine Gruppe Franzosen an. Die drei Paare sind ein Erlebnis für sich, die Damen sind durchweg elegant mit hochhakigen Pumps und Kleidchen bekleidet, die Herren bilden einen schmucken Kontrast, da sie vollständig in Safari-Klamotten anreisen. Leider trägt niemand einen Tropenhelm, das Bild wäre perfekt gewesen. 😛 Die sechs werden sich als erstaunlich laut entpuppen, die Männer sprechen gut Englisch und sind sehr kommunikativ, die Damen weniger. Aufgrund der Erkrankung unseres Guides werden wir uns die nächste Zeit bei den Game Drives regelmäßig sehen und zunehmend weniger mögen.
Nachmittags kommen dann auch die Ersatzguides an. Die beiden sind freundlich und offenbar als Guides sehr erfahren, aber mit der Gegend nicht vertraut. Von einem werden wir lange annehmen, er sei stumm, der andere ist erfreulich gesprächig. Unsere Überraschung ist groß, als wir feststellen, dass wir tatsächlich mit acht Personen auf einem Fahrzeug sitzen werden. Das hatten wir in all unseren Urlauben noch nie, liegt aber wahrscheinlich daran, dass unser Guide ja ausfiel.

Unsere Franzosen sind während des Game Drives permanent am quasseln. Ich rede ja nun selbst gern und viel, aber selbst ich möchte Afrika eigentlich gern in der Stille genießen und während einer solchen Fahrt meinen Gedanken nach hängen oder in die Gegend starren. Die Damen haben sich aber unendlich viel über den beruflichen Werdegang ihrer Kinder zu erzählen und ich verfluche, dass mein Französisch zu gut ist, um es zu überhören. Von einem der Männer lernen wir, dass er seit Jahren ein Weingut in Südafrika be-treibt und ansonsten seine freie Zeit mit der Trophäenjagd verbringt – das ist ja genau das, was wir als Klischee eingewanderter Europäer im südlichen Afrika so lieben… 😗 Nachdem ich beim Sundowner meinen Mut und meine französischen Brocken zusammennehme und bei den Franzosen um Verständnis bitte, etwas leiser während der Game Drives zu sein, da ich doch filme….😈 sinkt die Stimmung auf den Tiefpunkt, zukünftig geht die Konversation über Guten Morgen und Auf Wiedersehen nicht hinaus. Dafür sind sie erstaunlich ruhig während der Fahrt.

Die Tiere halten sich während der Fahrt vornehm zurück, entschädigt werden wir aber mit unglaublich schöner Landschaft, Sonne im Gesicht und die wunderbaren Gerüche Afrikas. Die Wolkenbildung fanden wir an diesem Tag besonders schön.















Beim Abendessen waren wir die einzigen, die sich mit den Guides unterhielten. Die Franzosen sind mehr mit sich beschäftigt, allerdings haben wir sie wohl auch vor den Kopf gestoßen. Relativ zeitig sind wir zu unserem Zelt aufgebrochen zum Sterne gucken. Wein hatten wir uns von der Bar mitgenommen, sehr lange haben wir dann aber doch nicht draußen gesessen – mir ist es einfach zu dunkel, um entspannt dort zu sitzen, da wir all die Nächte in unmittelbarer Umgebung (so erschien es uns zumindest) Geräusche von Elefanten zu hören waren – so tapfer sind wir dann wohl doch nicht. 😊
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200611. Juli 2011 · #14
Am nächsten Morgen brechen wir wie stets zum Morning Drive sehr früh auf. Zuvor gibt’s am Lagerfeuer bei aufgehender Sonne wunderbaren Five Roses Tea und leckere Muffins. Leider müssen wir verspätet aufbrechen, eines der französischen Paare bestand auf heißem Wasser für eine morgendliche Dusche. Das Wasser musste natürlich erst gebracht werden (Eimer Duschen), das dauert halt. Die zwei haben sich zig Mal entschuldigt, das Prozedere hatte man ihnen wohl eingangs nicht erläutert.

Die Wege im Moremi sind weitestgehend geflutet. Dort, wo das Wasser nicht in riesigen Pfützen steht, gibt es nur Matsch. Nachts hatte es ergiebig geregnet. Mir kommt das erste Mal der Gedanke, dass wir morgen ja zurück nach Maun fahren und die Frage stellt sich, ob die Fahrt durch den Moremi ähnlich katastrophal wie unser Game Drive wird. Unsere Guides fahren sich nämlich fest. In der beginnenden sengenden Hitze suchen sich nach kleinen Ästen und Baumstämmen, um damit das Fahrzeug zu stabilisieren, so dass ein Aufbocken gelingen kann. Das Zugucken war sehr lehrreich. Ich hatte mich auf stundenlanges Festsitzen eingestellt, doch die Übung der Guides ließ es zu, dass wir bereits nach 30 Minuten wieder frei waren. Micha und ich beschließen, bei einer ähnlichen Situation vorher auszuknobeln, wer nach Ästen suchen muss und wer das Fahrzeug bewachen würde. Micha versucht mich zu beruhigen, dass das morgen schon gut gehen wird, schließlich fährt er schon EWIG Auto, LKW und Motorrad. So alt ist er gar nicht, denke ich im ersten Moment – ewig ist was Anderes. Dann stimme ich ihm doch zu, denn wie in all unseren Ehejahren ziehe ich ihn zu gern damit auf, dass er schließlich noch ABBA live gesehen hätte, ich kenne die ja nur im Rahmen von Oldie-Shows. 😛 Micha zieht sein Angebot, die Funktionen „Holz suchen und Auto bewachen“ auszuknobeln, wieder zurück! Aber für den Moment denke ich nicht an unsere Fahrt morgen. Was auch daran liegt, dass wir tatsächlich mehr durch Zufall einen Leoparden sehen, der sich durchs Unterholz schleicht und duckt – offenbar auf der Jagd, die dazugehörenden Antilopen sehen wir kurze Zeit später auch. Was für eine Ausbeute! Ach, Katzen gucken ist doch das schönste!




















Unsere Guides verlieren kurz die Fassung, als eine der Französinnen mit „Miez Miez“ versucht, den Leoparden anzulocken. Das unterbinden sie dann doch sehr rasch. Um die Jagd nicht weiter zu stören, fahren wir weiter. Es ist eh Zeit, ins Camp zurück zu kehren. Dort genießen wir einen leckeren Brunch und faulenzen die nächsten Stunden.

Unser Nachmittags-Drive ist vergleichsweise unspektakulär. Da die Guides die Gegend zu wenig kennen, fahren sie die gleichen Wege wie in den Game Drives zuvor. Das ist natürlich etwas schade, aber den beiden kann man ja kaum einen Vorwurf machen. Unsere 10er Gruppe geht sich zunehmend auf den Geist. Wir mussten wieder 30 Minuten warten, bis der Game Drive starten konnte, da irgendjemand wieder eine Dusche wollte und zu spät das heiße Wasser bestellt hat.😠 Mein Mann ist genervt und fasst das auch in Worte – die Reaktion besteht aus eisigem Schweigen seitens der Franzosen. Ich kann das ganze eigentlich gar nicht verstehen, so schwer ist das mit den Eimerduschen ja nun auch wieder nicht. Ähnliche Spannungen auf einem Fahrzeug hatten wir bislang auch nicht, wir hoffen, das wiederholt sich nicht. Irgendwie leidet der Spaßfaktor ja doch erheblich. Der Sundowner fiel dann entsprechend kurz aus, auch die Guides gaben es auf, die Franzosen in ein Gespräch zu verwickeln, die Damen waren einfach zu unkommunikativ. Ein paar Tiere und schöne Landschaft gab es dennoch zu sehen. Und wir waren riesig begeistert, einen Serval zu sehen. Leider gehört dieses Tier zu denen, die sich uns immer nur in flüchtigen Momenten zeigen.
Aber wie heißt es so schön: Wir brauchen viele Jahre bis wir verstehen, wie kostbar Augenblicke sein können. (Ernst Ferstl).





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zuletzt bearbeitet 11. Juli 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200611. Juli 2011 · #15
Fazit Sango Camp:
Die Unterkunft hat uns gut gefallen, die Lage ist sehr schön. Der Service war nett, unkompliziert und sehr freundlich, das Essen gut. Die Eimerduschen mochten wir nicht so gern, uns erschloss sich nicht, wieso immer jemand Eimer durch die Gegend schleppen musste, wenn warmes Wasser auch über Solarkollektoren hätte erreicht werden können. Da es aber durchgängig kaltes Wasser gab, waren wir sehr zufrieden.
Bei uns war während des Aufenthalts im Sango Camp dennoch irgendwie der Wurm drin. Vielleicht lag es daran, dass unser Guide erkrankte und die Ersatzguides sich natürlich nicht so gut auskennen konnten, eventuell lag es auch daran, dass die französische Gruppe schwieriger war als uns lieb war.
Eigentlich konnten wir über nichts meckern und dennoch war es nicht der Traum-Aufenthalt, den wir uns ausgemalt hatten. Wir hatten wohl einfach Pech, was wir sehr bedauern. Es war nichts richtig schlecht, aber auch nichts richtig begeisternd. Daher passte für uns das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht so ganz, auch wenn wir das eher auf die äußeren Umstände als auf das Camp selbst bezogen.
Würden wir das Sango Camp weiterempfehlen? Ja, würden wir, denn wir haben davor und danach nur begeisterte Stimmen gehört und nehmen daher an, dass unser Aufenthalt eher die Ausnahme von der Regel war.

Da morgen meine Mutter ihren 70. feiert, gehts erst Mittwoch weiter! Liebe Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
754 Beiträge · seit 201012. Juli 2011 · #16
Hi Sanne,

schade, schade. Ich hatte ja schon erwähnt dass wir das Sango Camp und seine Guides
Judge und Face nur in bester Erinnerung haben. Allerdings waren wir am ersten Tag
ganz allein auf den Gamedrives und die nächsten Tage mit 2 Begleiter(inne)n, die
genauso wie wir die Natur und die Tiere genießen wollten.
Aber wir wissen sehr gut wie es ist mit den falschen Leuten im Wagen zu sitzen.
Ich kann mich noch an zwei deutsche Ehepaare erinnern, die während eines Gamedrives
hauptsächlich über ihre aktuellen Krankheiten und Krankenhausaufenthalte diskutierten.
Natürlich hatte jeder der vier die schlimmste Krankheit.
Und das alles während wir die Spur eines Leoparden aufgenommen hatten !!!
mitfühlende Grüße
von
Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
5'479 Beiträge · seit 200912. Juli 2011 · #17
Warum habt Ihr Eure Gamedrives nicht auf eigene Faust gemacht, anstatt Euch mit den Franzosen rumzuärgern? Das passende Auto hattet Ihr diesmal doch dabei.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200613. Juli 2011 · #18
@ Walter: Wir haben in all den Jahren eigentlich eher gute Erfahrungen mit anderen auf den Game Drives gemacht, vielleicht war es Zeit, etwas Anderes zu erleben 😉 Die Franzosen hatten insgesamt wohl einfach eine andere Erwartungshaltung oder eine andere Vorstellung von den Game Drives als wir. Dennoch war es insgesamt ein schöner Aufenthalt im Sango Camp

@topobär: Das ist ein wirklich wunder Punkt, den Du da ansprichst. Mein Mann war sehr schnell der Meinung, wir sollten selbst rumfahren. Nach unserer Anreise und den durchgeführten Game Drives hatte ich aber schon etwas Sorge, wenn ich an die Schlamm-/Wassermassen dachte, die uns in Moremi umgaben. Nachdem sich unsere eigenen Guides im Schlamm festgefahren hatten, war über "Selbst fahren" mit mir so richtig nicht mehr zu reden - im Nachhinein war das aber vielleicht doch ein Fehler...

Morgen gehts weiter mit "wir verlieren beide Nummernschilder bei der Querung des Moremi" und "wir entscheiden nun doch, die Reifen zu tauschen!"Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
754 Beiträge · seit 201014. Juli 2011 · #19
ich glaube du hast recht ! Nur wer auch mal so eine Erfahrung gemacht hat
weiß es WIRKLICH zu schätzen wie es ist, nur mit Gleichgesinnten auf einem Gamedrive
zu sein 😎

na dann schreib mal schön weiter ...
Gruß Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200616. Juli 2011 · #20
so, jetzt gehts weiter...

Dieser Urlaub zeichnet sich dadurch aus, dass es nachts immerzu regnet. Auch an diesem Morgen wachen wir auf und sehen die Reste ergiebigen Regens in der Nacht. Aber Micha macht sich wenig Sorgen, heute fahren wir durch den Moremi ja nur nach Maun zurück. Auf dem Hinweg benötigten wir rund 5,5 Stunden, aufgrund der Regenmassen rechnen wir mit einer etwas längeren Fahrzeit. Wir frühstücken in Ruhe und sehen mit Freude, dass fleißige Helfer unser Auto wunderbar gereinigt haben. Dabei bemerken wir, dass wir vorne das Nummernschild verloren haben. Ist offenbar unserer Hinfahrt durch den Moremi zum Opfer gefallen. Wir überlegen kurz, wie die Behörden wohl in Botswana auf fehlende Nummernschilder reagieren – in Südafrika hatten wir das immer mal wieder und dies führte zu netten, humorigen Gesprächen mit den einheimischen Polizisten, die sich anfangs einen Spaß daraus machten, uns Touristen zu verunsichern. 😉

Wir verabschieden uns vom Sango Camp, der Weg ins Dorf besteht nur aus Schlamm und Matsch, Micha umfährt die schlimmsten Stellen weitläufig. Ich jammere ihm ein wenig die Ohren voll, da ich am letzten Abend im Sango Camp unglaublich viele Mückenstiche an den Füßen bekommen habe. Ich hatte leider vergessen, das Peaceful Sleep auf den Fußsohlen anzubringen, dafür bekomme ich jetzt die Quittung. Meine Füße jucken, brennen und sind unglaublich angeschwollen. Am Gate zum Moremi muss daher Micha aussteigen und die Formalien erledigen, ich kann mit meinen „Botten“ kaum auftreten. Um mich aufzuheitern, entscheidet ein einheimischer Putzmann vor dem Auto die Muskeln spielen zu lassen und mit mir hemmungslos zu flirten – auch wenn ich wollte, wäre ich im Moment wohl kaum in der Lage aus dem Auto zu steigen, aber lächeln geht ja immer. Irgendwann ist Micha zurück und lacht sich kaputt, als ich ihm von meinem kurzen Intermezzo mit dem Putzmann berichte, vor allem da er weiß, dass ich mit meinen Klumpfüßen gar nicht mit dem so engagierten Kerl hätte durchbrennen können!😗 Kurz erzählt er, dass die netten Ranger eindringlich warnten, vorsichtig durch den Moremi zu fahren und unbedingt auf Hilfe zu warten, falls wir steckenbleiben sollten – „please do not leave the vehicle!“

Schon die ersten Meter in Moremi waren schwierig zu fahren, die Spurrillen sind gigantisch, überall steht das Wasser, der Morast ist beängstigend. Micha entscheidet sich nach wenigen hundert Metern, alles dazu zu schalten, was unsere 4x4-Karre hergibt. Wir fahren vorsichtig, aber zügig durch die Wassermassen, versuchen aber meist, sie zu umfahren, Als die Wasserpfützen nicht nur tief, sondern auch riesig lang werden, halten wir an und überlegen, ob es wohl erlaubt ist, hier offroad zu fahren. Micha meint, das wäre wohl nicht zulässig, ich bin für einen Versuch. Wir fahren über Büsche, Wurzeln und hohes Gras, immer wieder drohen wir, uns festzufahren. Der Spaßfaktor für mich sinkt gewaltig. 😵 Die tröstenden Worte unseres Reiseagenten, mich überall innerhalb von 24 Stunden herauszuholen, erscheinen mir immer unrealistischer. Nirgendwo sind andere Autos zu sehen, auf Landschaft und Tiere achten wir schon lange nicht mehr.

Die nächste Pfütze ist ewig lang, mit steilen Rändern an den Seiten, Micha fährt beherzt los und wir gelangen offenbar in eine vorhandene Spurrille. Wir werden langsamer, Micha gibt aber nicht mehr Gas. Ich rufe, dass er schneller fahren soll, Micha schüttelt nur den Kopf. Nur wenn es brenzlig wird, schweigt mein Mann, daher bin ich deutlich beunruhigt. Der Weg ist vielleicht über 40 Meter voller Wasser, wir stecken fest nach rund 30 Metern. Mir bricht der Schweiß aus und mein Mann schweigt! Ich presse nur ein leises „Micha??“ heraus und er antwortet knapp: „Jetzt nicht!“.😐 Dann startet er den Motor, schaltet immer wieder, wir ruckeln vor und zurück. Die Guides meinten, bei festgefahrenen Rädern solle man nichts machen, nur auf Hilfe warten – ich trau mich nicht, meinem Mann das in Er-innerung zu rufen. Wir schweigen nun beide, Micha schaltet, wir ruckeln weiter vor und zurück und dann: wir kommen vorwärts, wir kommen frei und fahren weiter. Unsere Erleichterung ist riesig, als wir auf einer „Insel“ zwischen den Wasser- und Schlammmassen ankommen. 😮

Danach schlagen wir uns – soweit möglich – durch Busch und Dickicht durch, die Fahrspuren sind einfach zu wenig zu erkennen, der Weg ist zu verschlammt und mit tückischem Wasser versehen. Manchmal klingt es furchtbar, wenn wir zwischen Büschen und über Wurzeln unseren Hilux „prügeln“, aber irgendwo im Matsch festsitzen wollen wir auch nicht. Micha hält irgendwann an, ich denke an irgendein Problem mit dem Fahrzeug. Mein Mann springt aus dem Auto und läuft drum herum – er will sehen, ob wir ernsthafte Schäden an den Reifen davon getragen haben. Wir mussten leider feststellen, dass die abgefahrenen Geländereifen nur bedingt zuverlässig ihren Dienst taten. Als mein Mann nicht wiederkommt, rufe ich ihn aus dem Auto, will wissen, was er noch dort draußen am machen ist – schließlich gibt es da ja wilde Tiere. Als er antwortet, er hätte entdeckt, dass wir nun auch noch das andere Nummernschild verloren hätten und er würde das jetzt mal suchen gehen, entlädt sich bei mir die ganze Spannung und ich schreie meinen Mann nur noch an! Gut, bei meinem Gebrüll wären Raubtiere vielleicht wirklich geflohen, aber hat man schon mal so etwas Blödes gehört – will das Nummernschild suchen, das wir irgendwo auf den letzten 1,5 Stunden verloren haben?? 😈 Mein Mann gibt sich geschlagen und wir fahren schweigend weiter, die Straße wird nicht besser, aber irgendetwas Fatalistisches hat sich in uns breit gemacht. Mir macht die Fahrt kein Stück Spaß, zu viel Sorge habe ich um uns und das Fahrzeug – ich will nicht steckenbleiben, ich will nicht gerettet werden… Selten war ich so erleichtert, als ich das Gebäude vom Gate sah. Meine Mückenstiche waren vergessen und ich trug uns im Gästebuch aus. Der nette Mensch an der Rezeption fragte, wie die Fahrt war: „like German Autobahn?“. 🤩

Ich entspanne mich erst, als wir auf der asphaltierten Straße in Richtung Maun unterwegs sind und mein Mann mir verspricht, dass wir die Reifen tauschen lassen und die beiden Nummernschilder wieder anbringen lassen werden. Erfreulicherweise haben wir noch eine Nacht in der Thamalakane Lodge in Maun gebucht, dort gibt es Internet, so dass wir alles weitere dazu via Email werden erledigen können. Von unserer aufregenden Fahrt durch den Moremi gibt es keine Bilder – dazu fehlten mir leider die Nerven!😊

Per Email haben wir nach unserer Ankunft mit dem Reiseagenten vereinbart, dass am nächsten Tag das Fahrzeug getauscht werden solle. Nach gutem Essen, viel Wein zur Stärkung der Nerven und Sternegucken ging ein aufregender anstrengender Tag zu Ende, den wir beide aber um nichts auf der Welt missen wollen.
Morgen geht es ins Camp Kalahari zu den Magkadigkadi Pans – in dem Glauben, dass uns da bestenfalls Sand, aber kein Wasser und Schlamm erwarten würde, schliefen wir erschöpft ein.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo