Schlamm und Sand satt - Selbstfahren in Botswana

62 Antworten · 21,7k Aufrufe · gestartet 03. Juli 2011 von Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200617. Juli 2011 · #21
3 Nächte Camp Kalahari / Magkadigkadi

Die kurze Strecke bis zur Mietwagenfirma gegenüber vom Maun Airport ist schnell zu-rückgelegt. Wie zu erwarten war, war der Wechsel des Fahrzeugs so schnell nicht zu bewerkstelligen. Hatten sich unser Reiseagent und irgendein Obermuckel der Mietwagenfirma darauf zwar schnell geeinigt, so erklärt uns die Chefin vor Ort sehr glaubhaft, dass sie zwar gern das Fahrzeug tauschen würde, es aber kein anderes gäbe. Sie verspricht aber, dass die Reifen gewechselt werden und neue Nummernschilder montiert werden würden, dauert halt nur etwas. Wir entschließen uns, in dem kleinen Café gegenüber vom Flughafen etwas zu trinken. Strategisch ist der Ort perfekt, es gibt ordentlich was zu gucken: anreisende Touris, einheimische Guides und Flieger, das volle Programm. Erfreulich pünktlich übernehmen wir unser Fahrzeug, gespickt mit neuen Geländereifen und mit Kabelbindern fixierten Nummernschildern – wird schon reichen! Der Kontakt zur Mietwagenfirma, der Chefin dort und den Mechanikern war sehr nett und das ganze Prozedere ein Erlebnis für sich.

Mit frischem Wasser und frohen Mutes machen wir uns auf ins Magkadigkadi. Die Straße ist asphaltiert, die Strecke gut ausgewiesen. Bis Planet Baobab sind es rund 2,5 Stunden, vorher tanken wir noch. Nach rund 60 km erreichen wir einen Veterinärzaun, aber wir dürfen gleich durchfahren und müssen unsere Schuhe nicht desinfizieren, nur das Auto fährt durch eine entsprechende „Plürre“. Kurz hinter Gweta erreichen wir dann auch Planet Baobab, dort werden wir von einem Guide des Camp Kalahari abgeholt und es geht für rund 1,5 Stunden entlang von Zäunen und durch das sprichwörtliche „Nichts“. Am heutigen Tag ist es besonders heiß und wir freuen uns jetzt schon auf die Dusche im Camp. Das Camp besteht aus zehn Zelten. Der Hauptbereich bietet einen geschützten schattigen Sitzbereich, eine Bibliothek und eine hübsch eingerichtete Lapa.
http://www.unchartedafrica.com/page.php?p_id=53

Das Camp ist der kleine Bruder von Jack’s Camp ganz in der Nähe und bietet neben dem Besuch der dort ansässigen Erdmännchen auch die Möglichkeit, mit Quads über die Salzpfannen zu fahren. Leider wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund der Wetterbedingungen die Quadfahrten nicht möglich wären. Das haben wir sehr bedauert, noch mehr, als wir später hörten, dass im benachbarten Jack’s Camp diese stattfanden.😠

Von der Einrichtung, den Zelten, der Lapa, dem Service, dem Essen und allem anderen rund ums Camp waren wir sehr angetan. Wir hatten das Glück, dort drei Nächte völlig allein zu sein (als Gäste). Die einzigen Gäste, die dort mit uns hätten sein können, hatten sich kurzfristig für das Planet Baobab entschieden, nachdem sie hörten, dass das Camp Kalahari weder eingezäunt noch mit einem Pool (bei uns im Bau) ausgestattet sei. Denen war es dort offenbar zu wild – wir waren ihnen nicht böse drum, hatten wir doch so das ganze Camp für uns: hier ein paar Impressionen…







"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
197 Beiträge · seit 201017. Juli 2011 · #22
DSC00534.JPG


DSC00536.JPG


hi du,

schoener bericht,

ABER,wo ist der schlamm und sand?? ^^ 😛

siehe oben,DAS ist schlamm und sand 🤩

gutes gelingen und enjoy,
david
63 Beiträge · seit 201119. Juli 2011 · #23
Hallo Sanne,

vielen Dank für den wunderbaren Reisebericht. Ich habe schon die "Nachlieferung 2010" begeistert verschlungen und lese alles, was meine Vorfreude auf Botswana (noch 53 Tage 😄 ) steigert. Ich bin mit sehr viel Vergnügen mitten in den Vorbereitungen - dazu gehört auch regelmäßig Reiseberichte lesen, um die Schmetterlinge im Bauch so richtig wachzurütteln. Dein Bericht ist da prima geeignet und ich freue mich sehr auf jede Fortsetzung!

Danke, Bimi
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200620. Juli 2011 · #24
phantom schrieb:
📎 DSC00534.JPG


📎 DSC00536.JPG


hi du,

schoener bericht,

ABER,wo ist der schlamm und sand?? ^^ 😛

siehe oben,DAS ist schlamm und sand 🤩

gutes gelingen und enjoy,
david
Oh, vom Schlamm und Matsch sah es bei uns schon ähnlich aus. Ich gestehe allerdings, dass mir die Nerven fehlten, noch auszusteigen und so schöne Bilder zu machen 😊
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200620. Juli 2011 · #25
so, jetzt gehts endlich mal weiter....

Unser Aufenthalt läuft offenbar unter dem Motto „wenig freie Zeit, viel Game Drives“ in seinem besten Sinn. Da wir ganz allein zu Gast dort waren, gab man sich alle Mühe, unseren Wünschen gerecht zu werden. Gleich bei Ankunft füllt man einen Fragebogen aus, was man besonders gern sehen wollte. Wie immer kreuzen wir alles an, was machbar ist: Bushman Walk, Wildlife, Quad (ging ja nun leider nicht), Erdmännchen gucken…. Kurz vor dem Game Drive werden wir noch gefragt, ob wir auch Interesse an braunen Hyänen hätten – haben wir natürlich.;) Bislang haben wir diese so schönen, aber so scheuen und nachtaktiven Tiere nur selten zu Gesicht bekommen – vernünftige Fotos waren noch gar nicht so richtig drin.

Unser abendlicher Game Drive zeigt uns nicht die spektakulären Tiersichtungen, dafür aber die nicht minder spektakuläre Landschaft. Man muss es gesehen haben, um zu verstehen, wie unglaublich schön diese Weite ist, wie sie riecht, sich auf der Haut anfühlt. Wieder einmal sitzen wir auf dem offenen Fahrzeug und wissen, dass wir alles richtig gemacht haben, hier hergefahren zu sein. Micha flüstert, das ist es wert, all diese Kilometer zu fliegen, so viel Geld in einen Urlaub zu stecken. Ich muss immer lachen, wenn Freunde, Bekannte oder Familie sagen, dass sie kaum verstehen können, wieso wir wieder nach Afrika fahren – da wart Ihr doch schon so oft. Ja, das waren wir und wir kommen immer wieder. Obwohl wir beide für diese Begriffe nicht viel übrig haben, fühlen wir uns hier „angekommen“ und „mit uns selbst im reinen“. 😊

Unser Guide zeigt uns große Zebraherden, weist aber immer wieder darauf hin, dass dies nur der Beginn der großen Wanderung ist, die richtig vielen Zebras kommen erst noch. Auf den riesigen weiten Flächen kann man sich gut vorstellen, dass hier Hunderttausende von ihnen Platz haben.

An einem unglaublich einsamen und zugleich idyllischen Ort halten wir für den Sundowner an. Das Camp hatte offenbar schon jemanden hier hergeschickt, denn ein heimeliges Feuer brennt bereits, drum herum die wunderbar bequemen Safariklappstühle. Die Bar besteht aus unglaublich vielen Sorten diversen Weins, Bier und diversen höher Prozentigem. 🤪 Zu den Getränken gibt’s eine kostenlose Runde Peaceful Sleep, das in Mitten dieser Mini-Pfanne mehr als notwendig sind, mit uns genießen gefühlte zig Milliarden Moskitos diesen unglaublich schönen Platz. In der beginnenden Dämmerung erfahren wir von un-serem Guide viel über die Entstehung dieser Pfannen hier und verfolgen auf der Karte Botswanas dessen Geschichte. Wieder haben wir das Glück, einen sehr netten, sehr engagierten Guide für unseren Aufenthalt bekommen zu haben.

Die Salzpfannen sind die Überbleibsel eines riesigen Sees, der vor ganz langer Zeit mit Wasser gefüllt war, die jetzt von sanften Hügeln und Grasebenen umgeben sind und je nach Jahreszeit tausende von Tieren anlocken. In der Regenzeit (wir sind etwas danach hier) füllen sich die Pfannen über weite Bereiche mit salzhaltigem Wasser (durch den Bo-den) und es wimmelt von Flamingos. An anderen Stellen soll es auch während unseres Besuchs sehr viel gegeben haben, wir sehen leider keine. Aber wir freuen uns immer über Gründe, wieso wir unbedingt wieder kommen müssen!!







"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200620. Juli 2011 · #26
Auf dem Rückweg hören wir die Löwen brüllen und wir hoffen sehr, sie vielleicht in den nächsten Tagen auch zu Gesicht zu bekommen. Inzwischen ist das Dinner schon vorbereitet und nach einem fixen Wein am Lagerfeuer sitzen wir bei gutem und reichlichem Essen lange mit der Managerin und dem Guide zusammen. Die gebürtige Engländerin ist mit einem Südafrikaner liiert, der eine Lodge in Sambia managet und sieht ihn entsprechend wenig. Aber bislang ist dies immer noch ihr Traumjob, auch wenn sie zugibt, dass ihr manchmal abends auch etwas gruselig und einsam zumute ist. Das „abends kann einem gruselig werden“ nimmt unser Guide zum Anlass, uns wissen zu lassen, dass sie zurzeit zwei paarungswillige Löwen in der Nähe hätten und seit zwei Tagen auch eine Löwin ums Camp schlich. Deshalb sei es notwendig, dass wir immer mit einem Guide zu unserer Unterkunft laufen würden. Die nächsten Tage werden wir lernen, dass wir diese Verhaltensregel auch am Tag anwenden werden: wir schlafen in Zelt 1 – Zelt 5 ist der neue Lieblingsschlafplatz der beiden Männchen geworden. Anfangs halten wir das ganze eher für einen Spaß, stellen aber später fest, dass tatsächlich immer Mitarbeiter unterwegs sind, um zu schauen, wo genau sich die Löwen gerade aufhalten.

Schon allein dadurch können wir eine gewisse Aufregung nicht leugnen, dennoch fallen wir – eigentlich wie immer im südlichen Afrika – todmüde ins Bett. Um 5 Uhr werden wir geweckt, die Erdmännchen warten!

Morgens ertönt der Morning call und wir antworten auf Setsuana. Ein paar Brocken haben wir dank Reiseführer gelernt, am Feinschliff der Aussprache arbeiteten mit uns die Guides. Offensichtlich haben wir es soweit hinbekommen, dass wir immer ein nettes Lächeln erhalten haben. An diesem Morgen allerdings ertönt ein großes Gelächter, da ich offenbar unserem männlichen „Wecker“ einen Dankesruf für eine Dame entgegen geschmettert habe… 😉 Aber wie soll man jemanden, der um halb vier morgens aufsteht, glaubhaft versichern, dass man morgens um 5 Uhr noch nicht wirklich fit ist – wir trauen uns gar nicht, ihm zu sagen, dass wir zuhause vor 7.30 Uhr nicht mal die Augen öffnen. 😊

Es ist kalt an diesem Morgen, aber das ist egal, ist der beginnende Tag und das dazuge-hörige Licht doch unglaublich schön. Außer Schakalen, die wie es aussieht auch gerade erst erwacht sind, sehen wir wenige Tiere. Aber dann halten wir an und wissen zunächst nicht warum. Micha und ich schauten bislang in die andere Richtung und bemerken die possierlichen Tiere zunächst gar nicht. Wir stiegen dann vom Fahrzeug und beobachten die Erdmännchen ganz in Ruhe. Die Truppe ist zu drollig, gräbt und spielt ganz ausgelassen, während ein Teil von ihnen permanent die Umgebung überwacht. Bei Tee und köstlichen Muffins mögen wir unsere Teetime gar nicht beenden, so ziehen uns die Mini-Raubtiere in ihren Bann.





Und wer beobachtet hier wen?? 😛



Schön sind sie anzuschauen, auf das Angebot, sich hinzuknien, da dann die flinken Racker einen schnell erstürmen und man angeblich schöne Bilder machen könne, verzichten wir dennoch - ist irgendwie nicht unser Verständnis, Fotos von wilden Tieren zu ergattern.







Nach diesem sehr schönen Erlebnis, wir haben zuvor noch nie Erdmännchen in freier Wildbahn gesehen, geht’s weiter zum Chapmans Baobab. Diese Bäume, die ja optisch irgendwie etwas Abstruses, Unsinniges haben, beeindrucken nicht nur durch ihre Größe, sondern dass sie auf uns einen riesigen und zugleich zerbrechlichen Eindruck machen, unten so massig, gradezu unförmig und im oberen Teil immer so filigran. Wir können uns an diesen normalerweise nicht sattsehen. Dieser Besuch ist allerdings mal wieder nicht normal, wie so oft habe ich mir etwas am Magen geholt, die Büsche um den Baobab haben daher eine deutlich stärkere Anziehungskraft auf mich.😊 Unser Guide kann nicht fassen, dass ich trotz Magenprobleme nicht dazu zu bringen bin, bei 40 Grad und mehr um 11 Uhr früh einen Gin zu trinken. Mir ist so schlecht, ich habe Schüttelfrost und allein der Gedanke an Alkohol… 😗 Micha macht noch ein paar Fotos und wir fahren ins Camp zurück, das Geschaukel des Fahrzeugs scheint meinen Magen zu beruhigen.





Den Brunch lasse ich ausfallen, zwinge mich nun aber doch, ein Glas Captain Morgans Rum zu trinken. Natürlich habe ich den Minuten später in der Birne und somit die notwendige Bettschwere für den Mittagsschlaf.

Deutlich gestärkt wache ich auf. Die Hitze ist inzwischen nah am Unerträglichen und so recht mag man die wirklich tolle heiße Dusche gar nicht zu würdigen. Doch dieses Camp hat nicht nur reichlich Wasser zum Duschen, das Wasser ist auch noch sehr heiß, wird nämlich mit Feuer wunderbar erhitzt. Am ersten Morgen dachten wir noch, es brenne, da zu Beginn des Anfeuerns immer das Holz etwas kokelte…
Diese Dusche, das heiße Wasser und der Gesang der freundlichen Mitarbeiterin, die zum Anfeuern kam, werden wir wohl noch sehr lange vermissen...
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 20. Juli 2011
3'700 Beiträge · seit 200920. Juli 2011 · #27
Hallo Sanne,

vielen Dank für Deinen wunderbaren Bericht. Vor allem um die Erdmännchen beneide ich Dich. Die Bilder sind einfach wunderbar.

Leider haben wir im Juni in Bots keine sehen können... seufz, seufz!

Diese Location ist für unseren nächsten Botswana Trip abonniert!
Lässt sich prima mit Touch of Africa Lodge und Senyati kombinieren.

Herzliche Grüße und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
8'054 Beiträge · seit 200820. Juli 2011 · #28
Hallo Sanne,

Die Bilder mit den Erdmännchen sind echt süüüüs!:)

Eine grosse Freude für die Augen.B)

Danke
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
zuletzt bearbeitet 20. Juli 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200620. Juli 2011 · #29
Danke, Ihr Lieben, ich sag meinem Mann, dass sich die neue Kamera gelohnt hat 😉

Nachmittags erfahren wir, dass das Camp Kalahari auch Übernachtungen in den Pfannen anbietet – zurzeit seien diese aber zu feucht. Ohne Zelte, nur im Schlafsack. Der Guide meint, es gäbe keinen einzigen Touristen, der das anschließend nicht großartig gefunden hätte. Ich kann mir nicht vorstellen, mich derart überwinden zu können. Ein Bodenzelt wäre mir ja schon zu unsicher, aber nur so mit einem Schlafsack?😗 Wenn ich mich dazu mal überwinde, ist es sicher ein wundervolles Erlebnis – oder mache ich die ganze Nacht dann kein Auge zu? Na, wir werden das Thema vertagen. Trotz (oder vielleicht wegen) einer gewissen Afrika-Erfahrung ist uns das im Moment dann doch noch zu abenteuerlich – vorher reisen wir dann wohl eher mit Dachzelt durch Botswana und schlafen auf Campingplätzen ohne sanitäre Einrichtungen!!😃

Unser Guide macht uns inzwischen auf unzählige Geier am Himmel aufmerksam und lenkt uns damit von den vielen großen Zebra- und Gnuherden ab. Wir ändern unsere Route und stoßen auf den Ort der Begierde der Geier. Wir sind große Fans dieser riesigen Vögel, schön sind sie vielleicht nicht im klassischen Sinne, aber beeindruckend allemal. Das von ihnen so begehrte tote Zebra ist am Rücken und Bauch schon vollständig „aufgefressen“, unser Guide meint, es sei wohl an Erschöpfung aufgrund irgendeiner Krankheit verendet. Wieder sieht man gut, wie nah Grauen und Schönes, Fressen und Gefressen werden beieinander sind, wenn man nur der Natur zusieht. Wir werden den Ort nicht verlassen und überzeugt sein, etwas wirklich Schönes, aber etwas wirklich Ergreifendes gesehen zu haben. Ergreifend ist manchmal so abgedroschen, aber während wir die Geier beobachtet haben, konnte man wirklich eine gewisse soziale Struktur, ein soziales Verhalten an ihnen entdecken und das allein war wirklich sehr beeindruckend.





Doch an diesem Nachmittag und Abend sollten wir noch weitere tolle Tiere sehen. Unser Guide hatte das Ziel ins Auge gefasst, uns wie er sagte, „close to hyena“ zu bringen und dieses Versprechen hielt er wahrlich. Während wir so weiter fuhren, stinkt es zunehmend nach verwestem Fleisch. Wir lernen, dass es sich hierbei nicht nur um einen Hyänenort handelt, sondern dass hier mit Sicherheit ein Bau sein müsse. Die Elterntiere schleppen die Beute zu den Jungen und bringen ihnen bei, diese zu futtern. Der Gestank ist mörderisch und lange Zeit sieht man auch gar nichts – wir zumindest nicht, unsere Guides haben das Jungtier längst entdeckt. Wir dann irgendwann auch, Gott, sind die schön!







Zunächst sehen wir nur ein Tier, das sich wie sich später herausstellt recht weit vom Bau entfernt hat und die nachmittagliche Sonne genießt. Später trollt sich die braune Mini-Hyäne zum Bau zurück und lockt das zweite Jungtier ebenfalls aus dem Bau. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich schreckhaft die beiden sind. Während der eine interessiert zu uns herüberblickt und zwischendurch irgendwelche widerwärtig stinkende Tierreste beschnüffelt, ist die zweite sehr vorsichtig. Bei jedem Geräusch verschwindet sie sofort im Bau, ist aber zu neugierig, um dort lange zu verharren.

Wir haben den beiden ewig zugesehen und lange nicht so bedauert, dass es dunkel wurde. Erst als es man eigentlich die eigene Hand nicht mehr vor Augen sah, fuhren wir ins Camp zurück. Die Browne Hyenas waren auf unserer Liste der gewünschten Tiere ganz oben, da wir bislang mit ihnen wenig Glück hatten. Gesehen haben wir sie zwar schon, aber ein vernünftiges Bild gelang bislang halt nicht. Jungtiere sind ja immer wundervoll anzuschauen, aber diese Tierart ist dann schon etwas wirklich Besonderes.

Ein wirklich schöner Tag an einem wundervollen Ort ging zu Ende. Sowohl zum Essen als auch im Anschluss daran wurden wir durchs Camp eskortiert. Selbst uns Touristen war aufgrund der Geräuschkulisse klar, die Löwen waren näher als gestern. Diese zu entdecken, hatten wir auf morgen verschoben – ganz Scarlett O’Hara mäßig: Morgen.... 😉
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 20. Juli 2011
754 Beiträge · seit 201021. Juli 2011 · #30
Zitat Sanne :

Ich muss immer lachen, wenn Freunde, Bekannte oder Familie sagen, dass sie kaum verstehen können, wieso wir wieder nach Afrika fahren – da wart Ihr doch schon so oft. Ja, das waren wir und wir kommen immer wieder. Obwohl wir beide für diese Begriffe nicht viel übrig haben, fühlen wir uns hier „angekommen“ und „mit uns selbst im reinen“. 😊

Hi Sanne,
Du siehst mich gerade heftig nicken, denn genau dieser Absatz kommt mir so
wahnsinnig bekannt vor!!! Exakt diese Kommentare haben mich dazu gebracht meine
"Afrikanischen Geschichten" aufzuschreiben mit der leisen Hoffnung, wenigstens
ein ganz klein wenig "Afrika-Feeling" an die Lieben zu hause zu vermitteln.

Zumindest einmal habe ich tatsächlich von einer Leserin im Bekanntenkreis den Satz
"da muss ich unbedingt mal hin" gehört. Und das hat mich absolut glücklich gemacht 😁

Gruß Walter


Gruß Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
zuletzt bearbeitet 21. Juli 2011
1'409 Beiträge · seit 201021. Juli 2011 · #31
Sanne schrieb:Ich muss immer lachen, wenn Freunde, Bekannte oder Familie sagen, dass sie kaum verstehen können, wieso wir wieder nach Afrika fahren – da wart Ihr doch schon so oft. Ja, das waren wir und wir kommen immer wieder. Obwohl wir beide für diese Begriffe nicht viel übrig haben, fühlen wir uns hier „angekommen“ und „mit uns selbst im reinen“. 😊
Hallo Sanne,

genau das sind meine Beweggründe, daß es mich immer wieder nach Afrika zieht 😎
Auch meine Familie wundert sich und meine gesamte Umwelt muß sich meine Schwärmereien anhören 😗

Ich freue mich auf die Fortsetzung...

LG Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #32
so, unser Wochenendbesuch ist wieder weg, dann gehts endlich hier weiter...

Am nächsten Morgen steht zunächst in aller Früh der Bushman-Walk an. Aufgrund der Hitze der Jahreszeit soll der Walk nicht länger als bis 10 Uhr gehen. Wir werden feststellen, dass wir uns gegen 9 Uhr schon koch gar wähnen. 😐 Unser Guide fährt uns eine Weile durch die Landschaft zu unserem Rendez-vous mit den Buschmännern. Die drei Männer sind nicht traditionell gekleidet, sondern in Safari-Vollkluft und leben im benachbarten Jacks Camp. Wir stellen uns vor und fragen, ob Fotos auch von ihnen okay wären. Sind sie… wir laufen los. Am Morgen ist es noch recht frisch und wir sind froh, unsere Fleece-Jacken mitgenommen zu haben. Über Stock und Stein wandern wir zwischen Büschen, Sand- und Salzflecken, langsam beginnt die Sonne zu wärmen. Wir lernen viel über die bejagte Beute, die Herstellung von Speer und sonstigem Jagdmaterial. Uns wird gezeigt, wie man eine Falle baut und ein Feuer macht. Wir sind von allem begeistert, unsere Führer sind unglaublich nett, lustig, aufgeschlossen und wir haben nie das Gefühl, dass wir nun die Touristen mit den Nummern 327 und 328 für die Woche sind. Die Wanderung war wirklich ein Erlebnis.:)



Zum Abschluss buddeln die Bushmen einen Skorpion aus und zeigen uns die gegrabenen Gänge. Als unser Führer den Skorpion in den Mund nimmt, schwankt mein Kreislauf. 🤩 Wir lernen aber, dass er dies tut, damit er die Augen reinigen kann, so dass wir sie besser angucken können – okay, müsste er für mich nicht wiederholen! 😊 Beeindruckt sind wir, als der Skorpion wieder eingebuddelt wird und man einiges daran setzt, ihm die zerstörten Gänge durch neue zu ersetzen. Inzwischen ist es gerade 9 Uhr und brütend heiß. Die Buschmänner machen sich mit uns auf den Weg zum Jacks Camp, dort sollen wir von unserem Guide in Empfang genommen werden. Auf der Strecke gibt es nicht einen einzigen Busch, der Schatten spenden würde. Trotz reichlich Wasser bekomme ich auf dem Rückweg Kopfweh. Als unser Guide fröhlich winkend auftaucht, bin ich zunächst froh, aus der Hitze herauszukommen, ich hatte gehofft, es gäbe im Jacks Camp erst mal ordentlich etwas zu trinken. Doch so weit gehen die geschwisterlichen Beziehungen zwischen Camp Kalahari und Jacks Camp offenbar nicht.😕





Langsam fahren wir zum Camp zurück. Weiterhin begeistern uns die Natur und die vielen Zebras und Gnus, die die Weiten bevölkern. Ganz nah am Camp sehen wir dann auch endlich unseren nächtlichen Unruhestifter, der jetzt ganz entspannt im Schatten der Büsche ein Schläfchen hält – so ein Gebrülle in der Nacht ist sicher auch recht anstrengend.;)











"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #33
Nach einem wunderbaren Brunch werden wir zu unserem Zelt eskortiert. Das Manage-ment bestand darauf, da die Löwen während unseres Game Drives durch das Camp marschierten! 🤩 Ein wenig beunruhigt sind wir dann doch und vereinbaren prompt den Abholservice für den Nachmittag. Wir duschen in Ruhe und wagen es dann doch, vor unserem Zelt auf der kleinen Terrasse zu sitzen, so ganz wohl ist uns aber nicht. Wir beschließen, innerhalb des Zeltes ein wenig zu schlafen und lesen anschließend noch im Reiseführer über unser morgiges Ziel: Nxai Pan.

Am Nachmittag meinen wir, noch mehr Zebras in den Pfannen zu sehen als in den letzten Tagen. Langsam füllt sich Makgadikgadi. Nach dem Sundowner entdecken wir eine Löwin, die sich offenbar bereit zu Jagd macht. Gemächlich trottet sie hinter einer Gruppe Zebras her. Die auserkorene Beute ist zunehmend unruhig und sehr darauf bedacht, einen Mindestabstand zu halten. Die hübsche Dame wirkt gar nicht angriffslustig, man merkt ihr aber an, dass sie die Zebras nicht aus den Augen lässt.











Unser Guide schlägt vor, zunächst noch die Löwen zu suchen, vielleicht haben wir ja Glück und unser Freund vom Morgen hat seine Siesta noch nicht beendet. Auf dem Weg dorthin fährt uns der Schreck in die Glieder, als wir einen markterschütternden Schrei hören. 😐 Der Guide wendet und ist sich sicher, dass unsere Löwin einen Kill hat. So schnell es die Piste zulässt, versuchen wir zu unserem Ausgangspunkt zurückzukommen. Links nehmen wir eine Bewegung wahr und dann sehen wir sie: die beiden Löwen laufen auf selber Höhe ebenfalls in die Richtung, aus der der Schrei kam. Wir fahren schneller, der Guide will unbedingt vor den Löwen am Riss sein.

In einer Pfanne sehen wir dann eine völlig aufgelöste Zebra-Gruppe, die Luft ist von Staub erfüllt. Am Boden liegt ein Zebra-Junges, die Löwin ist aber weit und breit nicht zu sehen. Von der Anhöhe kommt aber schon der kräftiger aussehende Löwe, den zweiten können wir zunächst nicht sehen.

Der Löwe attackiert das Zebra, das sich schnell vom Boden aufgerappelt hat, offensichtlich aber schon verletzt war. Ein weiterer grauenerweckender Schrei ertönt, dann hat der Löwe das Zebra erlegt. Wir haben weder Fotos gemacht, noch gefilmt. Es war unser erster Kill, dem wir zugeschaut haben. Viele Guides hatten uns in den vergangenen Reisen immer wieder berichtet, dass es ein besonderes Erlebnis sei, eine Jagd beobachten zu können. Wir fanden es beide grauenhaft, auch wenn es zum Leben der Tiere dazu gehört – aber das Schreien dieses Zebras klingt uns heute noch in den Ohren. Diese Erfahrung müssen wir nicht wiederholen.







Während wir unseren Schreck verdauen, frisst Löwe 1 bereits. Kurze Zeit später erscheint der zweite Löwe, der im Gesicht und an den Flanken tiefe Verletzungen hat. Er wartet, bis der erste Löwe ihn an das gerissene Tier heranlässt und frisst dann ebenfalls gierig. Die Löwin, die letztlich die Hauptarbeit hatte, sehen wir weiterhin nicht. Später entdecken wir sie in den Büschen, rund 50 Meter entfernt von den anderen. Sie ist dieses Mal leer ausgegangen.

Aufregend war dieser Game Drive ohne Zweifel, aber als wir abends am Lagerfeuer sitzen, teilen wir die Begeisterung der Managerin nur bedingt. Nein, das war sicher nicht unser schönstes Afrika-Erlebnis!









Fazit Camp Kalahari:
Der Aufenthalt dort war schon deshalb grandios, weil wir die drei Nächte dort ganz allein waren. Das war natürlich spitze. Das Camp war sehr schön, die Lapa hatten wir ja ganz für uns, wenn das Camp stärker belegt ist, wird der Platz aber doch wohl ganz schön eng bzw. die Privatsphäre leidet sicher, da es dort wenig Rückzugsmöglichkeiten gibt. Die Zelte waren geräumig, Dusche und WC am Zelt angeschlossen und nicht einsehbar. Alles war sehr sauber und hübsch eingerichtet. Das Essen war durchgängig gut und uns gefiel besonders, dass nicht bei zwei Gästen riesige Mengen an Essen aufgetischt wurden. Das finden wir nämlich immer etwas unangenehm, wenn die Teller halbvoll zurückgehen. Bei Buffets ist das ja grundsätzlich unkompliziert.

Alle im Camp Kalahari waren sehr nett, sehr freundlich und bemüht, uns einen schönen Besuch zu ermöglichen. Das ist in Gänze auch gelungen.:)

Die Tiersichtungen waren ausnahmslos sehr schön. Vor allem die Erdmännchen hatten es uns angetan und dass wir die braunen Hyänen so nah, so gut und vor allem so lange bestaunen konnten, war herrlich. Beeindruckend waren die riesigen Zebraherden, auch wenn wir nur Bruchstücke gesehen haben. Wie muss das wohl aussehen, wenn die große Wanderungen dort ist. Irgendwo im Hinterkopf wollen wir uns das merken – wäre ja denkbar, dass uns irgendwann die Reiseziele im südlichen Afrika ausgehen, dann kommen wir hierher wieder.

Die Landschaft ist unglaublich imposant. Nach unserem Aufenthalt würden wir sagen, Makgadikgadi ist ein MUST! Wir sind mit einem lachenden und weinenden Auge abgereist; wir freuten uns zwar riesig auf Nxai Pan, bedauerten aber auch, abzureisen. Mein Mann überlegt ernsthaft, ob wir bei einer Rückkehr eine Nacht draußen im Schlafsack wagen sollen. Um den Mut seiner Gattin zu fördern, versprach er, vorher noch viele Reisen in den Süden Afrikas zu unternehmen – wenn das denn dann mal kein Anreiz ist!😘 🤪
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2011
1'409 Beiträge · seit 201025. Juli 2011 · #34
Hallo Sanne,

schöne Bilder, schöne Löwen, tolle Erlebnisse. Ihr habt richtig Glück gehabt. Wir haben Makgadikgadi als ziemlich tierleer erlebt. Und wenn ich tierleer schreibe, dann meine ich auch tierleer 🤩
Ausser ein paar Giraffen nur die üblichen Verdächtigen. Dabei liebe ich Katzen doch so sehr, aber die verstecken sich immer...😠

Deswegen "muß"ich nächstes Jahr wieder nach Afrika 😗
Bin gespannt auf die Forsetzung....

LG
Fleur
https://www.TickerFactory.com/ Bots Zim 2014 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283181-auf-tuchfuehlung-mit-zimbabwe-die-zim-light-tour.html KTP 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/278551-ktp-ja-wo-sind-denn-alle-hin.html CKGR/KTP 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/236736-schee-waras-ckgr-a-ktp-april-2012.html Nam/Bots 2011 http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/195675-wie-alles-begannnambot-april-2011.html
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #35
Hallo Fleur,

danke, wir können wirklich nicht meckern. In all den Jahren hatten wir in Afrika mit Tieren immer Glück - wenn wir Etosha nicht mitrechnen 😉

Meinen Reisebericht schreibe ich heute abend weiter, ich habe Annick ja versprochen bis zu ihrer Abreise morgen fertig zu sein! Eines unserer Katzenviecher hat irgendwie aber meinen Laptop aufs Korn genommen, jetzt erkenn ich die Schrift kaum noch 😈 Keine Ahnung, wie er das gemacht hat, da muss ich erst auf meinen Gatten warten und um IT-Hilfe bitten 😊 Der bekommt zwar einen Flitz, wenn ich solche Probleme als IT benenne, aber liest hier ja nicht mit 😛
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #36
Volker sei Dank konnte ich mein "kleines" Laptop-Problem in den Griff bekommen, so dass es jetzt wieder weiter gehen kann...

3 Nächte Nxai Pan (Kwando Safaris) / Nxai Pan

Gut die Hälfte unseres Urlaubs ist jetzt schon rum und wir blicken auf einen bislang sehr schönen Aufenthalt in Botswana zurück. In der Nacht hatte es geregnet, die Straßen in Nxai Pan sollen schwierig sein, meint die Managerin – na, wir werden sehen. Mit unseren neuen Reifen fühlen wir uns wohl gewappnet. Eigentlich eskortiert man die Besucher vom Camp Kalahari zurück zum Planet Baobab, das wäre für uns aber ein kleiner Umweg, deshalb bietet der Guide an, uns über andere Farmwege an eine andere Stelle der Hauptstraße zu bringen. Wirklich nett!


Am Abzweig zum Nxai Pan NP sind wir begeistert von der Qualität der Fahrbahn. Schön glatt, kein Tiefsand, kein Schlamm. Micha meint, auch dafür hätten wir 4x4 nicht benötigt. Wir hätten uns vielleicht Gedanken machen sollen, wieso der Weg in so tadellosem Zustand ist.😜 10 km weiter sehen wir dann den Grund: eine riesige Planierraupe ebnet uns den Weg in den Nxai Pan NP. Da wir aber nicht in Tempo 10 hinter ihm herfahren können und wollen, schließlich müssen wir noch etwas Strecke fahren bis ins Nxai Camp, ent-schließen wir uns, die Raupe zu überholen. Freundlicherweise fährt der Fahrer irgendwann links ran und lässt uns passieren. Und dann empfangen uns Tiefsand und riesige Löcher im Wechsel, dennoch lässt sich die Strecke gut fahren und es kommt richtig Spaß auf. Das Gewackle und Geholpere gefällt uns beiden, sicherheitshalber entscheiden wir aber, nicht zu langsam zu fahren und auch nicht anzuhalten. Außer der wunderschönen Landschaft und zig Elefantenspuren in Form von Dunk gibt es aber auch lange nichts zu sehen. Innerhalb der Fahrspuren fühlt man sich an Eisenbahngleise erinnert, auf denen man vor sich hin tuckert, die zu verlassen aber auch fast unmöglich ist. 😮



Nach Passieren des Gates werden die Wege dann aber doch abenteuerlich. Die Nächte zuvor hat es immer wieder geregnet, über weite Strecken steht das Wasser über tiefen Schlammpassagen – Spurrillen bekommen hier eine ganz neue Bedeutung.;)

Der Nxai Pan NP erwartet uns mit strahlendem Wetter und großer Hitze.
„Der Nxai Pan Nationalpark liegt nördlich des Makgadikgadi NP. Namensgeber ist eine hakenförmige Metallstange, die zum Ausgraben von Springhasen aus ihren unterirdischen Gängen ver-wendet wurde (=Nxai)“. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nxai-Pan-Nationalpark

Die Beschilderung der Wege im Park ist gut, die des Camps Nxai Pan von Kwando Safaris suboptimal. Einmal mehr lernen wir, dass in Botswana Individualtouristen bei den Lodges etwas Seltenes sind - fahren sie dann noch selbst ihr Fahrzeug, erscheinen sien wohl mehr als suspekt. Man rechnet eben nicht mit ihnen, entsprechend rar sind die Hinweisschilder. Die meisten bereisen dieses Land eben als Camper (die Plätze sind sehr gut ausgeschildert, soweit wir das beurteilen können) oder per Fly-In und da hat man ja naturgemäß wenig Kontakt zu Straßen. Laut Anfahrtsskizze müssen wir uns immer Richtung Campingplatz, der nicht weit entfernt sein soll. Durch die vielen zusätzlich von anderen Fahrern angelegten Alternativrouten zur Hauptstrecke fahren wir viele „Bochten“, den besagten Campingplatz umrunden wir sogar doppelt. 😊 Dabei können wir aber feststellen, dass dieser weder über Sanitäranlagen noch über einen Grillplatz verfügt – hier muss man tatsächlich alles mitbringen, wird aber offensichtlich mit maximaler Einsamkeit und unglaublicher Landschaft entschädigt.

Wir sind schon leicht erschöpft und fühlen uns an Odysseus erinnert, als wir in der Ferne Häuschen entdecken – das kann jetzt eigentlich nur unser Camp sein und wir sind sehr froh, als wir endlich dort ankommen. Wir werden sehr nett empfangen und durch das Camp geführt. http://www.kwando.co.za/nxai.html
Neben Tau Pan im CKGR und Little Kwara in Moremi ist dies das dritte Camp von Kwando Safaris, das wir besuchen und wieder werden wir nicht enttäuscht werden. Hier ein paar Eindrücke vom Camp:


Blick von unserer Terrasse






Unser "Zimmer", das eher einem Ballsaal glich 😉




Die Terrasse des Hauptgebäudes und der Pool, der eine unvergleich schöne Aussicht auf das Wasserloch hatte!
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #37
Wir kamen später an als erwartet, was das gesamte Camp dazu veranlasste, auf uns mit dem Lunch zu warten, was wir rührend fanden. Wir hören, dass wir die gesamten drei Nächte, die wir gebucht haben, allein sein würden – keine anderen Gäste hatten sich angekündigt. Herrlich – was für ein Glück!

Um es vorweg zu nehmen, das Essen war während unseres Aufenthalts ausnahmslos sehr lecker, reichlich und liebevoll vorgestellt und präsentiert. Der Service war hervorragend und aufmerksam – überhaupt war die Stimmung sehr familiär und freundschaftlich. Der Manager war erst seit ein paar Wochen dort, etwas unsicher, aber unglaublich nett. Unser Guide Donald erfreute uns mit unglaublich viel Wissen, sehr viel Humor und war auch optisch sehr ansprechend. 😊 Mein Mann meinte zwar, eine solche Einschätzung unseres Guides sei etwas männerfeindlich, aber nach Jahrhunderten der Einschätzung von Frauen nach optischen Gesichtspunkten erlaube ich mir diese Wertung – ich bin ja im URLAUB!!!;)

Nach dem Lunch war noch Zeit für eine ausgiebige Dusche und Entspannung auf unserer Terrasse, die einen direkten Blick auf eine großzügiges Wasserloch erlaubte. Regelmäßig um die Mittagszeit kamen da immer Herden von Elefanten und Zebras, um ihren Durst zu löschen oder bei ersteren einfach die anderen Tiere vom Wasser zu vertreiben und fröhlich zu planschen. Wieder erleben wir einen Ort, an dem wir andächtig feststellen, dass hier Gott besonders viel Sorgfalt an den Tag gelegt hat, als er ihn erschuf und dass, obwohl wir beide nicht sehr religiös verhaftet sind, aber wo, wenn nicht hier, drängen sich einem solche Gedanken auf.

Unser Guide Donald erwartet uns bereits, als wir zu Kaffee und superleckeren Muffins in das Hauptgebäude kommen. Da wir die einzigen Gäste sind, können wir jederzeit aufbrechen, sofern wir wollen – natürlich wollen wir! Wir sitzen wieder auf einem offenen Fahr-zeug, genießen das Tuckern des Motors, den Ausblick und vor allem die unglaubliche Weite. Wir sind von unserer Fahrt zu beeindruckt, dass wir trotz vieler Elefanten, Zebras, Gnus und Oryxen verhältnismäßig wenige Bilder machen. Aber an diesem Abend lassen wir uns vor allem von der abendlichen Stimmung dieses wunderschönen Orts mitreißen.







Nach unserem Sundowner geht es zurück ins Camp. Kurz vor dem Camp erfreut uns noch eine Leoparden-Dame mit ihrem kurzen Auftritt.




Ein toller Tag geht zu Ende und beim Dinner und anschließendem Lagerfeuer sitzen wir lange mit Manager und Guide zusammen, reden über Afrika und vor allem lernen wir viel über das Leben in Botswana. Wir haben uns lange nicht so wohl gefühlt und wenn wir es uns leisten könnten, würden wir an diesem besonderen Ort wohl gern mal 14 Tage am Stück verbringen.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #38
Am Morgen ist es wie in den vergangenen Tagen recht frisch und dankbar nehmen wir ein weiteres Mal die angebotenen Decken in Empfang. Während wir so in der Kälte herumfahren, will Donald wissen, was genau wir von Botswana schon kennen und wo es uns besonders gut gefallen hat. Wir berichten von unserer bisherigen Route in diesem Jahr und unserer Fly-In vom vergangenen Jahr. Fast unisono erzählen wir, wie toll wir Little Kwara im Moremi fanden und das wir dort einen besonders großartigen Guide gehabt hätten. Donald erwähnt, dass er selbst einige Jahre mit Schwestern-Camp Kwara gewesen sei und aus uns sprudelt heraus, wie unglaublich unser damaliger Guide in Little Kwara gewesen sei. Er fragt, wie dieser geheißen habe, ob wir das noch wüssten. Wir lachen, unser Guide Hobbs hat seinerzeit für uns Maßstäbe gesetzt und es wird wohl kaum ein Camp geben, dass wir nicht mit seinem Enthusiasmus, seinem Wissen und seinem bemerkenswerten Auge für Tiere vergleichen werden. Gern erzählen wir von Hobbs und sind erstaunt, als Donald nur erwidert, das sei sein Bruder! Bruder? Im Geiste? Nein, tatsächlich sind die beiden Geschwister, auch wenn wir es anfangs kaum glauben können, die Welt ist manchmal unfassbar klein!;)

Mit unserem Gerede über Hobbs haben wir offenbar Donalds Ehrgeiz geweckt und er verspricht, dass er mit Geparden und Löwen locker mithalten könne.😗 Den Leoparden hatten wir ja am Abend zuvor. Kurze Zeit später halten wir an, der Tracker ist überzeugt, Löwen in der Entfernung zu sehen – nur mit ganz viel gutem Willen machen wir mit Fernglas und Videokamerazoom Punkte im Gras aus. Wir nähern uns und sehen eine ganze Familie wunderschöner Löwen, spielende Jungtiere, die zwischen Argwohn und Interesse an uns schwanken uns sehr gelangweilten Damen.









Wir verlassen kurz den Weg, um näher heranzukommen. Eigentlich ist das in diesem Nationalpark nicht erlaubt und wir müssen so nah auch nicht ran, unser Zoom schafft die Entfernung eigentlich auch ganz gut so. Man will die Tiere ja auch nicht unnötig stören, daher werden wohl auch saftige Strafen für das Zuwiderhandeln verhängt. Eine Löwin erhebt sich und verlässt das Rudel, streift durch das Gras und nähert sich der Straße. Wir fahren ebenfalls zurück, um zu sehen, wohin sie will. „Verfolgt“ wird die Löwin von Zeb-ras, die offensichtlich dem Feind hinterherlaufen, getreu dem Motto: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Wenn ich den Feind sehe, ist er nur noch halb so gefährlich!







Völlig zufrieden mit der Welt kehren wir später ins Camp zurück, genießen einen wunder-baren Brunch und beschließen, mit Wein bewaffnet etwas Zeit am Pool zu verbringen. Die Elefanten lassen nicht lange auf sich warten.









"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2011
4'451 Beiträge · seit 200825. Juli 2011 · #39
Hallo Sanne,
toller Bericht noch tollere Stimmungsbilder und die Löwen , der Hammer 🤩

Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200625. Juli 2011 · #40
Am Nachmittag gibt es leckere Muffins und tolle Minipizzen, Micha und ich sind etwas leidend – bei Wein und der Aussicht auf die Elefanten haben wir uns etwas mehr Sonne geholt als gut war, aber auf den Game Drive freuen wir uns dennoch. Und auch dieser Ausflug ist wundervoll, wir sehen Zebras, Elefanten, Oryxs, Schakale und ganz viele Giraffen. Ich mag diese Tiere ja sehr gern, sie sind so hübsch, auch wenn sie von Nahem betrachtet nicht so wirklich clever wirken! Aber elegant sind sie, daran besteht kein Zweifel. Wir genießen die Fahrt sehr und werden diesen Ort immer in bester Erinnerung behalten.













Für den nächsten Tag planen wir mit Donald die Baines Baobab zu besuchen. Grundsätzlich hätten wir diesen Ort außerhalb des Parks auch allein anfahren können, aber inzwischen mögen wir das Zusammensein mit Donald und freuen uns auf den Ausflug. Vor der Besichtigung machen wir aber noch einen kurzen Umweg durch den Park und wieder zeigt der Tracker an, dass wir anhalten sollen. Wir haben wirklich viel Glück, denn in nicht großer Entfernung zur Straße entdecken wir zwei Geparden, die anfangs nur faul in der Sonne liegen, uns dann aber die Freude machen, sich zu erheben und einen kurzen Weg zurücklegen.







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