Merian-Artikel Swakopmund

12 Antworten · 4'114 Aufrufe · gestartet 29. Apr. 2011 von flip666
Bilder klein
Antworten
Themenstarter290 Beiträge · seit 200729. Apr. 2011 · #1
... und wiedermal hat unser Lieblings-Merian-Autor im Reiseführer geblättert und daraus einen Artikel gebastelt, der von der Realität so weit entfernt ist, wie der Schreibtisch des Autors von Namibia:
http://www.merian.de/reiseziele/artikel/a-758989.html

Ein Blick auf Google Earth hätte z.B. genügt, um auch vom fernen Deutschland aus festzustellen, dass die Hauptstraße nicht "lehmig-braun" ist...

Argl.
Phil
Meine Reiseberichte aus Afrika, Thailand, Kambodscha, den Philippinen und von Kreuzfahrten mit der AIDA: http://www.philippschaeufele.de
387 Beiträge · seit 200929. Apr. 2011 · #2
Hey Phil,
da hast du absolut Recht...
Das "Schärfste" ist der Amalgan-Bericht (Häh??? siehe Bild - das sind wir mit 2 meiner Freundinnen). DRC statt Mondessa zu fotografieren macht das Lästern einfach. Geschichtlich hat der Autor sich offensichtlich überhaupt nicht befasst. Es gibt doch tatsächlich auch weisse Namibier.

Zum Thema breite braune Straße:
Ich frage mich ernsthaft mit was der von wo aus nach Swakopmund gefahren ist. Ich persönlich komme immer an der breiten, geteerten mit Palmen gesäumten Hauptstraße in Swakop an.
- Die hat es doch hoffentlich nicht weggeschwemmt - ???

Gruß von Swakop-Moni


Wuestenausflug.jpg
Es wird viel gefragt um es dann doch selbst wieder mal besser zu wissen...
zuletzt bearbeitet 29. Apr. 2011
499 Beiträge · seit 200629. Apr. 2011 · #3
Hoi,

ich finde den Artikel unglaublich! Wahrscheinlich will Herr Cramer sarkastisch sein, wirkt aber verhöhnend! Hab die anderen Artikel auch gelesen. War der schon jemals im südlichen Afrika? Ein Grund, den Merian nicht zu kaufen!
Man, man...
Tobias
23 Beiträge · seit 200729. Apr. 2011 · #4
Hm, das ist mal wieder eine typische "Autoren-Krankheit". Das eine kleine süße Stadt mit deutscher Vergangenheit irgendwo zwischen Wüste und Ozean liegt reicht eben nicht. Es muss schwarz und weiß sein, eckig und rund, groß und klein, arm und reich, trocken und nass, heiß und kalt. Sonst lohnt es sich ja nicht darüber zu berichten. Hoffentlich sieht der Autor, der meines Wissens nach in Berlin wohnt, seine Stadt auch nicht nur unterteilt in Döner und Schweinshaxe, Wannsee und Neukölln....
359 Beiträge · seit 201029. Apr. 2011 · #5
Eine ganz persönliche Meinung:

Ach kommt seid doch mal ehrlich zu Euch selbst. Natürlich ist ein Magazinartikel nie das Spiegelbild der Wahrheit. Das sollten wir im Zeitalter der Photoshopbearbeitung und des Informationsüberflusses aus dem Internet doch wissen. Dieser Artikel ist auch echt kein literarisch überzeugender Erguß.

Aber:
Ob die Straßen nun braun (ich find bei Regen siehts schon manchmal so aus) oder dreckfarben oder was weiß ich sind ist doch egal. Ich finde vielmehr, dass die z.T. so breit sind macht es ungemütlich (weiß eigentlich jemand warum?).

Ich war zwar erst einmal für eine Woche in Swakop aber das besondere „Flair“ habe ich auch nicht gefunden. Nun, jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so, denn sonst würden wir ja alle ein All-Inclusive in der Dom-Rep. machen.

Natürlich ist Swakopmund genauso Afrika wie jede andere Stadt. Aber eben anders und dies liegt doch auch an Straßennamen (obwohl, wenn es nicht bald einen neuen Präsidenten gibt dann wird es schwierig und man muss die Straßen vielleicht Sam Nujoma Street, Sam Nujoma Avenue und Sam Nujoma Pad nennen), Heldendenkmälern und Kirschtorte. Fürs Meer kann man auch nach Boltenhagen fahren, hat so ziemlich die gleiche Temperatur.

Und wenn ich mir die Touristen so anschaue dann habe ich, jedenfalls als ich dort war, keine Backpacker gesehen, sondern ein ziemlich genaues Abbild der Alterspyramide in einer Ostdeutschen Kleinstadt.

Und das die dunkelhäutigen Einwohner dieses Landes in der Regel auf der Verliererseite stehen (guckt Euch den Gini Index an und da kommt nicht mehr viel nach Namibia) hat vielfältige, komplexe Ursachen an denen mit Sicherheit der eine oder andere Einwohner, auch von Swakopmund, nicht so ganz unschuldig ist (fragt doch z.B. mal wie viele Ihrer Reinigungskraft, die doch bestimmt keine weiße Namibierin ist, wenigstens den MSD Fund bezahlen).

Gruß Kowo
294 Beiträge · seit 200729. Apr. 2011 · #6
Ich finde vielmehr, dass die z.T. so breit sind macht es ungemütlich (weiß eigentlich jemand warum?).
Hallo "Kowo",

soweit ich informiert bin, sind die so breit, damit die Ochsenkarren damals in einem Zug wenden konnten.

Gruß
Achim
0
1'927 Beiträge · seit 200829. Apr. 2011 · #7
Hallo,

der Beitrag ist eine Momentaufnahme. Ein Ergebnis wenn man 3 h Aufenthalt vor Ort bekommt, googeln kann und der Redaktionsleiter auf 60 Zeilen wartet.

Die Kritik kann ich dennoch nicht verstehen. Der Bericht erhebt weder geschichtliche noch sozialkritische Ansprüche. Ich war im Februar in Swakop, war in den Neubausiedlungen und saß im Anton vor meinem Stück Schwarzwälder Kirsch - wenn man sie mittlerweile noch so bezeichnen möchte. Meine Eindrücke und Gefühle kann ich im Bericht in großen Teilen wiederfinden.

Gruß

Peter
zuletzt bearbeitet 29. Apr. 2011
2'721 Beiträge · seit 200629. Apr. 2011 · #8
Hallo
Ich möchte mich der Meinung von Kowo anschliessen.
Das ist eine Momentaufnahme von einem Reporter, der Swakopmund und vielleicht auch ganz Namibia, nicht mit den verklärten Augen der NAM-Fans sieht. Er holt sich ganz neutral und ohne die rosarote Brille, mit der wir doch meistens in NAM rumlaufen, seine Informationen und berichtet darüber. Das war es dann für ihn; es ist abgehakt und der nächste Punkt wird angegangen. Und so ganz falsch war der Artikel ja auch nicht wirklich. Nur anders als wir ihn vielleicht erwarten würden. Übrigens war ich auch schon in der Situation, dass ich ganz überrascht war dass gewisse Strassen geteert waren. So voll festgefahrenen Sand waren sie.

@Achim
danke für die Erklärung der breiten Strassen. Klingt einleuchtend. Werde aber trotzdem für mich persönlich noch versuchen rauszufinden, ob das wirklich so stimmt.

Gisela
94 Beiträge · seit 200929. Apr. 2011 · #9
Hallo,
es ist sicherlich richtig, dass ein Artikel eines Journalisten anders aussieht,als von Swakop-Fans. So ganz objektiv ist dieser Artikel aber auch nicht.
1. die Pad ist am Anfang gar nicht so breit und schön von Palmen eingesäumt
📎 Swakop (4).JPG

(Ich hoffe, es hat geklappt mit dem Foto,sonst könnt Ihr es Euch in meinem Album Urlaub 2011 ansehen)
2. wir waren im März in Swakop.An der Mole haben Menschen aller Hautfarben nebeneinander gelegen und auch miteinander geredet und gespielt.
3. auch im Kückis oder Tigerreef war das Publikum sehr gemischt. Ins Cafe Anton gehen im Normalfall auch keine weißen Swakopmunder. Das ist hauptsächlich ein Cafe für Touris. 😉 Das ist jetzt keineswegs negativ gemeint.
Ich wünsche Euch Allen ein schönes Wochenende
94 Beiträge · seit 200929. Apr. 2011 · #10
Hallo,
es ist sicherlich richtig, dass ein Artikel eines Journalisten anders aussieht,als von Swakop-Fans. So ganz objektiv ist dieser Artikel aber auch nicht.
1. die Pad ist am Anfang gar nicht so breit und schön von Palmen eingesäumt
Swakop4.JPG

(Ich hoffe, es hat geklappt mit dem Foto,sonst könnt Ihr es Euch in meinem Album Urlaub 2011 ansehen)
2. wir waren im März in Swakop.An der Mole haben Menschen aller Hautfarben nebeneinander gelegen und auch miteinander geredet und gespielt.
3. auch im Kückis oder Tigerreef war das Publikum sehr gemischt. Ins Cafe Anton gehen im Normalfall auch keine weißen Swakopmunder. Das ist hauptsächlich ein Cafe für Touris. 😉 Das ist jetzt keineswegs negativ gemeint.
Ich wünsche Euch Allen ein schönes Wochenende
1'287 Beiträge · seit 200629. Apr. 2011 · #11
vielleicht mal ein Vergleich mit einem Namibia Artikel vom September 1981! im Spiegel von einem echten Journalisten, dem unvergleichlichen Erich Wiedemann

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14343189.html


Hier mal ein kleiner Ausschnitt:
"Aber deutsche Touristen haben einen Narren gefressen an der aussterbenden Spezies der Safari-Germanen in Deutsch-Disneyland. Briten erwarten ganz selbstverständlich in Bombay einen ordentlichen Poloplatz, Franzosen in Guyana Croissants zum Frühstück. Doch Deutsche können sich einfach nicht daran satthören, wenn der pechschwarze Oberkellner im Herero-Tonfall schnalzt: "Nehmen Sie Rippchen mit Sauerkraut. Sie sind heute sehr lecker."

Ja, Achims Erklärung stimmt, die Straßen sind so breit, dass ein Ochsenwagen mit 8 Ochsendoppelgespannen auf der Straße wenden konnte. Viele Städte im südlichen Afrika haben deswegen heute 3spurige Autostrassen im Stadtzentrum, z.B. Bulawayo, Livingstone, Bloemfontein, ...

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
zuletzt bearbeitet 29. Apr. 2011
387 Beiträge · seit 200930. Apr. 2011 · #13
Achim G. schrieb:
Ich finde vielmehr, dass die z.T. so breit sind macht es ungemütlich (weiß eigentlich jemand warum?).
Hallo "Kowo",

soweit ich informiert bin, sind die so breit, damit die Ochsenkarren damals in einem Zug wenden konnten.

Gruß
Achim
Ja - diese geschichtliche Information habe ich auch!
Gruß Swakop-Moni

🙂
Es wird viel gefragt um es dann doch selbst wieder mal besser zu wissen...