andreas78Themenstarter44 Beiträge · seit 200816. Apr. 2011 · #1
Hallo zusammen,
wir fahren im September mit einem Landy Defender TD 5 von Bushlore zu viert die Runde JNB, BOT (Moremi, Chobe), Sambia, Malawi, Mozambique. Wir spielen mit dem Gedanken, einen Geländeanhänger dazuzunehmen und haben dabei vorab folgende Fragen:
Gibt es beim Fahren mit Anhänger starke Einschränkungen in Gelände (durch Wasser, etc.)?
Wie viel an zusätzlichem Diesel-Verbrauch sollten wir (prozentuell) kalkulieren?
Hat jemand konkrete Erfahrungen mit den Anhängern von Bushlore? Wie stabil ist z.B. die Anhängerkupplung, wenns richtig ins Gemüse geht?
Swakop521'223 Beiträge · seit 201016. Apr. 2011 · #2
Eine qualifizierte Antwort auf diese Fragen bekommst Du höchstens im südafrikanischen 4x4 Community Forum, denn dort sitzen die Spezialisten mit Anhänger.
BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
Sprichst Du eigentlich von einem 4x4-Trailer oder 4x4-Camper-Trailer?
Sonnige Grüße Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
andreas78Themenstarter44 Beiträge · seit 200816. Apr. 2011 · #4
Hallo Christian,
da wir zwei Dachzelte am Landy haben, würde ein normaler 4x4 Trailer eigentlich ausreichen. Macht das hinsichtlich meiner Fragen viel Unterschied bzw. hat ein Camper-Trailer zusätzliche Nachteile?
DUDummiYummi273 Beiträge · seit 200916. Apr. 2011 · #5
Hallo, ich kenne die Anhänger von Buschlore nicht, aber grundsätzlich gibt es zwei Typen von Anhängern, einen Anhänger zum Transport von Sachen, 4x4 tauglich oder nicht, oder einen Trailer, eine Kombi aus Dachzelt zum Aufklappen und darunter Anhänger.Ebenfalls 4x4 tauglich oder nicht.
Anbeitert ist z.B. Echo 4x4 odere Jurgens (von letzterem.
Ich denke, dass du letzteres meinst.
Unser Trailer verursacht ca. 1 - 2 l mehr Benzinverbrauch auf 100 km. Er wiegt beladen ca. 400 kg.
Ich persönlich würde eher zwei Autos mieten, als eines mit zwei Dachzelten udn noch einem Anhänger dran. Für mich wäre es unerträglich, direkt neben jemand anderem im Dachzelt zu schlafen.
Ein Trailer mit Dachzelt wäre eine Alternative.
viele Grüße,
Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste.
Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
Hallo Andreas, ich war 2010 auch mit Trailer in Botswana. Ich muss dazu sagen, dass ich in Deutschland reichlich Anhängererfahrung habe(viel Transportfahrten mit Pritsche, Pferdeanhänger, 7m Wohnwagen) und mir daher auch das Fahren auf Schotter und das Schlingern des Gespannes keine Sorgen bereitete. Zu deinen Fragen: Auf Schotter schaukelt sich das Gespann auf. Das kann vertikal als auch horizontal Schlingerbewegungen machen, die dich sehr leicht ins schleudern bringen. Beim Bremsen geht der ungebrmste Anhänger gerade aus weiter, schiebt dein Heck und dreht auf losem Untergrund das Fahrzeug ruck-zuck um (was eben bei schneler Fahrt zum Rollen führt...). Auf Sand und im Schlamm: Du hast einen Bremsklotz hinten dran. Wenn die Motorleistung zu gering ist, wirst du dich oft festfahren. Zum Bergen musst du meist abhängen und Zugfahrzeug befreien und Anhänger dann herausziehen. Dazu habe ich eine Handwinch und genügend Seillänge dabei. Im Sand auch und frühzeitig beim Anhänger Luftdruck ablassen, sonst bremst der sehr stark. Kompressor sollte also vorhanden sein. Wir hatten einen Echo 4 in Namibia gemietet. Der war kompakt und lief in der Spur des Landcruisers. Ist die Spurbreite des Anhängers größer oder kleiner als das Zugfahrzeug hast du noch mehr Probleme in Sand und Matsch. Viel Kraft brauchst du auch in Kurven, weil der Anhänger dann die Spur des Zugfahrzeugs verläßt. Rausschaukeln durch vor - und zurückfahren ist mit Anhänger fast immer erfolglos, weil der Anhänger verhindert, dass du die Barriere mit Schwung überwinden kannst.
Du kannst dir ja vorstellen, was entsprechendes Gewicht bei deinem Auto ausmacht (Beladen / unbeladen). Im Gelände würde ich schätzen, dass du die kg mind. x Faktor 5 nehmen musst. Dies ist dem Widerstand der zusätzlichen Achse und den Hebelwirkungen zwischen Trailer und Zugfahrzeug geschuldet. Mehr Gewicht am Auto ist viel unproblematischer als so ein Anhänger hinten dran zu haben. Daher würde ich mit einem Mehrverbrauch im Gelände von 30 bis zu 50% ausgehen.
Anhänger im Gelände ist was ganz anderes als ab und zu mal vom Baumarkt einen Anhänger heimkutschieren.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Vorab möchte ich Dir sagen, daß bei dem großen Gepäckvolumen Deine Entscheidung, einen Anhänger mitzuführen, die beste sein wird! Sie wird zudem auch die kostengünstigste sein, da der Mehrverbrauch an Brennstoff mit Anhänger bei weitem nicht an die Mietkosten eines weiteren Fahrzeuges heranreichen wird.
Alles was hier von JAW zu Deinem Thema geschrieben wurde stimmt, …wenn Du NICHT richtig planst, packst und fährst! Ich habe vor 14 Jahren ebenfalls alles in ein Fahrzeug verstaut und einen großen Gepäckträger montiert, denn dann ist ja soooo viel Platz drauf! Folgende negative Erscheinungen treten in einem solchen Fall auf:
- Kopflastigkeit, …das Fahrzeug ist nur bedingt geländetauglich
- Reduzierte Federwege wegen des generell schon hoch belasteten Fahrwerks
- Hoher Luftdruck in den Reifen erforderlich! Schlechte Voraussetzung für Weichsand!!!
- Gefahr von Rahmenbrüchen, Karosserierissen und höherem Verschleiß des Fahrzeuges generell. (Spielt aber für DICH bei einem Mietfahrzeug eher eine untergeordnete Rolle.)
Als ich diese Erfahrungen am eigenen Leibe gemacht und in meiner Firmenbilanz zu berbuchen hatte, da entschloß ich mich, zukünftig nur noch mit Anhänger Safaris durchzuführen. Und siehe da: Ich konnte mit weit leichteren Fahrzeugen im extremen Tiefsand die Reifen so manches Mal sogar auf unter 1 Bar ablassen, was mich dann immer (!) mit Anhänger zum Erstaunen vieler Steckengebliebener locker vorbeiziehen ließ! Auch hatte ich bei unbeabsichtigten zu schnell durchfahrenen Querrinnen i.d.R. wieder genügend Federweg zur Verfügung!
Das von JAW angesprochene gefährliche Aufschwingen des Gespannes auf schnell gefahrenen Sandpisten besteht für Dich nur, wenn Du beim Beladen des Anhängers nicht richtig austarierst: Zwei Drittel des Gewichts gehören vor die Achse!!! Damit hast Du garantiert ein stabiles Gespann!
Lasse Dir bitte auch keine Angst machen, daß Du bei jedem Steckenbleiben gleich abhängen und anschließend umständlich bergen mußt! Generell solltest Du nur durch Furten oder Tiefstsandpassagen fahren, wenn Du Dir darüber im Klaren bist was Dich erwartet und Du es Deiner Einschätzung nach mit Deinem Gespann schaffen solltest. Falls es dann doch einmal passiert ist, versuche vorsichtig und im kleinsten Gang zu reversieren. Aber Vorsicht dabei!!! Sollten die Räder durchdrehen, …sofort die Kupplung treten, …und dann doch aussteigen, aber zunächst nur um den minimalst vertretbaren Luftdruck in den Reifen (alle 6 Räder bitte!) erzeugen und hinter bzw. vor allen Reifen eine Spur freimachen. Dann geht es ein paar Zentimeter wieder nach vorne, anschließend mehr Zentimeter nach hinten und dann mit etwas Anlauf ohne weitere Probleme raus aus dem Sand oder Schlamm. Das funktioniert „wie eine Bombe“! Man kommt selbst als Fahrer nicht aus dem Staunen heraus!
Der Leistungsverlust im Anhängerbetrieb ist ein anderes Thema. Am optimalsten ist ein Motor, der schon ab der Leerlaufdrehzahl eine hohe Leistung bereitstellt! Die meisten benzinbetriebenen Toyotamotoren sind da unschlagbar! Moderne Dieselmotoren sind in niedrigen Drehzahlbereichen im Nachteil: Der/die Turbolader schalten sich mit dem nötigen Nachdruck erst ab mittleren Drehzahlen zu. Besonders Land Rover sind, meiner Erfahrung nach, sehr im Nachteil. Aber auch hier gilt, daß man sich als Fahrer darauf einstellen und dann schon im Voraus schalten kann um dann eben mit (für Toyotafahrer ungewohnter) hoher Tourenzahl durchzufahren.
Nochmals: Es geht alles, …auch mit Anhänger! Mit meinen VW Typ 3 Syncro (allerdings mit Toyota 4Y Motor ausgestattet) fahre ich zum vielfachen Erstaunen aller hochtechnisierten südafrikanischen 4x4 Enthusiasten locker durch Moremi und Chobe mit einem großen und nicht spurenden Anhänger auf „Minireifen“ 205 R 14!!! Die wunderschönen Trockenflußläufe des Kaokoveldes im äußersten Nordwesten Namibias sind daher auch kein Hindernisgrund! Wegen dieser Erfahrungen habe ich mir für meinen großen und im Fahrgestell verlängerten Land Cruiser (immerhin 10 Sitzplätze!)einen speziellen, doppelachsigen Anhänger bauen lassen. Beladen, mit dann immerhin 2,3 Tonnen (!) Gewicht wagte ich mich damals erstmalig mit „schwammigen“ Gefühl in die Tiefsandpassagen des Kaokoveldes und: Ich blieb nicht einmal stecken!
Also, lieber Andreas, mit etwas Mut ran an Deine Anhängerkalkulationen. Angst ist ein großer Hemmschuh! Wissen wird Dich weiterführen!
Liebe Grüße aus Windhuk,
Olli
Wer aus der Wüste zurückkommt, ist reicher, aber auch einsamer. Denn die Zahl derer, die einen verstehen können, ist kleiner geworden. Zitat nach B. Baumann
Hallo Olli, ich kann alles unterschreiben, was du nennst. Deshalb habe ich mich ebenfalls für den Trailer entschieden. Da ich dich kenne, traue ich dir bei Weitem mehr zu als mir selbst. Aber die meisten Europäer haben wenig oder keine Anhängererfahrung. Deswegen ist mir wichtig, dass der Anhänger im Gelände (und darum ging es Andreas ja) schon spezielle Auswirkungen hat. Zumindest die Erfahrung des Fahrers und die Motorleistung ggf. Untersetzung muss stimmen, damit es klappt. Und sobald du den Rückwärtsgang benützt hat der Anhänger ein Eigenleben, jedes Hindernis führt zum Ausbrechen aus der vorgesehenen Richtung... Mit der Beladung wirst du bei geschulten Europäern Diskussionen auslösen: Hier ist die zulässige Stützlast am Fahrzeug oft auf 50-100kg begrenzt. Das Gespann wird stabiler, wenn du Gewicht nach vorne bringst, es schwingt weniger seitlich, kann aber das Zugfahrzeug insb. bei zu weicher Federung an der Hinterachse vertikal aufschaukeln. Dazu sind die Bodenwellen ideal, wenn Fahrer meint es auch flotter machen zu können. Und oft ist es insbesondere beim ungebremsten Anhänger so, dass Bremsen das absolut falsche ist. Das benötigt dann viel Erfahrung mit dem Gespann. Bei deinen Bildern vermisse ich einen Schutz gegen Steinschlag: Das Zugfahrzeug wirbelt auf Schotter immer wieder Steine auf, die gegen den Anhänger fliegen und von dort zurück zum Auto. Das macht Lackschäden und kostet vielen auch die Heckscheibe. Ich habe zwischen Anhänger und Zugfahrzeug deswegen ein Netz, Steine bleiben unterhalb der Stoßstangenhöhe des Autos damit. Ich will Andreas keine Angst machen, aber Anhängerfahren im Gelände ist eben nicht mit dem Obi-Anhänger 2x im Jahr vergleichbar, den mancher hier in D benutzt.
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Wir waren damit in 2009 in Botswana (unter anderem Kubu Island, Moremi) und letztes Jahr im Norden Namibias, und auf mehreren kuerzeren Trips. Steckengeblieben sind wir nirgens, und, wie schon gesagt wurde, wenn richtig gepackt ist und man anstaendig faehrt und die Fahrweise den Strassenzustaenden angepasst wird, gibts da auch keine Probleme. Und mit dem richtigen Reifendruck (an Auto und Anhaenger) kommt man auch problemlos durch tiefsandige Strecken.
Ganz ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen wie ihr mit 4 Personen uns nur einem Auto ohne Trailer auskommen koenntet?
Bei uns beinhaltet der Trailer, abgesehen vom Dachzelt: die ganze Kueche, Essensvorraete, Camping Tisch und Stuehle, Wasser Kanister, Wassertank, Gasflaschen, Dieselkanister, Charcoal. Also das moechte ich nicht alles auf dem Dach mitschleppen!
Im Auto sind dann: Tiefkuehler, Kuehlbox, Getraenkevorraete, die Reisetaschen, und ein Schubladensystem mit Toolbox, die notwendigsten Ersatzteile, Compressor und Recovery Equipment und diverse Reinigungsmaterialien. Auf der Rueckbank im Auto: Lunch box, Computer, Fototaschen, Jacken, Bestimmungs Buecher, First Aid box und was man sonst noch so braucht. Und wir sind nur zu zweit!
Ein weiterer Vorteil vom Trailer: verbringt man mehr als eine Nacht am selben Ort, kann der einfach stehenbleiben. Auch bei einem Tagesausflug oder zum einkaufen gehen braucht man ihn nicht immer mitschleppen.
Aber wie auch immer ihr euch entscheidet: ein toller Urlaub wird's bestimmt!
andreas78Themenstarter44 Beiträge · seit 200817. Apr. 2011 · #10
Hallo zusammen,
vielen Dank für die ausführlichen Antworten - finde es toll, dass hierzu gleich eine kleine Diskussion entstehen kann.
In Summe ergeben sich für uns aus Platzgründen zwei Möglichkeiten:
- Entweder wir entscheiden uns, doch ein zweites Fahrzeug dazuzunehmen. - Oder wir setzen auf den Anhänger.
Im Moment tendiere ich zum Anhänger - und es ist mir klar (und durch eure Rückmeldungen nochmals viel klarer geworden), dass das Um und Auf die richtige Beladung ist. Mein Plan wäre, die - nicht allzu schwere - Campingausrüstung (Tisch, Stühle, Geschirr, etc.), Kohle, evtl. gesammeltes Brennholz, etc. in den Anhänger zu packen und sämtliche schweren Gegenstände ins Auto. Daher hoffe ich, dass der Angänger selbst weder zu stark bremst noch beim Bremsen zu stark schiebt. Vorsichtiges Fahren ist ohnehin Voraussetzung und ein bisschen Erfahrung bringen wir durch unsere zwei Botswana-Reisen 2001 und 2009 auch mit - allerdings ohne Anhänger ...
Ich denke, wir werden uns drübertrauen und ... nach unserem Trip berichten, wie's gelaufen ist.