Elefantenjagt - eine Ansichtssache????

17 Antworten · 3'270 Aufrufe · gestartet 05. Apr. 2011 von Crazy Zebra
Antworten
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200605. Apr. 2011 · #1
Hmmmmm,

habe diesen Artikel gefunden

Milliadärshobby Elefantenjagt

ich finde wenn Elefanten zu jagen um Überbestände zu reduzieren sollte Sache des Staates sein wenn überhaupt regional nötig. Und nicht der Befriedigung von Miliardären dienen!!

Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
8 Beiträge · seit 200605. Apr. 2011 · #2
Der Artikel ist wirklich etwas schokierend und geschmackslos.

Oft gibt der Staat eine Quote an bestimmten Wildarten zum Abschuss an Jagdunternehmen, die diese dann wieder beim Staat kaufen.
5'538 Beiträge · seit 200805. Apr. 2011 · #3
Hallo Zusammen,

erstmal danke an Kurt, dass er diesen Artikel überhaupt einstellt. Das wird bestimmt wieder eine heiße Diskussion.

Meine Meinung: Wenn in Gegenden, in denen nachweislich Überpopulationen von bestimmten Tieren herrschen,
diese gezielt bejagt werden, dann finde ich das absolut in Ordnung. Allerdings sollten diese Konzessionen "Tier bezogen" sein. Es müsste festgelegt sein, dass es sich wirklich um "schädliche" Tiere handelt, die der Natur und dem Menschen nachweislich schaden. Deshalb sollte unter allen Umständen immer ein Mitarbeiter von der zuständigen Naturschutzbehörde dabei sein. Es muss vermieden werden, dass Tiere, die unter laufender Beobachtung stehen und möglicherweise sogar ein Halsband tragen - wie der Hobatere Löwe - nur aus Profitsucht abgeschossen werden. Ich weiß, dass das schon fast die Quadratur des Kreises erfordert, aber man muss sich halt im Vorfeld über die abzschießenden Tiere entsprechende Gedanken machen.

Ich fand und finde es auch in Ordnung, wenn die Staaten die Abschusskonzessionen gegen gutes Geld an vermögende Leute geben. Voraussetzung ist aber, dass der Staat sich die Leute, die die Konzession bekommen, ansieht. Konzessionen an Berufsjäger, die diese dann zu einem Mehrfachen dessen, was sie selbst bezahlt haben, weiterverkaufen, sollte es meines Erachtens nicht geben.

Das trifft aus meiner Sicht auf alle Tierarten, die in irgendeiner Form gefährdet sind, zu. Nicht nur auf Elefanten, Löwen und Nashörner.

Liebe Grüße
Gerd
2'048 Beiträge · seit 200705. Apr. 2011 · #4
Hallo Kurt,
ich bedauere natürlich, dass eine solche Diskussion mit so einem reißerischen Artikel gestartet wird. Das trägt sicher nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung bei.
Ich schaue mir daher auch zunächst einmal an, wie wir hier in Europa mit unseren Wildtieren umgehen. Da wird das Reh zum Schadwild erklärt, Hirsche dürfen nur in amtlich festgelegten Gebieten leben, alle außerhalb angetroffenen Tiere sind abzuschießen. Und die Klagen durch Wildschweine in der Landwirtschaft aber auch zunehmend in städtischen Gebieten läßt Rufe nach Gifteinsatz, Jagd mit künstlicher Beleuchtung etc. aufkommen. Von Schadbären Bruno und den Wolfsschäden in Sachsen will ich dann gar nicht anfangen.
Aber in Afrika ist es natürlich von der Bevölkerung klaglos hinzunehmen, dass Felder verwüstet, Lebensgrundlagen von Familien zerstört und ggf. Menschen durch Löwe, Krokodil und Elefant getötet werden, wenn sie Felder und Herden verteidigen oder sich zu nahe an den Lebensraum der Tiere wagen.

Ok. Und wenn dann diese Menschen mit hohen Parkeintrittsgebühren einen Ausgleich wollen, oder die notwendigen Abschüsse zusätzlich versilbert werden, dann geht das große Tierschützergeschrei los. Ich gehe davon aus, dass Natur und Tierbestände in Afrika nur dann erhalten werden können, wenn die Menschen dort einen deutlichen und spürbaren Nutzen durch die Erhaltung haben. Die "geiz ist geil"-Touristen im Dachzelt bringen diesen Nutzen nicht, sie müssen so zahlreich sein, dass sie die Natur eher zerstören. Also keine Massentourismus sondern Luxusunterkünfte für wenige gut zahlende Gäste oder eben auch die Wertschöpfung durch die Jagd. Alte Elefantenbullen und alte, vom Rudel bereits ausgestoßene Löwen sind kein Verlust für die Natur, für den Trophäenjäger aber sehr interessant. Und den Menschen dort diese Art der Nutzung zu verbieten, die Jäger so in den Dreck zu schmieren - das wird dem Naturschutz in diesen Gebieten schon recht bald eher schaden als nutzen. Hier geht es um ideologischen Kampf von Organisationen wie Peta - das hat mit den sachlichen Fragen einer jagdlichen Nutzung überhaupt nichts zu tun. Mir persönlich ist die Jagd allemal lieber als die Wilderei mit Schlingen und Giftfallen, bei der die Tiere tagelang Qualen leiden. Aber wie bei allen Ideologien sind Sachargumente ohnehin nicht gefragt. Darum geht es ja gar nicht.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
9 Beiträge · seit 201105. Apr. 2011 · #5
Hallo,
ich habe einen Bekannten der in Namibia schon mal jagen war. Ich heiße das nicht gut ganz und gar nicht. Aber er hat mir erklärt wie das funktioniert.
Alleine durfte er nicht jagen. Er als Ausländer hat theoretisch keine Jagderlaubnis. Zertifizierte Jagdunternehmen dürfen dann eine Art Sondergenehmigung für ihn einholen. Bei jeder Jagd musste ein erfahrener, zertifizierter Wildhüter (vielleicht heißt das auch anders, wenn es ums Jagen geht) dabei sein. Der sorgte dann dafür, dass man nicht die Mutter mit Jungtier sondern eher kranke und schwache Tiere nimmt. Dabei wurde auch auf die Abschussquoten geachtet. Er hat gesagt es sei alles andere als billig. Er hat mir aber auch von schießwütigen Russen erzählt, die in zehn Minuten 3 Giraffen abgeschossen haben.

Wie gesagt ich bin komplett gegen jagen und möchte lieber alles knuddeln, dessen Zähne nicht größer sind als meine. Es ist nur eine Nacherzählung, also erschlagt mich nicht wenns falsch ist. Denn es war auch an einem geselligen Abend und man merkt sich doch nicht alles.
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200605. Apr. 2011 · #6
Hallo JAW und auch die Anderen.

Dass die Jagt Grundsatzdiskussionen auslöst ist mir schon bewusst.
Ist eben Ansichtssache?!

Was mich hier stört ist das ein Milliardär nach "Zimbabwe" reist und dort
Elefanten abschiesst unter dem Vorwand den Menschen etwas "Gutes" zu tun.

Ich denke ihm geht es einfach darum Elefanten zu schiessen.
Weshalb wählt er Zimbabwe aus, möglicherweise weil man hier mit Geld weiter kommt als zB in Botswana wo es wirklich sehr viele Elefanten hat.

Ich denke Zimbabwe ist doppelt heikel, das Geld dürfte hier keinesfalls bei der normalen Bevölkerung ankommen sondern eher andere Staatsbürger bevorzugen.

Es entzieht sich meiner Kenntnis das in Zimbabwe eine Überpopulation von Elefanten besteht - ich habe schon Gegenteilges vernommen.

"" Für mich "" sieht es eher so aus als ob jemand mit sehr viel Geld und nur dank diesem Geld Elefanten schiesst.


Ginge es dem Herrn nur um Problemelefanten und die Menschen, könnte er locker Schutzzäune finanzieren. Er könnte der gebäutelten und hungernden Menschen Nahrungsmittel kaufen und Hilfe zur Selbsthilhe leisten.

Ich frage mich weshalb er im Folgejahr wieder als sogenannter Wohltäter auftauchen will, als Menschenfreund und ganz selbstlos wieder Problemelefanten erledigen will.

Es ist erstaunlich das es in diesem Sinne während dem Rest des Jahres keine Problemelefanten gibt und zu schützende Dörfer.

Jagt ist Ansichtssache gewiss - hier etwas Gutes zu tun scheint mir aber nur als Vorwand herzuhalten das Instinkte befriedigt werden können. Dann noch als Wohltäter aufzutreten hinterlässt bei mir einen ganz schalen Geschmack.


Jagt ist sicher Ansichtsache, aber hier???

Nachdenklich, Kurt

PS
Wenn es Problemelefanten gibt ist es doch sehr erstaunlich das man zuwartet
bis ein Gnägiger aus dem Auland Zeit findet und sich der Sache im Urlaub annimmt.
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2011
235 Beiträge · seit 200905. Apr. 2011 · #7
Hallo Kurt,

Warum holt Ihr euch nicht ein paar Elefanten in den schönen deutschen Wald?

Gruss Hubert
Nkosi Sikelel iAfrika
1'419 Beiträge · seit 200905. Apr. 2011 · #8
syl schrieb:
Wie gesagt ich bin komplett gegen jagen und möchte lieber alles knuddeln, dessen Zähne nicht größer sind als meine. Es ist nur eine Nacherzählung, also erschlagt mich nicht wenns falsch ist. Denn es war auch an einem geselligen Abend und man merkt sich doch nicht alles.
... dann hoffe ich doch wohl dass Du Vegetarierin bist?

Gruss
janet
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
3'700 Beiträge · seit 200905. Apr. 2011 · #9
Hallo Hubert,
Warum holt Ihr euch nicht ein paar Elefanten in den schönen deutschen Wald?


Und wer übernimmt die Transportkosten? Unser Entwicklungshilfeministerium oder zur Abwechslung mal Euer südafrikanisches Entwicklungshilfeministerium?

Und wer sagt, dass unser Wald schön ist?

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2011
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200605. Apr. 2011 · #10
jeweller schrieb:Hallo Kurt,

Warum holt Ihr euch nicht ein paar Elefanten in den schönen deutschen Wald?

Gruss Hubert
Nkosi Sikelel iAfrika
Ach weist du mein Lieber, auf dieser Basis mag ich mit dir gar nicht diskutieren 😉

Deine Antwort ergibt für mich keinen Sinn, was hat das zum Thema beizutragen.

Weisst du ich ich bin nicht gegen Jagt wo es einen Sinn machen kann, das ist dir wohl entgangen.

In diesem Sinne Danke für deine selbsterklärenden Worte, Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
1'483 Beiträge · seit 200905. Apr. 2011 · #11
Wichtig für mich ist, dass es keine Möglichkeit geben sollte, sich die Jagd zu erkaufen, um einen persönlichen Lustgewinn zu haben. Da kann ich Kurt voll unterstützen.
Es sollte aber sicher sein, dass der Geldbeutel nicht Schlupflöcher schaffen kann, es sei denn , es handelt sich wirklich um Summen, die einen Staatshaushalt sanieren könnten. Aber das ist eine Illusion.

@ Hubert: ?????

Das meint Reinhard
5'538 Beiträge · seit 200806. Apr. 2011 · #12
Hallo Kurt und Reinhard,

warum geben wir Geld für unser Hobby aus - egal ob reisen, tanzen, fotografieren oder eben jagen? Wir möchten einen persönlichen Lustgewinn dabei haben. Ich halte es - bitte nicht beleidigt sein - für unrealistisch, wenn Ihr der Ansicht seid, dass der Abschuss eines Tieres bei dem Jäger keinen Lustgewinn hervorruft. Und wenn das so ist, dann sollten wir auch akzeptieren, nein sogar fordern, dass der Staat, der die Lizenz zum Töten vergibt, so viel wie möglich dafür bekommt. Allerdings muss er darauf achten, dass - wie ich schon gesagt habe - gewissen Spielregeln eingehalten werden und dass wirklich nur Tiere, die "schädlich" sind, zum Abschuss freigegeben werden. Und Jäger, die "versehentlich" den großen Bullen daneben oder den Löwen mit Halsband abknallen, sollten bestraft und der begleitende Berufsjäger gesperrt werden.

Natürlich hat es einen faden Beigeschmack, wenn das jetzt ausgerechnet in Simbabwe passiert und ich teile Kurts Vermutung, dass das Geld nicht sozialen Zwecken zugeführt wird. Insofern wäre dieser Fall vielleicht anders zu beurteilen. Aber unsere Diskussion geht ja nicht nur über diesen Einzelfall, sondern über den Grundsatz. Und da denke ich - siehe oben.

Liebe Grüße
Gerd
351 Beiträge · seit 201006. Apr. 2011 · #13
Hi am frühen Morgen 😉

@Hubert
weil Elefanten hier nicht heimisch sind !!!

Ich habe einen Onkel, der befindet sich gerade im Moment in Namibia zur Jagd!
Er ist solch ein Jäger, der nach Kanada flegt und einen Bären schießt. Dieser Bär liegt prepariert vor seinem Kamin, schade dass mein Onkel noch nicht über den Kopf des Bären gestolpert ist.
Ich wette, mein Onkel hat sich in keinster Weise mit Namibia als Land und mit seiner Bevölkerung befasst, er ist nur dorthin geflogen, um dort etwas zu Schießen und dann hinterher damit anzugeben.

Ich wohne auf dem Land. Hier gibt es eine Jagd.Und so auch einige Jäger.
Also ich weiß jetzt nicht,aber bei denen gehts viel ums "Saufen" und Sprüche klopfen. Am liebsten zitieren sie den Spruch auf der Jägermeister Flasche, der da lautet: Es ist des Jägers Ehrenschild, daß er beschützt und hegt sein Wild, waidmänisch jagt, wie sich´s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt! Dabei finden sie sich ganz toll und glauben auch noch den Scheiß, den sie verzapfen. Am allerliebsten trinken sie aber den Jägermeister.
Dann gehen sie in den Wald und schießen mal wieder einen Hirsch!

Wenige von denen stehen nachts auf, um sich auf den Hochsitz zu setzten, weil Ihnen die Hege was bedeutet.
Nein, man kann so schön prahlen, wenn man einen Zehnender geschossen hat!

Ich möchte hier schon vorweg klarstellen, dass ich Fleisch esse. Es ist mir auch klar, dass dafür Tiere getötet werden müssen.
Aber aus purem Bludurst und um sich hinterher toller zu finden, Tiere zu töten, da fällt mir nix dazu ein. Das finde ich sehr primitiv!

Ich berichte hier ausschließlich von meinen persönlichen Erfahrungen mit Jägern.

Nichts für ungut und einen schönen(heute soll ja mal wieder die Sonne scheinen) Tag
wünscht Alex
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200606. Apr. 2011 · #14
Hallo,

man kann die Jagt befürworten oder ablehnen das ist etwas das ein Jeder für sich entscheiden mag.
Ich bin weder Oekoterorist noch Ultratierschützer. Das problem Tier/Mensch mag ich erkennen. Jedoch habe ich mühe damit wenn superreiche die Jagt als Wohlfahrt darstellen. Ginge es diesem Herr/n wirklich um die Menschen könnte er mit seinen finanziellen Mitteln wirklich Gutes tun.
Sollte es ein Problemtier geben so hat der Staat "sofort" einzugreifen durch einen staatlichen Ranger.
Klar wird das Problem dann mit "nur 5$" gelöst - aber eben zu diesem Zweck.
Sorry, es kann doch nicht sein das man "Poblemtiere" erschaft und wartet bis ein zahlkräftiger Kunde erscheint. Das ist Scheinheillig. Wie wäre es wenn zB so ein Herr mit seinen fast unbeschränkten Mittel das Geld für die Ausbildung von Rangern einsetzen würde. Das Geld spendet für Zäune und andere Massnahmen? Das würde vermutlich genau so viel bringen und der Nutzen wäre wesentlich grösser.
Mann kann 100 000 auf diese Weise ausgeben oder auf die andere Weise. So mit wäre die Wirtschaftlichkeit genau so gegeben. Das Argument das die Jagt Devisen bringt sehe ich wohl ein, aber wenn ich ein "Volkswohltäter" bin kann ich die selbe Summe auch anders investieren.

Ich meinte wenn so ein finanzkräftiger Wohltäter für seine Jagt Unsummen ausgibt müsste er die gleiche Summe nochmals in Projekte stecken die dem Volk und nicht nur ein paar wenigen zugute kommen würde.

Wenn ich jagen würde, würde ich wenigsten dazu ehrlich stehen!

Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
Themenstarter3'766 Beiträge · seit 200606. Apr. 2011 · #15
Nochmal ich,

entgegen den Befürchtungen von einigen geht diese Diskussion doch recht gesittet von Statten.
Es scheint mir möglich auch die heiklen Themen mit Anstand und ohne Beleidigungen zu diskutieren.
Ich hoffe das es so bleibt und danke schon eimal allen - egal welchen Standpunkt sie vertreten.

Grüsse an alle Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
1'483 Beiträge · seit 200906. Apr. 2011 · #16
Alex hat den von mir gemeinten Lustgewinn prima beschrieben!

Reinhard
1'223 Beiträge · seit 201006. Apr. 2011 · #17
Es gibt zu jeder Sache immer zwei Seiten.

Vorneweg möchte ich betonen, obwohl ich in NAM mit Jagd und allem aufgewachsen bin, persönlich ein Gegner der Trophäenjagd bin und bleibe. Wenn ein Farmer sich und seine Arbeiter mit Wildfleisch versorgt, oder Wildbret weiter verkauft, kann man überhaupt nichts dagegen haben.

Es gibt neben der Trophäenjagd jedoch auch noch sog. Wildernten, die für mich der wahre Horror sind. Dort werden durch ausgesuchte Leute bei Scheinwerferlicht nachts hunderte und tausende Springböcke abgeschossen, um Supermärkte weltweit, auch in Deutschland, mit Wildfleisch zu versorgen. Davon wissen die Wenigsten etwas.

Rückblickend muß ich jedoch sagen, daß NAM heute in freier Natur ein Vielfaches an Wild anbietet, das es in meiner Jugend nicht gab. Es ist durch die Wildbewirtschaftung und auch durch die Jagdfarmer unwahrscheinlich viel getan worden zur Hege und Aufbau des Wildbestandes, so auch durch die Einrichtung und Proklamationsmöglichkeit privater Wildparks.
Das kostet jedoch auch sehr viel Geld, das privat aufgebracht werden muß.

Dazu muß auch gesagt werden, daß sehr viele Farmer, besonders in den regenarmen, d.h. trockenen, Jahren nur durch die Trophäenjagd überleben konnten.
So hilft einer dem anderen. Der Trophäenjäger dem Farmer, und umgekehrt.

Wenn alte Böcke, alte einsam streunende Löwen oder alte aggressive Elefantenbullen gegen hohe Beträge abgeschossen werden, dieses dem Landeigentümer oder der Gemeinschaft zugute kommt, das Fleisch verarbeitet und nicht der Verrottung überlassen wird, dann kann man nichts dagegen sagen. Mein Problem sind die oftmals geldgeilen Geschäftemacher. Hier geht es nicht um normale Provisionen o.ä., sondern um Riesenmargen, um die die Eigentümer bzw. Gemeinschaften durch skrupellose Geschäftemacher geprellt werden. Leider werden solche Konzessionen all zu oft durch ebenso korrupte Politiker vergeben.

Die Frage ist und bleibt jedoch, was man mit der Überpopulation an Elefanten tut, die letztendlich nur Verwüstung des Baumbestandes hinterlassen?
So weiter machen lassen bis sie zu Tausenden in der nächsten Trockenheit verenden oder ansonsten irgendwann gar nichts mehr für sie zum Fressen übrig bleibt? Hier kann nämlich niemand eine Lösung anbieten, auch nicht im größten Eifer!

Es klingt herrlich in manchen Beiträgen, in denen man davon ausgeht, daß die staatlichen Ranger alles liebe nette Leute seien die sich dem Schutz der Natur verschrieben haben. Leider ist oftmals genau das Gegenteil der Fall, und diese Leute sind leider zu oft die Schlimmsten, weil sie die organisierte Wilddieberei durch Entegennahme von Zahlungen fördern und freien Lauf lassen.

So hat alles zwei und mehr Seiten.
Wo ist die ideale praktische Lösung, die theoretische ist an jedem Stammtisch parat.
Die afrikanische Seite wird keiner der ereifernden Europäer aufhellen können, noch verstehen. Seien wir froh, daß zumindest ein Teil des Bestandes erhalten bleibt und nicht wie das Bush Meat im Kongo in den Bäuchen der Menschen verschwindet.

Vielleicht werden die neuen chinesischen Herren Afrikas, wenn sie ihre Potenzprobleme durch Verspeisen von Nashornpulver und aller Robbenpenise behoben haben, etwas mehr für den Schutz der Wildtiere tun?
Bis dahin, hoffe ich, daß sich der Wildbestand in einigen Regionen nicht auf 0 dezimiert, und auch noch ein paar Hunde übrig bleiben.

Die zügellose Vermehrung der Menschen ist und bleibt das wesentliche Problem, besonders in Afrika, trotz AIDS, Malaria und vielen anderen Epedemien.

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
9 Beiträge · seit 201106. Apr. 2011 · #18
Ich sehe das genauso wie BadBoy. Und ja ich esse Fleisch. Ich habe die typische Eigenschaft das Stück Fleich auf dem Teller nicht mit etwas in Verbindung zu bringen, dass süße Augen hat.
In Deutschland wird auch gejagt um die Felder der Bauern zu schützen, sonst würden Hasen und Wildschweine jedwede Ernte vernichten. Eigentlich ist das ganze Jagen ja auch nur wegen uns Menschen notwendig. In Deutschland haben wir durch die Ausrottung von Bär und Wolf (ich weiß er kommt zurück) jedwedes ökologische Gleichgewicht ausgehebelt. Also müssen wir auch die Verantwortung übernehmen und versuchen das ganze wieder grade zu biegen. Sogar in Zoos in Deutschland müssen abundzu "Problemtiere" abgeschossen werden. Ich kann mich an einen Elch in meiner Heimatstadt erinnern, der aggressiv den Kühen und Pflegern gegenüber war. Da mussten die Tierpfleger ihn erschießen.
In Afrika existiert das Gleichgewicht zum Glück noch. Aber leider werden es immer mehr Menschen. Und nur weil jemand sagt: "So das ist jetzt mein Ackerland und da mag ich keine Elefanten sehen.", weiß der Elefant das noch lange nicht. Dann wird das Gebiet für die Elefanten immer kleiner und dann heißt es sie sind aggressiv und sind "Problemelefanten". Wo sollen sie denn sonst hin?!
Das andere ist natürlich die finanzielle Seite, wenn es wirklich den Leuten vor Ort zu Gute kommt und das Fleisch auch verwertet wird, ok von mir aus. Wenns Leute gibt, die daran Spass haben, wir paar können nicht den Dünkel von Tausenden "Jagdbegeisterten" so schnell ändern. Man kann nur hoffen, dass es mit den Jahren ein stärkes Bewusstsein für die Natur gibt und die Schießwütigen weniger werden und nicht mehr stolz neben den Tier stehen, das sie gerade in einem ungleichen Kampf (1 Elefant gegen 3 Jeeps mit gleißend hellen Strahlern in einer nächtlichen Treibjagd) oder sich Tierköpfe an Wände nageln.
zuletzt bearbeitet 06. Apr. 2011