Elefant im Camp...

32 Antworten · 12,3k Aufrufe · gestartet 14. Feb. 2011 von schoelink
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1'223 Beiträge · seit 201018. Feb. 2011 · #21
Sorry für die harten Worte, aber in beiden Fällen würde ich die Fahrer als Vollidioten bezeichnen: im ersten den Guide, der auch das Leben der ihm anvertrauten Besucher grob fahrlässig aufs Spiel setzte. Ein so dermaßen gereiztes Tier dreht durch und dann das nächste Fahrzeug aufs Dach.

Beim zweiten Film kann selbst ein Blinder erkennen, daß Jungtiere dabei waren und der Elefant sehr frühzeitig gewarnt hat. Wer dann stehen bleibt, oder sogar noch auf die Tiere zufährt, handelt grob fahrlässig, nein, idiotisch.

Die Beschreibung von Swiss Tom läßt aber erkennen, daß es noch Leute gibt, die ihren Verstand gebrauchen und sich in der Situation völlig richtig verhalten.

Eine Regel bei Elefanten: Je kleiner die Jungtiere, umso aggressiver reagiert die "Familie" auf die Anwesenheit von Menschen.

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 18. Feb. 2011
283 Beiträge · seit 200618. Feb. 2011 · #22
So haben diese Irren wenigstens was zu erzählen...,
sollten aber besser das nächste mal zu Hause bleiben und in den Zoo gehen,oder nach Malle fliegen....wo sie hingehören !
War jetzt 3 Wochen nur in Revieren unterwegs und hatte tägl.Olifant contakt,aber nie agressiv,denn wenn der Elefant denkt du bist nun zu nahe....dann gibt er dir ein Zeichen.....das musst du erkennen !
Im Hoanib sind ja zur Zeit ganze Elefanten-Kindergarten unterwegs,....
und die sollte man eigentlich nicht ärgern !!!
Also bleibt lieber in ner Lodge und macht lekker party....
jakkal
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1'287 Beiträge · seit 200818. Feb. 2011 · #23
Topobär schrieb:
Ich denke es ist für die Sache an sich völlig unerheblich, ob es sich bei den Fotos um Fotomontagen handelt, da unstrittig ist, dass es solche Situationen gibt. Es gab hier im Forum auch schon Filme, wo die Leute ungerührt direkt neben den Elefanten saßen.
Was mich daran stört ist eben die Gefahr, das Leute diese Fotos sehen und dann nach Afrika fahren mit dem festen Vorsatz, auch so ein "cooles" Foto zu machen. Deswegen verstehe ich persönlich die Motivation solche Montagen anzufertigen nicht ganz. Die Fotos erwecken bei vielen möglicherweise den Eindruck, dass ein Elefant nicht besonders gefährlich sei und man ihm (oder schlimmer ihr) ohne Sorge viel zu nah kommen kann.

Das es ab und an Tiere gibt, die vollkommen an Menschen und Autos gewöhnt sind (z.B. Addo) und dort eine solche Nähe kein Problem ist, hilft eben in Gegenden wo z.B. noch gewildert wird (z.B. Lower Zambesi) überhaupt nicht.

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
zuletzt bearbeitet 18. Feb. 2011
2'048 Beiträge · seit 200719. Feb. 2011 · #24
Hallo,

vor einiger Zeit war hier ja der Bericht über den Zwischenfall auf Senyati Safari Camp. Ich war im Mai 2010 dort und hatte einen Mister Ober-Cool, der seinen Testosteronüberschuß bei den Elefanten abarbeiten musste. Gleich mehrfach ist er auf die Tiere am Wasserloch zugegangen, ein Jungbulle hat ihn dann auch zu den Gebäuden gejagt. Aber davor musste er es sich immer wieder beweisen, Handyfotos davon machen und in der Hocke cool fotographieren. Der Besitzer hat zugesehen und nichts dagegen gesagt - leider.





Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 19. Feb. 2011
1'723 Beiträge · seit 200919. Feb. 2011 · #25
HMM solche idioten gibts leider haufenweise.

wir erlebt in savuti als uns nachts ein eli besucht hat.. da sind die ganzen bekloppten russen (tschuldigung wenn ich mich jetzt hier negativ ueber russen auessere) wie voll idioten mit taschenlampen und kameras auf den eli zu um auch ganz besonders coole photos zu machen. dabei wurde auch gerne laut geschrieen und gelacht. wir haben uns fast in die hose gepinkelt weil der eli direkt neben unserem auto / zelt war und sich eigentlich nur ganz friedlich den popo am baum schrubbern wollte...
tja was will man machen.. es ist halt sehr schade. in den teueren lodges machen die guides quasi alles um den reichen touri zufrieden zu stellen...
dann gibts wenigstens auch nen fettes trinkgeld.. schade, schade, schade
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Themenstarter1'933 Beiträge · seit 200719. Feb. 2011 · #26
Kein Photoshop hier Leute...

www.beeld.com/Suid-Afrika/Nuus/Op-sy-dak-20110218

Pilanesberg NP...
76 Beiträge · seit 201119. Feb. 2011 · #27
Tja, sowas entsteht, wenn man der Natur und Tierwelt zu wenig Respekt und zu wenig Verständnis entgegenbringt. Immerhin gibt es noch ein paar wenige Lebewesen, die ihren Lebensraum versuchen zu verteidigen - die anderen sind weg, und die kommen auch nicht mehr wieder.

Aber, ist doch alles nicht so schlimm! Zur Erinnerung haben wir ja noch die Felle, die Zähne und Geweihe, die wir als Trophäe zuhause am Stammtisch zeigen können. Ach ja, und die Fotos nicht zu vergessen, die brauchen wir nämlich wenn wir unseren Enkeln erklären wollen wie ein Leopard oder ein Elefant ausgesehen hat.

Super, weiter so, mal sehen wer das spektakulärste Foto oder Video hat - scheinbar ist es das was zählt... 🙁
3'883 Beiträge · seit 201119. Feb. 2011 · #28
Kein Photoshop hier Leute...

www.beeld.com/Suid-Afrika/Nuus/Op-sy-dak-20110218

Pilanesberg NP...
Huch! Der wollte vermutlich nur spielen, oder? 😉

Spaß beiseite, hat man in einer solchen Situation überhaupt noch Zeit für einen geordneten Rückzug? Der Pfad ist schmal, mehrere Fahrzeuge stehen im Weg.
(Ich hoffe für die Insassen, sie selbst haben die Szene fotografiert und lagen nicht auch kopfüber im Graben.)

freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
470 Beiträge · seit 200619. Feb. 2011 · #30
Liebe Leser dieses Threads

Dem Posting von Hans und den darauf folgenden Antworten entnehme ich, dass noch keiner der Autoren in Begleitung eines lokalen Professional Private Guides in Mana Pools war.

Unter gewissen Umständen gelten in Mana Pools bei einer Hand voll sehr erfahrener und selbstbewusster Elefantenbullen andere Regeln, als dies sonst in Afrika der Fall ist. Diese Bullen, und dazu gehört auch derjenige auf den Fotos in Hans' Posting, sind alle zwischen 40 und 50 Jahre alt und einige von ihnen werden von zwei bis drei kleineren, ca. 20 jährigen Bullen begleitet.

Auf dem mittleren Bild ist erkennbar, dass es sich um ein professionelles Mobile Camp Rig mit Meru Zelten, inklusive Toilette und Dusche im Canvas Anbau handelt. Man darf also davon ausgehen, dass diese Gruppe von professionellen Guides begleitet ist und sich niemand dem Elefanten genähert hat, sondern der Elefant ins Camp gekommen ist, da dieses Camp ordnungsgemäss auf einer Private Camp Site im Schatten von Akazien aufgebaut ist, denen die Aufmerksamkeit dieses Bullen gilt.

Ich möchte hier keinen falschen Eindruck erwecken: Dieser Elefant ist wild. So wild wie sie kommen. Er würde keine Sekunde zögern, einer gefühlten Bedrohung mit tödlicher Konsequenz zu begegnen. Jedoch ist die Situation auf den Bildern für erfahrehe Mana Pools Besucher in Begleitung professioneller Guides ungefährlich.

Dies ist eine absolute Spezialität von Mana Pools und ich kann Euch sagen, dass wir jedes Mal überglücklich sind, wenn wir diesen Bullen wieder begegnen und sehen, dass sie sich von den Jagdkonzessionen ausserhalb des Parks fern gehalten haben.

Mana zu Fuss und per Kayak ist absolut einzigartig in Afrika. Jedoch ist so ein Trip nicht uneingeschränkt empfehlenswert für Safari Einsteiger und wer sich nicht an die Anweisungen seines Guides hält, der kann sich sehr schnell in schwierige Situationen bringen.

Werde noch einige aktuelle Bilder dazu in meine Gallerie stellen und hier einen Link einfügen.

Beste Grüsse

Patrick

Fotos:

Der grosse Linkshänder von Hans' Posting

Nochmals, von der anderen Seite (Kerbe im Ohr)

So ist das folgende Bild entstanden

Linkshänder im Gegenlicht (EOS 1D3s, EF 14 f/2.8 l)
www.mywilderness.net
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2011
Gast19. Feb. 2011 · #31
Hallo Patrick,

ja das ist alles richtig, was Du in Deinem Post schreibst.

Nur 99,9 Prozent von uns Afrikareisenden ist bei einer Begegnung mit Wildtieren auf sich allein gestellt und da ist es besser, mehr als übervorsichtig zu sein und so etwas wie die Beispiele zeigen unbedingt zu vermeiden....

Gruß

PS: Und auch Tour Guides haben schon bei Unfällen Klienten verloren, weil es halt einmal nicht so lief wie 1000 mal vorher.....
Themenstarter1'933 Beiträge · seit 200719. Feb. 2011 · #32
@Patrick

Thanks for your informative post and your words are so true!

Es grusst, Hans
470 Beiträge · seit 200620. Feb. 2011 · #33
Hallo Sambezi

Du sprichst drei sehr wichtige Punkte an:

- Wann reist man tip top alleine und wo hat man mehr davon, wenn man professionelle Begleitung in Anspruch nimmt?

- Worin besteht der Unterschied zwischen einem Tour Guide und einem lizensierten Professional Field Guide?

- Was bedeutet der Ausdruck "Restrisiko" in disem Kontext?

Selbstfahren ist sehr interessant und öffnete einen ganz direkten Blick in die Geographie und Geologie der bereisten Gebiete. Wer mag, der kann durch Selbstfahren auch nach Belieben persönlichen Kontakt zu Menschen in den bereisten Gebieten pflegen. Viele Besonderheiten im Südlichen Afrika habe ich z. B. nur dadurch erfahren, dass ich selber vorbereiten, selber navigieren, selber kochen und selber schaufeln musste. In Punkto Begegnungen mit Wildtieren sind Selbstfahrern jedoch klare Grenzen gesetzt. Will man diese Grenzen überwinden, in dem man z. B. im nördlichen Botswana drei, vier Tage lang zu Fuss auf Safari ist, den Lower Zabmbezi per Kayak erkundet oder in Mana Pools das Weitwinkelobjektiv für Elefantenfotos benutzen möchte, so holt man sich dafür am besten professionelle Unterstützung.

Wichtig ist, die angemessene Auswahl für diese Unterstützung zu treffen. In den Ländern des Südlichen Afrikas sind die Standards in der Ausbildung von Field Guides sehr unterschiedlich. Am höchsten liegt die Messlatte bis heute in Zimbabwe. Die Professional Field Guides aus Zimbabwe, welche ich persönlich kenne haben allesamt eine sehr harte, intensive Ausbildung über 4 Jahre hinter sich und verfügen im Durchschnitt über 10 Jahre Erfahrung als Professional Field Guides. Andere haben vor ihrer Ausbildung zum Field Guide jahrelange Erfahrung als Wildtierbiologen im Feld gesammelt.

Ob als Selbstfahrer oder als luxuriöser Fly-in Tourist, ob für zwei, drei Tage oder für den ganzen Trip: Wohl jedermann, der die relativ teure Reise ins Südliche Afrika auf sich nimmt kann für spezielle Erlebnisse punktuell einen Professional Field Guide buchen und sich diesen auch leisten. Dabei ist eins garantiert: Man wird in Punkto Tierbeobachtungen, Foto- und Filmmöglichkeiten, Erlangen von Informationen und Aufbau von Felderfahrung Quantensprünge machen. Unabhängig davon, ob man dies nur für die Dauer der Reise geniesst, oder sich als Selbstfahrer weiteres Bush Know-how aufbauen möchte. Es lohnt sich in jedem Fall.

So oder so: Auf jeder Reise werden wir vom Faktor "Restrisiko" begleitet. Meine persönliche Erfahrung ist, dass dieses Restrisiko bei angemessener Vorbereitung und Einsatz des üblichen Quäntchens gesunden Menschenverstands (und Befolgen der Anweisungen des Guides) überschaubar ist. Auch im Südlichen Afrika kommen wesentlich mehr Besucher durch den normalen Strassenverkehr als durch Wildtiere zu Schaden.

Beste Grüsse

Patrick
www.mywilderness.net
zuletzt bearbeitet 20. Feb. 2011