Nashornwilderei in Südafrika

277 Antworten · 51,6k Aufrufe · gestartet 10. Feb. 2011 von Kerstin
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Themenstarter78 Beiträge · seit 200710. Feb. 2011 · #1
Hallo Formis,

hier eine traurige Nachricht:

Im Krüger Wildschutzgebiet hat sich die Wilderei von Nashörnern zu einem ernsthafteren Problem entwicklet, als es noch 2008 aussah. Ganze Syndikate handeln mit dem Horn der Nashörner. Ende November 2010 wurden in Hoedspruit, Südafrika in Zusammenhang mit der Wilderei 7 Personen verhaftet. Unter Ihnen 2 Tierärzte. Im Thornybush Wildschutzgebiet wurde ein Spitzmaulnashornbulle per Hubschrauber lebendig gestohlen - unglaublich!

Laut Pressemitteilungen wurden 2008 74 Breitmaulnashörner gewildert. Im Jahr 2009 waren es 108 tote Nashörner. Bis Ende November 2010 hatte man 249 tote Tiere gefunden. Wieviel werden es 2011 sein???

Offensichtlich lernt der Mensch nicht dazu!!!

Die " Honorary Ranger Organisation in Randburg" setzt sich gegen die Wilderei im Krüger Wildschutzgebiet ein. Nähere Informationen findet Ihr unter www.sanparkshr.org

Sind nicht Nashörner die "Burgen, Schlösser und Kulturdenkmäler Afrikas!" ???

Gruß

Kerstin
3'700 Beiträge · seit 200910. Feb. 2011 · #2
Liebe Kerstin,

danke, dass du diesen Beitrag, über den wir von dir ausführlich auf dem Forumstreffen in Hannover informiert wurden, gepostet hast. Die Spendenübermittlung für dieses Projekt an SANPARKs ist total easy. Hoffentlich kommt genug Spendengeld zusammen, um einen Heli anzuschaffen.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
2'772 Beiträge · seit 200610. Feb. 2011 · #3
Danke, Kerstin, dass Du den Bericht hier eingestellt hast.
Wir haben schon einen Betrag gespendet und hoffen, dass das Vorhaben gelingt.

Lg Barbara
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
Themenstarter78 Beiträge · seit 200710. Feb. 2011 · #4
Hallo Marina,

als wir über Weihnachten in Südafrika waren und wir davon erfahren haben, hat mich das einfach wahnsinnig wütend und traurig gemacht. Wir die Afrikareisenden sollten einfach mithelfen, was dagegen zu tun.

Kerstin
Themenstarter78 Beiträge · seit 200710. Feb. 2011 · #5
Hallo Babara,

danke im Namen aller Nashörner Südafrikas.

Kerstin
3'700 Beiträge · seit 200910. Feb. 2011 · #6
Liebe Kerstin,

das hast du absolut recht. Vor allem, wenn man bedenkt, welche Klientel diese Verbrechen begeht!!!

Übrigens kann man auf der Sanpark-Spendenseite schön zusehen, wie der Spendenbalken nach rechts wandert. Ev. kannst du diese Info auch einmal an diverse Zeitschriften (Welt-online, Spiegel-online, Süddeutsche etc. weiterleiten). Der geplante Highway durch die Serengeti war ja auch eine Meldung wert. Und am besten packe gleich deine Fotos mit bei!!! Das verleiht der Angelegenheit mehr Nachdruck.

Mit herzlichen Grüßen
Marina
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3'700 Beiträge · seit 200917. Feb. 2011 · #8
Hallo Fomis,

hier ein TV-Tipp zum Thema:
ZDFneo: Nashörner hautnah
Samstag, 26. Februar 2011, 18:00 - 18:45 Uhr
Nashörner wirken wie Überlebende längst vergangener Zeiten. Die kurzsichtigen Vegetarier sind eher scheue Tiere, die menschliche Nähe meiden. Nur wenn sie sich bedrängt fühlen, können sie "Rot" sehen und angreifen. Aber Nigel Marven kennt keine Scheu. Auf der Suche nach den letzten Nashörnern der Erde, hat er sich auf eine Entdeckungsreise voller Strapazen eingelassen.Weltweit gab es früher einmal 300 verschiedene Nashornarten, sogar einige in Europa. Heute existieren nur noch fünf Arten. Ihre Bestandszahlen sind Besorgnis erregend, nicht nur wegen der Zerstörung ihrer Lebensräume. Sie werden wegen ihres Hornes auch heute noch erbarmungslos gejagt. Obwohl der Handel illegal ist und hohe Strafen drohen, boomt der Schwarzmarkt. Ein Dolchgriff aus dem Rhino-Horn gilt im Jemen als Status- und Männlichkeitssymbol. Und in der traditionellen chinesischen Medizin herrscht der verbreitete Glaube an die Potenz steigernde und heilsame Wirkung des pulverisierten Horns. Doch der einzige Effekt spielt sich im Kopf ab. Aus medizinischer Sicht könnten wir auch auf unseren Fingernägeln kauen.
Weitere Infos zur Sendung findet ihr im Forums-Kalender.

Herzliche Grüße
Marina
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Themenstarter78 Beiträge · seit 200726. Feb. 2011 · #9
Hallo,

ich habe eine gute Nachricht. Mit Hilfe der aus Deutschland eingegangenen Spenden konnten 24 junge Männer eingestellt werden, die jetzt als Wildhüter ausgebildet werden. Wichtig ist, dass das Projekt nachhaltig unterstützt wird, damit diese Menschen, die gegen die Nashornwilderei kämpfen, auch weiterhin bezahlt werden können.

Liebe Grüße

Kerstin
Themenstarter78 Beiträge · seit 200706. Juni 2011 · #10
Hallo liebe Formis,

leider geht die Nashornwilderei im südlichen Afrika weiter. Bald werden wir nur noch von den Big 4 sprechen. Um das zu verhindern bzw. zumindest einen kleinen Beitrag gegen die Wilderei zu leisten, haben wir einen gemeinnützigen Verein go-for-rhino gegründet. Wir unterstützen eine gemeinnützige Rancherorganisation, die sich aktiv für die Rettung der Nashörner einsetzt und auch von den Sanparks in Südafrika anerkannt ist.

Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Afrikareisende beteiligen.

Nähere Infromationen zum Verein findet Ihr unter www.go-for-rhino.de und zu den Ranchern unter www.sanparkshr.org.

LG
Kerstin
1'457 Beiträge · seit 200607. Juni 2011 · #12
Das ist eben das Problem des privaten "Naturschutzes". Die Gamefarms und selbsterklärten "Wildschutzgebiete" scheffeln mit den Tieren Geld, aber eine enstprechende Sicherheit wie in den Nationalparks kann nicht (oder genauso wenig) gewährleistet werden.
Nun sollen private Spender für Schutzprojekte aufkommen. Ein weiteres Beispiel der Kapitalisierung (süd)afrikanischer Naturgüter. Denn ähnlich wie bei den Atomkraftwerken werden dann die Kosten von der Allgemeinheit (Spendern) getragen, die Gewinne aber privatisiert.
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2011
33,1k Beiträge · seit 200607. Juni 2011 · #13
Hi Kono,
Das ist eben das Problem des privaten "Naturschutzes". Die Gamefarms und selbsterklärten "Wildschutzgebiete" scheffeln mit den Tieren Geld, aber eine enstprechende Sicherheit wie in den Nationalparks kann nicht (oder genauso wenig) gewährleistet werden.
Nur als Info, etwa 99 % der im letzten Jahr gewilderten 333 Nashörner in Südafrika wurden in staatlichen Schutzgebieten gewildert. Die Sicherheit für Nashörner auf privaten Farmen ist deutlich besser gewährleistet als in den staatlichen Schutzgebieten.

Siehe z.B. www.afrikaforce.org.za/2011/04/12/rhino-poaching-in-south-africa/

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2011
16 Beiträge · seit 201107. Juni 2011 · #14
Auch bei uns in der Umgebung wurden einige Nashörner angeschossen das Horn abgesegt und halbtot liegengelassen. Darunter auch ein sehr zahmes Nashorn was mehr oder weniger richtig zur Familie gehört hat.
Das könnte das sein wo die zwei Tierärzte mit verhaftet wurden, obwohl ich nur von 5 Mänenrn weiß und leider habe ich auch gehört das mindestens ein Tierarzt nach Kautionszahlung wieder raus kam.
www.waterberg-delikatessen.com www.leistnerattorneys.co.za
1'457 Beiträge · seit 200607. Juni 2011 · #15
du hast recht Christian, ich hätte nur genausowenig schreiben sollen. Durch die Flächengröße und Infrastruktur haben Gamefarms (wo man natürlich über den Schutzaspekt, zumindest für andere Arten streiten kann) einen Vorteil gegenüber Nationalparks.
Bei den von dir gelieferten Zahlen darf man aber auch die Relation nicht vergessen, so sind zum Beispiel nur 24,5% aller Breitmaulnashörner in privatem Besitz ...

Nichts desto trotz ist die aktuelle Entwicklung besorgniserrengend
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2011
33,1k Beiträge · seit 200607. Juni 2011 · #16
Hi Konno,
Nichts desto trotz ist die aktuelle Entwicklung besorgniserrengend
Da stimme ich Dir 100 % zu.

Sonnige Grüße
Chrsistian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Themenstarter78 Beiträge · seit 200707. Juni 2011 · #17
Hallo,

entschuldigt, aber die Quatscherei, wer Schuld ist, macht mich traurig. Es ist nun mal so, dass die Widerer super ausgestattet sind. Ich finde es gut, dass es im südlichen Afrika Menschen gibt, die mit Ihren wenigen Mitteln aber mit Ihrer Kraft dagegen kämpfen und die wollen wir unterstützen.

Das hat nichts mit Kapitalisierung zu tun. Sind Euch die Länder, Tiere und Menschen in Euren Urlaubsländern egal.

Kerstin
1'457 Beiträge · seit 200608. Juni 2011 · #18
... die Quatscherei nennt man Reflexion 😗
499 Beiträge · seit 200608. Juni 2011 · #19
Hallo,

es gibt schon eine ganze Weile das Projekt "Stop Rhino Poaching".
www.stoprhinopoaching.com
Hier kann man spenden und sieht, was mit dem Geld passiert.
Gruss
Tobias
167 Beiträge · seit 200808. Juni 2011 · #20
Kerstin schrieb:Hallo,

entschuldigt, aber die Quatscherei, wer Schuld ist, macht mich traurig. Es ist nun mal so, dass die Widerer super ausgestattet sind. Ich finde es gut, dass es im südlichen Afrika Menschen gibt, die mit Ihren wenigen Mitteln aber mit Ihrer Kraft dagegen kämpfen und die wollen wir unterstützen.

Kerstin
Eine Diskussion über das Warum und die Schuld an der Misere ist eben doch notwendig, um die Hintergründe zu erhellen und vielleicht doch Abhilfe zu schaffen.
Über das Problem wurden bereits Riesenabhandlungen geschrieben, das würde auch den Rahmen des Forums sprengen, daher nur stichwortigartig einige Fakten – wenn dadurch eine Schwarz-Weiss Zeichnung entsteht, sei`s drum.

Fakt: 333 Rhinos (davon 10 schwarze) wurden 2010 gewildert, mit 146 Rhinos wurde der Krüger Park anteilig am schwersten getroffen, 177 sind`s bereits dieses Jahr.
Grund: Gestiegene Nachfrage (und Preise) für Rhinohornprodukte in der asiatischen Medizin, da denen Hilfe bei Krebs, Aids und Impotenz nachgesagt wird.
Schlussfolgerung: Die hohen Endpreise können nur Konsumenten mit hohem Einkommen also auch höherer Bildung bezahlen. Wenn wir aber schon einem gebildeten Endverbraucher nicht klarmachen können, dass die Hornmasse genauso wirksam ist wie Nägelkauen, kann man hier keine Lösung herbeiführen. Das Statussymbol Rhino Powder und der Abnehmermarkt wird vorläufig bleiben.

Am anderen Ende der Kette steht der Wilderer: solange ein ungelernter oder auch angelernter Arbeiter 15 Rand die Stunde verdient und dazu noch bis über 50% der erwerbsfähigen Bevölkerung arbeitslos ist sind fünf- bis zehntausend Rand für ein paar Tage Risiko akzeptabel und oft auch die einzige Einnahmequelle. Man darf nicht übersehen, dass selbst im Krüger viel für den Pott (also Impalas, Warzenschweine etc) gewildert wird. Die Hemmschwelle ein Rhino zu erlegen sinkt mit der Aussicht auf ein Jahresgehalt für ein paar Tage und Nächte Arbeit. Nicht immer geht es für die Wilderer so schlecht aus wie Anfang Januar dieses Jahres bei Pretoriuskop. Daher wird auch dieses Problem über die nächsten Jahre bestehen.

Dazwischen hängt die Struktur der Organisierer, Logistiker und – leider – auch korrupter Offizieller die fürs Wegschauen oder auch für direktes Mitarbeiten ebenfalls die Hand aufhalten. Hier existiert eine lukrative Schattenwirtschaft mit vielen „Arbeitsplätzen“. Dort anzusetzen durch aktive Ermittlung – auch Unterwandern der Organisation etc - ist die einzige kurzfristige Möglichkeit die Kette zu unterbrechen. Hier wären allerdings (nicht mehr existierende) Formationen wie die Scorpions nötig, und der notwendige Wille dazu ist leider noch nicht feststellbar. Zumindest wurde jetzt die Garnison in Komatipoort verstärkt und aufgerüstet und patrouilliert mit den Park Rangern die Grenze zu Moz.
Im Mafikeng Reserve läuft derzeit ein viel versprechendes Projekt, bei dem durch Implantation eines GPS Chips in das Horn eine komplette Überwachung sichergestellt ist und selbst im Falle eines Absägens des Horns dieses jederzeit lokalisiert werden kann. Damit ist das Horn für den Wilderer wertlos. Traurig, dass zu solchen Maßnahmen gegriffen werden muss.

Bei der Bekämpfung der Wilderei können die Honary Rangers nur eine unterstützende Rolle einnehmen, da sie gesetzlich auf das Beobachten und Melden beschränkt sind und allenfalls ein Citizens Arrest durchführen können. Umso mehr ist ihr Engagement für die Sache zu schätzen, es ist nicht jedermanns Sache, seine Freizeit, eigenes Geld und manchmal auch seine Gesundheit zu opfern. Nur in der Kooperation von HR, privater Security und den staatlichen Organisationen kann die Wilderei derzeit eingedämmt werden. Danke dafür, dass es Leute gibt, die das unterstützen.

Grüsse aus Marloth Park

Karl