Mugabe-Miliz besetzt Lodges

40 Antworten · 8'610 Aufrufe · gestartet 24. Jan. 2011 von travelNAMIBIA
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232 Beiträge · seit 200629. Jan. 2011 · #21
pme schrieb:
Basierend auf vielseitiger, persönlicher Erfahrung kann ich Dir denn auch sehr gerne bestätigen, dass die Bevölkerung Zimbabwes nicht mehr oder weniger aus Mördern, Terroristen und Wegelagerern besteht, als die Bevölkerungen der meisten anderen Länder auf unserer Erde.
Patrick
Danke Patrick für deine Einschätzung; ich hätte es nicht besser schreiben können.

Grüessli, Manaslu
658 Beiträge · seit 200729. Jan. 2011 · #22
Manaslu schrieb:
pme schrieb:
Basierend auf vielseitiger, persönlicher Erfahrung kann ich Dir denn auch sehr gerne bestätigen, dass die Bevölkerung Zimbabwes nicht mehr oder weniger aus Mördern, Terroristen und Wegelagerern besteht, als die Bevölkerungen der meisten anderen Länder auf unserer Erde.
Patrick
Danke Patrick für deine Einschätzung; ich hätte es nicht besser schreiben können.

Grüessli, Manaslu
Das hat auch niemand behauptet !!!!!
Grüßle Ralf
13 Beiträge · seit 201030. Jan. 2011 · #23
Hallo Patrick,

nicht traurig sein. Du hast anderen Lesern sehr sachlich die Lage der Locals geschildert. Ich war am Lake Kariba und habe dort eine Community besucht. Über die Zustände will ich gar nicht länger berichten. Meine Übernachtung auf der naheliegenden Lodge ist nur ein Tropfen auf einen heißen Stein gewesen, meine kleinen Einkäufe dort auch. Für die Leute dort, hat es viel bedeutet. Lest den aktuellen Reiseführer aus dem Hupe Verlag. Ihr werdet erkennen, wie wichtig Euer Kommen für die Locals, Tiere und Landschaften sind.

Ja wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Bevölkerung, Tiere und Landschaften brauchen unser Licht.

Rudi
111 Beiträge · seit 200630. Jan. 2011 · #24
Horse_whisperer schrieb:
Fakt ist, dass jeder Dollar an Devisen das Regime unterstützt und schlußendlich der Bevölkerung nur schadet.
Die paar Touristenn ändern nichts an der Gesamtsituation, sie unterstützen sie nur, aus oben genannten Gründen.
Persönlich bin ich überzeugt davon, dass die Anwesenheit von Touristen, Hilfswerken, ausländischen Medien ua. in Ländern despotischer Regimes die Öffentlichkeit und die damit verbundene Aufmerksamkeit gewährleisten und dadurch oft noch Schlimmeres verhindern und eine gewisse "Schutzfunktion" ausüben können ...
111 Beiträge · seit 200630. Jan. 2011 · #25
Swakop52 schrieb:
Nicht ohne Grund umfahren die meisten Südafrikaner Zimbabwe.

BadBoy
... und genau diese Südafrikaner sind's doch (nebst der African Union), die in diesem Trauerspiel eine ganz üble Rolle spielen 😐
111 Beiträge · seit 200630. Jan. 2011 · #27
Sambezi schrieb:
Hallo,

hier geht es zwar um China, aber die allgemeinen Anmerkungen zu einem Reiseboykott ja oder nein sind dort etwas beleuchtet....

http://www.welt.de/reise/article1867843/China_Urlauber_und_das_moralische_Dilemma.html

Gruß
ich bin mir nicht so sicher, ob sich die Sicht auf China so pauschal auf die afrikanischen Staaten übertragen lässt. China ist eh eine Weltmacht und deshalb unter "Dauerbeobachtung", die afrikanischen Staaten sind da eher "vernachlässigbare Nebenschauplätze", weshalb eine "mediale" Präsenz umso wichtiger ist ...
Gast30. Jan. 2011 · #28
Hallo,

ich meinte ja auch die allgemeinen Betrachtungen, wie z.B. "Völkerverständigung durh Tourismus" weiter unten im Artikel....

Gruß
111 Beiträge · seit 200630. Jan. 2011 · #29
Sambezi schrieb:
Hallo,

ich meinte ja auch die allgemeinen Betrachtungen, wie z.B. "Völkerverständigung durh Tourismus" weiter unten im Artikel....

Gruß
Zum Beispiel das : <Wenn es die Möglichkeit gibt, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und eigene Werte zu vermitteln, dann könnte das eine Reise eher legitimieren, meint auch Philosoph Thies.> gehört für mich in's Reich der Romantik , tönt in meinen Ohren überheblich und führt zu nichts.

Ausländische Touristen, Entwicklungshelfer, Journalisten, Diplomaten, Geschäftsleute ua. können in vielen Ländern allein durch ihre Präsenz eine echte "Schutzfunktione" für die Bevölkerung übernehmen (sicher keine romantische Vorstellung 😐 , trotzdem wertvoll), denn die Despoten wollen trotz allem Barbarismus ihr "demokratisches" Gesicht wahren und scheuen nichts mehr als auswärtige Ämter die sich um ihre Staatsbürger im Land sorgen und negative mediale Internationalität !
Unsere Schweizer Regierung, die prompt auf die Unruhen in Tunesien & Ägypten reagiert hat und die Banken angehalten hat tunesiche Konten zu sperren und Bewegungen auf ägyptischen Konten speziell im Auge zu behalten und zu melden gibt mir etwas Hoffnung. Dasselbe wäre sicher auch betreffend der Konten vieler afrikanischer Despoten angesagt und könnte viel mehr bewirken als was wir Touristen je im Stande sind zu bewirken...
zuletzt bearbeitet 31. Jan. 2011
5'479 Beiträge · seit 200931. Jan. 2011 · #30
Das sich Mugabes Regime einen Scheißdreck um die Meinung der auswärtigen Ämter in Europa kümmert, sollte auch der Letzte schon mitbekommen haben. Zimbabwe ist längst über die Phase hinaus, in der es noch versuchte den schönen Schein aufrecht zu erhalten.

Hört sich vielleicht etwas zynisch an, aber solange die Touristen die Situation der lokalen Bevölkerung lindern, dämpft sie damit auch den Anreiz der Bevölkerung gegen das Mugabe-Regime zu revoltieren. Kurz gesagt, je beschissener es den Menschen geht, umso eher begehren Sie gegen ein Unrechts-Regime auf.

Obwohl ich das Reisen in Zimbabwe aus Sicherheitsgründen noch im akzeptablen Bereich halte, mache ich aus den o.g. Gründen bis zum Regime-Wechsel einen Bogen um dieses sehr schöne Land.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 31. Jan. 2011
630 Beiträge · seit 200831. Jan. 2011 · #31
Hallo,

die Gefahr weiterer "Besetzungen" scheint durchaus zu bestehen,
siehe dazu folgende neue Meldung aus "The Standard" (ZIM):
President Mugabe’s nephew Patrick Zhuwao who is also MP for Zvimba East has claimed responsibility for the invasions of the tourism facilities around Lake Chivero and has vowed the invaders who were thrown out by the police last week will return soon.
Für Touristen ist dies nicht leicht einzuschätzen.

Gruß

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
1'223 Beiträge · seit 201031. Jan. 2011 · #32
squirrel schrieb:
Swakop52 schrieb:
Nicht ohne Grund umfahren die meisten Südafrikaner Zimbabwe.

BadBoy
... und genau diese Südafrikaner sind's doch (nebst der African Union), die in diesem Trauerspiel eine ganz üble Rolle spielen 😐
In Südafrika hat die steuerzahlende Bevölkerung eine gesundere Einschätzung als der rammelgeile vielweibernde Präsident und sein ANC.

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
111 Beiträge · seit 200631. Jan. 2011 · #33
Topobär schrieb:
Das sich Mugabes Regime einen Scheißdreck um die Meinung der auswärtigen Ämter in Europa kümmert, sollte auch der Letzte schon mitbekommen haben. Zimbabwe ist längst über die Phase hinaus, in der es noch versuchte den schönen Schein aufrecht zu erhalten.

Hört sich vielleicht etwas zynisch an, aber solange die Touristen die Situation der lokalen Bevölkerung lindern, dämpft sie damit auch den Anreiz der Bevölkerung gegen das Mugabe-Regime zu revoltieren. Kurz gesagt, je beschissener es den Menschen geht, umso eher begehren Sie gegen ein Unrechts-Regime auf.

Obwohl ich das Reisen in Zimbabwe aus Sicherheitsgründen noch im akzeptablen Bereich halte, mache ich aus den o.g. Gründen bis zum Regime-Wechsel einen Bogen um dieses sehr schöne Land.
Das hört sich nicht bloss zynisch an, sondern ist Zynismus pur !
Ich meine auch die Vorstellung, dass der Touri der dem Einheimischen sein verfaultes Gemüse abkauft damit was bewirken täte gehört in die Schublade des Entwicklungshelferkitsch .
Rein durch seine Präsenz bewirkt er (und die anderen Ausländer) aber schon was, er soll Zeuge und Öffentlichkeit sein. Selber habe ich das Ende der 80er in Angola erlebt, wo ich für die WHO tätig war. Die Menschen waren uns unendlich dankbar, weniger für das "Gute" was wir ihnen bescherten (über gut und schlecht in diesem Zusammenhang liesse sich auch kontrovers streiten, aber lassen wir das an dieser Stelle) sondern weil wir einfach da waren, was ihnen einen gewissen Schutzraum vor Übergriffen gab. Die Greuel fanden anderswo statt, in abgelegenen Gebieten wo keine Ausländer es je wagten ihren Fuss hinzusetzen.

Die europäischen Ämter werden Mugabe kaum ärgern, das sehe ich auch so, anders steht's allerdings mit den südafrikanischen und amerikanischen und notabene chinesischen (leider kommt von da derzeit noch wenig Druck !)

Im Thread - Eröffnungsbericht wird erwähnt, die Besetzungen seien relativ friedlich verlaufen, für mich ein Zeichen, dass Mugabe und seinen Schergen die Weltöffentlichkeit doch nicht so egal ist. Man kann sich ausmalen wie das gelaufen wäre, wenn hinter den Lodges nicht amerikanische und britische Grosskonzerne stecken würden ...
5'479 Beiträge · seit 200931. Jan. 2011 · #34
Wenn hinter den Lodges britische Großkonzerne stehen würden, hätte Mugabe die schon längst enteignet. Großbritannien ist Mugabes Lieblingsfeind. Die Lodges sind überwiegend in südafrikanischem Besitz.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
232 Beiträge · seit 200631. Jan. 2011 · #35
Horse_whisperer schrieb:
Das hat auch niemand behauptet !!!!!

Scherzkeks 🤪
111 Beiträge · seit 200631. Jan. 2011 · #36
Topobär schrieb:
Wenn hinter den Lodges britische Großkonzerne stehen würden, hätte Mugabe die schon längst enteignet. Großbritannien ist Mugabes Lieblingsfeind. Die Lodges sind überwiegend in südafrikanischem Besitz.
Okay , dann eben südafrikanisch, womit Du eigentlich deinem eigenen Postulat <Zimbabwe ist längst über die Phase hinaus, in der es noch versuchte den schönen Schein aufrecht zu erhalten.> widersprichst, offensichtlich liegt ihnen doch noch etwas an ausländischem (südafrikanischem) Kapital und Know - How . Eine Karte, die von den "Besitzern" des Kapitals und des Know - Hows (Südafrika eben) nur noch ausgespielt werden müsste, denn insbesondere auch im Management seiner natürlichen (für den Staat einträglichen) Ressourcen ist Zimbabwe arg von Südafrika abgängig ...
zuletzt bearbeitet 31. Jan. 2011
1'223 Beiträge · seit 201001. Feb. 2011 · #37
Squirrel,

sorry, aber was Du hier and wunderhübschen Theorien und Thesen von Dir gibst hat bereits 1000de Male in Afrika nicht funktioniert. Der blinde Glaube an eine heile Welt, die es einfach nicht gibt, bringt niemanden weiter, und bringt die Menschen morgen um, die sie heute füttern.

Das liegt auf gleicher Ebene, wie jene, die noch heute den wunderschönen Thesen und Theorien eines Karl Marx hinterherrennen, obwohl es sich tausend Male erwiesen hat, daß diese am "Faktor Mensch" zum Scheitern verurteilt sind und niemals funktionieren werden und können ohne übelste Unterdrückungsmechanismen. Selbstverständlich ist dieses nur ein Vergleich und bezieht sich nicht auf Dich.

Die Realität sieht nämlich meistens anders aus. Afrika hat eine andere Denke als Europäer. Auch die Denkmechanismen eines Robert Mugabe, der von den Zumas und Konsorten auch weiterhin gestützt wird. Und die Zumas lassen sich da von Euroäern auch nicht dreinreden, sonst sprechen sie morgen mit den Chinesen, für die Menschenleben ohnehin nichts zählen, nur noch der blanke Dollar.

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
111 Beiträge · seit 200601. Feb. 2011 · #38
Kommt schon sehr dogmatisch rüber , Bad Boy !

Klar macht da jeder so seine eigenen Erfahrungen und die scheinen bei uns beiden nicht identisch zu sein und müssen sie ja auch nicht ! Hauptsache jeder bildet sich zu dieser Thematik seine Meinung (dazu sind wir auch als Touris verpflichtet) und hilft verhindern, dass die grausamen Dinge unter den Tisch gekehrt werden ...

Jedenfalls darfst Du mir glauben, dass ich schon weiss wie die Afrikaner ticken, das habe ich schon in meiner Kindheit erfahren, die ich in Südafrika verbringen durfte (ja durfte ! denn es war trotz der Apartheid, unter der mein Vater selbst als Ausländer in seiner Arbeit doch sehr gelitten hat, eine gute Zeit!) Allerdings habe ich damals auch gelernt wie die Kolonialisten ticken 😐
zuletzt bearbeitet 01. Feb. 2011
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200602. Feb. 2011 · #39
Hi zusammen,

dazu aktuell gerade ein Artikel aus der Tourism Update:

"Zimbabwe tourism suffers from Chivero invasions"
http://www.tourismupdate.co.za/NewsDetails.aspx?newsId=23140

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'723 Beiträge · seit 200902. Feb. 2011 · #40
Topobär schrieb:
Das sich Mugabes Regime einen Scheißdreck um die Meinung der auswärtigen Ämter in Europa kümmert, sollte auch der Letzte schon mitbekommen haben. Zimbabwe ist längst über die Phase hinaus, in der es noch versuchte den schönen Schein aufrecht zu erhalten.

Hört sich vielleicht etwas zynisch an, aber solange die Touristen die Situation der lokalen Bevölkerung lindern, dämpft sie damit auch den Anreiz der Bevölkerung gegen das Mugabe-Regime zu revoltieren. Kurz gesagt, je beschissener es den Menschen geht, umso eher begehren Sie gegen ein Unrechts-Regime auf.

Obwohl ich das Reisen in Zimbabwe aus Sicherheitsgründen noch im akzeptablen Bereich halte, mache ich aus den o.g. Gründen bis zum Regime-Wechsel einen Bogen um dieses sehr schöne Land.
deinen kommentar finde ich ziehmlich schluessig .. hatte ja schon gesagt, das ich bei dem thema immer mal hin und her gerissen bin, aber deine argumentation finde ich ziehmlich intelligent..
danke !
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss