KRKrümel79Themenstarter7 Beiträge · seit 201014. Okt. 2010 · #1
Kuckucks 🙂
Ich fliege am Freitag endlich nach Namibia :-))) und gestern ist mir so eine Idee gekommen. Ich arbeite bei einem Zahnarzt und könnte einige Zahnbürsten und Zahnpasta mitnehmen. Hat jemand Erfahrung, ist das eine gute Idee oder unnötig!?
Würd mich sehr freuen wenn mir jemand einen Tip geben würde 🙂 Danke
Sonnige Grüsse
Swakop-Moni387 Beiträge · seit 200914. Okt. 2010 · #2
Hallo Krümel79!
Im ersten Moment erscheint es als eine gute Idee - so habe ich früher auch gedacht. Aber wer sorgt später für Ersatz...... wo soll das Geld für neue Zahnbürsten und vor allem Zahnpasta herkommen? Wichtiger ist es da schon "Milipap" für den täglichen Hunger zu kaufen. Die Kinder putzen ihre Zähne mit den Fingern und Wasser und das geht auch....
Aber vielleicht denkt ja jemand anderes wieder anders darüber.
Ist meine Erfahrung.
Schöne Reise, tolle Eindrücke und eine super Zeit wünscht Swakop-Moni
Es wird viel gefragt um es dann doch selbst wieder mal besser zu wissen...
Ich unterstütze diese Idee voll und ganz. Habe auch schon oft darüber nachgedacht, komme aber nicht so leicht an diese Dinge ran. Ich denke, lieber 1/2 Jahr (oder länger) auf einer schlechten Zahnbürste rumgebissen, als gar keine Zähne geputzt. (Auf einem Pfefferminzstrauch rumzubeißen oder ähnliches halte ich nicht für Zahnreinigung.)
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200714. Okt. 2010 · #4
Swakop-Moni schrieb:
Hallo Krümel79!
Im ersten Moment erscheint es als eine gute Idee - so habe ich früher auch gedacht. Aber wer sorgt später für Ersatz...... wo soll das Geld für neue Zahnbürsten und vor allem Zahnpasta herkommen? Wichtiger ist es da schon "Milipap" für den täglichen Hunger zu kaufen. Die Kinder putzen ihre Zähne mit den Fingern und Wasser und das geht auch....
Aber vielleicht denkt ja jemand anderes wieder anders darüber.
Ist meine Erfahrung.
@ Swakop-Moni,
ich stimme dir voll und ganz zu!
Unsere Erfahrung war, dass die Zahnbürsten zweckentfremdet verwendet wurden. Dieses Jahr war eine zahnärztliche Fachangestellte bei uns in Usakos und übte mit den Kids zähneputzen! Seitdem werden täglich unter Aufsicht Zähne geputzt. Alles andere macht keinen Sinn! Für Sachspenden sind wir immer dankbar 🙂
Viele Grüße vom Bodensee
Traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
www.namibiakids.com
Gebt Rassismus keine Chance!
die Einheimischen benutzen die Zweige von einem bestimmten Baum zum Zähneputzen. Und das funktioniert ausgezeichnet. Das ist billiger als Zahnbürste und -pasta, die meisten würden eh nicht wisse, was sie damit machen sollten.
Praktischer wäre Stifte (Kulis, usw.) mitzunehmen, da die wirklich gebraucht werden und sehr teuer sind. Vielleicht kriegt ihr da welche von den Vertretern?
Gruß Brgitte
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200715. Okt. 2010 · #6
@ moochi,
Ganz so einfach ist es nicht – und wieder sehr verallgemeinert! Je nach Kulturstamm, Landesteil schaut es anders aus. Sogar einheimische Kids haben Zahnschmerzen, dicke Backen, faule Zähne……..und weit und breit kein Zahnarzt!
Ich würde doch vorschlagen, den Kids etwas zu essen zu geben: Maismehl, Teile vom Lunchpaket, haltbare Kekse usw. Im Norden (Himba)keine Äpfel, weil die nur mit grossen Problemen verdaut werden; wenn überhaupt von Verdauung gesprochen werden kann.
Bleistifte sind immer gut, aber mit leerem Bauch lernt sich schlecht. Und manchmal geht es schlichtweg ums Überleben, auch in Namibia!
Eines können wir nicht: San, Himba, Ovambo, Herero, Damara, Nama usw. in einen Topf schmeißen!! Und dann kommt es immer noch auf den Landesteil an, wo sie leben.
Grüsse vom B`see
Traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
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von unterkunft swakopmund Bleistifte sind schon gut, aber noch besser sind Buntstifte und auch kleine Notebooks DIN A6, das findet den grössten Anklang und Absatz. Davon könnt ihr kaum genug mitbringen, und Ihr werdet von Kindern nur so umringt sein. Kulis werden den Kindern von den Erwachsenen weggenommen! Und die Zahnbürsten vergessen, ist ja schon beschrieben worden, warum. Bonbon sind auch sehr begehrt, aber wie gesagt eben nicht förderlich für die Zahnhygiene. Liebe Grüsse von Uschi und Peter
1. Es ist keine Verallgemeinerung, wenn man sagt, dass in Afrika von vielen Völkern Naturhölzer zur Zahnpflege benutzt werden, sondern ein Fakt. Ich habe dies sowohl in Somalia, Kenia und auch in Namibia usw. erlebt.
2. Wenn man den Leuten Zahnbürsten gibt, muss man auch dafür sorgen, dass alle 3 Monate neue geliefert werden. Da das aber nicht sichergestellt ist, kann man davon ausgehen, dass die Bürsten länger benutzt werden und damit eine erhöhte Gefahr von Zahnfleischverletzungen besteht.
3. Auf den Naturhölzern wird oft rumgekaut. Man kann davon ausgehen, dass dies auch mit Zahnbürsten gemacht wird und dies daher eher zu Verletzungen führen kann.
4. Das man schwerer lernt wenn man Hunger hat ist nichts Neues. Aber Almosen mitbringen ist nicht die Lösung, im Gegenteil das verführt dazu weniger zu machen. Da wäre Anleitung zur Selbsthilfe angebrachter.
1. Es ist keine Verallgemeinerung, wenn man sagt, dass in Afrika von vielen Völkern Naturhölzer zur Zahnpflege benutzt werden, sondern ein Fakt. Ich habe dies sowohl in Somalia, Kenia und auch in Namibia usw. erlebt.
2. Wenn man den Leuten Zahnbürsten gibt, muss man auch dafür sorgen, dass alle 3 Monate neue geliefert werden. Da das aber nicht sichergestellt ist, kann man davon ausgehen, dass die Bürsten länger benutzt werden und damit eine erhöhte Gefahr von Zahnfleischverletzungen besteht.
3. Auf den Naturhölzern wird oft rumgekaut. Man kann davon ausgehen, dass dies auch mit Zahnbürsten gemacht wird und dies daher eher zu Verletzungen führen kann.
4. Das man schwerer lernt wenn man Hunger hat ist nichts Neues. Aber Almosen mitbringen ist nicht die Lösung, im Gegenteil das verführt dazu weniger zu machen. Da wäre Anleitung zur Selbsthilfe angebrachter.
Gruss von den Fildern
von unterkunft swakopmund sollte sich das auf die Bunstifte beziehen widerpreche ich hiermit. Buntstifte und Papier sind keine Almosen, sonden fordern und fördern die Kreativität der Kinder. Meine Erfahrung dazu, sie brauchen den Kindern nicht eimal zu zeigen wie die Handhabung ist, das haben diese sehr schnell selber raus. Und die Kinder werden sofort anfangen zu malen, und bestimmt gibt es dann auch ein Potrait von Ihnen, das die Kinder gerne an Sie als Dankeschön weiterreichen. Ausserdem werden Sie mit strahlender Kinderaugen belohnt. Mfg Peter
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200716. Okt. 2010 · #10
@moochi
Zitat welwitch Dieses Jahr war eine zahnärztliche Fachangestellte bei uns in Usakos und übte mit den Kids zähneputzen! Seitdem werden täglich unter Aufsicht Zähne geputzt. Alles andere macht keinen Sinn
Ist das nicht Hilfe zur Selbsthilfe?!
Zitat moochi die Einheimischen benutzen die Zweige
Diese Aussage ist eine Verallgemeinerung!
Übrigens wurden in Deutschland vor 50 Jahren Zahnbürsten solange benutzt, bis kaum mehr Borsten da waren (sagt nicht aus, dass ich das gut finde)
Holz im Mund kann auch zu Verletzungen führen.
Essbares für Kinder sind Almosen? Beistifte sind Almosen?
Gruß
Traudel
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Danke, für den Gedanken an die Kinder hier. Aber , wie Du siehst, führt es zu sehr kontroversen Diskussionen? Nimm die Bürsten und Zahnpasta und verteil sie unter den 2,5 Millionen Kindern, die in Deutschland unter der Armutsgrenze leben !!! (Mehr, als Namibia Einwohner hat) Somit hast Du vor der eigenen Tür gekehrt. Und eine gute Tat getan !! In D liegt viel mehr im Argen, als angenommen wird.
Zitat welwitch Dieses Jahr war eine zahnärztliche Fachangestellte bei uns in Usakos und übte mit den Kids zähneputzen! Seitdem werden täglich unter Aufsicht Zähne geputzt. Alles andere macht keinen Sinn
Ist das nicht Hilfe zur Selbsthilfe?!
Zitat moochi die Einheimischen benutzen die Zweige
Diese Aussage ist eine Verallgemeinerung!
Übrigens wurden in Deutschland vor 50 Jahren Zahnbürsten solange benutzt, bis kaum mehr Borsten da waren (sagt nicht aus, dass ich das gut finde)
Holz im Mund kann auch zu Verletzungen führen.
Essbares für Kinder sind Almosen? Beistifte sind Almosen?
Gruß
Traudel
von unterkunft swakopmund Das Hauptnahrungsmittel der Kinder ist Millipap, Weißbrot und Tee mit viel Zucker und sogar Zucker pur, das führt zwansläufig zu Zahnproblemen. Neben der Unkenntniss das diese Nahrungsmittel keine gesunde Ernährung darstellen, ist dieses Essensverhalten auch auf die allgemeine Armut der Bevölkerung zurückzuführen, übrigens eingeführt von den Missionaren. 2,5 Kg Maismehl ca 15 N$, ein Weißbrot ca 8 N$, 1Kg Zucker ca 8 N§, Obst steht kaum auf dem Programm. Hier sehe ich den Hauptansatspunkt. Mit einer zahnärztlichen Fachangestellten ist das Ernährungsfehlverhalten kaum zu lösen, hier werden nur die Ursachen, und nicht die Symptome behandelt. Eine Zahnbüste dagegen kostet soviel wie 2,5 Kg Mehl und 1Kg Zucker zusammen, und macht nicht satt. Tomaten, Blumenkohl, Petersilie, Zwiebeln ua. gedeihen hier sehr gut, auch mit weniger Wasser, es wäre also sinnvoller den Kindern den Anbau von Gemüse beizubringen, eine Tomatenflanze trägt hier schon nach 3 Monaten und bringt alle 3-4 Monate neue Früchte und zwar über Jahre. Das ist Hilfe zur Sebsthilfe. Die Alten weden so ein Progamm nicht mehr in sich aufnehmen, aber die Kinder, und die sind ja schließlich die Zukunft. MfG. Peter
WEwelwitch189 Beiträge · seit 200716. Okt. 2010 · #13
Unterkunft Swakomund Hallo Peter,
Vollkommen richtig! Das Ursprungsthema war Zahnbürsten pro und contra. Dazu nahm ich Stellung.
Zähneputzen, gesamte Hygiene und Aufklärung, gesunde Ernährung, bessere Schulbildung, Anleitung zu lebenspraktischem Lernen - dazu gehört auch ein Gemüsegarten anlegen u.v.m. -, sind Teile eines Gesamtpaketes. So arbeiten wir auch in unserem Projekt. (man verzeihe mir die Eigenwerbung, hatte ich ursprünglich nicht vor) Hilfe zur Selbsthilfe!
Kinder sind die Zukunft – da muss auch angesetzt werden.
Ich kenne Kinder, die nicht einmal täglich den pap daheim bekommen – also wirklich hungern. Warum das so ist, wäre wieder ein neues, uferloses Thema
Viele Grüße
Traudel
Viele kleine leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde veraendern.
www.namibiakids.com
Gebt Rassismus keine Chance!
Vollkommen richtig! Das Ursprungsthema war Zahnbürsten pro und contra. Dazu nahm ich Stellung.
Zähneputzen, gesamte Hygiene und Aufklärung, gesunde Ernährung, bessere Schulbildung, Anleitung zu lebenspraktischem Lernen - dazu gehört auch ein Gemüsegarten anlegen u.v.m. -, sind Teile eines Gesamtpaketes. So arbeiten wir auch in unserem Projekt. (man verzeihe mir die Eigenwerbung, hatte ich ursprünglich nicht vor) Hilfe zur Selbsthilfe!
Kinder sind die Zukunft – da muss auch angesetzt werden.
Ich kenne Kinder, die nicht einmal täglich den pap daheim bekommen – also wirklich hungern. Warum das so ist, wäre wieder ein neues, uferloses Thema
Viele Grüße
Traudel
von unterkunft swakopmund Es ging wirklich erst nur um Zahnbürstem, so meine ich es gelesen zu haben, was ich jetzt lese nach der "Ergänzung" stimmt mich froh. Und Eigenwerbung kann ich hier nicht erkennen, nur eine Beschreibung eines sinnvollen Projekts Das macht uns Mut. Grüsse von Peter und Uschi
Ja, in den 50 hat man die Zahnbürsten ewig benutzt, die waren aber nicht aus Plastik sondern hatten Naturborsten.
Ich habe auch darauf hingewiesen, dass Hilfe zur Selbsthilfe angebrachter ist als Almosen auszuteilen. Wenn die Leute lernen sich selbst zu versorgen, wäre es nicht mehr nötig Milipap mitzunehmen. Wenn Eure Organisation das macht, Hut ab. Ich meinte aber eher den typischen Touristen, der meint mit ein paar Äpfeln eine große Tat vollbracht zu haben.
Es ist oft schwer zu sehen, wo Geschenk aufhört und Almosen anfängt.
Hallo ,, finde dies ein sehr interessanes Thema und habe eigentlich auch vor Buntstifte und Papier im Dezember mitzunehmen. Wollte mich zunächst mit der Botschaft in Verbindung setzen und anschließend mit der Fluggesellschaft wegen evt. Übergepäck und dann alles mögliche zusammensuchen.Hat jemand schon Erfahrung damit?
Das mit den Zahnbürsten finde ich naürlich auch toll, aber ist der Wasserverbrauch nicht zu hoch?! Jeder Liter ist wertvoll und das Zahnputzwasser muss ausgespuckt werden?
Hi Kiwi, leider hat Air Berlin das Charity Baggage eingestellt . Ich würde vorsichtig sein mit Übergepäck 😉 Lieben Gruß Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Erika2'338 Beiträge · seit 200717. Okt. 2010 · #19
Kiwi schrieb:
Das mit den Zahnbürsten finde ich naürlich auch toll, aber ist der Wasserverbrauch nicht zu hoch?! Jeder Liter ist wertvoll und das Zahnputzwasser muss ausgespuckt werden?
Das ist ein wichtiger Faktor, den die Zahnbürstenfraktion viel zu wenig in Betracht zieht. Da die Ernährung ja praktisch nur aus Pap besteht, wäre es sinnvoll, die Zähne auszureissen, da somit das Zahnputzproblem ein für alle Mal aus der Welt geschafft ist, Wasser gespart wird und die Touris guten Gewissens tonnenweise Bonbons verschenken können ohne sich der Löcher in den Zähnen schuldig zu machen.
Gerne eröffne ich auch hierüber eine lange, sinnvolle und überaus interessante Diskussion. 😵