klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200803. Nov. 2010 · #21
Hallo zusammen,
Donnerstag, 19.08.2010: Ihaha
Nach der überwältigenden Tierfülle des gestrigen Tages und unserer Leopardensichtung im Caprivi fehlte es uns in diesem Urlaub eigentlich nur noch an Löwen und Hyänen.
Um möglichst gute Chancen auf eine solche Begegnung zu haben, sind wir - trotz des Protestes der Kinder - schon im Morgengrauen um ca. 6 Uhr 00 aufgestanden. Tische und Stühle haben wir stehenlassen und schon ging es (auch wegen des Lichtes der aufgehenden Sonne) Richtung Westen. So überreich sich die Tierwelt des Ostteils des Chobe gestern gezeigt hat, so mager war die Ausbeute des Vormittags. Außer ein paar Büffeln, Zebras Impalas, Pavianen und Geiern war nicht viel zu sehen. An Raubtieren konnten wir außer zwei Schakalen überhaupt nichts entdecken. Wir haben dann als Rückweg eine Route über eine waldige Gegend gewählt: dort war es aber besonders tierleer! Etwas frustriert kehrten wir gegen 10 Uhr wieder in´s Camp zurück. Dort hatten Paviane und Warzenschweine es inzwischen geschafft die "affensichere" Abfallbox auf der Nachbarcampsite auszuleeren und eine Frucht des Leberwurstbaumes, die wir zurückgelassen haben, aufzufressen. Selbst auf einem Stück Seife war noch der Abdruck eines Pavianzahnes zu sehen.
Wir haben dann noch ausgiebig gefrühstückt und uns die Zeit mit Lesen, Tagebuchschreiben und Kartenspielen vertrieben. Auf der Campsite waren ziemlich viele Tiere: ein Warzenschwein besuchte uns und Glanzstare, kleine Hühnchen und Tokos suchten nach Krümeln.
Nach der Tankanzeige unserer Freunde (unsere war ja seit Grootfontein defekt) hatten wir im Sand des Chobe ziemlich viel Diesel verbraucht. Deshalb hetzten wir doch noch nachmittags nach Kasane, um vor der Fahrt nach Savuti den Tank wieder aufzufüllen. Aber es kam, wie es kommen musste: kein Diesel in Kasane! Angeblich sollte aber die Tankstelle in Kazungula Diesel haben. Also sind wir auch noch dorthin gefahren. Inzwischen hatten wir auf unserer "Tankfahrt" schon soviel Diesel verbraten, dass es mit Savuti und Moremi wirklich knapp wurde, wenn auch dort Ebbe war. Gott sei Dank gab es aber doch tatsächlich in Kazungula Diesel für 6,18 Pula den Liter (aber kein Benzin!). Um 16 Uhr ging es wieder zurück zum Chobe. Leider hatten wir für die Rückfahrt entlang des Chobe nicht mehr viel Zeit. Denn wieder wimmelte es zwischen Kasane und Ihaha vor Elefanten, Büffeln, Rappenantilopen, Giraffen usw. Punkt 18 Uhr zum Sonnenuntergang waren wir dann in Ihaha. Abends lief dort wieder Wasser - dafür gab es keinen Strom im Waschhäuschen. Stirnlampen sind auch beim Händewaschen sehr nützlich! Die Toiletten und Duschen waren sogar frisch geputzt und sahen nach den Verwüstungen der wasserlosen Zeit ganz manierlich aus.
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200806. Nov. 2010 · #22
Hallo,
Freitag, 20.08.2010: Fahrt nach Savuti
Ihaha bewies auch heute schon vor dem Frühstück seinen Tierreichtum. Noch im Schlafsack liegend, konnte ich im Morgengrauen 10 Büffel beobachten, die den Chobefluss unmittelbar zwischen uns und dem Nachbarcampingplatz durchquerten. Gruppen von Pavianen und ein Buschbock liefen an uns vorbei.
8 Uhr 30 fuhren wir dann Richtung Savuti los. Bis Ngoma Gate haben wir ca. eine Stunde gebraucht und sahen auf der Srecke viele Impalas und Zebras. Nicht weit von Ngoma saßen auf einmal immer mehr Geier auf den Bäumen! Bei näherem Hinschauen entdeckten wir dann ganz in der Nähe einen toten Elefanten, an dem sich viele Geier und einige Marabus zu schaffen machten. Es war aber keine einzige Hyäne zu sehen! Die Fenster mussten wir wegen der vielen Fliegen geschlossen halten.
Die Strecke von Ngoma nach Kachikau (ca. 40 km) führt entlang der im Bau befindlichen Teerstraße (Chinesen!). Obwohl die Strecke in weiten Teilen schon fertig war, wurde der Verkehr rechts und links der Teerstraße geleitet. Der Weg war so nicht gut zu fahren. Viele Baustellenfahrzeuge wirbelten Staub auf und behinderten den Verkehr. Schön waren dagegen die vielen großen Baobabs m Weg. Gleich hinter Kachikau wurde es dann sehr sandig. Jetzt musste Luft abgelassen werden. Wir haben wegen unserer hohen Beladung nur vorsichtig Luft abgelassen, hinten von 3 auf 1,8 bar, vorne von 2 auf 1,6 bar, aber die Wirkung war erstaunlich. Ich bin die ganze restliche Zeit im Chobe und Moremi kein einziges Mal mehr steckengeblieben und das bei teilweise sehr tiefem Sand. Während wir noch mit dem Luftablassen beschäftigt waren, hielten Deutsche neben uns, die gleich einige Horrorgeschichten über die kommende Strecke verbreiteten. Vor uns steckten einige Fahrzeuge so tief im Sand fest, dass sie gar nicht mehr ausgegraben werden könnten. Wir sollten uns, wenn wir keine große Tiefsanderfahrung hätten, überlegen, ob wir nicht gleich umdrehen sollten. Das hat uns schon verunsichert, aber nicht zum Umkehren gebracht! Auf der Strecke zum Goha-Gate (42 km) haben wir, dann aber keine festsitzenden Fahrzeuge sehen können. Teilweise war der Sand recht tief, aber mit dem reduzierten Luftdruck ging es ganz gut. Die letzten 28 km zwischen Gate und Savuti waren weiterhin teils tiefsandig. Vor der Savuti Campsite war allerdings noch der Savuti Channel zu durchqueren, der ziemlich viel Wasser führte. Wir sind den Fluss gründlich abgegangen. Die Tiefe betrug je nach Strecke 40 - 80 cm. Wir haben dann den Weg direkt an den aufgeschütteten Steinen genommen. Dieser ist etwas rumpelig, aber am flachsten. Neben der Fuhrt lag schon ziemlich viel Baumaterial. Man sah, dass hier wohl eine Brücke gebaut werden soll. In Savuti hatten wir den Platz Nr. 6, ganz am Rande der Stellplätze. Savuti war sehr voll - mit allen Reseveplätzen ausgebucht denke ich. Bis zu 4 Fahrzeuge standen auf den Plätzen. Savuti hatte funktionierende Duschen mit heißen Wasser im elefantensicheren, festungsartigen Sanitärgebäude (nicht schön anzusehen). Nachdem es in Ihaha ja kein Wasser gegebn hatte, haben wir noch schnell geduscht, bevor es auf die Nachmittagspirschfahrt ging. Die Rangerin hatte die Savuti-Marsch empfohlen. Dort würde sich die Tiere versammeln. In der Marsch stand an vielen Stellen Wasser. Außer vielen Elefanten und einigen Impalas und Kudus war allerdings an Tieren nicht viel zu sehen. Auch hier sahen wir also leider keine Löwen. Auf dem Rückweg haben wir uns noch die Felszeichnungen an einem Hügel angesehen. Na ja, nach Tsodilo Hills hat es uns nicht beeindruckt. Landschaftlich war Savuti mit dem fließenden Kanal und dem hohen Gras schön anzusehen. Die Tiere haben uns etwas enttäuscht. Elefanten hatten wir an der Chobe River Front in solchen Mengen gesehen, dass sie uns nicht mehr vom Hocker rissen.
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
ein sehr schöner Bericht! Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit dahintersteckt. Aber ich denke, dass es auch großen Spass macht. Zwei Fragen hätte ich:
1. Water Lilly Lodge in Kasana: wenn man das genau liest meint man, zwischen den Zeilen rauszuhören, dass das nicht unbedingt der Hit ist. Ist das so? Wir wollen nämlich nächstes Jahr auch die Water Lilly machen, und die homepage mit den abgebildeteten Zimmern und vor allen Dingen mit den weit auseinanderstehenden Betten ist nicht so ganz nach unserem Geschmack. Dafür ist aber der Preis recht günstig und auch die Reviews sind eigentlich sehr gut.
2. Wie sind die Straßenverhältnisse in Botswana. Damit meinen wir aber nicht in den Parks sondern die Hauptstrassen. Speziell glauben wir, dass die Strecke Nata - Kasana in einem recht schlechten Zustand ist. Ist das so oder hat man da zwischenzeitlich die Straße mal ausgebessert?
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200807. Nov. 2010 · #24
Hallo Bayern Schorsch,
die Water Lily Lodge hat uns insgesamt ganz gut gefallen und ist - glaube ich - auch preislich für Kasane sehr o.k. Sie hat einen schönen Garten mit Bar und Pool. Das Auto kann man bewacht abstellen. Sensationell fanden wir die Bootsfahrt auf dem Chobe mit dem Guide Captain (heißt tatsächlich so). Einziger Minuspunkt sind tatsächlich die Zimmer. Die würde ich als renovierungsbedürftig bezeichnen. Insgesamt kann ich die Lodge als preisgünstige Unterkunft aber durchaus empfehlen.
Die Strecke Kasane - Nata bin ich nicht gefahren. Alle von mir benutzten Teerstrecken (Ngoma-Kasane, Shorobe-Maun-Ghanzi-Mamuno) waren o.k.
Viele Grüße
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
boris1'816 Beiträge · seit 200807. Nov. 2010 · #25
Hallo Klaus,
was kostet denn die Lodge. Auf der HP konnte ich nichts finden. Gerne auch als PM
Gtuß Boris
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200807. Nov. 2010 · #26
Hallo,
Samstag, 21.08.2010: Savuti -> Moremi (Xakan.)
Savuti nach Xakanaxa, dies bedeutete einen langen Fahrtag für uns. Wir sind dennoch erst um 8 Uhr 45 von Savuti losgekommen. Nachdem die Ranger von der Marsh Road - wie erwartet - abgeraten haben, sind wir über die Sandridge Road Richtung Mababe Gate (64 km) gefahren. Anfangs war der Weg recht gut zu befahren, später gab es längere Passagen mit sehr vielen tiefen Löchern und tieferem Sand. An Tieren sahen wir ein paar Elefanten, Impalas, ein Steinböckchen, also nichts besonderes. Am Mababe Gate fragte ich interessehalber nach der Srecke zum North-Gate. "Flooded" lautet die knappe Antwort - also ging es über Mababe Village (mit teils verwirrender Streckenführung), Sankuyo Village zum South Gate (das letzte Stück ist Schotter). Beim South Gate mussten wir nun die Entscheidung treffen, ob wir den sicheren, aber langweiligen Weg über die Mopanezunge nach Xakanaxa oder aber den interessanteren Weg über Xini Lagoon und 3rd Bridge mit vielen Wasserdurchfahrten nehmen. Wie immer, habe ich versucht, vor Ort Erkundigungen über den Straßenzustand einzuholen. Der sehr freundliche Ranger am South Gate riet uns zur Strecke über 3rd Bridge und diktierte uns genau, wie wir an welcher Brücke fahren sollten. Wir sind alle Wasserdurchfahrten dennoch noch einmal abgelaufen und ohne Probleme durchgekommen. Für den Weg über 3rd Bridge sprach auch, dass laut Ranger ein Löwenrudel sich wohl im Bereich dieser Brücke aufhalten sollte. Bei unserem Nachholbedarf an Löwen (bislang keinen einzigen gesehen), war das natürlich ein gutes Argument.
Nach der netten Fahrt mit eingen Tiersichtungen bis 3rd Bridge haben wir tatsächlich einige Fahrzeuge in Sichtweite der Campsite stehen sehen. Erst einmal konnten wir nichts erkennen, doch dann sahen wir in einiger Entfernung (im hohen Gras) zwei Löwen bei der Paarung. Wenig später traf noch ein zweites Männchen ein, das sich den Fahrzeugen sogar etwas näherte. Wir sind lange bei den Löwen verweilt, schließlich trieb uns der nahende Sonnenuntergang doch Richtung Xakanaxa. Wir hatten dort den Platz MX2 (nicht so toll). Das naheliegende Sanitärgebäude war jedoch top, blitzsauber und heißes Wasser gab es auch noch. Xakanaxa liegt an einer großen Lagune, auch wenn vor lauter Schilf wenig Wasser von der Campsite aus zu sehen war.
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
Hallo Boris, ich bin so frei und antworte für Klaus, da ich erst vor wenigen Tagen die Preise bekommen haben. Price for the room 620 Pula Bed only Price for the breakfast 80 Pula p.P. Da ist zusammen 780 Pula für zwei Personen, eigentlich schon ein sehr günstiger Preis. Aber die Zimmer ... Liebe Grüsse, der bayern schorsch
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200810. Nov. 2010 · #28
Hallo zusammen!
Sonntag, 22.08.2010: Xakanaxa
Wir sind an diesem Tag schon ganz früh um 5 Uhr 40 im Dunkeln aufgestanden, haben schnell die Dachzelte eingepackt und waren schon um 6 Uhr zu einer frühen Pirschfahrt auf der Piste. Gleich nach dem Verlassen der Campsite lief vor mir eine nachtaktive Ginsterkatze über den Weg. Sind dann gleich Richtung unserer letzten Löwensichtung über die 4. und die 3. Brücke. Es standen nahe der 3rd Bridge schon gleich drei Fahrzeuge und - wie gehofft - waren die beiden Löwen in der Paarung noch zu sehen. Wir hielten uns lange bei den Löwen auf, die sich von den vielen Autos, die nach und nach auftauchten, nicht im Mindesten stören ließen. Bei der Rückfahrt nach Xakanaxa versuchten wir uns an der alternativen Route, die Richtung Dead Tree Island ging, doch hier mussten wir nach einiger Zeit abbrechen. So ganz wollten wir den weitflächig überfluteten Wegen doch nicht trauen. Um 10 Uhr 30 waren wir zurück und haben den Mittag mit einem späten Frühstück und Entspannen verbracht.
Von 14 bis 15 Uhr unternahmen wir noch eine Bootsfahrt auf der Xakanaxa Lagune (geht gleich hinter der Campsite los, mehrere Boote, Anmeldung wohl nicht erforderlich). Die Fahrt war eine schöne Abwechslung von der Fahrerei im Auto (550 Pula für uns 9 im großen Boot). Die Landschaft auf der überraschend großen Lagune ist sehr reizvoll, an Tieren war außer einigen Störchen, Reihern und einer Letchwe-Antilope aus der Ferne nicht viel zu sehen. Dafür konnten wir noch einen Blick auf die Luxuslodges ganz in Nähe der Campsite werfen. Gegen Abend sind wir dann noch zu einem kleinen Gamedrive Richtung Paradise Pools aufgebrochen. Wir mussten inzwischen doch ein bisschen auf unsere dürftigen Treibstoffvorräte Rücksicht nehmen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob wir wirklich die Paradise Pools erreicht haben. Die Strecke war teils überflutet und man ist immer wieder abgebogen, um weiter zu kommen. Die Landschaft bei den Pools ist schön. Es gab allerdings nur die üblichen Elefanten, Impalas etc. zu sehen. An der Rangerstation haben wir nachgefragt, ob wir nicht statt dem gebuchten South Gate in Xakanaxa bleiben können. Beide Campsites werden ja von der gleichen Firma verwaltet. Der Ranger war nicht abgeneigt. Das Problem war allerdings, dass er keine Ahnung von der Belegung der Plätze hatte. Gleiches traf auch auf das Personal am eigentlichen Campingplatz zu. Wir konnten dann doch bleiben und mussten aber zusagen, auf einen Reserveplatz zu ziehen, wenn jemand mit einer Buchung für Mx2 käme.
Abends haben wir uns noch an einem Stockbrot versucht, das ganz gut geklappt hat. Es kam glücklicherweise niemand, der unseren Platz beansprucht hat. Vielmehr waren einige Stellplätze leer, darunter auch der schöne Nachbarstellplatz Mx1.
Klaus
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(Hans Magnus Enzensberger)
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200814. Nov. 2010 · #29
Hallo,
Montag, 23.08.2010: nach 3rd Bridge
Sind um 6 Uhr 30, also recht früh aufgestanden. Schlafen konnte ich allerdings ab 5 Uhr nicht mehr, da die (geführte) italienische Reisegesellschaft neben uns ab dieser Zeit einen Höllenlärm veranstaltete. Das Gepäck wurde mit Geschepper und Gekrache auf den Trailer des Safarifahrzeugs geworfen, dabei ließen sie zum Überfluss auch noch den Motor desselben laufen. Lautes Rufen und Unterhalten vervollständigte noch die Lärmkulisse. Es hat nur noch ein Ghettoblaster gefehlt! Trotz dieser nächtlichen Aktivitäten sind sie erst kurz vor uns, also so um 8 Uhr aufgebrochen. Ich hatte noch gehofft, dass wieder Wasser läuft, denn seit dem Nachmittag des 22. gab es wieder einmal weder Strom noch Wasser. Doch bis zu unserer Abfahrt kam nichts.
Wir sind dann wieder über die 4. Brücke zur 3rd Bridge gefahren. Aber die Löwen der Vortage waren verschwunden. Auf unserer Fahrt entschädigten uns dafür Zebras, Giraffen und Elefanten, die in der schönen Landschaft grasten. Auch auf unserer Runde über Mboma-Island konnten wir keine Fleischfresser entdecken, dabei hatte ich in dieser Hinsicht auf Mboma Island gewisse Hoffnungen gesetzt. Allerdings war im Norden von Mboma das Gras so hoch, dass überhaupt nur große Tiere gesehen werden können. Auch die im Hupe-Führer angepriesenen "Palmwälder" bestanden aus "Kleinstgruppen" von 2-3 Palmen. Immerhin konnten wir im Südteil von Mboma doch einige Giraffen, Elefanten, Paviane, Meerkatzen und eine Letschweantilope beobachten. Um 11 Uhr 30 haben wir uns dann im Campingplatz von 3rd Bridge angemeldet. Durch die Umstellung auf die privaten Campsite-Betreiber war allerdings unsere Buchung verloren gegangen. Die Rangerin hat uns dann Platz Nr. 6 zugewiesen. Zuvor hatte sie sich allerdings mehrfach nach dem Alter unserer Kinder erkundigt und gab uns genaue Anweisungen, wo wir uns auf dem Platz hinstellen sollten. Nr. 6 hat zwei hohe Bäume, die auch in der Trockenzeit Blätter trugen und von einer großen Horde Paviane als Schlafplatz benutzt werden. Nach einigen Ermahnungen, nicht nachts herumzulaufen, da der Platz häufig von Elefanten, Flusspferden, Hyänen und Löwen besucht wird, riet sie uns noch ein ordentliches Feuer zu unterhalten, das den Platz ausleuchtet.
Eigentlich konnte man selbst sehen, dass in 3rd Bridge "tierisch etwas los war". Auf dem Platz lag Elefantenkot und nicht weit entfernt blockierte ein Elefant einen ganzen Stellplatz und ließ sich offenbar nicht vertreiben. Trotzdem sind wir natürlich gleich wieder ein Opfer der Affen geworden. Während wir auspackten sprang ein Pavian in den Kofferaufbau unserer Freunde und sauste mit einer Leberwurstfrucht auf einen nahen Baum. Dort verspeiste er die Frucht ungerührt. Die Jungs nutzten gleich ihre Steinschleudern, um auf die auf den Bäumen um uns herum lauernden Paviane zu schießen, die wiederum Äste und Rindenstücken nach unten warfen. Nach kurzer Zeit war eine Art Waffenstillstand eingekehrt und wir konnten in Ruhe unsere Mittagspause im Camp verbringen. Immerhin ging hier das Wasser, warm war es allerdings nur bei den Herren. So wie die Paviane auf den Solaranlagen herumturnten wunderte einen dieser Ausfall allerdings nicht.
Kurz nach 15 Uhr ging es zur Nachmittagspirschfahrt. Wir hatten bei den Rangern gefragt, welche Richtung empfehlenswert sei und wurden Richtung 2. Brücke geschickt. Aber der Moremi hatte an diesem Nachmittag für uns nicht viel zu bieten.
17 Uhr waren wir wieder im Camp und haben unsere Reservekanister in die doch schon recht leeren Tanks gefüllt. Unsere Freunde, die Paviane warteten schon auf uns, konnten aber nur ein, zwei Kekse erbeuten. Bei Anbruch der Dämmerung stiegen sie dann mit lautem Geschrei in ihre Schlafbäume, wo sie bis zum Morgengrauen blieben.
Nach dem Abendessen konnte man dann dumpfe Löwenrufe hören. Ich habe noch lange darüber doziert, dass man Löwen bis zu 4 Meilen weit hören kann und sie deshalb wohl weit entfernt seien. Das dies ein großer Irrtum war, sollten wir jedoch erst am nächsten Morgen merken!
Nicht weit von uns entfernt wurde wohl eine Party von iener ganzen Gruppe gefeiert, denn bis spät abends gab es ziemlich Lärm (schon wieder Italiener oder Spanier?). Das nervte nun doch schon ein wenig. Erst spät abends war wieder Ruhe und man konnte das Rufen des/der Löwen genießen.
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
Olli Bö447 Beiträge · seit 200817. Nov. 2010 · #30
Hallo Klaus,
vielen Dank, dass Du uns mitreisen lässt! Ich freu mich schon sehr auf die Fortsetzung dieses schönen und ausführlichen Reiseberichts. Sehr informativ und wunderschöne Bilder. Und immer wieder lustig zu lesen, dass die Paviane und Meerkatzen einen irgendwie immer erwischen, diese kleinen Biester! Da kann wirklich fast jeder ein Lied davon singen 😉
Schade, dass ihr auf Mboma Island nichts gesehen habt - da ist unser Avatar her. Das war ein großartiges Erlebnis, so dass Mboma Island für uns immer etwas Besonderes bleiben wird.
auch ich möchte mal Danke sagen! Ich entnehme deinem Bericht viele Infos, die ich für den nächsten Juli gut gebrauchen kann. Ich lese erstmal alles bis zu Ende und werde mich bestimmt mit einigen speziellen Fragen noch an dich wenden. Fleißig weiter machen! 🙂
Sille
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200827. Nov. 2010 · #32
Hallo,
Dienstag, 24.08.2010
Heute konnten wir uns mit dem Aufstehen etwas Zeit lassen. Da wir ohnehin nicht mehr viel Diesel hatten, wollten wir den Moremi auf direktem Weg Richtung Maun verlassen, obwohl nachts durchaus noch einige vielversprechende Löwenrufe zu hören gewesen sind.
Kurz nach 8 Uhr - wir standen schon zur Abfahrt bereit - kamen unsere Freunde von den Ablutions mit der Nachricht der Rangerin zurück, dass wir gut aufpassen sollten. Auf Platz Nr. 4 hielte sich ein Löwenpärchen auf. Das waren gerade mal ca. 50- 60 Meter von uns! Wir sind gleich zur Nr. 4 gefahren. Dort war schon einiges los. Einige Mitarbeiter des Camps saßen auf einem Pickup vor einem großen Busch am Rande des Stellplatzes und starrten auf den Busch, davor waren einige Camper versammelt, die gerade die Erlebnisse der Nacht zum Besten gaben. Gerade als sie gestern abend vom Zähneputzen zu ihren Pkws zurückgekehrten, seien schon die ersten Hyänen aufgetaucht, so dass sie fluchtartig die Dachzelte aufgesucht hätten. Ab 2 Uhr nachts bis 8 Uhr morgens sei dann das Löwenpärchen vor ihren Zelten aktiv gewesen, so dass schon ein paar Joghurtbecher für dringende Bedürfnisse herhalten mussten. Um 8 hätten sich die Löwen dann hinter den Busch verzogen, so dass ein mutiger Camper schnell die Ranger verständigen konnte.
Von den etwa 10 Meter entfernten Löwen konnte man anscheinend nur vom Wagendach der Ranger aus etwas sehen. So sind wir dann auch ohne weiteres Warten abgefahren als alle den Platz Nr. 4 verlassen mussten.
Na ja, meine Mutmaßung von gestern abend, dass die Löwen einige Kilometer entfernt brüllten, war ziemlich falsch gewesen!
Auf unserem Weg zurück zum South Gate waren dann nur noch ein paar Giraffen, Zebras, Gnus, Kudus und Warzenschweine zu sehen (Impalas zählten wir nicht mehr als Sichtung). Leider steckten wir hinter einer Kolonne von 7 RSA-Fahrzeugen mit Trailern, die nicht im Traume daran dachten, irgend jemand vorbei zu lassen. So brauchten wir bei 15 km/h doch sehr lange bis zum Gate. Dort brachten wir die Reifen wieder auf Normaldruck und fuhren die 84 km nach Maun (ab Shorobe Asphalt) mit dem Gefühl, dass der Urlaub nun sich definitiv dem Ende näherte.
Im AUDI CAMP, das im Norden von Maun in einer staubigen und nicht sehr gepflegten Gegend gelegen ist, meldeten wir uns gleich an der Rezeption. Dort erlebten wir die erste Fehlbuchung des Urlaubs. Obwohl ich im Vorfeld der Reise wegen der häufig berichteten Diebstähle aus Zelten im Audi Camp eigens Zimmer bestellt hatte, hatte unser Buchungsbüro 5 Zelte (direkt am Zaun!) gebucht. Uns war bei diesem Anblick nicht so wohl, aber die Zimmer waren alle ausgebucht und die Damen von der Rezeption konnten mir die E-Mails mit unserem Büro in Windhuk vorlegen: "tented accomodation" - na ja, die hatten wir nun. Mein Zelt hatte auch noch einen Reissverschluss, der energisch seinem Ende entgegen ging!
Ansonsten war das Audi Camp ganz schön. Es gab saubere Sanitäranlagen, einen netten Pool, eine Boma für das Abendessen und schöne Sitzplätze. Insgesamt hätte die Anlage aber noch etwas gepflegter sein können. Wir haben uns nach einem kurzen Aufenthalt noch Maun angeschaut, etwas eingekauft, getankt und Geld abgehoben. Besondere Sehenswürdigkeiten waren nicht zu entdecken, aber es gab ganz nette Einblicke in das städtische, afrikanische Leben.
Nach einem recht guten Abendessen begaben wir uns in unsere "unerwünschten" Zelte. Ich sicherte mein Zelt noch durch eine umgelegte Bank. Es hatte sich auch schon ein Wachmann mit Schlagstock auf dem Platz aufgebaut - hoffentlich passte er einigermaßen auf.
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200827. Nov. 2010 · #33
Hallo,
Mittwoch, 25.08.2010
Ab 4 Uhr 15 war für mich die Nacht vorbei. Hähne und Hunde aus dem Wohngebiet nebenan wetteiferten um die größte Lautstärke. Erst dachte ich bei dem Hahnengeschrei an die Morgendämmerung, doch in Botswana wird dadurch scheinbar die zweite Nachthälfte eingeläutet.
Na ja, auf jeden Fall, hatte das Wachpersonal offensichtlich aufgepasst und wir hatten keine Verluste zu vermelden. Nach einem guten Frühstück - mit sehr vielen leckeren Pancakes - sind wir Richtung Ghanzi abgefahren. Die Brücke bei Toteng war wieder geöffnet - nur die Lkw wurden nach den schweren Überschwemmungen immer noch umgeleitet. Auch tagsüber galt es auf der Teerstraße aufzupassen. Immer wieder überquerten lange Ketten von Kühen, Ziegen und Eseln die Fahrbahn und häufig rannte noch ein Nachzügler im flotten Tempo über die Straße.
Im Craft Centre in Ghanzi machten wir kurz halt. Dort gibt es Buschmannkunst, doch nach dem Aufenthalt in Grashoek kannten wir die Stücke schon. Im Ghanzi ging dann die Schotterpiste Richtung Grootlagte ab, an der unser heutiges Ziel, die Motswiri Lodge lag. Nach etwa 30 km und einigem Fragen nach dem Weg stießen wir dann auf ein Schild mit der Abzweigung zur Lodge. Die Zufahrt ist stolze 9,6 km lang und sehr steinig. Unseren Freunden kostete sie den ersten Reifen der Reise. Die Wildfarm beherbergt bei einer stattlichen Größe von 330 km² derzeit 12 Nashörner. Von den britischen Besitzern wurden wir sehr gastfreundlich begrüßt. Einer der beiden englischen Biologiestudenten, die ein Jahr in Botswana auf der Farm verbrachten, hatte auf der Straße eine tote (überfahrene) schwarze Mamba gefunden, die jeder von uns einmal anfassen durfte.
An einem See, der durch die guten Regenfälle noch sehr voll war, lagen die vier Zelte. Sie waren nicht luxuriös, aber sehr gediegen eingerichtet. Um 15 Uhr 30 ging es dann mit den zwei englischen Biologiestudenten und einem Buschmannfährtensucher auf die Nashornpirsch. Es war so gedacht, dass wir uns nach dem Aufspüren der Nashörner zu Fuß an die Tiere heranpirschen sollten. Zunächst kurvten wir allerdings 1 1/2 Stunden auf der riesigen Farm herum, ohne ein Nashorn zu entdecken. Dann ging alles ganz schnell. An einem Wasserloch standen wir auf einmal direkt neben zwei Rhinodamen mit ihren zwei Kälbern. Mit dem Anschleichen war es damit nichts, was den Fährtensucher sichtlich enttäuschte. Nach dem ausgiebigen Bestaunen der großen Tiere haben wir nach weiteren Exemplaren gesucht und an einem weiteren Wasserloch einen Nashornbullen (ca. 2 Tonnen schwer!) mit zwei Weibchen entdeckt.
Also hatten wir doch noch 7 der 12 Rhinos auf der Fahrt gesehen, bei 33 000 ha kein schlechtes Ergebnis! Nach dem obligorischen Sundowner mit ein paar Getränken waren wir erst kurz vor dem Abendessen wieder auf der Lodge. Das Abendessen wurde sehr stilvoll in einer nicht überdachten, aber windgeschützten Boma serviert. Es war wohl das beste auf unserer Reise.
Viele Grüße
Klaus
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(Hans Magnus Enzensberger)
Topobär5'479 Beiträge · seit 200929. Nov. 2010 · #34
klaus63 schrieb:
An einem See, der durch die guten Regenfälle noch sehr voll war, lagen die vier Zelte. Sie waren nicht luxuriös, aber sehr gediegen eingerichtet.
Der See war noch viel voller. Im Mai hatte er die Zelte überschwemmt.
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200801. Dez. 2010 · #35
Hallo,
Donnerstag, 26.08.2010: zurück nach Namibia!
So langsam konnten wir den Urlaub ausklingen lassen. Heute stand nur die ca. 340 km lange Etappe zur Okambara Elephant Lodge in Namibia an. Zunächst hatten wir die Schotterpiste bis zur geteerten Hauptstrecke nach Mamuno zu überwinden. Mitten im Nichts stand ein liegengebliebener Pickup mit einigen Farmarbeitern, die bei uns ein paar Kekse abstaubten. Auf der Hauptstrecke wollten wir noch einmal tanken, um unsere restlichen Pulas loszuwerden, doch bis zur Grenze waren alle Tankstellen (naja es waren nur zwei) ohne Sprit. Also haben wir Namibia mit ziemlich leeren Tank (und vielen Pulas) wieder betreten. Zum letzten Mal haben wir üblichen Grenzzettel ausgefüllt - etwas das ich nicht vermissen werde. Ich glaube nicht, dass die unzähligen Daten der vielen Grenzgänger jemals wieder angeschaut werden!
In Witvlei sollte dann die Straße nach Okambara abgehen, hier hatten wir doch ein paar Probleme, die richtige Straße zu finden. Ein schönes Hinweisschild auf Okambara wäre da ganz hilfreich gewesen. Auf der roten Sandpiste war plötzlich eine sehr lange Schlange zu sehen. Ich bin schnell angehalten und mit der Kamera zurückgerannt, doch das Tier ist nach einem kurzen Aufrichten mit ganz ordentlicher Geschwindigkeit in den Büschen verschwunden. Also gab es kein Photo. Nach ihrem Aussehen: ca. 2 m lang, dunkelgrau und mit dem typischen "Halsschild" könnte es eine Kobra gewesen sein. Okambara ist schön angelegt, der Garten enthält viele Pflanzen, die an das Mittelmeer erinnern. Wir selbst haben in einem sehr großen, runden Chalet übernachtet, die Kinder in einem Zimmer im Haupthaus. Gleich nach unserer Ankunft haben wir die Fütterung des Leoparden Lulu und der fünf Geparden anschauen dürfen. Außerdem gab es noch Wüstenluchse, in deren Gehege wir gehen konnten, einen Strauß, Warzenschweine etc. Hauptattraktion für die Kinder war natürlich das sehr zahme und zutrauliche Erdmännchen Michaela! Abends kamen noch 5 Stachelschweine an die Terrasse des Haupthauses. Uns hat es gut auf Okambara gefallen. Es ist ein schöner Anfangs- oder Endpunkt einer Namibia- und/oder Botswanareise mit vielen (zahmen) Tieren und die Unterkunft sowie das Essen (abends gab es Geschnetzeltes aus der Lende von Gnu und Kudu) war wirklich toll.
Viele Grüße
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
Topobär5'479 Beiträge · seit 200902. Dez. 2010 · #36
klaus63 schrieb:
Erdmännchen Michaela
Hört sich für mich eher nach einem Erdweibchen an. 😉
klaus63Themenstarter630 Beiträge · seit 200805. Dez. 2010 · #37
Hallo,
am Freitag, den 27.08.2010 erreichten wir schließlich wieder Windhuk und damit das Ende des Urlaubs.
Die vielleicht 140 km nach Windhuk waren schnell abgespult. Im Craft Centre haben wir dann noch die letzten Namibischen Dollar (und etliche USD und EUR) in die letzten Mitbringsel investiert. Unsere Freunde haben es geschafft eine ca. 2 m hohe Giraffe in den Hilux zu packen (das ging nur quer, wobei es links und rechts einen Überstand gab) und bis nach Deutschland zu schaffen.
Den Mittag haben wir im Bwanapolis verbracht und dort bei einem Kaffee einen kurzen Bericht über unsere Reise, die Unterkünfte und Aktivitäten abgegeben.
Carsten Möhle hat uns freundlicherweise auch noch zum Autoverleiher Aloe Car Hire begleitet, der auch unseren Transport zum Flughafen organisieren sollte.
Nach dem perfekten Abholen vom Flughafen vor drei Wochen sah ich dem Ganzen bedenkenlos entgegen, doch der Transport zum Flughafen hin sollte in den nächsten Stunden unseren Blutdruck ganz schön in die Höhe treiben.
Es begann schon damit, dass nach längerem Telefonieren für uns 9 (mit Giraffe!!) erst einmal ein ganz normaler Pkw als Taxi erschien, in dem nur 4 Mitfahrer und noch ncht einmal deren gesamtes Gepäck Platz gefunden hätte. Ein zweiter größerer Wagen sollte in wenigen Minuten nachfolgen. Nachdem wir etwas im Bwanapolis vergessen hatten, fuhren wir vier mit einem Abstecher zu Carsten Möhle schon einmal los und ließen noch einen Koffer bei unseren Freunden zurück.
Auf dem Weg zum Flughafen gab unser Fahrer so richtig Gas und telefonierte ständig mit seiner Zentrale. Dies machte uns dann doch etwas nervös. Leider, leider wäre es so, dass unsere Freunde mit ihrem ganzen Gepäck doch nicht in das zweite Auto passen würden, gab der Fahrer zur Auskunft. Er würde uns am Flughafen absetzen und das Restgepäck der Gruppe in Windhuk holen. Das hat uns ziemlich den Schweiß auf die Stirne getrieben, denn noch einmal hin und zurück war in der Zeit bis zum Abflug kaum mehr zu schaffen. Zwischem Beteuerungen ("Your luggage is safe") und Beschwichtigungen "Breath out") gab es ständig neue Meldungen und Zwischenstände. Schließlich hatten unsere Freunde es geschafft, ihr Gepäck in den viel zu spät angekommenen Kleinbus zu bekommen und ihr Verbleiben in diesem auch noch gegen eine Gruppe von 10 Franzosen zu verteidigen, die bei einem Zwischenstopp an einem Windhuker Hotel vehement das Aussteigen unserer Freunde gefordert hatten, da dies ihr bestellter Bus sei. Nachdem sie mit dieser Forderung auf Granit bissen, quetschten sich schließlich alle 15 (mit Giraffe) in den Kleinbus (der immerhin einen Gepäckanhänger hatte). 19 Uhr rollte unsere vollbesetzte Maschine dann schließlich zur Heimreise los.
ENDE
Fazit der Reise:
die beiden Toyota Hilux von Aloe Car Hire haben die 3.700 km auf teils übler Piste - trotz kleinerer technischer Probleme mit - gut gemeistert, Carsten Möhle hat - bis auf das Malheur beim Audi Camp - alles sehr gut gebucht. Ein Urlaub, an den alle Teilnehmer noch lange denken werden. Viele Tipps aus dem Forum (vom Kabelbinder bis zu Spanngurten) haben uns als Dachzeltneulingen sehr geholfen.
Höhepunkte: 1. Victoria Falls (vom Boden aus gesehen) 2. Sunset Cruise auf dem Chobe 3. Ostteil der Chobe Waterfront mit dem Pkw 4. Elephant Back Safari 5. Heliflight über die Victoriafälle
... und natürlich das Campen, das viel Arbeit machte und manchmal ziemlich nervte, aber doch das richtige "Safari-Gefühl" vermittelte. Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
Topobär5'479 Beiträge · seit 200906. Dez. 2010 · #38
Hallo Klaus,
Dein Reisebericht hat mir sehr gut gefallen. Da werden Erinnerungen wieder wach.
einen Teil Eurer Reise möchten wir nächstesmal fahren - nur in umgekehrter Richtung von Maun zu den Vic-Falls! Spannend zu lesen, was Ihr erlebt habt! Wir werden allerdings etwas später unterwegs sein - ca. Mitte September bis Mitte Oktober. Danke auch für den spannenden Reisebericht! So - jetzt lese ich erstmal weiter 🙂 viele Grüße walu