Namibia-Botswana-Zimbabwe-August-2010

38 Antworten · 19,2k Aufrufe · gestartet 08. Sept. 2010 von klaus63
Bilder klein
Antworten
Themenstarter630 Beiträge · seit 200808. Sept. 2010 · #1
Liebe Fomis,

ich habe aus Reiseberichten in diesem Forum so manche Anregung und Hilfe erhalten und möchte deshalb auch Einiges über unsere Reise im August 2010 berichten.

Ich habe mit meiner Afrikabegeisterung nicht nur meine Familien, sondern auch Freunde angesteckt und so haben sich dieses Jahr zwei Familien (4 Erwachsene mit 5 Kindern) auf den Weg nach Süden gemacht. In Grootfontein kam es dann noch zum Familientreffen mit meiner Schwägerin und ihrer Familie.

Vorab unsere Reiseroute:
07.08.2010: Abflug Frankfurt
08.08.2010: Windhuk-Waterberg(Plateau Lodge)
09.08.2010: Waterberg-Grootfontein (Tigerq.)
10.08.2010: Grootf.-Nyae Nyae (Baobab C.)
11.08.2010: Nyae Nyae - Tsodilo Hills
12.08.2010: Tsodilo Hills - Divundu (Ngepi)
13.08.2010: Divundu - Kwando (Bumhill)
14.08.2010: Kwando (Nambwa)
15.08.2010: Kwando - Kasane (Waterlily L.)
16.08.2010: Kasane - Vic Falls (Amadeus G.)
17.08.2010: Vic Falls (Amadeus Garden)
18.08.2010: Vic Falls - Chobe (Ihaha)
19.08.2010: Chobe (Ihaha)
20.08.2010: Chobe - Savuti
21.08.2010: Savuti - Moremi (Xakanaxa)
22.08.2010: Moremi (Xakanaxa)
23.08.2010: Moremi (3rd Bridge)
24.08.2010: Moremi - Maun (Audi Camp)
25.08.2010: Maun - Ghanzi (Motswiri L.)
26.08.2010: Ghanzi - Okambara
27.08.2010: Okambara - Windhuk, Abflug
28.08.2010: Ankunft Frankfurt

Bis auf Baobab Camping, Tsodilo Hills, Bumhill und Nambwa haben wir alles über Carsten Möhle (Bwana Tucke Tucke) vorgebucht, die Botswana-Campsites am 01. September 2009! Es sollte eine Mischung von Campen im Dachzelt und Übernachtungen in festen Unterkünften werden.

07.08.2010:
Die Maschine von Air Namibia von Frankfurt nach Windhuk war nahezu vollbesetzt - für mich überraschend die vielen Italiener.
Der Sitz links vor mir war ausgebrochen und neigte sich doch bedenklich nach hinten! Schließlich hatte eine Flugbegleiterin ein Einsehen und platzierte die Passagerin doch noch auf einen freien Sitz um.



08.08.2010:
Schon vor der Ankunft in Windhuk in völliger Dunkelheit (5 Uhr 45 und bei 8°C!) hatte ich die Einreiseformulare ausgefüllt. Während unsere italienischen Mitreisenden noch nach ihren Stiften suchten, hatten wir uns schon richtig(!) angestellt und wurden wie der Blitz abgefertigt. Auch sonst (Gepäck aufnehmen, Geld abheben am ATM mit VISA) lief alles so schnell ab, dass ich nicht damit rechnet, dass unser Wagen, der uns zum Autoverleiher bringen sollte, schon bereit stand. Aber an diesem Morgen sollte erst einmal alles im Eiltempo erledigt werden. Auch unser Fahrer war also schon da, und als die Sonne aufging, hatten wir schon ein Stück des Weges nach Windhuk zurückgelegt!

Für die Fahrzeugübergabe waren wir dann aber anscheinend doch zu früh in Windhuk, denn bei Aloe Car Hire war alles wie ausgestorben. Also mussten wir umplanen und sind erst in´s Bwanapolis zu einem Frühstück mit Carsten Möhle gefahren. Dort wurden wir mit Kaffee und den neuesten Geschichten aus Namibia versorgt und anschließend noch zum Fahrzeugverleiher begleitet. Die beiden Hilux-Diesel mit je zwei Dachzelten (+ einem Bodenzelt) und je einer kompletten Campingausrüstung (einschließlich Kühlschrank, Wasser- und Dieselkanister, Tisch, Stühle ...) wurden uns erklärt und üergeben. Mit der ganzen Ausrüstung und unserem Gepäck waren die Autos wirklich schon gut gefüllt! Nachdem wir erst einmal feste Unterkünfte mit Verpflegung gebucht hatten, haben wir daher unseren anschließenden Einkauf (Sonntags!) auf das Nötigste beschränkt und sind schon mittags nach Norden aufgebrochen (B1).

Heute ist unser Warzenschweintag, denn entlang der Strecke sind immer wieder Gruppen von Warzenschweinen zu sehen. Ein Jungtier steht mitten auf der B 1 und rennt gerade auf die Gegenfahrbahn als sich dort ein Pkw (völlig ungebremst!) nähert. Das Tier wurde vom Pkw erfasst, herumgeschleudert und getötet. Kurz vor Otjiwarongo biegen wir dann in die C 22 und dann in die D 2512 ein. Die Strecke ist ab hier nicht mehr so eintönig, mit teils schönen Blicken auf den Waterberg.

Die Auffahrt zur eigentlichen Waterberg Plateau Lodge ist wirklich steil und ziemlich eng! Oben erwarteten uns ein Pool und unsere Chalets, die einen tollen Blick in die Ebene bieten. Auch die Einrichtung der Chalets und das Tauchbecken davor, das viele Vögel anlockt, haben mir gefallen.



Nach Pool, Kaffee und Kuchen haben wir noch etwas die Gegend erkundet. Die Felsen oberhalb der Chalets wurden von Pavianen bevölkert. Überall waren auch die Rufe von Klippschliefern zu hören.



Abends war ein überwältigender Sternenhimmel zu sehen!

Mehr (je nach Zeit) in Kürze!

Viele Grüße

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 08. Sept. 2010
8'054 Beiträge · seit 200808. Sept. 2010 · #2
Hallo Klaus,

Eine schöne Reise die Du da gemacht hast! 😎

Der Anfang des Reiseberichtes klingt auch vielversprechend. 😁

Das Chalet mit dem Tauchbecken davor, am Waterberg, finde ich spitze. Du hast bestimmt tolle Vögelbilder geschossen.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter630 Beiträge · seit 200818. Sept. 2010 · #4
Hallo,

obwohl ich das Hochladen meiner Fotos noch nicht so richtig in den Griff bekommen habe, geht´s weiter:

09.08.2010: Vom Waterberg nach Grootfontein

Obwohl es ziemlich kalt war, habe ich mir den Sonnenaufgang (6 Uhr 15) auf einem Felsen vor unserem Chalet angeschaut. Die Felsen leuchteten richtig rot.

Hauptprogrammpunkt an diesem Tag war eine geführte Wanderung hoch zum Waterbergplateau. Die Wanderung ging um 8 Uhr 15 nach dem Frühstück los und dauerte 3 1/2 Stunden. Unser Guide gab sich richtig Mühe und erklärte viele Tierspuren und Pflanzen. Er erzählte auch recht interessant vom Leben seines Volksstammes, der Ovaherero, dem Aufbau eies Dorfes mit Heiligen Feuer, Heiliger Kuh usw.. Landschaftlich war die Wanderung sehr schön, an Tieren waren aber nur ein paar Vögel und einige Paviane zu sehen.



Trotzdem war die Wanderung ein echtes Erlebnis. Nachdem man in einem Namibia/Botswana-Urlaub doch viel Zeit im Auto verbringt, finde ich es wichtig, jede Gelegenheit zu einer Wanderung zu nutzen.

Mittags ging es dann weiter am Waterberg entlang richtig Norden (D 2512) zum Hoba Meteoriten. Ich hatte mir von der Fahrt auf der D 2512 mehr versprochen. Landschaftlich interessant fand ich es aber erst wieder nahe dem Meteoriten, dann fährt man in die Otaviberge hinein.

"Das ist hier ja nicht der Kracher". So kommentierte unser jüngster Mitreisender den Hoba Meteoriten. Trotz der 55 Tonnen Gewicht ist der Eisenmeteorit gerade mal 1 m hoch mit einer Grundfläche von 3 auf 3 m. Auch die von Carsten Möhle versprochene "Micky-Mouse-Stimme" beim Sprechen auf dem Meteoriten konnten wir nicht heraushören. Trotzdem war der Besuch ein netter Halbstundenstopp auf dem Weg.



In Grootfontein haben wir noch die Tanks gefüllt, denn morgen sollte es Richtung Osten in die Wildnis gehen. Was ich beim Tanken noch nicht wusste, war, dass ich meine Tankanzeige da zum letzten Mal anders als voll gesehen hatte. Ab Grootfontein bewegte sie sich keinen Millimeter mehr!

Auf der Gemüsefarm Tigerquelle haben wir dann alle Zimmer besetzt. Denn außer uns 9 kamen von Richtung Etosha noch meine Schwägerin mit Familie. Die Farm beliefert ziemlich viele Lodges der Umgebung mit eigenen Gemüse. Klar, dass es abends neben (viel zu) riesigen Schnitzeln viel frisches Gemüse gab.
Nett ist auch der Pool mit "Sprungturm", den die Kinder gleich ausprobiert haben.

Gruß

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 18. Sept. 2010
Themenstarter630 Beiträge · seit 200818. Sept. 2010 · #5
Hallo,

10.08.2010: Von Grootfontein über Grashoek
zum Holboom

Nachdem dem Frühstück auf der Tigerquelle sind wir doch etwas in Hektik verfallen, denn heute hatten wir einiges vor. Es sollte über Grashoek, dem Museumsdorf der Buschleute, zum Holboom im Nyae Nyae Gebiet gehen (B8, C44).

Wir haben uns von Mäuser einiges zum Grillen, natürlich Gemüse und auch Holz einpacken lassen und sind mit - heute drei - Fahrzeugen über die B8 (Teer) und C 44 (Schotter) aufgebrochen. Kurz hinter dem Veterinärzaum (durchgewunken) ging es dann auf einer teils tiefen Sandpiste nach Grashoek. Von Ferne waren große Rauchsäulen von Buschbränden zu sehen. Das konnte ja ein heiteres Campen heute nacht werden!



Nach ca. 1 3/4 Stunden sind wir an der "Rezeption" in Grashoek angelangt. Dort rannte sofort ein junger Mann (noch) in moderner Kleidung herbei, der sich als Guide vorstellte. Wir haben uns dann für das Programm "Crafts in the Village" entschieden und sind zu einigen Hütten unweit des Dorfes gefahren.
Dort gibt es auch einen "Shop", in dem selbstgemachte Schmucksachen, Messer, Bogen usw. verkauft werden.

Die Vorführungen haben uns allen gut gefallen. Es werden - mit ungeheurem Aufwand - aus Straußenschalen, Hölzchen und Früchten Schmucksachen gefertigt und - für die Männer!- Pfeil und Bogen. Das für den Pfeil- und Bogenbau notwendige Feuer wurde natürlich mit zwei Stöcken und etwas Zunder in erstaunlich kurzer Zeit von Hand entzündet. Außerdem konnte man selbst mit dem gebauten Bogen schießen, geröstetes Bushfood (sah nach Nüssen aus) probieren und sich unter der strengen Aufsicht der Buschfrauen Armbänder und Ketten auffädeln. Es hat auch den Buschleuten sichtlich Spaß gemacht, zu sehen, wie wir uns mit Pfeil und Bogen abmühten, und für uns waren besonders die Klicklaute, mit denen sich die Buschleute unterhielten, ein besonderes Hörerlebnis.



Nach der "interaktiven" Vorführung konnte man noch im Shop Schmuck erwerben. Auch hier war alles gut organisiert. Die einzelnen Sachen hatten Zettel mit dem Preis, dem Namen des Herstellers und seines Dorfes. Jeder Verkauf wurde mit diesen Daten akkurat in ein großes Buch eingetragen. Offensichtlich ist das Museumsdorf ein großer Erfolg, denn außer uns war an diesem Morgen noch eine weitere Gruppe da und außer den - glaube ich - 150 NamDollar für die Vorführung wurden so einiges an Schmuck verkauft.



Es war schon halb drei als wir uns in Grashoek trennten und nun nur noch mit zwei Autos Richtung Tsumkwe fuhren. Nach einiger Zeit waren Gott sei Dank auch die Buschbrände verschwunden. 12 km hinter Tsumkwe, einen elenden Dorf, bogen wir bei einem Wegweiser in die Sandpiste zum Holboom ein. Schon nach 1 oder 2 km erreichten wir einen ersten großen Baobab, doch es waren dann noch etwa 10 km zur Djokhoe Campsite. Die Piste war teils recht tiefsandig, teils steinig und ziemlich zugewachsen. Viele Autos fahren hier bestimmt nicht durch.

Obwohl die Gegend eigentlich mit dem hohem Gras und vielen Bäumen "nach Tieren aussieht", haben wir heute außer ein oder zwei kleinen Antilopen an vierbeinigen Tieren nur Kühe gesehen. Ich habe abends einen Buschmann nach Elefanten gefragt und er meinte, dass gestern Elefanten an der Gura-Pan gewesen seien.

Die Djokhoe Campsite hat eine gemauerte Feuerstelle - sonst keinerlei Einrichtung, liegt aber schön unter einem großen Baobab.



Kaum haben wir unsere Fahrzeuge abgestellt, kamen schon drei Buschleute wie aus dem Nichts, um die Campinggebühren einzukassieren. Auch hier gab es ein großes Buch, in das alles eingetragen wurde. Das Campen sollte stattliche 60 NamDollar pro Person kosten. Nachdem ich 240 NamDollar für unsere Familie (4) gezahlt habe, klappten sie aber ihr Buch zu gingen - offenbar schon zufrieden - wieder.

Es gab nun nicht mehr lange Tageslicht und wir hatten noch viel zu erledigen. Tische und Stühle wurden aus den Autos geholt, die Dachzelte und ein Bodenzelt wurden aufgebaut und mit Kissen und Schlafsäcken versehen, ein Feuer wurde angefacht und schließlich noch das Essen zubereitet. Als Dachzeltneulinge haben wir doch ziemich viel Zeit für das Aufstellen gebraucht - die nächsten Tage sollten wir aber immer routinierter werden.

Nachts wurde es sehr windig und ziemlich kalt. Nachdem unser Feuer um 20 Uhr ausgebrannt war, war uns so kalt, dass wir schon früh in die Zelte krochen.



Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2010
Themenstarter630 Beiträge · seit 200825. Sept. 2010 · #6
Hallo,

am 11.08.2010 ging es vom Holboom über die Grenze bei Dobe zu den Tsodilo Hills.

Die erste Campingnacht war natürlich besonders aufregend. Es waren ziemlich viele Tiergeräusche zu hören, aber auch Hundegebell - vielleicht von einem Buschmanndorf - und es ging ein starker Wind. Dieser sollte uns noch einige Tage begleiten.

Bei Sonnenaufgang habe ich mich auf die Suche nach dem eigentlichen "Holboom" gemacht, denn die dieser sollte 100 m von der Campsite entfernt sein und gestern abend waren wir zu sehr mit den Zelten und dem Grillen beschäftigt, um noch die Gegend erkunden zu können.

Rund um die Campsite gibt es einige Baobabs: nur gut 50 m weiter ein großes Exemplar mit einer Aussichtsplattform und südafrikanischen Campern, von denen wir die Nacht gar nichts mitbekommen haben und noch einmal 50 m weiter der Holboom, der schon sehr beeindruckend aussieht.



Gerade als ich ankam, kletterten einige südafrikanische Mädchen mit Schlafsäcken aus der Höhlung, die wohl dort (verbotener Weise) übernachtet hatten.

Nach dem Frühstück standen schon die ersten Buschleute da, die nach Tsumkwe mitgenommen werden wollten. Bei uns hatten sie aber kein Glück, da die Autos mit 4 bzw. 5 Personen wirklich schon voll waren. Gut, dass wir von zu Hause verschiedene Spanngurte mitgebracht hatten, denn der Reissverschluss eines Dachzeltes hatte sich total verhakt!

Die Grenzanlagen bei Dobe bestehen aus einem Grenzzaun und einigen kleinen Häuschen, auf der botswanischen Seite ist es eher eine Hütte. Ich habe einen namibischen Grenzer gefragt, wie viele Fahrzeuge denn hier am Tag passieren. Es sind so 0 bis 10, meinte er. Der Grenzübertritt selbst lief ziemlich unproblematisch ab. Es mussten aber unglaublich viele Listen ausgefüllt werden, die wahrscheinlich niemals ein Mensch mehr ansieht. Neben den ganzen Personendaten müssen auch die Autodaten mit Motor- und Fahrgestellnummer eingetragen werden. Der Mietvertrag wurde auch genau begutachtet, wobei der Beamte ganz entgeistert feststellte, dass in den Verträgen die Autokennzeichen vertauscht worden waren. Er hat dann mehrfach gefragt, was wir denn jetzt machen wollen, bis wir ihm versichert haben, dass wir den Fehler selbst ausbessern würden. Natürlich wurden auch die Reifen und Schuhe desinfiziert und der Kühlschrank inspiziert.



Straßenbenutzungsgebühren wurden uns übrigens in Dobe nicht abgenommen. Ich nehme an, dass die entsprechenden Formulare gar nicht vorrätig waren!

Auf der botswanischen Seite ist die Schotterstrecke erst einmal zu Ende. Es geht weiter über eine sandige Piste, die eher einem Feldweg ähnelt und teilweise in der Streckenführung recht unklar ist. Nach einigen Kilometern folgt dann aber eine ziemlich löchrigen Schotterpiste. Nachdem wir gestern zu wenig Holz hatten, haben wir an der Straße erst einmal Holz für unser Lagerfeuer gesammelt.

Wegen der vielen Schlaglöcher ist die Strecke bis Nokaneng anstrengend zu fahren und nachdem wir in Sepupa Geld bei Barclays (VISA) geholt und getankt hatten, haben wir noch überlegt, schon in Sepupa unser Lager aufzuschlagen. Schließlich sind wir aber doch noch die Teerstraße nach Nxamasere und die 40 km auf Schotter (holprig) zu den Tsodilo Hills gefahren. Im Dorf Tsodilo ist die Zufahrt zur Campsite nicht gut zu sehen. Nach dem Eingangstor sind die letzten Kilometer zur Campsite mit Museum schließlich ziemlich übel: teils tiefsandig und zugewachsen!

Ich war schon leicht erschöpft, als wir endlich angekommen waren und habe in diesem Zustand gleich ein Rücklicht des Hilux an einem Pfosten ruiniert. Mit Tesa geklebt, hat es dann aber noch bis Windhuk gehalten!

Wie schon in diesem Forum öfters berichtet, sehen die Sanitäranlagen auf der Campsite von außen gut aus, sind aber total verwahrlost. Es scheint sich niemand um sie zu kümmern, obwohl sie nicht nur von den wenigen Campern, sondern auch von einer kleinen Heerschar von Einheimischen genutzt werden, die unweit der Anlagen zelten. Gerne hätten wir ein paar Euro für den kostenlosen Platz gezahlt, wenn hier mehr Sauberkeit geherrscht hätte.

Abends mussten wir ziemlich auf unser Lagerfeuer aufpassen, denn es herrschte immer noch ein starker Wind.

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2010
Themenstarter630 Beiträge · seit 200825. Sept. 2010 · #7
12.08.2010: Tsodilo Hills -> Okavango (Ngepi)

Nach dem stürmischen Wind der letzten Nacht haben wir das Frühstück dicht um unser Morgenfeuer gedrängt eingenommen. Es war ziemlich kalt!

Um 8 Uhr hatten wir uns zu einem "Guided Walk" auf dem Rhino Trail angemeldet.



Es erschien auch tatsächlich ein Guide, der uns die nächsten 2 1/2 Stunden für 50 Pula die Familie begleitete. "Begleitete" ist schon das richtige Wort, denn von führen konnte eigentlich nicht die Rede sein. Am Anfang gab´s noch einige Erklärungen, gegen Ende wurde der junge Mann immer wortkarger und man musste schon sehr beharrlich fragen, um ein paar Info´s zu bekommen. Die Wanderung ist ganz schön und auch die Bilder wirklich interessant, vom "Louvre der Wüste" und "Weltkulturerbe der UNESCO" hätte ich mir aber noch etwas mehr erwartet.



Um die Mittagszeit überquerten wir dann bei Mohembo die Grenze nach Namibia. Die üblichen Formulare haben wir schon ganz routiniert ausgefüllt. Ab der Grenze war die Straße wieder geschottert und verlief als Transitroute durch den Mahangopark. Nachdem wir mit Tieren bislang nicht gerade verwöhnt worden waren, freuten wir uns richtig über die ersten Zebras und Kudus am Straßenrand.

An der Ausgangskontrolle am Parkende haben wir gehalten und ich habe noch schnell uns telefonisch zur Sunset-Cruise auf dem Okavango bei der Ngepi Lodge angemeldet.

An der Rangerstation waren viele Tierschädel, Elefanten, Büffel, Kudus etc. ausgestellt. Nach einigen Fotos wollten wir weiterfahren - doch der Hilux unserer Freunde war verschlossen, und zwar mit dem einzigen Schlüssel drinnen! Da die Zentralverriegelung nicht funktionierte, musste jede Tür einzeln verriegelt werden und dabei war der Schlüssel übersehen worden.

Schnell hatten sich einige Bauarbeiter um uns versammelt. In der nicht unbegründeten Hoffnung auf eine großzügige Belohnung versuchten sie mit Feuereifer den Wagen aufzubekommen. Es spricht für die Gesetzestreue der örtlichen Bevölkerung, dass sie sich dabei durchaus schwer taten. Ich glaube in Italien oder Südfrankreich wäre der Wagen in zehn Minuten offen gewesen.
Der erste Versuch über ein Seitenfenster den Türheber zu erreichen, endete so aber mit einem kaputten Türgummi. Dann kam einem Helfer die zündende Idee mit dem Kofferaufbau. Die Klappe am Aufbau ließ sich noch ohne weiteres öffnen, so konnte man den Kofferaufbau abschrauben, abheben und schließlich über ein kleines Schiebefenster hinter den Rücksitzen in das Innere der Fahrzeugkabine gelangen. Das Schiebefenster zersplitterte zwar beim Versuch, es aufzuhebeln, doch im Großen und Ganzen war die Aktion erfolgreich. Jedenfalls hatten wir sehr zum Einkommen der Akteure und zur Unterhaltung einiger Touristen beigetragen.



Das Ganze hatte so etwa 75 Minuten gedauert und wir glaubten uns noch gut in der Zeit für unsere Bootstour als wir Ngepi erreichten. Leider hatten wir nicht bedacht, dass im Caprivi überwiegend Botswanazeit verwendet wird und so wartete das Boot schon auf uns. Nach der ganzen Aufregung hätten wir den restlichen Nachmittag gut auch im Camp verbringen können!



Die Fahrt litt etwas unter dem starken Wind und dem damit verbundenen Wellengang. So ließen sich auch erst ganz am Ende drei Nilpferde blicken. Wir sahen aber viele Vögel und einige kleinere Krokodile. Der Okavango ist ein größerer Fluss als ich gedacht habe. Unvorstellbar, dass diese große Menge an Wasser völlig in der Wüste versickert bzw. verdunstet.



Wir hatten die Baumhäuser 10 und 11. Auch wenn die Häuser mehr auf Pfählen als auf Bäumen stehen, sind sie schön gemacht und haben eine nette Terrasse über dem Okavango. Man kann einen Bambusrollo herunterlassen - durch mehr ist man nicht vom Okavango getrennt! Das ganze Camp ist sehr witzig und gerade für Kinder oder Jugendliche ideal. Wir hatten etwas Bedenken wegen eventuell feierwütiger Overlander, aber es war alles ruhig.





Das Abendessen wird in einem schönen Rahmen eingenommen, war allerdings ziemlich jugendherbergsmäßig.

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2010
842 Beiträge · seit 201027. Sept. 2010 · #8
Hallo Klaus,

auch Dein Beicht liest sich sehr schön !
Die Route steht für unsere übernächste Reise auf dem Programm 😉
Schön, wenn man sich auf diesem Weg schon Tipps holen kann !!!

Freue mich schon auf die Fortsetzung !!!

Beste Grüße
Antje im Namibiafieber
Themenstarter630 Beiträge · seit 200802. Okt. 2010 · #9
Hallo,
nachdem es hier heute ziemlich regnerisch ist, gibt´s eine Fortsetzung:

Freitag, 13.08.2010 Vom Okavango zum Kwando

Nach dem Frühstück haben wir erst einmal das Camp richtig angeschaut. Gestern waren wir ja zeitlich ziemlich chaotisch, so dass wir fast nichts gesehen haben.

Das Ngepi Camp ist sehr schön am Ufer des Okavango gelegen, mit einem tollen Sonnendeck, von dem wir zwei Nilpferde am gegenüber liegenden Ufer bewundern konnten (leider im Gegenlicht!). Das ganze Camp ist mit den vielen lustigen Hinweisschildern und Freiluftoiletten ja inzwischen ziemlich bekannt.



Nach einigem Hin und Her hat schließlich auch die Zahlung per Kreditkarte geklappt - inzwischen war ich leider ziemlich knapp an namibischen Dollar und die Auskunft, dass der ATM in Divundu manchmal geht und manchmal auch nicht, stimmte einen auch nicht gerade zuversichtlich.

Aber erst einmal ging es von Ngepi zurück in den Mahango-Park. Dort haben wir uns für die Route entlang des Flusses entschieden. Es gab viele Impalas, Kudus, Zebras, Paviane, Geier und unsere erste Giraffe zu sehen.



Wenig später bekamen wir auch noch eine einzelne Rappenantilope zu Gesicht. Der Mahango ist ein kleiner, aber recht hübscher Park und durchaus besuchenswert. An einem großen Baobab am Ufer des Okavango befindet sich ein Rastplatz bei dem man auch aussteigen und sich die Füße vertreten kann.

Kurz nach 12 drängt allerdings schon wieder die Zeit. In Divundu fanden wir nach etwas Suchen auch den ATM in einem Supermarkt und konnten glücklich unseren Bargeldvorrat aufstocken. Mit vollem Tank und einigen Vorräten für die nächsten zwei Campingtage ging es wieder beruhigt auf die ziemlich langweilige Strecke (B8) zum Kwando. Trotz der vielen Elefantenwarnschilder (auch Tempo 80!) waren nirgends Elefanten zu sehen. So langsam beunruhigte mich das schon etwas: schon 2 Tage im Kernland der Elefanten und noch kein einziger Dickhäuter war zu sehen gewesen.

Nur ab und zu brachten die traditionellen Rundhütten der Einheimischen Abwechselung. Erschreckend waren die vielen, vielen abgebrannten Waldstücke rechts und links der Straße. Manchmal erschien der Himmel richtig grau statt blau von dem vielen Rauch.

Kurz vor Kongola bogen wir links von der B8 in eine Sandpad zur Susuwe Ranger Station ein, um uns das Permit für die nächsten zwei Tage im Bwabwata NP zu holen. Die Strecke zur Station ist ziemlich sandig und mühsam zu befahren. Kurz vor der Station sahen wir dann unseren ersten Elefanten in der Ferne. Bei genaueren Hinsehen konnten wir immer mehr Elefanten zwischen den Bäumen entdecken.
Inzwischen hatte auch eine Rangerin von der Station uns entdeckt und winkte uns ziemlich hektisch zu sich her. Ich dachte schon, sie wollte uns wegen unseres Aussteigens rügen, doch tatsächlich hatte man von der Station einen besseren Blick auf die Herde.



Wegen der vielen Bäume konnte man aber auch von dort immer nur einen kleinen Teil der Tiere sehen, doch es waren sicher 100-200 Elefanten, die hier zum Trinken an den Kwando kamen. Immer neue Gruppen kamen und gingen. Wir wären gerne ein paar Meter Richtung Elefanten gegangen, doch die Rangerin war darüber gar nicht glücklich und wollte uns nur wenige Meter vom Gebäude weglassen, da alles andere viel zu gefährlich sei. Im Gespräch erzählte sie dann, dass das Auto der Station gerade zur Reparatur wäre und fragte, ob wir sie nicht ein Stück in Richtung Bumhill mitnehmen könnten, da ihre Kollegin große Angst vor Elefanten hätte. Eine Rangerin am Kwando mit einer Elefantenphobie - na ja. Wir haben die beiden trotz unseres vollen Hilux noch mitgenommen.

Eigentlich wollten wir ja die nächsten beiden Tage im Nambwa Camp verbringen, nachdem es aber schon spät war, steuerten wir heute Bumhill an. Dort haben wir einen etwas teueren Platz mit eigener Aussichtsplattform direkt am Wasser genommen (80 NamDollar für den Erwachsenen, 40 für Kinder). Bumhill ist ein toller Platz, schön gestaltet, jeder Exklusivplatz hat ein eigenes Sanitärhäuschen mit sehr sauberen Anlagen! Einziger Nachteil ist die Nähe zur B8. Nachts haben wir die Lkw recht deutlich gehört. Zum Glück war aber nur sehr wenig Verkehr. Überhaupt war die tierische Geräuschkulisse eindeutig dominierend: Flusspferdrufe vom Kwando und eine ganze Elefantenherde, die spätabends die Campsite durchqueren wollte und vom Personal vertrieben wurde, sorgten für Spannung. Nachts hörte man dann rasch aufeinanderfolgende Schüsse! Das Personal erzählte am nächsten Morgen, dass Elefanten über die Brücke am Kwando in bewohnte Gebiete eindringen wollten und mit den Schüssen vertrieben worden wären.

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 02. Okt. 2010
1'309 Beiträge · seit 200902. Okt. 2010 · #10
Hallo Klaus,

wir waren ja zeitweise gleichzeitig unten! Auch wir haben viele Italiener getroffen, vor allem in Livingstone und am Khwai.

ich bin gespannt, wie es weiter geht. Eigentlich hätten wir uns im Chobe treffen müssen. Wir haben in der Nähe von Ihaha gecampt!

Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Themenstarter630 Beiträge · seit 200802. Okt. 2010 · #11
Hallo Nenette,

wir haben 2 Tage in Ihaha gecampt (ab 18.8.), die Boga-Campsite ist - glaube ich - ganz in der Nähe. Ich habe schon Deine schönen Löwenbilder vom Chobe bewundert. Wir haben leider erst im Moremi Löwen zu Gesicht bekommen.

Viele Grüße

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
Themenstarter630 Beiträge · seit 200811. Okt. 2010 · #12
Weiter geht´s mit Samstag, den 14.08.2010:
Bwabwata National Park

Wir sind erst so gegen 9 Uhr von Bumhill Richtung Süden aufgebrochen. Heute wollten wir auf dem Nambwa Campsite übernachten.

Gleich über der B8 ist schon der Wegweiser zum 13 km entfernten Campingplatz.


Die Strecke geht teils bergauf - bergab über eine manchmal tiefsandige Piste. Im Vorfeld der Reise hatte ich manches über den hohen Wasserstand des Kwando im August gelesen, doch in Bumhill hatte man uns versichert, dass Nambwa problemlos zu erreichen sei ("good road").

Hier und da waren Aussichtpunkte an der Strecke, an denen wir auch gerne anhielten und verschiedene Antilopen, Paviane, Meerkatzen und Hippos sahen. Am schönsten ist der Blick von Fort Doppies über die weite Flutebene des Kwando:



Um 11 Uhr waren wir dann ohne eine einzige Wasserdurchfahrt in Nambwa angekommen. Nambwa ist eigentlich eine Insel und liegt sehr schön in einer sumpfigen Flutebene, umgeben von viel Wasser und Schilf. Gleich zur Begrüßung lag eine kleine Herde Letschwe Antilopen vor der Aussichtsplattform. Nachdem wir nichts vorgebucht haben, sind wir gleich zur Rezeption und haben uns einen Stellplatz gesichert (Nr. 3 - liegt schön vor einem Hippopool mit etlichen Nilpferden, die nachts einen ganz schönen Radau machten).

Nach einer kurzen Rast machten wir uns schon früh auf den Weg zum berühmten Horseshoe, einer hufeisenförmigen Biegung des Kwando. An der Rezeption hatte man uns drei Wasserdurchfahrten angekündigt. Tatsächlich konnte eine davon leicht umfahren werden, die zweite war sehr flach, während die dritte es immerhin auf 40 - 60 cm brachte. Natürlich haben wir die Durchfahrt ausgiebig im Zickzack abgelaufen und den Untergrund für unsere erste Wasserdurchfahrt auf Festigkeit geprüft.



Der Horseshoe ist ein wirklich ganz besonderer Ort: weißer, breiter Sandstrand, blaues Wasser und eine üppige Vegetation bieten ein schönes Bild. An Tieren war erst einmal nicht viel zu sehen: ein Waran, ein kleines Krokodil, Fischadler und ein Dutzend Kudus.
Leider ist die Strecke ziemlich tiefsandig. Mit unseren schwerbeladenen Hilux (2,5 l Diesel) haben wir uns schwer getan, genügend Schwung im Sand zu behalten. Luft ablassen wollten wir hier eigentlich noch nicht. Wir haben uns dann am Ende der Bucht aufgestellt und uns die Zeit mit Lesen vertrieben. Nach einiger Zeit roch es sehr deutlich nach Elefant, obgleich weder etwas zu sehen oder zu hören war. Aber richtig, nur wenige Meter von uns entfernt kam ein einzelner Elefantenbulle aus dem Wald und lief den Strand entlang. Bald darauf eilte einige Hundert Meter entfernt eine ganze Herde mit einigen Jungtieren zum Wasser. Da mussten wir natürlich näher ran. Kurz vor der Herde hatte es mich aber wieder erwischt: Steckengeblieben. Gott sei dank ging es mit Anschieben wieder weiter.



Die Elefanten reagierten sehr nervös auf unser Näherkommen.


Nachdem auch der Sand ziemlich tief war, wollte ich nicht zu nahe bei ihnen anhalten und bin zögerlich etwas weitergefahren. Dadurch hatten leider unsere Freunde ihren Schwung verloren und sind nicht weit von den Elefanten entfernt, steckengeblieben.



Während die Elefanten drohend die Ohren aufstellten und nervös hin und her liefen, haben wir eilig den Wagen wieder freigegraben - immer mit einem Blick zu der nahen Herde. Das war für heute eigentlich genug der Aufregung und so haben wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Rückweg gemacht. Während dessen kamen ein halbes Dutzend weiterer Wagen an den Horseshoe, teils Selbstfahrer von Nambwa, teils Safarifahrzeuge der Susuwe Lodge. Wieder reagierten die Elefanten recht gereizt und mit viele Trompeten auf die Fahrzeuge.

Abends haben wir uns den Sonnenuntergang auf der Aussichtsplattform von Nambwa mit einigen Südafrikanern zusammen angesehen.



Die Campsite ist - wie Bumhill - recht gepflegt. Zwar mit einer Gemeinschaftssanitäranlage, aber alles sehr sauber und schön gemacht. Beide Plätze sind eine echte Empfehlung. Sie waren - soweit ich sehen konnte - auch abends voll, in Nambwa war auch ein Reserveplatz bei den Ablutions vergeben worden.

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2010
1 Beiträge · seit 200712. Okt. 2010 · #13
Hallo Klaus63,
mein Freund und ich(ebenfalls zwei Kläuse) planen gerade unsere 4.Tour durch Namibia und Botswana,aber zum ersten Mal sind der östliche Caprivi, der Chobe und die VicFalls mit auf dem Plan. Deshalb warten wir sehnsüchtig auf Deine nächsten Berichte, die Du wirklich ganz toll vorstellst und die uns sicherlich hilfreich unterstützen werden.
Viele Grüße
Klaus & Klaus
Themenstarter630 Beiträge · seit 200812. Okt. 2010 · #14
Hallo,

hier gibt es ja eine echte "Klausschwemme", Klaus³ sozusagen.

15.08.2010:
nach Kasane zum 1. Höhepunkt der Reise

Es ist schon spannend aufzustehen und noch vom Dachzelt einem Hippo im Pool, das gerade 10 m entfernt ist, zuzusehen. Während die Sonne aufging, sind wir noch schnell zur Aussichtsplattform. Dabei stöberten wir zwei Buschböcke auf, die erste Sichtung dieser Tierart auf der Reise.



Beim Zurückgehen fielen mir schon auf dem sandigen Fahrweg die frischen Fußspuren eines Raubtieres auf, welches Tier das gewesen war, wußte ich da noch nicht. Nach dem Frühstück sammelten wir noch einige der großen Früchte des Leberwurstbaumes ein, der nahe den Ablutions steht.

Als wir dann später Nambwa verließen, fragte mich einer der Angestellten beim Eintrag in das Gästebuch, ob ich gestern abend auch den Leoparden gesehen hätte, den einige Gäste auf dem Weg zur Dusche erspäht hätten. Mist! Den hatten wir natürlich verpasst! Jetzt wußte ich auch, zu welchen Tier die Fußspuren gehörten. Wir waren aber keine 10 Minuten von Nambwa losgefahren, als plötzlich ein Leopard in aller Ruhe den schmalen Fahrweg vor uns überquerte. Leider waren wir in keiner Weise auf´s Fotografieren eingerichtet und als wir endlich die Kamera vorgeholt hatten, war das Tier schon in den Büschen verschwunden. Eine ganze Zeit konnte man es noch laufen sehen - für ein gutes Foto war es aber schon zu spät.

nicht schön, aber als Beweisfoto geht´s:



Einige Zeit später Richtung Botswana merkten wir erst, dass unsere Freunde beim Rangieren an einem Busch ihr vorderes Nummernschild eingebüßt hatten. Dies war trotz der vielen Grenzüberquerungen der nächsten Tage aber nie ein Problem.

Im Hochgefühl der Leopardensichtung fuhren wir nach Kongola und haben dort erst einmal getankt. Die Fahrt auf der B8 über Katima Mullilo nach Ngoma brachte nichts Besonderes, wenn mal einmal von zwei Hornraben absieht, die sich aber nicht fotografieren ließen. Interessant war lediglich zu sehen, dass die Bevölkerung in den vielen kleinen Dörfern an der Straße wirklich noch an den traditonellen Rundhütten festhielt.



Auf der geteerten Transitstrecke nach Kasane durch den Chobe NP bekam man dann schon einmal eine Ahnung von dem Tierreichtum des Chobe. Mehrfach standen kleine Gruppen von Elefanten dicht an der Straße und ließen sich durch die anhaltenden Autos in keiner Weise beeinflussen. Die Chobe-Elefanten sind wirklich viel gelassener als ihre Kollegen im Caprivi!



An einer Sperre am Chobe NP trafen wir Franzosen, die uns fragten, ob wir ihnen Diesel abgeben könnten. In Kasane, aber auch zuvor in Katima Mullilo hätten sie keinen Diesel mehr bekommen und wären jetzt mit ihrem Pkw liegengeblieben. Wir hatten zwar schon noch fast 80 l im Wagen bzw. Resevekanister, doch ohne Diesel in Kasane wären wir durch das Aushelfen mit Treibstoff selbst nicht gerade weit gekommen und nur ein paar Liter hätten den Franzosen auch nicht viel geholfen. Ein Jahr im voraus hatten wir die Campingplätze vorgebucht und bezahlt und dann würden wir sie wegen einer guten Tat vielleicht selbst nicht erreichen. Na ja, so wurden die Franzosen ihrem Schicksal überlassen. Immerhin war die Straße recht belebt, so dass zumindest der Transfer zurück nach Kasane für sie möglich war.

In Kasane erfuhren wir dann in der Water Lily Lodge,

dass es noch einige Tage dauern könnte, bis Dieselnachschub kam. Das bereitete uns angesichts der tankstellenlosen Strecke Kasane - Maun (durch den Chobe) doch sehr große Sorgen. Die Lodge sieht von außen toll aus, innen merkt man, dass die Zimmer schon wieder eine Renovierung vertragen könnten. An der Bar im Garten wurde noch ein Begrüßungsdrink serviert und die Kinder sprangen noch einmal in den Pool. Um 15 Uhr ging´s dann zur berühmten Sundownerfahrt auf dem Chobe. Die Fahrt im kleinen 12-Sitzerboot mit dem Guide "Capitain" war schlicht sensationell. In den nächsten drei Stunden bis zum Sonnenuntergang sahen wir hunderte von Elefanten und Büffeln, Krodile jeder Größe, unglaublich viele Vögel, Nilpferde, Giraffen, Paviane etc. etc. Auf der Rückfahrt bekam das Boot noch einen Schlag und machte einen Satz: wir waren gerade über ein auftauchendes Flusspferd gefahren!

Ich hänge hier nur ein paar Bilder an, geschossen habe ich an diesem Nachmittag einige Hundert:





Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2010
Themenstarter630 Beiträge · seit 200816. Okt. 2010 · #15
Hallo,

in der heutigen Fortsetzung geht es von Kasane an die Victoriafälle nach Zimbabwe
(16.08.2010).

Von Kasane ist es nur einen Katzensprung bis zur Grenze nach Zimbabwe (Kazungula). Auch die Ausreise aus Botswana ging sehr flott. Große Bedenken hatten wir im Vorfeld wegen den vielleicht langwierigen Formalitäten bei der Einreise nach Zimbabwe. Wir hatten zwar gerade Pech, weil kurz nach unserem Eintreffen der Computer abstürzte und alle Formulare per Hand ausgefüllt werden mussten, mit nur 45 Minuten Wartezeit waren wir aber recht zufrieden. Kosten waren 30 USD Visum für jeden Erwachsenen (Kinder frei), 55 USD für den Hilux und dann noch 80 USD für eine Zimbabwe-Auto-Versicherung, deren Wert uns ziemlich unklar war. Wir haben nur kurz diskutiert, Deutsche, die wir später immer mal wieder trafen, konnten die Versicherung auf 50 USD drücken, mussten dafür dann aber eine Stunde an der Schranke auf die Abfertigung warten.
Die Fahrt nach Victoria Falls dauert auf der Simbabweseite nur ca. 45 Minuten. Vorsicht hier vor den Radarfallen (80 km/h)!

Unsere Unterkunft "Amadeus Garden" war leicht zu finden. Unsere Zimmer lagen schön an einem Innenhof mit Pool. Amadeus Garden kann ich als Unterkunft empfehlen. Sie ist gut gelegen, mit Nachtwächter, einem gesicherten Stellplatz und bietet eine gediegene Qualität, wenn auch keinen Luxus.

Die Kinder sind auch gleich in den Pool gesprungen, während wir die Buchung unserer Aktivitäten noch einmal geprüft und diese auch gleich bezahlt haben (USD, es ging auch Kreditkarte). Für ein Dreierpaket (Heliflug über die Victoriafälle, Lion-Walk und Elephant Safari) haben wir 275 USD pP gezahlt.

Von Amadeus Garden sind wir dann bis zu den Fällen gelaufen (3-4 km). Das war tagsüber überhaupt kein Problem. Viele Touristen waren zwar nicht gerade unterwegs, die Händler waren aber nicht besonders aufdringlich, sie waren sogar ganz lustig drauf. Von den Menschen in Zimbabwe waren wir angenehm überrascht. Obwohl auch in VicFalls ziemliche Armut herrscht, haben sich die Leute gefreut, wenn Touristen kamen, und auch die Händler haben es problemlos akzeptiert, wenn man nichts kaufen wollte. Natürlich habe ich mich erst einmal mit ein paar Zimbabwe "Inflationsdollar" eingedeckt.

Nahe der Fälle waren viele Polizisten zu sehen. Einer hat uns sogar mit zum Eingang der Fälle begleitet und uns viele Tipps gegeben. In VicFalls wird nach dem Einbruch der Touristenzahlen nach meinem Eindruck viel dafür getan, dass sich die Touristen sicher fühlen.
Beim Eingang zu den Fällen haben wir uns erst einmal einen Regenumhang geliehen (2 USD nach einigem Feilschen) und dann den Eintritt (30 USD Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre 15 USD) bezahlt. Das Gelände der Fälle war relativ leer. Wir haben ca. 3 Stunden an den Fällen verbracht. Sie hatten im August 2010 einen optimalen Wasserstand. Beeindruckend viel Wasser, aber wiederum nicht so viel, dass man vor lauter Gischt nichts sehen konnte. Toll waren auch die vielen Regenbogen. Neben der Chobe Sun Set Cruise gestern, war der Besuch der VicFalls der absolute Höhepunkt des Urlaubs.



Später sind wir noch auf die Verbindungsbrücke nach Sambia (Gate-Pass!) gegangen und haben etwas den Bungeespringern zugeschaut. Zurück ging es mit dem Taxi (6 USD nach langen Verhandlungen).

Abens sind wir in das Erlebnisrestaurant "The Boma" ausgegangen (45 USD, Kinder unter 12 Jahre die Hälfte). Es ist sehr touristisch mit "interaktivem Trommeln", einem riesigen Buffet (mit Mopanewürmern - und recht zähem Kudu!) Tanzvorführung, Wahrsager etc. etc., aber recht unterhaltsam. Witzig war die Busladung Taiwanesen, die mit einem Schlag erschienen, alles fotografierten, aßen und dann im Eiltempo wieder verschwanden. Wir sind mit dem eigenen Wagen zum Boma gefahren, vom Laufen wurde uns wegen der vielen Tiere im Außenbereich der Stadt abgeraten - es war auch wirklich auf dem Weg zu den Fällen ein Elefant nur 10 m neben dem Weg gestanden. Im Vorfeld habe ich mir eher wegen möglicher Kriminalität Gedanken gemacht, aber in VicFalls hatten wir nie das Gefühl, dass etwas bedrohlich oder unsicher wäre.

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 16. Okt. 2010
4'451 Beiträge · seit 200816. Okt. 2010 · #16
Hallo Klaus,
Danke für die ausführliche Preisangaben , das hilft super für unseren Besuch im April 2011 😄 Der bericht ist absolut gut zum Lesen und die Bilder dazu machen das Warten ein wenig erträglich 😉 für die lange Zeit die es noch dauert bis wir dort sein werden.
Lieben Gruß
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 16. Okt. 2010
Gast17. Okt. 2010 · #17
klaus63 schrieb:
Hallo,

in der heutigen Fortsetzung geht es von Kasane an die Victoriafälle nach Zimbabwe
(16.08.2010).

Von Kasane ist es nur einen Katzensprung bis zur Grenze nach Zimbabwe (Kazungula). Auch die Ausreise aus Botswana ging sehr flott. Große Bedenken hatten wir im Vorfeld wegen den vielleicht langwierigen Formalitäten bei der Einreise nach Zimbabwe. Wir hatten zwar gerade Pech, weil kurz nach unserem Eintreffen der Computer abstürzte und alle Formulare per Hand ausgefüllt werden mussten, mit nur 45 Minuten Wartezeit waren wir aber recht zufrieden. Kosten waren 30 USD Visum für jeden Erwachsenen (Kinder frei), 55 USD für den Hilux und dann noch 80 USD für eine Zimbabwe-Auto-Versicherung, deren Wert uns ziemlich unklar war. Wir haben nur kurz diskutiert, Deutsche, die wir später immer mal wieder trafen, konnten die Versicherung auf 50 USD drücken, mussten dafür dann aber eine Stunde an der Schranke auf die Abfertigung warten.
Die Fahrt nach Victoria Falls dauert auf der Simbabweseite nur ca. 45 Minuten. Vorsicht hier vor den Radarfallen (80 km/h)!

Unsere Unterkunft "Amadeus Garden" war leicht zu finden. Unsere Zimmer lagen schön an einem Innenhof mit Pool. Amadeus Garden kann ich als Unterkunft empfehlen. Sie ist gut gelegen, mit Nachtwächter, einem gesicherten Stellplatz und bietet eine gediegene Qualität, wenn auch keinen Luxus.

Die Kinder sind auch gleich in den Pool gesprungen, während wir die Buchung unserer Aktivitäten noch einmal geprüft und diese auch gleich bezahlt haben (USD, es ging auch Kreditkarte). Für ein Dreierpaket (Heliflug über die Victoriafälle, Lion-Walk und Elephant Safari) haben wir 275 USD pP gezahlt.

Von Amadeus Garden sind wir dann bis zu den Fällen gelaufen (3-4 km). Das war tagsüber überhaupt kein Problem. Viele Touristen waren zwar nicht gerade unterwegs, die Händler waren aber nicht besonders aufdringlich, sie waren sogar ganz lustig drauf. Von den Menschen in Zimbabwe waren wir angenehm überrascht. Obwohl auch in VicFalls ziemliche Armut herrscht, haben sich die Leute gefreut, wenn Touristen kamen, und auch die Händler haben es problemlos akzeptiert, wenn man nichts kaufen wollte. Natürlich habe ich mich erst einmal mit ein paar Zimbabwe "Inflationsdollar" eingedeckt.

Nahe der Fälle waren viele Polizisten zu sehen. Einer hat uns sogar mit zum Eingang der Fälle begleitet und uns viele Tipps gegeben. In VicFalls wird nach dem Einbruch der Touristenzahlen nach meinem Eindruck viel dafür getan, dass sich die Touristen sicher fühlen.
Beim Eingang zu den Fällen haben wir uns erst einmal einen Regenumhang geliehen (2 USD nach einigem Feilschen) und dann den Eintritt (30 USD Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre 15 USD) bezahlt. Das Gelände der Fälle war relativ leer. Wir haben ca. 3 Stunden an den Fällen verbracht. Sie hatten im August 2010 einen optimalen Wasserstand. Beeindruckend viel Wasser, aber wiederum nicht so viel, dass man vor lauter Gischt nichts sehen konnte. Toll waren auch die vielen Regenbogen. Neben der Chobe Sun Set Cruise gestern, war der Besuch der VicFalls der absolute Höhepunkt des Urlaubs.



Später sind wir noch auf die Verbindungsbrücke nach Sambia (Gate-Pass!) gegangen und haben etwas den Bungeespringern zugeschaut. Zurück ging es mit dem Taxi (6 USD nach langen Verhandlungen).

Abens sind wir in das Erlebnisrestaurant "The Boma" ausgegangen (45 USD, Kinder unter 12 Jahre die Hälfte). Es ist sehr touristisch mit "interaktivem Trommeln", einem riesigen Buffet (mit Mopanewürmern - und recht zähem Kudu!) Tanzvorführung, Wahrsager etc. etc., aber recht unterhaltsam. Witzig war die Busladung Taiwanesen, die mit einem Schlag erschienen, alles fotografierten, aßen und dann im Eiltempo wieder verschwanden. Wir sind mit dem eigenen Wagen zum Boma gefahren, vom Laufen wurde uns wegen der vielen Tiere im Außenbereich der Stadt abgeraten - es war auch wirklich auf dem Weg zu den Fällen ein Elefant nur 10 m neben dem Weg gestanden. Im Vorfeld habe ich mir eher wegen möglicher Kriminalität Gedanken gemacht, aber in VicFalls hatten wir nie das Gefühl, dass etwas bedrohlich oder unsicher wäre.

Klaus
von unterkunft swakopmund
Für die Autoversicherung hast du eindeutig eztwas zuviel gezahlt.
Normal sind 260,- Rand also ca 38 US$ für ein Premium Paket, aber gut das Du noch auf 50,-US$ heruntergehandelt hast.
Kleiner Tip: den Agenten mit Rand bezahlen, dann entfällt die Umrechnung US$
Grüsse von Peter
zuletzt bearbeitet 17. Okt. 2010
Themenstarter630 Beiträge · seit 200824. Okt. 2010 · #18
Liebe Forumsmitglieder,

eine Fortsetzung gibt´s mit dem

Dienstag, den 17.08.2010: Victoria Falls

Auf das Frühstück mussten wir heute verzichten! Schon um 6 Uhr 20 wurden wir pünktlich mit einem Kleinbus zum Lion Walk abgeholt. Unsere Hoffnung auf eine kleine Gruppe verflog allerdings schnell, als wir vor dem Victoria Falls Hotel in einen großen Bus mit ca. 20 Mitreisenden einstiegen. Auf der rumpeligen Fahrt in den Nationalpark haben wir dann noch ein paar Büffel erspäht und konnten einen schönen Sonnenaufgang erleben.

Vor dem Lion Walk erhielt noch jeder einen Stock und etliche Verhaltensanweisungen. Selbstbewußtes Auftreten ist in Löwenkreisen absolut angesagt! Danach wurde noch ein Film über die Bemühungen zu Wiederansiedlungen des Löwen im südlichen Afrika vorgeführt, zu deren Finanzierung der Lion Walk nach Angabe dienen soll.

Schließlich wurde die Gruppe geteilt. Die ersten 30 Minuten sollten wir mit den zwei 16 Monate alten Löwen verbringen, dann wurde mit der anderen Gruppe getauscht und es ging mit den beiden 9 Monate alten Löwen weiter.

Das Ganze lief dann so ab, dass jeweils die Löwen "vorgestellt" wurden (einer der vier war nur mit Vorsicht zu genießen), dann ging es durch das offene Gelände mit jeweils drei Führern auf einen Spaziergang. Dabei durfte jeder aus der Gruppe mal nach vorne und konnte neben den Löwen laufen und diese auch streicheln. Schließlich konnte dann jeder noch einmal zu den liegenden Löwen und diese streicheln und sich dabei fotografieren lassen. Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl so direkt neben einem doch schon großen Löwen zu laufen und ihn zu berühren. Es gibt auch jede Menge toller Fotos - darauf legen die Veranstalter schon aus Werbegründen viel Wert. Durch die große Gruppe lief aber alles sehr hektisch ab und hat bei mir ein zwiespältiges Gefühl hinterlassen.




Nach einem Imbiss wurden wir dann schon zur Elephant Back Safari abgeholt.



Nach kurzer Fahrt erwarteten uns schon vier Elefanten mit ihren Führern und ein Mann mit Gewehr, der auf dem Walk vorlief. Zu unserer Freude waren wir vier ganz alleine unterwegs, so dass dann auch jeder seinen eigenen Elefanten hatte. Es ging über Stock und Stein und manchmal auch mitten durch ein Gebüsch durch den Nationalpark. Zwischendrin und am Ende gab es etwas "Interaction" mit den Elefanten. Man hat diese gefüttert und es wurden natürlich Unmengen an Fotos gemacht (die ich hier micht einstellen will, da wir natürlich alle groß drauf sind). Die Führer waren teils auch recht unterhaltsam und informativ. Neben dem allgegenwärtigen Interesse am deutschen Fussball, gab es auch lustige Fragen zu Deutschland, so etwa nach der Anzahl hiesigen (und zwar freilebenden!) Elefanten.



Schon durch unsere kleine Gruppe hat mir die Elefant Safari besser gefallen als der Lion Walk. Nach dem obligatorischen Imbiss, ging es wieder zurück nach Victoria Falls. Um 11 Uhr 30 waren wir wieder im Amadeus Garden.

Bis zur Abholung zum HeliFlight (14 Uhr) war noch einmal relaxen am Pool angesagt. Es war die letzten Tage immer wärmer geworden. Als wir erfahren haben, dass es Diesel in VicFalls gibt sind wir aber noch einmal schnell an eine Tankstelle gefahren. Für 1 Dollar 14 den Liter wurde unser Auto mit einem tropfenden Schlauch aufgefüllt.

Auch das Abholen um 14 Uhr hat prima geklappt. Überhaupt lief in VicFalls alles ohne jede Probleme.

Beim Flug hatte ich mir schon den Platz beim Piloten gesichert, musste aber dann doch nach hinten, da ich aufgrund meiner Größe nach Meinung des Piloten vielleicht an die Schalter an der Decke hätte stoßen können.

Der Flug (reine Flugzeit 12-13 Minuten) ist schön. Hier sieht man einmal die ganze Ausdehnung der Fälle und die vielen Schluchten. Man konnte am Sambezi sogar Elefanten, Nilpferde und Büffel erkennen. Die Fälle haben mich aber vom Boden aus noch mehr beeindruckt.





Nach deinem Kaffee im Amadeus Garden sind wir mit unseren Freunden auf Einkaufstour in die Stadt. Erst haben wir alle kleinen Geschäfte mit Holzschnitzereien besucht und dann noch den sogenannten Open Market angesehen. Dort gab es die Figuren noch einmal wesentlich billiger (dazu musste man allerdings sehr geduldig feilschen!). Den vielen Händlern mangelte es überhaupt erheblich an Kundschaft, so dass man ganz schön kämpfen musste, um wieder von einem Stand weg zu kommen. Hier hätte man wirklich auch alles eintauschen können, häufig wurde man nach Kinder-T-Shirts und Schuhen gefragt. Selbst Kugelschreiber hätte man als "Aufgeld" gut brauchen können. Oscar "The Carkeeper", Texas, King George und wie sich die Menschen, die wir auf dem Weg zum Markt getroffen hatten, alle nannten, waren aber nie unangenehm aufdringlich, sondern im Gegenteil ziemlich gut gelaunt.

Abends haben wir (nach Voranmeldung geht das) im Amadeus Garden gegessen und unsere Postkarten geschrieben (die auch wirklich nach einem Monat in Deutschland angekommen sind!)

So viel für heute!

Viele Grüße

KLaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 24. Okt. 2010
5'479 Beiträge · seit 200901. Nov. 2010 · #19
Sehr schöner Reisebericht. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.

Auch die Fotos gefallen mir sehr gut. Ich finde jedoch, man sollte ein Foto eher weglassen, als es mit schwarzen Balken und Rechtecken zu verunstalten.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter630 Beiträge · seit 200801. Nov. 2010 · #20
Hallo Topobär,

manchmal will ich die Verunstaltung von Photos in Kauf nehmen, wenn eine besondere Info mit dem Photo verbunden ist, etwa bei einem Bild von einer Wasserdurchfahrt oder beim Lion Walk. Grundsätzlich gebe Dir jedoch recht.

Am Mittwoch, den 18.08.2010 brachen wir von VicFalls Richtung Kazungula auf. Tagesziel war der Campingplatz Ihaha am Chobe.

Schon auf der Hinfahrt haben wir an der Teerstraße Kazungula - Victoria Falls Polizisten bei der Tempomessung beobachtet und haben uns genau an das Tempolimit gehalten. Kurz vor der Grenze wurden wir dann aber - wie alle andere Autofahrer - an einer Polizeisperre gestoppt. 10 USD wurden uns wegen fehlender Reflektoren abgeknöpft. Einem Südafrikaner vor uns kosteten fehlende Reflektoren vorne und hinten gleich 20 USD. Na ja. Wir haben die Devisenbeschaffungsmaßnahme Simbabwes mit Gleichmut ertragen. Immerhin bekam ich einen schönen Strafbefehl zum Einkleben in mein Photoalbum! Die Polizisten waren gut gelaunt und irgendetwas hätten sie so und so gefunden. Das fehlende Kennzeichen an dem Wagen unserer Freunde ist nicht weiter aufgefallen. Wir haben damit noch zwei Grenzen ohne jede Probleme überquert!

In Kasane angekommen, wurde erst einmal das Auto vollgetankt. Es gab doch tatsächlich wieder Diesel. Die 7 Liter waren zwar nicht viel, doch nach den Erfahrungen de letzten Tage, wußten wir nun wie wertvoll ein paar Liter Sprit sein können. Schließlich wurden die Hilux mit Einkäufen für sechs Tage Camping im Chobe und Moremi vollgepackt. Mehr wäre wirklich nicht mehr hineingegangen!

Von Kasane bis zum Sedudu-Gate sind es nur ca. 5 km. Nach dem üblichen Eintragen unserer gesammelten Daten in die ausliegenden Bücher konnten wir endlich (es war schon 13 Uhr) in den Park einfahren. Am Uferweg Richtung Ihaha empfing uns gleich eine umwerfende Tierwelt. Eine große Herde Rappenantilopen, Warzenschweine, Flusspferde, Giraffen, Zebras, Paviane usw. Wirklich beeindruckend waren aber die großen Elefantenherden von bis zu 150 Tieren.




Am Serondela-Picknickplatz haben wir eine Rast eingelegt - auch hier konnten wir eine Elefantenherde und ihre Begegnung mit Rindern - die wir erst für Büffel hielten! - an der Namibiaseite des Chobe beobachten.

Kurz vor 17 Uhr trafen wir dann in Ihaha ein. Der Platz war ziemlich ausgebucht - obgleich es keinen Tropfen Wasser gab (Pumpe defekt!). Unser Platz Cl7 lag schön, unter einem Baum und mit einem guten Blick auf den Fluss.

Als wir unsere Sachen ausgepackt haben und einen Moment nicht aufpassten, ist unbemerkt eine Meerkatze aus dem Baum geklettert und wollte sich mit einer Packung Nudeln aus dem Staub machen. Beim Wegrennen hat sie das Paket aber verloren! Immerhin waren wir mit den Meerkatzen besser dran als unsere Nachbarn, die offensichtlich so viel Ärger mit Pavianen hatten, dass sie ein Stück weiter zogen.

Es war nun schon unsere 5. Campingübernachtung und so langsam ging der Aufbau der Zelte schneller voran - was auch gut war. Denn so konnten wir kurz vor Sonnenuntergang noch mehrere große Elefantenherden in der Ferne beim Überqueren des Chobe beobachten. Herde um Herde kam heran. Soweit man sehen konnte: Elefanten!

Sobald es dunkel war, hatte man seine Ruhe vor den Affen. Dafür setzte eine tolle Geräuschkulisse ein. Hunderte von Fröschen quaken um die Wette.



Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2010