Kiboko1'250 Beiträge · seit 200909. Juni 2010 · #21Schon jetzt gibt es geteerte Straßen,
die im Süden die Nationalparks durchschneiden.
Dort darf auch nachts gefahren werden,
jedoch mit einer geringeren Geschwindigkeit.
Daran wird sich (natürlich) nicht gehalten.
Es kommt öfter zu Zusammenstößen zwischen
Fahrzeugen und Tieren, was oft nicht
nur für das Tier einen tödlichen Ausgang hat.
Schon jetzt führt eine wichtige
Verbindungsstraße durch die Serengeti.
Es fahren (Februar 2008) so ca. 10 LKW
pro Tag und Richtung.
Bei einer Teerstraße wird die Verkehrsdichte
sicherlich auch höher werden.
Sie ist aber nicht mit der in Deutschland
vergleichbar und ich glaube nicht,
dass es große Auswirkungen auf die Migration hat.
Teerstrassen bilden aber auch leichteren
Zugang zu den Tieren, so dass Wilderei
und Abtransport von Bushmeat erleichtert
wird.
Gruss Bernd
Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x)
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Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200609. Juni 2010 · #22Kiboko schrieb:Teerstrassen bilden aber auch leichteren
Zugang zu den Tieren, so dass Wilderei
und Abtransport von Bushmeat erleichtert
wird.
Gruss Bernd
So weit hatte ich nicht gedacht, aber diese Argument ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, Gruss Kurt
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stobi_de325 Beiträge · seit 200609. Juni 2010 · #23Ja nix da 10 LKWs am Tag!!!
Bislang ist der Kenya-Highway von MBA nach NBO die einzige Verbindung Meer - Landesinnere (Uganda etc). gebaut von der Strabag und den Chinesen.
Hier fahren täglich etwa 3000 LKWs, was man der Straße schon nach 3 Jahren ansehen kann.
Der Vergleich mit dem Tsavo hinkt nicht nur, der fährt schon im Rollstuhl, da es zwischen Tsavo-West und Tsavo-Ost keine ausgeprägte Tierwandung gab und die Wilddichte sowie sehr gering dort ist.
Mit dem Serengeti-Highway könnte sich der Verkehr dann aufplitten, wenn Daressalam als Hafen angelaufen wird.
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
Tobias499 Beiträge · seit 200609. Juni 2010 · #24Zwischen 50 und 3000 LKW's pro Tag ist dann doch ein erheblicher Unterschied. Dazu kommen sicher noch einige Touri's, die die Strasse dem Flug, schon aus Kostengründen und Mobilität, vorziehen. Dann baut irgendwann mittendrin einer eine Hotelanlage, weil man ja jetzt so gut hinkommt...
Furchtbare Vorstellung
christian852 Beiträge · seit 200610. Juni 2010 · #25Hallo!
Ich bin etwas schockiert! Kennt Ihr eigenlich dieses Gebiet durch das diese Strasse führen soll?
Ich war zuletzt Weihnachten dort. Eines der unberührtesten Gebiete Afrikas. Nach der Zeichnung würde die Straße durch das Loliondo Game reserve führen. Derzeit ein Gebiet für Wilderer und Trophäenjäger.
Davor kommt der Donjo Lengai und es geht die Escarpmentwand rauf. Dort eine richtige Strasse zu bauen würde wohl wohl das touristische Ende der Gegend bedeuten. Derzeit ein Gebiet das ganz gut vom Tourismus profitiert, auch die Massai kassieren richtig ab. Jedes Dorf hat seine eigene Schranke. Die Dollars fließen ohne ende...Wegezoll wie im Mittelalter. All das wäre vorbei.
Schockiert bin ich wohl deshalb, weil ich diese Zerstörung der letzten ökologisch intakten Gebiete nicht hinnehmen will...
Ist übrigens richtiges offroadgebiet, beim Regen an Weihnachten wurden Landcruiser vom plötzlich einsetzenden Regen wie Murmeln weggespült.
Christian
Paula298 Beiträge · seit 200910. Juni 2010 · #26hey,
ich nehm noch mal den Faden von Erika und Bernd auf.
Das es schon Straßen durch andere Parks gibt.
Und Wildtiere bewegen sich auch nicht immer wie geplant, von wegen Zebrastreifen..
Ich bin mehrmals von Dar-es-Salaam Richtung Iringa unterwegs gewesen.
Im Landy ging es relativ "langsam", es war ja auch ne Tour.
Ich bin allerdings auch mit öffentlichen Bussen gefahren - da sieht das alles schon ganz anders aus. Da wird nich gebremst wegen Tieren, um es mal übertrieben zu sagen. Fraglich ist ob überhaupt gebremst werden könnte..
ihr kennt doch die Bilder von den lustig bunten und hochgestapelt bepackten Überlandbussen..
Ich saß immer ganz hinten auf den Reissäcken, da hab ich nich so genau gesehn was sich vorn abspielt..
Am Info des Nationalparks gab es eine beeindruckende Fotosammlung, was an "Unfällen" passiert, es sah nich schön aus, die Giraffen und auch Elefanten danach!
Auf der anderen Seite bin auch ich der Meinung mir nicht anmaßen zu wollen aus der Ferne zu sagen es darf keine Straße gebaut werden.
Die Welt dreht sich nunmal weiter, überall.
Ich werde meine Reisen in diese Ecke in schöner Erinnerung behalten..
viele Grüße, Paula
Freiheit ist ein Luxus den sich nicht jeder leisten kann.
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren.
stobi_de325 Beiträge · seit 200610. Juni 2010 · #27Was ja nunmal leider so ist: wir können derartige Entwicklungen leider nur zur Kenntnis nehmen, da finanzielle Interessen der Politiker 100% im Vordergrund liegen. Ostafrika ist das Paradies der Korruption, es ist geradezu eine Vorraussetung dafür, in der Politik Erfolg zu haben, kein integerer Mann(Frau) wird politische Unterstützung, Wahlkampfgelder etc erhalten, wenn er nicht käuflich ist.
Daher ist die Rechnung ganz einfach: Bringen die Touris mehr Geld oder die Straße?
Aber leider: EIGENTLICH dürften wir Europäer überhaupt nicht maulen. Wir haben unser eigen Land zerstört und wollen nun die Natur in Afrika retten...?
Man kann nunmal nur durch EIGENE Fehler lernen!
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
Topobär5'479 Beiträge · seit 200910. Juni 2010 · #28Das ist hier zum Teil eine Bigotterie, das mir ganz schlecht wird. 😠
Jeder, der sich darüber entsetzt, das auch ein afrikanisches Land sich weiter entwickeln will, was zwangsläufig auch zu Kompromissen mit den Naturschutzbelangen führen muss, sollte sich mal die Ökobilanz der eigenen Afrikareisen vor Auge halten. Langstreckenflüge und Geländewagen deren Verbrauch auch gerne mal über 20l pro 100km liegt sind nicht sehr ökologisch.
moochi154 Beiträge · seit 201010. Juni 2010 · #29Bei uns vertreten die Politiker ja auch nur ihre Interessen. Siehe die Erhöhung der Diäten in Niedersachsen gerade gestern von 400€. Und das wo überall gespart werden muss.
Und dass es keine Korruption gibt ist ja auch nur ein Gerücht (Daimler etc.).
Aber wie heist es doch so schön "Wenn 2 das gleiche tun....".
Leider ist es so, dass die Leute die am lautesten schreien überhaupt keine Ahnung vom Leben in Afrika haben, sondern es nur durch Reisen kennenlernen. Sonst würde die Diskussion evtl. auch anders verlaufen.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200910. Juni 2010 · #30Das Korruption ein großes Problem in Afrika ist, steht außer Frage. Was ich nicht nachvollziehen kann ist, wieso dieses Problem für die geplante Straße durch die Serengeti verantwortlich sein soll und somit in diesen Thread passt.
Ich sehe es eher so, dass die Korruption die Entwicklung in Afrika behindert und somit im Zweifelsfall eher dafür sorgt, dass die Straße nicht gebaut wird.
stobi_de325 Beiträge · seit 200610. Juni 2010 · #31@topobär: Der Duden bezeichnet Bigotterie als „kleinliche, engherzige Frömmigkeit und übertriebener Glaubenseifer.
Nu ja, das Thema kann man ja wirklich extrem aufbohren (was ich hier nunmal machen werde, ich hoffe, es nimmt mir fast keiner übel 😄 ):
Du sagst ja nun, wenn ich das richtig verstehe, dass niemand, der nach Afrika fährt und sich dort für die Natur begeistert, das Recht hat, sich für den Naturschutz einzusetzen, denn sonst ist man ja BIGOTT, klar, Naturschutz und Spritt-Verbrauch, das passt nicht)
In Folge dessen würde also die Natur maximal von mir geschützt, wenn ich gar nicht mehr nach Afrika fahren würde, keinen Flieger benutzen würde, keinen Diesel verbrauchen würde.
Nehmen wir nunmal an, jeder denkt und handelt so, um nicht BIGOTT zu sein. Die Folge wäre: keiner fährt mehr nach Afrika um dort max. Naturschutz zu gewährleisten.
Hm, kein Geld mehr in afrikanischen Kassen, was würde nun mit dem Naturschutz in Afrika passieren? Würde unser NICHT BIGOTTES Verhalten nun wirklich dort dem Naturschutz helfen?
Und wenn man es nun ganz genau betrachtet, darf ja dann auch im Folgenden kein begeisterter Naturschützer/Naturfotograf mehr nach Afrika fliegen und dort Bilder machen, so dass wir gar nicht mehr erfahren, ob unser nun korrekt NICHT-BIGOTTES Nichtreisen dem Naturschutz dort wirklich nutzt?
Aber zur Korruption:
Natürlich gibt es die auch hierzulande, sie fängt jedoch "nicht so weit unten" an, sie wird noch nicht von jedem Bürger als selbstverständlich angesehen, man rechnet nicht ständig mit der Korruption als festen Kostenfaktor. Insoweit schon noch ein Unterschied.
Was hat die Korruption nun mit der Straße zu tun?
Die Entscheidung über einen Straßenbau in dem Ausmaß ist eine politische Entscheidung. Gerade bei diesem Projekt prallen die Interessen der Wirtschaft und die des Naturschutzes (ups, nun bin ich wieder BIGOTT) sowie des Tourismus aufeinander. Und an dieser Stelle möchte ich nun behaupten, dass diese Entscheidung durchaus leichter gekauft werden kann, als in D.
Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
Topobär5'479 Beiträge · seit 200910. Juni 2010 · #32Meinen Naturschutzvergleich habe ich gebracht, weil mich dieses Naturschutzdenken auf Basis der persönlichen Interessenlage stört. Die Fahne des Naturschutzes wird dann hochgehalten, wenn sie sich mit den persönlichen Interessen deckt und ansonsten ganz schnell wieder eingeholt. Dann doch bitte ehrlich argumentieren und sagen, dass man gegen die Straße ist, weil man weiterhin die Abgeschiedenheit und das Abenteuer in der betroffenen Gegend erleben will. So geht es zumindest mir, aber das hat nichts mit Naturschutz, sondern mit persönlichen Interessen zu tun.
Zur Korruption:
Die Straße ist meiner Meinung nach für die tansanische Infrastruktur sinnvoll. Die Situation vor Ort auf Deutschland bezogen ist, als wenn ich von Hannover nach Berlin entweder über Feldwege oder auf Straße via Nürnberg fahren müßte. Bei uns würde das jeder als untragbar ansehen, während es für ein afrikanisches Land ganz selbstverständlich gefordert wird. Afrika kann nicht das Naturschutz-Feigenblatt der Industrienationen sein. Der Skandal hinsichtlich Korruption ist nicht, dass die Straße gebaut wird weil die Politiker korrumpiert werden, sondern dass sie nur gebaut wird, wenn die Politiker korrumpiert werden.
Tobias499 Beiträge · seit 200610. Juni 2010 · #33Topobär schrieb:Meinen Naturschutzvergleich habe ich gebracht, weil mich dieses Naturschutzdenken auf Basis der persönlichen Interessenlage stört. Die Fahne des Naturschutzes wird dann hochgehalten, wenn sie sich mit den persönlichen Interessen deckt und ansonsten ganz schnell wieder eingeholt. Dann doch bitte ehrlich argumentieren und sagen, dass man gegen die Straße ist, weil man weiterhin die Abgeschiedenheit und das Abenteuer in der betroffenen Gegend erleben will. So geht es zumindest mir, aber das hat nichts mit Naturschutz, sondern mit persönlichen Interessen zu tun.
Warum hat das nichts mit Naturschutz zu tun? Abgeschiedenheit bedeutet auch Ruhe und Ungestörtheit für die Tier- und Pflanzenwelt. Ich glaube die Tatsache, das man zu manchen Ecken dieser Welt nur schwer oder garnicht kommt, trägt absolut zum Naturschutz bei.
Wenn ich bei meiner Arbeit als Hubschraubernotarzt über Seitentäler der Alpen fliege, die von keinem touristischen oder sportlichen Interesse und somit nicht erschlossen sind, sehe ich häufig Gemsen, Steinböcke usw., was in den einschlägigen Wander- und Skigebieten nicht der Fall ist...
christian852 Beiträge · seit 200610. Juni 2010 · #34Die Serengeti betrachte ich als ein ganz besonderes Naturschutzgebiet. Sozusagen eine art Erbe der Menschheit. Wirtschaftliche Interessen sind berechtigt, in diesem Fall sollte aber das Wohl der Serengeti an oberster Stelle stehen. Was das mit persönlichen Interessen zu tun hat bleibt mir unverständlich. Tansania entwickelt derzeit auch andere Projekte die wegen ökologischer Bedenken von der Weltbank nicht finanziert wurden. Das machen dann die Chinesen.
Zur Straße: Warum soll die denn über den Lake Natron gehen? Nach Musoma wäre es doch kürzer die vorhandene Straße (B144)auszubauen. Was verstehe ich hier falsch? Dann könnten auch die vielen Touristen "Materialschonender" anreisen.
Christian
christian852 Beiträge · seit 200611. Juni 2010 · #35Hallo!
Also soweit ich heraus bekommen habe, ist der geplante Streckenverlauf ein worst case scenario für die Serengeti.
Eine Studie der UNDP/UNEP/GEF ging noch von einem anderen Verlauf aus. Es wurde empfohlen auch den kürzeren Streckenverlauf nicht zu unterstützen.
In der Anlage unter 12.6.3. beschrieben:
http://www.unep.org/bpsp/EIA/Case%20Studies/Tanzania%20%28EIA%29.pdfUnter dem Titel Serengeti Alarm gibt es hier Info zur Korruption:
http://africaanswerman.com/?p=105Dieser Artikel ist absolut lesenswert!!!
Es wird jetzt klar was da abläuft.
Paul Tudor Jones scheint der Strippenzieher zu sein. Das ganze ist ein Alptraum 🙄
moochi154 Beiträge · seit 201011. Juni 2010 · #36Naja, ob die Studie der UNDP so objektiv ist?
joeheinz211 Beiträge · seit 200604. Juli 2010 · #37Aktuelles aus dem Forum
www.wuestenschiff.de:
"Auf zum Endspurt 🙂 Es wurden bisher 4484 Stimmen abgegeben.
5000 sind für die Petition notwendig."
Also, wer etwas tun möchte, der Link zu der Petition ist auf Seite 1 dieses Threads.
Grüße
Joe
Geopard378 Beiträge · seit 200720. Okt. 2010 · #38
schoelink1'933 Beiträge · seit 200720. Okt. 2010 · #39Danke Geopard! Interessante Link!
Es grusst, Hans
estefe690 Beiträge · seit 200920. Okt. 2010 · #40Habe auch unterzeichnet