tiffernine146 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #21Genau das ist es, du mußt "angreifbar" werden. Mit dieser Methode ist man selbst oft der der bestaunt wird.
Bei einer Motorradreise von Namibia nach Kenia mußte ich des öfteren in einem Dorf übernachten. Da war dann richtig was los und ich war die Attraktion des Tages und wurde beobachtet und nicht umgekehrt. Das Dorf hatte einen Mordsspass und mich als Hauptdarsteller. Das muss man erreichen, dass sind die richtigen Erlebnisse aus Afrika und überall sonst auf der Welt.
Das ist auch der Grund wieso ein Wanderer oder Radfahrer mehr erleben wird als ein Motorradfahrer - und ein Motorradfahrer mehr als ein Autofahrer. Mit einem Auto herum zu fahren ist so ziemlich die schlechteste Methode mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen.
Ciao
Alfred
Joerg3'175 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #22Das kann ich nur unterstreichen. Empfehele allen mal mit oeffentlichen Verkehrsmitteln(keine Flugzeuge) durch Afrika zu reisen.....
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
camelthorn409 Beiträge · seit 200905. März 2010 · #23Lieber Alfred alias tiffernine,
vielen Dank fuer die Klarstellung. Sorry fuer die pointierte Provokation, aber das Tor fuer Missverstaendnisse stand sperrangelweit offen...
Trotz allem Verstaendnis halte ich es dennoch fuer risky eine eigene, positive Erfahrung zur Methode zu erklaeren und anderen vorzuschlagen oder gar zu veroeffentlichen. Es erinnert mich ein wenig an das Maerchen von Frau Holle. Das Imitieren einer vermeintlich "Erfolg versprechenden Vorgehensweise" (klingt an sich schon schlimm)klappt meist nicht.
Ich bin mal einem Insidertipp eines (total alternativen) Griechenlandreisefuehrers folgend in eine als urige bezeichnete, abgelegene Taverne zur Gratis-Weinprobe marschiert. Der entnervte Wirt stuerzte auf mich zu, riss mir das Buch aus der Hand, schlug "Seine" Seite auf, drueckte mir ein Glas lauen Wein in die Hand und verschwand grusslos in ein Hinterzimmer. Seither gehe ich mit Tipps zum erfolgreichen Eindringen in exotische Privatsphaeren vorsichtiger um.
Kleine Glasperlen haben schon grosse Kulturen zerstoert
Mit nachdemklichem Gruss
Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
Reiseklaus1'086 Beiträge · seit 200905. März 2010 · #24Lasst doch die Himbas bitte schön in Ruhe. Was haben die Euch denn getan, dass man sie belästigen muss. Nur weil sie exotisch aussehen fällt man über sie her und bringt sie mit der "Zivilisation" in Kontakt.
Diese Leute kommen ganz gut ohne Touristen zurecht.
Es muß klar sein, dass jeder Besuch bei den Himbas dazu beiträgt, dass deren Kultur schneller verloren geht. In einigen Jahrzehnten wird es die Kultur der Himbas sowieso nicht mehr geben.
tiffernine146 Beiträge · seit 200905. März 2010 · #25Hi Camelthorn,
interessante Diskussion.
ich gebe dir Recht, vielleicht hätte ich meinen Zugang in der von mir dargestellten "Vorgangsweise" zu diesem Thema nicht veröffentlichen sollen.
Ich habe aber wenig Angst, dass es all zu viele Nachahmer geben wird. Dazu muss man sich nämlich erst selber exponieren und jemand in seine Privatsphäre eindringen lassen. Dann ist man in der Regel aber bald gar kein "Eindringling" mehr. Zusätzlich gibt es immer weniger Gebiete auf der Erde wo man das überhaupt machen kann, diese Gebiete sind dafür aber wunderschön.
Ciao
Alfred
JUJuliaN183 Beiträge · seit 200905. März 2010 · #26Den Experten in Sachen "Annäherung an die Himbas" möchte ich nur sagen, dass ihr mich an die Britin Jane Goodall erinnert, deren Beobachtungen frei lebender Schimpansen die Verhaltensforschung revolutionierten.
Ich zitiere aus einem Zeitschriftenartikel:
"Damit hatte Goodall ihre Berufung gefunden.
Sie beschrieb erstmals die sozialen Kontakte und Hierarchien der Schimpansen. Sie entdeckte, dass diese keineswegs nur glücklich und zufrieden im Wald lebten, sondern dass es unter ihnen neben Lust und Liebe auch Rache und Krieg gab. Und sie zeigte, dass Schimpansen Werkzeuge anfertigen und benutzen, um beispielsweise Ameisen aus Baumstämmen herauszuholen - eine Fertigkeit, die man bis dahin nur den Menschen zubilligte."
Eure Ausführungen lassen in mir ein Gefühl des "Fremdschämens" aufkommen, da es sich wirklich so anhört, als hättet ihr Tiere beobachtet und euch ihnen genähert.
Nachdenkliche Grüße Julia
PEpeterB249 Beiträge · seit 200605. März 2010 · #27Hallo Julia
Wir sitzen im kgalagadi und lesen deinen bericht und sind ganz deiner meinung.
Wir sind der meinung wenn alle himbas, maenner waeren und hosen anhaetten,wurde kein mensch diese turnuebungen machen um diese naturvoelker zu sehen.
Besucht sie doch als wenn sie menschen waeren und nicht exotische tiere.
Jeder von den himbas hat schon kontakt mit weissen uns anderesfarbigen menschen gehabt.
Alles andere ist wunschdenken.
Peter gisi erika toni
Joerg3'175 Beiträge · seit 200606. März 2010 · #28Hallo Julia!
ich glaube diese Disskusion hier kann man wohl nicht so mit Jane Godall vergleichen. Wer von hier hat sie denn schon selbst kennengelernt???
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
Joerg3'175 Beiträge · seit 200606. März 2010 · #29Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
arsThemenstarter41 Beiträge · seit 200807. März 2010 · #30Danke Jörg für den Link.
VG Arnold
JEjeweller235 Beiträge · seit 200907. März 2010 · #31Hatte das Glueck Ende 60 die Himbas besuchen zu duerfen.
Damal war die Welt dort noch in Ordnung. Kein Alkohol, keine Umweltverschmutzung, es war paradiesisch.
Aber die Entwicklung und der Tourismus geht weiter und keiner wird es stoppen. Leider
SASambeziGast07. März 2010 · #32Hallo,
ja leider ist die Kultur schon zu weit kaputt, ich weiß immer nicht, was richtig ist - in die von Alkohol verschleierten Augen zu schauen oder doch eher zur Seite zu blicken....
Mich treibt es leider nicht mehr dahin, da ist mir ein Dörfchen mit seinen Menschen in Malawi, Sambia oder Simbabwe lieber...
Auch ist die teilweise agressive Bettelei nach irgendwelchem Zeugs nicht erlebenswert, das passiert leider auch in weiter entfernteren Kraals.
Aber das ist sicherlich auch eine Auswirkung der strikt geforderten Geschenke so mancher "Reiseführer" der begleiteten Touren. Frei nach dem Motto; "Was die können, können wir auch"
Und die Touristen rennen und kaufen, dann wirds wieder in den Laden geschafft und an den nächsten Touri verkauft...
Gruß
sammy1'009 Beiträge · seit 200707. März 2010 · #33hallo Arnold,
ich antworte sehr spät auf Deine Frage, da ich nicht täglich im Forum aktiv bin.
Ich empfehle Dir auch, Dich mit Marius Steiner /Camp Aussicht
in Verbindung zu setzen. Erstens ist Camp Aussicht und die Miene
ein Erlebniss und wie gesagt, Marius als Guide zu einem oder
mehreren Himbasiedlungen. Er fährt mit Euch dorthin, wo es nicht die "10-Dollars-Pictures" gibt, sondern Ihr laßt Euch auch mal
von den Himbas bestaunen und seid nicht zu stolz auch mit Ihnen
zu tanzen. Wenn Du dann noch etwas von ihren Handwerksarbeiten
erstehst, habt Ihr bestimmt niemandem geschadet.
Grüße aus dem kalten Rodgau
Jürgen
Ps: 6 Seiten Postings und nur 2X ein Tipp zu der gestellten
Frage. Da stell ich mir die Frage, war die Frage so schwer
und unverständlich, oder können nicht alle lesen, oder
muß man eine so deutlich formulierte Frage nutzen, um den
kultur-moralischen Zeigefinger zu erheben und eine Diskussion
losbrechen , die keinem nutzt, am allerwenigsten den Himbas.
!?!?!?!?!?!!??!?!?!?!?!?!??!?!?!?
Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit
unsere Website:
SAMMY FAMILY SASambeziGast07. März 2010 · #34Hallo sammy,
und warum gibst Du dann nicht Deinen Tip ab und gut und lässt Dich auch zu einer Wertung hinreißen????
Die Medaillie hat nicht nur die goldene Seite...
und das darf wohl auch gesagt werden, zumal ja jemand konkret dahin will und Du lediglich den Tip einer geführten Tour vorschlägst, die in jedem Reisführer steht...
Gruß
PS: Auch wenn die Gutmenschen mit ihren 4x4 und vollen Kühlboxen zu den Himbas fahren und dort vermeintlich helfen indem sie Pfennigkram kaufen bin ich der Meinung, dass sie länger und besser ohne uns ausgekommen sind.
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200908. März 2010 · #35tja die frage der himbas..
ich vertrete, und habe sie schon in anderen threads zum besten gegeben, die strikte meinung, das was die touris machen einfach nur abartig ist. mir kommt das immer vor wie zoo.. und dabei kann ich schon zoos nicht leiden.. Hier geht es um menschen und wir, die ach so zivilisierten Europaer fahren da mit dem ganzen technischen geroell hin um photos zu machen.. .
sagen wir es einmal so : wenn ich auf einer route, rein durch zufall auf ein himba dorf stossen wuerde, wuerde ich es mir sicherlich, im rahmen der moeglichkeiten, auch ansehen wollen. Aber dort mit guides und geplant, mit gezueckter kamera hinzufahren, finde ich einfach abscheulich.
mir macht das immer eine gaensehaut, ist irgentwie doch so als wenn wir uns fuer "superieur" halten und diese primitivlinge bei ihrem treiben faziniert beobachten wollten, um die fotographierten ereignisse und filmchen dann schnell auf unsere super technologieen zu spielen und zu sagen "ja wir haben afrika erlebt"..
gehen wir es doch einmal anders an : warum haben wir diesen unbezwingbaren bedarf diese voelker zu besuchen ? Was genau ist das gefuehl oder die erfahrung die wir dabei machen ? Vor allem in organisierten trips von 2 oder 3 stunden? Was genau koennen wie hierbei lernen ??
heute bin ich mir bei all dem gar nicht mehr sicher ob es nicht einfach nur ein schauspiel ist. In kenia ist es mit den massai schon lange so .. die verkleiden sich heute um dem touris sein schauspiel zu liefern. Warum tut es da nicht einfach eine gute reportage im fernsehen ?
also jedem das seine, aber ich lehne es ab..
Ob wir mehr schaden oder mehr guten anrichten ist vielleicht voellig unwichtig, es geht um respekt und um gleichheit. Das beispiel, dass ein himba ploetzlich bei uns vor der tuere steht und sich im badezimmer, schlafzimmer und wo sonst noch umsieht finde ich recht passend.. Wir wuerden fuer den fall wahrscheinlich die polizei rufen und von allem boesen der welt ausgehen..
kopfschuettelnde gruesse
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Reiseklaus1'086 Beiträge · seit 200910. März 2010 · #36Man muss nicht alles machen, was machbar ist. Oft ist es sinnvoller (und es zeigt von wirklicher Größe) es eben n i c h t zu machen. Leider gibt es viele unbelehrbare Besserwisser die keinerlei Respekt und Anstand haben.
Miss Ellie1'723 Beiträge · seit 200910. März 2010 · #37@ reiseklaus
find ich recht passend zusammengefasst.. guter satz.. muss ich mir merken..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
arsThemenstarter41 Beiträge · seit 200810. März 2010 · #38Was haltet Ihr davon:
Ich mache den Thread "quasi zu".
Die Diskussion, wer sich wie im Zoo bewegt war hier nicht die Frage.
Persönlich wäre ich mich dagegen, da ich wie eingangs beschrieben genau das nicht machen werde.
Ich hatte sehr wohl schon Kontakt mit Einheimischen (Besuch von Missionsstationen, etc. ) und nicht nur in NAM und hier war Respekt immer das Wichtigste.
Warum gehe ich z.B. nach Bern in ein Museum?
Warum ich andere Völker nicht kennen lernen darf und besuchen darf verstehe ich aber nicht.
Die Zeit können wir nicht anhalten.
In diesem Sinne einen schönen Tag und Danke all denen, die mit versucht hatte, zu helfen.
Arnold