Wie zu den Himbas?

37 Antworten · 6'998 Aufrufe · gestartet 03. März 2010 von ars
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Themenstarter41 Beiträge · seit 200803. März 2010 · #1
Hallo,

habe nun schon kräftig im Forum gestöbert, bin aber irgendwie noch nicht schlauer.
Ich möchte im Okt/Nov. nach Namibia und auch zu den Himbas.
Nun möchte ich aber nicht mit einer Busladung durchs Himbadorf ziehen.
Wer hat Erfahrungen mit einem guten Guide bzw. auf "eigene Faust" gemacht.

Ich wollte auch fotografisch das dokumentieren und da kommt man um Portraits nicht herum. 😉
Ich suche als nicht das Dorf, direkt neben dem Hotel mit dem SChild "Bitte nicht füttern."

Bin für jeden Tipp dankbar.

VG Arnold
zuletzt bearbeitet 03. März 2010
146 Beiträge · seit 200903. März 2010 · #2
www.globenomaden.at
zuletzt bearbeitet 05. März 2010
62 Beiträge · seit 200703. März 2010 · #3
Hallo Arnold,
wir waren vor 1,5 Jahren bei Marius (Camp Aussicht) und haben mit ihm ein Himbatour gemacht.
Das kann ich Dir nur wärmstens empfehlen. Marius kennt die Himbas gut und kann Dir auch viel zur Kultur und den Menschen erklären.

Wir waren damals nur mit ihm unterwegs gewesen und er sagte auch, dass er solche Touren nicht mit größeren Gruppen macht.

Ich würde dir auf jedenfall einen Guide empfehlen, da nur er die Sitten und Gebräuche kennt und wir doch ziemlich fremd für diese Menschen sind.

Gruß

Mathias
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1'155 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #4
In Thailand war es ähnlich. Jeder wollte die Bergstämme sehen. Jeder war mit dem „Besten“ Guide auf der Suche nach den letzen „Wilden“
unterwegs. Heute sind die Bergvölker zu einer Art Trachtenverein verkommen, die Souvenirs verkaufen und sich gegen Entgeld fotografieren lassen.

Jeder der mit Himbas in Kontakt kommt, seine Fotos schiesst, Geschenke verteilt und natürlich an der Kultur interessiert ist, trägt am Ende zum Untergang dieser Kultur bei.
67 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #5
ihabe es auch mahcen wollen haben dann aber sehr schnell realisiert das dort im tiefsten Dorf hinter Opuwo kein Mensch englisch spricht.

Ich wuerde auch so gerne mal fue rpaar Tage ode rWochen in einem Himba Dorf campen. Ich denke das bets eist wenn man einen Kontakt zu dem Cheef bekommt und ihm quasi um Erlaubniss fragst.

Wie kommt man nun aber an solche einen CHeef dran?

Michael
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562 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #6
Hallo Ars

es ist wahrscheinlich auch eine Zeitfrage. Aber wenn Du es nicht ganz so abenteuerlich willst wie Tiffernine anregt rate auch ich zu einem Führer.
Wir waren im August 2009 in Palmwag und haben dort einen Tagesausflug in ein Himbadorf gebucht. Wir haben allein (drei Personen) mit unserem Führer und einem lokalen Übersetzer ein Himbadorf nördlich von Sesfontein besucht.

Der Vorteil ist, man kann sich mit den Himbas verständigen, jede Menge Fragen stellen, Fotos machen und bekommt viele Infos. Als Alleinreisender kannst Du Dich nur mit Händen und Füssen und Lächeln verständigen, was ja auch ganz nett ist, aber konkrete Antworten gibt es auf diese Art nicht viele. Die Führer besuchen immer wieder unterschiedliche Dörfer und die Himbas bekommen dafür Getreide - kein Geld.

Tomcat hat natürlich auch recht mit „Jeder der mit Himbas in Kontakt kommt, seine Fotos schiesst, Geschenke verteilt und natürlich an der Kultur interessiert ist, trägt am Ende zum Untergang dieser Kultur bei“

Aber wir werden die Himbas nicht retten können. Der Einfluss der „modernen„ Welt lässt sich durch einen Nichtbesuch nicht verhindern. Auch die Neandertaler sind untergegangen als der Cro-Magnon-Mensch Europa eroberte. Und das meine ich jetzt nicht zynisch, das ist einfach der Lauf der Zeit, auch wir werden irgendwann untergehen und Anderes wird entstehen.

Wir können schonend mit Menschen, Tieren und Umwelt umgehen, aber wir können Veränderungen nicht aufhalten.


Lumela
1'457 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #7
Naja, als ob die Himba nicht schon immer in Kontakt mit anderen Kulturen standen. In Wirklichkeit haben ja auch die Kolonialherren maßgeblich dazu beigetragen, dass die Himba noch heute so leben wie sie leben. Und das sie dies im Kaokoveld tun.

Himba waren schon immer in Handel mit Portugiesen verwickelt, wurden von Deutschen durchweg an ihrer Mobilität gehindert und sind deshalb im Kaokoveld mehr oder weniger seßhaft geworden. Die Südafrikaner haben dann die Grenzen nach Süd und Nord über den Kunene gänzlich abgeriegelt.

Das Himbas also keinen Kontakt, hatten oder gar durch diesen untergehen finde ich dem Zusammenhang ein wenig aus der Luft gegriffen 😉
1'155 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #8
@ Konno

Kontakt mit Touristen würde ich nicht auf die gleiche Stufe stellen wie Kontakte mit Handelspartnern.

In der Regel realisieren diese Naturvölker schnell, dass bei Touristen relativ schnell -ohne grosse Gegenleistung- etwas zu hohlen ist. Ein paar Fotos und dann die Hand hinhalten. Statt Ackerbau und Viehzucht zu betreiben werden Souvenirs für Touristen hergestellt und in den Städten verkauf. In Thailand gibt es Bergdörfer, die sich
auf Touristen spezialisiert haben. Die laufen in normalen Klamotten rum und ziehen ihre Tracht nur noch an, wenn die
nächste Tour anrollt. Die ganze soziale Struktur dieser Dörfer ist auseinander gebrochen, weil es am Ende nur noch darum geht irgendwie Kasse zu machen.

Aber wieso soll ein Himba kein Handy oder Fernseher besitzen und sich den Touristen als Mitglied des letzten
Nomadenstamm präsentieren. Diese Entwicklung haben die Massai in Kenia schon lange hinter sich.
1'927 Beiträge · seit 200804. März 2010 · #9
Hallo Arnold,

wir waren vor zwei Wochen im Land der Himbas. Stell Dir das mal so vor:

An nahezu jeder zweiten Himbasiedlung sitzt ein Beobachtungsposten. Kommt die Staubfahne Deines Wagens in Sicht, rennt dieser auf Dich zu. Meist sehr fotogene Menschen, liebe Kinder, dralle Mädchen, Mütter mit süssen Babies. Himba weiß halt mittlerweile, was Fototouris wollen.

Was tun?

Also, drei nette, winkende Kinder vor uns am Strassenrand, ansonsten keine üblen Gestalten in Sicht. Auf die Bremse. Sofort bringen sich die Kids in Pose, Sonne von vorne, erst in der Gruppe, dann einzeln. So machen Fotos Spaß. Kommt der Deckel aufs Objektiv, öffnen sich die Hände. Das "..gimmi a dollar" ist mittlerweile auf "..ten dollar, mister" leicht erhöht worden.

Was tun?

Frau weiß Rat. Drei knackige Äpfel raus und die Sache war erledigt.

Wir haben uns dann erzählen lassen, dass Kinder längs der Touristenrouten in den Hauptreisezeiten monatelang den mühsam aufgebauten Schulen fernbleiben, um zuhause ja nicht zu verpassen, wenn stündlich der gute Onkel mit Bonbons, Getreide o.a. vorbeikommt.

Gruss

Peter
5'479 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #10
Tomcat schrieb:
Kontakt mit Touristen würde ich nicht auf die gleiche Stufe stellen wie Kontakte mit Handelspartnern.

Stimmt! Die Handelspartner haben häufig einen erheblich negativeren Einfluß als die Touristen. Allen voran, die Alkoholhändler der Ovambos, die den Himbas ihre Rinder gegen Alkohol eintauschen und ihnen somit den Mittelpunkt Ihrer Kultur nehmen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
3'175 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #11
Hi Topobaer, da haste aber echt Recht und das geht schon ewig so.....
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
146 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #12
www.globenomaden.at
zuletzt bearbeitet 05. März 2010
1'457 Beiträge · seit 200604. März 2010 · #13
. . . und dann läufst du schön im Dorf rum und gehst zwischen Feuerstelle und Haus des Dorfvorstandes durch. Kommt immer gut !

Ich bin der Meinung: Immer einen Führer !
146 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #14
Sorry, das ist aber Unsinn.
Die Himbas sind sehr interessiert an Kontakten mit einem vernünftigen Weissen. Die wollen nämlich auch etwas sehen und erfahren und das ungezwungen. Das schafft man nicht mit einem Führer.

Was ich natürlich nur kurz beschrieben habe, ist die Größte Herausforderung der man sich stellen kann. Das umzusetzen ist nicht ohne, der Erfolg aber ist einzigartig.

Ciao

Alfred
www.globenomaden.at
1'086 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #15
Kommt jemand uneingeladen und unangemeldet zu Dir nach Hause. Er versteht deine Sprache nicht, du verstehts seine Sprache nicht. Er schaut sich überall um, geht in dein Schlafzimmer, geht durch die Küche, stöbert in den Schränken, schaut dir zu was du so treibst, versucht sich mit Händen und Füßen mit dir zu verständigen. Es klappt nicht. Er lächelt dich mitleidig an, macht ein paar Fotos, steckt dir etwas Geld zu und geht dann wieder.
Zuhause erzählt der Besucher, dass es ein super Erlebnis war bei dir gewesen zu sein und setzt noch einen drauf und sagt, dass er sich sicher sei, dir habe es auch gefallen.
138 Beiträge · seit 200804. März 2010 · #16
konno schrieb:
. . . und dann läufst du schön im Dorf rum und gehst zwischen Feuerstelle und Haus des Dorfvorstandes durch. Kommt immer gut !

Ich bin der Meinung: Immer einen Führer !
Hallo,

ich schließe mich Konno hier zu 100 % an.

Ich war bis jetzt 2x bei den Himbas zu Gast und dies immer mit einem Führer. Es gibt einfach vieles zu beachten, Regeln von denen wir nichts wissen!!

Der Führer / Guide kann vieles erklären, achtet auch darauf, dass die Touris keinen Blödsinn machen 🤩 Außerdem ist er Dolmetscher. Mit Händen und Füssen sprechen mag wohl in vielen Situationen angebracht sein bwz. kann man es nicht vermeiden. Aber nicht wenn man zu wem "nach Hause" geht. Und nichts anderes ist das.

Außerdem hat wieder ein Namibier (Namibianer, wie heißt es den nun richtig?) eine Arbeit. Die 2 Guides die ich jeweils hatte, waren einfach super.

Bei meinem ersten Himbabesuch "mussten" wir erst ca. 30 - 40 Minuten mit den Kindern der Himbas uns beschäftigen, spielen - dies hat der Guide uns vorgeschlagen. Die erwachsenen Himbas haben uns die erste Zeit aus dem Augenwinkel beobachtet und es herrschte mehr Desinteresse - so mein Gefühl. Die Kinder wollten auch keine Süßigkeiten, sondern haben Fotoappart und Co. begutachtet. Danach sind auch die erwachsenen Himbas neugierig auf uns zugekommen. Über die Offenheit der Kinder bekamen wir dann Zugang zu den Erwachsenen. Dies war jedenfalls mein Eindruck. Ein fantastisches Erlebnis.

Einfach reinmaschieren nach dem Motto "Da bin ich" und umschauen geht gar nicht.

Mein Fazit: Bitte nur mit Führer

Gruss
Swakop
http://www.TickerFactory.com/
Themenstarter41 Beiträge · seit 200804. März 2010 · #17
Hallo,

zuerst schonmal danke für die Tipps am Anfang.

Die geführte Diskussion ist ja nicht unbegründet und auch ich versuche dies verantwortlich zu tun.

Wegen der Diskussion könnte man aber fast einen eigenen Thread aufmachen, oder?

Für weitere Tipps zur Ausgangsfrage freue ich mich.

Danke
Arnold
409 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #18


Grundsätzlich solltest du einmal ein Dorf/Siedlung suchen, wo die Himbas überrascht sind einen Weissen zu sehen (das gibt es noch). (...)

Dann parkst du dein Auto in einiger Entfernung zum Camp (in Gehentferung, nicht aber erst am Abend kommen) (...)

Jetzt liegt es an Dir daraus etwas zu machen. Gastgeschenke solltest du ungedingt mitbringen (Tabak, Zucker, Zünder, Aspirin - mußt du aber erklären). (...)

Ciao

Alfred


Lieber Alfred,

als ich Deinen Beitrag las, hab ich ihn natuerlich sofort als Satire entlarft. Genuesslich habe ich ueber die Karikatur eines Eindringlings schmunzeln muessen.
Doch dann blieb mir das Lachen im Halse stecken und dort steckt es immer noch. Das was Du schreibst ist nicht Dein Ernst, oder?
Es liest sich wie eine Jagdszene: Anpirschen, ueberraschen, Koeder auslegen und so weiter.
Bitte schreib uns, dass Du das wirklich als Scherz gemeint hast.

Camelthorn
"Nothing is more powerful than an idea whose time has come" (Victor Hugo)
146 Beiträge · seit 200904. März 2010 · #19
www.globenomaden.at
zuletzt bearbeitet 05. März 2010
Gast04. März 2010 · #20
Tja; ich mache es ähnlich wie Alfred - nicht nur bei Himbas. Die Methode braucht zwar viel Zeit ist aber recht erfolgversprechend. Ich gehe einfach spazieren, setz mich irgendwo hin um auzurasten, mache aber keinerlei Anstalten um zu fotografieren oder in die Behausungen zu gaffen. Ich tue so, als würde mich das ganze drumherum gar nicht so sehr interessieren, ich grüße freundlich und gebe mich offen und gesprächsbereit. Man glaubt es nicht! Die so mit Desinteresse bedachten beginnen Gespräche, es bilden sich Gruppen, man wird eingeladen. Man fordert mich geradezu auf zu fotografieren.

Die Methode funktioniert natürlich nicht immer, es gibt auch Erlebnisse und Situatonen wo man überhaupt nicht beachtet wird. Dann verziehe ich mich halt wieder.

Beim Fotografieren stelle mir immer wieder vor, wie es wäre wenn, z.B. ein Himba der in Europa aud Besuch ist, bei mir zu Hause über den Zaun guckt und wie wild zu fotografieren beginnt um mich beim Rasenmähen abzulichten...