Hallo Kurt,
tja, da liege ich wohl eher mit Konno auf einer Wellenlänge, denn bei Deinem Beitrag bin auch ich über den Begriff "der Chinese" gestolpert.
Schwierig, ein derart großes und heterogenes Volk pauschal zusammenzufassen.
Dass Chinesen keine Japaner sind, mit allen Konsequenzen, versteht sich (zumindest für mich) von selbst.
Im Gegensatz zu den Japanern der selbstverständlich auch und wie wir auf einen Vorteil bedacht ist, kennt der Chines das Wort «Win-Win» wohl eher nicht.
Naja, ich nehme das "wohl eher" zur Kenntnis und lasse das mal so stehen.
Nach meiner Erfahrung gibt es durchaus Chinesen, die das Wort "Win-Win" kennen, die sind dann mit "wohl eher" abgegolten.
Macht und streben nach der Nr1 mit allen Mitteln ist für ihn ein legales Mittel. Das wir hier im Westen mehr als nur überfordert sind mit dieser Kultur ist leider so.
Die Kultur ist anders und uns fremd. Viele können damit nicht umgehen, ich schließe mich hier auch nicht aus.
Aber Stereotypen raushauen, China im Allgemeinen verteufeln und Einzelbeispiele als Beleg dafür heranziehen, dass alle Chinesen schlecht sind, wie das oft getan wird (nicht von Dir, bitte nicht falsch verstehen), bringt niemanden weiter.
Nur auf Dauer wird es wirklich gefährlich, wie viele lassen in China produzieren um es einigen wenigen zu ermöglichen Unsummen zu verdienen und es ist ihnen nur vordergründig nicht egal wie viele Arbeitsplätze hier vernichtet werden. Und genau diese westliche Gier nutzt der Chinese aus ob das nun clever oder schamlos ist überlass ich euch.
Ist es mehr oder weniger schamlos von den Chinesen die westliche Gier auszunutzen, als die westliche Gier an sich? Unbestritten ist diese westliche Gier an sich ja dann wohl ebenfalls schamlos, oder? Wer das als clever empfindet- naja, der ist wohl Unternehmer 😉
Das von dir geschilderte Szenario ist die dunkle Seite der Globalisierung.
Ich persönlich achte darauf, was ich kaufe, und versuche "Made in China" möglichst zu vermeiden.
Das Individuum Chinese das faktisch nicht existiert ist sehr wohl zu einer Freundschaft bereit ohne Kompromisse nur Handeln und Freundschaft das trennt es sauber und dem sind wir unterlegen.
Ja, die asiatische Kultur ist nun mal, im Gegensatz zu unserer und auch der amerikanischen, keine Kultur der Individuen.
Das ist für uns schwer verständlich und fremd.
Ich bin nicht sicher, ob man es so stehen lassen kann, dass Chinesen im Allgemeinen Handeln und Freundschaft sauber trennen.
Wichtig ist in China das
Guanxi, ein gegenseitiges Geben und Nehmen innerhalb eines Beziehungsnetzwerkes.
Natürlich gibt es hier Unterschiede zu unseren westlichen Werten. Aber ob wir dem wirklich unterlegen sind - ich weiß nicht...
Auch China mit all seiner Wirtschaftskraft hat eigene Probleme und ist, trotz aller Größenvorteile, ein Teil im Geflecht unserer Weltwirtschaft.
Ich beobachte die Entwicklungen sehr gespannt.
Und was mir wirklich nicht passt ist der Umgang mit Tieren und dem Individuum
100% Zustimmung. Und den Umgang mit der Umwelt möchte ich hier auch noch mit aufnehmen, denn der passt mir ebenfalls überhaupt nicht.
Es ist ein spannendes Thema - und bestimmt schließt Chrigu bald diesen Thread, weil er ja wirklich nix mit Reisen im Südlichen Afrika zu tun hat 😊
Viele Grüße,
Kathrin