Der Artikel macht mich mal wieder recht stutzig auf das was scheinbar grad so passiert. Weiss einer von euch, wie es kommt, dass die chinesen sich nicht nur gegen die geltenden vorschriften verhalten koennen, sondern vielmehr wie die ueberhaupt ein Permit bekommen? Es ist schon relativ dreist, wenn man bedenkt wie schwierig es fuer uns geworden ist, in Nam ein Permit zu bekommen, dann vor ort auch noch zu machen was man will und damit scheints ungestraft vorankommt.
Hat hier jemand naehere Infos ? Das wuerde mich wirklich mal interessieren, wie das so von statten geht.
Nachdenkliche Gruesse
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
also es gab mal so ein Gerücht, dass vor 2-3 Jahren pauschal 5000 Chinesen ein Permanent Resident Permit für Namibia bekommen haben, da die chinesische Regierung Finanzmittel Namibia zur Verfügung gestellt hat. China hat vor einigen Jahre zudem gesagt, dass sie in jedes afrikanische Land pro Jahr 200 Mio US-Dollar investieren wollen um Zugang zu Rohstoffen etc. zu bekommen.
Also, um Deine Frage zu beantworten: GELD ist das Druckmittel, denn keiner kann den chinesischen Markt und den chinesischen Kolonialherren (ups ;-)) widerstehen...
Sonnige Grüße Christian
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Elchontherun1'250 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #3
Hallo Miss Ellie,
lies doch mal den Artikel - auch in der heutigen AZ - "Wo Solidarität aufhört". Ich glaube, damit ist Deine Frage auch beantwortet. Die Chinesen machen sich überall breit und sie machen was sie wollen, das ist leider ganz normal.
Nur als weitere Info: Die Baubranche hat einen der besten Mindestloehne Namibias ausgehandelt, (immernoch erschreckend wenige) 8 N-Dollar und ein paar Cent. Diese werden doch beonders von Chinesischen und Nord-Koreanischen Baufirmen bislang ungeahndet ignoriert, obwohl dies ein klarer Gesetzesbruch ist.
Ein Untersuchung von LaRRI, einer Gewerkschaftsnahen Forschungsinstitution hat ergeben, dass die Bauarbeiter der chinesischen Baufirmen alle nur zwischen 3 und 4 N-Dollar verdienen!!!
Miss EllieThemenstarter1'723 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #5
hab ich, hab ich ... nichts desto trotz ist wirklich eine verflixte schweinerei und meines erachtens nach ein totales versagen der deutschen regierung und der deutschen botschaft vor ort. Es ist eigentlich an denen, dort die "rechte "(das meine ich weniger brutal als es geschrieben ist, wir sind tatsaechlich dort nur zu gast und sollte mit dem wort recht vorsichtig sein) zu vertreten. Es waere weniger aergerlich wenn gleiches mass fuer alle gelten wuerde. Wenn es ein ganz generelles Einwanderungsverbot (siehe australien und USA) geben wuerde, oder eines welches sehr strikt an bedingungen geknuepft ist, okay, das ist eine entscheidung der Namibischen Regierung. Aber wenn fuer verschiedenen "rassen" verschiedene gesetze oder regelungen angewendet werden ist das schon frech, auch der namibischen bevoelkerung gegen ueber.
aber gut, das ist nur meine meinung..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
und genau hier liegt das Problem, denn 99% der Aufträge bekommen diese chinesichen bzw. nordkoreanischen Baufirmen vom Staat. Das Independence Memorial Museum, State House, Heroes Acre etc. sind nur einige prominente Beispiele.
Und sowas sollte sich die Bevölkerung nicht gefallen lassen. Erstmal schafft dieses keine Arbeitsplätze für Namibier und zudem müssen sie wenn dann auch noch mit den illegalen Dumpinglöhnen konkurrieren.
Sonnige Grüße Christian
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gglink5'538 Beiträge · seit 200823. Feb. 2010 · #7
Hallo Zusammen,
Christian hat es schon zu Anfang gesagt: Geld ist das Druckmittel und die Chinesen geben das Geld - anders als die westlichen Staaten - zunächst einmal ohne politische und moralische Auflagen. Da es sich aber um riesige Summen handelt, sind fast alle afrikanischen Politiker, insbesondere auch die namibischen in vorauseilendem Gehorsam sehr entgegenkommend. Und wenn es nur dadurch ist, dass man die eigenen Gesetze bei den Chinesen nicht so anwendet. Oder es werden Bauaufträge mit dem Argument an die nordkoreanischen Brüder vergeben, dass Namibias Architekten nicht in der Lage seien, solche Bauwerke zu planen.
Bezeichnend finde ich den letzten Satz des nachstehenden Zitats aus der AZ:
„Ich habe mich mit der Regierung von China über die Beschwerden getroffen, dass chinesische Staatsangehörige in Namibia illegale Geschäftspraktiken betreiben, inklusive Nichtbeachtung unseres Arbeitsgesetzes, was die Vorschrift einer redlichen Entlohnung und die Vergütung für Überstunden betrifft. Man hat mir geraten, dass das namibische Gesetz auch bei chinesischen Bürgern seinen Lauf nehmen sollte, die sich illegaler Praktiken schuldig machen.“
Das heißt doch nichts anderes als, dass es zwar Gesetze gibt, diese auf Chinesen und Nordkoreaner aber nur nach Rücksprache mit ihrenRegierungen angewendet werden.
Ich fürchte, diese Praktiken werden durch Hage Geingob nicht abgestellt und außer einem schönen Zeitungsartikel wird auch dieses Mal wieder nicht viel herauskommen.
Ich fürchte, diese Praktiken werden durch Hage Geingob nicht abgestellt und außer einem schönen Zeitungsartikel wird auch dieses Mal wieder nicht viel herauskommen.
Wir schauen mal... wenn er in 5 Jahren erstmal an der Macht ist kann sich zumindest theoretisch einiges ändern...
Sonnige Grüße Christian
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Elchontherun1'250 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #9
Hallo Gerd,
.....und die Chinesen geben das Geld - anders als die westlichen Staaten - zunächst einmal ohne politische und moralische Auflagen
Die Chinesen geben grundsätzlich nichts ohne "Hintergedanken". Wenn sie etwas geben, dann wollen sie auch einen Vorteil davon haben, wie auch immer der dann aussieht!
gglink5'538 Beiträge · seit 200823. Feb. 2010 · #10
Hallo Elch,
da hast Du sehr Recht. Die Chinesen geben nichts ohne Hintergedanken. Aber es sind "nur" Gedanken, keine schriftlichen Verpflichtungen. Und genau das ist der Unterschied. Die westlichen Länder formulieren ihre Gedanken in Verträge und Auflagen - die Chinesen geben Geld und warten ab. Die Zeit der Rückzahlung kommt - das wissen sie. Ob das aber auch alle Empfänger heute schon wissen?
@Gerd: Ob das aber auch alle Empfänger heute schon wissen?
Nein, sicher nicht! Dabei gibt es gute Literatur zu diesem Thema und wenn man in China Augen und Ohren aufmacht, sieht und hört man es auch..... Wertvoll sind zudem die Informationen von Freunden, die in China leben und arbeiten. Aber - wie so oft -, das weicht hier doch sehr vom Thema ab..... und gehört vielleicht nicht unbedingt ins Namibia-Forum 🙁 ?!
Einen schönen Nachmittag (hier leider sehr trübe und nass) wünscht Elch
Miss EllieThemenstarter1'723 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #12
Aber - wie so oft -, das weicht hier doch sehr vom Thema ab..... und gehört vielleicht nicht unbedingt ins Namibia-Forum
naja ... ich finde schon, das das hier ins forum gehoert, weil es handelt sich um eine kritische auseinandersetzung mit namibia. Im forum gibts doch ne menge leute, die teilweile selbst einen weg suchen in namibia leben zu koennen oder aber dort sogar schon ansaessig sind, zumindest teilweise.. klar, das hat nix mit heile welt und einmal im jahr tiere kucken zu tun, aber es geht um namibia.
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Kiboko1'250 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #13
Vorsicht die Chinesen kommen! Sie sind bis an die Zähne motorisiert! Sie bringen Ihre Verpflegung gleich mit.
Dieses Belegfoto ist kurz nach der Abfahrt in Jixi (China) entstanden.
GEGereon42 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #14
@ Christian
Genau das ist das Problem. Leider sind auch die Gewerkschaften so eng mit der SWAPO verbunden (obwohl nicht alle so schlimm wie Kaaronda sind), dass Sie sich extrem schwer tun mit Kritik an der Regierung. Und dass, obwohl die Gesetzesbrueche mitten in Windhoek geschehen. Auch die Medien funktionieren als Kontrollinstanz nur sehr sehr mangelhaft.
GFGforce435 Beiträge · seit 200723. Feb. 2010 · #15
Hallo an alle
Habt ihr euch auch schon einmal Gedanken über die zurückliegenden Jahre gemacht?
Wer war während der Zeit des Unabhängigkeitskriegs u.a. einer der großen Waffenlieferanten und auch brother in arms? Wer hat vor gar nicht so langer Zeit per Schiff Waffen nach Zimbabwe geliefert?
da hast Du mich total missverstanden (oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt) 😕 Ich meinte damit: wenn man Bücher über China liest oder mit Freunden über China spricht, dann hat das nicht direkt was mit Namibia zu tun; deshalb diese etwas vorsichtige Anmerkung von mir dazu.
Miss EllieThemenstarter1'723 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #17
ahhh .. ich hatte einen zweifel.. nix fuer ungut, macht ja nix .. is ja nicht schlimm..
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
GEGereon42 Beiträge · seit 200923. Feb. 2010 · #18
@ gforce
Auch der Westen hat sich oft nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Kritik am Geschaeftsgebahren der Chinesen soll natuerlich keineswegs vergangenes oder gegenwaertiges Fehlverhalten Deutschlands und anderer westlicher Nationen, deren Staatsbuerger oder deren Nachfahren bagatellisieren. Auch ist klar, das die Angst vor der gelben Gefahr auch gefoerdert wird, weil die Chinesen schlicht und einfach auch Konkurrenten um Einfluss und wirtschaftliche Dinge sind. Ihre Investitionen tun ja auch nicht nur schlechtes im Land.
Trotzdem ist es das ausbeuterische, illegale Geschaeftsgebaren vieler chinesischer Firmen, sowie die inkonsequente Haltung der Regierung deutlich zu kritisieren!
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200624. Feb. 2010 · #19
Ich hatte mal in Asien mit einem Chinesen ein laaaaaanges Gespräch,
ein Satz von ihm geht mir nicht mehr aus dem Sinn, der ging sinngemäss so.
Das Täuschen seines Geshäftspartnes ist eine hohe Kunst und Teil der Kultur Chinas und wir in keinerweise als etwas schlechtes angesehen, ganz im Gegenteil.
Der der sich täuschen lässt ist einfach ein schlechter Handelspartner und selber schuld und hat so wie so sein Gesicht verloren.
Im Nachgang zu diesen Satz hatt sich meine Beziehung zu Fernost etwas verändert.
Gruss Kurt
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Deine gemachte Erfahrung kann ich sehr gut nachvollziehen! Und genau auch deshalb sind die Chinesen eben nicht meine Freunde... Es gibt keine "Freundschaft" mit einem Chinesen, ohne dass dieser daraus einen Vorteil ziehen will. Wenn er merkt, dass das nicht klappt, bist Du für ihn schnell erledigt; das ist bei den Chinesen einfach 'Programm', genauso, wie Du es hier beschrieben hast.