Südafrika Nov. 2009 - Mabalingwe/ Kruger / Balule

36 Antworten · 10,7k Aufrufe · gestartet 04. Jan. 2010 von Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200604. Jan. 2010 · #1
Flug mit Virgin Atlantic: Berlin – London Heathrow - Johannesburg
White River – Johannesburg – London Heathrow - Berlin
Mietwagen: Budget Renault Kaleos 4x4
gefahrene Kilometer: ca: 1.900 km

Tag 1: 11.11.2009 - Mittwoch
Der Zubringerflug Berlin – London wurde von British Airways durchgeführt und verlief unspektakulär. Die riesigen Entfernungen in London legt man zum Teil mit dem Bus zurück, da man die Terminals wechseln muss. Dank Business Class verbrachten wir einen Teil der Wartezeit von rund 3 Stunden in der wirklich außerordentlich schönen Lounge. Da das Britische Pfund im Vergleich zum Euro deutlich nachgelassen hat, machte auch das Shoppen im Duty Free Bereich deutlich mehr Spaß.

Pünktlich hob der Flieger nach Johannesburg ab. Die Business Class Sitze lassen sich komplett auf 180 Grad Liegen „umbauen“, so dass man zwar schmale Betten hat, aber immerhin gut schlafen konnte. Essen war gut, der Service sehr nett. Da ich immer ausgezeichnet im Flugzeug schlafe, schaffte ich auf dem Hinweg leider nur die ersten 30 Minuten von „Der Solist“ mit Robert Downey Jr., den ich so gern sehen wollte und mir vornahm, auf dem Rückflug den Rest anzuschauen.


Tag 2+3: 12./13.11.2009 – Donnerstag/Freitag
Übernachtung: Itaga Private Game Lodge, 30 km von Bela Bela
Gefahrene KM: ca: 200
Kurz nach 6 Uhr früh erreichten wir Johannesburg. Unser Koffer war sehr schnell da und zügig steuerten wir Budget an. Erfreulicherweise war dort gar nichts los, was sich aber 20 Minuten später sehr schnell änderte.

Strahlender Sonnenschein empfing uns und trotz sieben Uhr früh war es schon erstaunlich warm. Dieses Mal achteten wir bei der Übernahme des Fahrzeugs gewissenhaft darauf, ob auch vorne ein Nummernschild angebracht war, hatte uns dies doch bei der vorletzten Südafrikareise im Dezember 2008 einige „Überzeugungskunst“ in einer Straßensperre mit der örtlichen Polizei eingebracht.
Das Auto war aber soweit einwandfrei und hatte nicht einmal 2.000 km runter. Die Strecke bis zu unserer ersten Unterkunft führte uns über die N1 immer Richtung Norden bis zum Mabalingwe Nature Reserve in der Limpopo Province (http://www.mabalingwe.co.za/frames.html ), Nähe Bela Bela (früher: Warmbath), knapp 2,5 Stunden von Johannesburg entfernt. Das Ziel war die Itaga Private Game Lodge (http://www.itaga.co.za/itaga.asp?cat=2&page=about.asp).

Bereits gegen 10 Uhr waren wir in der Lodge angekommen und wurden zunächst gebeten, erst einmal das Frühstück einzunehmen. Das Zimmer war noch nicht fertig – wir hatten zwar unsere zeitige Ankunft angemeldet, aber im Laufe unseres Aufenthalts fiel noch häufiger auf, dass die Kommunikation zwischen Management und Staff nicht immer optimal läuft.

Die Unterkunft ist wunderschön, die Zimmer ausreichend geräumig und hinter unserem Zimmer tummelten sich Nyalas und Kudus. Das Essen war abends gut, aber am besten waren die Snacks am Nachmittag 
Vor allem das Servicepersonal war ausgesprochen freundlich und sehr liebenswert. Leider war unser Guide hingegen anfangs sehr maulfaul, dabei schätzen wir es so, auf den Drives möglichst viel über Land und Leute, Tiere und Pflanzen zu hören. Auch wenn wir manches schon wissen, gehört das doch für uns dazu. Nur langsam taute unser Guide auf – eigentlich nur, als wir mit ihm allein auf Game Drive waren.

Die Jeeps für die Drives sind mit drei Reihen Sitzen und jeweils vier Plätzen ausgestattet. Das war fürs Fotografieren und Gucken nur solange okay, solange man nicht voll besetzt fuhr. Leider ergab sich dieses „Alleinsein“ während unserer zwei Tage und zwei Übernachtungen nur einmal.

Die Lodge wirbt mit den Big 5, was unseres Erachtens geschummelt ist. Löwen gibt es im Nature Reserve freilebend gar nicht, dafür ist das Reserve auch zu klein. Es gibt in der Nähe eine – wie wir uns vom Guide haben sagen lassen – zooähnliche Anlage; dort hätten wir Löwen sehen können, wollten wir aber nicht. Wenn schon Katzen, dann in freier Wildbahn. Wir hatten sooft Glück, diese wunderschönen Tiere in der Kalahari, im Kruger oder Etosha zu sehen, wir können warten!
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200604. Jan. 2010 · #2
Empfohlen wurde uns hingegen ein Besuch des De Wildt Conservation Project, etwa eine Stunde von der Lodge entfernt. Dort sollten Geparden und Wild Dogs zu sehen sein, die auf ihre Auswilderung warteten. Für den Tag der Abreise buchten wir daher eine Tour über die Lodge.

Die Organisation der Lodge ist noch etwas chaotisch, wenn auch bemüht. Am Tage unserer Abreise hatte ein anderer Gast versehentlich unser Auto eingeparkt, da wir aber für 10 Uhr eine Führung bei De Wildt gebucht hatten, mussten wir pünktlich los und der uns einparkende Halter war auf einem Game Drive. Handynummern der Guides untereinander wurden offenbar nicht ausgetauscht, die gesamte Kommunikation ging über den Manager, der allerdings nicht erreichbar war. Als dieser endlich kam, hatte mein Mann solange unser Auto vor und zurückgefahren und andere hilfsbereite Mitarbeiter das andere Fahrzeug per Hand hin und her bewegt, dass wir von allein ausparken konnten. Was auch gut war, denn der Manager hatte den Guide nicht erreicht. Nun wurde es doch noch etwas hektisch, denn auch nur der Manager kann die Bezahlung entgegen nehmen bzw. Rechnungen erstellen. Unsere Getränkerechnung war etwas konfus, irgendwann einigten der Manager und ich uns darauf, dass ich einen in meinen Augen angemessenen Betrag zahlen würde. Die Auflistung unserer Getränke passte so gar nicht, wahrscheinlich hatten wir die Rechnung eines anderen Gastes erhalten.
Letztlich klappte dann doch alles – wie immer in Afrika 
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2'460 Beiträge · seit 200604. Jan. 2010 · #3
Hallo Sanne,
schön, dass du nun dazu kommst, euren Reisebericht einzustellen. Bin gespannt, was ihr alles erlebt habt.
LG Chrissie
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200605. Jan. 2010 · #4
Tag 4: 14.11.2009 – Samstag
Pünktlich kamen wir dann auch im De Wildt Conservation Project (http://www.dewildt.co.za/ ) an, mit uns warteten etwa 15 Personen auf die geführte Tour. Von der Tour selbst haben wir keine Fotos gemacht. De Wildt ist in Südafrika durchaus renommiert, uns war es allerdings viel zu touristisch: Fotos mit Geparden im eingezäunten Bereich - African Wildcat, Serval, Geparden und Co. waren alle hinter Gittern. Teilweise saßen die Tiere in Gehegen, die die Größe von Zooquartieren hatten. Einzig die Wild Dogs hatten ein Freilaufgehege, waren aber nach Geschlecht getrennt. Schön waren sie ja anzugucken, allerdings gibt’s auch bei denen keine artgerechte Fütterung. Alle Tiere werden mit Katzen- oder Hundefutter gefüttert. Die Initiatoren werden auch nicht müde, die Marke anzupreisen. De Wildt ist es erlaubt, Geparden in Gefangenschaft sich vermehren zu lassen. Der Nachwuchs geht dann in Freigehege, aber auch in Zoos rund um die Welt. Hätten wir dies alles vorher gewusst, wären wir nicht hingefahren. Wir würden es also nicht weiter empfehlen. Schade! Es klang so gut. Hübsch waren die Wild Dogs natürlich dennoch.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2010
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200605. Jan. 2010 · #5
Etwas enttäuscht von unserem vormittäglichen Ausflug, aber voller Freude auf den Kruger NP fuhren wir die N1 weiter nach Tzaneen. Der strahlende Sonnenschein begleitete uns bis zu unseren nächsten Unterkunft, das Coach House in Tzaneen, das wir am frühen Nachmittag erreichten (http://www.coachhouse.co.za/).

Das Hotel hatten wir für eine Nacht gebucht und unser Zimmer gefiel uns außerordentlich gut. Der Blick auf die Berge war unbeschreiblich schön, die Zimmer sind hübsch eingerichtet. Die Küche des Restaurants war ausgezeichnet. Im Restaurantbereich war es zwar für unsere Begriffe durch die Klimaanlage extrem kalt, daher fragten wir nach einem Sitzplatz im Außenbereich. Es war ein wunderschöner gemütlicher Abend mit ausgesprochen freundlichem Service.

In der Nacht begann es zu regnen und auch das Frühstück nahmen wir im Dauerregen auf der geschützten Terrasse ein. Allerdings war es deutlich abgekühlt, aber lange wollten wir beim Frühstück eh nicht verweilen, denn heute sollte es über Punta Maria in den Kruger Park gehen – endlich Tiere gucken.
🙂
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
2'732 Beiträge · seit 200605. Jan. 2010 · #6
Alle Tiere werden mit Katzen- oder Hundefutter gefüttert. Die Initiatoren werden auch nicht müde, die Marke anzupreisen.[\quote]

Also so habe ich das nicht in Erinnerung. Hundefutter fuer die Tiere der Zucht aber Fleisch fuer die Tiere die ausgewildert werden sollen.
Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200606. Jan. 2010 · #7
Hm, vielleicht haben die das geändert? Ich bin mir nämlich recht sicher, dass uns erklärt wurde, die Geparden bekämen Katzenfutter und die Wild Dogs Hundefutter. Die Tiere, die in unserem Beisein gefüttert wurden, erhielten auf jeden Fall Tiernahrung und kein Fleisch.

Viele Grüße
Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200606. Jan. 2010 · #8
Tag 5: 15.11.2009 – Sonntag
Bei Einfahrt in den Kruger Park (http://www.sanparks.org/parks/kruger/ ) über Punda Maria hörte der Regen auf und sofort wurde es schön warm und super sonnig. Wir haben uns riesig gefreut, wieder im Kruger zu sein. Doch erstmalig wollten wir den Norden stärker erkunden, bislang waren wir nie nördlicher als Mopani gewesen. Dies sollte sich dieses Jahr ändern. Wir hatten 5 Nächte im Park gebucht und waren gespannt, was uns in den Camps erwarten würde.

Unsere erste Unterkunft würde das Sirheni Bushcamp sein. Wir hatten ursprünglich geplant, im Punta Maria Camp unterzukommen, dort war aber für diese Nacht bereits alles ausgebucht gewesen. Das Punta Maria Camp bzw. seinen kleinen Laden besuchten wir dennoch, auch wenn wir uns außerhalb des Parks in einem großen Supermarkt bereits mit Fleisch, Wein, Dosengemüse und ein paar Gewürzen eingedeckt hatten. Die Unterkünfte in Punta Maria haben uns persönlich nicht besonders gut gefallen. Auffallend sind die langgestreckten Häuser im Reihenhausstil; sehr viel Privatsphäre erschien uns dies nicht zu bedeuten.

Kruger bedeutet für uns immer Selbstversorgung, auch wenn wir sonst begeisterte Lodgetouristen sind. Aber für uns gehört zu Kruger das Grillen, das Erhitzen von Dosengemüse (dieses Jahr gab es abwechselnd Chilli-Gemüse-Mix und grüne Bohnen) und südafrikanischer Wein. Dieses Jahr haben wir darüber hinaus noch einen unsagbar preiswerten Grillrost erstanden, der meinen Mann so begeistert hat, dass wir ihn sogar mit nach Hause genommen haben. Als könne man sowas in Berlin nicht auch käuflich erwerben.

Wir waren dieses Jahr zum vierten Mal im Kruger und jeder Aufenthalt dort beginnt auf die gleiche Weise. Wir fahren durch das Eingangsgate und einer von uns sagt: Toll wäre, wenn wir vielleicht eine Elefantenherde sehen könnten oder eventuell Wasserbüffel. Und wenn es richtig gut läuft, erspähen wir einen Löwen. Meist ergänzt der andere dann: Ja, aber Geier wären auch wunderbar oder vielleicht Kudus… usw. usw.
Dieses Jahr wünschte sich mein Mann Schlangen und ich Geparden. Beides haben wir in den sechs Tagen nicht gesehen, aber Kruger hat uns wie in den vergangenen Jahren nicht enttäuscht.
Die Tage, die wir in Krugers Norden verbrachten, waren wir fast immer allein auf den Straßen. Ganz selten sahen wir andere Autos, wenn man von den Begegnungen in den Camps einmal absieht. Die Einsamkeit, die der Norden regelrecht auszustrahlen scheint, hat uns enorm beeindruckt und wir waren schon nach wenigen Stunden restlos überzeugt – der Norden sieht uns wieder.
🙂
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2'460 Beiträge · seit 200619. Jan. 2010 · #9
Hallo Sanne,
vielen Dank für den bisherigen Bericht.
Wo bleibt die Fortsetzung? 😎
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200627. Jan. 2010 · #10
Liebe Chrissie,

Ich arbeite daran, muss aber im Büro erst mal die Jahresabschlüsse fertig stellen 🙁 Spätestens nächste Woche gehts hoffentlich weiter.

Viele Grüße
Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200609. Feb. 2010 · #12
Tag 5: 15.11.2009 – Sonntag

Sirheni Camp (http://www.sanparks.org/parks/kruger/camps/sirheni/tourism/map.php) liegt wunderschön an einem wasserführenden Fluss. Als allererstes haben wir unser Stativ für die Videokamera aufgebaut, denn Geräusche vom Fluss ließen uns auf Hippos tippen. Wir wurden dann später auch nicht enttäuscht – Hippos und eine ganze Menge Krokodile ließen sich den ganzen Abend über bei uns sehen. Die Vogelwelt mit Fischadler und Habichten war grandios. Die „Hütten“ in Sirheni selbst sind nicht so spektakulär. Sirheni war sauber, einfach und durch die wahnsinnig schöne Lage absolut empfehlenswert. Wir haben sehr bedauert, hier nicht zwei Nächte gebucht zu haben, zumal unsere zweite Nacht im Bateleur Camp hygienisch gesehen eine Katastrophe war.

Der neu erworbene Grillrost konnte endlich eingeweiht werden. Dank leichtem Wind war unser Feuer erstklassig, so dass wir bald glücklich unser Steak kauten. In Berlin machen wir beim sommerlichen Grillen immer viel zu viel Aufwand: gutes Fleisch, Dosenerbsen, Brot und lecker Wein reichen eigentlich vollständig aus, doch leider vergessen wir das immer wieder gern! 
Auch als die Dunkelheit uns vollständig umfangen hatte, saßen wir lange mit unserem Wein auf der Terrasse, blickten zu den Sternen empor und freuten uns wie jedes Mal in Südafrika zu sein. Nie im Leben hätten wir an diesem wunderschönen Abend gedacht, dass Südafrika für die nächsten sechs Tage und Nächte Dauerregen für uns bereithielt.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200609. Feb. 2010 · #13
Tag 6: 16.11.2009 – Montag

Wer früh zu Bett geht, ist morgens auch früh auf. Gegen halb sechs wurden wir wach und nach einer Tasse Kaffee wollten wir auch schnell los. Ein Blick nach draußen zeigte uns, dass es leicht nieselte. Na, in Südafrika zieht der Regen ja immer schnell vorbei – fahren wir erst mal los, dachten wir uns, in ein oder zwei Stunden ist es bestimmt wieder herrlich sonnig.
Als wir das Gepäck ins Auto verluden, waren wir überrascht, wie kalt es draußen war. Das Thermometer im Auto zeigte uns 12 Grad an. Wir witzelten noch, dass wir nun erfreulicherweise auch mal die dicken Fleecejacken anziehen könnten und diese nicht nur für An- und Abreise benötigt würden. Um es vorweg zu nehmen, die nächsten 6 Tage hatten wir im Auto die Heizung permanent laufen und außerhalb des Autos erwiesen uns die Jacken ausgezeichnete Dienste. 😠

Aber weil wir über das morgentliche Wetter nicht gemurrt hatten, belohnte uns der Gott der Tiersichtungen mit einer Hyänen-Familie! Die Familie lag direkt an der Straße, etwa 5 km vom Restcamp Shingwedzi entfernt, auf der H1-7 und hätten die vier Zwerge nicht so rumgetobt, wären wir wohl gar nicht auf sie aufmerksam geworden. Die beiden Elterntiere lagen schlafend weiter weg von der Straße, aber die Jungtiere waren von uns offenbar ebenso fasziniert wie wir von Ihnen.

Als wir anhielten und den Motor ausstellten, kamen sie angelaufen, beschnupperten das Auto und beobachteten uns, wie wir total begeistert Unmengen an Fotos machten. Der Regen pfiff durchs offene Fenster, aber was macht das schon, wenn man diese als Jungtiere unglaublich hübschen Tüpfelhyänen dafür aus der Nähe anschauen kann. Zwei der Zwerge versuchten verzweifelt, ein Elternteil für ein Spiel zu begeistern, aber die erwachsenen Tiere öffneten nicht einmal die Augen. Dabei apportierte einer der Kleinen so schön ein altes Holzstück.

🙂
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200609. Feb. 2010 · #14
Ach, was freuten wir uns schon auf Shingwedzi, das nächste Restcamp, in dem wir unsere Vorräte auffüllen und auf der Karte der Tiersichtungen „unsere“ Hyänenfamilie eintragen wollten.

Auf dem Weg ins Camp konnte ich dann endlich wieder meine Lieblingsantilope sehen, das Kudu. Eine Jungens-Truppe wanderte langsam an der Straße entlang. Ich schau diese Tiere zu gern an, sie sind so außergewöhnlich hübsch. Auch wenn mein Mann meint, wir hätten ausreichend Fotos von Kudus aus unseren anderen Urlauben, konnte ich das natürlich nicht gelten lassen. Andere können eh schon schwer nachvollziehen, wieso wir immer so viele Fotos von angeblich „unspektakulären“ Tieren machen, da kommt es auf eine Fotostrecke mehr auch nicht an!
In Shingwedzi haben wir uns wieder mit den Standard-Lebensmitteln eingedeckt: Wein, Brot, Dosengemüse, Steaks. 😉 Wir entschieden uns, erst mal nach Bateleur in unsere nächste Unterkunft zu fahren, dort in Ruhe alles in den Kühlschrank zu räumen und später noch einmal auf Tiersuche zu gehen.

Der starke Dauerregen war bis zu unserer Ankunft in Bateleur in leichten Nieselregen übergegangen, allerdings war es immer noch sehr kühl. Das Bushveld Camp http://www.sanparks.org/parks/kruger/camps/bateleur/tourism/accommodation.php gilt als das bestausgestattete und verspricht ein luxuriöses Erlebnis im Busch. Wir mochten unser Häuschen in Bateleur gar nicht, es gab zwar Fernsehen, das brauchen wir aber in Afrika nicht. Ansonsten waren wir unangenehm überrascht, wie verschmutzt unsere Unterkunft leider war. Ich glaube, der "Luxus" basierte vorrangig auf dem möglichen Kontakt zur Außenwelt. Die Lage des Camps ist sehr schön, aber wir würden hier nicht wieder herfahren.
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200609. Feb. 2010 · #15
Tag 7: 17.11.2009 – Dienstag
Da wir uns leider in Bateleur nicht so wohl gefühlt hatten, sind wir auch zeitig aufgestanden, packten unsere Plünnen, blickten zum Himmel (Nieselregen), zogen uns die Fleecejacken über und machten uns auf den Weg. Dank des gestrigen wunderbaren, wenn auch verregneten Tages hatten wir gelernt, dass wir auch bei schlechtem Wetter eine Menge Tieren sehen konnten und das machte uns sehr froh, waren wir doch extra zum „Tiere gucken“ in den Kruger gekommen.

Wir kannten den Park nur bei großer Hitze am Tage und irgendwie war es wunderschön, ihn jetzt mit all dem Regen zu erleben. Auch wenn uns im Laufe unseres Urlaubs manchmal wehmütig um Herz war, weil durch die viele Bewölkung keinen einzigen Abend Sterne zu beobachten waren, so war das Schauspiel „Regen-bisschen Sonne-Regen“ doch auch sehr beeindruckend. Und hin und wieder kam dann ja doch immer mal für kurze Zeit die Sonne durch und verschönte die Fotos durch bessere Lichtverhältnisse enorm.
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200609. Feb. 2010 · #16
Heute waren wir auf dem Weg ins nicht weit entfernte Restcamp „Mopani“ http://www.sanparks.org/parks/kruger/camps/mopani/tourism/accommodation.php , das für mich eines der schönsten im ganzen Kruger Park ist. Die Lage am Wasser finde ich einmalig und von der Terrasse des Restaurants könnte ich tagelang die Landschaft bewundern. Ich hatte es geschafft, ein Bungalow an der Wasserseite zu reservieren und wir freuten uns riesig, dass auch alles gut klappte und wir in unser Bungalow einziehen konnten. Leider hatte es zwischenzeitlich wieder stark an zu regnen begonnen, aber das tat unserer Begeisterung keinen Abbruch. Mit frischen Lebensmitteln, Wein und einer Flasche Captain Morgans (für die innere Reinigung) bewaffnet begannen wir die heutige Grillzeit.

Unser Häuschen Nr. 51 war spitze: schöner Ausblick, sauber und mit relativ großem Abstand zu den Bungalows nebenan – unbedingt empfehlenswert. Nächstes Mal bleiben wir zwei Nächte! Denn dies war der Abend, an dem mein lieber Mann mir sagte: Kruger ist so schön, wir waren jetzt vier Mal dort (insgesamt 15 Nächte) – ein fünftes Mal können die uns sicher ertragen!!! 

Da wir früh in Mopani angekommen waren und mangels Frühstück das abendliche Grillen gegen Mittag hatten stattfinden lassen, entschieden wir uns am frühen Nachmittag den regnerischen Tag nicht auf der Terrasse zu beenden, sondern noch etwas auf die Pirsch zu gehen.
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181 Beiträge · seit 200813. Juli 2010 · #17
Hallo Sanne,

gibt es noch eine Fortsetzung? Habe den Bericht mit Begeisterung gelesen. Wir waren bisher auch nur im Süden des Krügers und planen demnächst auch in den Norden zu fahren und dann weiter nach Mosamibik.
Gruß Karin Tourists bring back souvenirs ... travellers bring back stories
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200614. Juli 2010 · #18
Liebe Karin,

ich stell den Bericht ganz sicher fertig, und wenn es das letzte ist, was ich mache 😉 Ich versuche, am Wochenende voranzukommen!
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181 Beiträge · seit 200814. Juli 2010 · #19
Liebe Sanne,

prima, ich bin schon so gespannt wie es weitergeht. Von Reiseberichten kann ich nie genug bekommen.
Gruß Karin Tourists bring back souvenirs ... travellers bring back stories
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200622. Juli 2010 · #20
Im stärker werdenden Dauerregen machten wir uns auf die Suche und kurz vor dem Camp wurden wir bereits von einem Elefanten begrüßt, der sich so gar nicht beim Futtern stören ließ. Die nächsten Tage sind wir einige Male dort vorbeigefahren und wollten schon prüfen, ob dieser Elefant da festgebunden wäre, denn er war jedes Mal da!
Vielleicht aufgrund des schlechten Wetters – unser Außenthermometer vom Auto zeigte 14 Grad an – waren wir im Kruger Park an diesem späten Nachmittag fast überall allein. Die Stimmung war unglaublich schön, der Regen schluckte fast alle Geräusche und während wir uns den Regen und die damit verbundenen leicht quietschenden Scheibenwischer weg gewünscht hätten, schienen sich die Antilopen, Giraffen und Elefanten, die uns begegneten, so gar nicht an dem Wetter zu stören!




Kurz vor Schließung der Gates kehrten wir nach Mopani zurück. Es hatte etwas aufgehellt und wir saßen auf unserer Terrasse und genossen den schönen Blick auf den Dam. Auch mit dicker Fleesejacke schmeckt der südafrikanische Wein ausgezeichnet und mit dieser Erkenntnis fielen wir todmüde ins Bett. Überhaupt war dies der Urlaub, in dem wir häufig nach Sonnenuntergang und noch vor 19 Uhr in den Betten lagen – auch mal schön.

Allerdings hatten wir die Rechnung ohne unsere südafrikanischen Nachbarn gemacht. In Häuschen Nr. 52 fanden sich im Laufe des Abends immer mehr Menschen ein, die lautstark eine Party feierten. Gerechterweise müssen wir sagen, dass die Musik sehr schön afrikanisch war, auch wenn die lautstarken Verabschiedungen am frühen Morgen einen gewissen Nervfaktor hatten.


Tag 8: 18.11.2009 – Mittwoch
Unsere positive Einstellung zum durchwachsenen Wetter und unsere Nachsicht mit unseren feierfreudigen Nachbarn wurden am nächsten Morgen durch strahlenden Sonnenschein belohnt. Unsere Aussicht von der Terrasse gewann enorm. Wir wollten eigentlich früh los, entdeckten dann aber zwei sich sonnende Krokodile und einen Fischadler. Die Entfernung war doch recht groß und zum Filmen schwierig – aber dafür hatten wir ja unser Stativ mitgeschleppt und freuten uns über jeden Einsatz.

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