jaffles1'312 Beiträge · seit 200625. Nov. 2009 · #43
Hallo Thomas,
schön, dass dein Bericht weiter geht! Das Foto mit dem Blitz ist der Hammer. Eine Frage hätte ich allerdings noch. Was um Himmels willen sind Randen? Darunter kann ich mir gar nichts vorstellen!
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200928. Nov. 2009 · #45
Freitag, 25. September 2009 Ruth steht schon um 05:00h auf und geht ans Wasserloch, weil sie nicht mehr schlafen kann. Bei Fabian und mir geht es etwas länger. Als Ruth – erfolglos – zurückkommt, machen wir Frühstück, packen und fahren los, Richtung Halali.
Die Strecke entlang sieht man die üblichen Springböcke und Zebras, zwischendurch mal ein paar Elefanten, diverse Antilopenarten, Vögel, einen Waran und eine – für mich zu schnelle – grüne Schlange, welche vor uns die Strasse überquert. Die zwei Kudus, die mir mitteilen wollen, wo ich Löwen und JaguareLeoparden finde, verstehen ich leider nicht, da ich nicht Dr. Doolittle bin. Beeindruckt sind wir durch die Weite der Pfanne, an deren Rand wir immer wieder stossen und auf welche wir auch teilweise hinausfahren, soweit es geht und vor allem zulässig ist; selbst wenn man ausserhalb der vorgegebenen Tracks weitere Spuren sieht. Auch hier gibt es offenbar Leute, die sich über Gebote und Verbote hinwegsetzen, ohne deren Sinn erst mal zu reflektieren! An verschiedenen Wasserlöchern vorbei und auf verschiedenen Umwegen nehmen wir uns Zeit, um Tiere zu beobachten, haben aber nur bedingt Erfolg: Die Wasserlöcher sind mehr oder weniger verwaist; erst gegen Mittag findet sich ein Elefant, der in aller Ruhe seinen Durst löscht und uns dabei den Allerwertesten zudreht. Nun gut, fotografiere ich halt Baobabs in Busform… Etwas nach Mittag sind wir in Halali, direkt hinter Christian und Andrea, unseren Platznachbarn von letzter Nacht, und können unseren Zeltplatz selber aussuchen. Wir richten uns ein, hängen reihum alle Matratzen, Schlafsäcke, Decken und Kissen an die frische Luft und lüften die Zelte durch. Als alles trocken ist, richten wir die Zelte wieder ein und sind so gleichzeitig den Mief der letzten zweieinhalb Wochen etwas losgeworden. Auch das Auto hätte eine Wäsche nötig, wobei: man kann die heute erworbene Schmutzschicht durchaus auch ohne „m“ lesen… Ruth macht Mittagessen und bereitet dann Sandwiches für’s Wasserloch-Nachtessen vor. Daneben schreiben wir Tagebuch und Karten. Ich reserviere einen Gamedrive für morgen früh (zwar teuer und mit Start 06:00h früh, aber vielleicht sieht Ruth ja da den langersehnten Löwen). Gegen 16:00h gehen Ruth und Fabian zum Wasserloch; ich schreibe noch am Tagebuch weiter, lade Fotos auf die Festplatte und fotografiere die auch hier umherstolzierenden Tokos und anderen Vögel. Gegen 17:30h schliesse ich mich den beiden an. Geschehen ist bis dahin nichts Weltbewegendes und daran soll sich bis auf Weiteres auch nichts ändern, sieht man mal von den neugierigen Eichhörnchen ab. Einzig zum von Bwana vorgemerkten Zeitpunkt 17 Minuten nach - dem einmal mehr umwerfend kitschigen - Sonnenuntergang findet sich eine grosse Schar Vögel ein und macht eine Zeit lang einen Höllenradau. Bwana bestätigt später unsere SMS-Meldung und präzisiert: Es sind Namaqua-Flughühner. Um 20:30h gibt auch Ruth auf und wir verziehen uns, wie vor uns schon andere Leute, zum Zeltplatz und, weil wieder ein böiger Wind aufkommt, ins Zelt.
Samstag, 26. September 2009 Um 05:30h sind Ruth und ich gleichzeitig wach; kurz darauf geht der Wecker los. Wir machen uns safaribereit und gehen zur Reception, wo unser Guide schon auf uns wartet. Heute heisst der Glückliche Felix.
In Richtung der gestern besuchten Wasserlöcher zwischen Okaukuejo und Halali geht’s los. Felix hat zum Glück vorher Pelerinen mit Kapuze verteilt; mit Aufgang der Sonne (wunderschön am Rietfontein-Wasserloch) wird es nämlich ziemlich kalt. Auch heute morgen wieder sind die Wasserlöcher verwaist. Felix vermutet das Gewitter der vorderen Nacht als Ursache, welches den Tieren überall Pfützen hinterlassen hat. Auf dem dreistündigen Drive sehen wir dann trotzdem so einiges: Zebras und Springböcke sind wie immer garantiert, eine Giraffe, welche vor uns die Strasse überquert, diverse Vögel, Kudus, Impalas und als Highliht, wenn auch nur kurz im hohen Gras, einen Leoparden. Einer unserer Mitpassagiere verhindert erfolgreich Besseres, indem er aufsteht, herumfuchtelt und laut schreit: „Cheetah!!!“, woraufhin der vermeintliche Gepard natürlich sofort verschwindet. Nach der Rückkehr frühstücken wir und machen etwas Ordnung um’s Haus, sprich: Kühlschrank endlich mal ausräumen und putzen (dem Gestank nach ist das bei Asco gar nicht passiert!), Proviant umpacken, Netbook an der Steckdose aufladen (hat gestern während des Schreibens irgendwie nicht geklappt). Dann wieder Karten und Tagebuch schreiben. Gegen Mittag, ist Ruth als erste fertig und geht zum Wasserloch. Fabian und ich versuchen noch einmal, die Zelte inkl. Schlafsäcke und Decken zusammenzuklappen, um in Zukunft etwas Zeit und Aufwand zu sparen, und siehe da: es funktioniert.
Gerade als wir fertig sind, kommt Ruth uns holen: Am Wasserloch sind Zebras, Springböcke, Impalas und Kudus zu sehen. Wir schauen uns das Kommen und Gehen eine Zeitlang an und als das Kommen aufhört (und das Gehen in Ermangelung von Akteuren auch), gehen wir ins Restaurant zum Mittagessen (Buffet inkl. Dessert: gar nicht übel). Am Nebentisch machen sich ein paar Rotschulter-Glanzstare über die Reste eines stehengelassenen Frühstücks her. Anschliessend machen wir es uns am Pool bequem und lesen ein bisschen. Um 15:30h machen wir uns auf zu einem eigenen Gamedrive auf den Spuren der morgendlichen Fahrt. Die Ausbeute ist relativ gering: Giraffen, Impalas, diverse Vögel – und natürlich Zebras und Springböcke.
Nach der Rückkehr stellen wir die Zelte wieder auf und machen Sandwiches für’s Wasserloch-Znacht. Gegen 18:00h installieren wir uns dort, nebst einer ganzen Menge anderer Leute. Sieht vielversprechend aus, ist es aber nur bedingt. Die Namaqua-Hühner kommen zuverlässig rund 20min nach Sonnenuntergang. Ansonsten sehen wir: Eine Hyäne, eine grosse Eule, zwei Dik-Diks, einen Schakal, diverse Vögel und einen weiteren Namibia-Sonnenuntergang.
Fabian und ich vertreiben uns die Zeit, indem wir ein Eichhörnchen zum Alkoholiker umerziehen. Um 20:30h haben wir genug: Ruth würde wohl noch bis am Morgen auf den Löwen und den Leoparden warten, will aber nicht allein dort bleiben. Als Ersatz gibt es noch eine Dusche und dann geht’s in die Heia, nur leicht gestört durch die Wochenendcamper nebenan, die offenbar der Meinung sind, zum Camping gehöre ein rauchendes und stinkendes Feuer. Aber auch sie hören irgendwann gegen 20:30h auf, und es kehrt Ruhe ein.
Nur fürs Protokoll - JAGUARE??? Falscher Kontinent 😎 . Warum jammerst du immer über die wenigen Sichtungen? Wir waren 2x in Etosha und haben immer den gleichen alten Elefantenbullen gesehen - sonst keinen einzigen Elefanten weil die alle in den Konsessionierten Teil des Parks abgezogen sind!!! Das ist etwas worüber man jammern kann. Ihr dagegen habt eh total viel gesehen.
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200930. Nov. 2009 · #47
Pferdefreund schrieb:
Nur fürs Protokoll - JAGUARE??? Falscher Kontinent 😎 . Warum jammerst du immer über die wenigen Sichtungen? Wir waren 2x in Etosha und haben immer den gleichen alten Elefantenbullen gesehen - sonst keinen einzigen Elefanten weil die alle in den Konsessionierten Teil des Parks abgezogen sind!!! Das ist etwas worüber man jammern kann. Ihr dagegen habt eh total viel gesehen.
Hallo Pferdefreund
danke für den protokollarischen Hinweis; ich hab's korrigiert. Und von wegen jammern: da verstehst du mich falsch - ist alles Vorbereitung auf das, was noch kommt! Mal ganz abgesehen davon, dass ich bei der Sichtung der Bilder erst realisiere, was wir eigentlich so alles gesehen haben 😁
Ich hoffe, ihr habt bei der nächsten Reise etwas mehr Glück!
Hab ich doch gerne gemacht 🙂 . Denke dasss wir auf jeden Fall mehr Glück haben werden da wir auch ins Okavango fahren. Da gibts dann hoffentlich Elefanten satt. Mir persönlich sind ja die Löwen und anderen Großkatzen wichtiger, aber meine Schwägerin braucht ihre Dickhäuter. Freu mich schon drauf wie es weiter geht bei dir.
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200902. Dez. 2009 · #49
Sonntag, 27. September 2009 - Der ultimative Etosha-Tag 😎
Ruth ist schon wieder um 05:00h wach und geht zum Wasserloch. Eineinhalb Stunden später ist sie zurück (ein Löffelhund und ein Nashorn, welches über einen Stein stolpert und darob so erschrickt, dass es Reissaus nimmt).
Frühstück, zusammenpacken (mit Schlafsäcken und Decken im Zelt, was diesmal etwas mehr Aufwand erfordert) und Abfahrt Richtung Namutoni kurz nach 08:00h. Erst mal sehen wir ungefähr das gleiche, wie gestern, nämlich einige wenige Tiere (Oryx, Riesentrappe, ein paar Elefanten mit Jungen, leider hinter Akazien, welche den Autofokus vor grosse Probleme stellen) und viel Gegend. Immerhin: auch die leere Salzpfanne ist in ihrer Weite beeindruckend. Den Löwen, auf den uns ein entgegenkommender Tourist hinweist, sehen wir trotz angestrengen Suchens nicht sicher. Dann kommen wir zur Salzpfanne in Springbok-Fontein und stehen unvermittelt im Garten Eden: Springböcke, Gnus, Oryxe, Impalas und Zebras soweit das Auge reicht. Als wir von Springbok-Fontein einen kurzen Abstecher nach Batia machen – eigentlich mehr zufällig – spaziert eine Löwendame seelenruhig vor uns über die Strasse und präsentiert sich auf’s beste. Ruth ist so überwältigt, dass sie keinen scharfen Fokus hinbekommt und mir die Kamera in die Hand drückt! Auch Giraffen sehen wir plötzlich überall, teilweise bis zu acht Stück hoch. [foto: 18568] Kein Wunder ist der Mittag längst vorbei, als wir in Namutoni eintreffen. Wir sitzen an den Pool, essen ein Toasted Sandwich, trinken etwas und gehen dann das Wasserloch inspizieren. Schön, aber nicht allzuviel los. Vor der Weiterfahrt suchen wir noch die Mungos, die es hier geben soll und werden schliesslich im Fort von einer ganzen Schar überfallen – leider völlig an die Touristen adaptiert, aber trotzdem niedlich, vor Allem, wenn sie sich gegenseitig das Fell pflegen. Die Weiterfahrt planen wir erst etwas nordwärts nach Tsumcor und dann den 40km langen Fish-Drive entlang zurück nach Namutoni. Dann wollen wir uns endgültig von Etosha verabschieden.
Auf dem Weg nach Tsumcor verpasse ich eine Giraffe, welche direkt am Strassenrand äst. Ruth ist nicht allzulange traurig: zwei Minuten später kommt uns eine weitere Giraffe auf der Strasse entgegen, biegt direkt vor unserem Wagen ab und äst gemütlich direkt neben der Strasse – so nahe, dass man sie fast berühren kann! Auf der Weiterfahrt sehen wir noch weitere Giraffen und dann plötzlich zwei Elefanten direkt neben der Strasse, welche direkt auf das durch uns avisierte Wasserloch zusteuern. Vorsichtig folgen wir ihnen ein Stück weit, fahren bei der nächsten Gelegenheit vorbei und voraus zum Wasserloch wo wir sie im Rückspiegel näher kommen und direkt an unserem Auto vorbei zum köstlichen Nass stapfen sehen. Beim Wasserloch sind sie nicht allein: Gnus, Zebras, Springböcke, bis zu acht Giraffen und natürlich die beiden Elefanten (zu welchen sich kurz darauf noch ein dritter gesellt) wechseln sich ab. Die Elefanten machen sich am und im Wasser breit, trinken Wasser und betreiben ausgiebig Körperpflege, will heissen: schmeissen mit Schlamm nur so um sich. Als wäre dem nicht genug, entdeckt Ruth plötzlich im Hintergrund zwei oder drei Löwenmänner unter einem Baum, welche Siesta halten und die Sache aus der Distanz wohlwollend betrachten!!! Fast eine Stunde bleiben wir dort und schiessen aus allen Rohren – natürlich nicht allein, aber die Tiere lassen sich durch die sieben oder acht Fahrzeuge nicht weiter stören. Dann fahren wir weiter, den vorgesehenen Loop entlang, aber der Höhepunkt ist überschritten. Einige Giraffen noch, davon einmal sechs Stück in Reih und Glied (hätte eine sensationelle Flugaufnahme ergeben) und die überall vertretenen Springböcke und Zebras. Ein Kranich, der mit uns ein Wettrennen macht und dazu die ganze Strasse benötigt. Direkt vor der Einfahrt in Namutoni eine weitere, diesmal junge Giraffe. Giraffen haben wir heute sicher gegen hundert Stück gesehen! Nach einem letzten Pinkelhalt in Namutoni übernimmt Ruth, denn nach der langen Fahrerei bin ich doch etwas müde und meine Augen brennen. In knapp eineinhalb Stunden fahren wir bis Tsumeb, wo wir das Minen-Hotel im zweiten Anlauf finden, ein schönes Zimmer erhalten, duschen und zum Nachtessen im Garten sitzen können. Ich versuche noch, am Hotel-PC unsere E-Mails zu checken. Wäre zwar gratis, funktioniert aber leider nicht. So können wir uns auch nicht über den Ausgang des Abstimmungssonntags in der Heimat (10. IV-Revision) informieren.
Nach dem Nachtessen planen wir, zuerst draussen, dann im Zimmer, noch etwas die Weiterfahrt durch die Caprivi und halten einen unvergesslichen Tag im Tagebuch fest.
Montag, 28. September 2009 Wie üblich ist Ruth als erste wach, diesmal allerdings „erst“ um 06:30h, und weckt uns auch. So sind wir schon um 07:00h beim Frühstück und ca. eine Stunde später beim Einkaufen. Gegen 09:00h, ca. eine Stunde früher als budgetiert, fahren wir schon los Richtung Grootfontein. Der Hoba Meteorit ist schnell abgehakt: Ein Block von gut 50 Tonnen fast reines Eisen in einem Garten mit vielen Pflanzen, deren lateinische Namen fein säuberlich vorne beim Gebäude vermerkt sind. Trotzdem irgendwie eindrücklich, wenn man weiss, dass das Material vor 80'000 Jahren irgendwo aus dem Weltall kam und hier eingeschlagen hat. Der Stein soll laut Wikipedia zwischen 190 und 410 Millionen Jahre alt sein. Wir fahren weiter bis zu Roy’s Camp und biegen dort auf die Strasse Richtung Tsumkwe ab. Nach rund 70km passieren wir anstandslos das Vet Gate und biegen dann links in eine bucklige Sandpiste ein, welche uns nach 6km und geschätzten 20min (Durchschnittsgeschwindigkeit ca. 20km/h) zur Ju/Hoansi Community bringt.
Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten kümmert sich dann doch einer der Guides um uns und schickt uns zurück zum Campingplatz. Auf dem Weg dorthin kommt ein weiterer, nur in einen Lendenschurz gekleideter Mann gesprungen und hüpft hinten auf’s Auto auf. Er stellt sich später als Hendrik vor; er wird unser Guide und Uebersetzer sein.
Das Programm, für das wir uns entscheiden, zeigt einige Alltagsaktivitäten: Feuer machen mit Hilfe von zwei Holzstäben; Pfeile und Bogen herstellen, Schmuck anfertigen. Dabei muss man wissen, dass überall vom Ausgangsmaterial ausgegangen werden muss, d.h. Pflanzen und Tierhaare dienen als Ausgangsmaterial für Pfeilschäfte, Schnüre, Schmuckperlen, etc. Das Ganze dauert ca. 2 Stunden und wird mit einer Herzlichkeit und Natürlichkeit präsentiert, dass man schlichtweg vergisst, dass es nicht mehr das tägliche Leben der San ist, welches hier gezeigt wird. Natürlich dürfen wir auch selber probieren: Schmuckperlen auffädeln, Bogenschiessen. Nach der Präsentation führt uns Hendrik noch in den Shop, wo wir gerne das eine oder andere Souvenir kaufen – wissen wir doch jetzt, wo es entstanden ist und was für Arbeit dahintersteckt. Anschliessend zeigt uns Hendrik noch das heutige San-Dorf mit allen positiven und negativen Aspekten. Alkohol ist auch hier ein Thema: überall liegen zerbrochene Flaschen herum. Das Wasser kommt von einer Pumpe, welche mit Diesel angetrieben wird: Kein Diesel = kein Wasser. Auto haben sie keines: alles wird entweder von wohlwollenden Tourguides gebracht oder dann geholt = 6km zu Fuss bis zum Disease Gate und von dort per Autostopp nach Grootfontein.
Eine Grundschule hat das Dorf selber, aber die höheren Schulen sind in Tsumkwe. Das restliche Leben findet, da die San jetzt sesshaft sind, in den ehemaligen Winterhütten statt – also keine Rede von modernen Häuschen oder so. Alles in Allem ein Spagat zwischen Tradition und Moderne, der ihnen hoffentlich auf die Dauer gelingen wird! Ziemlich nachdenklich fahren wir die Holperstrecke zum Disease Gate zurück und wollen dann zu Roy’s Camp. Am Gate, wo wir vorher problemlos durchgewunken wurden, will der Officer nun plötzlich in den Kühlschrank schauen – und konfisziert die Sirloin Steaks zur späteren Vernichtung: Wir machen gute Miene zum bösen Spiel: Seinen Hefteinträgen entnehme ich, dass andere bis zu 20kg Fleisch hiergelassen haben!
Nachdem wir einen gewissen Abstand vom Gate haben, übernimmt Fabian und fährt uns zu Roy’s Camp. Eine urige Einrichtung, mit viel Liebe aufgebaut und unterhalten, erwartet uns. Campingplatz und gleich auch Nachtessen buchen, einrichten und direkt in den Sundowner, da es schon nach 16:00h ist.
Das Nachtessen findet im Hauptgebäude statt: Ein Buffet mit Reis, süssen Kartoffeln, Kudu-Gehacktem, Pouletflügeli und diversen Salaten, zum Desser Fruchtsalat mit Vanillesauce. Wieder mal viel zu viel gegessen.
Nach dem Essen sitzen wir noch etwas an unserem Tisch beim Licht des kürzlich erstandenen und inzwischen geflickten Lämpchens (war nur ein Wackelkontakt). Gegen 21:30h geht Ruth ins Zelt; Fabian und ich folgen. Schlafsack überflüssig: es ist heiss im Zelt!
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200903. Dez. 2009 · #50
Dienstag, 29. September 2009 Die drei südfrikanischen Offroad-Freaks auf den Plätzen neben uns sind Frühaufsteher: schon um 06:15h lassen sie ihre hochgezüchteten Motoren röhren, bevor sie den Platz verlassen. Machen wir halt Frühstück, – immer früher, wie Fabian jammert – packen und fahren los; schliesslich haben wir eine ziemliche Strecke bis Bagani vor uns. [foto: 18597] [foto: 18598] [foto: 18599] Nach eineinhalb Stunden sind wir in Rundu, wo wir einen Einkaufs-, Tank- und Geldbezugsstopp einschalten. Der Himmel ist weitherum bedeckt; es regnet; keine guten Aussichten für das N//Goabaca-Camping heute Abend. Auf der Weiterfahrt studieren wir an Alternativen. Obwohl es in Divundu nicht mehr regnet, bläst ein kräftiger Wind und der Himmel ist immer noch ziemlich bedeckt. So gehen wir erst mal ins staatliche Popa-Falls Camp, welches Hütten für vier Personen verspricht: Alles ausgebucht, nur noch Camping möglich.
Nächste Station Ngepi Camp. Auf einer Holperstrecke analog zu gestern fahren wir zum Okavango runter und kommen an ein Camp, welches den Vergleich mit Roy’s nicht zu scheuen braucht. Und siehe da: Ein Baumhaus direkt am Okavango wartet auf uns: Wir buchen gleich auch wieder das Nachtessen (für NAM$ 95.-) und einen 2 ½-stündigen Mokorotrip und Christopher, der Guide, der auch da ist, verspricht mir, dass ich nicht ins Wasser falle.
Das Baumhaus übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. Wir nehmen einen kleinen Lunch direkt am Wasser zu uns, dann flegeln sich Ruth und Fabian in die Hängematten. Und ich sitze mit Blick auf den Fluss vor meinem Netbook und schreibe Tagebuch… Sechs Stunden später: ich sitze wieder mit Blick auf den – nächtlichen – Fluss vor meinem Netbook; die Mokoro-Tour ist vorbei, das Nachtessen auch. Die Mokoro-Tour führte uns in einem grossen Bogen zuerst etwas flussaufwärts ans andere Ufer und dann ziemlich lange flussabwärts. Die Mokoros werden mit langen Stangen vorwärtsbewegt; die Männer, die diese Stangen betätigen, heissen Poler und verrichten harte Arbeit; teilweise stehend, zwischendurch auch sitzend. Am Anfang war es eine furchtbar wacklige Sache - vermutlich mit Absicht 🙄 - und ich hatte ein mulmiges Gefühl, aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt - im Gegensatz zu einer anderen Teilnehmerin, welche sich bis zum Schluss krampfhaft an den Bordwänden festhielt.
Auf dem Fluss musste man immer wieder Hippos ausweichen, die es dort in grosser Zahl hat. Zwischendurch machten wir einen Stopp auf einer Sandbank, um den Sundowner zu uns zu nehmen, und haben dabei eine neue Art von Sand kennengelernt: Quieksand (statt „Quick-Sand“). Er heisst so, weil er beim darübergehen quiekt. Etwas weiter flussabwärts wichen die Poler in einen Nebenarm aus, von wo aus wir durch die Büsche einen fantastischen Blick auf eine Gruppe von Hippos hatten und zwei jungen Bullen beim Kämpfen zusehen konnten. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Fuhrwerk vorbei, dessen Besitzer Schilf auflud. Dieses wird benutzt, um vor der Regenzeit die Hütten neu zu decken. Etwas weiter oben stand die gleiche Gruppe von jungen Fischern, welche uns schon auf dem Hinweg stolz ihren Fang präsentiert hatte. Der jetzige war noch grösser; gegen einen halben Meter lang. Das Nachtessen war ähnlich wie gestern, aber qualitativ etwas geringer; der Wein, wie so oft in Namibia, zu warm und die Oellampe auf dem Tisch hielt den Wind nicht lange aus.
Draussen zirpen die Grillen und die Frösche quaken, ein warmer Nachtwind weht. Vom Grunzen der Hippos, das wir vor dem Nachtessen direkt vor unserem Baumhaus vernommen haben, hört man nichts mehr, vielleicht schlafen sie ja.
Morgen früh wird uns die Sonne direkt ins Bettchen scheinen und uns aufwecken. Ich freue mich jetzt schon und habe die Kamera bereit. Gute Nacht!
Mittwoch, 30. September 2009 Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…
Nach einer besonderen Nacht mit Blick auf den Fluss und grunzenden Hippos überrascht uns der Morgen nicht mit dem angekündigten Sonnenaufgang, sondern mit einem Gewitter, welches um 05:00h loslegt und nicht mehr aufhören will. Begleitet wird das Gewitter von einem Regen, welcher sukzessive in einen Landregen übergeht – leicht, aber hartnäckig. Als es heller wird, präsentiert sich der Himmel grau in grau, soweit das Auge reicht; ein Gewitter folgt auf das andere; nicht so heftig, wie in Okaukuejo, aber mehr oder weniger permanent. Zum Glück haben wir gestern das Baumhaus gebucht und nicht das Zelt aufgeschlagen!
Gegen 08:00h stehen wir dann halt doch auf, packen unsere Siebensachen unter dem Schutz des Strohdaches zusammen und tragen dann die gepackten und in die Abfallsäcke eingewickelten Taschen und das restliche Material zum Auto, damit möglichst wenig nass wird, was auch ganz gut gelingt.
Bei der Reception stehen jede Menge Leute und warten auf bessere Zeiten. Wir nehmen ein kleines Frühstück zu uns, rechnen dann ab und fahren los, Richtung Bwabata-Nationalpark. Popa Falls lassen wir gleich bleiben; das Wetter lädt nicht wirklich zum Fotografieren ein.
Die 200km durch den Bwabata-Nationalpark verläuft die Strasse meist schnurgerade. Tiere sehen wir, wohl des Wetters wegen, kaum; Ausnahme ist einzig eine Gruppe von ca. 20 Elefanten, welche ca. 300m vor uns im Eiltempo die Strasse überqueren. Bis ich meine Kamera bereit habe, sind sie zwischen den Bäumen verschwunden.
In Kongola ist das Wetter nicht wirklich besser; man kann geradezu darauf warten, dass das Gewitter bis hierher gezogen ist. Wir verzichten auf’s Campieren und suchen uns eine Lodge mit festen Unterkünften. Am ehesten geeignet scheint uns da noch Namushasha mit einem Angebot von 21 Cabins zu laut Reiseführer vernünftigen Preisen.
Die Preise stellen sich dann als leicht über vernünftig heraus: Doppelcabin NAM$650 pro Person, Einzelcabin zusätzlich NAM$950. Die Frage, ob ein Cabin auch mit drei Personen belegt werden kann, wird bejaht, aber der Preis ist der gleiche!! So nehmen wir halt – aber nur für eine Nacht – zwei Cabins, verfrachten unsere Sachen inkl. Proviant und Kochutensilien dort hinein und Ruth gibt unsere Wäsche zum Waschen. Dann wird Fabian’s Cabin in ein Self-Catering umgewandelt und wir nehmen ein kleines Mittagessen zu uns. Inzwischen sind Gewitter und Landregen auch hier angelangt…
Kurz nach 15:00h gehen wir in’s Hauptgebäude; Ruth hat herausbekommen, dass Internet zur Verfügung steht und das erst noch gratis. Auf genauere Nachfrage handelt es sich um den PC der Receptionistin; die Verbindung läuft über Satellitentelefon, ist also nicht allzu schnell.
Das Programm heisst also im Moment „Zeit totschlagen“: Tagebuch schreiben, eine Schlechtwetter-Unterkunft für die folgende Nacht suchen, Reiseführer Botswana studieren und endlich mit den zwei am Flughafen München gekauften Sudoku-Heften anfangen.
Später hört zumindest der Regen auf und wir machen einen Rundgang durch die Anlage. Die Campsites sind mittelprächtig, will heissen, den Preis nicht wert. Also werden wir morgen unsere Zelte definitiv an einem anderen Ort aufschlagen: im wahren oder im übertragenen Sinn des Wortes.
Gegen 18:00h nehmen wir den obligaten Sundowner, diesmal halt ohne Sonne. Dann macht Ruth auf dem Gasgrill Wienerschnitzel mit Bratkartoffeln. Gegen 20:00h verziehen wir uns in die Häuser, duschen (die wenigstens ist wirklich angenehm) und lesen noch ein bisschen. Fotografiert und gefilmt haben wir heute rein nix; auch kein Wunder, bei dem Wetter!
Donnerstag, 1. Oktober 2009 Es hat die ganze Nacht nicht geregnet. Ruth hört um 06:00h ein Hippo grunzen und macht sich auf die Suche: erfolglos, aber sie sieht, dass die Sonne aufgeht = wolkenloser Himmel.
Gegen 07:30h wecken wir Fabian und gehen frühstücken. Anschliessend fragt Ruth nach der Wäsche; diese ist zwar fertig, aber noch nicht trocken. Wir sollen in 10min wieder kommen. Also packen wir unsere Siebensachen ins Auto und Ruth geht noch einmal zur Reception.
Die Wäsche ist da, aber zum grossen Teil nicht trocken und nicht gebügelt, teilweise auch nicht ganz sauber. Die Receptionistin erklärt, sie dürfe dafür nichts verlangen. Wird dankend angenommen; die Rechnung ist auch so etwas über NAM$ 2000, obwohl das Etablissement unseres Erachtens diese Preise nicht rechtfertigt.
Was trocken ist, wird versorgt, die fast trockene Ware breiten wir im Auto aus, der Rest gammelt vorläufig in einem Abfallsack vor sich hin. Wir fahren los, Richtung Mudumu Nationalpark. Beim Eingang verweist ein Schild auf die Nakatwa-Rangerstation, bei welcher das Permit erhältlich sei, aber direkt daneben führt ein Weg zur Ngenda-Station. Wir probieren’s erst mal dort, erhalten aber die freundliche Auskunft, dass wir noch etwas weiter die Hauptstrasse entlang bis zur Nakatwa-Station fahren müssen.
Dort erhalten wir dann das Permit und der Ranger freut sich, in Fabian einen Namensvetter zu finden (und umgekehrt). Er erklärt uns auf dem Plan ganz genau, wo wir durchfahren sollen/dürfen, und wir fahren los. Ziemlich holprige Feldwege, teilweise tiefsandige Strecken, die meine ganze Aufmerksamkeit erfordern. Passe ich mal nur einen Moment lang nicht auf, haut’s uns bestimmt genau dann in ein Loch.
An Tieren sehen wir nicht allzu viele: Impalas, Warzenschweine, eine kleine Elefantengruppe und einen Eisvogel. Der Streckenplan, den wir erhalten haben, ist auch nicht sehr exakt, aber immerhin schaffen wir es, irgendwann bei der Lianshulu-Lodge anzukommen (Deluxe, mit Spa/Wellness!) und dort eine Pinkelpause einzulegen. Anschliessend suchen wir den Hippo Pool und finden auch so etwas, aber kein Hippo. Die Weiterfahrt bringt uns wieder zur Ngepi-Station und von dort auf die Strasse zurück. Da der Mittag inzwischen vorbei ist und doch wieder dickere Wolken aufziehen, beschliessen wir, nordwärts zurück auf die geteerte Hauptstrasse und von dort direkt nach Katima Mulilo zu fahren. Dort im Information Center wollen wir uns nach der einen oder anderen im Reiseführer beschriebenen Unterkunft erkundigen. Vor allem über Kalizo Lodge & Camp sind die Aussagen von Iwanowski und Reise Know-How sehr widersprüchlich.
Die Info in Katima Mulilo finden wir mehr per Zufall: sie ist (seit drei Jahren) nicht mehr an dem Ort, an welchem sie der Reise Know-How angibt. Wir erhalten auch die gewünschte Auskunft über die Lodge, können aber nicht vorreservieren, da das Telefonnetz streikt. Aber die Dame in der Info meint, es sei kein Problem und sonst sei eine zweite Lodge direkt daneben.
Anschliessend schauen wir uns im Katima Craft Center um. Die angebotenen Körbe und Schnitzereien sind ausgesprochen schön, aber zumeist leider viel zu gross, um sie mit nach Hause zu nehmen. Und verschickt wird höchstens nach Namibia; Europa ist denen viel zu weit. Das war vor 14 Jahren mit dem Didgeridoo in Australien wesentlich einfacher! Nun gut: wir haben ja schon von der Südafrika-Reise 2002 diverse schöne Souvenirs zuhause. So beschränken wir uns auf ein Mitbringsel für Margrit, welche daheim unser Haus hütet.
Nach einer guten halben Stunde – davon die letzten 5km über die übliche Holperpiste – finden wir unser Ziel und stehen vor einer erneut gemütlichen Lodge, diesmal direkt am Sambesi. Die Self-Catering Cabin mit Blick auf den Fluss ist für NAM$200 pro Person und Nacht zu haben – also nichts von Luxus-Lodge, wie Reise Know-How behauptet! Die ganze Anlage ist mit viel Liebe aufgebaut: viel Holzschnitzereien, jedes Haus hat einen originellen Namen, der Pool ist sauber und warm. Die Lodge wird, wie wir später feststellen, vor allem von Fischern und Jägern frequentiert.
Wir laden aus, Ruth hängt die Wäsche an die kurzfristig wiedergekehrte Sonne und wir setzen uns auf die Terrasse vor unserem Haus, schauen auf den Sambesi, schreiben Tagebuch, lesen und lassen’s uns gutgehen.Ab 17:30h gibt’s Sundowner, obwohl man die Sonne hinter den Wolken nicht sieht. Aber wenigstens regnet es nicht und es ist schön warm. Später macht Ruth den Rest der Riesen-Wienerschnitzel von gestern, zur Abwechslung mit Reis. Nach dem Nachtessen gehen wir noch zur Bar; Ruth liest und Fabian und ich spielen eine Partie Pool.
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200906. Dez. 2009 · #52
Danke Olli Bö für's Feedback. Botswana muss noch warten; erst geht's mal noch an die Viktoriafälle: Freitag, 2. Oktober 2009 Der Morgen lässt sich anständig an und wir frühstücken zur mittlerweile schon gewohnten Zeit, packen und checken aus. Die Chefin erklärt uns gleich noch detailliert den Weg zur Kubu Lodge und zum Amadeus Garden; sie scheint das alles zu kennen.
Die Fahrt südwärts verläuft ereignislos; nach rund einer Stunde sind wir an der Grenze bei Ngoma, wo unser Auto erst mal durch ein Desinfektionsbad rollen muss. Dann das übliche Prozedere mit viel Papier und viel Stempeln und einer Gebühr dafür, dass wir mit unserem Auto die botswanischen Strassen abnützen. Goodbye Namibia!
Kurz nach der Grenze folgt der Eintritt in den Chobe Nationalpark. Das Ngoma Gate ist offen, daneben eine Tafel, die Gebühren für den Park seien beim Gate zu bezahlen. Da niemand etwas von uns will, fahren wir durch. Ein paar hundert Meter weiter – ich bin mit ewas mehr als den erlaubten 80kmh einem vorausfahrenden Wagen gefolgt, der gute 100kmh drauf hat – stoppt uns eine Polizeistreife. Der Polizist zeigt mir die Radarpistole, welche sagenhafte 89kmh anzeigt und fragt mich, warum ich über diese Strasse „fliege“, wo es doch so viele Tiere hat; ob ich die umbringen wolle. Meine Erwiderung, ich sei wohl etwas gedankenlos dem vorderen Auto gefolgt (welches die Streife anstandslos durchfahren liess!) hat offenbar etwas für sich; er ermahnt mich noch ein wenig, und lässt mich dann ziehen.
Die Fahrt durch den Chobe verläuft ziemlich ereignislos; wir sehen ein paar Paviane, Elefanten und nicht näher bestimmbare Antilopen. Beim Sedudu Gate halten wir an und gehen ins Office. Draussen - von Kasane herkommend - stehen zwei Fahrzeuge, die Fahrer sind drinnen im Office lautstark am reklamieren, weil sie eine Eintrittsgebühr zahlen sollen, obwohl sie doch nur durchfahren wollen und man ihnen in Kasane gesagt hat, das koste nichts. Aber alles zetern und reklamieren hilft nichts; der Beamte ist unerbittlich.
Während die beiden noch lauthals schimpfen, wendet sich der Beamte uns zu, schaut kurz in unsere Papiere - und winkt uns ohne weitere Umstände und vor allem Kosten durch!!
In Kasane fahren wir erst mal zur Bank. Ruth und Fabian gehen rein, ich warte draussen beim Auto; zuerst drin, dann wird es mir aber zu heiss und ich steige aus und stelle mich in den Schatten. Nach rund einer Stunde kommen Ruth und Fabian zurück: sie waren erfolgreich und haben unsere ganzen übrigen Namibia-Dollar in US$300 und ca. 900 Pula gewechselt. Nach dem Kurs habe ich nicht weiter gefragt.
Kleineinkauf im Spar, dann weiter zur Kubu Lodge, wo Bwana’s Buchung bestätigt und uns Campingplatz Nr. 2 zugewiesen wird. Anschliessend reservieren wir gleich noch für’s Nachtessen, weil wir nach der Sundowner-Cruise nicht noch kochen wollen. Es folgt das übliche Prozedere, ausser dass wir die Zelte nicht aufstellen, weil wir für die Fahrt zur Sundowner-Cruise evtl. unser Auto nehmen müssen.
Gegen 15:00h fahren wir zur Reception, wo wir aber unseren Wagen dann doch stehen lassen können, weil im Bus genug Platz ist. Mit uns wartet eine Dame um die siebzig, wenn nicht noch älter, welche sich im Verlauf des Abends als die alleinreisende Vanessa aus Geelong (Australien) entpuppt. Hinzu kommt noch ein junges deutsches Paar, welches uns schon früher begegnet ist und eine ziemlich blasierte „Daigg“-Baslerin mit Schwester, Freundin und Schwager.
Auf dem Boot empfängt uns ein junger Guide, der ganz offensichtlich vor kurzem ein Kommunikationsseminar besucht hat. Er spricht die Passagiere so oft wie möglich beim Namen an, holt Schweigsame aus der Reserve, wiederholt unsere Fragen bis zu dem Punkt, ab welchem er sie nicht mehr verstanden hat und stellt seinerseits immer wieder Fragen, entweder zu den Tieren der Umgebung oder zu unserem Background. Dies alles sehr freundlich und zuvorkommend. Daneben erklärt er das, was es zu sehen und hören gibt, auf eine sehr engagierte Weise. Tiere sehen wir natürlich auch: Krokodile, Wasserbüffel, diverse Vögel, davon einen vom Aussterben bedrohten Bodenbrüter, deren Namen ich mir nur kurz merken konnte, Warzenschweine, Hippos zu Wasser und zu Land resp. im Uebergang von Land zu Wasser und jede Menge Elefanten, welche von Botswana herkommend die Sedudu-Insel und die Kanäle vorher und nachher überqueren, um anschliessend im Chobe Nationalpark zu verschwinden. Atemberaubend! Als die Sonne untergeht, sind wir am Anlegesteg zurück; das ziemlich grosszügige Trinkgeld hat sich unser Guide redlich verdient. Im Camp stellen wir noch das Zelt auf, ziehen uns um und gehen zum Nachtessen in die Lodge. Dieses findet auf der Terrasse über dem Chobe statt. Vanessa sitzt ganz allein an einem Tisch; sie zu uns zu bitten, verpassen wir dummerweise und dann wird es zu kompliziert. Als Kompensation bietet ihr Ruth ein Glas unseres wirklich guten Rotweines an, woraufhin sie sich mit ihrer Email-Adresse revanchiert und uns bittet, sie doch aufzusuchen, wenn wir wieder mal in Down Under sind.
Zurück beim Camping beginnt es bald einmal zu regnen, so dass wir uns ins Zelt zurückziehen. Der Regen hält bis weit nach Mitternacht an; ab und zu hört man auch ein entferntes Donnern. Trotzdem ist es schwülwarm, so dass auch Ruth erst gegen Morgen in den Schlafsack kriecht.
Samstag, 3. Oktober 2009 Schon um 06:00h wird ringsum fieberhaft abgeräumt. Da es zu regnen aufgehört hat, versuchen wir erst mal, die Wasserlachen vom Zeltdach zu kriegen, was uns auch recht gut gelingt. Innen ist es zum Glück trocken geblieben.
Auf ein einmal mehr ziemlich frühes Frühstück folgt die übliche Packerei, diesmal mit den Taschen vorne und ohne Abfallsack-Umhüllung: Ziel ist das Amadeus Garden in Vic Falls und das soll komplett auf Asphalt erreichbar sein.
Schnell sind wir bei der Grenze und absolvieren auf botswanischer Seite den üblichen Papierkrieg. Immerhin haben sie hier sogar schon Durchschlagspapier! Dann geht’s zur Einreise nach Zimbabwe. Was nun folgt, ist Afrika pur, sprich: eine Kombination aller bisherigen Erlebnisse, ergänzt durch einen Abriss erster Güte:
1. Immigration Forms, die man zuerst am Schalter abholen, dann mit dem eigenen Kugelschreiber ausfüllen und zuletzt beim gleichen Beamten wieder abgeben muss.
2. US$30 pro Person für die Visa. Dafür bekommt man ein schönes Papierchen in den Pass geklebt und dieses wird so gestempelt, dass zwei Seiten des Passes belegt sind
3. Am Zoll bezahlt man eine Importtaxe für den Wagen von US$25. Dazu wird ein komplett handgeneriertes Formular mit Durchschlag ausgefüllt – „Fresszettel“ sagt man dem bei uns.
4. Versicherung für den Wagen bei einem Mann vor dem Zollschalter: US$40 pro Tag. Auch hier wieder zwei Formulare, welche er ausfüllt; das Geld händigt er dann dem Zollbeamten aus.
5. Mit dem Versicherungsagenten geht’s hinaus vor’s Tor, wo ein weiterer Zollbeamter ein weiteres Formular mit den immer wieder gleichen Angaben ausfüllen muss. Waren die anderen wenigstens drinnen vor dem Regen geschützt, macht er seinen Job auf einer nur mässig überdachten Rampe, Wind und Wetter ausgesetzt.
6. Bleibt uns, wohl weil es inzwischen wieder regnet, erspart: Kontrolle des Fahrzeuginhaltes
7. Vorfahren bis zum Gate, wo die Papiere noch einmal genau geprüft werden. Dann winkt der Wächter uns durch. Nach ca. einer Stunde sind wir um US$235 ärmer und in Zimbabwe angelangt.
Die Fahrt bis Vic Falls verläuft einmal mehr praktisch schnurgerade, diesmal durch relativ lichtes Waldgebiet. Immer wieder fängt es mehr oder weniger leicht zu regnen an und hört dann wieder auf. Die Information der Kalizo-Inhaberin stimmt, wie schon bei der Kubu Lodge, ganz genau: nach dem vierten Bump stehen wir vor dem Amadeus Garden und werden hereingebeten.
Einmal mehr sind wir viel zu früh, weshalb uns erst mal etwas zu trinken angeboten wird. Dann begrüsst und informiert uns eine Angestellte namens Christine sehr freundlich, umfassend und kompetent zu allem, was uns betrifft und interessiert und bucht auf unseren Wunsch auch gleich das Nachtessen in einem Lokal namens „The Boma“.
Nachdem unsere Zimmer freigegeben sind, richten wir uns ein und legen uns dann gemütlich an den Pool. Gegen 15:00h gehen wir zu Fuss in die Stadt. Der Spar hat schon geschlossen, auch die anderen Geschäfte sind am schliessen: Samstagnachmittag! Als wir nach dem Markt suchen, bietet uns eine mit Uniform und gelber Weste als Tourism Police gekennzeichnete junge Dame ihre Hilfe an, und führt uns auf unseren Wunsch zuerst zum Markt. Obwohl dieser wirklich etwas bietet, nehmen wir uns zusammen und kaufen nichts. Die Dinge, die uns gefallen, sind entweder zu teuer, oder zu gross, oder beides. Oder dann fallen sie unter das Artenschutzabkommen. Als wir durch sind, sieht Ruth noch ein Souvenirgeschäft, welches Kunstgegenstände aus einer Blindenwerkstätte verkauft und ersteht dort zwei Wandbehänge.
Weiter vorne wartet wieder unsere Touristenpolizistin und bringt uns zum Eingang des Mosi oa Tunya Parkes. Zwischendurch kaufen wir ihr für US$5 (Trinkgeld inbegriffen) ein paar Billiönchen Zimbabwe-Dollars ab – für die Kollektion von Fabian’s Freund Daniel.
Beim Gate informieren wir uns über Preise und Möglichkeiten und sehen u.A., dass man auch in Rand oder Pula bezahlen kann. Da es für heute schon etwas zu spät ist, spazieren wir gemütlich zum Victoria Falls Hotel. Auf dem Weg dorthin begegnen wir ein paar zahmen Warzenschweinen; zudem könnten wir jede Menge Souvenirs kaufen - allerdings immer wieder die gleichen - und hier in Zimbabwe ganz speziell: Euromünzen 1:1 in US-Dollar umtauschen, was bei den aktuellen Wechselkursen durchaus ein Geschäft wäre. Aber erstens haben wir nicht soviele 1$-Noten bei uns und zweitens würde wohl schnell mal der Platz knapp bei den vielen Euromünzen 🤨 Im Victoria Falls Hotel nehmen ganz gepflegt den High Tea, bewundern die Aussicht auf die Brücke nach Sambia, wo Bungee-Jumpen angeboten wird und schauen uns anschliessend die Skulpturen-Ausstellung im Garten an. Auch hier wieder: Gefällt zwar, aber zu teuer und für einen Transport in die Schweiz wohl auch zu gross und schwer. Etwas wundern wir uns über die Schweizer Mailadresse im Prospekt und auf der Visitenkarte, aber da niemand sich zuständig fühlt, bleibt auch diese Frage offen. Anschliessend geht’s, immer noch zu Fuss, zurück zum Amadeus Garden, wo wir den Rest des Nachmittags mit LTF (Lesen, Tagebuch schreiben, Fotos auf Netbook spitzen) verbringen. Gegen 19:00h fahren wir frisch geduscht los zu unserem Nachtessen. Obwohl The Boma nur wenige Meter vom Amadeus Garden entfernt ist, müssen wir einen riesigen Umweg fahren: Der direkte Weg dorthin ist gesperrt und zu Fuss darf man nachts nicht durch, weil es wilde Tiere hat. Wohl auch besser so: schliesslich wollen wir nicht gefressen werden, sondern selber 😈
The Boma ist ein riesiges Gebäude afrikanischer Bauart: Strohdach auf Pfosten. Der Wächter auf dem Parkplatz stolziert als Häuptling umher, beim Empfang gibt es erst mal einen afrikanischen Umhang.Drinnen hat es jede Menge Djembes und Masken die Wände entlang. Im Raum stehen Potjies aller Grössen, vom Salz- und Pfefferstreuer bis zum riesigen Topf.
Jonathan, unser Kellner, empfängt uns mit einem Schluck Zulu-Bier und einem echt afrikanischen Apero (kleine, ungemein schmackhafte Erdnüsschen, Süsskartoffeln und Scheiben von Maiskolben). Dann folgt ein Krokodil als Vorspeise und anschliessend geht’s an’s Buffet: Warzenschwein, Eland, Potjie, Mopane-Würmer, aber auch so profane Sachen wie ein ganzes Lamm am Spiess, Salate und Desserts wie Caramel-Flan und Schoggimousse.
Dazwischen singt eine afrikanische Boygroup, welche später als Djembe-Gruppe zurückkommt, allen Gästen Djembes verteilt und einen ca. halbstündigen Crashkurs durchführt. Ein Zeichenkünstler malt den Leuten Tiere und Tierspuren ins Gesicht, ein Wahrsager („traditional Fortune-Teller“) gibt in einem Zelt am Eingang seine Weisheiten zum Besten, Schnitzereien gehobeneren Standards können gekauft werden. Das Ganze inkl. Wein kostet uns US$ 145 und ziemliche Geduld beim Bezahlen: mit unserer Kreditkarte haben sie ziemlich Mühe. Die Belastung später stimmt aber dann genau.
Schade, haben wir keinen Fotoapparat mitgenommen; nur die Malereien in unseren Gesichtern lichten wir vor dem Zubettgehen resp. vor der Vernichtung noch ab. Andere Gäste tragen sie auch zwei Tage nach dem Besuch des Boma noch stolz vor sich her; ich weiss ja nicht, was die Bettwäsche dazu sagt!
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200912. Dez. 2009 · #53
Und weiter geht's; wird langsam knapp, wenn ich vor Weihnachten fertig werden will 🙁
Sonntag, 4. Oktober 2009 / Vic Falls Es regnet die ganze Nacht immer wieder, teilweise sogar ziemlich stark. Erst gegen Morgen lässt der Regen nach und als die ersten Gäste am Frühstückstisch Platz nehmen, guckt zeitweise sogar die Sonne etwas durch die Wolken.
Nach dem Frühstück hat sich das Wetter soweit gebessert, dass wir spontan den Heliflug für Fabian und mich buchen; Ruth verzichtet: sie befürchtet, ihr werde schlecht. Christine ruft an und gibt uns Bescheid, dass wir um 10:00h abgeholt und anschliessend an den Flug direkt zum Parkeingang gebracht werden. Der Heliflug ist zwar teuer aber trotz der relativ ungünstigen Sitze phänomenal und absolut ruhig. Leider scheint die Sonne nicht so kräftig, dass man Regenbogen sehen könnte und Wasser haben die Fälle auch nicht so viel, wie auf Videos oder Fotos gezeigt werden, aber ein Erlebnis ist es trotzdem – ich habe erst im Nachhinein bewusst realisiert, dass dies ja der erste Heliflug meines Lebens überhaupt war! Anschliessend werden wir zum Parkeingang gefahren, entrichten den Eintritt und werde zwei Stunde lang immer wieder geduscht. Auch vom Boden aus: beeindruckend: Ein Spot ist interessanter, als der andere. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mir schon seit unserer Kenia-Reise 1985 gewünscht habe, einmal die Viktoriafälle zu besuchen - und jetzt, 24 Jahre später, stehe ich da 🙂 😄 🤩 Zwischen zwei Spots besuchen wir noch Herrn Livingstone; auch für ein paar interessante Vögel hat’s noch Platz auf der Speicherkarte. Vom unteren Ende des Parks aus sieht man auf die Brücke hinüber wo Bungee-Jumper am Werk sind; leider nur, solange wir vom Park aus zuschauen. Ausgang hat’s dort keinen; wir müssen zurück zum Eingang und die Strasse entlang. Aber als wir ca. eine halbe Stunde später dort sind, haben die Bungee-Jumper Mittagspause. Dafür sind ein paar Jungs da, die uns ihre CD verkaufen wollen. Dazu müssen wir in ein Restaurant beim namibischen Brückenkopf, wo sie uns die CD auf einem Fernseher abspielen. Aber leider reisst uns die Musik nicht gerade vom Hocker, so dass wir dankend verzichten und uns auf den Rückweg machen.
Da inzwischen doch mehrheitlich die Sonne scheint und es wärmer wird, hat Ruth Erbarmen mit mir und wir nehmen uns für den Rückweg ein Taxi. Im Amadeus Garden sind schon alle anderen Dachzelte zum Trocknen aufgeklappt; etwas das wir auch gleich machen werden. Zugleich sehen wir das erste Mal in diesen Ferien den gleichen Zelttyp auf anderen Autos: es gibt sie also doch!
Im Zimmer erwartet uns eine Nachricht von Matthias und Sabine, den beiden Oesterreichern, welche wir via Namibia-Forum eingeladen haben, unsere Campsites in Chobe und Moremi zu teilen und die wir eigentlich Morgen beim Spar in Kasane treffen wollten. Sie haben auch hier eingecheckt und möchten mit uns irgendwo essen gehen, wo man mit Kreditkarte zahlen kann. Also lassen wir nach kurzer Diskussion die lunaren Wasserfälle sausen und Christine reserviert für alle fünf im à la Carte-Restaurant der Victoria Safari Lodge im gleichen Komplex wie das Boma. Zelte aufgeklappt, Badehose angezogen, LFT am Pool und warten auf unsere zwei Oesterreicher, welche gegen sechs zurück sein wollen.
Etwas nach fünf sind sie dann tatsächlich auch da und wir plaudern sofort angeregt, bis wir auf die Idee kommen, mal zu duschen und dann vor dem Nachtessen einen Sundowner zu nehmen. Gesagt, getan, auch wenn die Dusche mangels warmen Wassers (der Strom ist schon am Morgen ausgefallen, es muss zuerst extra der Generator angeworfen werden) zumindest bei Ruth und mir relativ kurz ausfällt. Den Sundowner müssen wir auch in die Safari Lodge verschieben, ist doch bei uns schon alles zu und das ganze Personal ausgeflogen.
Fahrt zur Lodge in unserem Wagen, Zambezi-Bier (wirklich gut!) und Savannah auf der Terrasse, am Wasserloch Elefanten. Dann ein First-Class-Menu, für welches uns auch die Zeit gelassen wird – das erste Mal im südlichen Afrika. Das Ganze kostet, zwei Flaschen guten Pinotage inbegriffen, um die US$250 für alle fünf zusammen. Auch für unsere Verhältnisse nicht billig, aber doch kein Vergleich zu europäischen Preisen. Nur: etwas dekadent kommen wir uns schon vor: Wir sitzen in einem der inzwischen ärmsten Länder Afrikas und lassen es uns an den gefüllten Töpfen wohlergehen 🤨
Uebrigens: die Wolken haben sich komplett verzogen und der Manager der Safari Lodge meint, es bleibt für die nächsten Tage so. Schade zwar, um den lunaren Regenbogen, aber der Abend mit Matthias und Sabine war uns einfach wichtiger.
Montag, 5. Oktober 2009 / Vic Falls - Chobe Riverfront Ruth ist wieder um fünf Uhr wach und stellt einen klaren, blauen Himmel fest. Gegen sieben komme ich auch in die Gänge und Fabian muss geweckt werden. Tagebuch fertig schreiben, elektrische Geräte laden, was noch geht, packen, Frühstück, abrechnen, Autos beladen und los, diesmal mit Matthias und Sabine im Konvoi, wenn man bei zwei Fahrzeugen schon davon sprechen kann.
Die Abfertigung am Zoll geht zügig von statten, vor allem die Ausfahrt aus Zimbabwe; der Beamte kennt uns sogar noch und ruft: „Switzerland, Eggenschwiler“, als wir reinkommen. In Kasane gehen wir erst zur Bank und heben etwas Geld ab; Ruth geht derweil zur Post, kauft Marken und gibt die geschriebenen Karten auf.
Dann kaufen wir alle miteinander in Spar und Bottleshop ein. Fabian versucht, die Gasflasche nachfüllen zu lassen; das will aber hier niemand können. Nun gut: Matthias und Sabine haben zwei Flaschen; hoffentlich reicht’s bis Maun. Im Tourist Office versucht Matthias vergeblich seine Xakanaxa-Buchung um einen Tag vorzuverschieben und uns darin aufzunehmen. Er muss es am Sedudu-Gate noch einmal probieren.
Tanken ist die letzte Tätigkeit in Kasane – kann sogar mit Kreditkarte bezahlt werden – und dann geht’s zum Gate. Dort kann der Ranger uns zumindest in die Campsite mit aufnehmen, aber für die Verschiebung muss der Ranger in der Ihaha-Campsite morgen noch einmal irgendwo anrufen.
Einmal im Chobe suchen wir relativ schnell die Riverfront und fahren dort gemächlich westwärts Richtung Ihaha. Und der Chobe macht seinem Namen als Elefantenparadies alle Ehre: so gegen 400 Elefanten werden es schon sein, die wir bis zur Ankunft in Ihaha passieren, davon eine Riesenherde von geschätzten 200 Tieren an einem Haufen. Impalas, Zebras, Büffel, Rhinos, verschiedene Vögel – der Nachmittag wird uns nicht langweilig und so kommen wir um einiges später nach Ihaha, als geplant, umso mehr, als wir in Serondela noch eine Mittagsrast/Sandwichpause eingelegt haben. Für eine Abendpirsch ist die Zeit schon zu weit fortgeschritten, also richten wir uns definitiv ein, duschen, nehmen den Apéro und machen uns dann ans Nachtessen. Dabei wundern wir uns über die Feuer auf der namibischen Seite: Absicht oder Nachlässigkeit? Nach dem Nachtessen bleiben wir nicht mehr lange sitzen; zum einen hat es jede Menge Mücken und fliegende Ameisen, zum anderen wollen wir morgen früh auf.
In der Nacht hört man tonnenweise Frösche, ab und zu träumt einer der Paviane im Baum über uns etwas laut und gegen fünf Uhr morgens stöbert ein einsamer Büffel um unsere Autos. Elefanten kommen keine in die Nähe, Paviane und Diebe lassen uns auch in Ruhe.
Ach ja: einen weiteren, wunderschönen Sonnenunter- und Mondaufgang durften wir miterleben!
Nenette1'309 Beiträge · seit 200913. Dez. 2009 · #54
Hallo Thomas,
ich hatte schon befürchtet, dass du vor lauter Plätzchenbacken nicht mehr zum Schreiben kommst. 😛 Nachdem ich den heutigen Abend mit Pralinenformen verbracht habe, war Deine Fortsetzung genau das richtige zum Chillen.
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200913. Dez. 2009 · #55
Nenette schrieb:
ich hatte schon befürchtet, dass du vor lauter Plätzchenbacken nicht mehr zum Schreiben kommst.
Hallo Nenette die Plätzchen sind noch nicht; ich habe eben erst die Förmchen erhalten. Aber Arbeit, Singen (ich singe in einem Carol Choir), etwas Sport und dann noch eine Grippe haben auch etwas Zeit in Anspruch genommen. Zudem ist für die Plätzchen eher mein Sohn zuständig, und der ist momentan im Militär (Rekrutenschule heisst das bei uns).
Aber keine Sorge: ich mache weiter, so gut es geht!
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200918. Dez. 2009 · #56
Für einen oder vielleicht auch zwei reicht's noch, aber dann muss ich mich wirklich an die Weihnachtsvorbereitungen machen 😉
Dienstag, 6. Oktober 2009 / Ihaha Um halb sechs und damit sogar kurz vor den Pavianen sind wir auf, packen das Nötigste zusammen und fahren kurz nach sechs los. Der Rauch auf der namibischen Seite ist ziemlich verschwunden; gegen Abend wird man aber wieder mehr Feuer sehen, also scheint es doch so etwas wie Brandrodung zu sein. Zuerst fahren wir den Chobe entlang ostwärts; da die vielen Tiere von gestern aber mit Ausnahme eines Adlers (genauere Zuordnung bisher nicht möglich) alle verschwunden sind, machen wir einen Abstecher zur „Hauptstrasse“ und fahren dort zur Puka Flat, wo wir während rund zwei Stunden ganz hinaus und dann über die bisher lausigste Strasse (zwei Fahrspuren durch hohes Gras) wieder zurückfahren. Die Ausbeute ist gering, vor allem sind die zahlreichen Elefanten komplett verschwunden! Aber immerhin bekommen wir einen Senegalkiebitz, einige Ellipsen-Wasserböcke und einen Anhinga oder Schlangenhalsvogel beim Trocknen der Flügel vor die Linse. Wer jetzt glaubt, ich habe diese Tiere schon vorher gekannt, täuscht sich gewaltig: Erst gefallen sie dir, dann fotografierst du sie. Viel später, beim Sichten der Bilder, hast du eventuell Internet oder ein Tierbuch zur Hand und bestimmst die Gattung mit viel Eifer und noch mehr Glück!
Auf dem Rückweg zum Camping laufen uns die Elefanten buchstäblich über den Weg; später stören wir noch zwei Löwinnen beim morgendlichen Schönheitsschlaf und kurz vor dem Camp stehen auch noch ein paar Büffel am Weg. Gegen zehn sind wir zurück auf der Campsite. Der Anruf des Rangers bringt uns wieder ein kleines Stück weiter: Die Verschiebung sollte klappen, aber wir müssen morgen von Savuti aus noch einmal anrufen. Abwaschen, Frühstück und dann relaxen bis am frühen Nachmittag ist angesagt; dann wollen wir früh essen (Mittag- und Abendessen kombiniert), damit wir gegen vier noch einmal losfahren können.
Am Nachmittag fahren wir etwas mehr west- resp. südwärts, Richtung Durchgangsstrasse und dann in einem grossen Bogen gegen Osten und Norden wieder an den Chobe River hinunter. Die Ausbeute ist, nebst ein paar Vögeln, zu deren Bestimmung ich wohl noch Hilfe brauchen werde, doch eher speziell. Als erstes liegt direkt neben der Strasse ein toter Leopard. Zum Fotografieren haben wir die Scheibe heruntergedreht, sie aber nachher schnell wieder geschlossen 🤢 Ein paar hundert Meter weiter steht eine Elefantenmutter mit Nachwuchs direkt neben der Strasse und beobachtet uns argwöhnisch. Als ich zügig wieder losfahre, macht sie einen kurzen Ausfall in unserer Richtung, den Ruth im Vorbeifahren auf’s Bild bannt. Das zweite Fahrzeug mit Matthias und Sabine, die etwas weiter hinten ebenfalls angehalten haben, beachtet sie nicht weiter, bis auch sie zügig vorbeifahren; es folgt ein zweiter Ausfall in Richtung des Autos. Aber offenbar haben wir die Lage richtig eingeschätzt; auf eine Verfolgung verzichtet sie. Auf dem Rückweg sehen wir ein paar Giraffen, und unten am Wasser wieder einige grössere und kleinere Elefanten. Allerdings ist Sabine vom Ereignis vorher ziemlich eingeschüchtert und will - zumindest im Moment - nicht mehr allzu nahe an die grauen Riesen. Und dann natürlich die üblichen Täter wie Kudus, Zebras, Impalas, Affen, Warzenschweine, Vögel, etc.
Bei der Rückkehr ins Camp melden wir den Leoparden und der Ranger sagt, er werde ihn holen. Dann verziehen wir uns schon bald ins Zelt; denn am anderen Morgen wollen wir weiter Richtung Savuti.
Mittwoch, 7. Oktober 2009 / Ihaha - Savuti Ohne Frühstück fahren wir los, Richtung Ngoma Gate, vorbei an ein paar schönen Baobabs im Morgenlicht. Beim Gate verlassen wir den Chobe für eine Weile und fahren südwärts Richtung Savuti. Bis in die Gegend um Kachikau ist die Strasse auf der ganzen Länge in verschiedenen Phasen des Ausbaus aber nirgends so richtig fertig und gebaut wird eigentlich auch nirgends. Die Fortsetzung wird je länger je mehr zur ziemlich schmalen, holprigen Sandpiste. Etwas nach neun Uhr sind wir am Ghoha Gate, nehmen dort ein fliegendes Frühstück und fahren wieder in den Chobe hinein. Begrüsst werden wir von einer Schildkröte und zwei Straussen. Die Fahrt zur Campsite wird zum ersten Gamedrive in Savuti. Allerdings sind die meisten Wasserlöcher ersten sumpfig und zweitens von Elefanten besetzt, welche dort ihre Fango-Packung trocknen lassen. Die Campsite, die wir beziehen, ist recht angenehm; allerdings kommt kurz darauf ein Ranger reklamiert sie für eine andere Gruppe und schickt uns an einen wesentlich schlechteren Platz. Wir machen das Beste daraus und grillen uns mit dem in Kasane gekauften Rindsfilet ein absolut grandioses Mittagessen. Das beste Stück Fleisch, das wir während dieser Ferien gegessen haben: selbst gewürzt und gegrillt! Der Pinotage 2001, den Matthias in Kasane ausgewählt hat, setzt dem Ganzen noch die Krönung auf!
Am Nachmittag starten wir zu einem Gamedrive der seltsameren Art: Wir fahren allgemeine Richtung Harvey’s Pans, aber wo immer wir hinfahren, stehen uns Elefanten im Weg - nach der gestrigen Erfahrung nicht wirklich das, was wir gesucht haben. Schliesslich finden wir den Weg aus dem Labyrinth heraus und fahren südwärts Richtung Savuti-Channel. Dort hat’s weniger Elefanten, aber auch sonst nicht allzu viel Lebendiges. Zudem sind die Strassen hier sehr tiefsandig; es schüttelt uns auch im Schrittempo ziemlich durch. Savuti ist – zumindest im aktuellen Zustand – für uns eine ziemliche Enttäuschung und so beschliessen wir, uns am anderen Morgen Matthias und Sabine anzuschliessen und nach Xakanaka weiterzuziehen.
DocHoliday272 Beiträge · seit 200819. Dez. 2009 · #57
Ein bisschen habe ich aufgeholt. Bin Euch heute bis Roys Camp gefolgt.
Weiterhin ein toller Bericht mit vielen schönen Bildern. Im Etosha habt Ihr ja auch eine Menge gesehen. So ein Blitz-Bild hätte ich auch gerne gemacht, ist mir aber leider nicht gelungen.
ich danke Dir bisher für dein tolles Reisetagebuch, stehe jeden Morgen auf, hole mir einen Kaffee und wähle mich ins Forum, um wieder in meiner geliebten afrikanischen Welt zu schwelgen. Und das gelingt mir durch Deinen Reisebericht sehr gut. Einen Vogel konnte ich für Dich identifizieren. Der Rote ist ein Karminspint ( Southern Carmine Bee-eater )
Gruß habibi
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Nenette1'309 Beiträge · seit 200920. Dez. 2009 · #59
eggitomThemenstarter1'247 Beiträge · seit 200925. Dez. 2009 · #60
Und weiter geht's. Danke für die diversen Hinweise zu den Vögeln; sie sind mehr als willkommen! Werde sie bei nächster Gelegenheit einbauen.
Donnerstag, 8. Oktober 2009 / Savuti - Moremi (Xakanaka) Einmal mehr fahren wir ohne Frühstück los und südwärts, Richtung Moremi; erst auf der Sandridge Road, dann auf einer westlich davon neu angelegten und noch auf keiner Karte verzeichneten Pad. Unser GPS kennt sie noch gar nicht: laut ihm fahren wir durch die Pampa 🙄 Die Sandrige Road macht ihrem Namen alle Ehre; auch die neue Strasse ist zum grossen Teil Tiefsandpiste und recht anstrengend zu fahren. Irgendwann landen wir dann doch beim Mababe Gate und damit dem Ausgang aus dem Chobe. Dort machen wir den Frühstückshalt und kommen dabei mit einer Gruppe junger Leute ins Gespräch, welche auf dem Weg vom North Gate hierher bei einer Wasserquerung ein Auto im Khwai versenkt haben. Matthias leiht ihnen sein Satellitentelefon, um Hilfe herbeizurufen; ein einheimischer Tourist fährt anschliessend mit ihnen zum liegengebliebenen Wagen, um ihn herauszuziehen.
Wir wollen ihm folgen, verlieren ihn aber und verfolgen stattdessen zwei weitere Fahrzeuge (deutsches Paar im Camper, einheimischer Guide mit englischem Paar) Richtung North Gate. Die fragliche Furt finden wir trotz vereinter Anstrengungen und Benutzung der eigentlich noch gesperrten, neuen Strasse nicht, aber dafür eine andere, einigermassen fahrbar aussehende, wo noch ein weiteres Fahrzeug mit einem Campinganhänger und einer Gruppe Batswana den günstigsten Uebergang sucht.
Matthias watet die Furt ab und versucht, einen fahrbaren Weg zu finden. Bevor wir uns auf eine Route einigen können, wird es den Batswana zu langweilig und sie fahren los, einfach geradeaus. Prompt bleiben sie mitten im Fluss stecken und bringen den Wagen nicht mehr an; der Anhänger steckt bis zu den Rücklampen im Wasser 😵 Während alle anderen etwas ratlos umherstehen und diskutieren, intensiviert Matthias seine Suche noch etwas, fährt dann den ersten Teil auf der gleichen Spur wie das Pannenfahrzeug, macht einen grossen Bogen rechts darum herum und kommt problemlos durch. Die anderen drei Fahrzeuge folgen auf der gleichen Spur. Nun hängen wir alle verfügbaren Abschleppbänder – es sind insgesamt vier, davon zwei von uns – zusammen und der einheimische Guide zieht den Wagen samt Anhänger aus den Fluten. Das anschliessende Türen öffnen stammt optisch aus der Kategorie Slapstick, ist aber blutiger oder besser gesagt, nasser Ernst 🙁 Der Wagen springt auch jetzt nicht an, aber die vier Herren wollen unsere Hilfe und auch das angebotene Trinkwasser nicht; sie haben alles was sie brauchen. Also ziehen wir weiter, Richtung North Gate, verfahren uns noch einmal und landen erneut auf der neuen Strasse und via Dorf dann doch beim Parkeingang. Ueber die neue Brücke geht’s hinein und dann im Park direkt Richtung Xakanaka. Mittendrin landen wir noch einmal an einer Furt, für welche wir keine Umfahrung finden. Ruth und Matthias kundschaften sie genau aus und ich wage mich mal als erster hinein und kommme auch problemlos durch. Auf dem ganzen Weg wechseln sich tiefsandige Abschnitte mit sumpfigen Wasserlöchern ab. Manchmal kann man diese umfahren, des öfteren muss man mitten durch die stinkende Brühe hindurch. Aber alles geht gut, wir landen zuguterletzt in Xakanaka, beobachten im Vorbeifahren auf der Flugpiste ein landendes Flugzeug und beziehen nach ein paar weiteren Schlammquerungen einen freien Platz auf der Campsite. Da wir so viel und lang gefahren sind, entscheiden wir uns für eine einstündige Sundowner-Bootsfahrt auf dem Okavango. Bis dahin richten wir uns auf dem Campingplatz ein, und geniessen unser Spaghetti-Mittag/Abendessen.
Um 17:15h wartet das Boot. Die anderen vier setzen sich auf’s Dach, ich bleibe lieber unten. Die Fahrt geht los, an der Lodge vorbei und plötzlich rumst es zweimal kräftig. Geistesgegenwärtig gibt der Bootsführer Gas und blickt dann zurück. Das Hippo, das wir eben überfahren haben, zeigt sich nicht, aber wir haben uns offenbar ein Loch geholt; er muss immer wieder Wasser aus der Bilge schöpfen. Da er aber weiterfährt, wird die Sache wohl nicht so schlimm sein. Zwischen grossen Schilffeldern durch fahren wir ziemlich lange dem Sonnenuntergang entgegen, Das Wasser um uns ist ganz ruhig, so dass sich Bäume, Büsche und Lodges am Ufer darin spiegeln und fantastische Fotosujets ergeben. Nach einer Weile setzt der Driver das Boot bei einigen Marabu- und Storchennestern auf’s Ufer und pfeift ein zweites Boot herbei, das auf dem Rückweg ist. Dessen Fahrer bringt uns später ein anderes Boot vorbei, so dass wir in Ruhe einen weiteren, fantastischen Sonnenuntergang geniessen können. Zurück auf dem Campingplatz machen wir noch ein kleines Feuerchen und gehen dann - einmal mehr - früh schlafen.
Freitag, 9. Oktober 2009 / Moremi (Xakanaka - Third Bridge) Heute gibt’s ausnahmsweise Frühstück; anschliessend fahren wir Richtung Dead Tree Island. Schon am Anfang müssen wir durch ein paar stinkige Wasserlöcher; in einem davon bleibe ich stecken und komme vorerst nicht mehr heraus. Low Gear und Differentialsperre helfen aber weiter und nachdem sich die Aufregung gelegt hat, haben wir für den Rest der Strecke einigermassen trockene Pads.
Für den Uebergang auf Dead Tree Island hinaus müssten wir aber doch eine grössere und relativ tief aussehende Wasserquerung auf uns nehmen; auf die verzichten wir, und fahren dafür einige andere vielversprechende Loops, welche ausser einem Haufen Brennholz allerdings nicht allzuviel bringen. Irgendwo nach einem der durchfahrenen Wasserlöcher höre ich plötzlich ein Geräusch unter dem Wagen. Eine genauere Inspektion zeigt einen gut oberarm-dicken und rund 2m langen Ast, der sich unter dem Auto festgeklemmt hat und jetzt während des Fahrens die Strasse pflügt. Mit etwas zurücksetzen bringe ich ihn los, ohne mir die Finger schmutzig machen zu müssen. So gegen zehn Uhr sind wir wieder zurück an der Campsite, mit ein paar weiteren Bildern von Giraffen, Impalas, verschiedenen Wasservögel, Zebras und einem Wasserbock im Gepäck. Da das Wetter etwas wacklig aussieht, verschieben wir den Entscheid über das weitere Vorgehen (Mittagessen und Gamedrive, relaxen und Nachtessen, oder…) zwei Mal. Bevor wir uns definitiv entscheiden können, kommt einer der Ranger vorbei und sagt uns, nahe der Third Bridge habe ein Löwenrudel einen Büffel gerissen. Kurz entschlossen packen wir alles zusammen und fahren hin, so schnell es geht resp. zulässig ist 😉 Zuerst finden wir nichts, aber dann kommt der Ranger, der uns informiert hat, zusammen mit einem Kollegen. Er findet zwar nicht den gerissenen Büffel, aber in der Nähe, direkt neben der Strasse, eine Löwin, welche unter einem Baum ein Verdauungsschläfchen hält. Nachdem wir die Dame gebührend oft und aus verschiedenen Perspektiven abgelichtet haben, fragen wir nach, ob unsere Doppelreservation (Xakanaka und South Bridge) auch für Third Bridge gilt. Sie gilt, und wir erhalten einen Platz unter einem schönen Baum zugewiesen. Allerdings kommt kurz darauf der Ranger und empfiehlt uns, wegzuziehen; wir haben uns genau unter dem „Affenhaus“ niedergelassen, sprich: dem Baum, auf welchem die Paviane übernachten!
Der neue Platz ist zwar etwas weniger schön, aber Affen sehen wir, entgegen den vielen Warnungen im Namibia-Forum, in der ganzen Zeit nur von weitem, hören sie aber beim Einnachten. Gut haben wir gewechselt! So grillieren wir eines der beiden in Kasane gekauften Riesensteaks, welches allerdings etwas zäh herauskommt. Anschliessend wird aus dem gesammelten Holz ein erstes richtiges Campfeuer! In der Nacht zieht ein Gewitter mit etwas Regen auf, aber bevor ich mich allzusehr nerven kann, zieht es weiter.