Einleitend möchte ich mich jetzt schon entschuldigen, falls die einzelnen Kapitel "stockend" nachgeliefert werden, aber ich möchte nunmal hie und dort ein Foto anhängen, und die Sortierung der 2.300 Bilder (inkl. Bearbeitung der besten) wird noch dauern... Nun denn, auf zum Bericht:
20.9.
Etwas nervös machen wir uns auf dem Weg zum Wiener Westbahnhof - hoffentlich ist nichts vergessen (stimmte auch, zumindest fast). Wegen dem knappen Anschlussflug in München haben wir uns entschieden, mit dem Zug von Wien nach München zu fahren. Bis Linz "fliegt" unser Railjet fast lautlos dahin, doch dann steigen seltsame Gestalten zu: In Lederhosen, mit geröteter Nase und sich fest an Bierdosen klammernd. Ach du Schande, es ist ja Oktoberfest in München - wer denkt denn an sowas, wenn er eine Namibia-Reise plant?
In München wird das Gepäck im Schließfach auf dem Bahnhof verstaut und wir spazieren in der Stadt ein wenig herum, gehen eine Kleinigkeit essen und trinken einen Kaffee. Nach drei Stunden haben wir eine ausgewachsene Dirndl- und Lederhosen-Allergie und "flüchten" in die S-Bahn Richtung Flughafen.
Nachdem unsere Sitzplätze bereits gebucht sind, brauchen wir uns nicht beeilen, verlaufen uns dann doch auf dem großen Flughafen (wenn ihr den Wiener Flughafen kennt, wisst ihr um den Größenunterschied), schaffen dann doch noch alles - selbst meine Fototasche darf mit, obwohl ich daneben auch einen kleinen Rucksack als Handgepäck mitführe. Beim Gate dann die Spannung: werden sie da sein, werden wir sie erkennen? Ich habe im Vorfeld mit Janet aus dem Forum gemailt, sie fliegen mit dem selben Flieger und kurzerhand haben wir uns dazu entschlossen, den ersten Abend in Windhoek bei Joe's zu verbringen. Und tatsächlich: an einem Rucksack baumelt ein rosa Plüschschwein - das "Erkennungszeichen". Rasch kommen wir mit Janet und Heiko ins Gespräch und finden sie auf Anhieb sympathisch. Dann wird unser Flug AB1676 aufgerufen. Namibia, wir kommen!
21.09.
Ich kann in Flugzeugen nicht schlafen, deshalb sind Langstreckenflüge eine Qual für mich. Das Service bei Air Berlin mag ganz gut gewesen sein, aber die durchwachte Nacht lässt mich müde in die afrikanische Luft hinausblinzeln. Der erste Eindruck vom "Hosea Kutako International Airport": klein, sauber, aufgeräumt. Doch unseren Fahrer, der uns nach Windhoek bringen sollte, suchen wir vergebens. Plötzlich werde ich von einem der anderen (fast ausschließlich schwarzen) Fahrer angesprochen. Ich lege meinen Argwohn (man hat uns im Vorfeld gewarnt, dass manche Taxifahrer gerne mal erzählen, der eigentliche Fahrer würde nicht kommen, um so Touristen eine teure Fahrt nach WHK aufzuschwatzen) beiseite und zeige ihm unseren Voucher. Er scheint sich auszukennen, beginnt zu telefonieren und sagt dann, dass unser Fahrer Verspätung hat, weil die Gäste, die er zum Flughafen bringen musste, nicht am Abholort waren. Auch kein Problem, bleibt wenigstens Zeit zum Geldwechseln und ATM-Bargeld-Entlocken: dass ich aus dem ATM auf dem Flughafen südafrikanische Rand bekommen habe, merke ich es später - ist aber in Namibia bekanntlich kein Problem. Janet und Heiko sind schon weg, aber wir haben ja mit ihnen ausgemacht uns um 19:00 Uhr bei Joe's zu treffen.
Endlich taucht unser Fahrer auf, verärgert über seine vorherigen Fahrgäste, die lieber gemütlich frühstücken gegangen sind, anstatt sich zum vereinbarten Zeitpunkt abholen zu lassen. Flugs das Gepäck verstaut und ab nach Windhoek! Auf der Fahrt bekommen wir die ersten Eindrücke vom Land: gelbe Grasfelder, dazwischen immer wieder Bäume und Büsche - und eine tadellose Asphaltstraße. Plötzlich wird unser Van langsamer, der Fahrer deutet zum Grasstreifen neben der Straße: Paviane! Rudelweise stehen sie herum und begaffen die vorbeihuschenden Autos. Trotz Müdigkeit müssen wir laut lachen, als wir zweier kopulierender Paviane ansichtig werden: Sie scheinen nicht so recht bei der Sache zu sein, weil sie lieber den Autoverkehr bestaunen, anstatt sich ihrer eigentlichen "Tätigkeit" zuzuwenden. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir im weiteren Verlauf unserer Reise nie wieder Pavianen begegnen würden.
Endlich im Hotel. Über das Kalahari Sands habe ich schon manch eine böse Meinung gehört, der Gesamteindruck stimmt positiv: mitten auf der Independence Avenue, gut ausgestattet, und es funktionieren sogar zwei der drei Aufzüge, der dritte wird gerade modernisiert. Die Gänge und Zimmer versprühen ein wenig den "Glanz vergangener Zeiten", doch es ist alles sauber, die Räume nicht zu knapp dimensioniert und die Aussicht auf die "Hauptstraße" Windhoeks aus dem Fenster ist toll!
Über den restlichen Tag gibt es wenig zu berichten, weil wir beide vom langen Flug ziemlich "geschlaucht" sind: ein kurzer Spaziergang auf der Independence Ave. geht sich dennoch aus, in einem Cafe neben dem Uhrturm essen wir zu Mittag und entdecken auch per Zufall gleich mal den Meteoritenbrunnen. Wasser wird flaschen- und kanisterweise besorgt, um für die Reise erste Vorräte anzukaufen. Was uns gleich auffällt, ist die sichtbare Präsenz von Wachleuten - nicht nur auf Parkplätzen, sondern auch vor Geschäften, Hotels und ATMs. Sicherheitsgefühl mischt sich mit mulmigen Überlegungen: Ist denn das alles notwendig, muss es sonst schlimm sein (ist nicht ganz so gewesen, wie wir später noch merken sollten). Dann siegt die Müdigkeit und wir dösen einige Nachmittagsstunden.
Am Abend bestellen wir uns über die Rezeption ein Taxi, das uns zu Joe's fährt. Janet und Heiko sind schon da, müde aber glücklich, da ihre Wagenübernahme glatt über die Bühne gegangen ist. Die Tischreservierung über Mail hat tadellos geklappt, wir staunen über die Dekoration, finden die Atmosphäre genial. Das Service finden wir schon weniger toll: es soll der erste Eindruck dessen sein, das jemand mit dem Spruch "Gott hat den Europäern die Uhr gegeben - und den Afrikanern die Zeit" so treffend beschrieben hat. Das Essen schmeckt aber lecker, und da wir die "alten Zeiten" nicht kennen, finden wir auch die Portionen ausreichend. Angeregt plaudern wir vier den ganzen Abend, müssen uns aber am Ende des Tages doch schon wieder verabschieden: Janet und Heiko sind für drei Wochen da, fahren am nächsten Tag bereits los Richtung Süden - für uns passt Lüderitz aber nicht in unser knappes zwei Wochen-Zeitbudget...
Auf der Taxifahrt zurück ins Hotel stellen wir fest, dass es sehr schade ist, dass wir getrennte Wege fahren müssen, fanden wir Janet und Heiko doch sympathisch und lustig. Dann, vor dem Hotel: Der Taxifahrer hat nicht genug Kleingeld, er kann mir nur 10 N$ weniger geben. Doch auf dem Beifahrersitz ein "blinder Passagier": Eine der Rezeptionistinnen des Kalahari Sands (offenbar die Freundin des Fahrers), deren Dienst gerade beginnt und die sich offenbar von ihrem Freund zum Dienstort hat chauffieren lassen. Sie sagt, es sei alles kein Problem, und tatsächlich: kaum sind wir im Zimmer, klopft es an der Tür: Die Dame von der Rezeption, mit den fehlenden 10 N$ in der Hand!
Immer noch müde vom Flug (und von den vielen neuen Eindrücken fallen wir ins Bett.
[Fortsetzung folgt]
20.9.
Etwas nervös machen wir uns auf dem Weg zum Wiener Westbahnhof - hoffentlich ist nichts vergessen (stimmte auch, zumindest fast). Wegen dem knappen Anschlussflug in München haben wir uns entschieden, mit dem Zug von Wien nach München zu fahren. Bis Linz "fliegt" unser Railjet fast lautlos dahin, doch dann steigen seltsame Gestalten zu: In Lederhosen, mit geröteter Nase und sich fest an Bierdosen klammernd. Ach du Schande, es ist ja Oktoberfest in München - wer denkt denn an sowas, wenn er eine Namibia-Reise plant?
In München wird das Gepäck im Schließfach auf dem Bahnhof verstaut und wir spazieren in der Stadt ein wenig herum, gehen eine Kleinigkeit essen und trinken einen Kaffee. Nach drei Stunden haben wir eine ausgewachsene Dirndl- und Lederhosen-Allergie und "flüchten" in die S-Bahn Richtung Flughafen.
Nachdem unsere Sitzplätze bereits gebucht sind, brauchen wir uns nicht beeilen, verlaufen uns dann doch auf dem großen Flughafen (wenn ihr den Wiener Flughafen kennt, wisst ihr um den Größenunterschied), schaffen dann doch noch alles - selbst meine Fototasche darf mit, obwohl ich daneben auch einen kleinen Rucksack als Handgepäck mitführe. Beim Gate dann die Spannung: werden sie da sein, werden wir sie erkennen? Ich habe im Vorfeld mit Janet aus dem Forum gemailt, sie fliegen mit dem selben Flieger und kurzerhand haben wir uns dazu entschlossen, den ersten Abend in Windhoek bei Joe's zu verbringen. Und tatsächlich: an einem Rucksack baumelt ein rosa Plüschschwein - das "Erkennungszeichen". Rasch kommen wir mit Janet und Heiko ins Gespräch und finden sie auf Anhieb sympathisch. Dann wird unser Flug AB1676 aufgerufen. Namibia, wir kommen!
21.09.
Ich kann in Flugzeugen nicht schlafen, deshalb sind Langstreckenflüge eine Qual für mich. Das Service bei Air Berlin mag ganz gut gewesen sein, aber die durchwachte Nacht lässt mich müde in die afrikanische Luft hinausblinzeln. Der erste Eindruck vom "Hosea Kutako International Airport": klein, sauber, aufgeräumt. Doch unseren Fahrer, der uns nach Windhoek bringen sollte, suchen wir vergebens. Plötzlich werde ich von einem der anderen (fast ausschließlich schwarzen) Fahrer angesprochen. Ich lege meinen Argwohn (man hat uns im Vorfeld gewarnt, dass manche Taxifahrer gerne mal erzählen, der eigentliche Fahrer würde nicht kommen, um so Touristen eine teure Fahrt nach WHK aufzuschwatzen) beiseite und zeige ihm unseren Voucher. Er scheint sich auszukennen, beginnt zu telefonieren und sagt dann, dass unser Fahrer Verspätung hat, weil die Gäste, die er zum Flughafen bringen musste, nicht am Abholort waren. Auch kein Problem, bleibt wenigstens Zeit zum Geldwechseln und ATM-Bargeld-Entlocken: dass ich aus dem ATM auf dem Flughafen südafrikanische Rand bekommen habe, merke ich es später - ist aber in Namibia bekanntlich kein Problem. Janet und Heiko sind schon weg, aber wir haben ja mit ihnen ausgemacht uns um 19:00 Uhr bei Joe's zu treffen.
Endlich taucht unser Fahrer auf, verärgert über seine vorherigen Fahrgäste, die lieber gemütlich frühstücken gegangen sind, anstatt sich zum vereinbarten Zeitpunkt abholen zu lassen. Flugs das Gepäck verstaut und ab nach Windhoek! Auf der Fahrt bekommen wir die ersten Eindrücke vom Land: gelbe Grasfelder, dazwischen immer wieder Bäume und Büsche - und eine tadellose Asphaltstraße. Plötzlich wird unser Van langsamer, der Fahrer deutet zum Grasstreifen neben der Straße: Paviane! Rudelweise stehen sie herum und begaffen die vorbeihuschenden Autos. Trotz Müdigkeit müssen wir laut lachen, als wir zweier kopulierender Paviane ansichtig werden: Sie scheinen nicht so recht bei der Sache zu sein, weil sie lieber den Autoverkehr bestaunen, anstatt sich ihrer eigentlichen "Tätigkeit" zuzuwenden. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir im weiteren Verlauf unserer Reise nie wieder Pavianen begegnen würden.
Endlich im Hotel. Über das Kalahari Sands habe ich schon manch eine böse Meinung gehört, der Gesamteindruck stimmt positiv: mitten auf der Independence Avenue, gut ausgestattet, und es funktionieren sogar zwei der drei Aufzüge, der dritte wird gerade modernisiert. Die Gänge und Zimmer versprühen ein wenig den "Glanz vergangener Zeiten", doch es ist alles sauber, die Räume nicht zu knapp dimensioniert und die Aussicht auf die "Hauptstraße" Windhoeks aus dem Fenster ist toll!
Über den restlichen Tag gibt es wenig zu berichten, weil wir beide vom langen Flug ziemlich "geschlaucht" sind: ein kurzer Spaziergang auf der Independence Ave. geht sich dennoch aus, in einem Cafe neben dem Uhrturm essen wir zu Mittag und entdecken auch per Zufall gleich mal den Meteoritenbrunnen. Wasser wird flaschen- und kanisterweise besorgt, um für die Reise erste Vorräte anzukaufen. Was uns gleich auffällt, ist die sichtbare Präsenz von Wachleuten - nicht nur auf Parkplätzen, sondern auch vor Geschäften, Hotels und ATMs. Sicherheitsgefühl mischt sich mit mulmigen Überlegungen: Ist denn das alles notwendig, muss es sonst schlimm sein (ist nicht ganz so gewesen, wie wir später noch merken sollten). Dann siegt die Müdigkeit und wir dösen einige Nachmittagsstunden.
Am Abend bestellen wir uns über die Rezeption ein Taxi, das uns zu Joe's fährt. Janet und Heiko sind schon da, müde aber glücklich, da ihre Wagenübernahme glatt über die Bühne gegangen ist. Die Tischreservierung über Mail hat tadellos geklappt, wir staunen über die Dekoration, finden die Atmosphäre genial. Das Service finden wir schon weniger toll: es soll der erste Eindruck dessen sein, das jemand mit dem Spruch "Gott hat den Europäern die Uhr gegeben - und den Afrikanern die Zeit" so treffend beschrieben hat. Das Essen schmeckt aber lecker, und da wir die "alten Zeiten" nicht kennen, finden wir auch die Portionen ausreichend. Angeregt plaudern wir vier den ganzen Abend, müssen uns aber am Ende des Tages doch schon wieder verabschieden: Janet und Heiko sind für drei Wochen da, fahren am nächsten Tag bereits los Richtung Süden - für uns passt Lüderitz aber nicht in unser knappes zwei Wochen-Zeitbudget...
Auf der Taxifahrt zurück ins Hotel stellen wir fest, dass es sehr schade ist, dass wir getrennte Wege fahren müssen, fanden wir Janet und Heiko doch sympathisch und lustig. Dann, vor dem Hotel: Der Taxifahrer hat nicht genug Kleingeld, er kann mir nur 10 N$ weniger geben. Doch auf dem Beifahrersitz ein "blinder Passagier": Eine der Rezeptionistinnen des Kalahari Sands (offenbar die Freundin des Fahrers), deren Dienst gerade beginnt und die sich offenbar von ihrem Freund zum Dienstort hat chauffieren lassen. Sie sagt, es sei alles kein Problem, und tatsächlich: kaum sind wir im Zimmer, klopft es an der Tür: Die Dame von der Rezeption, mit den fehlenden 10 N$ in der Hand!
Immer noch müde vom Flug (und von den vielen neuen Eindrücken fallen wir ins Bett.
[Fortsetzung folgt]
Gruss,
Viktor
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