Himba Dorf

33 Antworten · 9'952 Aufrufe · gestartet 04. Aug. 2009 von Kinraching
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81 Beiträge · seit 200605. Aug. 2009 · #21
ich glaube dich schon verstanden zu haben.
Was ich allerdings klar ausdrücken wollte ist, dass wir nicht immer denken sollten, die Menschen hier lassen sich behandeln und handeln wie Marionetten. Der Himbafrau, die am OK- Parkplatz ihre Waren feilbietet steht es offen, sich fast nackt dort im Hochlandwinter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aufzuhalten. Sie könnte sich sicherlich etwas wärmeres anziehen, warum sie das nicht tut....?

Natürlich fasziniert den Buschmann ein Handy und er will es... nein muss es haben. Nicht nur weil es der westliche Besucher irgendwo im Rucksack liegen hat, da es dort wo er lebt oftmals gar keinen keinen Empfang gibt, sondern weil es MTC ganz geschickt versteht Begehrlichkeiten zu wecken.
Ähnlich verhält es sich mit dem Alkoholismus bei den Himbas. Aber nicht unbedingt, weil die Touristen sie mit Tafel Lager für "offenherzige" Fotos gefügig gemacht und in die Abhängigkeit geführt haben, sondern weil es skrupellose Ovambos geschickt verstanden haben Ziegen gegen Bier zu tauschen. Ein Flasche Tafel gegen eine Ziege...

Mit jeder Öffnung einer Gesellschaft nach aussen gibt diese ein Stück ihrer eigenen Kultur auf, bzw. assimiliert ein Stück der anderen, fremden, faszinierenden.
Diesen Umstand, wie der türkische Ministerpräsident Erdgoan etwa als ein Verbrechen zu bezeichnen, halte ich für ähnlich vermessen wie den Versuch Teile der Menschheit zum Zweck der Erhaltung ihrer eigenen Kultur zu meiden oder abzuschotten zu wollen.
Es gibt ein klares Selbstbestimmungsrecht der Völker und gerade die San geniessen mittlerweile zumindest in Namibia die Aufmerksamkeit von höchster politischer Stelle.
Und auch Teile der Himbas verstehen es, sich gegen Umstände zu wehren, die sie unangenehm tangieren. Man sieht dies deutlich am Epupa- Projekt.

Damit will ich keineswegs verhehlen, dass der Tourismus auch negative Einflusse auf diese Völker hat. Nur wollen wir doch den Menschen selbst gestatten zuzulassen, in wie weit sie sich diesen Einflüssen aussetzten, mit was sie sich assoziieren und was sie assimilieren. Allerdings den Einfluss des Tourismus für alles Elend verantwortlich zu machen, nein das halte ich schon für etwas "flach" argumentiert.

Ralph
1'723 Beiträge · seit 200905. Aug. 2009 · #22
Nein Ralph, ich muss dir leider wiedersprechen.. WIR HABEN UNS GANZ ENTSCHIEDEN FALSCH VERSTANDEN...., oder zumindest du mich...

Ich selber bin absolut ueberzeugt, das absolut jeder fuer alles was ihm im Leben erfaehrt sehr eigenverantwortlich ist, und absolut keiner das Recht hat, diese Verantwortung auf einen anderen, oder gar die Gesellschaft abzuschieben.

Auch spreche ich ueberhaupt nicht ueber Elend... Du hast einfach gar nichts verstanden,vondem was ich eigentlich sagen wollte, aber das liegt sicherlich daran, dass ich mich nicht entsprechend audruecken kann.

Was ich sagen will, ist ganz einfach, dass menschen, die andere Menschen begaffen, fuer mich einen perversen Tick haben. Und wenn sie dafuer auch noch bezahlen wirds echt bunt. Die steigerung der dummheit ist dann auch noch (da sind wir wieder bei der Verantwortung) sich darueber zu beschweren, dass es sich nur noch um schaudoerfer handelt.


Und widerum Menschen, die aus dieser Gier andere begaffen zu wollen, auch noch Geld machen, noch perverser sind.

Wobei wir mittem im Thema Kultur Tourismus sind...

Selbstverstaendlich entscheidet letzlich der Himba selbst ueber sein Glueck. Aber hier kommen wir auch ganz schnell zu einer sozialen Diskussion. In wie weit ist der Mensch dazu in der Lage eine ursprungskultur in unserer Konsumwelt noch zu leben... Wir sind alle kaeuflich...

Die Statements gehen auch eher in Richtung Touristen die diesen quatsch unterstuetzen als die Himbas selber.. Weil : der tourist ist sozial und finanziell in der lage zu entscheiden ob er fuer diese perversitaet geld ausgeben will und wenn ja wieviel.. Das ist nix anderes als Marktwirtschaft, angebot und nachfrage.. Wobei man trotz allem irgentwann an moralische Schwellen geraet..

Aber gut .. Wenn die touris das brauchen .. um auch fein in deutschland zu dokumentieren, dass sie im wilden afrika waren.. jedem das seine .. ich sehe es auch nicht als meine aufgabe an hier irgentwen zu belehren sondern vertrete nur meinen eigenen Standpunkt.... Fuers belehren sind andere besser geeignet
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
1'247 Beiträge · seit 200905. Aug. 2009 · #23
Miss Ellie schrieb:
Ich selber bin absolut ueberzeugt, das absolut jeder fuer alles was ihm im Leben erfaehrt sehr eigenverantwortlich ist, und absolut keiner das Recht hat, diese Verantwortung auf einen anderen, oder gar die Gesellschaft abzuschieben.
Hallo Miss Ellie

da muss ich dir zu meinem Leidwesen ganz energisch widersprechen 🙁 Was können Strassenkinder dafür, dass sie dazu geworden sind? Was kann das Kind eines Alkoholikers dafür, dass es von ihm regelmässig verprügelt wird? Weitere Beispiele werden dir sicher selber in den Sinn kommen.

Dies nur als Denkanstoss - wir driften sonst allzusehr ab!

Nachdenkliche Grüsse aus der Schweiz
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
1'723 Beiträge · seit 200905. Aug. 2009 · #24
gut, weil das wirklich zu weit fuehren wuerde...
schraenken wir es dahin gehend ein,


fuer den bereich seines eigenen aktionsradiuses, das heisst entscheidungsbereich....


alles andere waere zu kompliziert ueber netz...aber ich gebe zu, aus dem zusammenhang gegriffen und ohne jegliche weitere ausfuehrung kann das nicht verstanden werden...
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
3'491 Beiträge · seit 200605. Aug. 2009 · #25
Hallo zusammen,
darf ich mich nun auch noch einbringen ?! - Vorab meinen Respekt vor der bisherigen Diskussion - das Thema eignet sich eigentlich vortrefflich zur Plazierung von Vorurteilen. Aber davon war bisher wenig zu lesen - statt dessen sehr viel Unbehagen, Unsicherheit, Störgefühl und Suche nach " Wie macht ich es eigentlich richtig?". - Für mich kommt damit echtes Verantwortungsgefühl zum Ausdruck - und auch die Bereitschaft,sich dem Fremden behutsam zu nähern. Ich meine, vielmehr kann man eigentlich von einem Besucher nicht erwarten. Die ach so "edlen Steinzeit-Wilden" von der ach so "grausamen Heutewelt" bewahren zu wollen, ist für mich blanke "Ethno-Romatik". Dennoch halte ich Zurückhaltung bei solchen Zeit- und Kultur-Sprüngen für eine der wichtigsten Verhaltensmaßregeln ( kann man übrigens hervorragend üben - bei der Begegnung mit deutschstämmigen Namibiern zum Beispiel). Wir sind Gäste( wenn auch zahlende) in diesem Land - nicht Eroberer, Belehrer oder Missionare.Dennoch lässt sich eine Wechselwirkung zwischen uns und dem Gastland nicht vermeiden. Wir können bestenfalls hoffen, dass wir nicht allzuviel Schaden anrichten.
Ein kleines Störgefühl hatte ich bei dem hier verwendeten Begriff der "Touri-Abzocke":Herr Müller oder Frau Schmidt sind nicht deshalb in Namibia willkommen, weil sie so überaus nette Menschen sind, sondern weil sie Geld ins Land bringen. Das kann ich aber nicht als "Touri-Abzocke" bezeichnen. Die beginnt für mich erst dort, wo ich über den Tisch gezogen werden soll. Dieses Gefühl hatte ich allerdings bei den bisher vor mir besuchten Showdörfern nicht. Wenn die Dorfgemeinschaft beschließt, sich die störenden Touristenbesuche dadurch vom Hals zu halten, dass man sie quasi ins Showdorf abschiebt und dort planmäßig abwickelt, dann sehe ich darin praktizierten Tourismus - möglichst authentische Information für die Gäste und Geld für die Gastgeber. Ich zumindest kann daran nichts Verwerfliches finden.
Gruß Joli
5'538 Beiträge · seit 200806. Aug. 2009 · #26
Hallo Joli,

danke für diesen sehr ausgewogenen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele.

Liebe Grüße
Gerd
1'247 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #27
Hallo Joli

das bisher Gesagte für mich perfekt zusammengefasst und interpretiert.

Es hat hier im Forum so einige Leute, mit denen ich gerne mal bei einem schönen Glas Wein oder so tiefschürfende Gespräche führen würde 😁

Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
1'723 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #28
Thomas

solltest du mich damit gemeint haben, was ich jetzt natuerlich nicht sicher weiss, ist das leider auf grund der distanz relatif schwierig.. aber nichts ist unmoeglich, darum solltest du in der gegend vorbei kommen, immer gerne, ein glas wein ist immer im haus...

Das ueberaus schwierige an solchen threads (ich sollte es eigentlich gelernt haben!!!) ist, dass durch kurze, geschriebene artikel immer nur sequenzen vom eigentlichen inhalt der diskussion zu gelassen werden. Und wie es dann obendrein mit menschlicher interpretation so steht, verstehen wir auch genau nur das, was wir verstehen wollen... (tiefgreifendes sehr spannendes thema uebrigens)

bevor aber irgentwelche "andeutungen" gemacht werden, doch lieber erst mal versuchen zu verstehen, ich meine objektiv zu verstehen, was der andere eigentlich sagen wollte..

erschwerend hinzu kommt noch die tatsache, dass es sich bei solchen threads auch immer um sehr subjective "meinungen" handelt, und selbstverstaendlich wie absolut alles im Leben, das ganze immer sein pro und kontra hat;. Ein sehr huebsches beispiel hierfuer sind auch die geparden streichelzoos, die Robben (wurde ja hier auch heiss diskutiert), der umgang mit "schwarzen" und deren verstaendnis etc etc...

Gefaehrlich wirds, wenn man dadurch hier im forum anfaengt persoenlich, dass heisst indirekt oder direkt Menschen anzugreifen. fuer meinen teil kann ich sehr gut das interesse (um mal wieder zum thema zu kommen) verstehen die himbas zu besuchen, oder einen geparden zu streicheln, aber fuer mich persoenlich gibts es halt auch immer gegenargumente, die fuer mich persoenlich dagegensprechen und mein eigenes ego vielleicht etwas in den hintergrund schieben..

Wenn ich mich zu solchen "konfliktthemen" auessere versuche ich immer darauf zu achten, MEINEN standpunkt zu dokumentieren.. wir haben alle keine WAHRHEIT, eine echte Wahrheit gibt es naemlich nicht..

Ein formum ist dazu da zu kommunizieren und auszutauschen, wenn aber jegliche toleranz fuer anders denkende dabei verloren geht, braucht man eigentlich auch nicht zu kommunizieren.. verlorene energie.


da ich diskutieren liebe, bleibt in jedem fall meine einladung bestehen, ob ich jetzt nun gemeint war oder nicht... :):):)
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
1'247 Beiträge · seit 200906. Aug. 2009 · #29
Miss Ellie schrieb:
solltest du mich damit gemeint haben
Hallo Miss Ellie

dich definitiv, aber diverse andere auch 😎 Einfach alle, die nicht stur auf ihrer Meinung beharren, sondern auch andere Meinungen gelten lassen (habe ich doch irgendwo schon mal so ähnlich platziert 😮 )

Wenn ich das richtig im Kopf habe, wohnst du auf La Réunion. Hatten wir ursprünglich als Abschlus unserer Reise in den Optionen, aber jetzt ist daraus Inhambane geworden. Aber ich komme gerne darauf zurück - und gilt im umgekehrten Fall selbstverständlich auch! Bern ist eine sehr schöne Stadt und in der Nähe meines Wohnortes finden so Sachen wie Winter-Potjie und Pfingst-Braii statt...

Aber jetzt höre ich auf, bevor ich einen Rüffel wegen Missbrauchs des Threads einfange 😊

LG Thomas
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414 Beiträge · seit 200907. Aug. 2009 · #30
Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ich Besuch von Außerirdischen bekomme, die sich für die (vergleichsweise primitive) Lebensweise der z.B. Berliner Stadtmenschen interessieren. Sie machen mir ein Angebot:

3x die Woche muss ich eine Besuchergruppe durch meine Wohnung führen und ihnen meine ursprüngliche "Lebensweise" zeigen, z.B. wie man Kaffee kocht, Blumen gießt oder Steuerformulare ausfüllt. Dafür zahlen sie mir mein volles Gehalt weiter und den Rest der Zeit kann ich tun und lassen was ich will. Außerdem könnte ich mir mit dem Verkauf von liebevoll ausgefüllten Formularen als Souvenirs auch noch etwas dazu verdienen.

Gar kein so schlechtes Angebot, oder?

Ich finde die Verärgerung über das "Besichtigen" von Menschen etwas anmaßend, denn es impliziert, dass man den Himba, die sich dafür entschieden haben, ins Tourismusgeschäft einzusteigen, keinen gesunden Menschenverstand zugesteht, sie quasi für unmündig zu hält.

Es geht hier ja nicht um Prostitution oder Menschenhandel, wo Menschen in Abhängigkeitsverhältnissen ausgenutzt werden. Woher willst Du wissen, ob sie nicht damit zufrieden sind und ihre neue Situation besser bewerten als das vorherige, fotogene und ursprüngliche, aber harte Leben?

Schließlich sind sie auch erwachsene Menschen und man sollte ihnen genauso wie unsereins zugestehen, vielleicht nicht immer rational (wer tut das schon?), aber zumindest frei entscheiden zu können.

Abgesehen davon: wer von uns möchte denn gerne ins Mittelalter zurück und als Leibeigener malochen, mit einer Lebenserwartung von vielleicht bestenfalls 40 Jahren ohne jegliche Rechte und in totaler Abhbängigkeit? Freiwillige vor!
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1'723 Beiträge · seit 200907. Aug. 2009 · #31
@erdferkel,

sorry, ich melde mich nochmals zu wort, weil deine anspielung ja scheinbar schon auf meine seite ging...

ich dachte eigentlich mich klar ausgedrueckt zu haben.. mir gehts hier gar nicht um den armen himba....mir gehts auch gar nicht darum zu dokumentieren ob der jetzt nun ausgenutzt wird oder nicht, ob er sich heute wohler fuehlt als gestern, weil all das geht mich zunaechst mal gar nix an... Und gerade ich gehe sehr wohl davon aus, das auch diese menschen erwachsen und denkend genug sind um selbst zu entscheiden was sie wollen.

ich rede hier von den touristen die dort mit ihren kameras einfliegen. Das kritisiere ich, oder vielmehr lehne es fuer meinen teil ab. und wenn dann diese Touristen sich auch noch beschweren, dass heute mehl und zucker nicht mehr gutgenug sind und die doerfer sich zu schaudoerfern entwickelt haben, dann finde ich das einfach ignorant, weil da muesste man dann doch schon mal das ursache und wirkungsprinzip anweden.

Wir europaer dringen dort in lebensraum ein, und der wille dazu ist schliesslich eindeutig bei uns geboren. Die himbas selber haben nicht irgentwann schilder in WDH am flughafen aufgestellt 'kommt uns besuchen, wir machen einen huebschen tagesausflug fuer 400 NAD'....

deshalb schrieb ich auch in meinem vorthread der etwas off topic war, erst mal versuchen zu verstehen was der andere eigentlich sagen will, und nicht nur verstehen was man verstehen will.
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
1'250 Beiträge · seit 200907. Aug. 2009 · #32
Hallo Miss Ellie,

.....verstehen was man verstehen will....., genau das ist es! Du gibst Dir immer noch sehr viel Mühe, die Sache so zu beschreiben wie sie - auch meiner Meinung nach - ist, aber irgendwie will man Dich offensichtlich nicht verstehen 🙁
Schon der Begriff "Schaudorf" ist - ich wiederhole mich - abartig!
Eigentlich hast Du alles zu diesem Thema gesagt und für meinen Teil gibt es nicht mehr hinzuzufügen.

Schönes Wochenende,
U.
Ein Freund ist ein Mensch, vor dem ich laut denken kann. R.W. Emerson Namibia 2013 - http://www.namibia-forum.ch/forum/17-news/278435-unterkunftsbeschreibungen-unserer-letzten-reise.html?start=12 Namibia 2015 - http://www.namibia-forum.ch/forum/8-camping/286282-unsere-campsites-im-maerz-2015.html
27 Beiträge · seit 200907. Aug. 2009 · #33
hallo,
wir waren im juni im camp aussicht bei marius und haben mit ihm ein himba-dorf besucht. das schöne an der tour war, dass es kein touristenhimbadorf war (so zumindest unser eindruck). und marius sehr sensibel die tour gestaltet, er nimmt auch nur max. 5 Personen auf so eine tour mit. wir waren auf jeden fall sehr begeistert. außerdem liegt camp aussicht einfach wunderschön - super aussicht (campsite 4!) und ist schon darum einen besuch wert auch gibt es eine mine zu besichtigen. zum etosha ist es eine tagesfahrt aber die lohnt sich auf jeden fall.
grüße aus ö
beimo
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16 Beiträge · seit 200907. Aug. 2009 · #34
joli schrieb:
...sehr viel Unbehagen, Unsicherheit, Störgefühl und Suche nach "Wie macht ich es eigentlich richtig?".
Ich bin eben erst aus Namibia zurückgekehrt und habe per Zufall diesen thread gefunden - und mit Interesse gelesen. Gedanken zu diesem Thema habe ich mir vor der Reise, während der Reise und auch jetzt wieder gemacht. Ich danke euch für die wohl überlegten Argumente. Ich finde in den meisten Beiträgen ein Teil meiner Meinung wieder doch schlussendlich überwiegt die Unsicherheit weil ich für mich keine klare Position finden kann.
Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Interesse an der Himba Kultur und dem absoluten Respekt den ich einer solchen Dorfgemeinschaft entgegenbringe. Das ist ihr Land, ihre Kultur, ihr Dorf und ihr Leben. Ich bin höchstens Gast und möchte mich auch so verhalten.

Wir (3 Fhz, 6 Personen) haben auf dem Weg zum Van Zyl's Pass Camp, in einer relativ Touristen-armen Gegend also, bei einem grösseren Himba Dorf angehalten. Beim Eingang haben wir um Erlaubnis gefragt das Dorf besichtigen zu dürfen. "Fragen" ist jedoch ein grosses Wort hier, den die Himba sprechen weder Afrikaans noch Englisch. Vorsorglich haben wir für solche Situationen ein paar kg Maismehl eingekauft.
Obwohl besonders die Kinder Freunde an unserem Besuch, oder unseren Mitbringseln ( Kugelschreiber sind der Renner!), zu haben schienen hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Einig Himbas haben auch nach Medikamenten für Beschwerden, die sie versucht haben zu beschreiben gefragt. Ich aber habe mich als Eindringling gefühlt. Im Gegensatz zu anderen aus unserer Gruppe habe ich auch kaum Fotos gemacht und das Dorf bei allem Interesse relativ schnell wieder verlassen.

Beim Abendessen haben wir in der Gruppe das Thema dann auch diskutiert, und ich war mit meiner grossen Zurückhaltung eher die Ausnahme.