michaelThemenstarter281 Beiträge · seit 200624. Juni 2009 · #1In Etoscha wird der Besuch der Wasserlöcher zwecks Tierbeobachtung immer kritischer. Das Naturerlebnis leidet an zu vielen Autos und den damit verbundenem Lärm...
Am Sossusvlei drängen immer mehr Touristen auf die Dünen und quälen den 4x4 durch den Sand...
Was denkt Ihr: Glaubt Ihr. man sollte Zugangsbeschränkungen auferlegen ? Wie wird man sonst der Massen Herr, die sich an den Highlights knubbeln ? Oder sollte man alles weiterlaufen lassen wie bisher ?
Meinungen sind gefragt, denn dieses Theme wird derzeit hinter den Türen diskutiert...
FRFritzmann439 Beiträge · seit 200924. Juni 2009 · #2Und dann dürfen nur noch Reiseveranstalter Touristen dorthin führen oder wie . . .
BAbaboonGast24. Juni 2009 · #3Hallo Michael,
die Diskussion finde ich sinnvoll. Zugangsbeschränkungen kommen allen zu Gute: Natur, Tier, Besucher.
Die spannende Frage wird sein, schafft es "Namibia" dann , die mittlerweile durchs Land tourenden Busse zu kanalisieren?
Oder wird der Individualreisende, der sich Beschränkungen (und damit verbundene höhere Preise)auferlegen lassen muss Busse und deren Insassen vor die Nase gesetzt bekommen?
Grüße
baboonraid
ULUli7053 Beiträge · seit 200824. Juni 2009 · #4Hallo Michael!
Wie soll denn eine solche Zugangsbeschränkung ausschauen? Grundsätzlich sicher irgendwann notwendig, wobei das Problem in Etoscha meines Erachtens weniger die Menge der Autos als das Benehmen mancher Insassen und deren rücksichtslose Raserei ist. Das müsste viel strenger kontrolliert und geahndet werden. Ich könnte mir vorstellen, dass man vielleicht die Zahl der Permits pro Tag reglementiert. Allerdings wäre das wahrscheinlich das Ende des Individualtourismus, da ja die Reiseveranstalter wahrscheinlich die Permits im Voraus für ihre Kunden reservieren/kaufen und für den Einzelreisenden keine oder kaum welche übrig bleiben. Wir sind reine Individualtouristen und könnten es uns nie vorstellen, Namibia in einer Gruppe zu bereisen. Ich photographiere sehr viel, was bei einer Gruppenreise nicht möglich ist. Wir stehen mehrere Stunden an einem Wasserloch und beobachten und photographieren. Für uns wäre eine solche Reglementierung eine Katastrophe! Auf der anderen Seite muss das wahrscheinlich irgendwann kommen, da die Belastung für die Natur durch die immer größer werdende Zahl an Touristen enorm ist und Tiere und Pflanzen stark darunter leiden (man denke nur an die 'weiß gestaubten' Bäume und Büsche entlang der Straßen in Etoscha, was sicher irgendwann zum Absterben führt.
Wie man sieht, keine einfache Frage ...
PIPirnaerGast25. Juni 2009 · #5Achtung! Heiße Luftblasen!!!!
Hallo,
wenn man so aus der Ferne nachdenkt und einem nichts weiter einfällt,
dann ist es immer eine schöne Sache mal wieder "heiße Luft" für eine "Endlos-Diskussionsschleife" zu produzieren.
Na, dann mal wieder los!!!
Viele Grüße
BAbaboonGast25. Juni 2009 · #6Pirnaer schrieb:Achtung! Heiße Luftblasen!!!!
Hallo,
wenn man so aus der Ferne nachdenkt und einem nichts weiter einfällt,
dann ist es immer eine schöne Sache mal wieder "heiße Luft" für eine "Endlos-Diskussionsschleife" zu produzieren.
Na, dann mal wieder los!!!
Viele Grüße
Hallo Pirnaer,
warum beteiligst Du Dich dann mit dieser Äusserung?
Habe ich etwas falsch verstanden, wenn ich "Forum" mit Marktplatz oder auch Diskussionsforum übersetze?
Und was spricht gegen eine Sicht von aussen? Sind wir etwa nicht die begehrte Klientel?
Grüße
baboon
JFJens Frautschy39 Beiträge · seit 200925. Juni 2009 · #7Hallo erstmal aus Tsumeb!
Wie ihr seht, wohnen wir gleich um die Ecke. Von zu vielen Autos in der Etosha kann ich nicht reden. Ab und zu sind wir mal mit Freunden und Besuchern aus Deutschland in der Pfanne. Wie die Situation an den Wasserlöchern vor 0930 Uhr ist, kann ich allerdings nicht sagen, so früh war ich noch nie dort. Ich finde ausreichend Autos recht praktisch. Wir fahren einfach so lange, bis eine Traube von Touristenautos an der Strecke signalisiert: Es gibt was zu sehen!
Übrigens, an den meisten Unfällen, verursacht durch zu schnelles fahren, sind Autos von NWR beteiligt.
Auch sollte man bedenken, daß die Preise mittlerweile so hoch liegen, daß sich einige Einheimische einen Besuch schon nicht mehr so ohne weiteres leisten können. Von Übernachtungen (wenn jemand überhaupt den NWR-Service "genießen" möchte) ganz zu schweigen. Und hier rede ich von den Weißen!
Warum nicht einfach den Service noch etwas mieser machen? Das wird den NWR-Leuten am leichtesten Fallen, der Schritt ist nur ein ganz kleiner und übrig bleiben nur noch die Hartgesottenen und unverbesserlichen Besucher. Einfach die Straßen nicht mehr reparieren. Die ganzen Jungs, die dann trotz 4x4 Auto nur mit Heckantrieb fahren juckeln dann eine ordentliche Wellblechpiste zusammen und die Golf-Klasse Touristen scheiden auch noch aus.
Freue mich schon riesig auf diese Diskussion!
LG, Jens
joli3'491 Beiträge · seit 200625. Juni 2009 · #8Hallo Pirnaer,
ich bin nicht der Meinung, dass man dieses Thema so leicht wegwischen kann. Wir erleben die zunehmende Besucherdichte in Etosha seit Jahren und es ist absehbar, dass man in nicht allzuferner Zukunft um Zugangsbeschränkungen wohl nicht herumkommen wird. Ebenso in Sossusvlei.Seitens NWR wird zwar durch Kapazitätenverknappung und Preisanhebung bereits versucht, den Zustrom zu zügeln, aber sowohl Etosha als auch Sossusvlei sind nun mal DIE Hauptanziehungspunkte Namibias und deshalb werden solche Maßnahmen keinen durchschlagenden Erfolg haben.Es wird zwar auf Sicht weniger Übernachtungsgäste im Park geben, aber dafür um so mehr Busse mit Transitgästen.
Ich sehe aber eine Regulierung aus einer ganz anderen Ecke: Preisgestaltung und Unterkunftsqualität IM Park lassen die um Etosha liegenden Lodges immer interessanter werden - und an Zahl zunehmen. Der damit verbundene, exorbitant steigende Wasserbedarf geht zu Lasten des Wasserspiegels in Etosha mit der Folge, dass die Wasserlöcher über kurz oder lang trocken sein werden. Und das wäre dann das Ende von Etosha. Über Zugangsbeschränkungen muss man sich dann keine Gedanken mehr machen.
In Sesriem dagegen ist Derartiges nicht in Sicht. Wenn man das allmorgendliche Sossusvlei-Rennen mal miterlebt hat, dann wird man bei aller persönlicher Betroffenheit wohl kaum anders können, als einer Zugangsbeschränkung zuzustimmen.
Der alte Spruch "Touristen zerstören, was sie lieben" scheint sich auch hier wieder zu bewahrheiten.
Sehr nachdenklich
Joli
KOkonno1'457 Beiträge · seit 200625. Juni 2009 · #9
Khoisan104 Beiträge · seit 200725. Juni 2009 · #10Soll doch beschränkt werden, an diese typischen Touristen-Orte (Etoscha und Sossusvlei) gehe ich sowieso selten bis gar nie hin 😎
Solange nicht eine Zugangsbeschränkung z.B. für's Damaraland eingeführt wird...
Grüsse
Khoisan
Das Universum antwortet auf die menschliche Suche nach Sinn und Glück mit Stille
ACAchim_Sch79 Beiträge · seit 200925. Juni 2009 · #11Nur mal so eine Frage. Sind Sossusvlei und Etosha in der Regel wirklich so überlaufen. Wir waren Ende Mai / Anfang Juni da gewesen.
Sind morgens ganz früh zum Sossusvlei gefahren und es waren insgesamt 3 Autos und ein Bus unterwegs. Die sind sind dann alle zur Düne 45 und wir hatten Sossusvlei ganz für uns alleine. Haben dann lange Wanderungen gemacht und sind gegen 11/12 Uhr Richtung Death Vlei. Auch dort waren wir nach ein paar Minuten alleine.
Im Etosha ähnlich. Hier war auch nicht so viel los. Waren zum Beispiel einmal von 14 Elefanten umzingelt (ein beeindruckendes Ereignis) und konnten uns ca. 20 Minuten nicht bewegen. Es kam in der Zeit kein Auto. Auch an sehr vielen Wasserlöcher waren wir alleine.
Hatten wir nur soviel Glück?
Generell finde ich aber, dass man die Natur unbedingt schützen muss. Sollte man zu der Meinung kommen, dass es zuviele Touristen gibt, muss man die Zahl beschränken. Vielleicht kann man ja Regelungen finden, dass x % an Veranstalter gehen und y % an Individualtouristen.
steffen090875 Beiträge · seit 200825. Juni 2009 · #12Wie voll ist es denn so im Juli?
Wir fliegen in einer Woche für 3 Wochen nach Namibia (Standardroute incl. Sossusvlei und Etosha).
paulimann781 Beiträge · seit 200725. Juni 2009 · #13
Topobär5'479 Beiträge · seit 200925. Juni 2009 · #14Im Vergleich mit vielen anderen Nationalparks weltweit herrscht im Sossusvlei und Etosha gähnende Leere. Die Erwartungshaltung in Sachen Einsamkeit ist aber hier anscheinend eine andere. Das Nationalparks auch eine deutlich höhere Anzahl von Besuchern verkraften, zeigen sehr gut die nordamerikanischen Nationalparks.
Die Frage ist also eher, macht man es sich einfach und begrenzt den Zugang, oder richtet man die gesamte Organisation des Nationalparks auf zukünftige höhere Besucherzahlen aus. Für uns Individualreisende kann ich nur letzteres hoffen.
eicki134 Beiträge · seit 200925. Juni 2009 · #15Wir sind seit ein paar Tagen von unserer ersten Namibia-Reise zurück.
Meiner Meinung nach brauchst du dir im Juli noch keine Sorgen machen,
dass die beiden Parks überlaufen sind. Du musst dich ja nicht unbedingt
am Wochenende in die Parks begeben und wer auf die Hauptreisezeit
angewiesen ist, hat sowieso keine Chance die Parks mit wenigen Besuchern
zu sehen.
Zugangsbeschränkungen sind meiner Meinung nach nicht die Lösung. Auch
wenn ihr dagegen seid, ein Bussystem für das Sossusvlei wie beim Grand
Canyon könnte ich mir sehr gut vorstellen. Jeder kann dann an den
entsprechenden Stationen aus- und wieder einsteigen. Der Run vor und nach
Sonnenaufgang hätte dann ein Ende und die Umwelt würde deutlich geschont.
Im Etosha wäre eine Zugangsbeschränkung nur dann möglich, wenn Jeeps einge-
setzt werden. Somit ist die Tür für kräftig zahlende Kunden geöffnet und der
Individualtourist schaut in die Röhre.
Ramona
Eto557 Beiträge · seit 200927. Juni 2009 · #16Ursache der Probleme ist meiner Meinung nach der unsinnige Massentourismus aus Deutschland, geplant und organisiert von Zeitungen, politischen Parteien, Vereinen, Organisationen etc.
Diese bieten ihren Kunden, Mitgliedern und Freunden in den letzten Jahren verstärkt Namibiareisen – alle Höhepunkte in 12 Tagen, Etosha und Sossusvlei incl. – für einen relativ günstigen Preis an und dann wird durch das Land „gebrettert“, was die Reifen hergeben.
Namibias Tourismusministerium hat sich darauf eingestellt. Die Auswirkungen sehen wir z. B. an den unsinnigen und teuren Renovierungen der Rastlager in Etosha, der Preisgestaltung und den „bunten“ Abenden in den Restaurants.
Diese Reisegruppen-Naturfreunde sind meistens nach 2 Tagen aus Etosha verschwunden, aber dann stehen die nächsten vor der Tür bzw. vor dem Gate.
Meine Anregungen zum Schutz der Natur und der Nachhaltigkeit des Individualtourismus:
Etosha-Zugang nur bei Nachweis von mindestens 5 Übernachtungen in den Rastlagern oder Unterkünften im Umkreis von ca. 70 km, ansonsten bei weniger Aufenthalten oder Tagestourismus den Zugang limitieren, besonders zu stark frequentierten Zeiten.
Ich befürchte aber, dass der Namibia-Tourismus auf das falsche Pferd gesetzt hat.
Diese Karawanen ziehen weiter, morgen oder übermorgen ist irgendwo ein neues Ziel auf der Welt entdeckt. Höchstwahrscheinlich ist uns versponnenen Naturfreunden und Individualtouristen Namibia dann auch nicht mehr eine Reise wert, insbesondere, wenn uns die Einreise erschwert wird, all die kleinen und großen Gauner es zu sehr übertreiben und Herr Nujoma uns gar in den Kopf schießen lassen will.
Die Hoffnung, dass uns dieses liebenswerte Namibia, und ausdrücklich schließe ich da alle Einwohner mit ein, erhalten bleibt, gebe ich noch nicht auf. Aber leider muss ich auch feststellen, dass in den 16 Jahren, in denen ich Namibia 6mal seit 1993 bereist habe, die Verhältnisse leider nicht besser geworden sind.
Eto