Namibia Reise 2009

17 Antworten · 12,0k Aufrufe · gestartet 08. Juni 2009 von lippifax
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Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #1
Ich hoffe ich begehe hier keinen Forumsregel-bruch, indem ich den Reisebericht von mir aus einem Fremdforum verlinke.

Bin zur Zeit dabei diesen ca alle 2 Tage um einen Tag zu erweitern, darum sind bis jetzt erst 5 Tage geschrieben und mit Bildern hinterlegt.

Wer Lust hat, kann ruhig reinschauen 🙂

Grundsätzlich handelt es sich um eine Rundreise April/Mai 2009. Ziele waren Windhoek/Sesriem/Büllsport/Blutkoppe/Swakopmund/Hohenfels/Ethosa

http://www.usa-reise.net/forum/smf/index.php?topic=40159.0

lg
Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #3
🙁

Da dürfte wohl was schiefgegangen sein, in deren Forum, da sonst jeder Link als Gast auch funktioniert.

Ich klär das drüben mit dem Moderator ab und geb wieder Bescheid.

lg
Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #4
Ok das Unterforum ist für Mitglieder rtrag ich den Bericht einfach hierher, falls erlaubt 😉



Im Groben und ganzen geht es nach Namibia und anschliessend 3 Tage nach Dubai. Aber mehr sollte aus dem Reisebericht herauslesbar sein/werden.

Noch kurz zu den Teilnehmern: Ich + Conny + Ente + Hund
Geplant war eine Campingtour im Dachzelt mit gelegentlichen Übernachtungen in Lodges.


Tag 1 Anreise

Heute war also endlich der große Tag gekommen, und sofort wollten wir, daß er auch schon wieder vorbei ist. Vor uns lag eine 36 stündige Anreise über München Dubai Johannesburg und dann endlich Windhoek.

So standen wir also um 5 Uhr in der Früh auf, um mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof zu gelangen. Dieser brachte uns in ca 3,5h zum Münchner Flughafen, in welchem wir die Zeit so gut es ging absitzten. Wir liessen das Gepäck beim Infoschalter versperren und dieser drückte bei 21 kg eine Auge zu ( bis 20kg wars günstiger). Nachdem wir endlich von den Lasten befreit waren, fuhren wir mit der S-Bahn wieder zurück zum Besucherpark, wo wir die Startenden Flieger begutachteten. Das Wetter war aber nicht so hervorragen, weswegen wir schon nach einer Stunde den Rückzug antraten.



Wieder zurück am Flughafen checkten wir endlich bei Emirates ein (diesmal hatte der Koffer nur 17kg....) und warteten wieder mal bis das Boarding begann. Der Flug ansich war unspektakulär und das Boardentertainment war naja. Am Infoscreen sahen wir noch, daß wir einen Bogen um den Irak flogen, aber dann waren wir auch schon in Dubai gelandet. Kurz vorm Landen (ca 50m über dem Boden), sackten wir noch in ein verhältnismässig großes Luftloch, was einige kurze Aufschreie im Flugzeug nach sich zog.

Ortszeit: 23 Uhr 30 und vor uns 5h bis zum Weiterflug.



Die 5h vergingen nach gefühlten 15h endlich und ab ging es in die 777 mit dem besten Boardentertainment das ich bis jetzt gesehen habe. 100te Kanäle Video und einige Spiele.



Bei der Ankunft in Johannesburg eilten wir durch die Gänge, da wir nur 1:15h für den Transfer zur Verfügung hatten, und uns schon im Vorfeld mitgeteilt wurde, daß Zeiten unter 2-3h unmöglich zu schaffen wären. Die Zeit war wirklich knapp, aber dank der bereits in München ausgestellten Tickets, war es doch zu schaffen.

Die letzten 2h mit dem Flieger brachen also an, und um 14 Uhr Ortszeit landeten wir endlich in Windhoek.




Der erste Eindruck: Wow ist der winzig. Also rein in das Gebäude und schon erkannten wir, daß viele Mitreisende vor uns sich besser informiert hatten. Es ging an den Papierkram, wobei im Vergleich der Amerikanische ein Witz ist. Neben Beruf wird zb. auch gefragt, wieviel Geld man in Namibia ausgeben wird.

Nachdem wir die vorletzten waren, die den Papierkram endlich erledigt hatten, war der Officer am Schalter schon recht mürrisch, aber ich bekam meine 19 Tage Visa zugesprochen. Conny hingegen durfte 90 Tage dort bleiben....

Nach der Gepäcksausgabe trafen wir auch schon unseren Transferangestellten der Mietwagenfirma, der uns noch Zeit fürs Geldabheben gewährte. Nachdem der ATM jedoch nur VISA akzeptierte mussten die letzten Euro umgetauscht werden. So starteten wir also unser Abenteuer Namibia mit ganzen 600 NAD in der Tasche (ca 50 Eur).

Der Transfer selber gab uns schon erste Einblicke in den Linksverkehr und die Fahrweise der Namibier. Überholt wird immer und Geschwindigkeitsunterschied ist Nebensache.
Wir überlebten jedoch auch dieses und so trafen wir nach ca 40 Minuten beim Autovermieter AfricanTracks ein, wo wir den ganzen Buchungsprozess im Vorfeld per Email abgewickelt hatten. Schnell noch ca 18000 NAD per Kreditkarte abgebucht und schon gehört der Mietwagen uns. Jedenfalls für die nächsten 17 Tage.

Die Einweisung war kurz und schmerzlos und nach gut 45 Minuten fuhren wir mit unserem Toyota Hilux in Richtung unserer ersten Unterkunft. Schnell noch das Navi gestartet, welches uns den Weg zum Kashima B&B zeigte. Dort angekommen, öffnete uns schon Janette die Tore und ein sehr relaxter Anfang unserer Reise stand bevor. Die Gastfreundschaft ist beeindruckend und wir fühlten uns sofort wohl. Der Kühlschrank war gut mit Bieren gefüllt, welchen wir natürlich ausnutzen und zusammen mit Janette und ihrem Mann quatschten wir noch über unseren bevorstehenden Trip. (Ihr Tip für den Trip: "Habt immer genug eisgekühltes Bier mit!!!!!!") Um ca 19 Uhr suchten wir dann unser Bett auf und fielen glücklich und zufrieden in die Betten.

Namibias Sternenhimmel bei rel. kurzer Belichtung (10 Min)




Ab den morgigen Tag gibts dann mehr Fotos aber am Anreisetag, war uns die Fotolust vergangen......
Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #5
Tag 2 Camp Gecko

Heute wurde für europäische Verhältnisse extrem früh aufgestanden. Aber nicht das Jetlag war schuld. Nein die "blöde" Sonne, welche schon um ca 5:30 mit voller Kraft zu leuchten begann. So standen wir also gemütlich auf, und nach einer Morgendusche wurde erstmal ausgiebig gefrühstückt.


Ente+Hund... unsere Begleiter auf dieser Tour

Anschliessend packten wir das Auto voll und fuhren in die Stadt, um uns für die nächsten 7-10 Tage mit Vorräten zu versorgen. Schnell wurde das Parkhaus gefunden, in welchem SecurityGuides hoffentlich ihrerer Arbeit nachgingen. Da wir jedoch viel zu früh unterwegs waren, hatten alle Geschäfte noch geschlossen, was wir widerum nutzten, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Ausserdem benötigten wir noch einige Permits, die man für spätere Parkbesuche brauchte. Wir schnappten uns also die Karte und gingen zu dem eingezeichneten Standort. Dort angekommen..... Fehlanzeige. Kein Ministy of Tourism weit und breit zu sehen. So versuchten wir unser Glück indem wir den Häuserblock abgingen, aber auch hier hatten wir kein Glück. Eine Polizeistreife konnte uns leider auch nicht mitteilen, wo dieses Ministry den wäre, und so schlenderten wir wieder zurück Richtung Parkplatz. Die Permits sollten wir als Notlösung auch noch eine Woche später in der nächsten Stadt bekommen.



Auf dem Weg zur Kirche, fiel uns aber das Goethe-Institut auf und nach kurzer Überlegung erhofften wir uns dort bessere Chancen, da wir ja auf Deutsch nach dem gewünschten Ziel fragen könnten. Gesagt getan und schon standen wir in einer Art Vorhalle, wo eine ca 120kg Afrikanerin (welche bestes Deutsch sprach) uns entgegen kam. Sie wusste auch nicht genau, wo das Ministry lag, holte aber eine Kollegin zu Hilfe. Mit gemeinsamen Kräften wurde dann ungefähr eine Strasse herausgefunden, in welcher wir unser Glück versuchen sollten.

Nach dieser Fragestunde ging es schnell zur Kirche (wir waren nicht lange dort, da einige dubiose Gestalten herumliefen), und dann weiter zum NWR-Büro bezüglich unserer Permit. Dort angekommen, waren wir zum ersten Mal mit der Afrikanischen Bürokratie konfrontiert. Unterkunft (Camping Blutkoppe) buchen ja, Permits für Übernachten nein, da ja noch genug Zeit dazwischenlag und wir das locker in der nächsten Stadt erledigen könnten..... Na gut, man soll nicht am ersten Urlaubstag zum Streß machen anfangen, und so ging es zurück zum Kaufhaus, welches nun endlich offen hatte.

2 gefüllte Einkaufswagen und 1300NAD später verliessen wir dieses auch wieder mit vielen guten Sachen. Am Parkplatz noch "schnell" alles verstaut und wieder zurück ins Kaufhaus.



Wir brauchten noch bares für die nächsten 10 Tage. Kreditkarte wird hier in Namibia nur sehr selten akzeptiert und auch beim Tanken ist nur bares wares.

So suchten wir uns also einen etwas geschützten Bankomat und gaben 4500$ ein...... Der Automat ratterte und ratterte und wir bekamen es ein wenig mit der Angst zu tun, da man leicht hören konnte, daß wir viel Bargeld bunkerten. Der Weg zurück zum Auto war einer der längsten den ich durchgemacht hatte. Man hörte ja viel von Überfällen und mit soviel Geld in der Tasche war mir nicht gut in meiner Haut.

Wir hatten dies jedoch gut überstanden und schon ging es hinaus aus der Stadt zum nächsten Stop. Unsere Tanknadel zeigte an, daß unbedingt Diesel gebunkert werden musste und so steuerten wir eine Shelltankstelle an. Dort flossen 70,80,90,100,110.... hat der Wagen ein Loch?? ... 120....130 .... 132 Liter, oder 900 NAD in den Tank. Ok für die ersten paar km sind wir also gerüstet. (Angegeben war der Wagen lt. Vermieter mit 12-14 Litern, also ca 1000km Reichweite)



Nachdem also vollgetankt wurde, fuhren wir die B1 (B=Teerstraße, C=Schotter, D=schlechter Schotter,.....) Richtung Rehoboth, wo wir zwecks kurzem Picknick zu einem Stausee fuhren. Dort machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Namibianischen Tierwelt.




Gut 2 Stunden später gings wieder ab auf die Straße zu unserem heutigen Tagesziel: Camp Gecko in der Nähe des SpreeghogtePass. Zum ersten Mal ging es ab auf die Schotterpiste und mit vorsichtigen 60-70km/h "düsten" wir durch menschenleere Gebiete.



Gegen 15 Uhr erreichten wir dann auch den Pass, welcher auf knapp 2000m lag. Dort oben trafen wir noch ein deutsches Ehe(?)paar und quatschten ein wenig über Namibia und die Reise. Sie selber waren schon 14 Tage unterwegs und hatten 5000km heruntergespult.... Für uns viel zu viel, angesichts der niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeit, die man auf den C-Strassen fahren konnte.




So verplapperten wir uns ein wenig und viel zu spät fuhren wir weiter Richtung Campingplatz. Diesen erreichten wir als die Sonne schon fast untergegangen war. Während Conny noch schnell ein paar Sonnenuntergangsfotos schoss, versuchte ich mit dem Zeltaufbau und dem Feuer machen. Das erste (Zelt) war schnell erledigt, aber beim Feuer scheiterte ich kläglich.



Das Brennholz ist so hart, daß man nur mit Grillanzündern weiterkommt. Diese lagen aber gut verpackt im Sparmarkt in Windhoek..... Und die nächste Tankstelle lag 200km weiter südlich. So brutzelten wir unser Fleisch über den Gaskocher und dazu gab es Kartoffeln. Das alles aber natürlcih nur mit eisgekühltem Bier.... wobei..... leider nicht ganz. Beim Putzen des Kühlschrankes in Windhoek hat der männliche Mitfahrer (sprich ich), vergessen das Stromkabel wieder anzuschliessen. 1 Tag bei 30-35 Grad und keine Kühlleistung. Zum Glück hatten wir gekühltes Bier gekauft, welche ein wenig als Kühlakkus fungierten, dies hat uns vor Schlimmerem bewahrt. Trotzdem liessen wir den Motor für gut eine Stunde laufen, damit sich der Kühlschrank ein wenig abkühlte.



Nachdem wir lecker gegessen hatten, schlossen wir den Tag mit einem Bierchen ab und dem schönsten Sternenhimmel den ich seit Jahren oder Jahrzehnten gesehen hatte.


Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #6
Tag 3 Sesriem

Heute wurden wir wiedermal von einem grandiosen Sonnenaufgang geweckt und so ging es gut gelaunt Richtung Dusche.




Wir waren die einzigen Gäste auf dem Campingplatz und so war es ruhig und friedlich. Unter der Dusche erstmal Ratlosigkeit... Warum wird das Wasser einfach nicht warm? Die Vermutung das es per Solarheizung funktioniert schliessen wir mal aus, und so wird die Dusche umkreist. Und wirklich, hinter dem Häuschen findet sich die Antwort in Form eines kleinen Ofens. Dieser wurde schnell angeheizt und kurz gewartet, bis das Wasser warm wird. Da es unsere erste Begegnung mit solch einer Dusche ist, sind wir jedoch zu Früh unter das lauwarme nass, denn der Boiler hat sich einfach noch nicht genug aufgeheizt.



Nach der Morgendusche wurde dann noch schnell das Frühstück zubereitet und mit Ausblick über die Savanne verspeist. Nachdem der Abwasch und das Abbauen des Zeltes erledigt wurde, fuhren wir zur Besitzerin und bezahlten die Übernachtung. Auch hier quatschten wir wieder ein paar Minuten und erfuhren ein wenig über das Leben so fern ab jeglicher Zivilisation.



Unser nächstes Ziel war der bekannte SpreeghoogtePass, da wir vermuteten, daß wir den Selbstauslöser der Canon dort oben verloren hatten. Auf dem Weg zum Pass kamen uns die von gestern bekannten Deutschen entgegen, die ein wenig komisch schauten, daß wir wieder den selben Weg zurückfuhren.
Oben angekommen dann die Enttäuschung: von Selbstauslöser keine Spur, jedoch wirklich große Hoffnungen hatten wir nicht, den dort zu finden. So blieben wir also ca 30 min vor Ort und aßen eine Kleinigkeit während wir die Aussicht genossen.




Immer wieder wurde die Ruhe jedoch von kurzen Schreigeräuschen unterbrochen und so suchten wir die Berge ab, damit wir den Übeltäter ausfindig machen können. Nach kurzer Suche mit dem Fernglas war eine große Gruppe Paviane gesichtet, die wir natürlich genauer beobachteten, als diese den Berg erklommen.



Nachdem so ca der letzte Pavian verschwunden war, ging es weiter zum nächsten Ziel: Sesriem mit den Dünen. Die Fahrt selber war geprägt von endlosem Nichts, daß jedoch sehr beeindruckend.



Bei einer Kreuzung incl Tankstelle (zu Vergleichen mit Hackberry) wurde abgebogen und ein paar km weiter erreichten wir den NWR-Stützpunkt. Am Campground wurde dank Vorbuchung rel. schnell eingecheckt und so suchten wir unseren Stellplatz mit der Nr. 5. Am Weg dorthin auf Stellplatz 2..... genau die bekannten Deutschen von gestern/heute/morgen(?).
Auf unserem zugeordneten Platz schlugen wir ein kleines Lager auf, da wir einen kleinen Snack zu Mittag essen wollten.
Ausserdem warteten noch 2 Dosen Windhoek Tafel auf deren Vernichtung. Als wir gemütlich aßen, kamen auch schon die Deutschen vorbei, die uns für den Abend zum Essen einluden... Ok zum Essen nicht direkt, aber sie würden das Feuer zur Verfügung stellen. Im Gedanken an unser gestriges Debakel sagten wir natürlich zu.



Nach gut einer Stunde packten wir wieder alles zusammen und machten uns auf dem Weg in das Vlei.



Düne 45 war nach 45 km passiert und weitere 20km später endete die Teerstraße. (Diese wurde gebaut, da der feine Staub der vielen Touristenautos die Vegetation fast zum Absterben gebracht hätte.) Die letzten 4 km ging es durch tiefen Sand, den Conny in ihrer ersten 4WD-Fahrt mit Bravur gemeistert hat. Beim Deadvlei blieben wir stehen und versuchten die Wanderung in Angriff zu nehmen. Leider war der Weg jedoch nur sehr spärlich gekennzeichnet und wir wollten uns so spät am Nachmittag nicht verlaufen. So erkundeten wir die nähere Umgebung und nach ca 45 min fuhren wir zurück zur Düne 45 wo wir ein Stück raufwanderten. Als Vergleich: Bergsteigen ist 100x einfacher, als so eine Düne rauf.......




Nachdem wir den Sonnenuntergang erlebt haben, fuhren wir wieder mit verringerter Geschwindigkeit zurück zum Camp, da die Sicht fast bei 0 lag. Ausserdem wollte ich keinen Unfall mit einem 200-400kg Tier erleben.



Beim Camp angekommen, haben wir zu allererst wieder das Zelt aufgeschlagen und uns für die Grillerei fertig gemacht. Der Abend endete so mit ein wenig Bier und gegrilltem Fleisch bei einem netten Plausch mit den schon "gut" bekannten Deutschen. Zu Bett gingen wir schon rel. früh, da wir morgen um 4 Uhrraus wollten...

Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #7
Tag 4 Büllsport

Der Tag begann grausam, den um 4 Uhr 15 läutete der Wecker. Grund für diese Qualerei lag an dem frühen Sonnenaufgang in Namibia. Als Besucher des Sesriem-Camps durfte man eine Stunde vor dem Sonnenaufgang in den Park fahren, um dann Richtung Dünen zu hetzen. (Was sich normalerweise nicht ausgeht). So beschränkte sich das Frühstück und die Morgenwäsche auf ein Minimum und um 5:15 reihten wir uns vor dem Parktor ein. Dort wurde von einem Angestellten in Ruhe die Autonummer notiert und das Permit gesichtet.

Nach dieser Prozedur konnten wir uns auf die 1-Stündige Fahrt zum hinteren Teil des Parks aufmachen. Die Düne45 wurde schon von 2 Busladungen belagert und deshalb entschieden wir uns weiterzufahren. Den Sonnenaufgang hatten wir schon verpasst und so fuhren wir bis zum Deadvlei Parkplatz.



Wir überlegten kurz, ob wir weiter zum Soussusvlei zu fahren, kamen aber zu dem Schluss, daß dort hinten sicher 100te Menschen herumlaufen, und im Deadvlei keiner. (Parkplatz war leer). So packten wir den Rucksack mit genügend Wasser und machten uns mit Hilfe des GPS und einer groben Ahnung auf den Weg.

Ab und zu bemerkten wir einen Anhaltspunkt, der den "Weg" markieren sollte (Wenn Interesse besteht, kann ich versuchen ein GPS-Log vom Weg hier einstellen) und so kamen wir nach ca 45 Minuten im Tal an.



Dort angekommen bestätigte sich unsere Vermutung: Keine Menschenseele. So verbrachten wir die nächsten 2 Stunden damit in absoluter Ruhe unsere Fotos zu schiessen und die Landschaft auf uns wirken zu lassen.




Ab und zu hörten wir es in der Ferne quaken, wussten jedoch nicht wie hier ein Frosch ohne Wasser überleben konnte. Die Antwort auf diese Frage bekamen wir am selbigen Abend....




Nach diesen 2 Stunden merkte man den Touristenzustrom, und so machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Der Rückweg war jetzt schon ein wenig anstrengend, da die Sonne mit voller Kraft auf uns herabschien. Am Parkplatz genehmigten wir uns eine kleine Pause bevor es ganz zurück zur Soussosvlei ging. Ich selber war vom Deadvlei mehr angetan, aber gesehen sollte man die Düne und das Tal schon. Ausserdem sahen wir dort unsere erste kleine Schlange, die aus sicherer Entfernung fotografiert wurde.





Ca 2 Stunden später und ein paar Höhenmetern (ganz rauf sind wir nicht) kehrten wir um und fuhren zurück zum Campingplatz da wir dort die benötigten Permits für den Naukluftpark in 3 Tagen bekommen sollten. Am Weg zurück überflog uns noch sehr tief ein 4 motoriges Flugzeug, welches wir 30 Min später am Boden wiedersahen.



Dieses Vorhaben war jedoch um einiges schwieriger, da die Angestellte vor Ort fast nicht einsah, warum wir heute schon kommen, da wir ja noch genügend Zeit hatten. Nach gut 30 Min konnten wir ihr jedoch erklären, daß wir an keiner Permit-vergabe-Stelle mehr vorbeikommen werden, und so händigte sie uns die gewünschten Permits mit einem "Ich-muss-also-jetzt-arbeiten"-Seufzer aus.

Diese Hürde wurde aber auf gemeistert und so ging es zu unserem nächsten Ziel: Büllsport. Dort wollten wir 2 Nächte verbringen und am nächsten Tag eine Wanderung unternehmen.
Die Fahrt dorthin war wieder geprägt von endloser Landschaft und einigen wilden Tieren. Sehr angetan waren wir von unserem ersten in freier Wildbahn lebenden Zebra, welches wir auf der Hinfahrt entdeckt hatten.

In Büllsport angekommen unternahmen wir noch einen Farm-Drive, wo uns der Farmbesitzer die Grundregeln des Farmbesitz und sein Grundstück zeigte. Auf insg. 25000 Hektar wird hier Viehzucht betrieben, wobei die Anzahl der Tiere im Vergleich zu Europa gering ist. Ausserdem schimpfte er über die Paviane, die ihm Jahr für Jahr mehrere Tiere töteten.

Die ganze Fahrt dauerte ca 2h und wir sahen Oryxe, Springböcke und Wüstenfrösche. (+ einige mehr). Die Wüstenfrösche selber waren am lustigsten, da es eigentlich Vögel sind, jedoch Quak-laute von sich geben. Da die Eingeborenen die Tiere aber nach deren Eigenschaften benennen, heissen diese eben Wüstenfrösche. Damit hat sich auch das Gequake im Deadvlei aufgeklärt.







Am Abend las ich noch bei meinem in München gekauften Buch weiter und um 7 Uhr wurde Abendessen serviert. Hier war alles sehr familär, da man mit den anderen Gästen, Farmbesitzer, höheren Angestellten der Farm an einem Tisch gegessen hat. So erfuhr man so einiges über Land und Leute. Erwähnenswert wäre noch zu sagen, daß in vielen Guestfarmen eine Open-Kühlschrank-Politik herrscht. Man nimmt sich was man will und schreibt das auf einen kleinen Zettel. Kassiert wird dann bei der Abrechnung.

Nach dem leicht komischen Essen (Schnitzel mit Spinat und Karfiol) ging es dann ins Bett um für die morgige Wanderung gerüstet zu sein.

Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #8
Tag 5: Köcherbaumschlucht-Wanderung


Gleich nach dem Aufstehen wurden unsere Rucksäcke gepackt, da heute eine halbtägige Wanderung auf dem Programm stand. Das ganze dauerte nur ein paar Minuten, und so gingen wir gemütlich Frühstücken. Der Tisch war reichlich gedeckt und so waren wir gut gestärkt um die Wanderung in Angriff zu nehmen. Die Wandergruppe bestand noch aus 4 weiteren Mitwandereren die noch ein paar Minuten länger für das Frühstück brauchten.

Um ca 7 Uhr wurde der 70er-Jahre-Landrover bestiegen und der 76 Jährige Fahrer tuckerte mit uns gemütlich durch das Farmgelände. Unterwegs wurde öfters ein Stop eingelegt, da einige Tiere unseren Weg kreuzten.




So sahen wir unter anderem Zebras/Springböcke/Paviane und ein paar Papageien. Letztere waren aber zu schnell für das Objektiv und so bleiben nur die Errinnerungen an diese Vögel.

Die Anfahrt war manchmal schon sehr wackelig und auch sehr steil, aber der alte Landrover vollbrachte gute Dienste.



Auf einem Plateau, wo auch der Sendemast für die Kommunikation der Farm mit der Aussenwelt stand, wurde eine kleine Pause eingelegt. Der Wind bliess jedoch so stark, daß wir schon nach kurzer Zeit wieder zurück ins Auto verschwanden.




Die restlichen 30 bis 45 Minuten zum Parkplatz vergingen sehr hopprig und wir bekamen ein paar Informationen über das Gelände und die Farm vom Fahrer. Dies wurde manchmal mit Händen und Füssen "ausgedeutscht", da der Fahrer deutsch nicht wirklich gut sprach, was ja auch irgendwie logisch ist.

Am Parkplatz angekommen wurde noch schnell das GPS eingeschalten und ab ging es in das Tal. Die 4 Wanderer legten eine schnellere Gangart ein, aber wir liessen uns genügend Zeit für den Abstieg.



Im Tag angekommen trafen wir nochmals kurz auf die anderen Wanderer, aber die sprinteten wieder los. Durch diesen Umstand waren wir wieder alleine und genossen das unrealistisch grüne Talstück.




Die Wanderkarte, welche wir beim Briefing kurz nach dem Frühstück erhalten hatten, leistete gute Dienste und so war ein verirren ausgeschlossen. Die Route ansich war einfach zu gehen, jedoch gab es an 2 Punkten die Möglichkeit den Weg durch ein anstrengenderes aber schöneres Teilstück zu ersetzen. Durch diesen Umweg kam man zb. bei Wasserpools vorbei in denen man Baden konnte.



Wir wählten natürlich solch einen Umweg, um uns die Natur genauer ansehen zu können. Das Baden in den Pools war jedoch zu kalt, und so reichte es nur für eine kleine Fusserfrischung. Nach dieser Erfrischung versuchten wir den Weg weiterzugehen, standen aber plötzlich vor einem ca 20meter langem Überfluteten Teilstück.



Nach ein paar Minuten Überlegungsphase kamen wir auf 3 Lösungsvorschläge.
a) Durchschwimmen
b) zurück
c) den steilen Berg rauf, da oben der leichte Weg vorbeiführen muss

Lösungsweg a schied aus, da wir einiges an Fotoequipement mit hatten und das Risiko eines Schadens zu hoch war. B hätte einen Einstündigen Umweg mit sich gebracht und so entschieden wir uns für Variante c. Ich teste das Terrain und fand langsam aber stetig einen Weg nach oben. Conny wartete unten , und auf mein Zeichen kletterte auch sie nach oben.



Die restliche Stunde, die die Wanderung noch bis zum vereinbarten Treffpunkt dauern sollte, war ohne gröbere Vorkommnisse, aber umso schöner. Für das trockene Afrika war viel Wasser vorhanden und somit blühte sehr viel.



Am Parkplatz angekommen war unser Transferfahrzeug nicht zu entdecken, da er vermutlich mit den 4 anderen Wanderern unterwegs war. So entschieden wir ihm ein paar km entgegenzugehen, da uns warten zu langweilig erschien. Nach gut 30 Minuten kam uns dann auch schon der vertraute Landrover entgegen und nach einem kühlen Getränk ging es zurück zur Farm.

Dort wurde erstmal eine Dusche fällig und als Belohnung für die Tour machten wir uns eine Flasche Südafrikanischen Weins auf. Zwischendurch besuchten wir noch den Farmeigenen Shop, da wir noch Milch und Kekse für die nächsten Tage benötigten. Der afrikanische Shopangestellte war sehr nett und konnte perfekt deutsch, da er vor einigen Jahren in die DDR geschickt wurde. (Manche errinnern sich vielleicht an das Buch "Kind Nr.95", da war er einer davon). Er war sehr interessiert an Österreich und so plauderten wir ca 30 Minuten mit ihm über Deutschland und Österreich, wobei wir nebenbei noch die Milch und Kekse gekauft haben.

Am Abend wurden wir dann noch Zeugen eines "In-10-Tagen-ganz-Namibia"-Reisenden, da diese in einem Tag von Swakopmund über Sesriem nach Büllsport gefahren sind. Das sind gut 8-10 Stunden Fahrt ohne Unterbrechung. Da schüttelte sogar der Farmbesitzer den Kopf wie man sich sowas antun kann und bei vielen Attraktionen einfach vorbeifahren kann.

Nach dem Abendessen verzogen wir uns noch mit unseren Büchern auf das Zimmer und schliefen nach kurzer Zeit ein.

Themenstarter17 Beiträge · seit 200908. Juni 2009 · #9
Tag 6 Blutkoppe

Nach dem ausgiebigen Frühstück mit selbstgebackenem Brot wurde noch schnell die Rechnung bezahlt und schon waren wir wieder auf der Straße durch die Namibische Ferne. Unser Ziel für heute war der Naukluft NP, wo wir einen Campingplatz reserviert hatten. Die Strecke zum NP war ohne Probleme zu bewältigen und ab und zu sahen wir Paviane oder Strausse am Wegesrand.

Vor dem NP wurde noch schnell ein Fotostop beim "Tropic of the Capricorn" eingelegt, wobei sich die Strassenkarte und das Navi hier nicht ganz sicher sind, ob der Platz richtig liegt.



Lt. Wikipedia wandert diese Linie aber pro Jahr um ca 15 m und von daher kann es leicht zu einer Verschiebung kommen. Nach diesem kurzen Fotostop erreichten wir schnell den Parkeingang, wo jedoch keinerlei Aufsichtsstation ist. Ob es Parkranger gibt, weiss ich nicht, vermutlich jedoch schon.



Im NP entdeckten wir wieder einige Strausse incl Babys am Horizont, die wir aus näherer Entfernung fotografierten wollten. Zu diesem Zweck wendeten wir das Auto und wollten schon Richtung Strausse düsen, als wir am Wegrand einige Erdhörnchen sahen. Diese beobachteten wir ungefähr 30-40 Minuten und machten natürlich viele Fotos von den kleinen Tieren. Die Strausse waren danach natürlich schon über alle "Berge" äääähhh Ebenen 😉 .



Bei der Weiterfahrt sahen wir noch eine riesige Herde Springböcke, die sich über den gesamten Horizont erstreckte. Auch hier verweilten wir ca 30 Minuten und fragten uns, wie so eine Gruppe genug Wasser oder Essen finden kann. (Ein Gigapixel-Bild versuche ich gerade zu erstellen und upzuloaden. Da brauch ich aber noch einen Webserver dazu)




Die weitere Fahrt zum Campingplatz war für Namibische Verhältnisse schnell vorbei und so suchten wir uns den besten Platz aus. Der Campingplatz an sich ist nicht bewacht, wobei es passieren kann, daß ein Ranger vorbeikommt und das Permit kontrolliert. Nachdem wir unseren "Luxus-Platz" mit Dachterrasse und Kochhöhle gefunden hatten, wurde das Auto so gut es ging eben positioniert, damit das Abendliche Schlafen zum Vergnügen wird.




Es war kurz nach Mittag und so kochten wir uns 2 Kürbisse und ein paar Kartoffeln. Den Kürbis hatten wir sofort mit Streichkäse und Brot verputzt, die Kartoffeln hoben wir uns für den Abend auf.



So gestärkt wollten wir den "Berg" besteigen, um die grandiose Aussicht zu geniessen. Der Aufstieg war teilweise ein wenig gefährlich, wie wir aus dem Reiseführer bereits wussten. Der Stein sprengt sich durch die starken Temperaturunterschiede langsam ab und bleibt locker liegen. Steigt man unglücklich darauf, kann es passieren das man ein paar Meter abstürzt.



Wir schafften den Aufstieg jedoch ohne Probleme und wurde von der Aussicht überwältigt. Oben am Gipfel wurde noch schnell ein SMS an die Daheimgebliebenen geschickt, um diese ein wenig zu ärgern 😉



Wieder gönnten wir uns eine Verschnaufpause von gut einer Stunde, in welcher wir keine Menschenseele im Umkreis von 40km sahen.




Der Abstieg war auch schnell geschafft und am Lagerplatz richteten wir es uns gemütlich auf der Dachterasse ein. Wie man vielleicht im Bild von oben erkennt, ist oben links eine leicht verkokelte Stelle. Dort war der Kamin, in welchem wir ein Feuer für die Nacht anzündeten. Rechts davon konnte man windgeschützt in einer kleinen Höhle sitzen und die Sterne beobachten.

Der restliche Tag wurde mit Kochen eines Kartoffel-Wurst-Reste-Gerösteten und Lesen verbracht. In der Nacht genossen wir die Sternenklare Nacht und versuchten uns an einigen Sternenfotos. Leider versagte Connys Akku 10 sek (*GRRRRRR*) vor dem Abspeichern eines 2h-Belichtungsfotos. Wir wechselten den Akku und versuchten noch ein 45min-Bild, da es doch schon ein wenig Kühl wurde. Nach diesem Foto legten wir uns ins Bett und kuschelten uns in unsere wohlig warmen Schlafsäcke.



Geister im Camp:



1'490 Beiträge · seit 200609. Juni 2009 · #10
BITTE: mehr, mehr, mehr.....

Das sind ja traumhaft schöne Fotos und eine superschöne Reisebeschreibung. DANKE.
So liebe ich Namibia......

Herzliche Grüße
helen
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457 Beiträge · seit 200609. Juni 2009 · #11
Ich bin begeistert von Eurem Reisebericht !!!!!

Herzlichen Dank

Gruss Armand
Meine Namibia Fotos sind unter folgendem Link ersichtlich: - https://photos.app.goo.gl/UokeW5F8hHaL2VKE9 - https://photos.app.goo.gl/aVHwTKFFX6ELhcSE8 - https://photos.app.goo.gl/8497LJDueibD2Z699 - https://photos.app.goo.gl/72UEcGmAKF15guwz5 - https://photos.app.goo.gl/f2FwFcoASU16dLxHA - https://photos.app.goo.gl/J5g8x5fxBdFkrSXa9
34 Beiträge · seit 200909. Juni 2009 · #12
Ein Super Reisebericht wir starten in 3 Wochen die gleiche Strecke.
Wie ist das mit den Permits , ich dachte das Permit erhalten wir auf dem Campgroubd Sesriem, den haben wir vorgebucht.??
Bitte schickt bald weitere so authentische Kommentare eurer Reise
Liebe Grüße
Jobo
Themenstarter17 Beiträge · seit 200910. Juni 2009 · #13
Tag 7 Swakopmund

Der Tag begann mit einer Minidusche, indem wir den 40Liter-Kanister ein wenig öffneten und das Wasser für eine Dusche nutzten. Das Zusammenpacken des Zeltes und der übrigen Sachen haben wir schon langsam im Griff und dauerte nur mehr ein paar Minuten.




So starteten wir wieder sehr zeitig Richtung Swakopmund, wobei wir einen kleinen Umweg über eine 4x4 Strecke wählten. Dieser war jedoch nur einmal kurz sandig, und wir wussten nicht, warum hierfür ein 4x4 benötigt werden würde.



Auf der "Hauptstrasse" sahen wir in einer kleinen Senke ein paar Nara(?)-Melonen, und wir stoppten kurz um diese fotografieren zu können.



Wieder einmal waren wir die einzigen weit und breit, wodurch wir viel Zeit hatten, die Stille der Wüste auf uns wirken zu lassen. Sehr amüsiert hat uns kurze Zeit später das Schild "Dustfree Section ahead", wo dann 100-200m Asphaltstraße waren. Dort trafen wir auch auf eine Gruppe von Radfahrern, die in dieser Hitze ihrem Sport nachkamen.



Die Abzweigung zu den Welwitscha-Pflanzen wurde natürlich auch genommen und so fuhren wir zurück zu diesen alten Pflanzen. Die ersten dieser Pflanzen waren sehr beeindruckend, und im speziellen noch beeindruckender, als wir im Reiseführer erfuhren, daß diese nur aus 2 Blättern bestand.



70Jahre "jung":



1500 Jahre:


Leider erfuhren wir auch, daß vor einigen Jahren Touristen eine 2000 Jahre alte Pflanze zum Spaß abgefackelt hätten.........*no comment*. Die am weitesten entfernte Welchwitscha war dann die "neueste" älteste mit 1500 Jahren, die wir uns natürlich auch anschauten. Conny benutzte das vor Ort vorhandene Plumpsklo und entdeckte dadurch diese Stabheuschrecke (sofern es eine ist).



Die Weiterfahrt führte uns entlang eines Lehrpfades, an welchem in unregelmässigen Abständen Tafeln mit Nummern aufgestellt waren. Leider war vor Ort keine Info erhältlich, aber unsere 2 Reiseführer hatten Informationen darüber.


Ein Infopunkt stellte die Lage eines Camps dar, wo man alte Panzer/Traktor-Ketten sehen konnte. Hier versteckten sich Truppen im Krieg und hinterliessen ihre Spuren.



Der Weg führte uns über die sogenannte "Moonland", weiter zum letzten Punkt des Lehrpfades.



Bei Nr.1 dieses Lehrpfades wurde uns bewusst wie anfällig dieses Ökosystem hier ist. Durch die Touristen wurden die kleinen Pflanzen hier komplett ausgerottet, da diese als Souveniers mitgenommen wurden. (Oder aber auch zertreten wurden). Ein paar Reste lagen auf den Steinen, aber diese waren vermutlich von Touristen oder sonstwem hingelegt worden.

Der Naukluftpark lag nun hinter uns und wir erreichten nach kurzer Fahrt Swakopmund. Im ersten Moment waren wir sehr schockiert über die Industrie und den Abfall und wir überlegten, ob es eine gute Idee war, hier 3 Nächte zu buchen. Unser Guesthouse (Central Guesthouse) wurde dank Navi schnell gefunden, und nach 2 Minuten standen wir mit dem Auto schon am gesicherten Parkplatz. Die Zimmer waren sehr luxoriös und wir genehmigten uns gleich mal eine ausgiebige Dusche. Die Besitzerin war freundlich aber auch ein wenig "kühl". Im Vergleich zu Kashima B&B, oder Camp Gecko, wo die Besitzer mit uns über Gott und die Welt geredet haben, wurden wir hier eher wie im Hotel höflich zurückhaltend behandelt. (Soll jetzt nicht negativ sein, aber das war unsere subjektive Meinung).

Den Rest des Tages bis zum Abendessen verbrachten wir im Zimmer, um uns ein wenig zu erholen. Ich fernsehte ein wenig und Conny nutzte die Zeit für ein kurzes Nickerchen.

Um 18 Uhr gingen wir dann zum Grapevine-Restaurant, wo wir ein extrem leckeres Steak verspeisten. Zusätzlich nahmen wir noch an einer kleinen Weinverkostung teil, wo uns sehr unterschiedliche Weine serviert wurden. Abgerundet wurde das ganze noch mit einem leckeren Nachtisch und so gingen wir gut gesättigt wieder zurück zur Unterkunft. Auf halben Wege waren wir froh, über den gesicherten Parkplatz, da bei einem Toyota Corolla die Seitenscheide auf dem Boden zersplittert lag. Das war aber unsere einzige negative Erfahrung in Swakopmund.

Im Guesthouse schliefen wir schnell ein, da morgen die Living Desert Tour auf uns wartete.....

Themenstarter17 Beiträge · seit 200910. Juni 2009 · #14
jobo schrieb:
Ein Super Reisebericht wir starten in 3 Wochen die gleiche Strecke.
Wie ist das mit den Permits , ich dachte das Permit erhalten wir auf dem Campgroubd Sesriem, den haben wir vorgebucht.??
Bitte schickt bald weitere so authentische Kommentare eurer Reise
Liebe Grüße
Jobo
Den Reisebericht hatte ich ursprünglich für das usa-reiseforum geschrieben, und da ist Permit=Nationalparkeingang. Permits bekommt man natürlich am Campground Sesriem. In unserem Fall mussten wir die Angestellte jedoch gut 15 Minuten überreden, daß sie uns diese auf gab.

lg
841 Beiträge · seit 200810. Juni 2009 · #15
Hallo Lippifax,

kleine Ergänzung zu deinen Bildern.
die kleinen Melonen -- das sind Wüsten Tsammas (engl. bitter apple)

die kurzen "dust free sections" wurden von der Uranabbaumine "Langer Heinrich" eingerichtet um Möglichkeiten zu haben um die schweren LKW´s überholen zu können.

Gruß
Namib Tom
Abenteuer in Namibia individuelle Reisen durch Namibia
Themenstarter17 Beiträge · seit 200910. Juni 2009 · #16
Namib Tom schrieb:
Hallo Lippifax,
die kurzen "dust free sections" wurden von der Uranabbaumine "Langer Heinrich" eingerichtet um Möglichkeiten zu haben um die schweren LKW´s überholen zu können.

Gruß
Namib Tom
Ok das macht Sinn. Danke für die Erklärung

lg
Themenstarter17 Beiträge · seit 200922. Juni 2009 · #17
Sorry für die Wartezeit, aber in der letzte Woche war leider keine Zeit um diese Zeilen zu tippen.

Tag 8 living desert tour

Der Tag startete gut mit einem überaus reichhaltigen und leckeren Frühstück. Der Rucksack für die kommende Tour war ja schon am Vortag gepackt und so warteten wir vor der Haustüre auf das Auto, welches uns für die heutige Tour abholen sollte. Wir vermuteten einen normalen Geländewagen und so waren wir schon voller Freude als 15 Min später solch einer vorbeifuhr. Leider galt dieser aber einem anderen Pärchen. Somit war wieder warten angesagt.... Ca 25 Minuten später fuhr dann ein riesiger Landrover der britischen Armee vor. V8 und viel altes Blech. Der Tag startete schon super für mich. Das Gefährt hatte ungefähr 10 Sitzplätze, wobei schon 6 Personen mitfuhren. Die restlichen 3 Teilnehmer wurden noch schnell in der Stadt aufgegabelt. So erreichten wir nach ungefähr 30 Minuten das Aussenbezirk von Swakopmund wo auf Sand der Reifendruck abgesenkt wurde. 0,5-0,8 bar waren ab hier angesagt. Dieser Vorgang dauerte weitere 30 Minuten, wobei die Zeit genutzt wurde, um uns in die Geologie der Wüste einzuweisen.



Nachdem alle eingestiegen waren, fuhren wir gemütlich in der Wüste herum, als plötzlich unserer Fahrer abrupt bremste und aus dem Wagen sprang. Er lief zurück an das Heck des Autos und buddelte wie verrückt im Sand. 30 Sekunden später kam er wieder zurück und wir setzten die Fahrt fort..... Das Spiel wiederholte sich nach 4 Minuten erneut, aber mit einem besseren Ergebnis. Die Dancing White Lady wurde ausgebuddelt. Die Spinne wurde natürlich sofort abgelichtet und von allen Seiten bewundert. Eine Kuriosität dieser Spinne ist, daß sie nicht die Dünen runtergeht, sondern sich zu einem Rad "umbaut". Dadurch ist sie um einiges Schneller als zu Fuss.




Weiter ging es und unser nächster Fund sollte ein Chameleon sein. Dieses thronte auch schon ein wenig mayestetisch auf einem kleinen Hügel. Schnell das Auto abgestellt und ab zum Chameleon um ein paar Bilder zu schiessen. Ein Käfer wurde als Köder benutzt, den das Chameleon natürlich sofort jagte.



Leider war die Kamera zu langsam um die Zungenbewegung zu erwischen. Danach wurde das Tier noch auf die Hand einer Chinesin gesetzt, die furchtbar zu quitschen anfing deswegen. Da tat einem das Tier schon leid *gg*. Danach war meine Freundin mit halten dran, und da ihr Spruch vorm Urlaub war : "Wenn ich kein Chameleon sehe, dann bin ich sauer!!!", war dieser Punkt auch abgehakt.





Das nächste gefundene Tier sollte eine Echse sein, die sich schon einen dicken Winterspeck angefressen hat.



Setzt man das Tier auf den Wüstensand, so ist es ein verdammt flinker Läufer. Natürlich wurden auch hier wieder tausende Fotos geschossen und der Reiseführer erzählte uns einige interessante Sachen zu den jeweiligen Tieren. Nachdem alle Reiseteilnehmer genug Fotos und Infos zu dem Tier hatten, wurde dieses wieder zu dem Ort gebracht wo es gefangen wurde. Dort grub es sich schnell wieder ein und wir brausten weiter.


Gut 15 Minuten fuhren wir zu unserem nächsten Stop. Dort angekommen verliess der Reiseführer das Auto und suchte in der Umgebung nach dem nächsten Tier. Diesmal sollte eine Sandviper oder Sandpuffotter unser Ziel sein. Ca 20 Minuten dauerte die Suche und ich stieg in der Zwischenzeit aus und machte es mir im Schatten ein wenig bequem. Die Schlange war gut eingegraben und fast nicht zu erkennen.




Erst bei genauem betrachten sah man ein paar Augen aus dem Sand schauen. So wurde ein großer Respektabstand gewahrt, da keiner von uns gebissen werden wollte. Zum Glück hatte ich das Teleobjektiv drauf, und so konnte ich die Schlange aus der "Nähe" fotografieren.



Gut 20 Minuten dauerte dieser Teilabschnitt und nachdem sich die Schlange wieder in das Gebüsch verkrochen hatte, fuhren wir weiter.


Uns fiel schon die ganze Zeit die leicht "dreckige" Sandoberfläche auf, und beim nächsten Stop wurde uns erklärt was es damit auf sich hat. Der Dreck ist nämlich Eisen und färbt die Dünen schwarz.



Es gab mal Pläne dieses mit Hilfe eines Magneten abzubauen, aber da auch die Rede war von einem Chemischen Prozess entschied man sich dagegen. Sehr zum Glück für dieses Ökosystem.

Ein paar Minuten weiter sahen wir noch eine komische Gattung von Wüstenbewohnern, die den ganzen Tag eine Düne raufspazierten, um dann mit einem Brett unter den Füssen wieder runterzuwedeln. Das muss wohl ein Ritual an die Götter sein 😉




Unser letztes Tier auf der Tour war dann noch der Wüstengecko, der einmal ausgebuddelt, nicht mit Sonnenlicht in Berührung kommen darf, da er sonst austrocknet.



So schützten wir ihn im Schatten des Landrovers und besprühten ihn mit Wasser. Das Tier hat mich am meisten beeindruckt, da ich nie vermutet hätte in der Wüste auf ein Gecko zu stossen. Auch hier wurden natürlich Fotos gemacht und nach 15 Minuten wurde eine neue Behausung für das Tier gebuddelt. Zuerst wurde hierfür ein ca 30 cm tiefes Loch gegraben, bei welchem die Seitenwände mit Wasser verstärkt wurden. Danach folgte das graben eines kleinen Loches, wo der Gecko reingesetzte wurde.

An diesem Punkt war es wichtig, daß der Gecko von alleine zu graben beginnt, da er sonst nicht unter die Erde kommt. (Im positiven Sinne natürlich). Würde man den Gecko einfach mit Sand zuschütten, würde er raufgraben und an der Sonne verbrennen.



Deswegen hatte der Reiseführer auch von der gestrigen Tour einen Gecko mit, der sich 45 Minuten lang weigerte von alleine in den Sand zu graben. Heute jedoch buddelte er nach ca 5 Minuten und alles war in bester Ordnung.


Der Letzte Teil der Tour bestand im Herunterfahren der Dünen, bei ausgeschaltenem Motor. Das hat den Effekt, daß die Dünen zu "singen" anfangen, was sich so erklärt, daß unter dem Sand Luftpolster entstehen, die dann an der Oberfläche "aufplatzen" und den Gesang erzeugen. Das ganze Schauspiel dauerte ca 30 Sekunden und konnte natürlich nicht auf Foto festgehalten werden.




Leider war hier die Tour auch schon zu Ende und wir fuhren über die Asphaltstrasse zurück nach Swakopmund, wo man uns vor dem Hotel absetzte. Ein bisschen Entspannung tat uns gut und so verbrachten wir ein paar Stunden am Zimmer beim Augenausrasten.


Am Abend gingen wir noch in die verlassene Stadt (es war Sonntag) und assen im Omba-Restaurant ein sehr leckeres Straussensteak. Das zurückgehen zum Hotel war ein wenig gespenstisch, da keinerlei Personen unterwegs waren. Und falls doch, dann überlegt man natürlich ob die einen Schaden wollen oder nicht. Wir hatten aber Glück und erreichten gut gelaunt, aber doch erschöpft von den Strapazen des Tages unser Guesthouse.


594 Beiträge · seit 200622. Juni 2009 · #18
Herzlichen Dank für den informativen Bericht und Kompliment für die tollen Fotos. Da wird so manche Erinnerungen wach und das Fernweh verstärkt.
Zum Glück haben wir's nimmer lang.


LG
AfricanDreams
Reisebericht April 2008