muzunguThemenstarter365 Beiträge · seit 200619. Jan. 2009 · #1Sind gerade zurück von unserer 5 wöchigen Selbstfahrertour. Kurz gesagt es war einfach nur traumhaft schön. Wir hatten einen super Urlaub mit vielen tollen Erlebnissen. Es hat alles super geklappt. Was wir so alles erlebt und durchgemacht haben... viele Highlights - und auch Lowlights. Wir waren in Botswana und Zimbabwe (Hwange National Park).
In Zimbabwe hatten wir unsere beeindrucktesten Erlebnisse. Wir können es als Reiseland sehr empfehlen, auch wenn deutsche Medien und das Auswärtige Amt anders darüber berichten. Fahrt nach Zimbabwe und unterstützt die Menschen.
Wir waren dort auf Fußsafari. Wir hatten unglaubliche Tierbegegnungen. Wir saßen oft da und konnten gar nicht fassen wie nah wir an Elefanten waren. Ich war einmal nur 2 Meter entfernt und oft waren es so um die 4 Meter die uns von den grauen Riesen trennte.
Das Lowlight der Reise ist die Armut in Zimbabwe.
Unser Ranger, der uns begleitet hat, verdient 10 Billionen Zimbabwe $, das entspricht 3 US$. Ein Brot kostet 2 US $. Maismehl für eine Woche kostet 3 US $. Wir wissen nicht wie die Menschen überleben. Es gibt praktisch nichts zu kaufen. Die Menschen bauen Gemüse an und essen dies mit Pap (Maismehlbrei).
Niemand will Zimbabwe $ haben, da diese wertlos sind. Sie liegen zu 1000ern gebündelt nutzlos herum. Man fragt sich warum die Leute für praktisch nichts dennoch arbeiten?! Sie lieben ihren zum Teil gefährlichen Job, sind stolz darauf. Sie riskieren auf den regelmäßigen Wildererpatroullien zum Teil ihr Leben. Am schlimmsten so sagen sie seien die Elfenbeinwilderer denn sie sind bewaffnet und skrupellos. Wilderei ist ein großes Problem im Park-auch die Fleischwilderei. Den Tierbeständen haben wir dies nicht angemerkt.
Wir haben die Leute, mit denen wir zusammen waren, unterwegs mit Essen versorgt. Am Schluss die restlichen Lebensmittel verschenkt. Unserem Ranger, dem wir eine Tüte mit all unseren Resten gegeben haben, sagte, für seine Familie (4 Kinder) sei es wie Weihnachten gewesen. Wir haben nicht viel geholfen, da wir nicht wussten, dass wir so viele Menschen (Ranger, camp warden) versorgen würden, aber es ist besser als nichts.
Uns geht es einfach unglaublich gut. Das wussten wir vorher schon, aber jetzt ist es noch einmal so richtig deutlich geworden.
Viele raten von einer Reise nach Zimbabwe ab. Unter anderem wird dabei auch immer wieder das Argument aufgeführt, das man das momentane Regime nicht unterstützen soll. Wir sind mit der Situation im Lande auch nicht einverstanden und möchten dies auch nicht großartig unterstützen, aber dennoch würden wir jederzeit sofort wieder hinfahren - sofern die momentane Lage so bleibt, bzw. sich nicht weiter verschlechtert. Die Leute mit denen wir gesprochen haben wünschen sich sehnlichst dass sich die Lage im Land möglichst schnell verbessert. Sie wissen nicht wie- ihre einzige Hoffnung ist die Hilfe von außen, wobei sie damit auch den Tourismus meinen. Darauf setzen sie große Hoffnungen. Die Ranger sind stolz auf ihren Job und möchten die Schönheiten der Natur an jeden interessierten weitergeben.
Der Hwange National Park ist nicht weit von Botswana (ca. 3 Fahrstunden von Kasane aus) entfernt und bietet sich unserer Meinung nach als unbedingt lohnendes Reiseziel an. Der Park ist sehr sehr schön, besitzt eine gute Infrastruktur (schöne campgrounds/guesthouses/lodges, gute Pisten/Fahrwege, schöne Wasserstellen etc.). Wir haben uns dort sehr sehr wohl und absolut sicher gefühlt. Dies gilt auch für die Fahrt von Kasane bis in den Park, sowie für Polizeikontrollen und Grenzübertritt. Wir würden jederzeit wieder nach Zimbabwe reisen.
Alle mit denen wir gesprochen haben-egal ob Ranger, Nationalparkangestellte aus der Verwaltung oder der einfache Souvenirverkäufer an der Straße- alle haben sich für unseren Besuch bedankt und uns gebeten wir mögen „zu Hause“ doch über unsere Erfahrungen in Zimbabwe berichten. Die Menschen dort freuen sich über JEDEN Touristen…..
so support Zimbabwe...
Heike und Jörg
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
"Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba
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pme470 Beiträge · seit 200619. Jan. 2009 · #2Hallo Heike, Jörg,
welcome back! Danke für das Vertrauen, welches hoffentlich belohnt worden ist. Wir werden im Mai / Juni drei Wochen nach Zim fahren. Hwange und Mana Pools hauptsächlich.
Freue mich auf die Bilder... Humphrey hat etwas von jagenden Leoparden und Löwen gesagt?
Beste Grüsse
Patrick
SOSoutherndreamsGast19. Jan. 2009 · #3Hallo Heike und Jörg,
vielen Dank für den kurzen, aber aufmunternden Bericht,
da wir in 3 Monaten in Richtung Botswana, Sambia, Malawi u.a.
aufbrechen, würden wir uns über einen ausführlichen Reisebericht
und ( oder über Infos zur Übernachtung und den Parks ) Freuen.
Wir wären ohne euren Bericht nicht auf die Idee gekommen,
an Zimbabwe zu denken...
Viele Grüße,
BeeTee
muzunguThemenstarter365 Beiträge · seit 200619. Jan. 2009 · #4Hallo Patrick
Dir speziell noch mal besten Dank für deine Empfehlung. Das Vertrauen hat sich in jedem Fall ausgezahlt! Ja nicht nur das wir wirklich hautnah an den Elefanten dran waren, wir hatten auch noch das grosse Glück eine Löwenjagd live von einer Plattform beobachten zu können! Das war auch absolut ein highlight. Zuerst ging es auf Zebras, die den Braten aber schnell gerochen haben, danach versuchten die Löwen sich an einer kleinen Herde Kudus. Hier aber auch ohne Erfolg! Aber allein das Ganze beobachten zu können war schon genial. Hatten dann noch das grosse Glück 2 Leoparden zu sichten und einen Karakal. Leider nur im Dunklen. Ich beneide dich jetzt schon um die geniale Zeit, die du dort haben wirst. Frag Humphrey mal nach "der Aussichtsplattform"-er wird dan schon wissen was gemeint ist. Er kannte sie bis dato auch noch nicht. elefanten hautnah am Wasserloch-du praktisch in Mitten der Tiere-ein absolut geniales Erlebnis. Wenn du mich nun nach meiner persönlichen meinung fragst, dann sage ich dir jetzt: Moremi und Chobe sind sehr sehr schön, aber Hwange gefällt mir besser! Mana Pools steht für die nächste Tour ganz oben an.
Sind gerade dabei die Bilder zu Sichte und zu sortieren, aber der Arbeitsalltag ist ja auch noch nebenbei zu bewältigen....:(
Sofern Zeit folgt auch ein ausführlicherer Reisebericht-bei brennenden Fragen auch gern mehr via PMS!
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www.iworry.org ULUlli931 Beiträge · seit 200620. Jan. 2009 · #5Bei dem Titel dieses Threads ist es vielleicht interessant das die Reisewarnung des Auswärtigen Amts gerade aktualisiert wurde:
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Simbabwe.htmlAuch die Schweiz äußert sich ähnlich:
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/travad/hidden/hidde2/zimbab.htmlGruss
Ulli
pme470 Beiträge · seit 200621. Jan. 2009 · #6Hallo Ulli,
60% der Meldung des auswärtigen Amtes lassen sich doch per Ctrl+C und Ctrl+V auf die meisten Länder Afrikas und viele Länder Lateinamerikas und Asiens übertragen. 20% sind wohl problemlos auch für Südeuropa anwendbar.
Wie erwähnt werde ich im Mai / Juni für drei Wochen nach Zimbabwe reisen und schreibe dann gerne wieder ein persönliches Update mit Fakten aus erster Hand.
Beste Grüsse
Patrick
ULUlli931 Beiträge · seit 200621. Jan. 2009 · #7Hallo Patrick,
die Reisewarnung ...
Aufgrund der anhaltenden politischen Krise in Simbabwe, die einhergeht mit einem dramatischen wirtschaftlichen Niedergang und mittlerweile auch der akuten Gefahr einer Hungerkatastrophe sowie einer landesweit grassierenden Cholera-Epidemie, rät das Auswärtige Amt weiterhin von nicht dringend erforderlichen Reisen nach Simbabwe ab.
.. gilt inzwischen für das gesamte Land.
Selbst für den Kongo und den Sudan wird differenziert und nur vor den einzelnen Regionen gewarnt. Da sehe ich schon Unterschiede. Trotzdem finde ich Fakten und Updates immer wichtig und interessant - solange man nicht die Situation in einem NP mit der im Land verwechselt...
Gruss
Ulli
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200721. Jan. 2009 · #8Ulli schrieb:... Trotzdem finde ich Fakten und Updates immer wichtig und interessant - solange man nicht die Situation in einem NP mit der im Land verwechselt...
Wie wahr!!!
Trotzdem stelle ich mir neben der Sicherheitsfrage weiterhin die Frage, wem man mit dem Fernbleiben mehr schadet. Einem Robert Mugabe, dem ein paar Visum $ im Säckel fehlen oder den Menschen, die vom Tourismus leben (möchten). Ganz abgesehen davon, dass im Land offensichtlich die Kraft, der Mut und/oder die Mittel fehlen, sich des Despoten zu entledigen und durch das Wegbleiben der Ausländer der deprimiernde Eindruck entsteht, dass der Welt das Schicksal der Zimbabwer egal ist. Von gutem Zureden wird dort niemand satt oder gesund, eher schon durch harte Devisen (auch) der Touris.
Nicht falsch verstehen und den Helden spielen, aber zumindest grenznahe Gebiete zu Botswana abseits der größeren Städte scheinen weniger kritisch zu sein. Wer sich entschließt, trotz der Warnungen nach Zimbabwe zu reisen (mit ortskundigem Guide), sollte das nicht nur wegen ein paar Fotos tun, sondern genügend Lebensmittel zum Verteilen mitnehmen, ggf. auch (chemische) Hilfsmittel zur Wasseraufbereitung und Medikamente zum Bekämpfen von Durchfallerkrankungen usw.
Das nur als Gedankenanstoß.
Viele Grüße,
Volker
pme470 Beiträge · seit 200621. Jan. 2009 · #9Hoi Ulli,
gerne lasse ich die offiziellen Warnungen gelten, wenn sie zum Schutz der Bürger vor sich selber gemeint sind. Persönlich bevorzuge ich es auch, wenn unerfahrene und schlecht vorbereitete Personen nicht in potentiell problematische Länder reisen. Dasselbe gilt für den Kongo, diverse Destinationen in Westafrika und weite Teile des Maghreb genauso wie für Südafrika, Namibia und Botswana. Auch dort kann man sich ohne Vorbereitung schnell mal problematischen Situationen aussetzen und krank oder tot nach Hause kommen.
Die "landesweit grassierende Cholera-Epidemie" gehört meiner Ansicht nach aber eher in die Zeitung mit den grossen Buchstaben als in ein offizielles Statement der Regierung. Wie wir ja seit über hundert Jahren wissen, ist die Cholera eine "Zivilisationskrankheit" und kommt besonders dort vor, wo viele Menschen in hygienisch problematischen Verhältnissen zusammen leben. Gerade die Cholera ist ja ein zentraler Treiber der Entstehung von Abwassersystemen in Ballungsgebieten gewesen, erstmalig im London des 19. Jahrhunderts.
Zimbabwe ist etwas grösser als Deutschland und die Einwohnerzahl dürfte derzeit bei 9 - 10 Millionen liegen, wobei in den Städten eher viele und auf dem Land eher wenige Leute leben. Landesweit grassieren kann die Cholera also kaum. Kommt dazu: Wie Du richtig sagst werde ich auf meiner Reise vorwiegend in Nationalparks sein und diese sind sowieso fast menschenleer.
Gleichzeitig gehe ich jede Wette ein, dass auch dieses Jahr wieder mehr Touristen in den Schweizer Bergen tödlich verunfallen, als von landesweit grassierenden Cholera Epidemien ans Krankenbett gebunden werden 😉
Happy Mittwoch,
Patrick
Streifenhörnchen297 Beiträge · seit 200721. Jan. 2009 · #10''Aufgrund der anhaltenden politischen Krise in Simbabwe, die einhergeht mit einem dramatischen wirtschaftlichen Niedergang und mittlerweile auch der akuten Gefahr einer Hungerkatastrophe sowie einer landesweit grassierenden Cholera-Epidemie, rät das Auswärtige Amt weiterhin von nicht dringend erforderlichen Reisen nach Simbabwe ab.'' ...
Hallo Ulli,
hallo zusammen,
genau diese Reisewarnung hatte ich auch vor unserer Reise nach Zimbabwe gelesen und war mir sehr unsicher... wir sind dennoch dorthin gereist. Wir haben uns vorher von Leuten 'vor Ort' (unserem Guide bzw Reisenden) bestätigen lassen, dass die Lage ok ist. Wir würden auch ohne Guide dorthin reisen... wenn wir wieder Urlaub haben.
Wie bereits berichtet hatten wir keinerlei Probleme - nicht nur das, wir sind extrem freundlich empfangen worden. Wir konnten immerhin eine Familie mit Essen unterstützen, Teile unserer Ausrüstung verschenken und einigen Souvenierverkäufern zu Devisen verhelfen.
Das nächste Mal würden wir einfach viel mehr Essen mitnehmen. 'Unsere Familie' werden wir weiterhin unterstützen.
Es ist wünschenswert, dass Besucher weiterhin in die NationalParks kommen. Nur so kann langfristig die Wilderei beämpft werden. Ich finde es erstaunlich, dass Ranger praktisch ohne Einkommen sich so für den Erhalt der Natur einsetzten... eine gefähliche Aufgabe, die nur Sinn macht wenn Besucher kommen. Menschen, die nicht viel zu Essen haben, schützen die Tiere ... anstatt selber zu wildern ...
Viele Grüsse
heike
YOYoshikawaGast21. Jan. 2009 · #11Moin zusammen.
Zur Cholerasituation in Zimbawe:
http://www.reliefweb.int/rw/rwb.nsf/db900sid/LSGZ-7NFERY/$File/full_report.pdfNahezu täglich aktualisiert auf:
http://www.zimbabwesituation.com/Zur Cholerasituation im südlichen Afrika:
Cholera deaths soar in SA and Zambia as crisis deepens in Zimbabwe
Deaths as a result of the devastating cholera epidemic have soared in South Africa and Zambia, as the flood of desperately ill Zimbabweans seeking treatment continues to pour into Zimbabwe’s neighbouring countries.
Health officials in South Africa’s Mpumalanga province this week made a shock announcement that 19 people in the province had died as a result of the disease in the past two weeks, bringing the total number of reported deaths in the country to 32. Three deaths have been reported in the central Gauteng province, out the 185 suspected cases there, while more cases have been reported in at least two other provinces, with one death confirmed in KwaZulu-Natal. The Limpopo health department meanwhile is still fighting to stop the ongoing spread of cholera through the province, where nine people are confirmed to have died, and officials there have said the number of cases has risen to 2439, with 91 new cases reported in the past few days.
...
http://www.swradioafrica.com/news200109/cholera200109.htmHinsichtlich des Arguments, dass man mit seinen Devisen die Not ein wenig lindern könnte, wüsste ich gern von den Vertretern, wie das denn tatsächlich funktionieren soll. Zimbabwe ist von seiner Führung her ein Feudalstaat. Mugabe vergibt Lehen, und die Belehnten dürfen plündern, so lange sie nicht die Macht Mugabes infrage stellen. Grundsätzlich herrscht das Recht des Stärkeren. Wer bekommt denn Eure Devisen? Sind es in einem Meer der Schwachen nicht die noch einigermaßen Starken, die auch um ihr Überleben kämpfen müssen? Glaubt Ihr wirklich, dass irgendetwas von Euren Ausgaben von den noch einigermaßen Starken zu den Armen durchsickert?
Gruß, Michael
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200721. Jan. 2009 · #12Yoshikawa schrieb:Moin zusammen.
Zur Cholerasituation in Zimbawe:
http://www.reliefweb.int/rw/rwb.nsf/db900sid/LSGZ-7NFERY/$File/full_report.pdf
Nahezu täglich aktualisiert auf:
http://www.zimbabwesituation.com/
Zur Cholerasituation im südlichen Afrika:Cholera deaths soar in SA and Zambia as crisis deepens in Zimbabwe
Deaths as a result of the devastating cholera epidemic have soared in South Africa and Zambia, as the flood of desperately ill Zimbabweans seeking treatment continues to pour into Zimbabwe’s neighbouring countries.
Health officials in South Africa’s Mpumalanga province this week made a shock announcement that 19 people in the province had died as a result of the disease in the past two weeks, bringing the total number of reported deaths in the country to 32. Three deaths have been reported in the central Gauteng province, out the 185 suspected cases there, while more cases have been reported in at least two other provinces, with one death confirmed in KwaZulu-Natal. The Limpopo health department meanwhile is still fighting to stop the ongoing spread of cholera through the province, where nine people are confirmed to have died, and officials there have said the number of cases has risen to 2439, with 91 new cases reported in the past few days.
...
http://www.swradioafrica.com/news200109/cholera200109.htm
Hinsichtlich des Arguments, dass man mit seinen Devisen die Not ein wenig lindern könnte, wüsste ich gern von den Vertretern, wie das denn tatsächlich funktionieren soll. Zimbabwe ist von seiner Führung her ein Feudalstaat. Mugabe vergibt Lehen, und die Belehnten dürfen plündern, so lange sie nicht die Macht Mugabes infrage stellen. Grundsätzlich herrscht das Recht des Stärkeren. Wer bekommt denn Eure Devisen? Sind es in einem Meer der Schwachen nicht die noch einigermaßen Starken, die auch um ihr Überleben kämpfen müssen? Glaubt Ihr wirklich, dass irgendetwas von Euren Ausgaben von den noch einigermaßen Starken zu den Armen durchsickert?
Gruß, Michael
Da ist es wieder, das menschenverachtende "Gewissen" des Forums. Nein, es reicht nicht, auf die politisch Verantwortlichen einzutreten, nein, man soll auch gleich noch die Menschen ihrem Schicksal überlassen. Hier wird ein "Argument" nach dem anderen aufgefahren, um Menschen sterben zu lassen. Und wenn auch nur ein Mensch von der Unterstützung eines Touris überlebt, ist das besser als gar keiner. Auch Souvenirverkäufer und Tourguides, Hotelangestellte usw. haben hungrige Familienmitglieder. Und jetzt komm bitte nicht mit dem Argument, dass damit die Amtszeit Mugabes verlängert würde. Das wird auf anderem Weg entschieden.
Ohne Gruß,
Volker
YOYoshikawaGast21. Jan. 2009 · #13Moin zusammen.
Hier die Reisehinweise des Britischen Außenministeriums:
We advise against all travel to high density, low-income suburban areas at any time; and all but essential travel to Harare city centre, rural Manicaland and farming areas. There have been a number of serious incidents in rural areas and it is dangerous for farmers or agricultural workers to visit former properties or other agricultural areas. You should also avoid areas where War Veterans are active. We strongly advise against travel by journalists intending to carry out any reporting or official photography without the proper accreditation. The situation remains unpredictable and incidents of violence across the country continue: it could deteriorate further, without warning. Zimbabwe is experiencing outbreaks of cholera across the country with over thirty eight thousand people infected and almost two thousand people having died. You are advised to observe rigorous food and hygiene measures. You should familiarise yourself with precautions to take to avoid cholera including drinking or using only purified water. See the Health section of this advice for further guidance.
…
There is a shortage of drugs and trained medical staff in hospitals, making it difficult for hospitals to treat certain illnesses including accidents and trauma cases. The State health care system has almost collapsed and is often unable to provide basic treatment. Standards of nursing care even in private hospitals vary. Private clinics will not treat patients until they pay and often require large amounts of cash before they will admit even emergency cases. Even if payment is available some of the best hospitals are often too full to admit patients. Medical costs, particularly for evacuation, can be high. The shortage of fuel also has reduced emergency response capabilities. If you are on medication, you are advised to bring sufficient supplies of your medication to cover the period of your stay. Pharmacies may not be able to provide you with the appropriate drug prescribed by your doctor.
There are outbreaks of cholera occurring across Zimbabwe with major outbreaks in Harare, Chegutu, Beitbridge and High Density suburbs. In addition there are sporadic outbreaks of e-coli and other diarrhoeal diseases in Harare and other areas. You should familiarise yourself with precautions to take to avoid cholera, drink or use only boiled or bottled water and avoid ice in drinks. The standard of water quality and piping is low and there are frequent and severe shortages of municipal water. Rigorous food and hygiene measures should be observed and you should take particular care with any foods bought at the roadside or in the markets. If you suffer from diarrhoea during or immediately following a visit to Zimbabwe you should seek immediate medical attention.
…
http://www.fco.gov.uk/en/travelling-and-living-overseas/travel-advice-by-country/sub-saharan-africa/zimbabweÄhnlich sind die Hinweise des US-Außenministeriums:
http://travel.state.gov/travel/cis_pa_tw/tw/tw_937.htmlhttp://travel.state.gov/travel/cis_pa_tw/cis/cis_1063.htmlGruß, Michael
muzunguThemenstarter365 Beiträge · seit 200621. Jan. 2009 · #14Volker besten Dank für dein letztes statement.
Kann mich dem nur anschliessen. Natürlich haben wir "priviligierten" Menschen-sprich den Rangern geholfen. Und natürlich gibt es jede Menge hilfsbedürftige die dringenst Hilfe bräuchten.
Vielleicht sehe ich es ja total falsch (bin ja auch kein Politiker), aber ich denke das die Nationalparke eine wertvolle Basis für das Land darstellen. Wenn-und davon gehen wir alle doch sehr aus- sich die Lage in Zimbabwe dann auch wieder mal zum Guten ändert, sind funktionierende Nationalparke meines Erachtens ein wichtiger und guter Baustein für die weitere positive Entwicklung des Landes. Warum fahren die Leute in die Parks nach Botswana, Namibia, Südafrika etc. Sie wollen Tiere sehen, die Landschaft geniessen. Wenn die Parks sterben, dann wird es dadurch nicht unbedingt besser für das Land. Die Parks in sollten daher so gut es geht unterstützt werden. Der Hwange Nat. Park wird sehr durch die Hwange friends unterstützt:
http://www.hwangetrust.com/Natürlich unterstütze ich mit den Parkgebühren und den Visagebühren auch das Regime, aber andererseits kann jeder einzelne mit seinem Besuch dort auch die "kleinen" Leute unterstützen. Selbst wenn du "nur" den Rangern dort hilfst-du leistet zumindest damit einen ganz ganz kleinen und bescheidenen Beitrag. Die Leute arbeiten dort mit vollem Herzen (für praktisch nichts). Sie wünschen sich sehnlichst das sich die Lage verbessert, können selber aber nichts tun. Sie hoffen und bauen auf einige wenige Touristen. Ohne sie kommt noch viel weniger ins Land. Ich/wir sind schon mit gemischten Gefühlen dort eingereist. Wir hatten das Auto voller Dinge die die Leute dort nicht haben und dringend brauchen. Das muss halt jeder Einzelne mit sich selber ab machen. Wir haben vor Ort geteilt so gut es ging und auch Dinge abgegeben die wir ohne Weiteres noch auf der restlichen Reise hätten gebrauchen können. Wir haben es gerne getan und es war für uns selbstverständlich. Das Lächeln der wenigen Menschen denen wir sehr sehr bescheiden etwas geben konnten sehe ich noch jetzt vor mir. Und es war mir egal ob es die Starken im Meer der Schwachen waren.
Zu Yoshikawa "Sind es in einem Meer der Schwachen nicht die noch einigermaßen Starken, die auch um ihr Überleben kämpfen müssen? Glaubt Ihr wirklich, dass irgendetwas von Euren Ausgaben von den noch einigermaßen Starken zu den Armen durchsickert?"Was kann denn der Einzelne tun um dort auch nur annähernd etwas zu verbessern?
Spenden?
Sich beklagen und nichts tun?
Den Job aufgeben und in die Entwichlungshilfe gehen....?
Zu Hause bleiben?
Ich will ja nicht zum Massentourismus aufrufen-sondern vielmehr dem interessierten Afrikabegeisterten einen Denkanstoss vermitteln. Ich finde Chobe und Moremi wunderschön, aber der Hwange kann problemlos mithalten. Warum also nicht auch mal dorthin fahren? Wie gesagt alles unter den Aspekt der JETZIGEN Situation dort.
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Meine Beurteilung bezieht sich auf den Zustand des gesamten Landes und seiner Bewohner, der Makro-Ansatz sozusagen, Deine Handlungsweise zeichnet den Mikro-Ansatz aus. Du hilfst durch Deine Zuwendungen Menschen, mit denen Du bei Deiner Reise in Kontakt gekommen bist, aber auch nur genau diesen. Durch Deine Zuwendungen haben die Ranger und ihre Familien für einen kleinen Zeitraum ihre Überlebensmöglichkeiten verbessert.
Im Vergleich zu den Menschen, die wegen Hungers AIDS und Cholera außerhalb VicFalls` und Hwanges verrecken, haben sie aber schon einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, sie kommen nämlich in Kontakt mit Touristen. Deine Zuwendungen verändern nichts am Schicksal dieser Menschen. Und, da solltest Du Dir nichts vormachen, Dein Geld fließt, da es Devisen sind, die in kurzen Abständen von Gideon Gono im Auftrag seines Bosses aus dem schwarzen Markt gesaugt werden, direkt in die Taschen der herrschenden Kleptokratie.
Angesichts der Größenordnung Deines möglichen Handelns sind Deine Zuwendungen nicht einmal der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Dies träfe auch dann noch zu, wenn Tausende Deutscher nun Zimbabwe besuchten.
Aus der Makro-Sicht ist auch festzustellen, dass die Bevölkerung, die nun offensichtlich nicht zum Tyrannenmord und allgemeinen Aufstand in der Lage ist, ja nicht gänzlich unverschuldet in diese Lage geraten ist. Sie hat schließlich die ZANU-PF und Mugabe über zwei Jahrzehnte trotz der Massaker im Matabeleland Anfang der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts an die Macht gewählt.
Solange Grace Mugabe mit einer Tausende Pfund kostenden Handtasche während ihres Erholungs- und Shoppingsurlaubs in Hongkong Fotografen verprügeln kann, wird sich in Zimbabwe nichts ändern. Der folgende Satz ist keine Verurteilung Deines Handelns, er soll nur überspitzend Ursache und Folge darstellen: Vielleicht waren ja gerade Deine im Land gebliebenen Devisen unter den 92.000 Pfund, die sie für diesen Urlaub aus den Beständen der Zentralbank entnommen hat.
Gruß, Michael
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200721. Jan. 2009 · #16Dinge aus der Makroperspektive zu betrachten machen es einfach, jedes einzelne Menschenschicksal auszublenden und die Augen vor der konkreten Not zu verschließen.
Muzungu,
vielen Dank, dass Du Deine persönlichen Erfahrungen und auch Beweggründe mit uns teilst. Lass Dich nicht von Mister Allwissend in die Irre führen. Selbst seine Argumentation, dass jeder im Land gelassene USD mehr oder weniger zwangsläufig bei Mugabe oder seinen Schergen landet, ist nicht stichhaltig. Ganz im Gegenteil, die Dollars führen als inoffizielles Zahlungsmittel sogar dazu, dass nicht nur die direkt Begünstigten wie Tourguides oder Zimmermädchen davon profitieren, sondern auch die, die gegen USD Waren oder Dienstleistungen zur Verfügung stellen (wie z.B. Brot usw.) Und wenn letztendlich das Geld für den Einkauf von Lebensmitteln in Kasane genutzt wird, hat auch ein Mugabe nichts von Deinen ursprünglich an einen Tourguide als Trinkgeld spendierten USD. Ich habe es hoffentlich anschaulich beschrieben, dazu bracht man nicht einmal ein Lehrbuch oder einen Internetlink. Aber ich will hier nicht zu sehr vom Thema abdriften.
Viele Grüße,
Volker
pme470 Beiträge · seit 200621. Jan. 2009 · #17...komische Diskussion. "Dr. Doom" Yoshikawa hat wie üblilch alle Fäkts beienander und es wird über Cholera und Mugabe's Handtasche in Hong Kong berichtet. Dabei hat Heike hier einen Thread eröffnet, in welchem darüber informiert wird,
dass man - mit der gebotenen Vorbereitung und Umsicht - durchaus nach Zimbabwe reisen kann. Dort kann man in den Nationalparks fantastische Naturbegegnungen erleben und dabei kann man, wenn auch auf kleiner Ebene noch für den einen oder anderen Menschen etwas gutes tun.Das finde ich super und deswegen reise ich schon bald auch dort hin. Natürlich ebenfalls in Begleitung von
Humphrey. Und nicht nur deswegen. Persönlich bin ich es auch etwas leid hier dauernd von Leuten zu lesen, die sich damit brüsten, dass sie ohne Reservationen und Rücksicht in die Parks Botswanas reisen um sich dann irgendwo einfch so "dazu zustellen", oder schlicht wild campen. Es gibt Alternativen und Zimbabwe, auch wenn das Leben dort für sehr viele Menschen nahe an einem Nullpunkt ist, darf als Alternative betrachtet werden.
In Afrika ist es eben so wie im richtigen Leben: Wegschauen hilft nichts.
🙂
Liebe Grüsse
Patrick
muzunguThemenstarter365 Beiträge · seit 200621. Jan. 2009 · #18Also diese Mikro- und Makrogeschichte habe ich schon während des Studiums total geliebt und wohl auch nie so richtig verstanden...;)
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
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www.iworry.org YOYoshikawaGast21. Jan. 2009 · #19Tja Patrick,
ich bin weder Doktor, noch fühle ich mich ausreichend wissend, um über andere Foriker ein moralisches Urteil zu fällen, aber Doom heißt nach der Übersetzung von
http://dict.tu-chemnitz.de/dings.cgi?lang=de&service=deen&opterrors=0&optpro=0&query=doom&iservice=&comment=Verhängnis.
Oder nach
http://en.wikipedia.org/wiki/DoomDoom refers to a state or feeling of impending and inevitable destruction and ruin, far beyond mere trouble.
unvermeidliche Zerstörung und Ruin.
Das Verhängnis hat die Bevölkerung Zimbabwes seit 2000 ereilt. Du brauchtest wirklich nicht hinzufahren, um das zu wissen.
Gruß, Michael
P.S. Lieber Muzungu, es ist nie zu spät, etwas verstehen zu wollen.
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200721. Jan. 2009 · #20Yoshi,
Doom passt prima zum Inhalt Deiner Postings und Deiner Prognose. Es ist nie zu spät, seinen Nick zu ändern...
Den Doktortitel würde ich Dir aber nicht verleihen, zumindest nicht für seriöse Recherche.
Im Gegensatz zu Anderen ist es bei Dir allerdings zu spät, andere Meinungen verstehen zu wollen. Kritikfähigkeit ist und bleibt nicht Deine Stärke, ich freue mich schon auf Deine anstehende "Diskussion" mit der südafrikanischen Botschaft, wenn es denn dazu kommt...
Noch ist es nicht zu spät, den Quo Vadis Thread vom Admin löschen zu lassen, bevor es hier wirklich Spektakel gibt 🙂
Volker