Wüstenelefanten: Muss man sie jagenn ?

17 Antworten · 6'320 Aufrufe · gestartet 11. Okt. 2008 von michael
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Themenstarter281 Beiträge · seit 200611. Okt. 2008 · #1
Liebe Namibia - Fanns,

ich bin Nicht - Jäger und werde es mein Lebene bleiben. Ich weiss, Jagd ist manchmal ökologisch notwendig, ich kenne all die Argumente für die Jagd zu genüge und sie mögen auch objektiv - manchmal - stimmen.

Doch vermag mir jemand zu erklären, weshalb man auf Wüstenelefanten losgehen sollte ?

Hier ein Angebot:

http://www.kettner-jagdreisen.de/Jagd-auf-Wuestenelefanten.98.0.html

Bitte um Nachhilfe bei der Frage, wieso dies bei Wüstenelefanten notwendig ist.

Vollkommen emotionslos bei dieser Frage...


...und ein schönes Wochenende

Michael
Michael (Iwanowski) www.afrika.de www.iwanowski.de
7'269 Beiträge · seit 200611. Okt. 2008 · #2
Hallo Michael

Das ist eine sehr gute Frage, die Dir hier kaum jemand beantworten wird. Frag doch mal im http://www.wildundhund.de/ nach.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2008
1'933 Beiträge · seit 200711. Okt. 2008 · #3
Terrible that trophyhunters are still at large in this world...

Bei YouTube ansehen ↗



It's a shame.

Grusse, Hans
89 Beiträge · seit 200711. Okt. 2008 · #4
Hallo zusammen,

das finde ich schon bedenklich und traurig, dass so etwas angeboten wird. Ich hab keine Ahnung wie die gesetzlichen Bestimmungen ausschauen. Aber muss das wirklich sein?
Klar - ich esse auch gern Fleisch und die Jagd ist in bestimmter Form ihre Berechtigung. Aber beim Elefanten - ich weiss nicht.

Viele Grüße
Mario
34 Beiträge · seit 200611. Okt. 2008 · #5
Hi,

vielleicht liegt das Problem daran, dass es in Botswana einfach zu viele Elefanten gibt.

Schaut euch mal die Vegetation in der Umgebung von Flüssen an, wo es viele Elefanten gibt, wie es dort aussieht. In der Etosha sieht man es auch ganz deutlich an den Bäumen an gewissen Wasserlöchern (abgefressen, verkrüppelt, ...).

Vielleicht wird in diesem Hintergrund deutlich, dass das südlicher Afrika zum Teil Probleme mit der Überpopulation von Elefanten in einzelnen Gebieten hat, d.h. man will mit der Reduzierung der Population auch noch was verdienen 😵 wenn man schon mit dem Elfenbein nichts verdienen kann.

Aber 25000 US$ für einen Elefanten sind ganz schön heftig.

mfg
Klaus

PS: was jetzt nicht heisen soll, dass ich für den Abschuss bin, kann es aber irgendwie nachvollziehen 😉
Wenn ich die Geschichte in Worten erzählen könnte, brauchte ich keine Kamera herumzuschleppen. Lewis W. Hine, 1874-1940 Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten. Helmut Newton, 1920-2004 Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute. Ansel Adams, 1902-1984
249 Beiträge · seit 200611. Okt. 2008 · #6
1. Wüstenelefanten in Botswana?
Ich dachte, die wären eher im Kaokoveld und im Damaraland unterwegs?
2. Was bitte heißt
Jagd auf Wüstenelefanten in ihrer ursprünglichen Form
?
Ist damit hinterherrennen und mit Speeren schmeißen gemeint?
"Did you see lions?" "No." "But the lions saw you!"
2'048 Beiträge · seit 200711. Okt. 2008 · #7
Hallo,

auch wenn ich grundsätzlich das Jagen als eine Form der Nutzung natürlicher Ressourcen in Namibia akzeptiere, so habe ich mit den Wüstenelefanten wenig Verständnis. Ich konnte aber vor wenigen Wochen Gelegenheit mit verschiedenen Leuten darüber zu diskutieren. Die Abschusserlaubnis war kurz davor vom Ministerium ertelt worden.

Hier meine Vermutungen dazu:
1. Unstrittig besteht in der Etosha eine massive Überpopulation. Die Elefanten sind dabei den gesamten Biotop zu gefährden.
2. Ein Elefantenabschuss in der Etosha wäre sehr öffentlich und potentiell tourismusschädlich
3. Das zuständige Ministerium hat zwar grundsätzlich nichts gegen eine Reduktion der Elefantenbestände, will aber öffentliche Auseinandersetzungen vermeiden (siehe Caprivi-Einzelabschuss "aus Notwehr" passend zur geplanten Feier)
4. Bei den sog. Wüstenelefanten helfen dem Minsiterium Klagen betroffener Farmer über Zaunschäden und Zerstörungen. (Solche Klagen gibt es auch aus dem Bereich Kamjab). In der Vergangenheit gab es schon immer Einzelgenehmigungen bei solchen Ausbrecher-Elefanten in Farmgebieten
5. Die Argumentation dazu ist zweigeteilt: Einmal können Die Wüstenelefanten (weil was Besonderes) für viele $$ vermarktet werden, andererseits wird in Namibia immer wieder betont, dass diese Elefanten genetisch mit den Etoshabeständen identisch seien, nur durch die Umweltbedingungen meist etwas kleiner blieben. Also sind sie nichts Besonderes.

Für mich sind sie einzigartig.

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2'048 Beiträge · seit 200711. Okt. 2008 · #8
Bild war leider zur groß

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2008
10 Beiträge · seit 200811. Okt. 2008 · #9
Hallo,

naja die Jagd auf Wüstenelefanten ist auf jeden Fall umstriiten. Wenn Elefanten geschossen werden , dann meist wegen Überpopulation oder vereinzelten Problemtieren. Das Elfenbein oder Tropähe bekommen die Jäger und das Fleisch meist die Bevölkerung oder Metzger. Der Jagtourismus ist immerhin eine sehr weichtige Einnahmequlle Namibias und so popülär wie nie zuvor. Behörden und Farmeigentümer machen mit diesem Geschäft (sehr) gutes Geld. Bei preisen von 16.000 $ für einen Büffel oder fast 10.000 $ für einen Eland, ist das schon verständlich, dass die dortigen Behörden Abschüsse freigeben.

Um die Jagdgäste zu locken und ihnen etwas exklusiveres zu bieten als die andern , sind jetzt wohl auch die Wüstenelefanten ins " Sortiment " gerutscht. 🙁

Gruß

Hammerstein
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843 Beiträge · seit 200811. Okt. 2008 · #10
Ich halte das hier nicht mehr aus 🤩 !
Zwar freue ich mich hier immer wieder zu lesen, wieviele von Euch ebenfalls keine Freunde der Jagd sind!
Dennoch "fällt mir jedesmal die Kinnlade runter", wenn ich hier lese, dass Jagd an und für sich ja auch irgendwie "ökologisch" sinnvoll sei. Oder, dass die Überpopulation an Elefanten "reguliert" werden muss. Und, wenn die Länder schon nichts am Elfenbein verdienten, dann durch die Jagd auf Elefanten usw. Sagt mal, geht's noch? Elefantenregulierung durch Jagd?? Durch „Tröphäenjagd“??? Das ich nicht lache!
Die angebliche "Regulierung" durch Trophäenjagd ist m. E. nur vorgeschoben, um das "dicke Geldverdienen" zu rechtfertigen. Es geht nur ums Geld! Den Behörden und Farmern das Geld, dem Volk das Fleisch. Wie soll ein Land so vorankommen? Das sind falsche Signale, die unter dem Deckmäntelchen der angeblich dahinterstehenden Ökologie stattfinden. Würde öffentlich zugegeben, dass es nur ums Geld geht, wäre das wenigstens ehrlich. Bei der finanziell schlechten Situation einiger Farmen in Namibia hätte ich auch ein gewisses Verständnis für die Farmer. Aber eine dauerhafte Lösung sollte anders aussehen.
Doch der Reihe nach:
Elefanten leben üblicherweise in Herden von bis zu 100 Tieren und mehr, die von alten, erfahrenen Leitkühen geführt werden. Diese sind oft älter als 40 Jahre. Das Ganze „Wohl und Wehe“ der Gruppe hängt davon, wie fit und erfahren dieses Leittier ist. Mit einem alten Leittier können große Herden ihr Leben sicher meistern. Dummerweise sind aber in den letzten 100 Jahren durch Jagd gerade die älteren Tiere (Bullen wie Kühe) erlegt worden. Warum? Sie sind meist die begehrten „tusker“, d.h. die Tiere mit den mächtigsten Stoßzähnen. Und nur auf solche Tiere hat es die Trophäenjagd abgesehen. Dadurch werden nicht nur die für das Gefüge einer Herde so wichtigen, erfahrenen Tiere, die ein Herde sicher führen können, dezimiert. Sondern es gehen somit nach und nach auch die Tiere verloren, die das beste Erbmaterial in sich tragen! Das ist völlig widersinnig zu natürlichen Prozessen. In der Natur werden meist die Schwachen und Kranken getötet.
Habt Ihr mal auf Euren Touren auf die Größen der Herden geachtet? Meist 10, 20 max. 30, 40 Tiere, die von relativ verschreckten und unerfahrenen, jungen Kühen zwischen 20 und 30 Jahren geführt werden.
Das die Trophäenjagd helfen kann, eine Überpopulation (von welchen Arten auch immer) zu beseitigen, ist der größte Schwachsinn des Jahrhunderts! Dafür müßte man die ganze Herde schießen (das sogenannte Culling). Denn ohne Leittier bricht das ganze Sozialgefüge aus Müttern, Tanten und Jungtieren zusammen. Das hat man in Südafrika zum Teil gemacht. Das war so ein grausames Gemetzel, dass es zu weltweiten Protesten kam. Deshalb hat man es wieder gelassen.

Das Hauptproblem liegt in der zunehmenden Einschränkung der Lebensräume durch den Menschen. In Botswana kommen noch die völlig nutzlosen Veterinärszäune dazu. Die sind in ihrem (Schwach-)Sinn dank EU nochmal ein anderes Thema. Aber, sie schränken auch die Möglichkeit der Tiere ein, ihren natürlichen, saisonalen Wanderungen zu folgen. Somit sind sie auch ein Grund für die Überweidung.

Jetzt zur Jagd selber: Wer es z. B. schafft, sich zu Fuss auf 15 - 20m an einen Büffel ranzuschleichen, um diesen dann zu erlegen, hat wenigstens halbwegs „ehrlich“ gejagt. Die sehen, hören und riechen exzellent und sind höllenschnell. Da könnte sich ein Jäger noch ein klitzekleines Bißchen was drauf einbilden, weil’s irgendwie fairer wäre.
Einen Elefanten dagegen kann jedes Kleinkind abknallen, das eine Uzi hochheben kann! Wenn der Wind gut steht, kannst Du im Busch von hinten an einen Elefanten ranschleichen und ihm am Schwanz ziehen – kein Scherz!

Ich habe diese "Würstchen" von Jägern, diese Feiglinge gesehen, die am Büffel - trotz sie begleitender Berufsjäger sowie Spurenlesern - "gescheitert" sind, um sich danach vom Auto aus (!) an Elefanten zu vergreifen. Die haben sich beinahe an den Elefanten gerächt, weil sie am Büffel "versagt" und die "Hosen gestrichen voll" hatten. Hat aber zum Glück auch nicht geklappt. So viel zum "edlen Waidwerk"! Diesen Typen trete ich mit Anlauf in Ihre …, wenn ich Ihnen begegne.
Und, die einzigen "Problemtiere" die ich bei der ganzen Thematik "Trophäenjagd" sehe, sind die auf 2 Beinen.

Wer einmal gesehen hat, wie ein sterbender Elefant einen anblickt, der möchte das nie mehr wieder sehen!
"Trophäenjagd": Ich glaube, Ihr wißt gar nicht, wovon Ihr hier mal so eben daherredet! Bei so viel Gedanken- und Herzlosigkeit gegenüber wehrlosen, hochsozialen Tieren, die diese ganze Sch… mit den ökologischen Problemen gar nicht verschuldet haben, kommen mir beim Schreiben fast die Tränen!

Und noch etwas: Tiere sind in meinen Augen keine "natürlichen Ressourcen", an der man sich hemmungslos bedienen kann! Ihr schreibt hier z.T. so lapidar daher, als ginge es darum, den Rasen zu mähen oder Blumen zu pflücken! Das sind Lebewesen, ausgestattet mit sozialem Gefüge, Gefühlen (wie Trauer und Schmerz) und einer Menge Intelligenz.

So begeistert ich über die sagenhaft tolle Hilfe hier im Forum bei vielen Dingen bin, so entsetzt bin ich auch immer wieder über die Gedankenlosigkeit und das Unwissen einiger, weniger User, was ökologische Zusammenhänge betrifft! Das trifft auch auf die „ach so schlimmen Feuer im CKGR“ zu. Das sind „Feuerökosysteme“. Und die heißen nicht umsonst so!

Ich habe bestimmt auch nicht den „Stein der Weisen“ gefunden, und bin ein ganz normaler Typ, aber ich beschäftige mich seit 35 Jahren intensiv mit diesen Themen.

Hier noch ein Zitat aus einer Rezension zum Buch „Bruder Tier und sein Recht zu leben“ von M. Loske:
"Für einen denkenden Menschen mit Herz ist die Abschaffung der Jagd eine selbstverständliche Forderung. Die Ursachen dafür, dass es Leute gibt, die sich als Freizeit-Tier-Killer vergnügen, sind vielfältig und erfordern eine gesonderte Betrachtung.
Was alle Freizeitjäger miteinander vereint, ist die perverse Lust am Totschießen wehrloser Tiere. Eigentlich ist es furchtbar tragisch, dass man den lieben Gott nicht fragen kann, was er von diesem himmelschreienden Unfug gedankenloser Dummköpfe hält. Die christlichen Kirchen segnen das Jägertum sogar ab und schweigen sich ansonsten dumpf und beharrlich zu diesem Thema aus. Ein wenig Hoffnung auf eine bessere Welt macht das Buch von Dr. Loske. Sein Werk richtet sich an den gesunden Menschenverstand des mündigen Lesers. Die von ihm anvisierte Zielgruppe ist aber auch die der Freizeitjäger, auf deren Einsichtsfähigkeit er auf der Ebene der sachlichen Darlegung seiner Argument hofft. Diese Form der Auseinandersetzung ist seriös und von hohem Anspruch im Hinblick auf den tief empfundenen Wunsch nach Beseitigung menschlichen Fehlverhaltens in der Natur. Etwas mehr Schärfe bei den sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten hätte sich nicht hilfreich bei der Lösung des Problems erwiesen, denn Freizeitjäger sind erfahrungsgemäß weder für verstandesmäßige noch für emotionale Moral-Appelle empfänglich.
Realistisch betrachtet: Es ist nicht zu erwarten, dass der gedankenlose Jäger-Mob plötzlich Sensibilität für Ethik und Nachhaltigkeit im Weltgefüge entwickelt. Ein Umdenken der Jäger müsste gewiss gesetzlich verordnet werden. Wünschenswert wäre es, wenn die "Eliten" (Ich bitte um Beachtung der Anführungsstriche!) der Gesellschaft in der Politik den gesetzlichen Rahmen für ein Verbot der Freizeitjagd schaffen würden. Die Abschaffung der Jagd hätte z. B. allein in Deutschland jährlich für 5 Millionen Tiere die gleiche Bedeutung wie einst im geschichtlichen Kontext die Abschaffung der Leibeigenschaft. In diesem Zusammenhang ist das Buch von Dr. Loske nicht nur ein Denkanstoß, sondern ein richtungsweisender Meilenstein."

So, jetzt können wir mal wirklich diskutieren. Nicht immer diese Rumgesülze hier, was das Thema Jagd betrifft („schlimm, doch edel und ökologisch sinnvoll usw“).
Grüße
Dirk
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zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2008
19 Beiträge · seit 200811. Okt. 2008 · #11
Danke Dirk - du sprichst mir aus dem Herzen!!!

Warum gibt es denn Überpopulationen in den Nationalparks - warum werden denn die Elefanten zum "Problem" - sie werden auf kleinen Territorien eingesperrt (Veterinärzäune etc.) und haben kaum die Möglichkeit ihre alten Wanderwege zu nutzen. Könnten die Tiere ihr normales Verhalten zeigen (dazu braucht es aber erfahrene Leitkühe), dann hätte die Natur auch Zeit sich wieder zu erholen und man hätte nicht total "abgefressene" Flächen, die dann für die Touris nicht schön anzuschauen sind, und man hätte vielleicht auch weniger in Ackerflächen randalierende Elefanten.

Ist zu hoffen, dass Ideen wie der KAZA Park irgendwann auch realisiert werden, ist vielleicht eine erste Idee in die richtige Richtung, bin aber sehr skeptisch, ob die Politik sich wirklich so weit bewegen kann...

Lg Inka
273 Beiträge · seit 200611. Okt. 2008 · #12
Hallo Dirk,

auch ich möchte dir für deinen Beitrag danken. Besser kann man das nicht ausdrücken.
Wenn man die Jagd wohl nicht gleich abstellen kann ist der Tipp von "Googlemeier" wohl der beste geeignete Weg um die Jäger zu dezimieren.
Ist damit hinterherrennen und mit Speeren schmeißen gemeint?
Dabei würde ich auch aus entsprechender Entfernung zuschauen.

Schöne Grüße

Jürgen
www.born-tobewild.de
Gast11. Okt. 2008 · #13
michael schrieb:
Liebe Namibia - Fanns,

ich bin Nicht - Jäger und werde es mein Lebene bleiben. Ich weiss, Jagd ist manchmal ökologisch notwendig, ich kenne all die Argumente für die Jagd zu genüge und sie mögen auch objektiv - manchmal - stimmen.

Doch vermag mir jemand zu erklären, weshalb man auf Wüstenelefanten losgehen sollte ?

Hier ein Angebot:

http://www.kettner-jagdreisen.de/Jagd-auf-Wuestenelefanten.98.0.html

Bitte um Nachhilfe bei der Frage, wieso dies bei Wüstenelefanten notwendig ist.

Vollkommen emotionslos bei dieser Frage...


...und ein schönes Wochenende

Michael
moin,

N E I N , emotionslos bin ich bei diesem Thema nicht!! Ganz im Gegenteil!

Ich bin heute morgen zum Schein auf das Jagdangebot eingegangen. Vorhin erhielt ich einen Anruf aus Österreich. Der Wicht bot mir einen Wüstenelefanten für 20 Tsd.US an! Der sei so billig, weil die Amerikaner den zurückgegeben hätten. Die hätten ja nun grosse Verluste gehabt usw.
Am Montag werde ich ein Fax-Angebot bekommen und es hier posten.
Es geht in diesem Jahr und auch den im nächsten Jahr um Elefanten aus der Concession zwischen Moremi und Savuti, also am Kwai zwischen Mababe und Manckwe. Ich werde auch den Namen des prof-Hunters erfahren, ebenso die Lage des Camps, weil ich gesagt habe, ich käme mit meinem eigenen Fahrzeug.

Bei meinen Reisen kreuz und quer durch Botswana bin ich häufiger mal auf ein Jagdcamp gestossen. Einmal -und das werde ich nie vergessen- fand ich den Platz, an dem das erlegte Zebra "aufhänge fertig" gemacht worden war. Das muss ein Schlachtfest gewesen sein, denn überall war Blut. Widerlich!
1'457 Beiträge · seit 200611. Okt. 2008 · #14
Biologe hin, 35 Jahre her, Jagd an sich ist nun mal in der modernen Conservation Science als notwendig anerkannt und Südafrika (Region KwaZulu-Natal) ist weltweit anerkannt. Wer Afrikanische Staaten schimpft, dass sie sich die Elefantenpopulation kleinhalten, der soll auch den Wildverbiss in Deutschland und Bären im Garten zulassen (was ich persönlich begrüssen würde !) man muss die Dinge immer im Verhältnis sehen.

Nun zum Thema und ein Zitat von Googlemeier: Wüstenelefanten in Botswana ? Da scheint mir ja ein ganz findiger Geschäftsmann am Werk zu sein. Nicht schlecht ! 🙂
2'048 Beiträge · seit 200712. Okt. 2008 · #15
Dirk schrieb
Das Hauptproblem liegt in der zunehmenden Einschränkung der Lebensräume durch den Menschen. In Botswana kommen noch die völlig nutzlosen Veterinärszäune dazu. Die sind in ihrem (Schwach-)Sinn dank EU nochmal ein anderes Thema. Aber, sie schränken auch die Möglichkeit der Tiere ein, ihren natürlichen, saisonalen Wanderungen zu folgen. Somit sind sie auch ein Grund für die Überweidung.
Inka schrieb
Warum gibt es denn Überpopulationen in den Nationalparks - warum werden denn die Elefanten zum "Problem" - sie werden auf kleinen Territorien eingesperrt (Veterinärzäune etc.) und haben kaum die Möglichkeit ihre alten Wanderwege zu nutzen. Könnten die Tiere ihr normales Verhalten zeigen….
So ist das also. Wir sperren z.B. mit Wildzäunen an der Autobahn jede Wanderung aus, drücken die scheuen heimischen Hirsche mit unserer Wander-, Jogging und Pilzsuchwut bis tief in die Nacht in dichte Bestände, wo sie dann gezwungen sind, von Baumrinde zu leben. Unsere Forstbehörden drängen dann auf massive Reduktion der Schadwildarten Rothirsch und Reh (Im Agrarbereich gilt dies für die Wildschweine genauso, die in den immer größeren Monokulturen Schäden anrichten)….

Aber in Afrika
- wo nicht jeder seine Minimalunterhalt dank Sozialgesetzgebung sicher hat
- wo es keine Entschädigungen aus der Viehseuchenkasse gibt
- wo nicht mal jeder gesichert jeden Tag satt zu essen hat
- wo viele Existenzen buchstäblich vom Überleben der eigenen Viehbestände oder dem eigenen Ackerbau abhängig sind

da sind Veterinärzäune Schwachsinn und sollen die blöden Einheimischen doch sicherstellen, dass Elefanten wie früher wieder ihre großen Wanderungen machen können, egal wie viel Schaden dabei entsteht.
Während bei uns die Zahl der Menschen abnimmt, ist sie dort steigend. Nicht nur mehr Köpfe wollen aber ernährt werden sondern drängen auf etwas Wohlstand (Komplette Familien haben im Ganzen Jahr oft bei weitem nicht das, was ich für mein letztes Flugticket bezahlt habe…)

Welche europäische Arroganz.


Und genau diese Arroganz wird die letzten Biotope auch noch zerstören. Wir können aber erreichen, dass die einheimischen Menschen begreifen, dass durch Tourismus, aber auch durch Jagd eben mehr verdient werden kann, als durch Zerstörung der Biotope. Trotzdem ist es heute auch in Namibia oder Kenia nicht immer leicht, den Bestand zu erhalten, wenn landlose und Kommunal-Farmer in die Nationalparks drängen oder dort Flächen zur Heuernte erst roden und dann regelmäßig mähen.

Mich regt diese Arroganz auf.


Dirk schrieb:
Die angebliche "Regulierung" durch Trophäenjagd ist m. E. nur vorgeschoben, um das "dicke Geldverdienen" zu rechtfertigen. Es geht nur ums Geld! Den Behörden und Farmern das Geld, dem Volk das Fleisch.
Völlig richtig: Zur Bestandregulation wird auch von Naturschutzvertretern im Südlichen Afrika immer wieder vorgeschlagen komplette Kuhherden abzuschießen. Das wurde in Etosha einmal gemacht, der zugehörige Schlachthof befindet sich im westlichen, nicht touristen-zugänglichen Teil). Südafrika hat es auch schon mal versucht: Einige von Euch können sich sicher an die Schlagzeilen über abgeschossenen Elefantenbabies etc. erinnern. Weil das Echo darauf so negativ war und „heimlich“ nur Einzelabschüsse möglich sind wird die ökologisch bessere Variante in Namibia nicht einmal mehr ernsthaft diskutiert.



Gernot schrieb:
Einmal -und das werde ich nie vergessen- fand ich den Platz, an dem das erlegte Zebra "aufhänge fertig" gemacht worden war. Das muss ein Schlachtfest gewesen sein, denn überall war Blut. Widerlich!
Meint ihr etwa, die Tiere in unseren Schlachthäusern oder Metzgereien sterben unblutig oder werden nicht hängend zerlegt? Was soll so eine Polemik, wenn man vorgibt sachlich über ein Thema diskutieren zu wollen???

Schönen Sonntag

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2'346 Beiträge · seit 200612. Okt. 2008 · #16
@ jaw

Na ja, dass die Veterinärzäune dazu da sind, das Vieh der Hunger leidenden Bevölkerung zusammenzuhalten, ist mir wirklich ganz neu. Bisher habe ich immer gedacht, dass sich die (überwiegend weißen und nicht Hunger leidenden) kommerziellen Farmer dadurch gegenüber den kommunalen (schwarzen) Farmgebieten und Naturschutzbereichen abgrenzen, um die Übertragung von Viehkrankheiten zu verhindern, um so Exportgenehmigungen für Fleisch nach Übersee zu erhalten. Das dürfte wohl weniger den Mägen der Hunger leidenden Bevölkerung als den Portemonnaies der Farmer zugute kommen. Aber vielleicht habe ich das ja auch nur falsch verstanden.

Gruß
Armin
19 Beiträge · seit 200812. Okt. 2008 · #17
jaw schrieb:

"Nicht nur mehr Köpfe wollen aber ernährt werden sondern drängen auf etwas Wohlstand (Komplette Familien haben im Ganzen Jahr oft bei weitem nicht das, was ich für mein letztes Flugticket bezahlt habe…)

Welche europäische Arroganz.

Und genau diese Arroganz wird die letzten Biotope auch noch zerstören. Wir können aber erreichen, dass die einheimischen Menschen begreifen, dass durch Tourismus, aber auch durch Jagd eben mehr verdient werden kann, als durch Zerstörung der Biotope."

Mir ist durchaus bewusst, dass es schwierig ist Agrarwirtschaft und Tourismus/Nationalparks unter einen Hut zu bekommen , auch ist mir bewusst mit welchen Schwieirgkeiten die Bevölkerung zu kämpfen hat!

Ich denke aber, dass der Jagdtourismus nicht unbedingt groß dazu beiträgt, dass es der Bevölkerung besser geht - ich glaube kaum, dass viel von den 25000 US$ für einen abgeschossenen Elefanten bei der Bevölkerung landet, da die meisten Jagdfarmbesitzer wohl Europäer oder zumindest europäischen Ursprungs sind, oder?

Ich bin einfach gegen die touristische Trophäenjagd, da ich es nicht verstehen kann, wie man aus lauter Spass an der Freude Tiere abschlachten kann - und das hat nichts mit Ernährung zu tun!

Trotzdem schönen Sonntag
Inka
843 Beiträge · seit 200812. Okt. 2008 · #18
@jaw u.a.

Das Einzige, was ich mir hier anmaße, ist bestimmt keine Arroganz gegen die massiven Überlebensprobleme, denen sich die meiste Bevölkerung in Afrika ausgesetzt sieht.
Was ich mir „anmaße“, ist Unverständnis gegen „Drauf-Hau-Plattituden“, die hier manchmal zu Tage treten.
Ich sage ja auch nicht, dass das, was ich denke und schreibe, das einzig Wahre ist. Jeder soll seine Meinung haben.

Bitte immer sachlich bleiben 🙂 ! Sachlichkeit hat nichts mit Polemik zu tun. Nur sachlich können wir weiterreden.

Veterinärzäune können Elefanten nicht aufhalten. Die treten die Pfosten einfach um. Kann man vermehrt auf den kommunalen Farmländern westlich des Etoshas sehen. Selbst, wenn die Zäune 5m hoch sind.

Die Vet-Zäune sind v.a. gegen die Verbreitung von Tierseuchen gedacht. Die Kontrollen und Desinfektionsmaßnahmen an den Zäunen erscheinen aber oft lasch oder finden gar erst nicht statt. Der verstärkte Ausbau der Zäune war u.a eine Forderung der EU, damit das Rindfleisch aus BOT nach Europa transportiert werden kann! Ohne Kommentar.

Ferner sind Rinder nicht das, was man unbedingt eine "geeignete Farmtierart" für aride Regionen nennen könnte. Dort ist Rinderhaltung keine langfristige oder nachhaltige Option, weil das Land nach und nach völlig zerstört wird (zu große Herden; Kühe brauchen viel Wasser und Weideflächen). Wildtierfarmen sind eine Alternative, weil diese Farmen Tierarten züchten, die insgesamt besser mit den örtlichen Gegebenheiten klarkommen können. Das aber auch nicht ewig, wenn’s nicht regnet. Aber besser als Kühe.

Tierseuchen, wie die Maul- und Klauenseuche oder Anthrax, verbreiten sich idR. über das Vieh, nicht über Wildtiere. Ähnlich der Vogelgrippe, die nicht durch Wildvögel "vom Himmel fiel", sondern nachweislich initial durch verseuchtes Hühnerfutter (bestehend aus geschredderten und getrockneten Schlachtabfällen!) aus Asien ausgelöst wurde.

Wildzäune an den stark befahrenen europäischen Autobahnen dienen ja ursprünglich nicht dazu, die Wildwanderungen zu unterdrücken (was natürlich in der Folge der Zäune ein echtes Problem ist, wie z. B. bei der Verinselung autochthoner Rothirschbestände).
Die Zäune sollen schlicht Unfälle vermeiden, oder nicht? Mittlerweile werden mehr Wildbrücken gebaut, die auch von den Tieren benutzt werden.

Zum Thema "scheues Wild" in Europa und anderswo:
Das Wild in Europa scheu sein soll wegen der Freizeitnutzung, ist eine Ansicht, die sehr verbreitet ist. So versuchen, nennen wir sie „spezielle Interessengruppen“, die z. B. in Deutschland weniger als 0,5 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, den Wald für sich alleine zu proklamieren. Die anderen 99,5% der Leute sollen am besten schön draussen bleiben. Denn Unbefugte werden sich schon keine Gedanken machen, was im Wald „vor sich geht“. Da viel Wald sog. Staatsforst ist, geht das zum Glück nicht so einfach mit dem "Aussperren". Denn der Staatswald gehört quasi uns allen.

Einer der Hauptgründe für die Scheuheit von Wild ist hoher Jagddruck. Bei uns wie anderswo. Normalerweise sind Megaherbivoren wie Hirsche und Rehe tagaktiv. Und, da nicht blöd, können Sie eine Gruppe lärmender, eher harmloser Freizeitmenschen deutlich von einem bewaffneten Jäger unterscheiden. Wenn sich z. B. eine lautere Gruppe Fahrradfahrer nähert, drücken sich die Tiere ins Gebüsch. Kaum, dass "die Gefahr" vorüber ist, kommen die Tiere auch schon wieder raus.

Dann müßte ja auch das Wild in Afrika scheuer sein, wenn die Freizeitnutzer in der Natur das Wild scheu machen. Komischerweise interessiert das einen Elefanten oder eine Impalaherde im Campsite eines NP nicht die Bohne, ob Du da rumspazierst (bitte immer gegen den Wind und beim Ele nicht ausprobieren;) !), rumhockst oder frühstückst.
Auf den Farmen, wo gejagt wird, ist das Wild oft viel scheuer, als auf denen, wo nicht gejagt wird. Das kann jeder schnell an der größeren Scheu der Tiere vor den Safarifahrzeugen merken. Obwohl meist behauptet wird, es würde nicht vom Auto aus geschossen.

zu Farmer drängen in NP:
Warum? Weil sie z. B. in SA und NAM von der Regierung weitgehend im Stich gelassen werden. Es sind kaum Leute da, die ausbilden können, keine Ressourcen oder Geld dafür vorhanden. Niemand zeigt, v.a. den neuen Landbesitzern, wie sie effektiv wirtschaften und langfristige Erträge erzielen können. Da ihr Land dann nicht mehr ausreicht, sind sie gezwungen „auszuweichen“, weil sie auch einfach nicht wissen, ob und wie es anders ginge. Es hat ihnen einfach niemand erklärt.

Ich habe etwas gegen Trophäenjagd, weil sie den Menschen und der Natur nicht dauerhaft weiterhilft. Auch die Ideologie „Tiere und Natur durch Jagd in Wert zu setzen“ ist für mich nicht nachvollziehbar, weil sie nicht nachhaltig erscheint. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Wir sind einfach nicht mehr im Mittelalter und es gibt sicher andere, elegantere, d. h. einfach langfristigere Ansätze.

Das meiste Geld kommt bei den Menschen in den Dörfern leider nicht an. Woher ich das weiß? Weil wir uns mit den Leuten (Farmer, Arbeiter, Lodgebesitzer, Lodgeangestellte schwarz wie weiß) in Kenia, SA, NAM und BOT unterhalten konnten. Alles Länder, die wir schätzen und lieben – inkl. ihrer zweibeinigen Bewohner!

Das es in einem Schlachthaus nicht gemütlich ist, habe ich selber schon begutachten können.
Aber auch hier könnte noch viel gegen unnötiges Leid vor dem Töten der Tiere getan werden.
Im Vergleich zur Trophäenjagd steht hier erstmal das Thema „Nahrung“ im Vordergrund.
Also sind das 2 Bereiche, die durchaus getrennt betrachtet werden können, ggf. sollten.

Grüße
Dirk
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zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2008