zimpixThemenstarter107 Beiträge · seit 200825. Apr. 2008 · #1Irgendwie ist es schon verrückt. Wir reisen im Juni für 3 Wochen durch Namibia und wollten uns vorerst treiben lassen, dorthin fahren, wo wir gute Tipps bekommen und bleiben, so lange es uns gefällt. Je länger wir uns mit unserer Route und den Empfehlungen hier im Forum befasst haben, desto mehr bekamen wir das Gefühl, Zeltstellplätze definitiv buchen zu müssen, um dann auch wirklich Platz zu bekommen. Denn die Distanzen sind bekanntlich gross, was zu Problemen führt, wenn man infolge Vollbelegung abgewiesen werden sollte.
Offenbar sind Buchungen für Sesriem und Etosha zwingend, für Koiimasis auch. Das wurde hier im Forum deutlich gesagt. Dann buchten wir auch Rooiklip (weil erste Nacht im Land) und Hauchabfontein, weils so toll sein muss (immer jeweils zwei Nächte) ...
Jetzt stellen wir fest, dass unsere Reise je länger desto mehr in ein Korsett gezwängt wird, das uns spontane Verlängerungen unserer Aufenthalte oder Weiterfahrten, wenns uns nicht gefällt, verunmöglicht.
Meine Frage ist nun: Ist es denn wirklich notwendig, überall fix zu buchen, auch in den ersten drei Juniwochen (während den südafrikanischen Schulferien und der Fussball EM 😛 ) oder sind wir da einem unnötigen Buchungswahn verfallen?
Wie sieht es aus mit Swakopmund, Spitzkoppe, Waterberg und den Camps im Caprivi? Können wir es dort nicht einfach drauf ankommen lassen? Wer weiss da Rat?
zimpix
If you don't have a sense of humor, don't go to Africa
Oshivambo1'159 Beiträge · seit 200725. Apr. 2008 · #2Ich glaube, die Frage kann dir niemand beantworten. Wenn es für dich wichtig ist sicher zu sein, an einem bestimmten Tag, an einem bestimmten Ort zu sein, dann wirst du besser fahren zu reservieren. Dann passiert aber genau das, was du beschrieben hast. Du hast ein Korsett, welches dich einengt. Für viele ist dies aber kein einengen, sondern es gibt ihnen planerische Sicherheit ohne die sie sich einen Urlaub nicht vorstellen könnten. Spontanität oder nicht genau wissen wo man morgen oder übermorgen übernachtet wäre eher Stress als Urlaub.
Es kommt dann auch noch darauf an, welche Ansprüche du hast. Wenn es dir genügt einfach irgendwo auf einer Farm (vorher fragen!) zu stehen und du keine Dusche, Strom und ein Frühstück brauchst, dann findest du *immer* einen Platz!
Letztlich kannst nur du das beantworten! Ich habe, bis auf wenige Ausnahmen nie reserviert und bin damit bisher immer gut gefahren.
Oshivambo
Enda nawa
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
zimpixThemenstarter107 Beiträge · seit 200825. Apr. 2008 · #3Hallo Oshivambo
Ich kann deine Argumentation zu 100 Prozent nachvollziehen. Danke für deine Antwort.
Wenn du schreibst, du hättest nie gebucht: Wie oft kam es dann vor, dass du vor vollem Platz standest? Wieviel Zeit vor Sonnenuntergang hast du jeweils einberechnet, um nach Alternativen zu suchen? Wie lange (in km oder Std.) waren für dich die "gewöhnlichen" Tagesetappen? Das wäre doch noch wertvoll zu erfahren.
If you don't have a sense of humor, don't go to Africa
Axel1'130 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #4Ich fahre immer über Weih/Neujahr, laut Aussage der meisten platzmäßig problematisch. Ich plane die erste Übernachtung, danach fahre ich in eine bestimmte Richtung. Da ich schon oft in NAM war, kenne ich entweder einige Plätze und/oder ich nutze die diversen Listen. Sobald ich auf einen vollen Platz käme, würde ich zum nächsten weiterfahren, da ich selten länger als 4-5 Std am Tag unterwegs bin, reicht das immer. Ich hatte noch nie einen vollen Platz, auf den meisten war ich allein oder max mit einigen anderen. Ob das in der Etosha nach der Änderung noch möglich ist, weiß ich nicht, aber ich hätte in den letzten Jahren auch immer einen Bungalow bekommen vor Ort, wenn ich gewollt hätte.
Es mag aber auch daran liegen, dass ich im Urlaub nicht "auf der Flucht" bin und wenn ich irgendwas nicht sehen kan, weil kein Platz ist, fahr ich halt beim nächsten mal hin. Da ich auch immer versuche, auf den Community Plätzen zu übernachten, ist die Gefahr keinen Platz zu bekommen gering. Im Outdoor (Kaoke, Bushmann usw) übernachte ich auch einfach da, wo es mir gefällt.
Sobald ich in die Nähe von Swakop komme, rufe ich einige Plätze/Hotels an, wo was frei ist, hat bisher auch immer geklappt.
Das funktioniert natürlich nicht, wenn ich neben einer Lampe, vor der Dusche, am Strom, am Eingang, neben dem Kiosk, am Felsen Nummer V usw. übernachten will, sondern flexibel bin.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
holger982 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #5Es gibt sicherlich überall irgendwie Platz. Im Seserim gibt es Notplätze, genauso in Etosha. Nur: wenn es voll ist, ist es voll...
Wie du selber schreibst, sind die Entfernungen groß und ein Ausweichort kaum vorhanden. Aus meiner Sicht hast du keine ernsthafte Alternative, deine Reise in Namibia wirklich frei zu gestalten, wenn du bestimmte Sehenswürdigkeiten sehen willst.
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Oshivambo1'159 Beiträge · seit 200725. Apr. 2008 · #6Ich habe immer versucht gegen 16h zu wissen wo ich schlafe. Dabei habe ich mich auch nicht auf eine Übernachtungsmöglichkeit festgelegt. War das Wetter gut und hatte ich Lust, war es das Bodenzelt, ansonsten auch gerne und oft B&B. Mit dem Bodenzelt bin ich noch nie(!) abgewiesen worden, B&B selten, Halali "musste" ich einmal das Zelt benutzen obwohl ich nicht wollte...
Ich habe aber auch noch den "Vorteil" wenn ich fahre keine kleinen Kinder dabei zu haben. Mit kleinen Kindern hat man noch einen ganz anderen "Druck" im Nacken. Ich habe überhaupt keine Probleme damit im oder neben dem Auto zu schlafen...
Mehr als 300km bei einer "Rundfahrt" habe ich selten gehabt. Es waren aber auch schon so "bekloppte" Etappen wie Tsumeb-Okahandja-Swakopmund dabei. Diese sind aber nicht zu empfehlen, weil da reißt man nur Kilometer runter.
Es gibt auf dem Weg so viele schöne Momente wo du einfach stehen bleibst und dich von der Landschaft erschlagen lässt. Dies ist schwer planbar und ich halte immer an wenn mir danach ist und habe nicht das Ziel x vor Augen. Das ist morgen auch noch da...
Aber wie gesagt: So mache ich es und es ist keinesfalls *die* Lösung. Irgendwann weißt du vielleicht auch dass du wieder kommst. Dann fällt es noch leichter geplante Ziele sausen zu lassen und beim nächsten Mal anzuvisieren.
So war es bei mir...
Oshivambo
Enda nawa
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karl406 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #7hallo zimpix
habe vor ein paar jahren eine nam rundreise mit einen toyota corola gemacht. wir sind nur in festen unterkünften abgestiegen und haben keine einzige vorreservierung gehabt und immer eine bleibe gefunden.
natürlich war uns klar das wir flexibel sein müssen und ev. mal im auto schlafen oder die route ändern müssen.
am besten am morgen wenn die tagesroute steht infrage kommende pensionen anrufen und um ein zimmer fragen..
mit dem zelt wird das meiner meinung überhaupt kein problem sein.
gruß
karl
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #8Sehr geehrter Herr Zimpix,
Namibia ist ein Land reich an armen Ressourcen.
Sie wollen überall kurzfristig die exklusiven Geheimtipps mit wenig Stellplätzen und die sollen natürlich nur für Sie verfügbar sein, die anderen sind ja Touristen.
In einem Land, welches nach einer Wüste benannt wurde, gibt es ebend keine unbegrenzte Anzahl an Wohnflächen. Ein Tourist verbraucht 200 l Wasser am Tag, ein Rind 50 Liter und ein Buschmann 1 Liter.
Viele Unterkünfte bieten auch bewußt nur wenige Campingplätze an ( Anib Lodge, Bagatelle, Mowani, Tsondabvalley, Namtib.... ) weil es doch ein anderes Erlebnis ist, die Einsamkeit mit 80 bis 100 anderen Leuten zu teilen als mit 12 weit verteilten Personen. Die namibische Form des Luxus ist halt Platz und Weite. Und wie überall ist Luxus nicht überall verfügbar.
Man kann sich jederzeit eine optimale Tour zusammenstellen, dann fragt man Verfügbarkeiten ab und dann beginnt nach den Auskünften die Feinjustierung.
Sie koordinieren auch bei Allradcampingtouren mit zwei Personen pro Urlaubstag Ausgaben von 330 Euro pro Person bei zwei Person. Dafür kann man sich ja auch ein bißchen Mühe machen, wenn im Urlaub alles stimmen soll.
Flexibilität funktioniert ja vom Niveau auch nach unten. Das heißt, das man auch mal mit dem Campingplatz der Dritten Wahl zufrieden sein muß, weil man dafür die Freiheit hat, an anderen Stellen länger zu verweilen.
Wenn ich kurz mitplotte aus der letzen Forumswoche blockieren Sie ja zur Zeit für Andere, die vorplanen, Campingunterkünfte im Kgalagadi und in Etosha, von denen für sie ja bereits klar ist, dass Sie diese gar nicht in Anspruch nehmen. Eine Urlaubsplanung wie Sie sie betreiben ist damit eine Ursache dafür, dass sich viele mit zweiter oder dritter Wahl Unterkünfte und Tourenumplanungen herumschlagen müssen, obwohl die Traumunterkunft vielleicht dann kurzfristig durch "no show" oder flexibler Umplanung doch verfügbar ist.
Es erinnert mich ein wenig an die später kopflose Marie Antoinette, die ja vielleicht sagte, " wenn kein Brot da ist, kann das Volk ja Kuchen essen".
Mein Vorschlag: Entweder fair Pokern und nicht für andere blockiern oder reservieren und diese Reservierung dann auch als Tourengrundlage stehen lassen. Hilfreich ist zumindest immer ein Tourengerüst zu haben.
Umplanungen aufgrund von Naturereignissen, die wir hier ja über einige Tage in diesem Jahr hatten, fallen natürlich nicht in diese Kategorie.
In Swakopmund und Windhoek werden Sie - außer im Dezember - immer irgend etwas passendes finden. Der Caprivizipfel ist auch immer noch ein Geheimtipp mit vielen tollen und unbekannten Plätzen. Es gibt dort ja eine Welt jenseits von Internetwebseiten.
Die Trockenflußbetten des Kaokoveldes bieten genügend Auslauf, Spitzkoppe und Brandberg bieten Platz ohne Ende.
Sie werden auch mit dem einen oder anderen Ausweichcampingplatz einen tollen Urlaub verbringen und viele Geschichten erzählen können, und das ist ja doch das Wichtigste. Dieses gönnt Ihnen und
mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
Carsten Möhle1'287 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #9....und noch eine kleine Ergänzung,
Namibia hatte 2006 eine Touristenankünfte Steigerung von 9% und 2007 von 17%. 2008 kommen wegen der Randschwäche noch verstärkt Südafrikaner ins Land. In diesem Maße wachsen die namibischen Ressourcen leider noch nicht mit. Neuentwicklungen mit ausländischen Investoren finden zur Zeit fast ausshcließlich im hochpreisigen Bereich statt.
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
zimpixThemenstarter107 Beiträge · seit 200825. Apr. 2008 · #10Lieber Herr Möhle
So wie Sie es schildern, ist es denn doch nicht. Den ursprünglich geplanten Abstecher in den KTP haben wir abgesagt, aufgrund von Hinweisen in diesem Forum, weil das Campen in der Wildnis in eingezäuntem Gelände nicht unser Ding sein kann. Man darf doch aus einer solchen Diskussion aus dem Internet auch dazu lernen, nicht wahr? Etosha hingegen werden wir, wenn nicht höhere Gewalt dazwischen spielt, ansteuern, genauso wie alle anderen genannten Plätze, für die wir gebucht haben auch! Es gibt also keine einzige Buchung in unseren Plänen, mit denen wir andere blockieren.
Schön aber finde ich, wie Sie die Vorgänge im Forum mitverfolgen. Mit Ihrer Erfahrung können sie vielen Namibia-Neulingen, wie uns zum Beispiel, wertvolle Tipps vermitteln. Und dafür sind wir Ihnen echt dankbar! Ich lese immer wieder gerne von Ihnen.
Herzlich zimpix
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FRFränggi43 Beiträge · seit 200725. Apr. 2008 · #11Hallo Zimpix,
wir waren im Februar auch zum ersten
Mal in Nam und wir haben absolut nichts vorausgebucht, ausser natürlich den 4/4B)
Wir hatten überhaupt keine Probleme unterzukommen.
Es ist ja wirklich so, man macht einen Individualurlaub und will Freiheit erleben. Deshalb ist es für mich der absolute Gegensatz eine feste Reiseroute durch Festbuchungen zu haben. Es nimmt die Flexibilität.
Lieber eine übersichtliche Fahrstrecke wählen und dann für Eventualitäten mehr Zeit zu haben.
Reisen macht frei und nach über 20 Jahren Reisen über den ganzen Erdball kann ich sagen, ich habe ganz ganz selten vorgebucht und bin zu 99 % immer gut gefahren.
Grüsse
Fränggi
zimpixThemenstarter107 Beiträge · seit 200825. Apr. 2008 · #12Hallo Fränggi
Uns ist es bis jetzt genau so ergangen wie dir! Ich bin seit fast 30 Jahren alljährlich mehrere Wochen individuell auf diesem Erdball unterwegs und habe bis jetzt nur selten etwas gebucht - meistens nur den Flug. Nach der Ankunft haben wir jeweils weiter gesehen ...
Das Internet und Foren wie dieses hier haben allerdings die Möglichkeiten in jüngster Zeit stark verändert. Man kann gewissermassen schon zu Hause auf Reisen gehen - weit mehr als dies die Reiseführer in gedruckter Form früher zuliessen.
Ich erinnere mich an eine Auseinandersetzung in diesem Forum, wo gewisse Teilnehmer hartnäckig argumentiert hatten, dass zum Beispiel im Etosha oder in Sossusvlei ohne Vorbuchung gar nichts zu machen sei. Davon habe ich mich beeindrucken lassen und habe die entsprechenden Buchungen - weil wir beides erleben wollten - veranlasst. Damit hat es eigentlich begonnen. Und weil ich mir jetzt "auf halber Strecke" selbstkritische Fragen erlaube, bringe ich dieses Thema ins Forum ein.
Noch ist mehr als die Hälfte unserer drei Wochen unverplant. So wollte ich wissen, wie denn unsere Chancen stünden, in der Vorfreude entwickelte Visionen zu verwirklichen. Natürlich nehmen wir dabei in Kauf, Flexibilität an den Tag legen zu müssen.
Auf jeden Fall freuen wir uns riesig aufs Wiedersehen mit Afrika - wenns vorläufig nicht mehr Zimbabwe sein kann - in Namibia.
Beste Grüsse
zimpix
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joli3'491 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #13Hallo Zimpix,
ich gehöre zu denen, die ihre Reise geradezu minutiös vorplanen und dann natürlich auch vorbuchen, müsste mich also in ein "Korsett eingezwängt" fühlen. Dummerweise trifft das nicht zu - bei der Planung der Reise, was mir einen Riesen-Spaß macht und für mich schon ein Teil des Reise- Erlebnisses ist, bin ich ja völlig frei. Richtig ist sicher auch, dass ich auf Grund der doch schon reichlichen Vorerfahrungen ziemlich gut einschätzen kann, wo ich wann wie lange bleiben möchte. Natürlich kommt es dennoch und nicht gerade selten zu dem Gefühl, gerne noch länger bleiben zu wollen - aber wie lange denn ? Noch 2 Tage oder besser noch 2 Wochen ? - Oder gar so lange, bis es einem nicht mehr gefällt? - Ich finde, wenn´s am Schönsten ist, soll man aufhören. Und deshalb bin ich mit meiner " mindestens-2-Tage-Regel" eigentlich recht gut gefahren. Selbst dann, wenn ich vorher der Meinung war, eine Nacht würde auch reichen. Zumindest für einen Erstbesucher, der eben nicht für alles und jedes sofort Alternativen an der Hand hat, halte ich eine gute Vorplanung incl. Vorbuchung schon für empfehlenswert. Wir haben Gäste getroffen, deren täglicher Reiseschwerpunkt lag darauf, ein Bett für die nächste Nacht zu finden. Wenn es nicht noch andere Argumente gäbe - dafür wäre mir die Reise zu teuer.
Gruß Joli
zimpixThemenstarter107 Beiträge · seit 200825. Apr. 2008 · #14Hallo Joli
Das mit dem "Korsett" war eher eine persönliche Empfindung. Ganz klar ist das Einstellungssache. Ich wollte allen minutiösen Planenden auch nichts unterstellen.;) Planung vs. Flexibilität ist bestimmt auch eine Frage der zur Verfügung stehenden Zeit. Wer ein Land nur während zwei oder drei Wochen bereisen kann, ist somit eher geneigt, bis ins Detail zu planen. Das ist auch der Grund weshalb ich mir diese Frage stelle. Wenn ich ein Jahr Zeit hätte oder die Rückreise offen lassen könnte, sähe es doch ganz anders aus.
Für mich persönlich schält sich aus dieser Diskussion das Bedürfnis heraus, gewisse Stationen zu planen und andere dazwischen offen zu lassen. Mit deiner 2-Nächte-Regel bin ich übrigens sehr einverstanden. Eine Nacht bringt keinen Aufenthalt. Diese Station besteht nur aus Anreise, Übernachtung und Weiterreise.
Gruss zimpix
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La Leona2'779 Beiträge · seit 200725. Apr. 2008 · #15Im Namen der Freiheit keine Buchungen zu machen käme mir nicht in den Sinn. Das Reiseziel und die Route gestalten wir in Ruhe daheim, oft benötigen wir fürs Gerüst nur einen einzigen Abend, danach kommt langsam Fleisch ans Skelett und die diversen Punkte werden verknüpft. In der Regel gibt es immer diverse Orte wo man nur ganz wenige Stellplätze bekommen kann, vorallem in den Nationalparks Botswanas und in den schon erwähnten Gebieten Namibias. Das ist für mich Grund genug, um etwas dagegen zu tun um da auch hinzukommen. Sobald ich die gewünschten Stellplätze reserviert und bestátigt habe beginnt die grosse und entspannte Vorfreude, ich fühle mich nicht im Geringsten in meinem Freiheitsgefühl eingeschränkt, genau das Gegenteil.
Dann unterwegs kann ich vollkommen aufgehen, abschalten, mich an der Natur sattsehen, mich auf Kleinigkeiten wie die Gestaltung des nächsten menu am Feuer konzentrieren, kann mein handy ausgeschaltet zuunterst im Gepäck lassen, brauche keine SimKarte des Gastlandes zu kaufen um täglich auf Empfang zu hoffen um irgendwelche Telefonate zwecks Platzanfragen für die Nacht zu tätigen. Ich muss nicht täglich den Reiseführer durchackern und nach internetcafes Ausschau halten um den nächsten Tag zu gestalten. Währenddem wir auf unser nächstes Etappenziel zufahren können mein Mann und ich auch mal stundenlang gemeinsam schweigen oder ein Thema stundenlang konzentriert diskutieren. Das ist für mich eine grossartige Art von Freiheit.
Natürlich gibt es auch auf unseren Reisen Routen die Strecken aufweisen bei denen wir nicht zum voraus wissen wie weit wir fahren können oder wollen, das ist vorallem bei unserer Planung für die übernächste Reise in den Khaudum und das Kaokoveld so, aber das sind vereinzelte Nächte. Trotzdem haben wir eine klare Reiseroute und Ziele auf die wir uns freuen und die wir bewusst in eine Reiseroute einbauen damit die Tagesetappen ausgewogen sind. Ich werde die Nord-Route übrigens im entsprechenden Forum noch zur Absegnung einstellen.
Und noch etwas: Falls wir unterwegs Leute antreffen die uns von traumhaften campingplätzen, Naturschauspielen oder Sehenswürdigkeiten erzählen werfen wir deswegen nicht unsere ganze Reise auf einen Haufen, sondern merken uns die Daten für ein andermal. Wir hier im Forum sind ja beinahe alle Wiederholungstäter in Afrika.
In diesem Sinne hoffe ich dass allle Reisenden ihren goldenen Mittelweg finden. Bestimmt ist es sinnvoll erst mal zu definieren wo man überhaupt hin will und erst danach Buchungen vorzunehmen, denn eine Woche früher oder später abschicken sollte keinen Unterschied machen.
zimpixThemenstarter107 Beiträge · seit 200825. Apr. 2008 · #16Joli und La Leona argumentieren schon sehr überzeugend, das muss ich gestehen. Allerdings sind wohl beide erfahrene Nambia-Reisende, die auch wissen, wohin und wie weit sie unter den dortigen Verhältnissen fahren mögen. Dein Satz aber mit dem Handy, La Leona, hab ich mir zu Herzen genommen 😊
Schönes Wochenende (in der Schweiz kündigt sich endlich der Frühling an!)
zimpix
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Bernd1'182 Beiträge · seit 200625. Apr. 2008 · #17Hallo zusammen,
ich gehöre auch zu den akribischen Vorplanern. Abgesehen von den Gründen, die schon genannt worden sind, wie immer wieder lästige und zeitaufwändige Suche nach der nächsten Behausung und damit verbundener Unsicherheit kommt es mir sehr auf die Qualität der Behausung an. Deshalb sehe ich mir das alles vorher stundenlang im Internet an oder lese hier im Forum die Kommentare. Wenn ich dann glaube, die richtige gefunden zu haben, freuen meine Frau und ich uns lange vorher darauf - und sind bisher selten enttäuscht worden.
Es kommt hinzu, dass gerade die Highlights am ehesten ausgebucht sind, wenn sie preiswert sind. Und die zweite oder dritte Wahl würde mich ärgern.
Aber das muss wohl jeder machen, wie er es für richtig hält.
Gruß,
Bernd
TOtoro148 Beiträge · seit 200626. Apr. 2008 · #18Hallo alle Reiseplaner,
nach drei Reisen ins südliche Afrika möchte ich hier unsere Erfahrung mit Vorplanen oder nicht darstellen. Wir haben 2002 eine klassische Namibia Rundreise im PKW mit Hotel- bzw. Lodgeübernachtung, 2005 eine Reise im 4x4 mit Dachzelt durch Botswana und Namibia (Central Kalahari, Kubu Island Okavango Delta, Moremi, Chobe, Caprivi, Etosha Pan, Epupa Falls, Brandberg, Spitzkoppe, Namib-Naukluft) und 2007 Botswana und Sambia mit 4x4 und Dachzelt (Central Kalahari, Pan Handle, Vic Falls, Lower Zambesi, South Luangwa, Benguela Swamps, North/South Kafue, Linyanti, Chobe, Moremi, eine Kurzbeschreibung dieser Reise ist hier im Forum dokumentiert) organisiert.
Bei unserer 1. Reise 2002 haben wir alle Unterkünfte im voraus gebucht, dies war O.K., wir hätten zwar gern manchmal an einigen Orten länger bleiben wollen, aber dann hätten wir die so geplante Rundreise nicht geschafft. Wichtig war es damals auch, da unser Sohn damals mit 12 Jahren noch etwas klein für abenteuerliche Nachtplatzsuche war.
Bei unserer 2. Reise hatten wir zumindest die Unterkünfte in den Nationalparks und die Tour ins Delta vorgebucht, auf Grund einer Panne nach ca 1/3 der Reise mussten wir unsere gesamte Planung umstellen, dies war jedoch kein großes Problem, die meisten vorgebuchten Unterkünfte (meist Zeltplätze) waren da flexibel/kulant. Übrigens waren auch die Zeltplätze in den Nationalparks Botswana vor Ort problemlos zu bekommen.
2007 haben wir versucht zumindest die Campsites in den Nationalparks Botswana zu buchen, die waren jedoch fully booked. Ansonsten wollten wir uns treiben lassen und die Strecken in Sambia erschienen uns schwierig zu planen, weshalb wir zwar eine Grobplanung hatten jedoch ansonsten keine Campsites vorgebucht. Auf Grund von Gepäckproblemen in Johannesburg mussten wir gleich zu Beginn unser Planung vollkommen umstellen. Auch bei dieser Reise hatten wir keine Probleme die gewünschte Unterkünfte zu bekommen. Manchmal haben wir (oder mussten) wild übernachtet, wir haben ja alles dabei, immer wieder haben wir eine Hotelübernachtung eingebaut (Dusche, Wäsche waschen, Akkus aufladen,...). Wahrscheinlich sind unsere Ansprüche an die Übernachtungsplätze nicht besonders hoch, du bist in Afrika, da ist manches einfacher. Aber diese Art zu Reisen, natürlich einen groben Plan zu haben, aber auch noch flexibel zu sein, ist für uns die beste Art dort zu Reisen.
Wenn man bestimmte Unterkünfte haben will, sollte man die natürlich vorbuchen. Nach unserer Erfahrung ermöglichen Hotel-/Lodge-Manager bei Pannen eine Flexibilität (das ist Afrika, da gibt es Pannen).
Reiseplanung ist auf jeden Fall eine große Vorfreude, aber deshalb in Buchungswahn verfallen, NEIN, mit Sicherheit nicht.
So und nun fröhliches Planen,
Torsten
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200626. Apr. 2008 · #19... ein interessantes Thema, wie ich finde.
Ich persönlich verzichte auf jegliche Vorbuchungen. Wenn ich während der Reise weiß, dass ich am Abend bei Unterkunft A sein muss und übermorgen bei Unterkunft X, dann ist das für mich ein Zwang, den ich mir im Urlaub nicht auferlegen will. Andere sehen diesen Punkt als Sicherheit, weil sie vorher wissen, wo sie übernachten.
Für mich ist es immer wieder spannend und interessant, am Abend einen Übernachtungsplatz zu finden. Viele "aus dem anderen Lager" fänden das nervenaufreibend.
Ich denke, man kann da keine generellen Tipps geben, sondern muss wissen, zu welcher Sorte Reisender man gehört und dann auf die Tipps derer hören, die die gleiche Ansicht vertreten. Ansonsten ist man hin- und hergerissen.
Gruß
Wolfgang
[EDIT] Rechtschreibung
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
JUJuergenD56 Beiträge · seit 200826. Apr. 2008 · #20Hallo,
wir sind dieses Jahr Ostersonntag in Swakopmund angekommen und hatte null Probleme, eine Unterkunft zu bekommen. Swakopmund ist für mich nicht der Ort, wo ich unbedingt campen möchte, da Salzluft und Morgennebel es beim Aufstehen nicht so "heimelig" machen. Wir weichen da auf die Municipal Bungalows aus (unterschiedliche Kateogrien), trotz Camper.
Spitzkoppe ist aus meiner Sicht nie ein Problem mit einer Reservierung. Insofern würde ich mir nicht zu viele Sorgen machen. Auf den Farmen wird man wohl auch kaum abgelehnt. Im Endeffekt läuft es doch bei einem Ortswechsel meist so, dass mann zwischen 10:00 Uhr und 15:00 Uhr fährt, und dann wieder an der neuen Stelle ankommt, also meiner Meinung nach früh genug.
Vorbuchen würde ich nur Sossusvlei/Sesriem.
Viel Spaß
Jürgen