Großes Glück im Unglück

14 Antworten · 5'383 Aufrufe · gestartet 15. Apr. 2008 von Laura Schmitt
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Themenstarter1 Beiträge · seit 200815. Apr. 2008 · #1
Liebe Forumsteilnehmer,

ich bin heute das erste Mal hier. Auf einem verknitterten kleinen Ausriss aus unserem Reiseführer habe ich am 03.04.2008 - im Halbdunkel - die Webadresse notiert und diesen gut aufgehoben um heute einem Forumsmitglied für seine sehr große Hilfe zu danken und auf seine Bitte hin unsere Erlebnisse zu schildern. Wir haben beschlossen diesen kleinen Ausriss zu rahmen - er wird uns immer an die zwei erinnern.

Wir sind Mitte März von Johannesburg gestartet um mit einem AVIS-Mietwagen von Südafrika über Botswana nach Namibia zu fahren. Im Gepäck hatten wir alles was man so als Globetrotter dabei hat und viele, zumeist naive, Vorstellungen was uns erwartet. Wir haben Anfangs im Zelt und später nur noch in festen Unterkünften geschlafen. Obwohl wir mit 24 und 26 Jahren noch recht jung sind, haben wir einige Erfahrung mit solchen Reisen. So haben wir vor zwei Jahren Baikalsee umrundet und sind z.B. schon durch Südamerika mit dem Bus gefahren. Afrika, das war der große Traum; und ein hart erarbeitetes Geschenk an mich selber zum Abschluß des Studiums.

Nach zwei traumhaften Wochen passierte das erste Unglück auf dem Weg vom südafrikanischen Augrabies Falls nach Namibia. Eigentlich wollten wir die ganze Strecke durchfahren, aber es war einfach zu weit und so haben wir irgendwo zwischen Steinkopf und Grenze angehalten. Es waren weit und breit keine Menschen zu sehen, keine Hütten und auch der Autoverkehr war sehr spärlich und der Park-/Rastplatz machte einen sehr ordentlichen Eindruck. Wir sind dann, übermüdet von der Autofahrt, eingenickt. Nach vielleicht einer halben Stunde ist meine Schwester plötzlich wach geworden von Hundegebell. Um unser Auto standen vielleicht 10-15 Kinder, geschätzt 10 - 16 Jahre alt mit dicken Holzstangen, Hunden und einem überdeutlich feindseeligen Ausdruck in Mimik und Gestik. Sie waren vielleicht noch 10 Meter vom Wagen entfernt als meine Schwester geisesgegenwärtig den Motor angelassen und seitlich über die holprige Wiese geflüchtet ist. Gott sei Dank ist dabei kein Reifen kaputt gegangen. Wir haben Südafrika sofort verlassen und das Ereignis erschien uns bald nicht mehr so wichtig - vielleicht wollten sie ja gar nichts von uns und wir haten einfach nur überreagiert.

Am späten Nachmittag des 03.04.2008 haben wir dann aber fast das gleiche noch einmal erlebt - diesmal schlimmer und in Namibia.

Wir waren von der D407 auf die D826 abebogen um uns das Duwisib Castle anzuschauen. Es ist groß im Reiseführer beschrieben, erschien uns daher wie eine der Hauptattraktionen Namibias und so waren wir uns auch sicher auf dem dortigen Campground einen guten Platz für die Nacht zu finden. Auf der schlechten Strasse kamen wir aber nur sehr langsam voran und so war es schon dämmerig als wir ankamen. Das Castle war zu, der kleine Laden mit Cafe auch und der Campground war menschenleer. In großer Entfernung war eine Farm zu sehen und ein Stromerzeuger zu hören und wir überlegten ob wir dort nachfragen sollten nach einem besseren Platz für die Nacht. Wir haben mit halb ausgepackten Sachen etwas ratlos noch diskutiert und dabei sicher auch recht hilflos ausgesehen, als ein Wagen an dem Campground vorbei fuhr. Es war ein Pick-Up wie man sie überall rumfahren sieht mit zwei Männern auf der Pritsche, die sehr laut wurden als sie uns - in einiger Entfernung von der Strasse vor unserem halb ausgepackten Wagen sitzen sahen - der Wagen wurde langsamer, verschwand dann aber, um wenige Minute später wieder zu kommen. Er fuhr erst auf den Parkplatz vor der Burg und dann langsam weiter auf den Campground. In einiger Entfernung, aber mitten auf der Ausfahrt blieb des Wagen stehen, mit laufendem Motor. Die Männer von der Pritsche und der Fahrer stiegen aus und kamen sehr langsam und merkwürdig schlendernd auf uns zu. Sie sprachen dabei miteinander - was wir nicht verstanden - und schienen sich über uns zu amüsieren. Es war unheimlich, beängstigend ohne aber wirklich gefährlich zu sein. Es schien Ihnen zu Gefallen uns zu ängstigen. Einer sprach sehr eindringlich und direkt auf mich ein - und das einzige was ich verstand war "Tits". Aber das hätte auch afrikans oder eine andere Sprache sein können. Aber es kam uns so vor, dass die drei Männer uns deutlich bedrohten, und im nach hinein waren wir uns beide sicher, dass wir vergewaltigt, beraubt und möglicherweise auch umgebracht werden könnten. Es war alles su unwirklich, lähmend und wir redeten ständig auf Englisch auf sie ein, aber sie schienen uns gar nicht zu verstehen. Schreien wäre hier völlig sinnlos gewesen in dieser Einöde, ich schielte noch auf mein Handy - kein Empfang und in dem Moment kam ein zweiter Wagen, fuhr recht schnell auf der Strasse vorbei und bremste mit einem Mal sehr scharf ab. Ich werde nie dieses knarschende Geräusch der Reifen auf dem Sand vergessen. Den Typ Wagen (4x4 mit Doppelkabine und so einer Kiste über der Ladefläche und Dachzelt) hatten hatten wir schon öfters gsehen, es schienen ebenfalls Touristen zu sein. Er setzte zurück - auch dieses Geräusch ist wie eingebrannt - und die Männer wurden deutlich unruhig aber ohne zu gehen, sie gingen nur etwas weiter weg von uns. Der Wagen bog in den schmalen Weg ab, umfuhr den Wagen der Männer über ein Wiese und blieb direkt neben uns stehen. Es war ein Pärchen aus Deutschland, die uns direkt ansprachen ob sie uns helfen könnten. Wir müssen wirklich entsetzt, schokiert geschaut haben dabei waren wir so froh die zwei zu sehen. Er ist dann zu den Männern gegangen und hat sehr laut in Englisch auf sie eingeredet. Ob er ihnen irgendwie helfen könne, ob sie eine Panne hätten und das noch zwei Wagen kämen mit Freunden. Irgendwie hat er immer nur geredet und die Männer winkten ab, gingen weiter zurück und fuhren schließlich davon.

Die zwei haben uns dann erst mal beruhigt, das wäre sicher nichts gewesen, die hätten nur schauen wollen ob es uns gut geht und, und, und. das sie dies nicht wirklich geglaubt haben, haben sie uns erst zwei Tage später verraten. Er hatte sofort zu seiner Freundin gesagt "Da stimmt was nicht, halt an!"

Sie haben Ihre Reisepläne für uns geändert und teilweise aufgegeben um für zwei Tage bei uns zu bleiben. Ihnen verdanken wir nicht nur einen glimpflichen Ausgang, sondern auch das wir trotzdem in Namibia geblieben sind - wir hatten es Ihnen versprochen unsere Reise zumindest bis zur Etosha noch fortzusetzen - sie haben uns im Internet Unterkünfte rausgesucht und sie haben all dies mit einer Selbstverständlichkeit und Herzlichkeit gemacht, dass wir uns nie schlecht dabei gefühlt haben. Sie haben uns den Mut zurück gegeben weiterzufahren.

Wir möchten uns bei den beiden bedanken - gerade weil sie dies sicher nicht wollen - und wir möchten auch andere warnen. Für Alleinreisende ist Namibia nicht das stille kleine Paradies, sondern ein wunderbares Land, bei dem man nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen mit einigem Mißtrauen begegnen sollte.

Trotzdem ist es die Reise wert gewesen!
Ich möchte nie irgendwo ganz angekommen sein.
463 Beiträge · seit 200715. Apr. 2008 · #2
Guten Abend Laura, denn ich nehme an, so ist Dein Name,

Dein Bericht berührt. Es war gut zu lesen, dass die Geschichte trotz aller verständlichen Panik noch gut ausgegangen ist.

Ich finde es sehr schade, dass es so gekommen ist, denn dieses sehr negative Erlebnis wird sich für immer in Euch einprägen. Auf der anderen Seite möchte ich vorsichtig anmerken, dass ich selber drei Male in diesem schönen Land Namibia unterwegs gewesen bin, zugegenermaßen davon 2 x in männlicher Begleitung, und mir so etwas - glückerlicherweise - nicht passiert ist. Ich denke, in jedem Land der Welt kann so etwas geschehen, das ist das Risiko des Reisens, das Risiko des Lebens.

Alles Gute!

Heike
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17 Beiträge · seit 200615. Apr. 2008 · #3
Servus Laura,

da wird einem ja schon ganz anders wenn man das so liest ... 🤨

Ich habe die Namibier auch nur als freundliche und offene Menschen kennengelernt. Dies gilt übrigens für alle Namibier. Es ist aber sicher auch so, dass die einfache Landbevölkerung - die halbstarke zudem - die Scheu vor dem "weissen Mann/Frau" zunehmend verliert. Mit diesem Verlust anerzogener Unterwürfigkeit begegnen Sie Touristen zunehmend "auf Augenhöhe". Für den, der nichts Böses im Schilde führt ist dies eine gute und zwingend notwendige/richtige Entwicklung. Die wenigen, die mit Gesetz, Moral und Achtung vor dem Leben Dritter wenig oder nichts anfangen können, werden damit leider aber auch gefährlicher. Hinzu kommt, dass die Namibibier mobiler geworden sind. Damit ist die Einsamkeit nicht mehr zwangsläufig "sicher".

Dein Fazit steht für so ziemlich jedes Land der Erde, mal mehr mal weniger. In Namibia ist es meiner Meinung nach immer noch "weniger" ... leider aber auch schon mehr als es früher war.

Schön dass Ihr Eure Reise weitergemacht habt und damit Euch, den anderen Namibiern und dem Land die Chance gegeben habt zur Versöhnung.

Take care!
24 Beiträge · seit 200815. Apr. 2008 · #4
Hallo,

da bin ich auch der Meinung von Heike!
Das passiert dir überall, vor allem bei uns in Wien is es so,Frauen alleine müssen sich da schon einiges gefallen lassen!
Hoffe dir ist jetzt nicht die Lust am Reisen vergangen??

Lg

P.S. Ich schick dir was vielleicht kannst ja was damit anfangen!
Maaa.... jetzt find ich wieder nicht wo das geht!
Egal stell den Link hier rein!

http://www.ko-systems.at/
zuletzt bearbeitet 15. Apr. 2008
2'779 Beiträge · seit 200716. Apr. 2008 · #5
Es ist gut Laura dass du deine Erfahrungen hier im Namibia Forum erzählst, denn mit den zwar innigst gutgemeinten Worten von Familienangehörigen und Freunden, die selber noch nie in Namibia waren, scheinst Du nicht ganz befriedigt zu sein. Es ist sehr wichtig dieses Vorkommnis mit Personen zu teilen welche das notwenige Werkzeug haben um dir nicht nur beizustehen sondern um mit dir die Ursachen - und das ist ja wohl das was einem am Meisten beschäftigt - ein wenig zu ergründen. Ich selber bin der Ansicht dass wir Afrika nie verstehen werden, aber wir können die Distanz verkürzen indem wir versuchen soviel wie möglich richtig einzuordenen.

Mein Mann und ich sind schon seit vielen Jahren per Dachzelt und 4x4 in Afrika unterwegs, früher taten wir dies viel bedenkenloser als heute, auch uns sind verschiedene Situationen widerfahren wo wir uns in den letzten Jahren einfach nicht mehr wohl fühlten. Heute ist es so dass wir dort wo es sehr abseits und ohne Infrastruktur zugeht, es so planen, dass wir zumindest mit 2 Autos fahren. Zwei Männer sind schon eine halbe Armee....Unsere nächste grosse Reise im 2009 wo wir viele Male ohne jegliche offizielle camping Möglichkeiten wild bush campen werden, machen wir mit drei Autos, mit 3 Ehepaaren, alles vorsichtige oldies. Wir unterschätzen die einheimische Bevölkerung nicht blauäugig, überschätzen uns selber nicht und wollen vorallem eine schöne Reise erleben.

Hut ab und Dank an die guten Seelen die Euch geholfen haben!!

Ich hoffe dass du Afrika nochmals eine Chance geben wirst.
Gruss Eliane
Gruss Leona
483 Beiträge · seit 200716. Apr. 2008 · #6
Hallo Laura

Ein herzliches Willkommen im Forum. Ich hoffe, Du findest hier die nötige Sicherheit, um Afrika noch einmal unbeschwert von diesen tragischen Ereignissen bereisen zu können. Solche Situationen kann es in vielen Ländern der Erde geben, leider ist es Dir in Namibia geschehen...

Ich wünsche Dir eine gute Verarbeitung der Erlebnisse, mit etwas Abstand wirst Du Dich auch vermehrt an die positiven Momente erinnern können. Hier im Forum bist Du gut aufgehoben und ich hoffe, dass Du hier das südliche Afrika in einem anderen Licht kennenlernst, als Du es leider erfahren musstest.

Gruss, Thomas
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118 Beiträge · seit 200716. Apr. 2008 · #7
Hallo Laura,
beim Lesen deiner Reiseerlebnisse war ich erstaunt über einige deiner Verhaltensweisen. Das soll auf keinen Fall als Vorwurf verstanden werden, aber ihr hättet an manchen Stellen nicht so blauäugig agieren dürfen. Du schreibst, dass du schon mal in Südamerika warst. Dort bleibt man doch auch nicht auf einem entlegenen Rastplatz über Nacht stehen.
In Südafrika sind solchen Verhaltensweisen absolut nicht angebracht. Nach Dämmerung hat man als fremder Weißer nichts mehr außerhalb seines umzäunten Quartiers zu suchen. Das Nordkap erscheint zwar menschenleer, aber die Schwarzen sehen dich immer, auch wenn weit und breit keiner zu sehen ist. Und Rastplätze sind selbst tagsüber menschenleer.
Gut, in Namibia ist die Lage ein bißchen entspannter. Aber auch hier sind Rastplätze auch tagsüber in der Nähe von Städten oder wenn schon Leute anwesend sind zu meiden. Nachts sollte man immer ein Quartier haben. Das bedeutet, dass man spätestens zur Dämmerung am Ziel sein sollte und die Fahrzeit entsprechend kalkulieren sollte.
Das Farmhaus am Duwisib Castle wäre ein gutes Quartier gewesen. Der Farmer ist sehr nett und bietet Unterkünfte und einen Campground an. Habe ihn bei unserer Fahrt kennen gelernt. Er ist Deutscher und kam mit den Schutztruppen ins Land. Er hätte euch einiges über Land und Leute erzählen können und euch wäre ein schwarzes Erlebnis erspart geblieben.
Versteht mich bitte nicht falsch, aber wie kommt man auf die Idee als junge Frau in Afrika alleine ohne männliche Begleitung Spazieren zu fahren, hilflos zu wirken und dann noch nachts am Straßenrand zu nächtigen. Diese Verhaltensweisen würde ich nicht mal an einem deutschen Autobahnparkplatz an die Nacht legen. Und gerade in Südafrika sind weiße Frauen das Feindbild des schwarzen Anti-Apartheitskampfes. Nicht umsonst legen die weißen Bewohner bestimmte Verhaltensweisen an den Tag.
Laßt euch jetzt aber nicht die Lust an Namibia von mir nehmen. Das nächste mal einfach die Route besser vorplanen, zielgerichtet und sicher auftreten und die Verhaltensweisen der Südafrikaner nachahmen, auch wenn es für Deutsche als politsich nicht korrekt erscheint. Im Zweifel muss man eben bestimmte Realitäten anerkennen und manche Vorurteile als unabdingbare Wahrheiten betrachten, auch wenn es schwer fällt in Deutschland damit zu punkten.
Schöne Grüße

Keimoes
215 Beiträge · seit 200616. Apr. 2008 · #8
Hi Laura,

die Situation rund um die Duwisib Castle ist in der Tat etwas unglücklich. Als touristisches Ziel wird es meist überbewertet - obwohl es so schlecht auch wieder nicht ist und auf Grund der Lage wird es oft bei der Tourplanung weggelassen - man trifft dort eher weniger Übernachtungsgäste an. Nach Deiner Beschreibung wart Ihr vermutlich auch gar nicht auf dem "richtigen" Campground (der ist auf dem Farmgelände) gelandet auf den Ihr vermutlich auch wolltet. Neben dem Cafe hättet Ihr durch das Tor auf das Farmgelände fahren müssen. Der Campground hinter dem Castle ist eher ein besserer Parkplatz mit Dusche/WC mit vilen Skorpionen. Da steht man wirklich nicht gut.

Ich denke schon, dass auch zwei erwachsene Frauen in Namibia problemlos Urlaub machen können, aber es gelten halt die gleichen Regeln wie fast überall. Ich habe Deinen Eintrag aber auch so gelesen, dass Ihr schon gewissenhaft und mit der gebotenen Vorsicht unterwegs wart und dass beide Raststops eher ungeplant waren - und ich kenne das selber. Auch bei guter Planung klappt es halt nicht immer. Ihr wart Euch ja auch selber nicht sicher das das ein guter Platz ist ... im Zweifel immer zur Farm fahren. Die freuen sich über Besuch und werden auf Euch aufpassen. Ganz nebenbei lernt man dabei soviel mehr über Menschen und Land und schläft dann oft im frisch gemachten Gästezimmer 🙂

Wir haben 2006 übrigens auch die beschrieben Jugendlichen gesehen. Das war ca. 50 km hinter Nordoewer Richtung Springbok. Auch wir haben auf einem der Parkplätze eine Kaffeepause gemacht. Als sie den Wildschutzzaun überstiegen sind wir auch lieber weiter gefahren. Das kommt mir nun nach Deiner Geschichte ganz anders vor ... 😵

Hoffe Du bleibst bei uns und erzählst noch was mehr von Deiner Reise. Und bei der nächsten Planung ruhig mal nachfragen. Viele Forumsteilnehmer treffen sich oder fahren auch ganz oder teilweise zusammen.

Beste Grüße
Frank
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111 Beiträge · seit 200616. Apr. 2008 · #9
Gute Verhaltenstips sind schon erwähnt !
Nur so nebenbei : In 25 Jahren Afrika, wovon ich 8 Jahre auch dort gelebt habe, bin ich mehrmals ausgeraubt , betrogen und 1 mal zusammengeschlagen worden , all das in .... Italien !
1'455 Beiträge · seit 200616. Apr. 2008 · #10
keimoes schrieb:
Hallo Laura,
......
Versteht mich bitte nicht falsch, aber wie kommt man auf die Idee als junge Frau in Afrika alleine ohne männliche Begleitung Spazieren zu fahren, hilflos zu wirken und dann noch nachts am Straßenrand zu nächtigen. ....
Schöne Grüße
Keimoes
Noch nie hilflos wirkende Männer gesehen????
Meine Frau (in NAM geboren und aufgewachsen) fährt auch alleine durch die Gegend. Als Mann alleine wirkt man auch nicht sehr gefählich....das hält mich auch nicht davon ab, alleine zu fahren.

Eine gewisse Selbstsicherheit (ohne übermütig bzw. leichsinnig zu werden) sollte man aber haben.

Ich bin froh, daß Laura nix (zumindest körperlich) passiert ist und daß andere genug Ar.... in der Hose hatten, um zu helfen. Allerdings hätten da genauso weiße oder schwarze Namibianer helfen können. Immer alels über einen Kamm zu scheren finde ich ziemlich daneben.

Natürlich sinkt die Wahrscheinlichkeit überfallen zu werden mit der Anzahl der Mitreisenden, aber deswegen wie viele Südafrikaner mit mindestens 5 Autos im Konvoi zu fahren und abends die Wagenburg aufzubauen......

Hoffentlich läßt sich Laura nicht von weiteren Reisen abschrecken!

LG Jens
982 Beiträge · seit 200616. Apr. 2008 · #11
@keimoes: du willst deine Anmerkung nicht als Vorwürfe verstanden wissen? Dann gehe ich einen Schritt weiter: die Aktion zumindest bei den beiden Männern war sehr unvernünftig, geradezu naiv. Was hat sie denn erwartet? Dass die Kerle sie auf ein Kaffeekränzchen einladen wollen, um Fotos von der Familie zu zeigen?

Ich bin alles andere als klein und schwach, aber wenn in einer verlassenen Gegend zwei Kerle auf mein Wagen direkt zugeschlendert kommen, dann verziehe ich mich.
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zuletzt bearbeitet 16. Apr. 2008
29 Beiträge · seit 200817. Apr. 2008 · #12
hallo liebe forum-mitglieder,

seit einigen wochen verfolge ich wann immer ich kann die tipps und anregungen, die wunderbaren bilder und reisebrichte hier in diesem forum. heute nun bin ich auf den beitrag von laura gestoßen : glück im unglück.
tja, auch wir werden ohne männlichen schutz durch namibia reisen - ebenfalls mit 4x4 und dachzelt, auch das erste mal. natürlich sind uns auch schon solche situationen durch den kopf gegangen - vielleicht gibt es da noch den einen oder anderen tipp was frau auf keinen fall in namibia tun sollte oder auf jeden fall beachten sollte (ausser den in allen ländern gängigen verhaltensweisen und dresscodes). für antworten wäre ich sehr dankbar, und überhaupt für viele hilfreiche beiträge die ich die letzten wochen hier gelesen habe.

grüsse von mahalba
982 Beiträge · seit 200617. Apr. 2008 · #13
Erst einmal: in Namibia zu reisen ist sehr sicher. Ich empfehle dir, die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes anzuschauen:

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Namibia/Sicherheitshinweise.html

Tatsächlich steht da meiner Meinung nach alles drin, was man wissen muss:

1. bei Dunkelheit keine Spaziergänge unternehmen
2. es kommt gelegentlich (= selten) zu Überfällen auf Raststellen. Wichtig hier ist, dass du nicht in der Nähe einer Siedlung mal eine Rast machst.
3. die Üblichkeiten: keinen Schmuck tragen, keine fette Kamera um den Hals tragen, etc., um Begehrlichkeiten erst gar nicht zu wecken.

Gerade letzter Punkt fällt mir immer schwer, da ich mit einer recht teuren Kamera unterwegs bin. Ich habe mich so arrangiert, dass ich in den Städten die Kamera in einem Rucksack mit mir herumtrage und bei Bedarf kurz heraushole, mein Foto mache und sie dann wieder im Rucksack verstaue.

Die größte Gefahr besteht meiner Meinung nach nicht durch die Bevölkerung, die jeden überfallen will, der um die Ecke biegt (wieso auch, das Land ist ja so gut wie leer), sondern darin, seine eigenen Fahrfertigkeiten zu überschätzen, wenn man auf den Pads unterwegs ist.
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29 Beiträge · seit 200817. Apr. 2008 · #14
hallo holger,

danke für deine antwort. wir werden deine tipps auf jeden fall beherzigen!

lg mahalba
2'610 Beiträge · seit 200718. Apr. 2008 · #15
Hallo,

ich kann nur sagen, nachdem ich jetzt alle Meinungen zu dem Thema gelesen haben komme ich zu dem Schluss, dass jeder auf seine Art Recht hat.

1995 waren wir zum 1. Mal in Namibia. Wir haben meist an der Straße gecampt auf den kleinen Rastplätzen und 1997 auf unserer Tour Nam/Bots sind wir genauso verfahren. In den Jahren dazwischen, wurden unsere "Wildcamps " immer seltener(nur noch im Kaokoveld)und auf unserer Tour in 2007 sind wir doch lieber immer offizielle Campplätze angefahren.

Natürlich würde ich in Deutschland auch nicht an der Autobahn campen, aber ich find es doch sehr schade, dass ich es in Namibia nicht mehr mit ruhigem Gewissen machen kann.

Trotzdem kann mich nichts davon abhalten in 2009 wieder hinzufahren. Wenn man um eine Sache weiß, kann man sich darauf einstellen.

Jambotessy 🙂
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)