KAKaVauThemenstarter12 Beiträge · seit 200628. März 2008 · #1
Hallihallo,
nach einer dreiwöchigen Namibia-Tour vor zwei Jahren mit dem Dachzelt, wollen wir (2 Frauen Anfang 30) Sep/Okt für drei Wochen nach Botswana (Windhoek, Maun, Moremi, Savuti, Ihaha, Kasane, Nata, Kubu Island, Kalahari, Ghanzi, Windhoek). Derzeit sind wir fleißig am studieren und planen, dabei sind wir auf zum Teil drastische Hinweise und Warnungen gestoßen (Sandfahrten, GPS, nächtliche Gefahren durch Tiere etc.). Jetzt sind wir doch ziemlich verunsichert. Deshalb die Frage an Erfahrene unter Euch: Muss man sich als recht unerfahrner Erstling tatsächlich Sorgen machen? Sind wir gar naiv so eine Reise zu planen? Hoffentlich könnt ihr uns weiterhelfen. Nochmal zur Info: wir sind keine Automechanikerinnen oder ähnliches, fahren überwiegend in Zentraleuropa Auto und grundsätzlich ohne GPS und sind keine Tierpsychologen.
nach meinen Erfahrungen darf man gar nicht nach Botswana einreisen, wenn man kein Automechaniker oder Tierpsychologe ist...😄 Nein, Scherz beiseite. Habe letztes Jahr im Moremi einen 82-jährigen Schwaben getroffen, der mir stolz erzählt hat, wie er durch hüfthohes Wasser gefahren ist. Wenn ihr keine absolut schlechte Wetterlage erwischt, kommt ihr da auch durch. Man sollte nicht gänzlich unbedarft da hineinfahren, ein paar Vorkehrungen treffen und Sicherheitshinweise im Hinterkopf behalten, dann klappt das schon. Bisher ging mir das immer so, dass ich im Vorhinein zu viele Ängste hatte und mich im Nachhinein ein wenig geärgert habe, zu ängstlich gewesen zu sein. Wenn ihr so fleißig am planen seid, wisst ihr sicher, das zwischen Maun und Kasane kein Supermarkt und keine Tankstelle liegt, also müsst Ihr euch mit allem Nötigen vorher gut eindecken. Kleiner Tipp am Rande: Versichert Euch, dass ihr ein Fahrzeug mit zwei Batterien bekommt (eine für den Motor, eine für den Kühlschrank), denn sonst läuft der Kühlschrank nur, wenn das Auto fährt. Fürs 4x4-Fahren gibt es übrigens ADAC-Kurse, da kann man es lernen, aber im Internet findet man auch gute Anleitungen, was dabei zu beachten ist. GPS ist wohl ganz nützlich, aber auch nicht unbedingt erforderlich. Wenn ihr nicht gerade nachts unterwegs seid, trifft man ja auch immer wieder auf andere, die einem weiterhelfen können. Ganz verharmlosen will ich natürlich auch nicht: Man sollte sich schon im Klaren darüber sein, dass man eine so schöne, wilde Natur nicht ganz ohne Abenteuer bekommt, sonst muss man in den Zoo gehen. Wenn Ihr Bedenken habt, kann ich noch raten, ein Satellitentelfon mitzunehmen, damit kann man auch mitten im Busch Hilfe anfordern (wie schnell die dann da ist, ist allerdings eine andere Sache). Ach, noch ein Tipp: im Moremi (3rd Bridge) können die Hyänen bissel aufdringlich werden, weil sie schon an Menschen gewöhnt sind und an Lagerfeuern wohl immer wieder auch was zu fressen finden (jedenfalls werden sie von Feuer nicht vertrieben, wie man manchmal liest, sondern geradezu angezogen), also immer schön die Augen offenhalten und nicht im Dunkeln spazierengehen... Am besten auch immer einen kräftigen Stock in Griffnähe haben, am Lagerfeuer so sitzen, dass man das Auto im Rücken hat, so hat man ein besseres Gefühl. Ihr habt bestimmt eine schöne Reise vor Euch!
PEpeter48355 Beiträge · seit 200629. März 2008 · #3
Hallo KaVau,
ihr solltet euch auf jeden Fall klarmachen ob ihr mit bestimmten Situationen umgehen könnt. Während euerer Tour werdet ihr des öfteren sehr engen Kontakt zu Tieren haben. Wir hatten sehr oft nachts Elefanten ganz nahe an den Dachzelten und das Gegrummel oder das Trompeten kann schon etwas beängstigend sein. In Xakanaxa hat uns ein Elefant ins Auto gejagt und unsere Getränke konsumiert (im nachhinein ein tolles Abenteuer, an dem Abend aber sah das anders aus) Mit Hyänen sollte man auch immer rechnen und einmal hatten wir auch Löwenbesuch. Je nachdem wo man fährt kann man, wenn man unerfahren ist, im Tiefsand stecken bleiben, aber nach einer Weile wird immer wieder mal jemand vorbeikommen, wenn man nicht selber wieder freikommt (gerade in den Nationalparks). Dies gilt auch bei technischen Problemen mit dem Auto. Wenn man einen einigermaßen guten Orientierungssinn hat braucht man meiner Meinung nach nicht unbedingt GPS, wobei ich allerdings auch nicht auf Kubu Island war. Ich will euch bestimmt keine Angst machen. Botswana ist ein unvergessliches Erlebnis. Aber man sollte auch nicht verheimlichen das es Gefahren gibt. Die Wildnis Botswanas ist gerade auch wegen diesem Unabwägbaren mit nichts zu vergleichen. Ob man dies alles als positives Abenteuer oder als Stress empfindet, liegt in einem selbst. Das empfindet jeder anders und dazu kann man auch keine Empfehlung abgeben. Einzig realistische Schilderungen und Tips können bei einer Entscheidungsfindung helfen. Und wenn ihr es euch zutraut, nichts wie los.
Viele Grüße peter
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schoelink1'933 Beiträge · seit 200729. März 2008 · #4
Botswana ist einfach toll!! Wenn ich sie helfen kann schícke mir ein email. Ich hab viel erfahrung in Bostwana.
Hallo Kavau, wir sind den ganzen Oktober unterwegs. Krügerpark - Okavango - Caprivi - evtl. Etosha? Vielleicht treffen sich Routen, die man zusammen fahren kann. Pedel 🙂
@ Schoelink 🙂 wo in Botswana hast DU denn dein Zelt aufgeklappt 🤨
Nein - ich finde, man sollte die Gefahren in Botswana nicht schön reden und zwei Frauen, die "überwiegend in Zentraleuropa" unterwegs sind / waren, ins sozusagen "botswanische offene Messer" fahren lassen. Gewisse grundlegende Dinge wie Tiefsandfahren, Reifenwechsel / -reparieren sollten beherrscht werden. Ansonsten sollte man dann doch eher in einer Gruppe fahren - oder zumindest mit zwei Autos unterwegs sein.
Bedenkliche Grüße von
Catbird 😎
PEpeter48355 Beiträge · seit 200630. März 2008 · #7
Danke Catbird das nicht jeder alles verharmlost hier. Ich denke auch man sollte schon etwas realistisch an eine solche Reise herangehen.
Viele Grüße peter
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Filminfo265 Beiträge · seit 200730. März 2008 · #8
Hallo Ihr Beiden,
meine Vorgänger haben ja schon die Gefahren aufgezeigt. Botswana ist tatsächlich nicht zu vergleichen mit Namibia. Es wäre in Eurem Fall ratsamer (und auch interessanter), wenn Ihr Eure 1. geplante Botswana-Tour mit Freunden/innen – also mit einem 2. Fahrzeug gemeinsam unternehmen könntet. Man fühlt sich in einer kleinen Gruppe einfach sicherer – und bei einer Autopanne (oder festfahren) ist schnellere Hilfe in Aussicht.
Wenn Ihr keine Möglichkeit für ein 2. Fahrzeug habt, müsst Ihr trotzdem nicht auf dieses Abenteuer verzichten. Wie wäre es , die Tour etwas „behutsamer“ zu beginnen? Also nicht mit dem schwierigeren Teil „Moremi – Kasane“ beginnen, sondern andersherum – z.B.: Über Caprivi (Asphaltstrassen, schöne Nationalparks) nach Kasane (Ausflug Vic. Falls) und zuerst Mal in den Chobe Nationalpark. Gerade der nördliche Teil des Chobe NP ist etwas stärker besucht … viele Lodges bieten Touren in den NP an, so dass einige Fahrzeuge mehr unterwegs sind…..und die Wege sind gut befahrbar. In den Camps des Chobe ist es auch abenteuerlich – da ein grosser Wildreichtum im Nationalpark vorhanden. Wir mussten im Serondella-Camp unser leckeres „Steakessen“ am Lagerfeuer sehr rasch beenden …. Löwengebrüll kam immer näher …. im Dunkeln wird’s dann schon etwas unheimlich…. da ist es besser man verzieht sich in das sichere Dachzelt. Das war auch gut so, denn nur kurze Zeit später kam einen Rudel Löwen durch das Camp…
Ab Chobe könnt Ihr euch bestimmt einem anderen Fahrzeug anschliessen für die „tiefsandige“ Strecke bis Savuti – und später weiter bis Moremi.
Ich wünsche weiterhin eine spannende Reisevorbereitung, mit sonnigen Grüssen vom Bodensee
KAKanzler573 Beiträge · seit 200730. März 2008 · #9
Lasst euch nicht entmutigen, das ist alles viel weniger dramatisch, als einige „erfahrene Afrikafahrer“ suggerieren. Eine gesunde Portion Vorsicht mit einem ordentlichen Schlag Menschenverstand kombiniert und ihr seid auf einem guten Weg nach und durch Botswana. Grüße, Kanzler
schoelink1'933 Beiträge · seit 200730. März 2008 · #10
With the right vehicle, equipment and preparation you can do the Moremi - Savuti - Kasane strecke! GPS and the right maps will help to. Loads of cars will be there so help is never far away if you stick to the tracks.
Nach alldem, was gesagt worden ist, möchte ich noch auf die schwierige Reservationslage für die Nationalparks in Botswana aufmerksam machen. So viel ich weiss, ist im Moment alles ausgebucht. Vielleicht habt Ihr aber Glück und es hagelt in den nächsten Monaten noch Absagen...
wer aber in Nam seinen Reifen nicht selbst wechseln kann, wartet (ausser vielleicht im Kaokoveld) zumeist max. 1-2 Stunden bis jemand vorbei kommt. Das können in Botswana aber durchaus mehrere Tage sein!
Auch das rausschaufeln aus Sand sollte grundsätzlich nicht bereits zum Nervenzusammenbruch führen. Grundsätzliches Wissen dazu ist hlfreich, sonst fährst du dich immer tiefer rein.... das bedeutet aber nur, man oder frau sollte sich darauf mental vorbereiten.
Ich denke, dass es einfach hilfreich ist, sowas selbst zu können. Und trotzdem würde ich immer mit meinen Vorräten (insbes. Wasser!) darauf eingestellt sein auch mehrere Tage im Busch ohne Probleme zu überstehen.
@kavau Zu den Tieren: Man ist der Natur sehr sehr viel näher als anderswo und das ist m.E. ja auch das Tolle in Botswana. Eigene Erlebnisse: Plünderung der Lebensmittelkiste durch Paviane in Abwesenheit vom Lager, 😠 Hyäne kratzt am Bodenzelt, Reißverschluß auf und dem Vieh ins Gesicht geschaut😃 (Morgens Elefantentritte und frische Kothäufen direkt zwischen den Zelten der Gruppe haben keine Zeltleine auch nur berührt, wir alle hatten nichts davon bemerkt), morgens dann ein heftiger Schrei der Nachbarschaft: die waren vom tastenden Elefantenrüssel im Dachzelt geweckt worden ... alles ohne jeden ernsten Schaden.
Du kommst den Tieren näher und sie Tiere kommen dir näher. Auch das sollte Teil der mentalen Vorbereitung sein. Die meisten haben ohnehin vor uns mehr Angst als umgekehrt. Aber das unterscheiden zu können (rhino, elephant, hippo...) ist schon nützlich😃
Viele Grüße jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
... Wir mussten im Serondella-Camp unser leckeres „Steakessen“ am Lagerfeuer sehr rasch beenden …. Löwengebrüll kam immer näher …. im Dunkeln wird’s dann schon etwas unheimlich…. da ist es besser man verzieht sich in das sichere Dachzelt. ... Dieter
Wieviele Jahre liegt denn diese Erfahrung zurück? 🙁
With the right vehicle, equipment and preparation you can do the Moremi - Savuti - Kasane strecke! GPS and the right maps will help to. Loads of cars will be there so help is never far away if you stick to the tracks.
Regards, Hans Schoelink
Die mentale Einstellung zu Camping abseits "deutscher" Platzordnung, Sand, Staub, Schmutz, Schweiß, diversen Gerüchen, unvorhergesehenen Dingen/Vorkommnissen und das Verhalten bei Auto- und anderen Pannen halte ich für wichtiger! Ein ausreichend taugliches Fahrzeug gibt jeder Vermieter bei entsprechender Anfrage. Reifenwechsel sollte man/frau schon beherrschen, auch mit doppelt schweren Fahrzeugen als z.B. ein Polo und natürlich dann auch im Sand. Das kann man allerdings auch in Zentraleuropa mal üben. steinbeisser
schoelink1'933 Beiträge · seit 200712. Apr. 2008 · #15
Sehr gut gesagt Steinbesser. Das was sie sagen ist sicher sehr wichtig!
Grusse, Hans Schoelink www.come-along.nl
LandRobert351 Beiträge · seit 200812. Apr. 2008 · #16
Hallo,
ohne mich an dieser Stelle auf Einzelheiten zu stürzen, die letztendlich ausschlaggebend sind und durchdacht sein müssen: eins sollte trotz aller berechtigten Liebe zu diesem wundervollen Kontinent immer fest im Gehirn präsent sein: Afrika ist kein bedenkenloser Spielplatz! Vorbereitung, Ausrüstung und Erfahrung müssen das Maß der geplanten Reise individuell bestimmen und gewährleisten. Dann wird's klappen.