Africat Foundation ...ist eine Geldmaschine

21 Antworten · 6'818 Aufrufe · gestartet 05. Feb. 2008 von lucasbasel
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Themenstarter127 Beiträge · seit 200705. Feb. 2008 · #1
Wir waren letzte Woche auf dem Weg von Otjiwarongo nach Okahandja unterwegs und kamen bei der Africat Foundation vorbei.

(ich hatte schon beim Krüger Park in RSA eine ähnliche Institution besucht. Ich dachte es sei was ähnliches.)

Toll dachte denn wir waren schon bei der Otjtotonwgwe Cheeta Farm (23km östlich von Kamanjab in der nähe vom Filmhaus) gewesen und es war sehr schön und eindrücklich. Wir wollten noch die Leoparden sehen...darum fuhr ich sofort auf die africat los.
schon am gate steht in mehreren sprachen "keine tagesbesucher" also gut dachte ich, bleiben wir doch eine nacht, camping, wird ja nicht alle welt kosten. fahren rein bis zum camp und da wurden wir schon mit drinks willkommen geheissen. ...kein wunder no camping spaces tonight, dafür eine lodge, für eine nacht für 2 pax kostetet pro person N$2'622.61 d.h. für 2 über 5400 dollar!!

http://www.okonjima.com/site/rates/bcamp2008a.html der maincamp das wenig weniger kostete sei auch schon ausgebucht.

wir haben dann dort sehr nette engländerinnen kennengelernt und die sagten, "well sadly, it's a money making machine behind the mask of saving cats"
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1'455 Beiträge · seit 200605. Feb. 2008 · #2
Hallo Lucas,
alle diese Einrichtungen bzw. Farmen mit Großkatzen sind mehr oder weniger ein Business. Die Katzen ziehen Touristen an. Mit der kleinen Knipse das Leopardenauge formatfüllend auf dem Bild oder Mieze streicheln.
Welches Interesse sollte man also am zuügigen Auswildern der Katzen haben?
Hier unterscheiden sich jedoch die Einrichtungen:
Wer kranke Katzen gesundpflegt, "Problemtiere" aufnimmt (ich weiß, das Problem sind eigentlich die Menschen), manche vielleicht auch nicht auswildert, weil es nicht bei allen geht ist ein Fall, wo zumintest etwas gutes im Hintergrund steht.
Andere knallen die Leopardenmama ab, ziehen GROSSZÜGIG die Welpen mit der Flasche auf, die dann einen Streichelzoo bilden. Das finde ich einfach zum 🤢

Leider kann auch jeder Farmer in Namibia Leos, Löwen und Geparden abschießen, auf seinem Land sind sie sein Eigentum. Mache locken die Katzen auch noch an.... . Dieses Gesetz ist aus meienr Sicht einfach daneben und sollte in anbetracht der schwindenden Bestände geändert werden.

Ich liebe Katzen (kleine wie große) und habe mich letztes Jahr wahnsinnig gefreut Löwen und Leos in wirklich freier Wildbahn in Namibia zu fotografieren, aber den Besuch einer solchen Einrichtung will ich nicht. Es gibt für mich nichts schlimmeres, als diese wunderschönen Geschöpfe hinter einem Zaun oder als degenerierte Schmusekatze zu sehen.

Meine Meinung. Aber man sollte sich überlegen, ob und welche man mit seinem Besuch unterstützt.

LG Jens
3'491 Beiträge · seit 200605. Feb. 2008 · #3
Hallo Lucas,
ich gehe mal davon aus, dass Du Okonjima meinst. Dabei gebe ich Dir insoweit recht, dass die ganz schön teuer ist. Aber dennoch widerspreche ich der bei Dir zum Ausdruck kommenden Meinung, dass es sich dabei um eine "Geldmaschine" handelt. Wir waren inzwischen 2x dort und haben diese Tage eigentlich immer als Höhepunkte unserer Reisen empfunden. Die Lage und Anlage sind ja nun wirklich sehr schön; die Unterkünfte - besonders in der Bush Lodge - sind unserer Meinung nach ein Traum. Das Essen ist hervorragend und die Aktivitäten, die geboten werden, suchen ihres Gleichen, angefangen von dem Gamedrive zu den Geparden und Leoparden, dann der Nightdrive zu den Stachelschweinen und Dachsen und am nächsten Tag der Bushman-Walk. Als sehr wichtig empfinde ich es, wenn ich nicht nur etwas gezeigt bekomme, sondern auch mit fundierten Erklärungen versorgt werde. Und da kann man dort wirklich nicht meckern. Richtig ist aber auch - und daraus macht man auf Okonjima keinen Hehl - dass ein Teil der Einnahmen der Finanzierung des Schutzprojektes dienen. Dann geht m.E. auch der Preis in Ordnung. Natürlich kann man das Ganze auch umdrehen - also es so darstellen, als benutze Okonjima "Africat" als Lockmittel für betuchte Touristen, um die dann unter dem Deckmantel eines vermeintlichen Schutzprojektes kräftig auszunehmen. Mir ist allerdings nichts bekannt, was eine solche Sichtweise stützen würde.
Gruß Joli
483 Beiträge · seit 200705. Feb. 2008 · #4
Hallo zusammen

Der CCF (Cheetah Conservation Fund) hat zwar auch happige Preise für die Aktivitäten, nimmt aber (nur) Tagesgäste. Also an alle, die nicht zu viel für eine Luxusübernachtung bezahlen wollen: Geht auf Voranmeldung zum CCF und übernachtet ausserhalb (Frans Indongo, Aloe Grove)

Gruss, Thomas
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982 Beiträge · seit 200605. Feb. 2008 · #5
Ich sehe es genau wie Joli. Okonjima ist teuer, aber IMHO seinen Preis wert, solange ein Teil für den Erhalt der Tiere eingesetzt wird.
Follow me on Twitter. Kontaktiere mich per Facebook Reiseberichte, Bilder und Panoramen aus Afrika: http://travel-pictures.net
249 Beiträge · seit 200705. Feb. 2008 · #6
Hallo Jens,
Wie Du liebe ich alle Arten von Katzen und bin absolut gegen das Halten dieser Tiere in zoo-aehnlichen Unterbringungen. Gerade um eine solche Einrichtung nicht zu sehen und durch unseren Besuch noch zu unterstuetzen, besuchten wir Okonjima und waren begeistert. Ein absolutes Highlight unserer Reise. Wenn man die Geschichten der einzelnen Tiere hoert, dann kann man nur froh sein, dass es Menschen gibt, die sich um solche Faelle kuemmern. Ausserdem ist das Gelaende, auf dem die Tiere leben, riesengross. Man versucht, die Tiere so "tiergerecht" wie moeglich zu halten.

@Lucas:
Das Maincamp ist im Vergleich zu anderen Unterkuenften preislich absolut in Ordnung, und wieso soll das Bushcamp in seiner Pracht weniger kosten als andere Lodges dieser Kategorie? Wir haben jedenfalls keinen Dollar bereut von unseren Ausgaben - von einer money making machine kann unserer Meinung nach absolut nicht gesprochen werden.

Gruss - Christine
Themenstarter127 Beiträge · seit 200705. Feb. 2008 · #7
eben, wie erwähnt, im Vergleich zum ähnlichem projekt beim Krügerpark in Südafrika, blieb uns dieser Nachgeschmack von Geldmacherei. Für die katzen bleibt wenig Geld, für die "Owners" viel.
Klär, hätten wir uns das nicht leisten können, wären wir auch nicht geblieben. Die bush lodge ist schon sehr schön und eindrucksvoll.
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249 Beiträge · seit 200705. Feb. 2008 · #8
...ja und da die Katzen leider nicht sprechen , koennen wir sie auch nicht fragen, wie das so ist mit dem Geld, und ob sie zufrieden sind auf Okonjima😕
WIR glauben, es sind happy cats:) , die einem - oft grausamen Schicksal od. Tod - entkommen sind, dank Okonjima.

Gruessle - Christine
503 Beiträge · seit 200606. Feb. 2008 · #9
Ich kenne den Haushaltsplan von Okonjima nicht und maße mir deshalb nicht an, beurteilen zu können, wie viel des Geldes in die Foundation geht und wie viel in die Owner. Bestätigen kann ich nur, dass ich bei zwei Aufenthalten keine Leoparden gesehen habe (das spricht für die Größe des "Geheges"), und die Geparden in einem relativ großen Gebiet leben konnten (das unterscheidet beider Lebensbedingungen von Epako, Omaruru Game Lodge u.a.)Das Okonjima Maincamp finde ich überhaupt nicht überteuert, das Bushcamp kenne ich nicht. Die Gamedrives sind etwa doppelt so teuer wie in vergleichbaren Gamelodges; da sich der Unterschied auf etwas 15.- Euro beläuft, ist es mir relativ egal, wie viel davon in die Stiftung geht.
Das Essen dort ist spitze und die Unterkünfte in der Mainlodge mehr als o.k.

Gruß
Martin
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203 Beiträge · seit 200606. Feb. 2008 · #10
"lucasbasel" hat offensichtlich Einblick in die Bilanzen von Okonjima wie kein anderer. Nachdem ich nun den dritten Beitrag dieses Benutzers hier im Forum gelesen habe, wünsche ich mir, daß er Namibia nie mehr wieder besuchen möge. Er sieht alles nur durch eine ideologische, europäisch zentrierte Brille und verbreitet Vorurteile, Gerüchte und Vermutungen, die durch nichts gestützt werden.

Weißt Du, Lucas, was es kostet, auch nur einen Löwen einen Tag lang zu füttern? Wir waren gerade auf N/a'ankusê, und dort hat man uns gesagt, daß sie kaum genug verdienen, um die Raubtiere füttern zu können. Die fressen eine Menge. Auf Okonjima sind noch viel mehr Tiere, die fressen noch viel mehr. Also solche unqualifizierten Äußerungen sollte man unterlassen, wenn man offensichtlich von der Sache keine Ahnung hat.

Gruß,
Oka
886 Beiträge · seit 200706. Feb. 2008 · #11
Guten Morgen an alle,

ich finde Okonjima Main Camp nicht teurer als irgendein, vom Standard her vergleichbares, Hotel in einer Großstadt.Finde aber den Erlebniswert auf Okonjima deutlich höher. Nun gut, das kann jeder sehen wie er mag. Was ich eigentlich zu diesem Thema sagen wollte ist folgendes: Zu keiner Zeit war es auf Okonjima möglich eine der katzen zu streicheln. Es gibt definitiv keinen Streichelzoo. Dies ist unsere Erfahrung aus August 2007.

LG
lisolu
Themenstarter127 Beiträge · seit 200706. Feb. 2008 · #12
Okonjima ist selbstverpflegend hat uns die guide gesagt. also die antilopen haben genügend nachwuchs um die katzen zu füttern.
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zuletzt bearbeitet 06. Feb. 2008
203 Beiträge · seit 200606. Feb. 2008 · #13
Genauso ist es in N/a'ankusê. Die Tiere sind wild und leben in mehrere Hektar großen Gebieten, die zum Schutz eingezäunt sind, die Tiere haben aber enorm viel Platz. Sie kommen nur zum Füttern an den Zaun, und dann brüllen sie einen ziemlich wild an. 🙂
Gast06. Feb. 2008 · #14
Hallo "lucasbasel",

hier im Forum wirst Du keinerlei Verständnis dafür erhalten, wenn Du die Touristenabzocke in Namibia einmal kritisch hinterfragen möchtest. Urlaub in Namibia ist für viele etwas "Heiliges", für das man kritik- und widerspruchslos Fantasiepreise akzeptiert. Traumhafte Voraussetzungen für die Hungerlohn zahlenden Lodgebetreiber und Autovermieter. Leider ist es so, dass manche Forumsteilnehmer auch vor persönlichen Angriffen nicht zurückschrecken. Manchmal glaube ich, dass sich hier gar einige namibische Hotelbesitzer eingeschlichen haben....

Nimm's locker!
7'296 Beiträge · seit 200606. Feb. 2008 · #15
Cyberferkel schrieb:
Urlaub in Namibia ist für viele etwas "Heiliges", für das man kritik- und widerspruchslos Fantasiepreise akzeptiert.
... das kommt mir auch immer wieder so vor. Verglichen mit dem Durchschnittsverdienst der Einheimischen (also auch den Lohnkosten für das Personal) sind die Übernachtungspreise in Namibia oft extrem hoch.
Angebot und Nachfrage regeln halt aber den Preis. Solange genügend Leute diese Preise zahlen, werden sie auch in Zukunft weiter teurer.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'346 Beiträge · seit 200606. Feb. 2008 · #16
@Cyberferkel

...ganz unrecht hast du nicht.

Mit nachdenklichen Grüßen
Armin
Gast07. Feb. 2008 · #17
Hallo,
BikeAfrica schrieb:
... das kommt mir auch immer wieder so vor. Verglichen mit dem Durchschnittsverdienst der Einheimischen (also auch den Lohnkosten für das Personal) sind die Übernachtungspreise in Namibia oft extrem hoch.
Viele personalintensive Arbeiten und Services sind dementsprechend in Namibia auch sehr günstig. Aber die Kosten einer Lodge bestehen eben nicht nur aus Personalkosten. So ziemlich alles an Ausstattung muss importiert und über weite Strecken herangekarrt werden.
Angebot und Nachfrage regeln halt aber den Preis. Solange genügend Leute diese Preise zahlen, werden sie auch in Zukunft weiter teurer.
Eben. Wir leben im Kapitalismus und da bestimmen nun mal Angebot und Nachfrage den Preis. Wer damit ein Problem hat, sollte seine Kritik vielleicht nicht an Namibia sondern eher an der Gesellschaftsform festmachen. In Kuba oder Nordkorea kann man die Alternative besichtigen...

Insgesamt finde ich das Preis-Leistungsverhältnis in Namibia OK. Natürlich gibt es Ausnahmen. 60-90 EUR (2-4 Personen) für eine Campsite in Sesriem sind sicher fragwürdig. In Deutschland wäre das angesichts der exponierten Lage nach dem erstem Gate und bei der Nachfrage aber nicht anders. Man hat ja die freie Wahl und kennt die Preise vorher. Dann braucht man nachher nicht zu jammern.

Beste Grüße

Guido
503 Beiträge · seit 200608. Feb. 2008 · #18
Hallo Cyberferkel,

dann mach' doch 'mal die Rechnung auf! Schlüssele Belegungszahlen pro Einheit/Jahr, Personalkosten inkl. häufig bezahlter sozialer Zusatzleistungen, Lebensmittelkosten, Instandhaltung/Rückstellungen, Provisionen für die Reiseunternehmen etc. Wieviel Gewinn für den/die Betreiber hälst Du für legitim, wo beginnt die "Abzocke"? Wo beginnt bei Dir die "Geldmaschine"? Populistische Statements in den Raum zu stellen, hilft m.E. nicht wirklich weiter. Bin übrigens kein Hotelier, Namibia ist mir nicht heilig, ich reise genauso gerne in andere Länder.

Gruß
Martin
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2'346 Beiträge · seit 200608. Feb. 2008 · #19
Die Gegenreaktionen auf kritisches Hinterfragen von hohen Preisen sind in diesem Forum wirklich immer die gleichen. Es ist schon erstaunlich, wieviel Verständnis für subjektiv zu hohe Preise aufgebracht wird. Da fange ich manchmal an zu träumen und wünsche mir, dass das in Deutschland auch so wäre. Dass "meine" Kunden auch jeden Preis akzeptieren und sich sogar noch als meine "Steigbügelhalter" anbieten, um Kritiker auf meine vermeintlich besondere Kostensituation aufmerksam und damit mundtot zu machen. Dann wache ich aber schnell wieder auf und stelle fest, dass es halt nur ein Traum war, dass die Realität hier zu Hause wohl eine andere ist und dass Kritiklosigkeit gegenüber Preisen bei vielen offenbar unmittelbar mit dem Begriff "Urlaub" zusammenhängt.

Mit nachdenklichen Grüßen
Armin
425 Beiträge · seit 200708. Feb. 2008 · #20
Hallo,

zu dieser Diskussion möchte ich nun auch einmal meinen Senf hinzugeben 😛

Ich bin auch der Meinung, dass manchmal die Preise einiger Lodges und Farmen in keiner Relation zu den gebotenen Leistung und den tatsächlichen Kosten des Services in Namibia stehen (Okonjima u. ähnl. Anlagen klammere ich hier ausdrücklich aus, da hier m.E. des Luxussegment bedient wird)

Ich erkenne auch, dass hier im Forum viele Mitglieder sind, bei denen im Punkto Urlaub Geld keine "so große Rolle" zu spielen scheint. Es sei ihnen ausdrücklich gegönnt 🙂

Da aber Namibia von der Einsamkeit und Weitläufigkeit der Landschaft lebt, ist es sicherlich verständlich, den Toristenstrom über die hohen Preise zu steuern und im Endeffekt den gleichen Gewinn zu erziehlen, als wenn durch "Billigpreise" mehr Urlauber ins Land kämen Demnach kann ich die Banche vor Ort verstehen, die pekuniäre Schmerzgenze der Touristen ausloten zu wollen.


Seis drumm. Die Diskussion wird nichts bringen 😉
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch